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Camino de Levante Geographisches Geographisches

Der Camino de Levante – ein weniger frequentierter aber faszinierender Jakobsweg

Der Camino de Levante – ein weniger frequentierter aber faszinierender Jakobsweg

Camino de Levante

Woher kommt der Name „Levante“? In Spanien bezeichnet der Begriff Levante (spanisch für die Himmelrichtung „Osten“, abgeleitet vom Sonnenaufgang, von levantarse, „aufgehen“) die Ostküste der Iberischen Halbinsel und ihr Hinterland, besonders die Küstenlandschaften der früheren Königreiche Valencia und Murcia. Ausschlaggebend für den Namen war wohl die Lage Valencias im östlichen Küstenabschnitt Spaniens, der ebenfalls als Levante bezeichnet wird. Allerdings führt der Camino de Levante über 1200 km (incl. des letzten Abschnitts der Via de la Plata) quer durch Spanien bis nach Santiago de Compostela.

Por Paulusburg - Trabajo propio, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73876714

Schon Apostel Jakobus, so erzählt man sich, benutzte ein Stück der „Via Augusta“, die ein Teil des Camino de Levante ist, bei seiner Missionierung Spaniens. Auch heute gehört der alte Pilgerweg zu den attraktivsten und abwechslungsreichsten Wanderrouten Europas. Von Valencia am Mittelmeer führt er über 820 km durch das Herz Spaniens bis nach Zamora und trifft dort auf die von Sevilla kommende Vía de la Plata.

Der Camino de Levante hat seinen Ursprung in der mittelalterlichen Epoche, als Pilger aus den Küstenregionen des Mittelmeers ihre Reise nach Santiago de Compostela antraten. Der Hafen von Valencia war ein wichtiger Ausgangspunkt für die Pilger. Die Route folgte quer durch Spanien alten römischen Straßen und Handelswegen, die bereits das Levante mit dem Inneren der Halbinsel verbanden.

Mit Mittelalter wurde sie sowohl von Pilgern als auch von Händlern genutzt, die in dieser Route eine sichere Verbindung durch Zentralspanien sahen. Im Laufe der Zeit gewann die Route an Popularität insbesondere unten den Bewohnern der Ostküste, die eine Alternative zu den stärker frequentierten Routen im Norden suchten. Die Route hatte allerdings mit Herausforderungen zu kämpfen, wie mit dem Mangel an Infrastruktur und der Konkurrenz der besser etablierten Wege.
Obwohl die Route in der Neuzeit an Popularität verlor, wurden in den letzten Jahrzehnten Anstrengungen unternommen, sie wieder zu beleben. Heute wird sie zunehmende von jenen gewählt, die eine weniger überlaufende aber faszinierende Alternative zu den klassischen Wegen suchen. Dabei muss man die Herausforderung des begrenzten Angebots an Herbergen und Dienstleistungen akzeptieren. Laut der „Associación Amigos del Camino de Santiago“ in Valencia pilgern ca. 700 Personen pro Jahr auf dem Weg.

Toledo Von Joergsam - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16570610

Der Camino de Levante ist also eine der weniger bekannten Routen des Jakobswegs, birgt jedoch einen bedeutenden historischen und kulturellen Reichtum. Mit seinen Ursprüngen ist er tief verwurzelt in der Geschichte Spaniens und führt durch vielfältige Landschaften, historische Städte und wenig begangene Wege. Der moderne Verlauf führt durch die Städte wie Albacete, Toledo und Avila, von wo aus man natürlich auch starten kann. Er bietet die Möglichkeit ein authentisches und ländliches Spanien zu entdecken, abseits der üblichen Touristenpfade. Pilger können dabei einzigartige Landschaften genießen von den fruchtbaren valencianischen Gärten über die Ebenen von Kastilien-La Mancha mit seinen Windmühlen bis zu den imposanten Bergen von Kastilien und Leon. Diese landschaftliche Vielfalt ist einer der Hauptanziehungspunkt der Route. Ein weiteres herausragendes Merkmal ist der historische Reichtum der Städte, durch die sie führt. Orte wie die Hafenstadt Valencia, Albacete seiner Pasaje de Lodares, Toledo mit seinem beeindruckenden kulturellen Erbe und seiner Geschichte des Zusammenlebens der Kulturen oder Avila mit einer berühmten mittelalterlichen Stadtmauer bieten den Pilgern einen tiefen Einblick in die Geschichte Spaniens.

By Choniron - Own work, CC BY-SA 3.0 es, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21391963 Stadtmauer von Avila

Meine Freundin und ich sind den Weg  im Mai gegangen und ich würde jedem diese Zeit empfehlen. Zwar waren die Nächte manchmal noch sehr kalt, aber dafür wurden wir jeden Tag mit einer wahren Blumenpracht erfreut. Mit der Landschaft änderten sich auch die Blumen, aber jede neue Zusammenstellung an Blumen war wunderschön.

Außerdem konnten wir auf der ganzen Wanderung von Toledo bis Zamora die Störche mit ihren Jungtieren in den großen Nestern auf fast jedem Kirchturm bewundern.

Por almamía - Trabajo propio, Dominio público, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2405246
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Camino de Levante Geographisches Geographisches

Kastilien-La Mancha

Kastilien-La Mancha

Camino de Levante

Von Lourdes Cardenal - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50667

Kastilien-La Mancha gehört zu der historischen zentralspanischen Landschaft Kastilien und ist auch als Neukastilien bekannt. Traditionell gehörte auch die Provinz Madrid zu Neukastilien, diese bildet aber seit 1983 die Autonome Gemeinschaft Madrid. Kastilien-La Mancha umfasst die Provinzen Albacete, Cuidad Real, Cuenca, Guadalajara und Toledo. Hauptstadt ist Toledo.
Mehreren Theorien zufolge stammt der Ortsname „Mancha“ aus dem Arabischen, so bedeutet Manxa oder Al-Mansha „Land ohne Wasser“ und Manya „Hochebene“ oder „erhöhter Ort“.

Von Tschubby - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=123105098

Mit 79.463 km² Landfläche ist Kastilien-La Mancha etwa so groß wie Tschechien. Es erstreckt sich damit über 15,7 % der spanischen Landmasse. Mit einer geringen Bevölkerungsdichte von 26,5 Einwohnern pro Quadratkilometer beheimatet Kastilien-La Mancha allerdings nur ca. 4,3 % der Einwohner Spaniens. Wirtschaftlich steht die Gemeinschaft nicht sonderlich gut da. So belegt Kastilien-La Mancha beim „Spanischen Index der Entwicklung“ (Lebenserwartungsindex+Bildungsindex+Lebensstandard) unter den 17 autonomen Gemeinschaften (ohne die beiden autonomen Städte Ceuta und Melilla) den vorletzten Platz (Kastilien-León 7. Stelle). Die Arbeitslosenquote liegt im Jahr 2024 bei 28 %, obwohl die Quote für Spanien insgesamt in den letzten Jahren deutlich gesunken ist.

Geschichte seit dem Mittelalter

Innerhalb der muslimischen Verwaltungsgliederung gab es im Inneren von al-Andalus Coras (Gebietseinheiten) und in den Grenzregionen Marken mit größerer militärischer Macht, um den Einfällen der christlichen Königreiche entgegenzutreten. Die heutige Region Kastilien-La Mancha lag innerhalb der sogenannten Mittleren Mark (al-Targ al-awsat) mit Zentrum in Toledo, wo der Gouverneur mit militärischer Macht residierte.
Unter der muslimischen Herrschaft blieb die Region weitgehend dünn besiedelt. Allerdings wurden an den Ufern des damaligen Wadi-al-Hayara und heutigen Río Henares damals zahlreiche Burgenvo und einige Städte entwickelt, wie Toledo oder Alcaraz , die zu wichtigen Zentren der Textilindustrie wurden . Die Araber leisteten dank ihrer fortschrittlichen Bewässerungstechniken auch einen großen Beitrag zur Landwirtschaft der Region sowie zur Viehzucht durch die Einführung des Merinoschafs.

Taifas 1037 Von Tyk - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6452138

Nach einer langen und wohlhabenden Zeit, in der nur interne Konflikte das Zusammenleben zwischen Muslimen, Juden und Mozarabern (oder Christen) manchmal erschwerten, eroberte Alfons VI. Toledo im Jahr 1085 und es begann eine Zeit, in der fast das gesamte heutige Kastilien-La Mancha unter Kämpfen zwischen Christen und Muslimen litt, die die Kontrolle über das Gebiet anstrebten. Es kam zu nahezu ununterbrochenen Vorstößen und Rückzügen auf beiden Seiten, bis sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts das gesamte Gebiet endgültig in christlicher Hand befand.
Nach 1212 geriet fast ganz Kastilien-La Mancha sowie das Guadalquivir-Tal endgültig unter kastilische Kontrolle, wobei der Wiederbesiedlung in Kastilien-Leon Vorrang vor der von Kastilien-La Mancha eingeräumt wurde, da bei letzterem ein Großteil des Gebietes unter der Herrschaft der Militärorden stand. Hier sind vor allem der Orden von Callatrava, der Johanniterorden und der Orden von Santiago zu nennen. Die Militärorden (Santiago, Calatrava und San Juan) spielten eine sehr wichtige Rolle, da sich diese Soldatenmönche im Kampf gegen den Islam als sehr effizient erwiesen. Im Gegenzug erhielten sie große Besitztümer und waren aber auch diejenigen, die die einige Städte in La Mancha gründeten.

Von Marnal (talk), based on the Spanish original Corona_de_Castilla_1400.svg by HansenBCN - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6055041

Als Teil der Königreiche Toledo und Murcia (in seinem südöstlichen Teil), die beide in die Krone von Kastilien integriert waren, war La Mancha Schauplatz der kastilischen Bürgerkriege der folgenden Jahrhunderte und litt unter deren Folgen. Als Grenzgebiet Kastiliens zur Krone von Aragon war es u.a Schauplatz des ersten kastilischen Bürgerkriegs zwischen 1351 und 1369. Zu den Auswirkungen der Kriege auf die Bevölkerung kommen noch die Pestepedemien dazu, die im 14. Jahrhundert fast ganz Europa heimsuchten.
Im 15. Jahrhundert kam es in Kastilien-La Mancha zu Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Fraktionen des Königreichs, die 1475 im Kastilischen Erbfolgekrieg gipfelten. Der Krieg endete 1479 mit dem Vertrag von Alcácovas, der den Sieg von Isabel und Ferdinand markierte, die Jahre später die Katholischen Könige genannt wurden.
In Laufe des 15. Jh. kam es in Kastilien-La Mancha aber auch zu einem deutlichen Anstieg der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Produktion, was die Gründung von Städten und Gemeinden begünstigte. Mit dem 16. Jahrhundert änderte sich das. Obwohl Karl I. Toledo zur Hauptstadt seines Reiches machte (und die Stadt ein wichtiges politisches und kommerzielles Zentrum blieb), erlebte sie bald einen Niedergang, als Philipp II. die Hauptstadt nach Madrid verlegte. Auch die übrigen Gebiete des heutigen Kastilien-Mancha-Gebiets erleben keine guten Zeiten und es kommt zu einem deutlichen Bevölkerungsrückgang infolge der Vertreibung der Juden (zuvor 1492) und der Morisken (zum Christentum konvertierte Muslime 1609), der Epidemien und Kriege in Europa und damit des wirtschaftlichen Niedergangs, insbesondere der Landwirtschaft, am Ende des 16. und im Laufe des 17. Jahrhunderts.

Von diesem Erbe erholte sich die Region nicht mehr. Die große Trockenheit und extreme Temperaturen der weitgehend auf dem zentralen spanischen Hochplateau gelegenen Region macht gebietsweise den Weinbau und andere Landwirtschaft sehr schwierig. Die Landwirtschaft verliert an Bedeutung und viele Ländereien werden aufgegeben. Auch vor Kastilien-La Mancha machte die Reblausplage des 19. Jahrhunderts nicht halt, was dazu führte, dass nach einem großen Flächenverlust die weiße Airén in großem Stil angebaut wurde. Es bildet auch das weltgrößte zusammenhängende Weinanbaugebiet allerdings mit nicht sehr hochwertigem Wein. Wie in so vielen anderen Regionen begann erst in den 1990er Jahren eine Distanzierung von billigen Massenweinen. Viele dieser Faktoren führten zu einem  Bevölkerungsrückgang, da die Menschen in vielen ländlichen Gebieten ihre Dörfer verlassen, um in Industriegebieten anderer Regionen Arbeit zu suchen. Diese Entwicklung verstärkte sich noch einmal nach dem 2. Weltkrieg, wie die Karten unten aufzeigen. So erklärt sich auch die heutige schwierige Situation der Region, die zudem auf keine große Industrialisierung zurückgreifen kann.

De Creando por Rodriguillo, tomando como mapa base Image:Provinces of Spain.svg, creado por Emilio Gómez Fernández - Instituto Nacional de Estadística de España Image:Evolución Población Provincias España 1787 - 1900.pdf, Dominio público, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2461759
De Creado por Rodriguillo, tomando como mapa base Image:Provinces of Spain.svg, creado por Emilio Gómez Fernández - Instituto Nacional de Estadística de España [1], Dominio público, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2608971

Sehenswürdigkeiten

Wer Kastilien-La Mancha besucht, kommt an den allgegenwärtigen Windmühlen nicht vorbei. Die berühmten „Riesen“, die Miguel de Cervantes in seinem mythischen Werk „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha“ in Bezug auf die Windmühlen erwähnt, sind zu einem der großen Symbole von Kastilien-La Mancha geworden, mehr noch als seine Kathedralen und Burgen. Sie sind in verschiedenen Gegenden zu finden: Alcázar de San Juan, Consuegra, Campo de Criptana …

Die Heimat des Don Quijote ist allerdings nicht nur landwirtschaftlich geprägt von sanften Hügeln mit den typischen Mühlensilhouetten und dem weltweit bekannten Manchego-Käse, sondern es warten auch urbane Weltkulturerbe-Städte wie Toledo und Cuenca mit architektonischen, kulturellen und historischen Highlights.
Das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt, die Festung Alcázar, und die Kathedrale von Toledo sowie die mutig in den Fels gebauten „Hängenden Häuser“ (die Casas Colgadas) von Cuenca im Nordosten der Region sind hier insbesondere zu nennen.
In Guadalajara kann der prachtvolle Mendoza-Palast, der Palacio del Infantado besichtigt werden. Im Osten von Kastilien-La Mancha wartet mit der im 14. Jahrhundert erbauten Burg von Albacete eine der schönsten Burgen der Region und auch das Flusstal des blaugrünen, in ausgewaschene Sandsteinfelsen eingebetteten Rio Jucar, insbesondere das pittoreske Örtchen Alcalá del Júcar, ist einen Abstecher wert.
Zahlreiche Naturparks wie der Parque Natural del Alto Tajo bei Guadalajara und der Parque Natural Lagunas de Ruidera auf halber Strecke zwischen Real und Albacete sowie der Parque Valle de Alcudia y Sierra Madrona und der Parque Serrania de Cuenca zeigen die Artenvielfalt des mediterranen Waldes der iberischen Halbinsel. Zudem kann man mehr als 160 Vogelarten u.a. den Iberischen Kaiseradler oder den Mönchsgeier entdecken.

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Kastilien-León

Kastilien-León

Camino de Levante, Via de la Plata

Von Tschubby - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=127016311

Im nordwestlichen Landesinnern liegt die flächenmäßig größte Region Spaniens – Kastilien-León übertrifft sogar das Nachbarland Portugal an Größe – mit sage und schreibe neun Nachbarregionen: Galicien, Asturien, Kantabrien, Baskenland, La Rioja, Aragon, Kastilien-La Mancha, Madrid und die Extremadura sowie Portugal im Westen. Regierungssitz ist das zentral gelegene Valladolid, eine Hauptstadt im eigentlichen Sinne besitzt das ehemalige Königreich nicht.

Kastilien und León umfasst die Nordmeseta eine zwischen 600 und 800 m Höhe liegende, von Randgebirgen begrenzte Hochebene im Nordwesten Zentralspaniens, die vom Duero entwässert wird. Der westliche Teil mit den Provincen León, Zamora und Salamanca bildet die historische Landschaft León; der als Altkastilien bekannte zentrale und östliche Teil gehört zur historischen Landschaft Kastilien.

Kastilien-Léon ist die flächenmäßig größte autonome Region Spaniens und zugleich die am dünnsten besiedelte. Sie erstreckt sich mit 94.218 km² Landfläche über 18,6 % der spanischen Landmasse, stellt jedoch mit einer Bevölkerungsdichte von 25 Einw./km² (Spanien: 95 Einw./km²) nur 5,7 % der Einwohner Spaniens dar. Für diese Situation ist vor allem die Landflucht ab den 50iger Jahren verantwortlich. So spricht Sergio del Molino in seinem Buch auch von dem „leeren Land“. (s. dazu hier das Kapitel „Leeres Land“)
Vergleicht man die Karten von 1857 und die Bevölkerungsentwicklung zwischen 1950-81, so erkennt man, dass die bereits damals 1857 dünn besiedelten Gebiete später zusätzlich von einem bedeutenden Bevölkerungsrückgang betroffen waren.

De Creando por Rodriguillo, tomando como mapa base Image:Provinces of Spain.svg, creado por Emilio Gómez Fernández - Instituto Nacional de Estadística de España Image:Evolución Población Provincias España 1787 - 1900.pdf, Dominio público, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2461759
De Creado por Rodriguillo, tomando como mapa base Image:Provinces of Spain.svg, creado por Emilio Gómez Fernández - Instituto Nacional de Estadística de España [1], Dominio público, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2608971

Geschichte bis zur Entstehung des Spanischen Königreiches

Mit dem Untergang Roms wurde iberische Halbinsel von den Westgoten besetzt. Bei der folgenden Eroberung durch die Mauren blieb der äußerte Norden des Landes unbesetzt. Im Berggebiet des heutigen Asturien entstand ein kleines christliches Königreich, das sich der islamischen Präsenz auf der Iberischen Halbinsel widersetzte. Sie erklärten sich selbst zu Erben der letzten westgotischen Könige, die wiederum stark romanisiert worden waren. Dieser Widerstand westgotisch-römischen Ursprungs, unterstützt vom Christentum, wurde immer stärker und dehnte sich Richtung Süden aus, wobei Ordono II. seine Hauptstadt in die Stadt León verlegte und den Grundstein zum Königreich Leon legte. Um die Wiederbevölkerung der neu eroberten Länder zu fördern, erteilten die Monarchen Fueros oder Urkunden zur Wiederbevölkerung (s. auch Kapitel „Repoblación“). Der König unterstützte u.a. auch die Wiederbevölkerung von Valladolid und Zamora.
Die Reconquista (Wiedereroberung) begann mit fortschreitenden territorialen Vorstößen und Rückzügen, bis die Teilung mit der islamischen Macht auf der Halbinsel entlang der Duero-Linie erfolgte.
Zur gleichen Zeit begann eine Grafschaft dieses christlichen Königreichs León, Autonomie zu erlangen und zu expandieren. Dies war die ursprüngliche Grafschaft Kastilien, die sich zum Königreich Kastilien mit großer Macht unter den christlichen Königreichen der Halbinsel entwickeln sollte. 1065 spaltete sich Kastilien vom Königreich León ab und wurde selbst ein Königreich. Zwischen 1072 und 1157 war das Königreich Kastilien wieder mit dem Königreich León vereinigt, danach wieder von ihm getrennt.1230 wurden die Königreiche von Kastilien und León endgültig unter Ferdinand II, dem Heiligen, vereinigt. Dieses vereinigte Reich wird als Krone von Kastilien bezeichnet. Seine Könige eroberten unterstützt von den Königreichen Navarra und Aragon und Portugal in der Reconquista schrittweise den Süden der Iberischen Halbinsel von den muslimischen Herrschern (s. ausführlicher das Kapitel „Reconquista“).
Zwischen 1212 bis 1516 dominierten dann drei Königreiche den christlichen Teil der Halbinsel. Im Westen war aus einer zu León gehörenden Grafschaft das Königreich Portugal entstanden. Im Osten dehnte Aragón, mittlerweile mit Katalonien verbunden, zunehmend zum Mittelmeer aus. 1282 akzeptiert Peter III., seit 1276 auf dem aragonischen Thron, die ihm von den Adeligen der Insel angetragene Krone Siziliens. 1442 erobert ein Nachfolger Peters das Königreich Neapel und damit ganz Süditalien. Zur größten iberischen Landmacht aber entwickelt sich Kastilien (seit 1230 mit León verbunden), das vom 11. Jahrhundert an nach und nach den größten Teil der früheren maurischen Herrschaftsgebiete annektiert.

Die Vereinigung der Krone von Kastilien und der Krone von Aragon begann 1469 als Personalunion durch die Heirat der katholischen Könige, Isabel von Kastilien und Ferdinand von Aragon. Sie wurde im Jahr 1516 vollendet, als der spätere Kaiser Karl V. durch Erbschaft König beider Reiche wurde und als Karl I. das Königreich Spanien begründete. Nach seinem Rückzug wurde das Reich Karls V. aufgeteilt. Sein Sohn Philipp erbte die Herrschaft in Spanien, sein Bruder Ferdinand trat die Nachfolge in Österreich an. Lange Zeit war die spanische Linie des Hauses Habsburg die mächtigere, denn Spanien war dank der überseeischen Besitzungen unermesslich reich.

Von Marnal (talk), based on the Spanish original Corona_de_Castilla_1400.svg by HansenBCN - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6055041

Klima und Weinbau

Generell ist das Klima in Kastilien und León durch heiße, trockene Sommer und lange, kalte Winter geprägt, weiterhin machen große Tag- und Nachtschwankungen der Temperatur der Landwirtschaft zu schaffen.

Der Weinbau liegt mit 450 bis 1.000 m meist in größerer Höhe als sonst in Spanien, wobei die niedriger gelegenen Gebiete sich meist rund um Flüsse und deren Niederungen wie das Duero-Becken oder den Miño-Nebenfluss Sil befinden und die höher gelegenen im bergigen Hinterland der Flussebenen.

Auch wenn man das trocken-heiße Klima in Kastilien und León guten Gewissens als kontinental bezeichnen kann, ist die weitläufige Region dennoch von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Die dem Atlantik näheren Weinbaugebiete im Nordwesten, vor allem das an Galicien grenzende Bierzo, sind beispielsweise durch maritimeres, gemäßigteres Klima mit mehr Niederschlägen geprägt und viele Bereiche weisen recht spezielles Mikroklima auf, was zu kleinen Inseln besonderer Rebkultur führt, die sich teilweise von einem Tal zum nächsten bereits unterscheiden. Die Böden weisen wenig überraschend eine große Varianz auf. Heute ist z.B. der Name Ribera del Duero international bekannt und zahlreiche Bodegas machen von sich reden, allen voran die weltbekannten Weine des renommierten Weingutes Vega Sicilia.

https://www.vino-culinario.de/weinbau-weinkultur/weinregionen/spanien/kastilien-und-leon/

Sehenswürdigkeiten

Auch wenn Kastilien und León aufgrund der fehlenden Küstenlandschaft wohl nicht zu den Top-Tourismusregionen Spaniens zählt, gibt es eine ganze Menge sehenswerte Highlights, die vor allem eine Genussreise in die Region der sanften Hügel und historischen Orte lohnenswert machen.
Die mittelalterlichen Städte reihen sich aneinander wie auf einer Perlenkette: Von den Templerhochburgen und Pilgerstädten Ponferrada und Astorga im Nordwesten nahe Bierzo über die historische Stadt Salamanca , die romanische Stadt Zamora und das pittoreske Rueda-Örtchen Medina del Campo bis zu den sehenswerten Städten Ávila und Segovia im Südwesten nahe Madrid. Auch der Regierungssitz Valladolid mit seinen zahlreichen grünen Plätzen und alten Kirchen ist sehenswert. Noch weiter östlich nahe des Weinbaugebietes Arlanza locken Burgos und das Kloster Santa Maria de Bujedo mit geschichtsträchtiger Natur in wunderschöner Landschaft.
Ein ebenfalls besonderes Erlebnis sind die römischen Goldminen Las Médulas bei Astorga, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe in spektakulärer, teils von Menschenhand durch die Bergbautätigkeit erschaffener Felslandschaft. Die Goldminen und Teile des einst 100 km langen Bewässerungssystems können besichtigt werden (s. auch das Kapitel “Las Medulas”)

Jakobswege
Große Teile des Französischen Jakobsweges und des Camino de Madrid führen durch  Kastilien-León. Auch Teile des Camino de Levante und der Via de la Plata liegen in diesem Gebiet.

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Camino de Levante Geographisches Geographisches Geographisches Via de la Plata

Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge

Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge

Camino de Levante

Als Iberisches Meseta wird das im Zentrum Spaniens gelegene, über 200.000 km² große kastilische Hochland bezeichnet, welches zugleich die größte Hochebene Europas bildet. Es liegt durchschnittlich 660 Meter über dem Meeresspiegel. Sie stellt die älteste und komplexeste geologische Formation der Halbinsel dar.

Die Zentral-Meseta ist von Bergen umgeben, die dieses geografische Gebiet bilden und es vom Rest des Landes trennen. Sie wird im Norden vom Kantabrischen Gebirge, im Osten vom Iberischen Randgebirge und im Süden von der Sierra Morena begrenzt. Im Südwesten geht sie in die Extremadura über, mit der sie in geologischer Hinsicht eine Einheit bildet.
Das Plateau ist leicht nach Westen geneigt, was bedeutet, dass die Wasserwege, die es durchqueren, größtenteils in den Atlantischen Ozean münden. Die Flüsse, die durch die Meseta fließen, sind folgenden: Duero, Guadiana und Tajo sowie die Nebenflüsse der drei.

Die Kastilische Gebirge im Zentrum der Halbinsel unterteilen die Meseta Central in das Hochbecken der nördlichen Meseta (Kastilien-Léon) und die niedrigeren Hochebenen der südlichen Meseta (Kastilien-La Mancha und Extremadura). Die durchschnittliche Höhe des nördlichen Plateaus beträgt über 700 Meter und umfasst auch das Duero-Becken, die Höhe des südlichen Plateaus beträgt 600 Meter und wird durch die Montes de Toledo (zwischen den Becken der Flüsse Tajo und Guadiana) in zwei Teile geteilt.

Es gibt Unterschiede in der Vegetation und der Wirtschaft zwischen den westlichen Ausläufern kristalliner Gesteine mit kargen Böden und den östlichen Ebenen aus Kalkstein und Mergel, die die wichtigsten landwirtschaftlichen Zonen bilden.
Aufgrund der Höhenlage dieser Reliefeinheit herrscht ein mediterranes Klima.
Die Merkmale dieses Klimatyps sind: strenge Winter, heiße Sommer, unregelmäßige und geringe Niederschläge im Sommer und Dürren. Die Höchsttemperaturen reichen von etwa 39 °C in den wärmsten Monaten bis zu minus 12 °C in den Wintermonaten, wobei die Durchschnittstemperatur bei knapp 12 °C liegt. All dies ist das Ergebnis einer Reihe geografischer und dynamischer Faktoren (Breitengrad, Lage der Region, Geländegestaltung und Höhenlage). Niederschläge fallen hauptsächlich im Frühjahr und Herbst. Im Sommer sind sie selten und wenn, dann oft in Form von Stürmen. Das Meseta-Gebiet wird auch „Trockenes Spanien“ genannt. Das früher wegen der geringen Niederschläge, der Baumarmut und der dünnen Besiedlung größtenteils ungenutzte Land wird durch den Bau von Stauseen stärker landwirtschaftlich genutzt. Besonders fruchtbare Gebiete sind die Getreideebenen Leóns bei Palencia, Valladolid und Zamora sowie in Nordkastilien die Mesa de Ocana.

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Nordmeseta
Die etwa 650 bis 900 m hohe „Nordmeseta“ (Meseta Norte) entspricht in etwa der autonomen Gemeinschaft Kastilien-Leon und umfasst die historischen Landschaften Altkastilien und Léon. In ihrem inneren Teil befindet sich auf einer Höhe zwischen 800 und 850 Metern das Duero Becken. In der nördlichen Meseta wird auf großen Flächen Getreide angebaut, aber auch Weinbau – z. B. im Anbaugebiet Ribera del Duero – und Schafzucht spielen eine Rolle.
Größte Städte sind Burgos, Léon, Valladolid und Palencia..

Südmeseta
Die etwa 500 bis 700 m hohe „Südmeseta“ (Meseta Sur) ist durch einzelne Gebirgszüge zergliedert und gibt ein weniger einheitliches Bild ab als die Nordmeseta. Hier liegen auch die Becken des Tajo und des Guadiana auf einer Höhe zwischen 500 und 700 Metern.
Die südliche Meseta entspricht der historischen Landschaft Neukastilien und verteilt sich auf die autonomen Gemeinschaften Kastilien-La Macha und Madrid.
In ihrem westlichen Teil sind beweidete Steineichenwälder (dehesas) zu finden, ansonsten wird das Land vorwiegend für Wein- und Olivenanbau, aber auch für Getreide und Schafzucht genutzt.
Größte Städte sind Madrid, Toledo, Albacete und Cuidad Real.


Das Kastilische Gebirge
Historisch gesehen ist das Gebirge die Grenze zwischen Altkastilien im Norden und Neukastilien im Süden und teilt die Meseta in zwei Teile. Damit trennt das Iberische Scheidegebirge auch die Einzugsgebiete der Flüsse Duero und Tajo. Es besteht aus einer Reihe von Gebirgsketten, die sich über etwa 400 km von West nach Ost erstrecken und zwischen 35 und 40 km breit sind.
Hervorzuheben sind die Gebirgskette Gata, die Gebirgskette Gredos, die Gebirgskette Peña de Francia, die Gebirgskette Ayllón, die Gebirgskette Guadarrama und die Gebirgskette Somosierra. Die Höhe ist unterschiedlich und einige Gipfel liegen über 1.500 m. Die höchste Erhebung der Bergkette ist der Berg Pico Almancor mit 2592 m Höhe, der sich in der Sierre de Gredos befindet.

 

The+Meseta+Central+is+the+major+landform+on+the+Iberian+Peninsula.jpg

Jakobswege

Das Herbe, oft Karge der spanischen Landschaften findet man gerade auf diesen Wegen intensiv. Es hat gleichzeitig etwas Kraftvolles, das schon von vielen Reisenden beschrieben wurde. Wer dafür empfänglich ist, der verliebt sich in Spanien rettungs- und bedingungslos. Es ist ein Puzzleteil des Phänomens “Camino”, das uns nicht mehr losläßt und immer wieder in dieses Land zieht.

Durch den nördlichen Teil der Nordmeseta verläuft in Ost-West-Richtung ein längerer Teil des Camino Frances
Von Süden nach Norden durch die Mesetas und das kastilische Gebirge verlaufen u.a. die Ruta de Lana (Alicante – Burgos), der Camino de Levante (Valencia – Zamora), der Camino de Madrid (Madrid – Sahagun) und die Via de la Plata (Sevilla – Santiago).

Auf dem Camino de Levante ist das Gebirge über den Pass Puerto de El Boquerón (1315 m) zu überwinden, um nach Avila zu gelangen.
Auf dem Camino de Madrid ist das Gebirge über den Pass Puerto de la Fuenfria (1796 m) zu meistern, um Segovia zu erreichen. Er ist der höchste Pass auf allen Jakobswegen.

 

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Weinbauland Spanien

Weinbau in Spanien

Via de la Plata, Camino del Norte, Camino Primitivo, Via Tolosana, Camino de Levante

Auf jedem der verschiedenen Pilgerwegen wandern wir durch eines der zahlreichen Weinbaugebiete Spaniens. Ich kann mich an so manch schöne Stunden auf der Terrasse eines Restaurants erinnern, ein Glas Wein vor sich und die Erlebnisse des Tages Revue passieren lassend. Welch ein Genuss!

Aber dann tauchen auch oft Fragen auf. Kommt der Wein aus dieser Region? Wie wird er bezeichnet? Gibt es hier mehr roten oder weißen Wein? Welche Weinsorten gibt es eigentlich in Spanien?

Also dachte ich, ein kleiner Überblick über das Weinland Spanien, seine Rebsorten, seine Weinerzeugnisse und seine Weinregionen wäre doch ganz interessant, zumal ich feststellen musste, dass für mich, eine „Hobbyweintrinkerin“, vieles dabei war, was ich bislang nicht wusste.

vitalytitov / Depositphotos)

Die Geschichte des spanischen Weinanbaus


Es ist nicht hundertprozentig geklärt, wann der Weinanbau in Spanien begann. Einige Quellen sprechen von Funden von Traubenresten auf der iberischen Halbinsel bereits 4000 Jahre vor Christus.

Als wahrscheinlichste Theorie gilt jedoch, dass die Phönizier vor 3000 Jahren das heutige Cádiz in Andalusien gründeten und dort mit dem Weinanbau und Handel begannen. Später zog es sie außerdem landeinwärts und die Phönizier kultivierten auch im heutigen Jerez Wein, welcher durch das warme Klima Andalusiens seine typische starke und süße Note bekommt. Zudem hatte und hat spanischer Wein den Vorteil, dass er auch lange Reisen ohne schal zu werden überstand, was dem Händlervolk besonders zu Gute kam. Aufgrund dieser Tatsache und durch die gut vernetzten Handelswege der Phönizier wurde spanischer Wein bald zu einem Exportschlager im Mittelmeerraum sowie in Nordafrika.

Im Rahmen der Punischen Kriege übernahmen die Römer in Spanien die Macht, setzen aber die Weinproduktion fort. Durch die neuen Einflüsse und Techniken der Römer, die der Flüssigkeit beispielsweise Harze oder aromatische Essenzen zufügten und diese in Amphoren lagerten, erhielt spanischer Wein um den Beginn der christlichen Zeitrechnung einen ganz eigenen, fruchtigen Geschmack teilweise mit einem rauchigen Aroma.

Nach dem Untergang Roms im fünften Jahrhundert n. Chr. und dem damit verbundenen Einfall der Muslime verlor der Weinanbau in Spanien an Bedeutung, vor allem weil Araber aufgrund ihres muslimischen Glaubens keinen fermentierten Alkohol trinken durften. Der bedeutende Wirtschaftszweig des Weinanbaus fand mit dem Einfall der Mauren ein jähes Ende. Diese rodeten weite Teile der bestehenden Flächen. Die übrig gebliebenen wurden zur Produktion von Rosinen genutzt und als Grundlage für die Destillation, welche die Mauren erfunden hatten. Doch nutzten sie die Destillate ausschließlich zur Erzeugung von Duftstoffen und ätherischen Ölen. Der Weinanbau wurde allerdings nie vollständig eingestellt. Die muslimischen Herrscher erlaubten den spanischen Christen zumeist, ihre Kultur fortzuführen.

Im Verlaufe der Reconquista ab dem 11. Jahrhundert entwickelte sich die Herstellung spanischen Weins dann wieder stetig weiter, was vor allem den Mönchen zu verdanken war, die die Weintradition Spaniens wiederaufleben ließen. Der Neubeginn des Weinanbaus entstand vor allem rund um die große Zahl der Klöster. Wein wurde wieder ein bedeutender Wirtschaftszweig, zumal ab dem 16. Jahrhundert Unmengen an Wein in die eroberten amerikanischen Kolonien verschifft wurden, noch bevor der Weinanbau dort große Ausmaße annahm. Ein wichtiger Abnehmer wurde zudem England, das vor allem die alkoholverstärkten Weine aus Jerez (Sherry) und Málaga importierte.

Im 19. Jahrhundert erfuhr die Weinindustrie in Nordeuropa dann einen Rückschlag, diesmal jedoch nicht durch menschliche Hand. Vielmehr bedrohte die Reblaus zahlreiche Ernten und vor allem französische Winzer sahen keine andere Möglichkeit, als sich südlich der Pyrenäen anzusiedeln.  Die Hochburg der französischen Winzer war Navarra. Die Rioja aber hat große Teile der Bordelaiser Weinbautechniken übernommen und stieg damit zur bekanntesten Weinbauregion Spaniens auf. Die französischen Winzer brachten verschiedene Rebsorten sowie Techniken nach Spanien, wodurch sich spanischer Wein erneut weiterentwickelte. Auch hatten viele spanische Winzer ihr Handwerk in Bordeaux gelernt,

Als die Reblaus dann auch die iberische Halbinsel erreichte, war bereits eine Lösung gefunden, den Schädling zu bekämpfen. Zur Bekämpfung wurden Reblaus resistente „Unterlagsreben“ aus Amerika mit einheimischen Edelreisern gepfropft (veredelt) So blieben viele Weinberge verschont.

Im 20. Jahrhundert sorgten dann der Erste und Zweite Weltkrieg für einen Stillstand der spanischen Weinindustrie. Diese erholte sich erst in den Fünfzigerjahren wieder – jedoch rapide. Zahlreiche Pioniere arbeiteten hart daran, den spanischen Weinanbau zu revolutionieren, Gesetze zu schaffen, um Qualität zu garantieren, sowie die neusten Techniken einzuführen. In Folge des spanischen Bürgerkriegs und der Machtübernahme Francos litt der Weinbau erneut. Rebflächen wurden in großem Umfang verwüstet und viele Kellereien zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte nur schleppend. Erst nach dem Beitritt Spaniens zur Europäischen Union 1986 erfolgte der Neubeginn des Weinbaus in Spanien. Vorhandende Weinbaubetriebe wurden modernisiert, neue  Weingüter gegründet und nach und nach wurde wieder an alte Erfolge angeknüpft. Heute gehört Spanien zu den dynamischsten Weinbauländern der Welt. Dazu tragen auch die rund 600 Rebsorten bei, die in Spanien angebaut werden und von denen viele teils nur lokal vorhandene autochthone Sorten immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen. Sie sorgen auch dafür, dass es ein zunehmendes Bewusstsein für die notwendige genetische Vielfalt in den Weinbergen gibt.

Größe der Weinbaugebiete

Unter den rund 100 Weinbau betreibenden Ländern der Welt nimmt Spanien seit vielen Jahren den ersten Platz ein, wenn es um die Anbaufläche (!) geht. 1,2 Millionen Hektar und damit rund das Zehnfache der Fläche der deutschen Anbaugebiete stehen dort unter Reben. Zum Vergleich: In Frankreich sind es nur 792.000 Hektar und in Italien 690.000 Hektar. In den vergangenen Jahren konnte nur China aufholen und setzte sich mit 799.000 Hektar Rebanbaufläche damit sogar noch vor Frankreich. Auch mengenmäßig liegt das Land ganz weit vorne und streitet sich Jahr für Jahr mit Frankreich und Italien um die Spitzenplatzierung in dieser Kategorie. Qualität und Quantität der Erzeugnisse sowie Anbaugebiete unterscheiden sich stark, was nicht zuletzt an großen klimatischen Unterschieden liegt. Oft wird davon gesprochen, dass die Weine in Spanien mehr Masse statt Klasse sind, was sicher teilweise zutrifft s. auch die Graphik. Aber es gibt natürlich auch als hervorragend klassifizierte Weine, wobei es hier meist um die Rotweine handelt.

Klima und Bodenverhältnisse

Nach Albanien und der Schweiz ist Spanien das gebirgigste Land Europas. Erhebungen und Täler, oft von Flüssen durchzogen, bestimmen die Landschaft. Die Flüsse wie Duero, Ebro und Tajo sind dabei von großer Bedeutung für den Weinbau. Zum einen wirken sie sich auf das lokale Klima aus, zum anderen liefern sie das Wasser für die Weingärten.
Von Norden nach Süden lässt sich Spanien grob in drei Klimazonen gliedern: Den kühlen, „grünen Norden“ mit recht großen Niederschlagsmengen, heißen Sommern und kalten Wintern. Dazu zählen Aragonien, Galizien, Katalonien, Navarra und La Rioja. Darunter schließt sich das Zentralplateau an, dessen Klima von heißen Sommern und sehr kalten Wintern sowie durchgängiger Trockenheit geprägt ist. Zu diesem Bereich zählen die Weinbauregionen Extremadura und La Mancha. Schließlich folgt im Süden die Küstenregion, in der es ebenfalls wenig Niederschläge gibt, dafür aber kühlende Meeresbrisen, die die Hitze im Sommer mildern. Zu dieser dritten Klimazone gehören die Weinbaugebiete Andalusien, Katalonien und Levante.
Einen Sonderfall stellen die spanischen Inseln dar. Auf den Balearen und den Kanaren herrschen wieder andere klimatische Bedingungen vor, die denen an der Küste zwar ähneln, oft gibt es aber deutlich mehr Wind.

lesniewski stock.adobe.com

Die wichtigsten Weinbaugebiete Spaniens

vino-culinario.de/weinbau-weinkultur/weinregionen/spanien. Hier findet man eine genaue Beschreibung der Regionen und ihres Weinanbaus!

Anbaugebiet

Rebfläche (ha)

Weinerzeugung (hl)

Anteil rot (%)

Anteil weiß (%)

Andalusien / Andalucía

32.054

774.452

5,6

94,4

Aragonien / Aragón

33.729

1.252.450

87,2

12,8

Asturien / Asturias

104

2.277

89,1

10,9

Baskenland / País Vasco

13.481

651.788

86,2

13,8

Extremadura

78.323

2.707.147

32,4

67,6

Galicien / Galicia

30.120

357.442

14,1

85,9

Kantabrien / Cantabria

106

k.A.

39,3

60,7

Kastilien-La Mancha / Castilla

409.969

23.929.148

47,0

53,0

Kastilien und León / Castilla-y-León

72.364

2.090.555

58,4

41,6

Katalonien / Cataluña

51.908

2.393.278

24,4

75,6

Madrid

11.255

72.813

14,1

85,9

Murcia

22.774

854.905

95,8

4,2

Navarra

17.015

750.712

88,3

11,7

La Rioja

40.081

2.046.015

91,6

8,4

Valencia

57.677

2.343.588

73,6

26,4

Balearische Inseln / Baleares

1.718

26.831

58,0

42,0

Kanarische Inseln / Canarias

10.878

22.435

34,9

65,1

Alle Anbaugebiete

883.558

40.275.836

57,7

42,3

Datenquellen:
Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación DATOS CAMPAÑA 2020/2021 + Entrada de Uva (Asturien + Kantabrien) / K. Anderson, N. R. Aryal: Database of Regional, National and Global Winegrape Bearing Areas by Variety, Wine Economics Research Centre, University of Adelaide, revisierte Auflage 2017

zitiert aus: vino-culinario.de/weinbau-weinkultur/weinregionen/spanien.

ps.wein.de Weinbauland Spanien

Weinsorten und Qualitätsstufen

 Vor allem die einheimischen spanischen Rebsorten werden von den Winzern bevorzugt. So beharren die Spanier seit Jahrhunderten auf ihren eigenen Rebsorten gegen den allgemeinen weltweiten Trend. Das gilt für die Weißweine wie für die Rotweine. Auch Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Chardonnay werden schon seit vielen Jahren in den spanischen Regionen angebaut. Doch die heimischen Sorten gehören nach wie vor zu den Favoriten.

Die fünf wichtigsten spanischen Rebsorten

Airén:

Ca. 250’000 Hektar. Angepflanzt vor allem für einfache Weine, Brandy und medizinischen Alkohol. Hauptanbaugebiet ist die Meseta im Zentrum Spaniens.

Tempranillo (Cencibel, Tinto del País, Tinto del Toro):

Ca. 200’000 Hektar. Spaniens wichtigste rote Rebsorte, die unter anderem die Weine der Rioja, des Toro und der Ribera del Duero prägt.

Bobal:

rund 70’000 Hektar. Die auch als Grenache noir oder Cannonau bekannte Sorte ist eine der wichtigsten des Südens und zeigt sich vor allem in der Region um Madrid in großer Form.

Garnacha tinta:

Die Gran Reserva ist mindestens 60 Monate alt und hat davon mindestens 18 Monate im Fass verbracht.

Monastrell (Mataró):

rund 60’000 Hektar. In Frankreich auch als Mourvèdre bekannt, gehört die sehr dunkle Sorte ebenfalls zu den wichtigsten südlichen roten Rebsorten. Sie prägt viele Weine aus Valencia, Yecla und Jumilla.

Spanischer Wein kann nicht nur verschiedenen Regionen, sondern auch unterschiedlichen Reifegraden und Qualitätsstufen zugeordnet werden.

Reifegrad spanischer Weine

Joven:

Ein junger Wein, der bereits im Jahr nach der Ernte verkauft wird. Der Wein wird oft im Edelstahl ausgebaut. Wenn er im Holzfass ausgebaut wird, dann höchstens für sechs Monate.

Crianza:

Ein Wein, der mindestens 24 Monate Reife im Weingut hatte, sechs davon im Fass, 18 Monate auf der Flasche.

Reserva:

Dieser Wein muss mindestens 36 Monate gereift sein, davon mindestens zwölf Monate im Fass.

Gran Reserva:

Die Gran Reserva ist mindestens 60 Monate alt und hat davon mindestens 18 Monate im Fass verbracht.

Qualitätsstufen

  • Vino (de Mesa)

Die Einstiegsstufe in Spanien ist der „Vino de Mesa“. Er ist vergleichbar mit Tafelwein und unterliegt kaum Regeln. Auf dem Etikett eines Vino de Mesa finden Genießer keine Angabe zur Herkunft des Weines und ebenfalls keinen Hinweis auf die verwendeten Rebsorten.

  • Vino de la Tierra

Auf den Vino de Mesa folgt der „Vino de la Tierra“. Adäquate Vergleichsweine sind in Deutschland der Landwein und in Frankreich der Vin de Pays.Ein Vino de la Tierra, kurz VdlT, stammt aus einem der rund 42 V.T.-Gebiete innerhalb Spaniens. Hierzu gehören beispielsweise Cádiz in Andalusien, Extremadura und Mallorca.

  • Denominación de origen

Die nächste Qualitätsstufe in Bezug auf die Herkunft spanischer Weine ist die „Denominación de origen“, kurz D.O. genannt. Hier stammt der Wein aus einer der 62 D.O.-Regionen Spaniens.  Zu den berühmten Anbaugebieten mit D.O.-Klassifikation gehören Cariñena, Bierzo, Jumilla, Navarra, Rías Baixas und Toro.

  • Denominación de origen calificada

Eine Stufe über den D.O.-Weinen stehen Tropfen aus einer spanischen „Denominación de origen calificada“. Diese Herkunftsbezeichnung weist darauf hin, dass es sich um eine besonders prestigeträchtige Region handelt. Aktuell gibt es in Spanien nur zwei D.O.Ca.-Regionen: La Rioja und Priorat.

  • Vino de Pago

Zusätzlich zu den bereits genannten Qualitätsstufen und Herkunftsbezeichnungen gibt es in Spanien seit 2003 den „Vino de Pago“. Hierbei handelt es sich um die höchste Qualitätsstufe, für welche sich nur rund 18 Weingüter qualifizierten. Die Weine stammen aus einzelnen Lagen. 

 

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“Leeres Land” – Die Geisterdörfer Spaniens

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Camino Primitivo, Camino del Norte, Via Tolosana, Via de la Plata

Die Landflucht in Spanien

Die Disparitäten in der Bevölkerungsdichte zwischen den einzelnen Autonomen Gemeinschaften bilden ein traditionelles Schlüsselproblem Spaniens. Hohe Konzentration der Bevölkerung in bestimmten Ballungsgebieten und dünne Besiedlung und weite Entfernungen zu Agglomerationsräumen, bei ungünstigen naturräumlichen Standortfaktoren und einer monostrukturellen Landwirtschaft bestimmen diesen Gegensatz.

Die Bevölkerung Spaniens ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Davon kann man sich bei einem Besuch der Großstädte und Ballungsräume vorwiegend an den Küsten leicht überzeugen. Die ländlichen Gegenden waren nie dicht besiedelt. Doch zwischen 1950 und 1970 vollzog sich ein regelrechter Exodus. Das ist nicht zuletzt der rücksichtlosen Industrialisierung unter Franco zu verdanken. Während sich die Einwohnerzahl vieler Städte verdoppelte und verdreifachte, entleerten sich die ländlichen Regionen fast vollständig. Rund 75% der Menschen leben heute im Großraum Madrid und in den urbanen Zentren entlang der Küsten. So hat Spanien eine Bevölkerungsdichte, die in Europa nur von Lappland und Teilen Finnlands unterschritten wird. Auch wenn die regionalen Disparitäten nicht allein ein Thema von Spanien sind, sondern in vielen europäischen Länder Realität sind, so ist der Unterschied in Spanien jedoch besonders eklatant.

Schon Cees Nooteboom erzählt in den 1970er Jahren in seinem Buch “Umwege nach Santiago” von dieser Landflucht und den vielen ländlichen Dörfer, in denen er wenn überhaupt nur noch wenige alte Menschen trifft. Gleichzeitig zeigt sich aber auch die Ambivalenz, die in solchen Entwicklungen steckt. Denn er ist auch fasziniert von dieser Weite und Leere des Landes, die für ihn seinen besonderen Charakter ausmacht. Er spricht davon, dass die Einöde des Landes seine eigene Majestät besitztn

Bevölkerungsdichte 2018 E/qkm hell gelb unter 10 tief violett 10.000 Von dieghernan - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83349211

Vor allem seit Beginn der 1960er Jahre begann ein Massenexodus von arbeitssuchenden jungen Menschen. Diese gingen entweder als Emigranten in andere europäische Länder oder aber sie zogen in Form der internen Migration in die Industriezentren (v.a. Bilbao, Barcelona, Madrid, Valencia). Bei der Abwanderung aus dem ländlichen Raum handelte es sich de facto um eine Landflucht. Sie begann häufig als temporäre Wanderung einzelner Familienmitglieder, die in den städtischen Zentren des Landes bessere Verdienstmöglichkeiten suchten. Aus der temporären Abwanderung wurde in aller Regel recht bald eine definitive Familienwanderung. Die Binnenwanderungsbewegung begann in der Regel als Etappenwanderung, d.h. die abwanderungswillige Bevölkerung wanderte zunächst in die eigene Provinzhauptstadt und von dort aus dann in entfernter gelegene industrielle Ballungszentren. Häufig zogen dann diesen ersten Migranten weitere Abwanderungswillige aus dem gleichen Herkunftsgebiet nach sich, so dass sich in den Großstädten ganze Stadtviertel gleicher Herkunftsgebiete bildeten, wie wir es ja in Deutschland aus vielen Großstädten mit der Konzentration ausländischer Zuwanderer kennen.

Die Selektivität der Migration

Die Selektivität der Migrationsprozesse d.h. die Abwanderung vor allem jüngerer Menschen mit oft besserem Ausbildungsniveau hat für die Abwanderungsräume neben dem Verlust an Menschen weitere gravierenden Strukturprobleme zur Folge wie Überalterung, Verfall der Landwirtschaft in Kombination mit wachsender Bodenerosion und Desertifikation und einem allgemeinen ökonomischen Niedergang der Gemeinden.

Am stärksten trifft der Bevölkerungsschwund die weitläufigen ländlichen Regionen in Kastilien-León, Kastilien-La Mancha, Extremadura oder Aragonien, aber auch Teile von Andalusien, Kantabrien, Galicien und Asturien. Sie machen 62 Prozent der Fläche Spaniens aus, dort wohnt mit 11,5 Millionen Personen aber nur ein Viertel der Gesamtbevölkerung. So sind hier zum Teil ganze Dörfer nur noch partiell bewohnt, kleinere Weiler sind vollständig aufgegeben worden (sogenannte Ortswüsten).

Die Entwicklung wirft eine Reihe von gravierenden Fragen aus:

Wie sollen unter solchen Rahmenbedingungen die schulische Bildung und berufliche Ausbildung garantiert werden?

Wie könnte eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung in den betroffenen Gebieten initiiert werden?

Wer trägt die Kosten für eine zeitgemäße infrastrukturelle Ausstattung mit Straßen, Elektrizitäts- und Kommunikationsnetzen, Ver- und Entsorgungsdiensten usw. in nur punktuell besiedelten Räumen?

Wer garantiert die Kontrolle von Umweltschutzbestimmungen?

Wer sorgt für die Einhaltung eines mitunter sehr fragilen ökologischen Gleichgewichts in kaum besiedelten, aber von der Freizeitgesellschaft und dem Tourismus genutzten (Gebirgs-)Räumen.

Es ist ein Teufelskreis. Viele Menschen verließen und verlassen ihre Heimatdörfer. Andere zeihen gar nicht erst dorthin – wegen der mangelnden Grundversorgung an öffentlichem Nahverkehr, Internetverbindungen, Schulen, Gesundheitszentren etc. Doch je weniger Menschen in den dünn besiedelten Gebieten leben, desto geringer ist der Anreiz für die Politik und die Privatwirtschaft dort zu investieren.

https://www.spotblue.com/de/news/spains-abandoned-villages/

Das Schlagwort „Leeres Land“

Der Begriff „leeres Spanien“ ist u.a. durch das Buch des Journalisten Sergio del Molino zu einem politischen Schlagwort geworden und hat zu zahlreichen Diskussionen und Initiativen in Spanien geführt. Del Molinos Buch hat in Spanien eine kaum vorstellbare Wirkung entfaltet, Parlamentsdebatten, Gegenbücher, sogar die Gründung einer Partei angeregt. 

Das Thema Landflucht lässt sich mittlerweile keine spanische Partei mehr entgehen, die drohende Entvölkerung ganzer Regionen zählt heute zu den bedeutenden Herausforderungen der Regierung. Es wurden inzwischen zahlreiche Programme aufgelegt, um das Problem in den Griff zu bekommen. Aber wie erfolgreich diese wirklich sind, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen.

Die Verantwortung liegt aber nicht nur bei der spanischen Regierung, auch die Autonomen Gemeinschaften und lokalen Gebietskörperschaften müssen Vorschläge und Maßnahmen ergreifen, um dem Trend der Entvölkerung, der lange Zeit als unumkehrbar galt, entgegenzutreten.

España Vaciada ist eine politische Plattform und soziale Bewegung, die sich aus einer großen Anzahl von Bürgergruppen und Vereinigungen zusammensetzt. Diese existieren zum Teil schon seit zwei Jahrzehnten, sie treten in vielen Provinzen unter unterschiedlichen Namen an. Die Bewegung versucht, die Interessen des leerer werdenden ländlichen Spaniens zu vertreten.

In ihrem Programm betont die Plattform, das fehlerhafte, unfaire und asymmetrische territoriale Entwicklungsmodell korrigieren zu wollen. Ihr Ziel ist es, die Abwanderung aus ländlichen Regionen, den Rückbau von Infrastruktur und die daraus folgende Gefahr von Verödung auf die politische Agenda zu setzen. Der Vormarsch des „leeren Spaniens“ in die spanische Politik gestaltet sich bislang regional sehr unterschiedlich und hängt stark von lokalen Gegebenheiten ab. Die Hoffnung bei den Nationalwahlen ein größeres politisches Gewicht im Parlament bilden zu können, hat sich leider nicht erfüllt. Bei den Nationalwahlen im Juli 2023 hat sie keinen Sitz erringen können und nur knapp über 3000 Stimmen erhalten.

Die verlassenen Dörfer u.a. in Galicien und Asturien

Die wirtschaftliche Armut in bestimmten ländlichen Regionen, die Überalterung der Bevölkerung und die massive Landflucht der jungen Menschen hatte zur Folge, dass vielen Dörfern das Aussterben droht. Heute sind sogar schon ganze Dörfer verlassen und dem Verfall überlassen worden. Cees Nooteboom hat in seinem Buch “Umwege nach Santiago” sehr treffend beschrieben, dass die Dörfer früher durch ihre exponierte Lage in den Bergen geschützt waren, aber genau dadurch sind sie heute von der Entwicklung abgeschnitten. Und er beschreibt sehr eindringlich, wie es ist ein solches leeres Dorf aufzusuchen (S. 380). Der Fluch oder Segen Spaniens besteht darin, dass es endlose Küsten besitzt, die von Industrie und Tourismus gleichermaßen hoch geschätzt werden. 

Was für uns gerade die Schönheit und Attraktivität der Jakobswege ausmacht – die ländliche Idylle, die weiträumige Landschaft, die Leere, die Ruhe, die Stille und Einsamkeit -, ist auf der anderen Seite auch eine Konsequenz der Landflucht und des wirtschaftlichen Niedergangs dieser Regionen. 

Vor allem auf dem camino primitivo kann man die Abwanderung aus den abgelegenen Dörfern Asturiens und Galiciens unmittelbar beobachten, geht man doch an verlassenen verfallenen Häuser und Dörfern vorbei. Allein im Osten Galiciens finden sich angeblich ca. 400 aufgegebene Dörfer. Nun versucht man, diesen Geisterdörfer wieder Leben einzuhauchen, indem man überlegt, sie im Ganzen zu verkaufen. Heute sind es vor allem Ausländer, die Interesse zeigen, ganze Weiler zu kaufen. Vielleicht tragen ja die Digitalisierung und der überhitzte Wohnungsmarkt in den Verdichtungsräumen dazu bei, dass ein oder andere Dorf vor dem Verfall gerettet wird. Dazu ist es allerdings notwendig, gerade die Infrastruktur zu erhalten bzw. auszubauen, um den Anforderungen eines heutigen digitalen Lebens gerecht zu werden.

Neben diesen Beispielen gibt es einige – von den regionalen Regierungen allerdings nur teilweise tolerierte – Versuche der Wiederbesiedlung verlassener Dörfer durch junge Besetzer*innen. Neben der rechtlichen Grauzone, in der diese neuen Bewohner agieren, wird oft auf die Vorteile solcher Aktivitäten hingewiesen. Durch ökologische Landwirtschaft wird Biodiversität geschaffen. Die Agroforstwirtschaft reduziert das Brandrisiko und den ökologischen Fußabdruck. Wirtschaftlich wird das lokale Gefüge durch die Präsenz neuer Bewohner gestärkt; sie produzieren, konsumieren und schaffen oft Aktivitäten, die es bisher noch nicht gab. Kulturell geht es um die Schaffung von experimentellen Freiräumen, in denen sich Menschen von verschiedenen Horizonten treffen und in unterschiedlichsten Bereichen einbringen können.

All diese Beispiele und Versuche werden aber nicht ausreichen, um dem Problem der Landflucht zumindest teilweise entgegenzuwirken. Hierzu sind sicher intensivere Bemühungen und Aktivitäten der staatlichen und regionalen Behörden notwendig. Aber die gesamte Entwicklung lässt sich wohl nicht zurückdrehen, dazu fehlen sowohl die ökonomische Basis als auch die ökologische Voraussetzungen, gerade wenn auch man an den Klimawandel denkt.

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Dürre in Spanien – ein großes Problem heute und in Zukunft!

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Jakobswege in Spanien

Die Situation 2023

Der staatliche meteorologische Dienst hat gerade die Daten für Spanien für den vergangenen Monat veröffentlicht: Der April 2023 war der heißeste April, seitdem seit 1961 in Spanien darüber Buch geführt wird. Der Spitzenwert wurde am 27. April in Córdoba gemessen: 38,8 Grad. Das sind August-Temperaturen. Und die Niederschlagsmenge lag bei weniger als einem Viertel eines gewöhnlichen Aprils. Seit Februar regnete es in ganz Spanien kaum noch, mit einigen wenigen Ausnahmen wie Galicien und den östlichen Kanarischen Inseln. Die Klimakrise ist ganz akut zu spüren.

Akkumulierte Niederschläge in Spanien vom 1. Januar bis 8. Mai 2023 in Prozent zum Mittel der vergangenen 20 Jahre. © Aemethttps://www.costanachrichten.com/spanien/politik-wirtschaft/duerre-spanien-wassermangel-investitionen-hilfen-landwirtschaft-bauern-hitze-sommer-2023-92270351.html

Wenn es nur ein trockenes Frühjahr gewesen wäre! Das Problem ist, dass die Trockenheit schon auf ein Jahr mit sehr wenig Regen und hohen Temperaturen folgt.

Andalusien ist nicht die einzige von der Dürre geplagte Region in Spanien: Katalonien, Teile Aragóns, Murcia, die Extremadura, fast die gesamte Mancha sowie Teile beider Kastiliens, ländliche Bereiche der Hauptstadtregion Madrid, sogar der Süden von Asturien und Kantabrien sowie der Süden und das Hinterland der Region Valencia gehören auch dazu, über die Hälfte des Territorium des Landes. Das gleiche gilt übrigens auch für den Nachbarn Portugal, wo gerade für 40 Prozent des Landes der Dürre-Notstand ausgerufen wurde.

Die Wasserspeicher in Spanien, Stauseen und für Trinkwasser geeignete Flüsse sind nur zu 48 Prozent gefüllt, nochmals mehrere Punkte unter dem Stand des Vorjahres und der nasse Norden dabei bereits eingeschlossen. Der größte Stausee Spaniens, La Serena im Süden der westspanischen Extremadura, ist zu 17 Prozent gefüllt, der zweitgrößte, Alcántara im Norden derselben Region, noch zu 77 Prozent.

Die Abwärtstendenz bei den Regenmengen, zunehmende Verdunstung durch erhöhte Temperaturen, gleichbleibende Verschwendung und mehr Bedarf für Landwirtschaft und Tourismus – die zusammen rund 80 Prozent des Wassers verbrauchen – bringen Spaniens Trinkwasser-Kreislauf an den Rand eines Infarkts. Kompetenzwirrwarr und Investitionsstau verschlimmern die Lage. Das ist u.a. dem Umstand geschuldet, dass z.B. die Andalusier über die Jahre hunderte Millionen Euro Investitionsabgaben über ihre Wasserrechnungen angespart haben, die aber nicht zweckbestimmt eingesetzt wurden. Den Problemen der Klimakrise muss schnellst möglich entgegengetreten werden.

 

Durchschnittliche Sonnenstunden in Spanien, April der letzten 40 Jahre. © Aemet/Eumetsathttps://www.costanachrichten.com/spanien/politik-wirtschaft/duerre-spanien-wassermangel-investitionen-hilfen-landwirtschaft-bauern-hitze-sommer-2023-92270351.html
Situation im Jahr 2023 An vielen Orten in Spanien sind Stauseen fast oder ganz ausgetrocknet, in manchen Regionen müssen Dörfer aus Tanklastern mit Trinkwasser versorgt werden. © JORGE GUERRERO / AFP

Die Situation im Sommer 2025

Spanien stöhnt nach der Hitzewelle im Juni unter der zweiten Hitzewelle des Sommers. Die Temperaturen klettern zum Teil deutlich über 40 Grad.

Die neue Hitzewelle trifft Spanien mit voller Wucht: Bereits am Montag wurden in vielen Teilen des Zentrums, Südens und Westens des Landes Temperaturen über 40 Grad erreicht. In 12 der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften rief AEMET Warnstufen aus. In Andalusien, Madrid, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Galicien galt die zweithöchste Alarmstufe Orange.

Eine offizielle Hitzewelle des staatlichen, spanischen Wetterdienstes wird dann verhängt, wenn die Temperaturen mehr als drei Tage deutlich über dem langjährigen Mittel liegen, gesundheitsgefährdende Spitzenwerte erreicht werden und mehr als nur eine Region betroffen ist. Gewarnt wird nicht, um „Panik zu verbreiten“ oder einer „Klimaagenda“ zu folgen, sondern um Kinder, ältere und kranke Menschen vor Hitzeschlägen und anderen Gesundheitsrisiken zu schützen, aber auch, um Veranstaltungen, Exkursionen etc. sicher planen zu können. Nicht zuletzt werden bei Hitzewellen auch gewisse Protokolle in Gang gesetzt, wie „Kühlinseln“ in Städten eröffnet oder die Waldbrandwarnstufe erhöht.

August 2025 Situation noch nicht ganz unter Kontrolle

Der Einfluss des Klimawandels auf die Dürrevorhersage
Der Klimawandel dominiert weiterhin die Agenda bei Dürreprognosen.Der globale Trend deutet auf eine Zunahme extremer Ereignisse hin, darunter intensivere und länger anhaltende Dürren sowie Hitzewellen, die jedes Jahr neue Temperaturrekorde brechen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich die Häufigkeit sogenannter „planetarer Wellen“ – atmosphärischer Muster, die Regenfälle wochenlang blockieren können – seit den 50er Jahren verdreifacht hat. Dies trägt dazu bei, dass in manchen Regionen Sommer mit anhaltend geringen Niederschlägen auftreten, während andere in kurzen Zeiträumen intensive Niederschläge verzeichnen, was das Überschwemmungsrisiko erhöht. Die Flutkatastrophe in Valencia, Andalusien und Murcia im Oktober 2024 sind uns noch gut in Erinnerung!

Die Schwierigkeit, diese Phänomene vorherzusagen, bleibt eine Herausforderung für Meteorologen, da Faktoren wie atmosphärische Instabilität oder der Einfluss globaler Phänomene wie El Niño können die erwarteten Muster völlig verändern.Eine kontinuierliche Überwachung und laufende Modellaktualisierungen sind unerlässlich, um unerwünschte Ereignisse vorherzusehen und sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Lösungsansätze

Weitere 1,6 Milliarden Euro will Sánchez bis 2026 an die Autonomen Gemeinschaften (Länder) überweisen, für den Ausbau und die Verfeinerung der Aufbereitung von Trinkwasser, das Auffangen von Regenwasser, Projekte der Effizienz, Digitalisierung, Reparatur von Leitungsnetzen sowie den Bau sogenannter „Wasserautobahnen“ von einem Stausee zum anderen, um Defizite untereinander ausgleichen zu können. Außerdem sind Maßnahmen wie die Meerwasserentsalzung und die vermehrte Nutzung von geklärtem Brauchwasser geplant. Zusätzliche 2,15 Milliarden Euro verspricht Sánchez für die Modernisierung der Bewässerungssysteme und Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, wobei hier auch Know How aus Kalifornien, Israel und von der Arabischen Halbinsel eingesetzt werden soll, die schon lange gute Anbauergebnisse unter widrigen klimatischen Bedingungen erzielen, – allerdings auch mit den richtigen Pflanzen.

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Die Jakobswege und Regionen in Spaniens

Die Jakobswege und Regionen in Spanien

Hier sind die Jakobswege in Spanien mit ihrer Länge eingezeichnet. Man kann die langen Weg natürlich auch in Etappen gehen. Wir haben zum Beispiel die Via de la Plata aus Zeitgründen in drei Etappen eingeteilt: Sevilla bis Caceres, Caceres bis Zamora, Zamora bis Santiago de Compostela. Da das Eisenbahn- und Busnetz in Spanien sehr gut ausgebaut ist, kommt man auch  leicht wieder zum jeweiligen Ausgangspunkt

https://jakobsweg-lebensweg.de/jakobsweg-laenge/
https://jakobsweg-kuestenweg.com/laenge/spanien/

Als autonome Gemeinschaften werden 17 Gebietskörperschaften bezeichnet, die die Regionen Spaniens verkörpern

https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien#/media/Datei:Gemeinden_Spanien_2023.png
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