Die Kirche San Miguel de Arretxinaga – ein höchst eigenartiger Raum
Camino del Norte
Die Wallfahrtskriche San Miguel de Arretxinaga bei Markina-Xemain wurde im 18. Jh. neu erbaut, da die frühere Kapelle zerfallen war. Sie weist einen sechseckigen Grundriss mit einem pyramidenförmigen Dach auf, das aus sechs gegeneinander geneigten Flächen konstruiert ist und besteht aus unbearbeitetem Stein. Der Eingang zur Kirche ist schlicht gehalten.
Aber das Bemerkenswerte eröffnet sich einem erst, wenn man die Kirche betritt. Denn in ihrem Innern befinden sich ein Megalith aus drei große Quarzsteinblöcke. Sie stützen sich gegenseitig, wobei sie selbst eine Art kleine Kapelle formen. Sie bedecken eine Fläche von 30 Metern und reichen 8 Meter in die Höhe. Die Felsen sind über 40.000 Millionen Jahre alt. Eine menge Spekulationen ranken sich um die Steine. Man könnte meinen, dass ihre Gestaltung vielleicht Relikte einer vergangenen Kultur ist. Aber diese drei riesigen Steinblöcke weisen weder eine bestimmte Form noch Anzeichen einer Bearbeitung durch Menschen auf. Für Geologen sind sie einfach eine Laune der Natur.
Aber die Menschen schreiben diesen Dingen trotzdem gerne eine besondere Bedeutung zu. So wird vermutet, dass der Ort schon vor der Christianisierung ein heiliger Ort war. Zu Beginn des 19. Jhs. wurden den Steinen wundersame Kräfte zugeschrieben, sogar die Heilung von Krankheiten. Außerdem mussten nach einer volkstümlichen Legende junge Männer, die beabsichtigten binnen eines Jahres zu heiraten, drei Mal unter den Felsen hindurch kriechen. Über junge Frauen ist nichts ausgesagt?!
Auf jeden Fall ist es eine befremdliche und gleichzeitig berührende Atmosphäre, die einen umfängt, wenn man die Kapelle betritt. Vielleicht ist es die nahe Verbindung von Natur und Religion an diesem Ort, die einen nicht unberührt lässt?