Die Situation 2023
Der staatliche meteorologische Dienst hat gerade die Daten für Spanien für den vergangenen Monat veröffentlicht: Der April 2023 war der heißeste April, seitdem seit 1961 in Spanien darüber Buch geführt wird. Der Spitzenwert wurde am 27. April in Córdoba gemessen: 38,8 Grad. Das sind August-Temperaturen. Und die Niederschlagsmenge lag bei weniger als einem Viertel eines gewöhnlichen Aprils. Seit Februar regnete es in ganz Spanien kaum noch, mit einigen wenigen Ausnahmen wie Galicien und den östlichen Kanarischen Inseln. Die Klimakrise ist ganz akut zu spüren.
Wenn es nur ein trockenes Frühjahr gewesen wäre! Das Problem ist, dass die Trockenheit schon auf ein Jahr mit sehr wenig Regen und hohen Temperaturen folgt.
Andalusien ist nicht die einzige von der Dürre geplagte Region in Spanien: Katalonien, Teile Aragóns, Murcia, die Extremadura, fast die gesamte Mancha sowie Teile beider Kastiliens, ländliche Bereiche der Hauptstadtregion Madrid, sogar der Süden von Asturien und Kantabrien sowie der Süden und das Hinterland der Region Valencia gehören auch dazu, über die Hälfte des Territorium des Landes. Das gleiche gilt übrigens auch für den Nachbarn Portugal, wo gerade für 40 Prozent des Landes der Dürre-Notstand ausgerufen wurde.
Die Wasserspeicher in Spanien, Stauseen und für Trinkwasser geeignete Flüsse sind nur zu 48 Prozent gefüllt, nochmals mehrere Punkte unter dem Stand des Vorjahres und der nasse Norden dabei bereits eingeschlossen. Der größte Stausee Spaniens, La Serena im Süden der westspanischen Extremadura, ist zu 17 Prozent gefüllt, der zweitgrößte, Alcántara im Norden derselben Region, noch zu 77 Prozent.
Die Abwärtstendenz bei den Regenmengen, zunehmende Verdunstung durch erhöhte Temperaturen, gleichbleibende Verschwendung und mehr Bedarf für Landwirtschaft und Tourismus – die zusammen rund 80 Prozent des Wassers verbrauchen – bringen Spaniens Trinkwasser-Kreislauf an den Rand eines Infarkts. Kompetenzwirrwarr und Investitionsstau verschlimmern die Lage. Das ist u.a. dem Umstand geschuldet, dass z.B. die Andalusier über die Jahre hunderte Millionen Euro Investitionsabgaben über ihre Wasserrechnungen angespart haben, die aber nicht zweckbestimmt eingesetzt wurden. Den Problemen der Klimakrise muss schnellst möglich entgegengetreten werden.
Die Situation im Sommer 2025
Spanien stöhnt nach der Hitzewelle im Juni unter der zweiten Hitzewelle des Sommers. Die Temperaturen klettern zum Teil deutlich über 40 Grad.
Die neue Hitzewelle trifft Spanien mit voller Wucht: Bereits am Montag wurden in vielen Teilen des Zentrums, Südens und Westens des Landes Temperaturen über 40 Grad erreicht. In 12 der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften rief AEMET Warnstufen aus. In Andalusien, Madrid, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Galicien galt die zweithöchste Alarmstufe Orange.
Eine offizielle Hitzewelle des staatlichen, spanischen Wetterdienstes wird dann verhängt, wenn die Temperaturen mehr als drei Tage deutlich über dem langjährigen Mittel liegen, gesundheitsgefährdende Spitzenwerte erreicht werden und mehr als nur eine Region betroffen ist. Gewarnt wird nicht, um „Panik zu verbreiten“ oder einer „Klimaagenda“ zu folgen, sondern um Kinder, ältere und kranke Menschen vor Hitzeschlägen und anderen Gesundheitsrisiken zu schützen, aber auch, um Veranstaltungen, Exkursionen etc. sicher planen zu können. Nicht zuletzt werden bei Hitzewellen auch gewisse Protokolle in Gang gesetzt, wie „Kühlinseln“ in Städten eröffnet oder die Waldbrandwarnstufe erhöht.
Der Einfluss des Klimawandels auf die Dürrevorhersage
Der Klimawandel dominiert weiterhin die Agenda bei Dürreprognosen.Der globale Trend deutet auf eine Zunahme extremer Ereignisse hin, darunter intensivere und länger anhaltende Dürren sowie Hitzewellen, die jedes Jahr neue Temperaturrekorde brechen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich die Häufigkeit sogenannter „planetarer Wellen“ – atmosphärischer Muster, die Regenfälle wochenlang blockieren können – seit den 50er Jahren verdreifacht hat. Dies trägt dazu bei, dass in manchen Regionen Sommer mit anhaltend geringen Niederschlägen auftreten, während andere in kurzen Zeiträumen intensive Niederschläge verzeichnen, was das Überschwemmungsrisiko erhöht. Die Flutkatastrophe in Valencia, Andalusien und Murcia im Oktober 2024 sind uns noch gut in Erinnerung!
Die Schwierigkeit, diese Phänomene vorherzusagen, bleibt eine Herausforderung für Meteorologen, da Faktoren wie atmosphärische Instabilität oder der Einfluss globaler Phänomene wie El Niño können die erwarteten Muster völlig verändern.Eine kontinuierliche Überwachung und laufende Modellaktualisierungen sind unerlässlich, um unerwünschte Ereignisse vorherzusehen und sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Lösungsansätze
Weitere 1,6 Milliarden Euro will Sánchez bis 2026 an die Autonomen Gemeinschaften (Länder) überweisen, für den Ausbau und die Verfeinerung der Aufbereitung von Trinkwasser, das Auffangen von Regenwasser, Projekte der Effizienz, Digitalisierung, Reparatur von Leitungsnetzen sowie den Bau sogenannter „Wasserautobahnen“ von einem Stausee zum anderen, um Defizite untereinander ausgleichen zu können. Außerdem sind Maßnahmen wie die Meerwasserentsalzung und die vermehrte Nutzung von geklärtem Brauchwasser geplant. Zusätzliche 2,15 Milliarden Euro verspricht Sánchez für die Modernisierung der Bewässerungssysteme und Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, wobei hier auch Know How aus Kalifornien, Israel und von der Arabischen Halbinsel eingesetzt werden soll, die schon lange gute Anbauergebnisse unter widrigen klimatischen Bedingungen erzielen, – allerdings auch mit den richtigen Pflanzen.