Categories
Camino Portugues Kultur Kultur

Die Epochen der portugiesischen Architektur von der Romanik bis heute

Die Epochen der portugiesischen Architektur von der Romanik bis heute

mit der Angabe wichtiger Bauwerke und deren Lage am Camino Portugues

Die Angaben in den Klammern geben an, welche Bauwerke am Camino liegen und bedeuten Camino Central L ab Lissabon, Caminos P alle Wege ab Porto, Camino Central P ab Porto, Camino Costal ab Porto.

Romanik (11.–13. Jh.)
Über die Jakobswege und die monastischen Orden kommend unter dem Einfluss der Romanik Galiciens und Frankreichs ist die portugiesische Romanik nüchtern, massiv und ländlich. Die Kathedralen von coimbra, Braga und Lissabon wirken wie
Festungen. Massive Kirchen mit dicken Mauern, Rundbögen, kleinen Fenstern und wehrhaftem Charakter entstanden. Die Gewölbe und Wände sind noch nicht optimal zusammengefügt. Gleichwohl besitzen die Gebäude Strebepfeiler und Rippengewölbe.
Der Norden Portugals zeichnet sich durch einen besonderen Reichtum an romanischen Bauten aus – am Douro und seinen Nebenflüssen Sousa und Tâmega entlang.
Es ist die Architektur eines Landes in seiner Entstehung, noch im Grenzkrieg.
Wichtige Bauten:
• Sé Velha de Coimbra, Coimbra (12. Jh.) – einer der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Portugals (Camino Central L)
• Sé do Porto, Porto (12.–13. Jh.) – romanischer Ursprung, später mehrfach verändert (Caminos P)
• Mosteiro de São Pedro de Rates, Póvoa de Varzim (12. Jh.) (Camino Costal)
• Mosteiro de Santa Maria de Pombeiro, Felgueiras (12.–13. Jh.)
• Mosteiro de Santa Cruz, Coimbra (1131) – ursprünglich romanisch, später stark umgestaltet (Camino Central L)

Mosteiro de Sao Pedro de Rates By PedroPVZ - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19637149

Gotik ( 13.–15. Jh)
In Portugal ist die Gotik stets gemäßigter in der Höhe und empfänglicher für das horizontale Licht als die Kathedralen Nordeuropas. Spitzbögen, größere Fenster, Kreuzrippengewölbe und stärker vertikal orientierte Kirchen sind typisch. Flexible Kreuzrippengewölbe ermöglichten die geraden Seitenwände mit großen Glasfenstern. Das neue Bauhüttenwesen, mit dem das Zusammenspiel der verschiedenen Handwerkszünfte und Bauprozesse organisiert wurde, ermöglichte neue Höhen und komplexere Bauten. Klöster und große Kirchen werden zu wichtigen Bautypen. Zudem brachte das Wachstum der Städte prestigeträchtige Bürgerhäuser und Rathäuser hervor.
Wichtige Bauten:
• Mosteiro de Alcobaça, Alcobaça (12.–13. Jh.) – einer der wichtigsten gotischen Bauten Portugals
• Sé de Évora, Évora (13.–14. Jh.) – monumentale Kathedrale zwischen Romanik und Gotik
• Mosteiro da Batalha, Batalha (1386–16. Jh.) – Höhepunkt der portugiesischen Spätgotik
• Igreja de Santa Maria do Olival, Tomar (13.–14. Jh.) (Camino Central L)
• Mosteiro de Santa Clara-a-Velha, Coimbra (14. Jh.) (Camino Central L)

Mosteiro d a Batalha, Von "Foto Wolfgang Pehlemann" direkt unter dem Bild mit Angabe "erweiterte Lizenz CC-by-sa  V. 3.0", wobei der Nutzer für dessen Nutzung a) Rechte oder Ansprüche Dritter prüfen und verantwortlich beachten sowie b) Motivveränderungen durch ihn als solche mit angeben muss., CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77496405

Manuelinik (um 1490–1540)
Es ist der erste Stil, den man wahrhaft portugiesisch nennen kann, verbunden mit der Herrschaft Manuel I. Auf eine spätgotische Struktur legten die Manuelinik eine nautische und naturalistische Ornamentik mit maritimen Symbolen, Seilen, Pflanzen, Wappen und Motiven aus der Entdeckungszeit, finanziert vom Reichtum der Expansion. Jerónimos und das Christuskloster in Tomar sind ihre Meisterwerke. (s. Kapitel Manuelinik-Stil) , Reich ornamentiert
Wichtige Bauten:
• Mosteiro dos Jerónimos, Lissabon/Belém (1501–16. Jh.) (Camino Central L)
• Torre de Belém, Lissabon (1514–20) (Camino Central L)
• Convento de Cristo, Tomar (Camino Central L)
• Mosteiro da Batalha – Claustro Real, Batalha – Spätgotik mit manuelinischen Elementen
• Igreja de Jesus, Setúbal – wichtiger Übergang zur Manuelinik

Von Heartshade - Eigenes Werk, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57404113 Mosteiro dos Jerónimos Lissabon

Renaissance (ca. 16.Jh.)
Mit dem Ende des Spätmittelalters, gegen 1500, begann die Frühe Neuzeit, zu der die vom 15. bis ins 16. Jahrhundert sich erstreckende Renaissance gehört. Die portugiesische Renaissance folgte zunächst wenig den italienischen Vorbildern, sondern kombinierte einen weiterentwickelten spätgotischen Formenstil mit portugiesischen Spezifika – der Manuelinik. Erst ab 1540 nahmen die Baumeister italienische und spanische Einflüsse auf. Lissabon, Coimbra und Évora wurden die portugiesischen Mittelpunkte der Renaissance. Die Renaissance in Portugal ist häufig weniger klar von der Manuelinik bzw. dem Manierismus zu trennen als etwa in Italien.
Wichtige Bauten:
• Convento de Cristo – Claustro de D. João III, Tomar (16. Jh.) (Camino Central L)
• Igreja da Graça, Évora (16. Jh.)
• Capela de São Miguel, Universidade de Coimbra (16. Jh.) (Camino Central L)
• Palácio das Necessidades, Lissabon – Renaissance-/klassizistische Einflüsse (Camino Central L)
• Sé Nova de Coimbra, Coimbra – Übergang zur manieristischen Architektur (Camino Central L)

Palacio de Necessidade Von João Carvalho - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2133117 Palacio de Nec

Portugiesischer Manierismus (ca. 1550 – 1650)
Die Gegenreformation bringt den verhaltenen Klassizismus des «schlichten Stils» (estilo chão). Es entsteht eine strengere, oft zurückhaltender Architektur mit klaren geometrischen Formen und monumentalen Kirchenanlagen. In Portugal wird der Manierismus besonders mit der jesuitischen Architektur und großen Klosteranlagen verbunden.
Wichtige Bauten:
• Sé Nova de Coimbra, Coimbra (1598–17. Jh.) (Camino Central L)
• Igreja de São Roque, Lissabon (16. Jh.) (Camino Central L)
• Igreja de São Vicente de Fora, Lissabon (1582–17. Jh.) (Camino Central L)
• Convento de São Gonçalo, Amarante (16.–17. Jh.)
• Convento de Cristo – Claustro de D. João III, Tomar (Camino Central L)

Sé Nova de Coimbra Por Oren Rozen - Obra do próprio, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54998264

Barock (16.–18. Jh.)
Von Italien ausgehend, brachte der Barock zwischen etwa 1600 und 1760/1770 eine überschwängliche Architektur voller Gefühle und Herrlichkeit hervor: Schreiner fertigten für die Altäre hölzerne Schnitzereien, und die Baumeister ließen sie mit Blattgold überziehen. »Talha dourada« ist der Name der Portugiesen für solche Goldschnitzereien. Sie kombinierten sie mit Azulejos , den Fliesenbildern. So leuchtet der im 17./18. Jahrhundert neu aufgebaute Choralter der Kathedrale von Porto blau, weiß und goldfarben. Porto ist DIE Barockstadt und ihr historisches Zentrum.
Wichtige Bauten:
• Palácio Nacional de Mafra, Mafra (1717–1730)
• Torre e Igreja dos Clérigos, Porto (1732–49) (Caminos P)
• Igreja do Bom Jesus do Monte, Braga (18. Jh.) (Camino Central P)
• Igreja de Santa Engrácia / Panteão Nacional, Lissabon (17.–20. Jh.) (Camino Central L)
• Palácio de Mateus, Vila Real (18. Jh.) (Camino Interior)
• Igreja de São Roque – Innenraum, Lissabon – besonders bedeutende talha dourada (Camino Central L)

Palacio Nacional de Mafra Von "Wolfgang Pehlemann" direkt unter dem BildLizenz CC-by-sa V. 3.0/de unter Beachtung obiger Genehmigung, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74586933

Pombalinik (1755/Mitte 18. Jh.)
Das Erdbeben von 1755 erzwingt einen Bruch. Nach dem Erdbeben entstand ein rationalisiertes System des Wiederaufbaus: orthogonales Stadtgrundraster, standardisierte Gebäude und erdbebensichere Holzkonstruktion (gaiola pombalina) (s. Kapitel Die Pombalinik). Es ist eine besondere städtebauliche und architektonische Planungsleistung.
Wichtige Bauten:
• Lissabon . Baixa Pombalina (Camino Central L)

Hauptplatz Por Deensel - Lisbon main square, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62192653

Neoklassizismus (ca. 1770–1850)
Das portugiesische ‚Neoclassicismo‘ entspricht dem deutschen Begriff des ‚Klassizismus‘ und ist eine Gegenbewegung zum Barock. Die Architekturepoche zwischen 1770 und 1840 erinnert an antike, vor allem griechische Gebäudeformen sowie italienische Stile der Frührenaissance. Die einstmals starke Kolonialmacht Portugal war nach dem Lissaboner Erdbeben 1755 geschockt in die Ära des Neoklassizismus eingetreten.
Seitdem gibt es sehr viele klassizistische Gebäude in Lissabon.
Wichtige Bauten:
• Praça do Comércio, Lissabon (nach 1755) – zentraler Bestandteil des Wiederaufbaus (alle Camino Central L)
• Teatro Nacional de São Carlos, Lissabon (1793)
• Palácio Nacional da Ajuda, Lissabon (19. Jh.)
• Academia das Ciências de Lisboa, Lissabon
• Hospital de Santo António, Porto (18.–19. Jh.) (Camino Central P)

Von Thomas from Vienna, Austria - Teatro Nacional Sao Carlos, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6350288 Teatro Nacional Sao Carlos Lissabon

Romantik und Historismus (ca. 1830–1900)
Der Historismus ist ein Rückgriff auf vergangene Architekturstile, die die Baumeister oft im Vornherein kombinierten. Es kommt zur Wiederaufnahme historischer Stile: Neomanuelinik, Neugotik, Neoromanik usw. Dieser Eklektizismus bestimmte das 19. Jahrhundert und Teile des 20. Jahrhunderts. Die Kirche blieb neben dem Adel der größte Auftraggeber. Aber zunehmend bestimmen auch weltliche Bauten für die neue Bürgerschicht und den Adel das Stadtbild. Besonders interessant ist die Neomanuelinik. Man greift bewusst auf die Architektur der Entdeckungszeit zurück, um eine portugiesische nationale Identität auszudrücken.
Wichtige Bauten:
• Palácio Nacional da Pena, Sintra (1842–50)
• Quinta da Regaleira, Sintra (1904–10)
• Palácio de Monserrate, Sintra (19. Jh.)
• Palácio da Bolsa, Porto (1830er–50er) – Historismus (Caminos P)
• Estação de São Bento, Porto (1890er–1910) (Caminos P)

By Krzysztof Golik - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=88455447 Palacio da Bolsa Porto

Eisenarchitektur & frühe Moderne (ca. 1850–1910)
Um die Jahrhundertwende, zwischen 1884/1890 und 1914, zeigte sich die Belle Epoque – in einer politisch unruhigen Zeit in Portugal. Das Land wurde 1891 bankrott, und ihr letzter König, Emanuel II., ging 1910 ins Exil.
Der Baumeister Ventura Terra hatte von seinem Architekturstudium in Paris das Wissen von Beton, Eisen, Stahl- und Glas-Konstruktionen mit nach Lissabon gebracht. Diese neuen Materialien ermöglichten den Bau von attraktiven Bahnhöfe, Markthallen und große öffentliche Gebäude. Die Hauptstadt bekam breitere Straßen, und in den Häusern spiegelte sich die Standesordnung wider mit Balkonen, Erkerfenstern, Galerien und Dachgärten. Es ist Portugals Eintritt in die industrielle Architektur.
Wichtige Bauten:
• Ponte Maria Pia, Porto (1877) (Caminos P)
• Ponte Dom Luís I, Porto (1886) (Caminos P)
• Estação de São Bento, Porto (Caminos P)
• Estação do Rossio, Lissabon  Eisenkonstruktion hinter historisierender Fassade (Camino Central L)
• Elevador de Santa Justa, Lissabon (1902) (Camino Central L)
• Mercado Ferreira Borges, Porto (1888) (Caminos P)
• Mercado do Bolhão, Porto – ursprünglich ebenfalls stark von der Eisen-/Marktarchitektur des 19. Jahrhunderts geprägt (Caminos P)

Ponte Maria Pia Porto Von Christian Zimmermann - Selbst fotografiert, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5902075

Jugendstil und Art Deco (ca. 1896 – 1920)
Die im Portugiesischen ‚Arte Nova‘ genannte Neue Kunst zeigte sich von 1896 bis 1920 in dekorativen Fassadenelementen und bei der Innengestaltung. Sie verbreitete sich zeitverzögert in Portugal, gegenüber dem übrigen Europa. Auf Leuchten, Fenstern und schmiedeeisernen Balkonen erschienen pflanzliche Verzierungen. Zu in Stein gehauenen Blumendekors kamen Schleifenmotive und geometrische Ausschmückungen. In Portugal ist es oft mit Azulejos verbunden.
Wichtige Bauten:
• Museu / Casa-Major-Pessoa, Aveiro (1907–09)
• Museu-Residência Dr. Anastácio Gonçalves, Lissabon (1904–05)
• Livraria Lello, Porto (1906) (Caminos P)
• Casa dos Ovos Moles / ehemalige Fabrikgebäude in Aveiro – Beispiele für die Verbindung von Arte Nova und Azulejos
• Café Majestic, Porto (1921) – spätes Beispiel mit starken Jugendstil-/Beaux-Arts-Einflüssen (Caminos P)

By AntoniusJ - Self-photographed, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1564867 Cafe Majestic Porto

Estado-Novo-Architektur (ca. 1930er–1970er)
Unter der Franco-Diktatur entwickelt sich eine repräsentative, national orientierte Architektur. Monumentalität, Symmetrie und sogenannte „portugiesische“ Traditionen werden betont.
Wichtige Bauten:
• Exposição do Mundo Português / Praça do Império, Belém, Lissabon (1940)
• Padrão dos Descobrimentos, Lissabon (1940/1960)
• Estação Marítima de Alcântara, Lissabon (1943–44)
• Estação Marítima da Rocha do Conde de Óbidos, Lissabon
• Praça de Alvalade / Areeiro, Lissabon
• Igreja de Nossa Senhora do Rosário de Fátima, Lissabon (1934–38)
• Palácio da Justiça, Lissabon Universidade de Coimbra – Cidade Universitária, insbesondere die Neubauten der 1940er/50er Jahre
(alle Camino L)

Por João Carvalho - Obra do próprio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16659831 Estacao Maritima da Rocha do Conde de Obeidos Lissabon

Moderne 1930–1974
Portugal entwickelte trotz der politischen Situation eine bedeutende moderne Architektur, insbesondere in Lissabon und Porto. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Modernismus wieder deutlich an Bedeutung.
Wichtige Bauten:
• Capitólio, Lissabon (1931)
→ eines der frühen Schlüsselwerke des portugiesischen Modernismus
• Cineteatro Éden, Lissabon (1929–37)
• Hotel Vitória, Lissabon (1934–36)
• Instituto Superior Técnico, Lissabon
• Igreja de Nossa Senhora de Fátima, Lissabon (1934–38) (Alle Camino L)
• Casa de Serralves, Porto (1930er Jahre) (Caminos P)
• Piscinas de Marés, Leça da Palmeira /Matosinhos (1960–66) (Camino Costal)
• Casa de Chá da Boa Nova, Leça da Palmeira (1958–63) (Camino Costal)
• Faculdade de Arquitectura / Architekturbauten der Universität Porto, späteres 20. Jh. (Caminos P)
• Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon (1959–69) (Camino Central L)

Casa de Cha da Boa Nova Leca da Palmeira By Joaomorgado - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34194512

Zeitgenössische Architektur (ab 1974)
Nach der Nelkenrevolution entwickelt sich eine vielfältige Architektur zwischen internationaler Moderne, regionalen Traditionen und experimentellen Ansätzen.
Besonders interessant ist die sogenannte „Escola do Porto“.
Sie verbindet: moderne Architektur, traditionelle portugiesische Bauformen, Materialbewusstsein, Tageslicht und präzise Raumkomposition.
Wichtige Bauten:
• Bairro da Bouça, Porto (1973–77) (Caminos P)
• Quinta da Malagueira, Évora (1977–96)
• Faculdade de Arquitectura da Universidade do Porto, Porto (1986–93) (Caminos P)
• Centro Galego de Arte Contemporánea, Santiago de Compostela (1993) portugiesischer Kontext
• Pavilhão de Portugal, Lissabon (1998) (Camino Central L)
• Estação do Oriente, Lissabon (1998) (Camino Central L)
• Torre Vasco da Gama, Lissabon (1998) (Camino Central L)
• Casa da Música, Porto (2005) (Caminos P)
• Museu de Serralves, Porto (1999) (Caminos P)
• Estádio Municipal de Braga, Braga (2003) (Camino Central P)

Wie bei allen Architekturepochen überlebt jede Epoche in der nächsten, so dass eine scharfe zeitliche Trennung kaum möglich ist. Die portugiesische Architektur nahm Strömungen aus Italien, Griechenland und Frankreich auf, entwickelte aber auch typische ganz eigene Gestaltungsformen wie beim Pombalinik und beim Manuelinik.

Casa da Musica Von Marinhopaiva - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8053870Porto
1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Historisches Historisches

Die Geschichte des Camino Português

Die Geschichte des Camino Português

Der Camino Português, der Portugiesische Jakobsweg, gehört zu den traditionsreichsten Pilgerwegen Europas. Er verbindet Portugal mit Santiago de Compostela in Galicien und führt durch eine Landschaft, in der sich jahrhundertealte Geschichte, religiöse Tradition, Handel und kultureller Austausch miteinander verbinden.

Die Entdeckung des Apostelgrabes
Der Ursprung der Jakobswallfahrt wird traditionell in das frühe 9. Jahrhundert datiert. Um das Jahr 820–830 sollen die Überreste des Apostels Jakobus in der Nähe des heutigen Santiago de Compostela entdeckt worden sein. Der Überlieferung zufolge machte der Eremit Pelagius die Entdeckung, die anschließend von Bischof Teodomiro aus Iria Flavia bestätigt wurde. König Alfons II. von Asturien erkannte die Bedeutung der Entdeckung und ließ an der Stelle eine Kirche errichten. Aus diesem bescheidenen Anfang entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte die heutige Kathedrale von Santiago de Compostela. Santiago wurde zu einem der bedeutendsten christlichen Wallfahrtsorte Europas – neben Jerusalem und Rom. Pilger machten sich aus nahezu allen Teilen Europas auf den Weg nach Galicien.

Von Mário José Martins - Flickr: Ponte de Lima 47, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18807951 Die historische, namengebende Brücke des Ortes

Die ersten Wege durch Portugal
Auch aus Portugal kamen bereits früh Pilger nach Santiago. Der Camino Português entstand dabei nicht als völlig neu angelegter Pilgerweg. Vielmehr nutzten die Pilger bereits vorhandene Straßen und Handelswege, deren Geschichte teilweise bis in die Römerzeit zurückreicht wie die Via XIX, die im 1. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde und Braga mit Astorga über Ponte de Lima, Tui, Pontevedra, Santiago und Lugo verband und eine der wichtigsten römischen Straßen war. Die Pilger benutzten aber nicht eine einzelne, festgelegte Route. Es gab ein Netz verschiedener Wege, die aus unterschiedlichen Teilen Portugals nach Norden führten.
Auch wenn der Camino Central üblicherweise stärker mit der klassischen historischen Route durch das portugiesische Landesinnere verbunden ist, so gab es doch auch entlang der Küste zahlreiche Pilgerbewegungen, was auch die zahlreichen kulturellen Stätten belegen..
Über all diese Verkehrswege bewegten sich im Mittelalter nicht nur Pilger, sondern auch Händler, Geistliche, Soldaten und Reisende. Der Camino Português war deshalb von Anfang an mehr als ein religiöser Weg. Er war Teil eines weit größeren Netzes von Verkehrs- und Handelsverbindungen auf der Iberischen Halbinsel.

s. auch Kapitel “Der Camino Portugues und seine verschiedenen Varianten”

Von Jose Manuel - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=406922

Die portugiesische Unabhängigkeit und die Blüte des Weges
Ein entscheidender Wendepunkt kam im 12. Jahrhundert mit der Entstehung des unabhängigen Königreichs Portugal. Nach der portugiesischen Unabhängigkeit intensivierten sich die Beziehungen zwischen Portugal und dem benachbarten Galicien. Menschen, Waren und Ideen bewegten sich über die Grenze. Der Weg nach Santiago gewann dadurch zunehmend an wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Bedeutung.
Entlang der Routen entstanden Kirchen, Klöster, Hospitäler und Herbergen, die den Pilgern Unterkunft und Versorgung boten. Städte und Gemeinden entwickelten Strukturen, die den stetig wachsenden Pilgerverkehr unterstützten. Der Camino Português wurde so zu einem festen Bestandteil des europäischen Pilgernetzes. Hinzu kam, dass über die portugiesischen Häfen viele ausländische Pilger den Camino erreichten.

Könige und Königinnen auf dem Weg nach Santiago
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit machten sich auch Mitglieder des portugiesischen Königshauses auf den Weg nach Santiago. Besonders bekannt ist Elisabeth von Portugal, die im 14. Jahrhundert zweimal nach Santiago pilgerte. Ihre Reisen gehören zu den bedeutendsten Zeugnissen der portugiesischen Jakobusverehrung. Sie ging später als „Heilige Königin“ in die Geschichte ein. Auch König Alfons II. von Portugal soll im 13. Jahrhundert nach Santiago gepilgert sein. Ein weiterer berühmter Pilger war König Manuel I., der 1502 von Lissabon nach Santiago reiste. Der Monarch ließ in der Kathedrale von Santiago eine Lampe anbringen, die Tag und Nacht brennen sollte. Solche Pilgerreisen waren weit mehr als persönliche Glaubensakte. Sie machten den Jakobsweg sichtbar und stärkten seine Bedeutung innerhalb der portugiesischen Gesellschaft.

Mosteiro de Safin https://www.siradio.gal/2026/04/17/valenca-assinala-dia-internacional-dos-monumentos-e-sitios-com-visita-guiada-ao-mosteiro-de-sanfins/

Der Camino Português als kulturelle Verbindung
Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit entwickelte sich der Weg zu einer wichtigen Verbindung zwischen Portugal und Galicien. Pilger waren dabei nur ein Teil der Reisenden. Kaufleute nutzten die gleichen Wege, ebenso Geistliche, Handwerker und Vertreter des Adels. Dadurch entstanden intensive kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Weil der Camino seit der galicischen Prähistorie eine Hauptkommunikationsverbindung gewesen ist, hat der Portugiesische Weg mehr urbane Zentren als jeder andere Weg. Er war somit ein Ort der Begegnung. Sprache, Bräuche, religiöse Vorstellungen, kulinarische Traditionen und handwerkliches Wissen wurden über die Grenze hinweg weitergegeben.
Viele der Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und Darstellungen des Apostels Jakobus, die man heute im Norden Portugals findet, erinnern noch an die lange Tradition des portugiesischen Jakobsweges. Übriges: Die Schutzpatronin der Provinz Pontevedra und des Portugiesischen Weges ist die Virgen Peregrina, die ihr Heiligtum in einer Kirche mitten im Stadtzentrum hat. Laut lokaler Tradition ist der Grundriss des Gebäudes in Form einer Jakobsmuschel gestaltet, zu Ehren der Jungfrau, die die Pilger leitete.

Der Camino in der frühen Neuzeit
Auch im 16. und 17. Jahrhundert blieb der Weg nach Santiago lebendig. Zahlreiche Geistliche, Adlige und Gelehrte reisten auf den portugiesischen Wegen nach Galicien.
Besonders wertvoll sind die Aufzeichnungen des italienischen Priesters Juan Bautista Confalonieri, der 1594 von Lissabon nach Santiago reiste. Er legte seine Erfahrungen schriftlich fest und hinterließ damit eine wichtige historische Quelle für die Kenntnis des Camino Português. In dieser Zeit wurde der Jakobsweg zunehmend dokumentiert. Reiseberichte, Pilgerführer und persönliche Aufzeichnungen geben heute Einblick in die damaligen Wege, Orte und Reisebedingungen.

Krisen und Niedergang
Die Geschichte des Camino verlief jedoch nicht ununterbrochen aufwärts.
Kriege, politische Konflikte, wirtschaftliche Krisen und Krankheiten erschwerten die Pilgerreisen. Die Reformation und die religiösen Auseinandersetzungen Europas veränderten außerdem die Bedeutung vieler Wallfahrten. Vom späten 18. bis weit ins 19. Jahrhundert ging die Zahl der Pilger deutlich zurück. Der Jakobsweg geriet vielerorts in Vergessenheit und seine Infrastruktur verfiel teilweise. Ein besonders dramatischer Moment für Santiago war das Jahr 1589. Aus Angst vor einem Angriff des englischen Admirals Francis Drake wurden die Reliquien des Apostels Jakobus versteckt. Sie gerieten anschließend für Jahrhunderte in Vergessenheit.

Die Wiederentdeckung des Apostelgrabes
1879 kam es zu einem Ereignis, das für die spätere Wiederbelebung des Jakobswegs von großer Bedeutung war: Die lange verborgenen Reliquien des Apostels Jakobus wurden in Santiago wiederentdeckt. Papst Leo XIII. bestätigte 1884 mit der päpstlichen Bulle Deus Omnipotens die Verehrung der Reliquien. Ein besonderes Heiliges Jahr folgte 1885. Wenn der 25. Juli, der Festtag des Apostels Jakobus, auf einen Sonntag fällt, wird in Santiago ein Heiliges Jahr gefeiert. Die Tradition geht auf das Mittelalter zurück; als frühe mögliche Heilige Jahre werden 1428 oder 1434 genannt. Diese Ereignisse gaben der Wallfahrt nach Santiago neuen Auftrieb. Dennoch dauerte es noch viele Jahrzehnte, bis der Jakobsweg wieder zu einer international bedeutenden Pilgerroute wurde.

Das Heilige Jahr (Año Santo Jacobeo) ist ein besonderes katholisches Jahr in Santiago de Compostela, das immer dann stattfindet, wenn der 25. Juli (Fest des Apostels Jakobus) auf einen Sonntag fällt. Im Jahr 2027 ist es wieder soweit.
Für Pilger auf dem Jakobsweg hat es eine besondere Bedeutung:
• Pilgerfahrt: Wer nach Santiago pilgert und dort das Grab des Apostels Jakobus besucht, kann unter bestimmten kirchlichen Voraussetzungen einen vollständigen Ablass erhalten.
• Pforte der Vergebung: In einem Heiligen Jahr wird traditionell die Heilige Pforte der Kathedrale von Santiago geöffnet.
• Besonders festliche Atmosphäre: Es gibt zusätzliche Gottesdienste, Prozessionen und religiöse Veranstaltungen.
• Mehr Pilger: Der Jakobsweg ist in Heiligen Jahren meist deutlich voller, sodass Unterkünfte und beliebte Routen stärker ausgelastet sein können.

https://www.pilgrim.es/de/portugiesischer-weg/

Die Wiedergeburt des Jakobswegs im 20. Jahrhundert
Die eigentliche moderne Wiederentdeckung des Camino begann vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden neue Jakobusgesellschaften, die sich für die Erforschung, Markierung und Wiederbelebung der historischen Wege einsetzten.
Auch die Heiligen Jahre von Santiago trugen dazu bei, das Interesse an der Wallfahrt neu zu wecken.Ein besonderer Meilenstein war das Jahr 1982, als Papst Johannes Paul II. Santiago de Compostela besuchte. Seine Rede in Santiago und sein Appell für ein geeintes Europa machten den Jakobsweg erneut zu einem Symbol europäischer Geschichte und Identität. In den folgenden Jahrzehnten wuchs die internationale Aufmerksamkeit rapide.

Der Camino Português heute
Seit den 1990er-Jahren erlebt der Camino de Santiago eine außergewöhnliche Renaissance. Immer mehr Menschen aus aller Welt entdecken die verschiedenen Jakobswege – nicht nur aus religiösen Gründen, sondern auch aus kulturellem Interesse, als persönliche Herausforderung oder auf der Suche nach Ruhe und Begegnung.
Auch der Camino Português hat von dieser Entwicklung stark profitiert.
Heute beginnen Pilger ihre Reise unter anderem in Lissabon, Porto oder an verschiedenen Orten im Norden Portugals. Von dort führt der Weg durch historische Städte und Dörfer, über alte Brücken und römische Verkehrswege, durch Weinregionen und entlang der Atlantikküste oder über die traditionelle Inlandroute nach Galicien. Nach dem Grenzübertritt bei Tui führt der Weg weiter durch Galicien über weitere historische Orte, bevor die Pilger Santiago de Compostela erreichen. Inzwischen hat sich der Camino Portugués, was die Zahl der Pilger betrifft, zum zweit meistbesuchten Jakobsweg nach dem Camino Francés entwickelt.

Die Geschichte des Camino Português ist mehr als eine Abfolge von Jahreszahlen und berühmten Pilgern. Über mehr als tausend Jahre hinweg war dieser Weg Pilgerroute, Handelsweg, kulturelle Verbindung und Begegnungsraum. Könige und Königinnen, Geistliche, Händler und einfache Menschen haben ihn genutzt und ihre Spuren hinterlassen.
Die heutigen Pilger folgen denselben historischen Verbindungen und erleben die herrlichen Landschaften und kulturellen Schätze Portugals und Galiciens wie schon Generationen vor ihnen.

1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen

Quellen

(Bücher beispiele:)

Categories
Camino Portugues Geographisches Geographisches

Der Pombalinik – eine bemerkenswerte städtebauliche und architektonische Planungsleistung

Der Pombalinik - eine bemerkenswerte städtebaulichen und architektonischen Planungsleistung

vor allem in Lissabon

Ausgangspunkt

Am 1. November 1755 wurde die Unterstadt Lissabons, eine Stadt mittelalterlichen Charakters, durch ein heftiges Erdbeben, gefolgt von einem Tsunami und verheerenden Bränden, schwer zerstört. Nach dem Erdbeben waren 85 Prozent der Hauptstadt mit seinen manuelinischen Bauten zerstört und der König fortan klaustrophobisch. Während er dem Marquês de Pombal, ab 1756 Erster Minister Portugals, den Wiederaufbau der Innenstadt im Schachbrettmuster befahl, wohnte er zeitlebens in einer Zeltstadt vor der Stadtgrenze Lissabons. Im Gegensatz zu den 30.000 bis 100.000 Todesopfern hatte er überlebt. Aus der Katastrophe ging eine der bemerkenswertesten städtebaulichen Unternehmungen des modernen Europas hervor — und ein Stil, der den Namen des Ministers trägt, der sie leitete, Sebastião José de Carvalho e Melo, des Marquis von Pombal.

Por Barao78, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1475249

Konzeption

Wiederaufbauen, nicht restaurieren – diese politische Entscheidung war radikal:
Statt die mittelalterliche Stadt in ihrem Gassengeflecht wiederaufzubauen, schleifte man, was von der Unterstadt (Baixa) übrig war, und entwarf einen völlig neuen Plan. Unter der Leitung von Manuel da Maia und der Militäringenieure Eugénio dos Santos und Carlos Mardel wurde ein orthogonales Netz aus breiten Straßen und regelmäßigen Häuserblocks entworfen, das zwei Plätze verband — den Rossio und den wiederaufgebauten Terreiro do Paço (Praça do Comércio). Das weitläufige Areal zeichnet sich durch einen stimmigen Stil aus und ist von immensem kulturellem Wert. Die Baixa Pombalina ist vielleicht das erste europäische Beispiel einer Stadt, die im Maßstab des Stadtviertels als integriertes System geplant wurde — Struktur, Fassade, Straße und Platz gemeinsam ersonnen.

Hauptplatz Por Deensel - Lisbon main square, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62192653

Was ist der Pombalino-Plan?

Der Pombalino-Plan von Lissabon ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Bauleistung, geprägt vom Gedankengut der Aufklärung. Aber Pombalino“ ist mehr als nur ein Baustil: Es bezeichnet ein ganzes System aus Stadtplanung, Gebäudetypologie, Normierung, Konstruktion und staatlicher Regulierung.
Mit der Umsetzung des wegweisenden Plans, der Einheitlichkeit, Ordnung, Zurückhaltung und Standardisierung förderte, wurde das Zentrum Lissabons nach einem rationalen und innovativen Modell umgestaltet. Trotz ihres rationalen und regelmäßigen Grundrisses bewahrt und integriert das Viertel bestehende Merkmale in baulicher Hinsicht, etwa durch seine Hauptplätze, die Wiederherstellung der Straßen aus dem 16. Jahrhundert und die Einbindung architektonischer Elemente von besonderem baulichem oder künstlerischem Wert, wie insbesondere beim Bau neuer Kirchen.
Der bemerkenswert zurückhaltende neoklassizistische Stil war teils den begrenzten Mitteln und der Dringlichkeit des Bauvorhabens geschuldet, teils aber auch dem von Pombal vertretenen Aufklärungsgedanken architektonischer Rationalität. Sowohl innen als auch außen wurde ein standardisiertes Dekorationssystem angewendet, wobei Azulejo- Fliesen nur sparsam eingesetzt wurden.

Typische Gebäude im Baixa Lissabon By xiquinhosilva from Cacau - 33852-Lisbon, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81357679

Typisch Merkmale des Pombalino-Stils sind:

• ein regelmäßiges, geometrisches Straßennetz– besonders in der Baixa von Lissabon
• schlichte, klassizistische Fassaden
• Gebäude mit meist 3–4 Geschossen und einheitlicher Gestaltung.
Im Erdgeschoss häufig Arkaden, die Platz für Geschäfte boten und darüber Wohnungen mit Balkonen im ersten und obersten Stockwerk
• Das Fertigbausystem war völlig neu. Das Gebäude wurde vollständig außerhalb der Stadt gefertigt, in Einzelteilen    transportiert und dann vor Ort montiert.
• erdbebensichere Holztragkonstruktion, den sogenannten Pombalinischen Käfig („Gaiola Pombalina“). Ziel war es, die seismische Energie durch das geringere Gewicht und die Elastizität des Holzes, die Flexibilität der Verbindungen zwischen den Elementen und sogar durch die Reduzierung des Gewichts der massiven Bauteile zu verteilen. So konnte die vollständige Zerstörung der Gebäude im Falle eines Erdbebens verhindert und ein intakter Innenraum geschaffen werden, der den Bewohnern als Zufluchtsort dienen konnte.
Der Pombalinische Käfig erwies sich in vergleichenden Studien als das fortschrittlichste Erdbebenschutzsystem des 18. Jahrhunderts, spielte eine bedeutende Rolle in der Ingenieurgeschichte und gilt als einer der Ausgangspunkte des Erdbebeningenieurwesens in Europa.
• Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Bränden, etwa größere Abstände und bestimmte Bauweisen, in dem z.B. die Gebäude durch Mauern voneinander abgetrennt sind
• Pfahlgründungen und der Bau neuer Uferbefestigungen entlang des Flusses
• Abwasseranlagen und Maßnahmen zur öffentlichen Hygiene

Die Pombalinik blieb nicht in Lissabon, sondern beeinflusste den Wiederaufbau von Kleinstädten im ganzen Königreich, insbesondere von Vila Real de Santo António. Außerdem beeinflusste diese neugestaltete Stadtstruktur den Bau vieler neuer Städte in Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika.

Terreiro do Paço Por Berthold Werner - Obra do próprio, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=81847399
1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Kultur Kultur

Klöster auf dem Camino Portugues (Küstenweg und Zentralweg)

Klöster auf dem Camino Portugues (Küstenweg und Zentralweg)

Im Folgenden werden getrennt nach den beiden Hauptrouten Camino Costal und Camino Central einige Klöster aufgelistet und beschrieben und mögliche Unterkunftsmöglichkeiten aufgeführt.

Exkurs

In den Beschreibungen der Klöster wird immer wieder das Jahr 1834 angesprochen.

Für die Ordensgemeinschaften und deren Klöstern war dieses Jahr mit einem großen Einschnitt in ihre Existenz in Portugal verbunden. In Ausübung u.a. seines Ministeramtes für Kirchenangelegenheiten erließ Joaquim António de Aguiar das berüchtigte Gesetz vom 30. Mai 1834, mit dem er „alle Klöster, Konvente, Kollegien, Hospize und sonstige Häuser regulärer Orden “ für aufgelöst erklärte und deren Vermögen säkularisierte und in die Staatskasse eingliederte. Aufgrund seines kirchenfeindlichen Charakters brachte ihm dieses Gesetz den Beinamen „ Mönchsmörder“ (mata-frades) ein. Während die männlichen Klöster sofort stillgelegt wurden, wurde den Frauenklöster die Aufnahme von Novizinnen verboten und sie wurden erst nach dem Tod der letzten Ordensschwester des Klosters geschlossen.

 Klöster auf dem Küstenweg – Camino Portugues da Costa

Etappe

Kloster

Lage am Camino

Übernachtung

Vila do Conde

Mosteiro de Santa Clara – Vila do Conde

Sehr nahe am Camino, im historischen Zentrum/oberhalb der Stadt

Keine Übernachtung im Kloster. Das zugehörige Albergue Santa Clara lag ca. 150 m vom Camino entfernt, ist aber seit März 2026 geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist derzeit nicht zugesichert.

Neiva vor Esposende

Mosteiro de São Romão do Neiva – Neiva

Abseits der direkten Küstenroute, bei Neiva

Keine Klosterübernachtung gefunden. Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute vor allem als historisches/religiöses Ensemble interessant.

Viana do Castelo

Convento do Carmo – Viana do Castelo

In Viana, gut mit dem Camino kombinierbar

Ja – Pilgerherberge „São João da Cruz dos Caminhos“ im Umfeld des Karmelitenkonvents. Für Pilger mit Credencial

Afife vor

Caminha

Convento de São João de Cabanas – Afife

Kleiner Abstecher vom Camino

Ja, aber keine Pilgerherberge: Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute eine hochwertige Heritage-Gästeunterkunft mit 6 Suiten.

Oia

Monasterio de Santa María la Real – Oia

Direkt am Camino Português da Costa, unmittelbar am Atlantik

Keine Übernachtung im Kloster gefunden. In unmittelbarer Nähe gibt es jedoch mehrere Pilger-/Unterkunftsmöglichkeiten, u. a. das Hotel A Raiña direkt beim Kloster.

Poio

Monsterio de San Xoán de Poio – Poio

Am Camino / auf der Variante Espiritual sehr gut erreichbar

Ja –Hospedería des Klosters. Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer mit eigenem Bad; Frühstück wird angeboten.

Variante Espiritual

Armenteira

Monasterio de Santa María de Armenteira

Direkt an der Variante Espiritual

Ja – ausdrücklich Pilger-Hospedería.  Reservierung erforderlich.

Herbón/

Padrón

Convento de San Antonio de Herbón

Ca. 3 km Abstecher vom offiziellen Camino

Ja – echte Pilgerherberge im Franziskanerkonvent. 30 Plätze, ausschließlich für Pilger mit Credencial, keine Reservierung, Donativo.

 

By Joseolgon - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73383329

Vila do Conde – Mosteiro de Santa Clara

Das Kloster Santa Clara in Vila do Conde war eines der größten und reichsten Frauenklöster Portugals und wurde 1318 von Alfonso Sanches und seiner Frau Teresa Martins Telo gegründet. Bereits 1319 übergaben die Gründer das Kloster den Klarissen, also dem weiblichen Zweig des Franziskanerordens.
Es ist eine der interessanteren historischen Stationen relativ früh auf dem Coastal. Es thront über der Stadt und ist schon von weitem gut zu erkennen. Der weitläufige historische Komplex umfasst die gotische Kirche Santa Clara (1318), nahegelegene spätgotische Bauten im manuelinischen Stil sowie das heutige Kloster, das 1777 in der Frühphase des Neoklassizismus errichtet wurde. Das Kloster ist von hohen Mauern umgeben, die es im Osten schützen, sowie vom Aquädukt Santa Clara, dem zweitgrößten Aquädukt Portugals. Es gilt als ein bedeutendes Beispiel portugiesischer Gotik nördlich des Douro.
Geschichte
Es wurde 1318 auf Initiative von Afonso Sanches, dem unehelichen Sohn von König Dinis, und seiner Frau Teresa Martins gegründet. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden spirituellen und sozialen Zentrum und zog adlige Frauen an, die sich dem klösterlichen Leben widmen wollten. Das Kloster erfuhr im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Veränderungen und Anpassungen. Im 15. Jahrhundert wurde es erweitert und renoviert und gewann dadurch eine noch wichtigere Rolle im religiösen Leben von Vila do Conde und der nördlichen Region Portugals. Später allerdings stand das Klostergebäude kurz vor dem Verfall und wurde 1777 teilweise wiederaufgebaut. Finanzielle Schwierigkeiten, die französischen Invasionen und der Liberale Krieg verhinderten jedoch die vollständige Fertigstellung des Projekts. Nach dem Tod der letzten Ordensschwester im Mai 1893 wurde das Kloster stillgelegt und sein Besitz ist an den Staat übergegangen. Das Gebäude wurde einige Zeit zivil genutzt. Vor einiger Zeit wurde das Gebäude restauriert und beherbergt heute das Fünfsterne Lince Santa Clara Historic Hotel. Dadurch ist das historische Kloster ist nicht einfach ein frei zugängliches Museum.
Kirche
Die Kirche ist ein schönes Beispiel für die gotische Bettelordensarchitektur Nordportugals. Außen wirkt sie ausgesprochen schlicht und wehrhaft – mit dicken Mauern, Strebepfeilern und einer großen Rosette. Sie zählt zu den architektonischen Juwelen der Gotik. Sie wurde mehrfach umgebaut und mit Elementen des Manuelinischen, Barock- und Rokokostils versehen. In ihr befinden sich die Gräber der Stifter (D. Afonso Sanches und seiner Frau D. Teresa Martins), sowie zahlreicher Adeliger.
Zugang
Die Zugänglichkeit hat sich durch die Restaurierung und neue Nutzung des Klosterkomplexes verändert. Die offizielle Denkmalbehörde nennt derzeit für die Igreja de Santa Clara folgende Öffnungszeiten Dienstag–Samstag 10:00–12:00 und 14:30–17:00, Sonntag 10:00–12:00 und 15:30–18:30, Montag geschlossen
https://conventosemosteiros.pt/en/monastery-of-saint-clare-in-vila-do-conde/

Das Aquädukt Santa Clara
Die im frühen 14. Jahrhundert gegründete Klostergemeinschaft Santa Clara de Vila do Conde kämpfte von Beginn an mit Wasserversorgungsproblemen. Damals wurde innerhalb der Klostermauern ein Wassertank errichtet, eine Lösung, die sich in den folgenden Jahrhunderten als unzureichend erwies.
1626 begann die Äbtissin des Klosters, Maria de Meneses, mit dem Bau eines Aquädukts, der Wasser von einer Quelle in Terroso zum Kloster transportieren sollte. Das benötigte Land wurde von der Äbtissin erworben, und Steinmetzmeister wurden mit den Arbeiten beauftragt. 1636 mussten diese aufgrund von Unebenheiten im Untergrund unterbrochen werden. Mehrmals wechselte der Baumeister. Erst im Oktober 1714 erreichte erstmals Wasser den Kreuzgang des Klosters.
Das Aquädukt bestand ursprünglich aus 999 perfekten Halbkreisbögen und überspannte ein Gebiet, das über die heutigen Grenzen der Gemeinde Vila do Conde hinausging. 1794 zerstörte jedoch ein Hurrikan einen Teil des Bauwerks. Im 20. Jahrhundert, zwischen 1929 und 1932, als die Kirche Santa Clara restauriert wurde, wurden einige Bögen absichtlich abgerissen, um einen besseren Blick auf die Apsis des Gotteshauses zu ermöglichen.
Das verbliebene Bauwerk besitzt einen Arkadengang, dessen Höhe und Spannweite abnehmen und der im oberen Bereich teilweise mit Fenstern versehen ist. Die lange Reihe der Aquäduktbögen, die vom Kloster in Richtung Stadt führt, ist eines der charakteristischsten Bilder von Vila do Conde.


Esposende

Por John Hayes from San Antonio, Texas, USA - Esposende–Viana do Castelo, June 6, 2024, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151530805


Neiva – Mosteiro de São Romão do Neiva

Das Mosteiro de São Romão do Neiva ist ein historischer Klosterort auf der Etappe von Esposende nach Viana do Castelo. Die Portugiesische Jakobusweg-Föderation führt es ausdrücklich unter den historischen Camino-Zeugnissen auf. Die Kirche ist der erhaltene Teil eines wesentlich größeren ehemaligen Klosterkomplexes.
Geschichte
Das Kloster São Romão de Neiva war ein Männerkloster und gehörte dem Benediktinerorden an. Kurz vor 1087 wurde es gemäß der Benediktinerregel vom Mönch Quendano gegründet; in diesem Jahr wurde auch die Abteikirche geweiht. Vermutlich handelt es sich um die Wiedergründung eines kleinen Klosters, das bereits 1022 oder früher an diesem Ort existierte.
Mit dem Dekret von 1834 wurde auch dieses Kloster aufgelöst. Das Kloster wurde 1916 oder 1917 von Manuel Gomes da Costa Castanho erworben und von acht seiner zwölf Kinder geerbt. Castanho war aus Vila Nova de Anha ausgewandert und kehrte wohlhabend aus Brasilien zurück. Er ersteigerte das Kloster, die Kirche (heute unter der Verwaltung des Bistums Viana do Castelo) und den Friedhof für 33 Contos (etwa 165 Euro) – damals ein Vermögen. Es befindet sich derzeit im Besitz derselben Familie.
Der Komplex besteht heute nur noch aus der Kirche, dem Wegkreuz und den Überresten des Klosters São Romão do Neiva.
https://pt.wikipedia.org/wiki/Mosteiro_de_S%C3%A3o_Rom%C3%A3o_de_Neiv

https://vianatv.pt/wp-content/uploads/2025/11/Convento-do-Carmo-3.jpg


Viana do Castelo – Convento do Carmo

Das Convento do Carmo in Viana do Castelo ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern bis heute ein lebendiger Konvent der Unbeschuhten Karmeliten, Convento do Carmo / Frades Carmelitas Descalços. Es ist ein aktives Männerkloster.
Geschichte
Die Karmeliten kamen 1618 nach Viana do Castelo. Der Bau des heutigen Klosters begann 1621; 1625 zog die Gemeinschaft in den neuen Konvent ein. Die Arbeiten dauerten in den folgenden Jahren an, der Schlafsaal wurde 1628 fertiggestellt. Die Kirche entstand später, zwischen 1634 und 1647. Es ist also ein Kloster der Gegenreformation. Die Karmeliten sollten nicht nur ein geistliches Zentrum sein, sondern auch die katholische Spiritualität in einer bedeutenden Handelsstadt des Nordens stärken.
1834 mussten die Karmeliten das Kloster verlassen; der Staat übernahm das Gebäude. Danach wurde die Anlage unterschiedlich genutzt. Im 20. Jahrhundert kehrten die Unbeschuhten Karmeliten schließlich zurück. 1932 wurde die klösterliche Gemeinschaft wiederhergestellt, und ab 1951 entstand dort zusätzlich ein Karmeliten-Seminar.
Kirche
Die Kirche wirkt von außen ausgesprochen streng und zurückhaltend. Die Architektur entspricht dem reformierten Manierismus der Karmeliten – klare Linien, wenig Schmuck, starke Vertikalität. Dann kommt der Kontrast im Innern: vergoldete Holzschnitzereien (talha dourada), Azulejos und barocke Altäre. Besonders die Ausstattung des Hauptaltars entstand Ende des 17. Jahrhunderts; die Vergoldung wurde 1694 fertiggestellt.
Herberge
Das Convento do Carmo ist mit den Caminhos de Santiago verbunden und die Karmeliten führen eine eigene Pilgerunterkunft unter dem Namen Albergue São João da Cruz dos Caminhos. Die Gemeinschaft hält weiterhin regelmäßig Gottesdienste, Stundengebete und Beichten ab. Aktuell werden beispielsweise werktags Messen um 8:00 und 9:00 Uhr angeboten, sonntags um 8:00, 10:00, 11:30 und 18:00 Uhr. Auch Laudes und Vesper gehören zum Tagesablauf. ; aktuelle Aufnahmebedingungen/Preis sollten vorab direkt bestätigt werden.
Die Pforte ist derzeit Montag–Samstag 8:30–12:00 und 13:30–18:00 Uhr, sonntags 13:30–18:00 Uhr geöffnet.
https://viana.carmelitas.pt


Afife

Afife – Convento de São João de Cabanas

Das Convento de São João de Cabanas war ein Benediktinisches Männerkloster. Es besteht aus einer einschiffigen Kirche mit Glockenturm, Klostergebäuden, einem Kreuzgang und einer Sakristei, deren Architektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt.
Geschichte
Es wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und hat bis heute sein ursprüngliches architektonisches Erscheinungsbild bewahrt. Es liegt in einer sehr schönen, abgeschiedenen Lage an einem Wasserlauf umgeben von Wald.
Das Anwesen wurde 1894 von der Familie des Schriftstellers Pedro Homem de Mello erworben und war in jüngerer Vergangenheit das Zuhause des Dichters. Nun gehört es Nathalie D’Ornano, einer ursprünglich aus der Schweiz stammenden Opernsängerin.
Sie beschloss nach zweijährigem Aufenthalt die Anlage für touristische Zwecke umzubauen.
Die Sanierungsarbeiten umfassen u.a. die Instandsetzung der Fliesen und des Altars der Sakristei, der Holzschnitzereien der Kirche sowie eines Fensters und eines Grabsteins aus dem 12. Jahrhundert. Außerdem entstand ein Hotel mit 5 Suiten und zahlreiche Räume für Veranstaltungen. Die Sanierung hat eine ehrenvolle Erwähnung beim Europäischen Architekturpreis Philippe Rotthier 2024 erhalten.
Aktuell ab etwa 280 € pro Zimmer/Nacht – also eher etwas für einen besonderen Klosteraufenthalt als für eine typische Pilgernacht.
Caminho do Barroso 63, Afife, Viana do Castelo, PT 4900-012
Telefon +351 935 863 342

https://pt.wikipedia.org/wiki/Convento_de_S%C3%A3o_Jo%C3%A3o_de_Cabanas
https://www.tsf.pt/cultura/artigo/cantora-lirica-escreve-nova-pagina-na-historia-do-convento-onde-viveu-pedro-homem-de-mello/15081847


Caminha

A Guarda

Por Saruska - Trabajo propio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32032556


Oia – Monasterio de Santa María la Real

Das Kloster Santa María la Real de Oya ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert in Oya , Provinz Pontevedra in Galicien. Die Mönche lebten dort fast 700 Jahre lang, bis sie gewaltsam vertrieben wurden. Die Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche für die Einwohner von Oya.
Geschichte
Die Gründung dieser Abtei lässt sich jedoch endgültig auf das Jahr 1149 datieren, als König Alfons VII den dort lebenden Mönchen „sub regula beatiti Benedicti“ alle königlichen Besitzungen von Mougás, Villadesuso und Pedornes übertrug. Im Jahr 1185 übernahm Oya die reformierte Regel des Heiligen Bernhard, die seinen strengen und schlichten Baustil prägte, der für die Zisterzienserarchitektur charakteristisch ist. Die imposanten Zinnenmauern des Klosters erinnern an eine Küstenfestung. So machte es die strategisch günstige Lage des Klosters im 17. Jahrhundert zu einer wichtigen Verteidigungsfestung gegen die damals in den galicischen Flussmündungen so häufigen Überfälle und Seeinvasionen. Ein Paradebeispiel dafür ist das Ereignis von 1624, als die Mönche vom Plaza de las Armas (Paradeplatz) aus ihr militärisches Können unter Beweis stellten, indem sie fünf türkische Piratenschiffe, die die Küste heimsuchten, versenkten und zur Flucht zwangen – eine Tat, die ihnen den Beinamen „Artilleriemönche“ einbrachte. Aufgrund dieser Heldentat verlieh Philipp IV. der Abtei neue Privilegien und Schenkungen, darunter die Bestätigung ihres Titels als Königliches und Kaiserliches Kloster Santa María de Oya, was mit ihrer größten wirtschaftlichen Blütezeit zusammenfiel.
Es ist interessant, dass die Mönche unter anderem die Zucht freilaufender Pferde in den zum Kloster gehörenden Bergen einführten. Diese Praxis, die in den Wäldern der Region bis heute erhalten geblieben ist, hat zu einem international bekannten Spektakel geführt: der Rapa das Bestas (dem Zusammentreiben der Wildpferde). Neben der Rodung von Land und dem Bau von Straßen führten die Mönche von Oya, nach dem Vorbild der französischen Zisterzienserabteien, den Weinbau ein. Heute können wir köstliche Weine der Herkunftsbezeichnung Rías Baixas genießen.
Im 16. Jahrhundert ereignete sich ein weiteres bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Klosters: die Legende der Jungfrau vom Meer, der heutigen Schutzpatronin der Gemeinde Oya. Alles begann 1581, als einige Bauern in La Orejuda ein Marienbildnis auf einer Küstenklippe fanden. Das Bildnis war an einen Hund gekettet. Nachdem sie es gerettet hatten, trugen sie es in einer Prozession auf ihren Schultern zum Kloster. Dort angekommen, erklärten die Männer den verdutzten Mönchen voller Inbrunst, das Bildnis sei auf dem Rücken des Hundes, der ein Muschelhalsband trug, vom Meer dorthin gelangt. Die Mönche nahmen das Bildnis daraufhin selbst auf die Schultern und trugen es zur Klosterkirche. Sie betrachten es als ein Wunder, dass es nicht an den steilen Klippen der Gegend zerschellte, obwohl viele damals vielleicht nicht wussten, dass Tausende von Bildern auf dem Meer trieben, als Folge des Aufstiegs des Puritaners Cromwell in Großbritannien und seiner ikonoklastischen Wut, die die britischen Kirchen von Bildern leerte.
Die napoleonische Invasion und vor allem die Enteignungen und Plünderungen unter Mendizábal führten 1835 zur endgültigen Aufgabe des Klosters durch die Mönche, die aus ihrer seit dem 12. Jahrhundert bestehenden Heimat vertrieben wurden. Von diesem
Zeitpunkt an verliefen die Geschichte der Kirche und des Klosters sehr unterschiedlich. 1838 wurde die Kirche auf Anordnung des Bischofs von Tuy zur Pfarrkirche erhoben, während die Klostergebäude versteigert wurden und in Privatbesitz übergingen. Dies markierte den Beginn einer langen Zeit des Verfalls und der Vernachlässigung. 1910 pachteten die aus Portugal vertriebenen Jesuiten das Kloster, in dem eine Schule eingerichtet wurde. Der Orden blieb bis 1932 in Oya, als er aufgrund der Verstaatlichung des Vermögens der Gesellschaft Jesu und des Dekrets zu ihrer Ausweisung aus dem Land das Kloster verlassen musste. Dies fiel mit den Jahren des Bürgerkriegs zusammen, als das Kloster als Gefängnis für zahlreiche republikanische Gefangene, vorwiegend aus Katalonien, Valencia und Mallorca, diente. In den letzten Monaten des Jahres 1937 und von Februar bis Mai 1939 wurde es offiziell als Konzentrationslager des Franco-Regimes genutzt und beherbergte bis zu dreitausend Häftlinge. Die Inschriften an den Wänden verschiedener Räume zeugen davon. Die harten Haftbedingungen und die mangelnde Hygiene führten zu einer hohen Sterblichkeitsrate unter den Gefangenen; zudem wurden jeden Abend Gefangene abgeführt und in der Nähe des Friedhofs erschossen Während dieser Zeit schritt der Verfall des Klosters weiter voran und verschlimmerte sich sogar. Von da an wechselte das Kloster mehrmals den Besitzer, die schließlich innerhalb des Gebäudes lebten.
Architektur
Was den Klosterkomplex betrifft, so ist der unverwechselbare Charakter der im späten 12. Jahrhundert erbauten Kirche besonders hervorzuheben. Ihre robuste, kompakte und schmucklose Fassade spiegelte deutlich die von den reformorientierten Zisterziensermönchen gepredigte Strenge wider. Später wurde der Klosterkomplex mehrfach umgebaut, insbesondere im 16. Jahrhundert. Zu diesen Erweiterungen gehören der Prozessionsgang, das Zentrum des klösterlichen Lebens, das Kapitelhaus , die Sakristei und der obere Chor – allesamt wesentliche Räume für das religiöse Leben.

Bitte beachten: Das Kloster befindet sich in einem Zustand der Restaurierung und ist derzeit eine Art Ruine. Seit 2026 sind aber Besichtigungen außer montags möglich.
https://es.wikipedia.org/wiki/Real_Monasterio_de_Santa_Mar%C3%ADa_(Oya)


Baiona

Vigo

Redondela

Pontevedra ab hier Spirituelle Route

Por FreeCat / José Antonio Gil Martínez de Vigo, Galicia - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1321638


Poio – Monasterio de San Xoán de Poio

Das Kloster San Xoán de Poio in Spanien ist eine mittelalterliche Benediktinergründung, deren Gebäude überwiegend im Barockstil gehalten sind. Es spielte vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine bedeutende Rolle im regionalen religiösen Leben.
Geschichte
Der lokalen Überlieferung zufolge geht das Kloster auf Fructuoso von Braga und seine Anhänger im 7. Jahrhundert zurück, erste Aufzeichnungen sind auf das Jahr 942 datiert.
Das 16. und 17. Jahrhundert waren geprägt von institutioneller und baulicher Aktivität. Zwischen 1548 und 1556 beherbergte das Kloster eine bedeutende theologische Hochschule, und 1613 nahm eine Ausbildungsstätte für Praktikanten ihren Betrieb auf, der bis zur Säkularisierung 1834 andauerte. Bedeutende Arbeiten an der heutigen Kirche und einem Prozessionskreuzgang begannen im späten 16. Jahrhundert und setzten sich im 17. und frühen 18. Jahrhundert fort.
1834 mussten die Benediktiner den Ort im Zuge der kirchlichen Enteignung verlassen. 1890 wurde der Komplex zum Sitz des Mercedarierordens, der das Kloster bis heute nutzt. Teile des Klosters dienen heute als Museum, und der Komplex wird auch für Veranstaltungen genutzt und bietet Hoteldienstleistungen an, während das klösterliche Leben fortbesteht.
Architektur
Das Kloster präsentiert sich als kompaktes Ensemble, dessen Gestaltung von spätbarocken Formen geprägt ist, die auf einem älteren mittelalterlichen Fundament ruhen. Die Hauptfassade des Klosters ist eine zurückhaltende barocke Komposition. Die Kirchenfront liegt zwischen zwei schlanken Türmen.
Im Inneren folgt die Kirche einem breiten, einschiffigen Grundriss, der zwar klassisch angelegt war, aber im Laufe der langen Bauzeit barocke Züge annahm. Die Hauptkapelle wird vom um 1735 fertiggestellten Hauptaltar dominiert. Die Wohnräume und Wege des Klosters spiegeln die verschiedenen Bauphasen wider. Ein rechteckiger Kreuzgang am Klostereingang, bekannt als Kreuzgang der Portería oder Orangenkreuzgang, erhebt sich drei Stockwerke im toskanischen Stil und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts zusammen mit dem Haupttreppenhaus errichtet. Der Prozessionskreuzgang hat einen kompakten quadratischen Grundriss und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Klosterbibliothek ist umfangreich und beherbergt mehr als 150.000 Bände. Hinter dem Hauptkomplex befindet sich ein sehr großer galicischer Getreidespeicher, der Horreo, der für seine Dimensionen bekannt ist. Mehrere Klosterräume, darunter Kreuzgangkammern, die ehemalige Küche, der Kapitelsaal und der Speisesaal, wurden für Museumszwecke umgestaltet, während ein Großteil des Komplexes weiterhin für religiöse Zwecke genutzt wird.
Übernachtung
In der Anlage befindet sich ein Drei-Sterne-Hotel mit Cafe und Restaurant. Aktuelle Preise schwanken je nach Termin, aktuelle Buchungsangebote liegen ungefähr im Bereich 60–100 €+ pro Zimmer/Nacht.
https://www.ancient-history-sites.com/sites/san-xoan-de-poio-monastery/

Por FreeCat / José Antonio Gil Martínez de Vigo, Galicia - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1321659


Armenteira – Monasterio de Santa María

Zwischen den Flussmündungen von Pontevedra und Arousa, in der Region Salnés, liegt das alte Zisterzienserkloster Armenteira, das von einer Gemeinschaft von Nonnen desselben Ordens bewohnt wird. Die ersten Zisterziensermönche gründeten ihre Klöster häufig in Tälern; so liegt das Kloster Armenteira in einem wunderschönen, vom Wasser fruchtbaren Tal, einer Metapher für die Gnade Gottes, die in die Herzen ausgegossen wird.
Geschichte
Das Zisterzienserkloster wurde 1149 von dem Adligen Ero de Armenteira gegründet, der 1162 dem Zisterzienserorden beitrat. Es gehörte zum Verbund der ursprünglichen Abtei von Clairvaux. Um 1515 oder 1523 schloss es sich der kastilischen Zisterzienserkongregation an. Die Konfiszierung von Kirchenbesitz unter der Regierung Mendizabal führte 1837 zur Schließung des Klosters und damit zu seiner Säkularisierung. 1963 wurde ein Förderverein des Klosters gegründet. 1989 zog eine Gemeinschaft von Trappistinnen aus Alloz in Navarra in das Kloster ein; sie stellen Kosmetikprodukte her. Heute beherbergt das Kloster auch ein Gästehaus.
Architektur
Die Außenfassade der Kirche, die vom lokalen romanischen Stil beeinflusst wurde, wurde um 1167 begonnen und 1225 fertiggestellt. Der Baustil folgt den Prinzipien, die der auf formaler Strenge und funktionaler Klarheit basieren. Das Hauptschiff hat die Form eines lateinisches Kreuzes. Es besitzt drei Schiffe mit jeweils vier Bögen. Das Querschiff, das nicht breiter als das Hauptschiff ist, grenzt im Osten an eine halbrunde Seitenkapelle. Es wird von einem niedrigen Turm mit Pyramidendach und Kuppel bekrönt. Der Kreuzgang, der im 16. und 17. Jahrhundert in zwei Bauabschnitten errichtet wurde, befindet sich südlich (rechts) der Kirche. Die Kirche besitzt einen Turm im Westen, der aus dem Jahr 1778 stammt.
Übernachtung
Es gibt ein Gästehaus, das zwei Einzel- und elf Doppelzimmer bietet.
70 € Einzel / 110 € Doppel / 140 € Dreibett für eine Nacht „nur schlafen“.
Alternativ 2 Nächte mit Vollpension: 150/240/300 €
Email:info@monasteriodearmenteira.es Tel.:+34 886211700
36192 Armenteira (Santa María P.), Meis, Pontevedra
https://es.wikipedia.org/wiki/Monasterio_de_Santa_Mar%C3%ADa_de_Armenteira

https://dynamic-media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-o/0d/e8/f8/fe/foto-aerea-y-parcial.jpg?w=1200&h=-1&s=1


Vilanova de Arousa

Padrón – Monasterio San Antonio de Herbón
Das Franziskanerkloster San Antonio de Herbón liegt bei Padrón und ist eng mit der Pilgertradition verbunden. Es ist bekannt für seine einfache Pilgerherberge und die gemeinschaftliche Atmosphäre. Das Franziskanerkloster Herbón, auch bekannt als Kloster San Antonio de Herbón, ist dank seiner außergewöhnlichen Schönheit und reichen Geschichte zweifellos ein absolutes Muss in der Gemeinde Padrón. Es ist ein Paradebeispiel eines Franziskanerklosters und wurde Ende des 14. Jahrhunderts gegründet. Während der Sommermonate bietet das Kloster in Teilen seiner Einrichtungen Pilgern auf dem Jakobsweg Unterkunft. Es liegt ca. 3 km vom Camino entfernt.
Geschichte 
Das Franziskanerkloster Herbón wurde 1396 von Gonzalo Mariño und Pedro de Nemancos mit Hilfe von Spenden gegründet. Die Bedeutung des Gebäudes im Laufe der Zeit ermöglichte die Finanzierung verschiedener Renovierungs- und Bauphasen, sodass nur noch wenige Elemente der ursprünglichen Struktur erhalten sind. Im 17. Jahrhundert erfuhr das Kloster eine bedeutende Erweiterung und gewann dadurch an Macht und Autonomie. Das Kloster diente im Laufe der Zeit verschiedenen Zwecken. Ursprünglich der franziskanischen Observanz gewidmet, fungierte es später als Priesterseminar für Missionare (von 1701 bis 1985) und auch als Gefängnis für Liberale. Im 19. Jahrhundert war es zudem ein Knabenseminar.
Eine interessante Tatsache, die die Franziskaner zwar nicht beanspruchen, ist, dass sie laut Überlieferung die Paprikapflanze aus Amerika mitbrachten – den Ursprung eines der bekanntesten Produkte der Region, der Padrón-Paprika (auch Herbón-Paprika genannt). Diese Franziskaner verließen das Kloster 2013 nach sechs Jahrhunderten in der Gemeinde.
Architektur
Um zum Kloster zu gelangen, muss man eine lange, steile Rampe und mehrere Stufen hinabsteigen. Dort findet man die schlichte Fassade und den schönen Glockenturm. Das Gebäude stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert; nur der Kreuzgang, der Speisesaal der Mönche und die Schlafsäle sind älter. Der Komplex ist von einer fast 825 Meter langen Mauer umgeben. Auch der Kreuzgang, die Gemächer des Erzbischofs und der wunderschöne Altar von Jacinto de Barrios sind bemerkenswerte Merkmale.
Im Inneren sind die Gambino-Skulpturen besonders bemerkenswert. Jean-François Gambino ist ein französischer Bildhauer, der 1966 in Paris geboren wurde, und sich zuletzt vor allem als Tierbildhauer einen Namen machte. Zu den weiteren Höhepunkten der Kirche zählen die Empore und die Orgel von 1732. Die Orgel wurde im 20. Jahrhundert restauriert.
Geführte Touren
Geführte Touren durch die Umgebung umfassen die Kirche selbst sowie verschiedene Teile des Klosters, seine Gärten und den Weg zu den Fischwehren des Flusses Ulla. Der Garten ist bekannt für seine Kamelien und eine große Palme, die als bemerkenswerter Baum Galiciens gilt. Ebenfalls sehenswert ist der San-Bieito-Brunnen (renoviert 1786) mit einer Figur des Heiligen Franziskus, aus dessen Brust Wasser sprudelt.
Übernachtung
Die im Juni 2009 eröffnete Herberge im Kloster liegt 2,5 Kilometer vom Jakobsweg entfernt. Die Abzweigung führt an der Kirche San Xulián de Pontecesures vorbei, bevor man die Brücke über den Fluss Ulla überquert. Der Weg ist gut ausgeschildert.
Saison 2026: 1. April–31. Oktober. Gemeinsames Abendessen und Frühstück auf Spendenbasis; täglich Pilgermesse/-segen um 20 Uhr. Von April bis Oktober täglich um 18:00 Uhr Führungen
Adresse : C/ Rego da Manga, 56 – Herbón, Padrón – La Coruña.
Telefon : (+34) 679 460 942
E-Mail : hospitality@amigosdelcamino.com
https://www.paxinasgalegas.es/fiestas/monasterio-franciscano-de-herbon-padron-5538.html

Klöster am Camino Portugues Central ab Porto

Während man auf dem Camino Costal noch einige erhaltene Klöster findet, die auch teilweise Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, gibt es auf dem Camino Central deutlich weniger.

Etappe

Kloster / geistlicher Ort

Lage zum Camino

Übernachten

Vairão

Mosteiro de Vairão

direkt am Camino

Ja – Pilgerherberge im Kloster

  Rates 

Igreja/Mosteiro de São Pedro de Rates – wunderschöne romanische Kirche erhalten, erste Cluniazenserpriorat auf portugiesischem Gebiet

direkt am Weg

Nein

Ponte de Lima

Convento de Santo António

Nur noch Teile erhalten/ Ensemble mit Museu dos Terceiros, Ponte de Lima

direkt in Ponte de Lima

Nein

Ponte de Lima

Mosteiro de Refóios do Lima

ca. 5–7 km Abstecher

Nein

    

Valença

Mosteiro de Sanfins

ca. 10–15 km Abstecher

Nein

Tui

Kathedrale von Tui / ehemaliges Klosterumfeld

Romanisch/gotisches Gebäude auf einer Anhöhe über dem Rio Mino

direkt in Tui

Nein

Padrón

Convento de San Antonio de Herbón

s.o. Camino Costal

ca. 3–4 km Abstecher

Ja, Pilgerunterkunft

Vairao – Mosteiro de Vairao

Das Kloster Vairão wurde 974 gegründet und war 1021 eine gemeinsame Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen. Anders als die uns aus der Neuzeit bekannten Klöster und Konvente waren religiösen Gemeinschaften zum Teil gemischtgeschlechtlich – ein Merkmal, das mit dem Fortschreiten des Mittelalters abnahm. In Vairao erfolgte die Trennung vermutlich Mitte des 12. Jahrhunderts, woraufhin es zu einer rein weiblichen Klostergemeinschaft wurde.
Geschichte
Die Archive des Klosters Vairão, die sich heute im Torre do Tombo (Nationalarchiv Portugals) befinden, zählen zu den ältesten Dokumenten in portugiesischer Sprache. 1141 verlieh König Afonso Henriques dem Kloster eine Privilegienurkunde mit einem sehr großen Gebiet und schenkte ihm außerdem seine königlichen Güter Crasto und Azevedo. König Manuel I. leitete 1517 eine Reform ein, die mehrere Ordensgemeinschaften in einem städtischen Umfeld zusammenfassen und sie so aus ihren ursprünglichen Klöstern entfernen sollte. Entgegen den Absichten des Königs konnte die Gemeinschaft von Vairão der Zusammenlegung entgehen und das Kloster weiterführen.
Entsprechend dem Edikt von 1834 endete die Benediktinerinnengemeinschaft des Klosters Vairão offiziell am 9. Dezember 1891 mit dem Tod ihrer letzten Nonne und Äbtissin.1895 ging das Kloster in den Besitz der Schwestern vom Heiligsten Herzen Mariens über, die dort ein Kolleg gründeten. Nach der Auflösung der Ordensgemeinschaft wurde das Klostergelände bis 1986 als Hochschule und Schule genutzt.
Übernachtung
Das Pilgerherbergsgebäude des Klosters Vairão, das 2013 eröffnet wurde, ist die erste Herberge am zentralen portugiesischen Jakobsweg für Pilger, die in Porto starten.
Convent Street, 21 4485-687 Vairão
Mobiltelefon 966 431 916 mosteirodevairao@gmail.com
2015 wurde das Pilgermuseum – das Interpretationszentrum des Jakobswegs – eröffnet .
https://www.visitviladoconde.pt/pages/825/?geo_article_id=3194
https://www.visitviladoconde.pt/pages/820?geo_article_id=2669

Por PedroPVZ - Obra do próprio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19637149

Rates – Mosteiro de São Pedro de Rates

Das Kloster São Pedro de Rates liegt in der gleichnamigen Stadt in der Gemeinde Póvoa de Varzim und beherbergt eine der ausdrucksstärksten Kirchen portugiesischer romanischer Architektur. Obwohl das mittelalterliche Kloster als aktive Gemeinschaft nicht mehr besteht, bewahrt das erhaltene Gotteshaus – oft einfach als Kirche São Pedro de Rates bezeichnet – die Erinnerung an eine der Gründungsphasen der nationalen
Klosterarchitektur: die Ankunft der Cluniazenser in dem Gebiet, das später Portugal werden sollte.
Geschichte
Der Überlieferung nach ist der Ort mit dem Kult des Heiligen Petrus von Rates verbunden, der als erster Bischof von Braga und Märtyrer gilt. Seine Beisetzung und Verehrung sollen hier ein religiöses Zentrum begründet haben, das der Romanik vorausging.
Der entscheidende Moment kam Ende des 11. Jahrhunderts, als Graf Heinrich von Burgund und Teresa von León das verfallene Kloster Rates dem Priorat La Charité-sur-Loire schenkten, das der mächtigen Abtei Cluny in Frankreich unterstand. So entstand das erste Cluniazenserpriorat auf portugiesischem Gebiet , das der Benediktinerregel folgte und in das europäische Netzwerk eingebunden war, das damals das religiöse Leben des Westens neu gestaltete.
Kirche
Der Bau der romanischen Kirche begann im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts und dauerte etwa ein Jahrhundert mit Unterbrechungen. Der Granitstein, das reich verzierte Westportal und der Skulpturenschmuck – historische Kapitelle, Kragsteine sowie pflanzliche und zoomorphe Motive – sind typische Merkmale des romanischen Stils in Portugal. Die Konstruktion der Kirche weist mehrere Unregelmäßigkeiten und Unsicherheiten auf, die die typische Phase konstruktiver Schwierigkeiten in der Romanik widerspiegeln – etwa die unterschiedlichen Breiten der Schiffe, die unregelmäßige Anordnung der Pfeiler oder das Vorhandensein vorgesetzter Säulen
Das Gebäude wurde im 15., 17. und 18. Jahrhundert erneut umgebaut, behielt aber stets seine romanische Einheitlichkeit, die Rates von vielen anderen mittelalterlichen Bauten unterscheidet, die in späteren Epochen stark verändert wurden. Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Cluniazenserorden gilt Rates als Vorbild für andere bedeutende Benediktinerklöster der Region.
Der Zugang zur Kirche erfolgt durch das imposante axiale Portal mit fünf Archivoten und halbrunden Bögen, das in die leicht asymmetrische und mit Strebepfeilern versehene Fassade eingelassen ist. Besonders hervorzuheben ist der Skulpturenschmuck der Kapitelle und vor allem des Tympanons. Das Skulpturenensemble dieser Kirche zählt zu den bedeutendsten Beispielen portugiesischer romanischer Kunst.
Es gibt einen ca. 20 km langen Verbindungsweg zum Küstenweg.
https://patrimonios.pt/mosteiro-de-sao-pedro-de-rates/
https://pt.wikipedia.org/wiki/Igreja_de_S%C3%A3o_Pedro_de_Rates#

Por Vitor Oliveira from Torres Vedras, PORTUGAL - Igreja da Ordem dos Terceiros de Santo António - Ponte de Lima - Portugal, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=78441350

Ponte de Lima – Convento de Santo António

Das Ensemble aus der Kirche Santo António de Frades Capuchos und der Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus umfasst die Kirche und den Kreuzgang des Klosters des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus sowie die angrenzendeKirche Santo Antonio dos Frades Capuchos, die Teil des Convento de Santo António war, das zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert abgerissen wurde und von dem nur noch ein Flügel erhalten ist.

Geschichte
Das Kloster, von dem heute nur noch die Kirche und ein Klosterflügel erhalten sind, wurde am1481 vom Bürgermeister von Ponte de Lima, Dom Leonel de Lima, und seiner Frau, Dona Filipa da Cunha, gegründet; die Gründung wurde durch eine Bulle von Sixtus IV. bestätigt. Mitte des 18. Jahrhunderts erfuhr der Klosterkomplex eine tiefgreifende Reform. Die heutige Fassade und der obere Chor stammen aus dieser Zeit, ebenso wie der Bau des angrenzenden Klosters und der Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus. Ein Großteil des Klostergeländes wurde zwischen dem späten 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen. Es gibt nur noch einen Flügel auf der rechten Seite der Kirche.
1978 wurde das Museum des Dritten Ordens mit Werken sakraler Kunst eingerichtet. Das Gebäude grenzt an die später erbaute Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus , mit der es sich den Kirchhof teilt.
Kirche
Zwischen 1744 und 1747 wurde die Fassade der Kirche erhöht und die gesamte Kirche umgestaltet. Sie erhielt schlichte Linien, ein einziges Kirchenschiff mit einer Vorhalle Narthex) und einen hohen Chor mit Chorgestühl. Der Eingang zum Narthex, ein segmentbogiger, gepolsterter Bogen mit Metallgeländer, durchbricht die Fassade. Über der Öffnung befindet sich eine kleine Nische, über der sich das Chorfenster mit geradlinigem Profil erhebt, flankiert von zwei Nischen mit den Figuren des Heiligen Franziskus und des Heiligen Petrus von Alcántara. Über dem Fenster ist ein rundes Okulus angebracht.
Auf der rechten Seite ist leicht vorspringend ein zweistöckiger Glockenturm angebaut.
Die Kirche vereint Architekturstile des Manierismus, Barock und Rokoko.
https://pt.wikipedia.org/wiki/Igreja_de_Santo_Ant%C3%B3nio_dos_Frades_Capuchos
https://monumentosesitios.blogspot.com/2019/09/convento-de-santo-antonio-ponte-de-lima.html

visitepontedelima.pt

Ponte de Lima – Mosteiro de Refóios do Lima
Das Kloster Refóios do Lima , auch bekannt als Kloster Santa Maria de Refóios do Lima , Pfarrkirche Refóios de Lima oder Kirche Santa Maria , befindet sich in der Gemeinde Ponte de Lima. Das Kloster Refojos do Lima war das größte aller Klöster im Gebiet der heutigen Gemeinde Ponte de Lima.

Geschichte
Es wurde als Kloster gegründet, in dem Mitglieder des Augustinerordens bis 1834 wohnten als die religiösen Orden in Portugal abgeschafft wurden. Der Bau des Klosters begann im Jahr 1143 und wurde 1152 abgeschlossen. Dokumente bestätigen, dass Afonso Ansemondes und seine Frau dem Kloster im Jahr 1150 die Grafschaft Refoios mit Palast und Ländereien schenkten.
Die ersten größeren Umgestaltungen erfolgten im 14. Jahrhundert und später im 16. Jahrhundert mit dem Wiederaufbau der Kirche im Jahr 1581. Die Hauptfassade bewahrt Merkmale aus dem 16. Jahrhundert, wie beispielsweise den Portikus mit deutlichen Renaissancemotiven; der obere Teil wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet. Der Glockenturm existierte bereits 1770 und wurde 1859 wiederaufgebaut, da er durch einen Blitzschlag teilweise zerstört worden war. Der verbliebene Klosterbereich beherbergt heute eine höhere Landwirtschaftliche Hochschule, das Polytechnische Institut von Viana do Castelo.
https://www.visitepontedelima.pt/pt/turismo/mosteiro-e-igreja-paroquial-de-refoios/

https://www.siradio.gal/2026/04/17/valenca-assinala-dia-internacional-dos-monumentos-e-sitios-com-visita-guiada-ao-mosteiro-de-sanfins/

Valenca – Mosteiro de Sanfins
Es ist eines der bemerkenswertesten Beispiele romanischer Architektur in Portugal und seit 1910 ein nationales Denkmal.

Geschichte

Das Kloster Sanfins war der Hauptsitz des ehemaligen Klosterguts Sanfins, das bis 1834 bestand. Aufgrund seiner Bedeutung erhielt es mehrere königliche Privilegien. Das Kloster Sanfins war zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert aktiv. Die ersten Gebäude dieses Benediktinerklosters für Männer stammen jedoch aus dem Jahr 604 n. Chr. Es war über Jahrhunderte ein bedeutendes religiöses Zentrum. Einer seiner berühmtesten Bewohner war der heilige Franz Borgia (1510–1572) vom Jesuitenorden.
Die Klosterruine ist abgeschieden und von einem üppigen Eichenwald umgeben. Sie liegt auf einer Höhe von 200 Metern, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf den Lapela-Turm und den Fluss Minho genießt.

Kirche
Die Klosterkirche, eines der bemerkenswertesten und bedeutendsten Beispiele romanischer Architektur in Portugal, wurde restauriert. In der Umgebung der Kirche kann man zwischen den Ruinen des Klosters, dem Aquädukt, den Nebengebäuden mit ihren Granitarkaden und einem kleinen Kreuzgang spazieren gehen. Die Wege, die zu den Wasserfällen führen, sind eine wunderbare Möglichkeit, dieses zauberhaften Ortes zu entdecken.
https://visitavalenca.pt/blog/mosteiros-de-portugal-conheca-o-mosteiro-de-sanfins/

1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Kultur Kultur

Der einzigartige portugiesische Manuelinik -Stil

Der einzigartige portugiesische Manuelinik -Stil

Die Manuelinik (auch Emanuelstil, Manuelinischer Stil oder Emanuelismus genannt) ist ein prunkvoller Architekturstil, der nur im Königreich Portugal des frühen 16. Jahrhunderts auftrat. Er dauerte kaum länger als eine Generation. Benannt ist die Manuelinik nach König Manuel I. (reg. 1495–1521), der während der wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit Portugals an der Macht war. Die Manuelinik ist mit der damaligen wirtschaftlichen Entwicklung und dem entstandenen Reichtum untrennbar verbunden und präsentiert den imperialen Anspruch des Landes auch an Kirchen und profanen Bauten.

Von Sailko - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61523380 Südportal und Fassade der Kirche Santa Maria de Belém, Mosteiro dos Jerónimos, Belém (Lissabon)

Stilkundliche Einordnung
Manche Kunsthistoriker ordnen die Manuelinik in die Spätgotik ein; andere bezeichnen sie als ersten Kolonialstil Portugals. Die Manuelinik kann als Sonderform der Spätgotik oder Mischstil zwischen Gotik und Renaissance angesehen werden.
Strukturell ist die Manuelinik gotisch mit Spitzbögen, Rippengewölben, Strebepfeilern.
Das Neue liegt in der Ornamentik. Über den gotischen Elementen wächst ein naturalistisches und maritimes Repertoire — Taue und Seemannsknoten, Anker, Armillarsphären, Korallen, Disteln und Laubwerk —, verflochten mit der königlichen Heraldik: das Kreuz des Christusordens und die Armillarsphäre, das persönliche Emblem des Königs. Teilweise wurden auch Elemente der Mudéjar -Kunst und der italienischen Frührenaissance übernommen, wie z. B. runde Bögen statt gotischer Spitzbögen (z. B. in Santa Maria de Belém oder der Conceiçao Velha in Lissabon) oder Säulen statt Pfeilern. Zuweilen wird auch ein afrikanischer oder indischer Einfluss angenommen.

Von Alejandro from Mexico City, MEXICO - Lisbon, Portugal, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70803166 Kreuzgang des Mosteiro dos Jerónimos, Belém

Inspiriert wurde der manuelinische Stil durch die Reisen der Seefahrer, deren Entdeckungen und Eroberungen Portugal seinerzeit einen besonderen Reichtum bescherten. Neben dem typischen gedrehten Tauwerk und den Seemannsknoten gibt es eine Reihe von charakteristischen Motiven, die häufig aus der Heraldik oder aus der christlichen und alchimistischen Symbolik stammen:

• Die Armillarspäre , ein astronomisches Instrument, das einen Anspruch auf die Weltherrschaft symbolisierte, und die ein Emblem der portugiesischen Könige Johann II. und Mauel I. war;
• das Kreuz der Christusritter des bedeutendsten Ritterordens in Portugal, der auch eine enge Verbindung zum portugiesischen Königshaus hatte;
• naturalistische Motive, wie Astwerk, Blattwerk (z. B. Lorbeer oder Efeu), Blumen, Distern, Artischocken, Früchte wie Granatäpfel u. ä.;
• maritime Motive wie Korallen, Muscheln oder Algen;
• Tiere und menschliche Figuren;
• fantastische oder groteske Figuren und Mischwesen, wie Nixen oder Sirenen u. a.

In der kunsthandwerklichen Ausführung all dieser Zierformen fällt eine Tendenz zum Weichen und Runden auf (nicht zum Hohen und Spitzen wie in der Gotik). Die üppige Ornamentik ziert vor allem Portale und Fenster, aber auch Wände und Dächer, sie schmückt Klöster, Kirchen und Paläste.

Von Marcio - Castelo dos Templários - Tomar, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32871990 Seefahrerornamentik im manuelinischen Stil in Tomar

Bauten
Ein Großteil der manuelinischen Bauten wurden beim großen Erdbeben von Lissabon 1755 zerstört. Als die bedeutendsten und prächtigsten Beispiele der Manuelinik gelten der Torre de Belém und das benachbarte Hieronymitenkloster mit seinem Kreuzgang in Lissabon, sowie das Kloster Batalha und Teile des Christusklosters in Tomar – hier ist u. a. ein berühmtes Fenster des Kapitelsaals außen wie innen reich mit plastischem, verflochtenem Schiffstauwerk und Naturmotiven verziert. Als eines der frühesten Beispiele der Manuelinik gilt außerdem die berühmte Kirche des Convento de Jesus in Setúbal, mit Pfeilern in Form riesiger gedrehter Schiffstaue. In Lissabon sind noch die Fassaden der Kirche Nossa Senhora da Conceição Velha und des Convento da Madre de Deus (heute:Museu Nacional do Azulejo ) in einem rein manuelinischen Stil erhalten, in Coimbra die Fassade der Capela de São Miguel der Universität und Teile desMosteiro de Santa Cruz , insbesondere das Kirchenportal und der Kreuzgang – letzterer ist jedoch wesentlich schlichter als die Kreuzgänge von Belém und Batalha. Besonders erwähnenswert sind auch die Hauptkirchen von Golega,Vila do Conde,Viana do Alentejo , und die Kirche São Julião in Setúbal, alle mit prächtigen, typisch manuelinischen Portalen. Darüber hinaus finden sich Beispiele für den manuelinischen Stil auch an kleineren Kirchen oder Bauwerken in ganz Portugal. Der manuelinische Stil lebt in den Verzierungen der portugiesischen, spanischen, mexikanischen und kolonial indischen Kunst weiter, die er beeinflusst hat.
Bedeutende Vertreter dieses Stils waren Joao de Castilho und Diogo Boitaca, die für das Klostergeviert des Hieronymitenkloster berühmt sind, sowie Francisco und Diogo de Arruda, die den Torre de Belém am Tejoufer in Lissabon entworfen haben.

Torre de Belém, Von Bert K. - originally posted to Flickr as Lisboa / Lisbon / Lissabon, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9489857Lissabon
Von Diego Delso, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20358552 Seitenportal der Kirche São Julião, Setúbal
1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Kultur Kultur

Der Bahnhof Sao Bento in Porto – einer der schönsten Bahnhöfe der Welt

Der Bahnhof Sao Bento in Porto - einer der schönsten Bahnhöfe der Welt

Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Mosteiro de Sao Bento de Ave-Maria gelegen, bietet der Bahnhof von Porto nicht nur eine beeindruckende Architektur, sondern vor allem auch über 20.000 Azulejos, die berühmten portugiesischen Keramikfliesen, auf denen die Geschichte Portugals dargestellt wird. Der Bau des Bahnhofs begann im Jahr 1900 und wurde 1916 abgeschlossen. Der Architekt des Projekts, José Marques da Silva, schuf ein Gebäude, das klassische europäische Architektur mit typisch portugiesischen Elementen vereint.

Von Jose Goncalves / Joseolgon in der Wikipedia auf Portugiesisch - Übertragen aus pt.wikipedia nach Commons., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1821843 Empfangsgebäude

Die Kachelkunst von Jorge Colaço
Ein herausragendes Merkmal des Bahnhofs São Bento sind die Azulejos (Kacheln), die die Wände der Haupthalle schmücken. Diese Kacheln erzählen Geschichten aus der Geschichte Portugals und sind ein einzigartiges Beispiel für portugiesische Kunst. Sie wurden von dem renommierten Künstler Jorge Colaço entworfen und zwischen 1905 und 1916 installiert.
Über 20.000 Kacheln (551 Quadratmeter) zieren die Wände des Bahnhofs. Die Szenen auf den Azulejos stellen bedeutende historische Ereignisse dar, darunter die Schlacht von Valdevez und die Eroberung von Ceuta. Diese meisterhaft gestalteten Kunstwerke sind nicht nur von künstlerischem, sondern auch von historischem Wert und machen São Bento zu einer Sehenswürdigkeit, die weit über einen gewöhnlichen Bahnhof hinausgeht.
Die Paneele sind weit mehr als bloße Dekoration; sie sind versteinerte Erzählungen. Wer den Blick schweifen lässt, entdeckt zwei unterschiedliche Stilwelten: Ein mehrfarbiger Fries im oberen Bereich illustriert die Entwicklung des Transportwesens in Portugal bis hin zum Siegeszug der Eisenbahn. Darunter dominieren die klassischen blau-weißen Monochrom-Paneele, die entscheidende Wendepunkte der portugiesischen Geschichte verewigen. Zu den Highlights zählen die Schlacht von Valdevez (1140), die Begegnung des Ritters Egas Moniz mit König Alfons VII. von Kastilien, der festliche Einzug von Johann I. und Philippa von Lancaster anlässlich ihrer Hochzeit in Porto (1387) sowie die Eroberung von Ceuta (1415).

Von Otto Domes - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109596844 Eingangshalle

Architektur und Design
Der Architekturstil von São Bento lässt sich als eine Mischung aus französischem Neoklassizismus und typisch portugiesischen Stilelementen beschreiben. Die Fassade des Bahnhofs ist in einem eleganten, aber funktionalen Stil gehalten, während die Kachelarbeiten im Inneren eine harmonische Verbindung zur Geschichte und Kultur Portugals schaffen.
Der Haupteingang des Bahnhofs ist besonders beeindruckend. Durch die großen, kunstvoll gestalteten Fenster fällt viel Licht in das Innere, was die Schönheit der Azulejos noch mehr zur Geltung bringt. Die Kombination von Licht, Raum und Kunst verleiht dem Bahnhof eine fast museale Atmosphäre.
Neben den historischen und künstlerischen Aspekten bietet der Bahnhof eine Vielzahl von praktischen Annehmlichkeiten, darunter Restaurants, Geschäfte und Verbindungen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der nahegelegene Praca da Liberdade und die berühmte Rua das Flores sind nur wenige Minuten zu Fuß entfernt und laden zum Entdecken ein.

https://minimalist.travel/transport/trains/porto-sao-bento-guide/
1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Kultur Kultur

Azulejo in Portugal – eine identitätsstiftende Kunstform

Azulejo in Portugal – eine identitätsstiftende Kunstform

By Ajay Suresh from New York, NY, USA - Sevilla-4-9, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79612918

Unter Azulejo versteht man ein Bild aus zumeist quadratischen, bunt bemalten und glasierten Keramikfliesen, das seinen europäischen Ursprung in Spanien und Portugal hat und dort hergestellt wird. Diese wetterfesten Fliesen sind in diesen Ländern fester Bestandteil des Stadtbildes und werden an öffentlichen Monumenten und Gebäuden, Hausfassaden und Kirchen, aber auch an Innenwänden zu oftmals künstlerischen Wandbildern zusammengefügt. Häufig sind alte Blumen-, Vögel- und Schiffsmotive verarbeitet. In Wandverkleidungen aus Azulejos finden sich traditionell auch Ornamente der islamischen Kunst.

Cathedral of Porto By Georges Jansoone - Self-photographed, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1263584

Geschichte

Der Name Azulejo leitet sich von arabisch الزليج, az-zulaiǧ („Fayence“, „Kachelwerk“) ab.
Die Technik der Keramikherstellung stammt ursprünglich aus Mesopotamien und Persien.
Dort wurde Keramikgeschirr bereits um 500 v. Chr. hergestellt. Über Persien gelangte das Wissen in die islamischen Regionen Nordafrikas und mit der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Araber um 800 n. Chr. ins heutige Spanien und Portugal.
Auf der Iberischen Halbinsel sind die Kacheln somit eine Hinterlassenschaft der Mauren. Die Technik der Herstellung wurde von einheimischen Handwerkern übernommen und weiterentwickelt. Zentrum der Herstellung war im 12./13. Jahrhundert Andalusien, dort vor allem Granada. Im 14. Jahrhundert war Valencia für seine Azulejos berühmt.

Am 2. Januar 1492 endete die sog. Reconquista, die Rückeroberung der maurisch beherrschten iberischen Halbinsel durch die katholischen Könige. Sechs Jahre danach reiste der König von Portugal,dom Manuel I. nach Spanien. Er besuchte die ehemals maurischen Paläste in Zaragoza, Toledo, Granada und Sevilla und war begeistert von den Tausenden von Kacheln und Fliesen, die die Innenräume mit ihren ornamentalen Strukturen verzierten. Dom Manuel wollte diese auch in seinen Palästen haben und so tauchte die andalusische Keramik Anfang 1500 zum ersten Mal in Portugal auf. Der Nationalpalast von Sintra, der als Residenz des Königs diente, ist eines der besten und originellsten Beispiele für diese ersten Fliesen. Die wurden noch 1503 aus Werkstätten in Sevilla importiert, erst danach begann man in Portugal, eigene Produktionsstätten hochzuziehen. Etwa ab dem 16./17. Jh. wurde Portugal Hauptproduzent für Azulejos.

CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=719687 Sevilla

Da die Herstellung und die kunstvolle Bemalung sehr aufwändig waren, konnten sich zunächst nur die Kirche, der Adel und wohlhabende Kaufleute diese teuren Kacheln leisten. So dekoriert man mit Azulejos zunächst nur die Innenräume von Palästen, Kirchen und Klöstern. Die figurativen Azulejos des 17. Jahrhunderts waren stark von Auftragsarbeiten geprägt. Kirche und Adel waren die beiden gesellschaftlichen Gruppen, die zu dieser Zeit Azulejos in Auftrag gaben und dabei die Figuration nutzten, um Botschaften zu vermitteln, ohne dabei den dekorativen Wert der Kompositionen zu vernachlässigen.
Wir sollten bedenken, dass in allen profanen Räumen, für die Azulejos in Auftrag gegeben wurden, sie den Geschmack der Eigentümer widerspiegeln und die doppelte Funktion haben, architektonische Räume zu schmücken und Botschaften sozialer und politischer Bestätigung zu verbreiten.

Erst mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jh. und dem Siebdruckverfahren konnten Azulejos günstiger und teilweise in Massenproduktion hergestellt werden. So verließen die Azulejos die Innenräume und belebten als Fassaden das Bild der Städte, da dann auch ganze Häuserfassaden, städtische Bauwerke und auch Privathäuser mit Azulejos verkleidet wurden.
Die Expansion der Städte und die Entwicklung neuer Stadtgebiete führten, gepaart mit einer individualistischeren Mentalität in Bezug auf Erfolg und dem Zurschaustellen des erworbenen Status, zu einer zunehmenden Verwendung von Azulejos an Fassaden. Diese dienten dazu, ansonsten unauffällige Gebäude durch Merkmale hervorzuheben, die zum Teil direkt mit ihren Besitzern in Verbindung standen. Da es zunächst meist Neureiche waren, die sich diesen Luxus leisten konnten, war diese Modeströmung in der Bevölkerung zunächst gar nicht gut gelitten.
Die Beispiele schöner Gebäude mit Azulejos in Portugal sind zahllos und sie sind beliebter als je zuvor. Auch heute noch verschönern Architekten und Städtebauer mit Azulejos Häuser, Plätze, Brunnen oder auch moderne U-Bahn-Stationen.

By Nelson Rocha from Portugal - Igreja dos Congregados, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9781389 Porto

Techniken

Zu den frühesten Formen der Wanddekoration mit Azulejos zählen Wandmosaike. Verschiedenfarbige Fliesen werden dabei in Stücke gebrochen und zu einem Mosaik kombiniert. Noch heute wird diese Technik in Marokko und Algerien verwendet und schmückt Innenhöfe und Brunnen.
Die ersten glasierten Fliesen bestanden aus geometrischen Anordnungen zugeschnittener Fliesenstücke („Alicatado“). Die verwendeten Muster sind komplex und spiegeln die Vorliebe für Geometrie in der islamischen Welt wider. Allerdings ist das Alicatado- Verfahren nach wie vor kostspielig, da das Zuschneiden der Fliesen viel Handarbeit erfordert. Zudem entsteht dabei ein erheblicher Fliesenabfall. Um diese Nachteile zu überwinden, kamen die Handwerker schließlich auf die Idee, farbige Glasuren direkt auf die Tonfliesen aufzutragen, dabei aber verschiedene Bereiche zu trennen, um ein Vermischen der Farben zu vermeiden.
In Spanien wird dieses Verfahren „Cuerda Seca“ genannt.
Um 1500 wurde das Cuerda-Seca -Verfahren durch zwei ähnliche Techniken ersetzt. Bei Arista -Fliesen erfolgt die Unterteilung durch feine Tonrillen, bei Cuenca- Fliesen durch Rillen. In beiden Fällen wird eine mit dem Muster versehene Holzform verwendet, um die weiche Tonfliese zu prägen. Dadurch entsteht keine schwarze Linie mehr zwischen den verschiedenfarbigen Elementen. Diese beiden Techniken dienten der Herstellung preisgünstiger Alicatados .
Bereits im 14. Jahrhundert kommen bei kurvilinearen kalligraphischen Schriftbändern auch Techniken des Abritzens und Auskratzens vor – der eigentliche stets schwarze Schriftzug wurde dabei stehen gelassen, so dass der größere Teil der Kacheloberfläche abgekratzt oder mit einem feinen Metallstiche abgearbeitet wurde.
Im 16. Jahrhundert stießen die alten Handwerkskünste der Keramikbrenner auf neue europäische Majolika-Techniken vor allem aus Italien. Diese konnten den Wunsch der Auftraggeber nach bildhaften Darstellungen erfüllen. Während Alicatado- oder Cuerda-Seca-Fliesen von Handwerkern gefertigt wurden, werden Azulejo-Tafeln nun von Künstlern bemalt. Der Azulejo-Maler erlangte somit den Status eines Künstlers und signierte seine Tafeln häufig. Der Stil der Azulejos hat sich grundlegend gewandelt: Große, verzierte Tafeln zeigen figürliche und erzählerische Szenen, ganze Bildzyklen auf Kacheln gemalt und gebrannt.

By Gryffindor - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5330864 Segovia

Was ist das Besondere der portugiesischen Azulejos?

Eine der damals herausragenden Eigenschaften, obwohl sie ihre Wurzeln im vorangegangenen Jahrhunderten hatte, war die Art und Weise, wie sie als strukturierendes Element der Architektur eingesetzt wurde, und zwar in den oft monumentalen Verkleidungen, wobei die Azulejos-Muster eine Schlüsselrolle spielten.Die Kirche war die Hauptinstanz, die für die Beauftragung wiederholter Azulejos verantwortlich war, eine äußerst effektive Methode zur oft vollständigen Verkleidung der Mauern ihrer Kirchen.
Die Vielfalt der Lösungen und Vorschläge bei den portugiesischen Fliesenmustern dieser Zeit hat in anderen europäischen Produktionen kein Pendant. So kann man festhalten, dass einer der faszinierendsten Aspekte des kreativen Prozesses portugiesischer Keramikmaler über die Zeit ihre Fähigkeit ist, Themen und dekorative Motive verschiedener Herkunft zu erfinden und zu interpretieren, eine Verschmelzung von Einflüssen zu gestalten, die zur Schaffung einer einzigartigen Sprache führte und führt.

Wie schon in der Vergangenheit sucht das Azulejo unaufhörlich nach neuen Herausforderungen und ist bereits in einige der typischen Sprachen der heutigen Welt Eingang gefunden. Von den pixeligen Computerbildern (Azulejos im Ozeanarium Lissabon von Ivan Chermayeff, 1998) bis zur Subversion des Graffiti-Diskurses, über die märchenhafte Ausgelassenheit von Cartoons oder die Verfeinerung der Bilder in der Werbung oder im Design, zeigt es eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Anpassung und Neuerfindung, die in einer anderen Form des künstlerischen Ausdrucks schwer zu erreichen wäre.

By Vysotsky - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42384696 Azulejos des 21. Jh.
1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Kultur Kultur

Legenden : „Der Hahn von Barcelos „– eines der bekanntesten Symbole Portugals und „Vom Ursprung der Jakobsmuschel“

Legenden : „Der Hahn von Barcelos „– eines der bekanntesten Symbole Portugals und „Vom Ursprung der Jakobsmuschel“

Der “Galo de Barcelos” ist eines der bekanntesten Symbole Portugals. Er wird normalerweise als bunter Keramikhahn dargestellt, der mit vielfältigen Mustern, darunter Herzen und Blumen, verziert ist. Die leuchtenden Farben und die detaillierte Arbeit, die in jede Figur fließen, machen jeden Hahn einzigartig.
Die Figur des Hahns symbolisiert laut der Legende Glaube, Gerechtigkeit und Optimismus. Sie ist ein Zeichen für die Hoffnung in scheinbar ausweglosen Situationen und ein Appell an das Gewissen und die Gerechtigkeit. Darüber hinaus steht der Hahn als morgenländischer Vorbote für einen neuen Anfang und Positivität. Es ist eine typisch portugiesische Tradition, einen “Galo de Barcelos” als Glücksbringer zu kaufen oder zu verschenken.

Die Legende vom Hahn von Barcelos

Es war einmal ein Mann aus Galizien, der in die Stadt Barcelos kam. Er war aber nicht irgendein Mann, sondern ein braver Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela, um dort ein Gelübde zu erfüllen. Doch die Leute in Barcelos trauten ihm nicht und hielten ihn für einen Dieb. Obwohl er immer wieder beteuerte, unschuldig und nur ein frommer Pilger zu sein, glaubten sie ihm nicht und gaben ihn zur Strafe den Behörden ab.
Der Richter, der sein Urteil fällen sollte, war ein harter Mann, der nicht leicht zu überzeugen war. Auch als der arme Pilger vor ihm stand und seine Unschuld bekräftigte, blieb der Richter unbeeindruckt. Er wollte gerade mit seinen Freunden ein Festessen beginnen und hatte keine Zeit für die Beteuerungen des Pilgers. Doch der Pilger blieb standhaft und sagte dem Richter mit fester Stimme: “So wahr wie ich unschuldig bin, so wahr wird dieser gebratene Hahn auf deinem Tisch krähen, wenn ich gehängt werde.”
Natürlich lachten alle Anwesenden über diese Behauptung. Ein gebratener Hahn, der kräht? Das schien unmöglich. Doch dann geschah das Unglaubliche: Genau in dem Moment, als der Pilger gehängt werden sollte, erhob sich der gebratene Hahn auf dem Festmahlstisch des Richters und krähte laut. Alle waren sprachlos, allen voran der Richter. Er erkannte seinen Irrtum und rannte zum Stadtplatz, um die Hinrichtung zu stoppen. Da sah er, dass ein Knoten im Strick das Zugehen desselben verhindert hat. Sofort ließ er den Pilger freilassen und entschuldigte sich bei ihm.
Einige Jahre später kehrte der Pilger nach Barcelos zurück und widmete der Stadt aus Dankbarkeit ein prächtiges Denkmal. Dieses Denkmal wurde später zu Ehren von Santiago und der Jungfrau Maria geweiht. Und so erinnert die Geschichte des Hahns von Barcelos noch heute an das Wunder, das sich einst in dieser Stadt ereignete.

https://www.portugalismo.de/barcelos/

Die Legende vom Hahn von Barcelos wird natürlich nicht wörtlich geglaubt, ist aber ein wichtiger Teil der portugiesischen Kultur aufgrund der moralischen Werte, die sie enthält. Die Legende handelt von einem immer wiederkehrenden portugiesischen Thema und berührt Aspekte des täglichen Lebens, wie Gerechtigkeit, Stolz, Schicksal und dialektischen Wunderglauben, die in Portugal hohe Wertschätzung genießen. Zugleich spiegelt die Legende den spielerischen und distanzierten Umgang der Portugiesen mit weltlichen und religiösen Hierarchien wider. So stehen hier die Menschlichkeit und der Humor der einfachen Bevölkerung gegen den ihr gegenüber distanzierten, oft willkürlich wirkenden Eliten.

https://img.ricardostatic.ch/images/1d562005-5a0e-4211-a3c5-d35c4f09a90e/t_1000x750/vintage-deco-hahn-skulptur-aus-messing

Der Hahn als Kämpfer

Man findet aber auch häufig Skulpturen von kämpfenden Hähnen. Das hat nichts mit dem Hahn von Barcelos zu tun, sondern gehört zu einer älteren und allgemeineren Symbolik des Hahns, die in Portugal auf besondere Weise mit Volkskunst und – historisch – auch mit Hahnenkämpfen als volkstümliche Unterhaltungstradition verbunden ist.
Der Hahn verkörpert traditionell Eigenschaften wie Mut, Stolz, Kampfgeist, Wachsamkeit und Revierverteidigung. Zwei aufeinander losgehende Hähne verstärken diese Bedeutung: Es geht um Konkurrenz, Ehre und die Auseinandersetzung zweier gleich starker Kräfte.

Man kann sagen:
Der bunte Hahn von Barcelos trägt eher die Botschaften:
Wahrheit – Gerechtigkeit – Glaube – Hoffnung – Rettung.
Die kämpfenden Hähne dagegen eher die Botschaften
Mut – Kraft – Stolz – Rivalität – Durchsetzungswillen.

Auf jeden Fall hat der Hahn in der portugiesischen Tradition immer eine starke Rolle gespielt.

Jakobsmuschel

Der Ursprung der Jakobsmuschel als Symbol der Pilgerschaft

Der Portugiesische Weg entlang der Küste erzählt die berühmte Legende vom Ritter der Muscheln. Die Jünger Athanasius und Theodore waren auf dem steinernen Floß mit den sterblichen Überresten des Apostels in Richtung Norden unterwegs, als sie auf der Höhe des Fischerdorfes Bouzas, heute einer der reizvollsten Stadtteile von Vigo, am Ufer auf die Feierlichkeiten einer Hochzeit stießen.
Die Teilnehmer spielten “abofardar”, ein Reiterspiel, das darin bestand, einen Speer oder “bofarda” (Lanze) in die Luft zu werfen und ihn zu Pferd im Galopp aufzufangen, bevor er auf dem Boden aufschlug. Als der Bräutigam an der Reihe war, lenkte eine Windböe den Speer ins Meer ab. Aber der junge Mann, fest entschlossen zu gewinnen, verfolgte ihn und versank dabei in den Wellen.
Die Zeit verging und weder der Bräutigam noch sein Reittier kamen aus dem Wasser, also schien alles darauf hinzudeuten, dass die Hochzeit in einer Tragödie enden würde. In diesem Moment näherte sich das Steinboot der Stelle, an der er versunken war, und das Wunder geschah: Beide tauchten mit Muschelschalen bedeckt aus dem Wasser auf.
Später erklärten die Jünger des Apostels, dass alle Menschen, die sich entschlossen, nach Santiago de Compostela zu pilgern, diese Muschel als Zeichen der Verehrung und in Erinnerung an dieses Wunder tragen sollten. So entstand eines der repräsentativsten Elemente des Jakobsweges. (s. auch Kapitel Jakobsmuschel)

1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino Portugues Geographisches Geographisches

Der Camino Portugués und seine Varianten

Der Camino Portugués und seine Varianten

von Porto nach Santiago de Compostela

Sehr häufig spricht man vom portugiesischen Weg, dem Caminho Portugués. Aber DEN portugiesischen Weg gibt es eigentlich nicht.
Zum einen ist es so, dass der sogenannte portugiesische Weg im ersten Abschnitt mit ca. 130 km durch den Norden Portugals führt, der zweite Teil mit ca. 116 km aber bereits durch Galicien in Spanien verläuft (Route Central). Zum anderen gibt es sowohl im portugiesischen als auch im spanischen Teil verschiedene Routenvarianten, zwischen denen man sich entscheiden muss.

Der Camino Portugués hat also mehrere Varianten. Die wichtigsten unterscheiden sich vor allem durch die Landschaft, die Länge und die kulturellen Sehenswürdigkeiten. Auf der Karte sind verschiedenen Varianten aufgezeichnet.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Varianten. Wie aus der Karte ersichtlich ist, gibt es weitere Varianten und auch an verschiedenen Orten die Möglichkeit von einer Variante zur anderen zu wechseln. Auf diese Möglichkeiten gehe ich hier nicht ein, sie ermöglichen aber eine sehr individuelle, den eigenen Bedürfnissen angepasste Routenwahl.

Route

Typischer Start

Charakter & wichtigste Sehenswürdigkeiten

 Central

Von Lissabon

Ca. 855

Von Porto 240 km

Die klassische Variante. Von Lissabon über Santarém, Tomar, Coimbra, Porto, Barcelos, Ponte de Lima, Valença, Redondela, Pontevedra und Padron nach Santiago. Alternativ nur ab Porto –

die (noch) meist gegangene Route

Highlights: Kloster von Tomar (Templer), Coimbra, historische Altstadt von Porto, Barcelos, die Römerbrücke von Ponte de Lima, die Festung von Valença, Pontevedra.

Caminho da Costa / Küstenweg

Porto

Ca.270 km

Deutlich mehr Atlantik, wird immer stärker nachgefragt: Porto – Vila do Conde – Póvoa de Varzim – Esposende – Viana do Castelo – Caminha – Valença -Tui (Spanien) – Redondela – Pontevedra – Santiago.

Besonders schön sind die Küstenlandschaften, Strände, Viana do Castelo, die Mündung des Minho und später Pontevedra sowie die zahlreichen Klöster auf diesem Weg.

Eine zusätzliche Variante verläuft unmittelbar an der Küste entlang – Senda da Orla Litoral-  der Küstenpfad.  Der Küstenpfad ersetzt nicht den Küstenweg, sondern er ist eine alternative Route noch näher am Meer.

Küstenweg

über A Guarda

Porto

Ca.285 km

Alternative Küstenroute: Nach Caminha mit der Fähre über den Minho nach Spanien, dann A Guarda – Oia – Baiona – Vigo – Redondela.

Sehr reizvoll Variante wegen der galicischen Atlantikküste und des Klosters von Oia sowie Baiona,

Spiritueller Küstenweg

über

Pontevedra nach Padron

Porto

Ca.318 km

Ca.257 km

Küstenweg von Pontevedra an der Küste entlang Poio über nach Padron

Weniger frequentiert, landschaftlich sehr schön mit Bootsfahrt

318 km Porto – A Guarda – Pontevedra – Poio – Armenteira – Vilanova de Arousa – Padron -Sanitago 

257 km Porto – Barcelos – Ponte de Lima – Redondela – Poio -Armenteira – Vilanova de Arousa – Padron

Sehr beeindruckend: die Fahrt mit dem Pilgerboot über die Ría de Arousa und den Río Ulla (der Traslatio) und das Kloster in Armenteira sowie die Mischung aus Klöstern, Weinbergen, Flusstälern und Küste.

Via de Braga / Geira e Arrieiros

Porto über Braga

Ca. 270 km

Weniger frequentierte, historisch interessante Variante über Braga, teilweise alte römische Wege und Brücken, Agrar- und Waldgebiete, zahlreiche Kapellen und ländliche Zentren.

Mehr Natur und ursprünglicher Charakter; dafür anspruchsvoller und weniger „klassisch“ als Central/Costa, weniger Herbergen

Lissabon–Porto (Central)

Lissabon

Ca. 615 km

Wenn du viel Portugal erleben möchtest: Lissabon – Santarém – Tomar – Coimbra – Porto. Ab Porto über Central oder Costa weiter nach Santiago

Besonders interessant sind Lissabons Altstadt, Santarém, Tomars Burg und Kloster ,(Fatima) und Coimbra, Universitätsstadt.

www.caminador.es

 

Mögliche Etappen der beiden Hauptwege von Porto aus ohne Varianten

 Die traditionellen Variante – der Camino Portugues Central Etappen:

Diese traditionelle Route ist reich an kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten und bietet eine beeindruckende Mischung aus städtischem Flair und ländlicher Idylle.

Etappen Nr.

Start

Ziel

Kilometer

1

Porto

Matosinhos

10 km

2

Matosinhos

Vila do Conde

24 km

3

Vila do Conde

Barcelos

25 km

4

Barcelos

Ponte de Lima

34 km

5

Ponte de Lima

Rubiães

18 km

6

Rubiães

Tui

19 km

7

Tui

Porriño

16 km

8

Porriño

Redondela

16 km

9

Redondela

Pontevedra

20 km

10

Pontevedra

Caldas de Reis

21 km

11

Caldas de Reis

Padrón

18 km

12

Padrón

Santiago de Compostela

25 km

Der Küstenweg – der Camino Portugues de la Costa Etappen:

Der Küstenweg ist besonders beliebt bei denjenigen, die die Nähe zum Meer, nette Fischerdörfer und Spiritualität mit kulturellen Erlebnissen und atemberaubenden Landschaften schätzen.

Etappen Nr.

Start

Ziel

Kilometer

1

Porto

Matosinhos

10,5 km

2

Matosinhos

Vila do Conde

24 km

3

Vila do Conde

Esposende

23,8 km

4

Esposende

Viana do Castelo

22,3 km

5

Viana do Castelo

Vila Praia de Ancora

19,4 km

6

Vila Praia de Ancora

Caminha

14,4 km

7

Caminha

Guarda

11,5 km

8

Guarda

Mougas

17,9 km

9

Mougas

Ramallosa

20,9 km

10

Ramallosa

Vigo

19,7 km

11

Vigo

Redondela

15,5 km

12

Redondela

Pontevedra

18 km

13

Pontevedra

Caldas de Reis

23 km

14

Caldas de Reis

Padrón

19 km

15

Padrón

Santiago de Compostela

25 km

https://www.pilgrim.es/de/portugiesischer-weg/

Der Portugiesische Binnen- oder Inlandsweg

Der Portugiesische Binnenweg nach Santiago ist die Jakobsroute, die das nördliche Landesinnere Portugals durchquert und Viseu mit der Kathedrale von Santiago de Compostela in Galicien verbindet. Er hebt sich von den Küstenrouten dadurch ab, dass er durch das Hochland der Beira Alta und von Trás-os-Montes ansteigt und das Dourotal überquert, auf einer gebirgigeren und weniger begangenen Strecke.
Streckenverlauf und Etappen
Die Route geht von Viseu aus und erstreckt sich über acht portugiesische Gemeinden bis sie die Grenze bei Vilarelho da Raia erreicht. Auf portugiesischer Seite legt der Weg etwa 205 bis 214 Kilometer zurück. Er ist üblicherweise auf neun Etappen verteilt sind und verbindet Viseu, Mões, Magueija, São Gonçalo de Lobrigos, Vila Real, Zimão, Oura und Chaves vor der Grenze. Nach der Grenzüberquerung führt die Route über Verín nach Galicien und geht hier auf der Vía de la Plata rund 180 Kilometer weiter bis Compostela. Insgesamt beläuft sich die Strecke zwischen Viseu und Santiago auf etwa 385 bis 390 Kilometer und durchquert Gebirgslandschaften, die Weinberge des Douro und alte Wege römischen Ursprungs.

1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Categories
Camino de Levante Camino del Norte Camino Primitivo Historisches Historisches Historisches Historisches Historisches Historisches Via de la Plata Via Tolosana

Entwicklung des Christentum in Spanien zwischen 500 und 1500 – ein kurzer Überblick

Entwicklung des Christentum in Spanien zwischen 500 und 1500 – ein kurzer Überblick

Hier kommt die Zuordnung

Die Geschichte des Christentums in Spanien zwischen 500 und 1500 ist geprägt von politischen Umbrüchen, religiösen Konflikten und kultureller Vielfalt. In dieser Zeit entwickelte sich das Christentum unter wechselnden Herrschaften und im Spannungsfeld mit dem Islam und dem Judentum.
Und wie kommt es, dass Spanien dann ein Land wurde, wo die Vereinheitlichung des katholischen Christentums im Vergleich zu anderen Ländern so stark war?


1. Westgotisches Reich (ca. 500 – 711)
Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches übernahmen die Westgoten die Kontrolle über große Teile der Iberischen Halbinsel. Die Westgoten wanderten um 500 von Südfrankreich, aus dem sie vertrieben wurden, nach Spanien ein, besiegten die Römer und breiteten sich über fast die ganze Halbinsel aus. In Toledo etablierten sie die Hauptstadt ihres Reiches, das auch Toledanisches Reich genannt wurde.
Anfangs waren sie Anhänger des Arianismus, einer vom römischen Christentum abweichenden Glaubensrichtung, die Jesus nicht als gleichwertig mit Gott anerkannte. So gab es zunächst zwei Religionsrichtungen, der westgotische Adel, der arianisch war, und die römische Bevölkerung, die katholisch war. Das führte zunächst zu Spannungen. Der Wendepunkt kam dann als König Rekkared I. 589 zum Katholizismus übertrat, eine Entscheidung, die beim 2. Konzil von Toledo offiziell gekannt gemacht wurde.
Das war wichtig, da dadurch eine religiöse Einheit im Land geschaffen wurde. Kirche und Staat waren eng miteinander verbunden und die Bischöfe gewannen großen Einfluss. Unter der Herrschaft Rekkareds kam es allerdings auch zu einer unerbittlichen Kampagne gegen alle Nichtchristen, vor allem die Juden. Einst eine tolerierte Minderheit, die mit den Römern ins Land kam und erfolgreiche Händler hervorbrachte, wurde nun verfolgt, ihrer Rechte und Besitzungen beraubt und gezwungen zum Christrum zu konvertieren.

= Es entstand so in Spanien ein starkes vom Staat gestütztes Christentum.

https://www.oteripedia.de/images/thumb/3/36/Map_Westgotenreich.jpg/800px-Map_Westgotenreich.jpg

2. Islamische Herrschaft (711 – ca. 1300)
Die Invasion muslimischer Truppen unter Tariq ibn Ziyad (711) und der anschließende Feldzug unter Musa ibn Nusayr zerschlugen das westgotische Königreich innerhalb weniger Jahre. Die Ursachen waren komplex: innere Thronfolgekonflikte, eine geschwächte Aristokratie und eine durch politische Spannungen zerrissene Kirche. Um 1000 war fast ganz Spanien von den Mauren besetzt und wurde zu „Al Andalus“.
Es folgte zunächst eine Zeit der friedlichen Koeistenz der Religionen. Diese Periode wird auch als „la convivencia“ bezeichnet, eine Zeit, in der die drei Religionen relativ friedlich miteinander lebten und von der Anwesenheit der anderen Religionen profitierten. Bildung, Wissenschaft und Fortschritt florierten. Besonders im Kalifat von Córdoba (10. Jh.) war die Gesellschaft relativ tolerant und kulturell hochentwickelt (Wissenschaft, Philosophie).

Wie lebten Christen unter muslimischer Herrschaft?
Christen wurden zu sogenannten Mozarabern, unter dem Islam lebende Christen.
Ihre Rechte waren allerdings eingeschränkt. Auf der einen Seite durften sie ihren Glauben ausüben und ihre Kirchen behalten, allerdings keine neuen bauen, anderseits mussten sie Sondersteuern zahlen und eine politische Unterordnung akzeptieren. Viele Christen übernahmen im Laufe der Zeit auch die arabische Sprache und Lebensweise. Je nachdem welche muslimische Herschaftsdymnastie in Spanien herrschte war das Zusammenleben mehr oder weniger konfliktbehaftet und auch die religiösen Einschränkungen größer oder kleiner.
Die Mozaraber entwickelten ein System kirchlicher Selbstverwaltung unter Fremdherrschaft (Dhimmi-Status), das in Westeuropa ohne Parallele ist. Während fränkische, angelsächsische oder germanische Kirchen mit christlichen Fürsten verhandelten, musste die iberische Kirche ihre Existenz gegenüber einem islamischen Staat rechtfertigen. Die iberische Theologie musste sich permanent mit islamischen Gotteskonzeptionen und dem Koran auseinandersetzen. Dies führte zum einen zu einer Aptation von Einflüssen zum anderen aber auch zu einer innerkirchlichen Auseinandersetzung gegen diese Einflüsse.

Die verschiedenen Bezeichnungen der religiösen Zuordnung weisen auf diese kulturelle gewisse Durchmischung hin.
• Muladies: zum Islam konvertierte Christen („zwischen zwei Welten geboren“)
• Moriscos: zum Christentum konvertierte Muslime („maurisch“)
• Mozarabes: unter dem Islam lebende Christen („arabisiert“)
• Mudéjares: unter dem Christentum lebende Muslime („jemand, dem das Bleiben gestattet ist)

= Es entstand eine Mischkultur aus Islam, Christentum und Judentum, aber das Christentum war unter islamischer Herrschaft eingeschränkt.

https://agustinadearagonschool.blogspot.com/2017/05/life-in-al-andalus.html

3. Die Reconquista und die Entstehung der christlichen Königreiche (718–c. 1100)

Die Keimzelle im Norden
Im Jahr 722 – so die christliche Überlieferung – soll die Schlacht von Covadonga stattgefunden haben, in der ein westgotischer Adliger namens Pelayo muslimische Truppen besiegte. Historisch ist dieses Ereignis wohl stark mythologisiert, doch es markierte symbolisch die Entstehung des Königreichs Asturien im kantabrischen Bergland – der ersten dauerhaften christlichen Herrschaft nach dem westgotischen Zusammenbruch.
Die asturischen Könige verstanden sich bewusst als Erben der Westgoten (Neo-Gotismus) und beanspruchten die Wiederherstellung des alten Hispaniens als ideologisches Programm. Dies verlieh der Reconquista eine religiöse und dynastische Legitimation, die weit über reine Territorialpolitik hinausging. Aus dem Königreich Asturien gingen später durch Teilungen und Heiraten die Reiche León, Kastilien, Navarra und Aragonien hervor, während im Nordosten die Katalanischen Grafschaften unter fränkischem Einfluss entstanden.

Die Rolle der Kirche im Wiederaufbau
Die Reconquista wird zwar oft als religiös motivierter „Kreuzzug“ der Christen gegen die Muslime dargestellt. Eine kritische Analyse zeigt jedoch, dass Religion zwar eine wichtige Rolle spielte, aber eng mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren verflochten war. Mit der territorialen Expansion nach Süden gingen intensive Kirchengründungen und Klosterbauten einher. Besonders bedeutsam war:
• Die Entdeckung des vermeintlichen Apostelgrabes in Santiago de Compostela (9. Jahrhundert): Das Grab des Apostels Jakobus (Sanctus Iacobus) wurde zur mächtigsten religiösen Legitimationsressource der Reconquista. Santiago entwickelte sich zum dritten Hauptpilgerziel der Christenheit nach Rom und Jerusalem und verband die iberische Kirche nun fest mit dem lateinischen Westen.
• Das Klosterwesen – unter den Benediktinern und vor allem den Zisterziensern – wurde zum Zentrum von Schriftkultur, Landerschließung und wirtschaftlichem Aufbau.

= Das Christentum wurde wieder politisch aktiv und expandierend.

Von Chocofrito - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46508562

4. Hochphase der Reconquista (1100–1300)

Jetzt wurde der Konflikt klar religiös aufgeladen. Das zeigt sich z.B. darin, dass im Verlauf der Reconquista das Bild des „Santiago Matamoros“ (Maurentöter) entstand. Legenden berichteten, Jakobus sei in Schlachten erschienen und habe den Christen zum Sieg verholfen. Diese Darstellung hatte eine klare Funktion: Sie legitimierte den Kampf religiös und motivierte Kämpfer, indem sie den Krieg als göttlich unterstützt darstellte. Herrscher nutzten den Jakobus-Kult gezielt, um ihre Macht zu stärken. Die Verbindung von Religion und Herrschaft verlieh militärischen Unternehmungen zusätzliche Legitimität. Zudem wurden die Christlichen Königreiche – unterstützt durch Ritter aus ganz Europa -stärker und besser organisiert.
Ein wichtiges Ereignis in der Reconquista war die Rückeroberung Toledos im Jahr 1085 durch den kastilischen König Alfons VI. Als ehemalige Hauptstadt des Westgotenreiches war die Einnahme ein symbolischer Sieg für die Christen.1088 bestätigte Papst Urban II. den Erzbischof von Toledo als Primas der spanischen Kirche.
Die Schlacht bei Las Navas de Tolosa war dann der entscheidende Wendepunkt. 1212 wurden die Almohaden (eine muslimische Dynastie in Nordafrika und Spanien) von den vereinigten Armeen Kastiliens, Aragons, Navarras und Portugals vernichtend geschlagen. Danach schrumpfte innerhalb weniger Jahrzehnte das islamisch beherrschte Gebiet auf das Emirat von Granada zusammen.

Religiöse Veränderungen werden deutlich.
In eroberten Gebieten wurden Moscheen zu Kirchen umgewandelt. Die Kathedrale von Toledo, ein bedeutendes gotische Bauwerk, wurde ab 1226 an der Stelle einer früheren Hauptmoschee errichtet. Die Umwandlung der berühmten Moschee von Cordoba (Mezquita) in eine Kathedrale erfolgte 1236 nach der Eroberung der Stadt. Es wurden neue Bistümer gegründet. In den eroberten und teilweise entleerten Gebieten wurden christliche Siedler aus ganz Europa, vornehmlich aus Frankreich, angesiedelt. War der Umgang mit Muslimen und Juden anfänglich noch friedlich, kam es später zu einer zunehmenden Diskriminierung und in größerem Maße zu Zwangsbekehrungen.

Im Kontext der gregorianischen Kirchenreform und unter starkem Druck Roms sowie des Kluniazenserordens (Benediktiner aus Cluny) wurde die iberische Kirche tiefgreifend umgestaltet. Die erstrebte Herauslösung der dem Papst untergebenen Kirche aus der Abhängigkeit von weltlichen Gewalten ging mit einer innerkirchlichen Stärkung der Stellung des Papsttums und einer starken Zentralisierung der Kirchenorganisation einher.
In Spanien war die Ablösung der mozarabischen Liturgie durch den römischen Ritus ein Schlüsselereignis, denn es bedeutete die vollständige Integration der iberischen Kirche in die lateinische Christenheit (Latinitas) und somit den Bruch mit einer jahrhundertealten eigenständigen Tradition und die Unterordnung unter die päpstliche Autorität.

= Das Christentum in Spanien wird in die europäische lateinische Christenheit eingegliedert.

https://www.espanaguide.com/images/cordoba/mezquita.jpg

5. Wandel im Spätmittelalter und religiöse Vereinheitlichung (1300–1500)
Gegen Ende der Reconquista – besonders unter Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón – gewann Religion stärker an Bedeutung. So setzte die Eroberung Granada 1492 einen Schlusspunkt der maurischen Herrschaft in Spanien. Die Spanische Inquisition wurde eingerichtet (1478), um religiöse Einheit durchzusetzen. Die zunehmende religiöse Vereinheitlichung mit dem Ziel die „Reinheit des Glaubens“ in Spanien zu sichern ging einher mit einer massiven Intoleranz gegenüber Juden und Muslimen. Sie wurden vor die Wahl gestellt entweder Taufe oder Exil. Aber auch wenn sie konvertiert waren, wurden sie mit Mistrauen bedacht. Die Katholischen Könige, stets geschickte Taktiker, nutzten dieses Gefühl aus. 1478 erwirkten sie erstmals eine päpstliche Bulle von Sixtus IV. zur Gründung die Inquisition, um gegen Konvertiten vorzugehen, deren Bekehrung als unaufrichtig galt.
Denn die sogenannten „Conversos“ standen unter dem Verdacht, nicht wirklich bekehrt zu sein und heimlich religiöse Handlungen ihrer abgelegten Überzeugung zu vollziehen. Der Reichtum der Konvertiten weckte Neid und ihre unsicheren Bekehrungen Hass in einer Bevölkerung, die sich traditionell als Verteidiger des Christentums gegen die Ungläubigen sah. Die Förderung einer einheitlichen katholischen Religionsausübung blieb in den folgenden Jahrhunderten ein zentrales Anliegen von Staat und Kirche. Die Reformation konnte sich in Spanien nicht durchsetzen; keine andere Nation blieb gegenüber den Ideen der Reformation weniger empfänglich.
Übrigens, die Inquisition existierte formal von 1478 – mit Unterbrechungen zu Beginn des 19. Jhs. – bis 1834.

= Spanien wurde offiziell ein streng katholisches Königreich.

Wichtige Entwicklungen im Überblick


• Vor 711 war Spanien überwiegend christlich unter den Westgoten.
• Nach der muslimischen Eroberung entstand Al-Andalus. Über mehrere Jahrhunderte konvertierten viele Christen zum Islam, sodass Muslime zeitweise wahrscheinlich die Mehrheit bildeten.
• Juden lebten sowohl unter christlicher als auch unter muslimischer Herrschaft als bedeutende Minderheit, meist zwischen 2 % und 5 %.
• Mit der christlichen Reconquista wurden Muslime und Juden zunehmend verdrängt oder zwangskonvertiert.
• 1492 wurden die Juden aus Spanien vertrieben; 1609 folgte die Vertreibung der Moriscos (zwangschristianisierte Muslime). Dies führte zu einer dominierenden und ausschließlichen Staatsreligion.


Diese Entwicklung war eng verbunden mit Kriegen, politischer Macht, kulturellem Wandel und gesellschaftlicher Entwicklung. Dabei ist wichtig, dass Spanien im Mittelalter das einzige multiethnisches und multireligiöses Land Westeuropas war. Ein Großteil der Entwicklung der spanischen Zivilisation in Religion, Literatur, Kunst und Architektur im späten Mittelalter wurzelte in dieser Tatsache.

Die genauen Anteile der Religionen in Spanien im Mittelalter lassen sich nicht exakt angeben. Die groben Schätzungen von Historiker ergeben folgendes Bild:

Zeitraum

Christen

Muslime

Juden

ca. 500 (Westgotenreich)

~95–99 %

0 %

~1–5 %

ca. 750 (kurz nach der muslimischen Eroberung)

~85–90 %

<10 %

~2–5 %

ca. 1000 (Blütezeit von al-Andalus)

~35–50 %

~45–60 %

~5 %

ca. 1100

~20–35 %

~60–80 %

~5 %

ca. 1300 (Reconquista weit fortgeschritten)

~70–80 %

~15–25 %

~3–5 %

1492 (Fall Granadas)

~90 %+

kleine Minderheit

~1–2 %

nach 1609

fast ausschließlich Christen

offiziell 0 %

offiziell 0 %

Das iberische Christentum als Sonderfall in Europa

Spanien ist deshalb ein Sonderfall in der christlichen Gemeinschaft, weil:
• es über Jahrhunderte multireligiös war
• Religion eng mit Krieg, Herrschaftslegitimation und Identität verbunden wurde
• es am Ende eine der strengsten religiösen Vereinheitlichungen Europas entwickelte.

Während viele Regionen Europas langsam christianisiert wurden, war Spanien ein Ort von
Konflikt, Austausch und schließlich radikaler Vereinheitlichung. Die dauerhaften Spannungen zwischen den Religionen, den Kulturen, den militärischen Positionen erzeugten eine religiöse Identität, die intensiver, kämpferischer, eigenständiger und gleichzeitig kultureller war als die der kontinentalen Schwesterkirchen. Diese Identität, die u.a. auch auf dem Verständnis der „Reinheit des Blutes“ beruhte, ging im späten 15. Jahrhundert mit der Reconquista-Vollendung (1492), der Inquisition und dem entstehende Kastensystem in den Kolonien der Neuen Welt in eine neue, welthistorische Phase über, die wiederum ohne das mittelalterliche Erbe nicht denkbar ist.

Die Verteilung der Religionen in Spanien heute

Ungefähr sieht die Verteilung derzeit so aus:
• etwa 55–56 % Katholiken
o davon nur rund 15–20 % praktizierend
o der größere Teil bezeichnet sich als „kulturell“ oder nicht praktizierend katholisch
• ca. 39–40 % konfessionslos
o darunter Atheisten, Agnostiker und religiös Indifferente
• etwa 3–5 % andere Religionen
o vor allem Muslime, außerdem Protestanten, Orthodoxe, Buddhisten und Juden

Wichtige Trends in den letzten 50 Jahren:
• Spanien war bis in die 1970er fast vollständig katholisch (über 70%).
• Seitdem nimmt die Säkularisierung stark zu.
• Besonders junge Menschen sind oft konfessionslos.
• Gleichzeitig wächst die religiöse Vielfalt durch Einwanderung.

Im Gegensatz zu den Zahlen sind viele Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit weiterhin präsent, oft verbunden mit lokalen Festen. Zahlreiche katholische Kulturpraktiken sind in der Bevölkerung präsent, wie katholische Taufen und Beerdigungen, Prozessionen in der Karwoche, Pilgerfahrten (wie der Jakobsweg ), Verehrung von Schutzheiligen und Feste.

1026px-Burgos_Kathedrale_Außen_April_2003_ShiftN
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien
Die Architektur der Gotik und ihre Geschichte in Spanien –...
weiter lesen
RELIEF OF SPAIN
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge
Die Iberische Meseta und das Kastilische Gebirge Camino...
weiter lesen
12044
Die Problematik der Eukalyptusplantagen
Die Problematik der Eukalyptusplantagen Camino del...
weiter lesen
Spain-abandoned-village
"Leeres Land" - Die Geisterdörfer Spaniens
“Leeres Land” – Die Geisterdörfer...
weiter lesen
Reliefkarte_Galicien_2022
Bäume in Galicien – Espana Verde
Bäume in Galicien – Espana Verde Camino del Norte,...
weiter lesen
Reconquista-es
Die Reconquista
Die Reconquista Die Reconquista in Spanien (718 – 1492)...
weiter lesen
Translate »