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Die Epochen der portugiesischen Architektur von der Romanik bis heute

Die Epochen der portugiesischen Architektur von der Romanik bis heute

mit der Angabe wichtiger Bauwerke und deren Lage am Camino Portugues

Die Angaben in den Klammern geben an, welche Bauwerke am Camino liegen und bedeuten Camino Central L ab Lissabon, Caminos P alle Wege ab Porto, Camino Central P ab Porto, Camino Costal ab Porto.

Romanik (11.–13. Jh.)
Über die Jakobswege und die monastischen Orden kommend unter dem Einfluss der Romanik Galiciens und Frankreichs ist die portugiesische Romanik nüchtern, massiv und ländlich. Die Kathedralen von coimbra, Braga und Lissabon wirken wie
Festungen. Massive Kirchen mit dicken Mauern, Rundbögen, kleinen Fenstern und wehrhaftem Charakter entstanden. Die Gewölbe und Wände sind noch nicht optimal zusammengefügt. Gleichwohl besitzen die Gebäude Strebepfeiler und Rippengewölbe.
Der Norden Portugals zeichnet sich durch einen besonderen Reichtum an romanischen Bauten aus – am Douro und seinen Nebenflüssen Sousa und Tâmega entlang.
Es ist die Architektur eines Landes in seiner Entstehung, noch im Grenzkrieg.
Wichtige Bauten:
• Sé Velha de Coimbra, Coimbra (12. Jh.) – einer der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Portugals (Camino Central L)
• Sé do Porto, Porto (12.–13. Jh.) – romanischer Ursprung, später mehrfach verändert (Caminos P)
• Mosteiro de São Pedro de Rates, Póvoa de Varzim (12. Jh.) (Camino Costal)
• Mosteiro de Santa Maria de Pombeiro, Felgueiras (12.–13. Jh.)
• Mosteiro de Santa Cruz, Coimbra (1131) – ursprünglich romanisch, später stark umgestaltet (Camino Central L)

Mosteiro de Sao Pedro de Rates By PedroPVZ - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19637149

Gotik ( 13.–15. Jh)
In Portugal ist die Gotik stets gemäßigter in der Höhe und empfänglicher für das horizontale Licht als die Kathedralen Nordeuropas. Spitzbögen, größere Fenster, Kreuzrippengewölbe und stärker vertikal orientierte Kirchen sind typisch. Flexible Kreuzrippengewölbe ermöglichten die geraden Seitenwände mit großen Glasfenstern. Das neue Bauhüttenwesen, mit dem das Zusammenspiel der verschiedenen Handwerkszünfte und Bauprozesse organisiert wurde, ermöglichte neue Höhen und komplexere Bauten. Klöster und große Kirchen werden zu wichtigen Bautypen. Zudem brachte das Wachstum der Städte prestigeträchtige Bürgerhäuser und Rathäuser hervor.
Wichtige Bauten:
• Mosteiro de Alcobaça, Alcobaça (12.–13. Jh.) – einer der wichtigsten gotischen Bauten Portugals
• Sé de Évora, Évora (13.–14. Jh.) – monumentale Kathedrale zwischen Romanik und Gotik
• Mosteiro da Batalha, Batalha (1386–16. Jh.) – Höhepunkt der portugiesischen Spätgotik
• Igreja de Santa Maria do Olival, Tomar (13.–14. Jh.) (Camino Central L)
• Mosteiro de Santa Clara-a-Velha, Coimbra (14. Jh.) (Camino Central L)

Mosteiro d a Batalha, Von "Foto Wolfgang Pehlemann" direkt unter dem Bild mit Angabe "erweiterte Lizenz CC-by-sa  V. 3.0", wobei der Nutzer für dessen Nutzung a) Rechte oder Ansprüche Dritter prüfen und verantwortlich beachten sowie b) Motivveränderungen durch ihn als solche mit angeben muss., CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77496405

Manuelinik (um 1490–1540)
Es ist der erste Stil, den man wahrhaft portugiesisch nennen kann, verbunden mit der Herrschaft Manuel I. Auf eine spätgotische Struktur legten die Manuelinik eine nautische und naturalistische Ornamentik mit maritimen Symbolen, Seilen, Pflanzen, Wappen und Motiven aus der Entdeckungszeit, finanziert vom Reichtum der Expansion. Jerónimos und das Christuskloster in Tomar sind ihre Meisterwerke. (s. Kapitel Manuelinik-Stil) , Reich ornamentiert
Wichtige Bauten:
• Mosteiro dos Jerónimos, Lissabon/Belém (1501–16. Jh.) (Camino Central L)
• Torre de Belém, Lissabon (1514–20) (Camino Central L)
• Convento de Cristo, Tomar (Camino Central L)
• Mosteiro da Batalha – Claustro Real, Batalha – Spätgotik mit manuelinischen Elementen
• Igreja de Jesus, Setúbal – wichtiger Übergang zur Manuelinik

Von Heartshade - Eigenes Werk, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57404113 Mosteiro dos Jerónimos Lissabon

Renaissance (ca. 16.Jh.)
Mit dem Ende des Spätmittelalters, gegen 1500, begann die Frühe Neuzeit, zu der die vom 15. bis ins 16. Jahrhundert sich erstreckende Renaissance gehört. Die portugiesische Renaissance folgte zunächst wenig den italienischen Vorbildern, sondern kombinierte einen weiterentwickelten spätgotischen Formenstil mit portugiesischen Spezifika – der Manuelinik. Erst ab 1540 nahmen die Baumeister italienische und spanische Einflüsse auf. Lissabon, Coimbra und Évora wurden die portugiesischen Mittelpunkte der Renaissance. Die Renaissance in Portugal ist häufig weniger klar von der Manuelinik bzw. dem Manierismus zu trennen als etwa in Italien.
Wichtige Bauten:
• Convento de Cristo – Claustro de D. João III, Tomar (16. Jh.) (Camino Central L)
• Igreja da Graça, Évora (16. Jh.)
• Capela de São Miguel, Universidade de Coimbra (16. Jh.) (Camino Central L)
• Palácio das Necessidades, Lissabon – Renaissance-/klassizistische Einflüsse (Camino Central L)
• Sé Nova de Coimbra, Coimbra – Übergang zur manieristischen Architektur (Camino Central L)

Palacio de Necessidade Von João Carvalho - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2133117 Palacio de Nec

Portugiesischer Manierismus (ca. 1550 – 1650)
Die Gegenreformation bringt den verhaltenen Klassizismus des «schlichten Stils» (estilo chão). Es entsteht eine strengere, oft zurückhaltender Architektur mit klaren geometrischen Formen und monumentalen Kirchenanlagen. In Portugal wird der Manierismus besonders mit der jesuitischen Architektur und großen Klosteranlagen verbunden.
Wichtige Bauten:
• Sé Nova de Coimbra, Coimbra (1598–17. Jh.) (Camino Central L)
• Igreja de São Roque, Lissabon (16. Jh.) (Camino Central L)
• Igreja de São Vicente de Fora, Lissabon (1582–17. Jh.) (Camino Central L)
• Convento de São Gonçalo, Amarante (16.–17. Jh.)
• Convento de Cristo – Claustro de D. João III, Tomar (Camino Central L)

Sé Nova de Coimbra Por Oren Rozen - Obra do próprio, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54998264

Barock (16.–18. Jh.)
Von Italien ausgehend, brachte der Barock zwischen etwa 1600 und 1760/1770 eine überschwängliche Architektur voller Gefühle und Herrlichkeit hervor: Schreiner fertigten für die Altäre hölzerne Schnitzereien, und die Baumeister ließen sie mit Blattgold überziehen. »Talha dourada« ist der Name der Portugiesen für solche Goldschnitzereien. Sie kombinierten sie mit Azulejos , den Fliesenbildern. So leuchtet der im 17./18. Jahrhundert neu aufgebaute Choralter der Kathedrale von Porto blau, weiß und goldfarben. Porto ist DIE Barockstadt und ihr historisches Zentrum.
Wichtige Bauten:
• Palácio Nacional de Mafra, Mafra (1717–1730)
• Torre e Igreja dos Clérigos, Porto (1732–49) (Caminos P)
• Igreja do Bom Jesus do Monte, Braga (18. Jh.) (Camino Central P)
• Igreja de Santa Engrácia / Panteão Nacional, Lissabon (17.–20. Jh.) (Camino Central L)
• Palácio de Mateus, Vila Real (18. Jh.) (Camino Interior)
• Igreja de São Roque – Innenraum, Lissabon – besonders bedeutende talha dourada (Camino Central L)

Palacio Nacional de Mafra Von "Wolfgang Pehlemann" direkt unter dem BildLizenz CC-by-sa V. 3.0/de unter Beachtung obiger Genehmigung, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74586933

Pombalinik (1755/Mitte 18. Jh.)
Das Erdbeben von 1755 erzwingt einen Bruch. Nach dem Erdbeben entstand ein rationalisiertes System des Wiederaufbaus: orthogonales Stadtgrundraster, standardisierte Gebäude und erdbebensichere Holzkonstruktion (gaiola pombalina) (s. Kapitel Die Pombalinik). Es ist eine besondere städtebauliche und architektonische Planungsleistung.
Wichtige Bauten:
• Lissabon . Baixa Pombalina (Camino Central L)

Hauptplatz Por Deensel - Lisbon main square, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62192653

Neoklassizismus (ca. 1770–1850)
Das portugiesische ‚Neoclassicismo‘ entspricht dem deutschen Begriff des ‚Klassizismus‘ und ist eine Gegenbewegung zum Barock. Die Architekturepoche zwischen 1770 und 1840 erinnert an antike, vor allem griechische Gebäudeformen sowie italienische Stile der Frührenaissance. Die einstmals starke Kolonialmacht Portugal war nach dem Lissaboner Erdbeben 1755 geschockt in die Ära des Neoklassizismus eingetreten.
Seitdem gibt es sehr viele klassizistische Gebäude in Lissabon.
Wichtige Bauten:
• Praça do Comércio, Lissabon (nach 1755) – zentraler Bestandteil des Wiederaufbaus (alle Camino Central L)
• Teatro Nacional de São Carlos, Lissabon (1793)
• Palácio Nacional da Ajuda, Lissabon (19. Jh.)
• Academia das Ciências de Lisboa, Lissabon
• Hospital de Santo António, Porto (18.–19. Jh.) (Camino Central P)

Von Thomas from Vienna, Austria - Teatro Nacional Sao Carlos, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6350288 Teatro Nacional Sao Carlos Lissabon

Romantik und Historismus (ca. 1830–1900)
Der Historismus ist ein Rückgriff auf vergangene Architekturstile, die die Baumeister oft im Vornherein kombinierten. Es kommt zur Wiederaufnahme historischer Stile: Neomanuelinik, Neugotik, Neoromanik usw. Dieser Eklektizismus bestimmte das 19. Jahrhundert und Teile des 20. Jahrhunderts. Die Kirche blieb neben dem Adel der größte Auftraggeber. Aber zunehmend bestimmen auch weltliche Bauten für die neue Bürgerschicht und den Adel das Stadtbild. Besonders interessant ist die Neomanuelinik. Man greift bewusst auf die Architektur der Entdeckungszeit zurück, um eine portugiesische nationale Identität auszudrücken.
Wichtige Bauten:
• Palácio Nacional da Pena, Sintra (1842–50)
• Quinta da Regaleira, Sintra (1904–10)
• Palácio de Monserrate, Sintra (19. Jh.)
• Palácio da Bolsa, Porto (1830er–50er) – Historismus (Caminos P)
• Estação de São Bento, Porto (1890er–1910) (Caminos P)

By Krzysztof Golik - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=88455447 Palacio da Bolsa Porto

Eisenarchitektur & frühe Moderne (ca. 1850–1910)
Um die Jahrhundertwende, zwischen 1884/1890 und 1914, zeigte sich die Belle Epoque – in einer politisch unruhigen Zeit in Portugal. Das Land wurde 1891 bankrott, und ihr letzter König, Emanuel II., ging 1910 ins Exil.
Der Baumeister Ventura Terra hatte von seinem Architekturstudium in Paris das Wissen von Beton, Eisen, Stahl- und Glas-Konstruktionen mit nach Lissabon gebracht. Diese neuen Materialien ermöglichten den Bau von attraktiven Bahnhöfe, Markthallen und große öffentliche Gebäude. Die Hauptstadt bekam breitere Straßen, und in den Häusern spiegelte sich die Standesordnung wider mit Balkonen, Erkerfenstern, Galerien und Dachgärten. Es ist Portugals Eintritt in die industrielle Architektur.
Wichtige Bauten:
• Ponte Maria Pia, Porto (1877) (Caminos P)
• Ponte Dom Luís I, Porto (1886) (Caminos P)
• Estação de São Bento, Porto (Caminos P)
• Estação do Rossio, Lissabon  Eisenkonstruktion hinter historisierender Fassade (Camino Central L)
• Elevador de Santa Justa, Lissabon (1902) (Camino Central L)
• Mercado Ferreira Borges, Porto (1888) (Caminos P)
• Mercado do Bolhão, Porto – ursprünglich ebenfalls stark von der Eisen-/Marktarchitektur des 19. Jahrhunderts geprägt (Caminos P)

Ponte Maria Pia Porto Von Christian Zimmermann - Selbst fotografiert, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5902075

Jugendstil und Art Deco (ca. 1896 – 1920)
Die im Portugiesischen ‚Arte Nova‘ genannte Neue Kunst zeigte sich von 1896 bis 1920 in dekorativen Fassadenelementen und bei der Innengestaltung. Sie verbreitete sich zeitverzögert in Portugal, gegenüber dem übrigen Europa. Auf Leuchten, Fenstern und schmiedeeisernen Balkonen erschienen pflanzliche Verzierungen. Zu in Stein gehauenen Blumendekors kamen Schleifenmotive und geometrische Ausschmückungen. In Portugal ist es oft mit Azulejos verbunden.
Wichtige Bauten:
• Museu / Casa-Major-Pessoa, Aveiro (1907–09)
• Museu-Residência Dr. Anastácio Gonçalves, Lissabon (1904–05)
• Livraria Lello, Porto (1906) (Caminos P)
• Casa dos Ovos Moles / ehemalige Fabrikgebäude in Aveiro – Beispiele für die Verbindung von Arte Nova und Azulejos
• Café Majestic, Porto (1921) – spätes Beispiel mit starken Jugendstil-/Beaux-Arts-Einflüssen (Caminos P)

By AntoniusJ - Self-photographed, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1564867 Cafe Majestic Porto

Estado-Novo-Architektur (ca. 1930er–1970er)
Unter der Franco-Diktatur entwickelt sich eine repräsentative, national orientierte Architektur. Monumentalität, Symmetrie und sogenannte „portugiesische“ Traditionen werden betont.
Wichtige Bauten:
• Exposição do Mundo Português / Praça do Império, Belém, Lissabon (1940)
• Padrão dos Descobrimentos, Lissabon (1940/1960)
• Estação Marítima de Alcântara, Lissabon (1943–44)
• Estação Marítima da Rocha do Conde de Óbidos, Lissabon
• Praça de Alvalade / Areeiro, Lissabon
• Igreja de Nossa Senhora do Rosário de Fátima, Lissabon (1934–38)
• Palácio da Justiça, Lissabon Universidade de Coimbra – Cidade Universitária, insbesondere die Neubauten der 1940er/50er Jahre
(alle Camino L)

Por João Carvalho - Obra do próprio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16659831 Estacao Maritima da Rocha do Conde de Obeidos Lissabon

Moderne 1930–1974
Portugal entwickelte trotz der politischen Situation eine bedeutende moderne Architektur, insbesondere in Lissabon und Porto. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann der Modernismus wieder deutlich an Bedeutung.
Wichtige Bauten:
• Capitólio, Lissabon (1931)
→ eines der frühen Schlüsselwerke des portugiesischen Modernismus
• Cineteatro Éden, Lissabon (1929–37)
• Hotel Vitória, Lissabon (1934–36)
• Instituto Superior Técnico, Lissabon
• Igreja de Nossa Senhora de Fátima, Lissabon (1934–38) (Alle Camino L)
• Casa de Serralves, Porto (1930er Jahre) (Caminos P)
• Piscinas de Marés, Leça da Palmeira /Matosinhos (1960–66) (Camino Costal)
• Casa de Chá da Boa Nova, Leça da Palmeira (1958–63) (Camino Costal)
• Faculdade de Arquitectura / Architekturbauten der Universität Porto, späteres 20. Jh. (Caminos P)
• Fundação Calouste Gulbenkian, Lissabon (1959–69) (Camino Central L)

Casa de Cha da Boa Nova Leca da Palmeira By Joaomorgado - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34194512

Zeitgenössische Architektur (ab 1974)
Nach der Nelkenrevolution entwickelt sich eine vielfältige Architektur zwischen internationaler Moderne, regionalen Traditionen und experimentellen Ansätzen.
Besonders interessant ist die sogenannte „Escola do Porto“.
Sie verbindet: moderne Architektur, traditionelle portugiesische Bauformen, Materialbewusstsein, Tageslicht und präzise Raumkomposition.
Wichtige Bauten:
• Bairro da Bouça, Porto (1973–77) (Caminos P)
• Quinta da Malagueira, Évora (1977–96)
• Faculdade de Arquitectura da Universidade do Porto, Porto (1986–93) (Caminos P)
• Centro Galego de Arte Contemporánea, Santiago de Compostela (1993) portugiesischer Kontext
• Pavilhão de Portugal, Lissabon (1998) (Camino Central L)
• Estação do Oriente, Lissabon (1998) (Camino Central L)
• Torre Vasco da Gama, Lissabon (1998) (Camino Central L)
• Casa da Música, Porto (2005) (Caminos P)
• Museu de Serralves, Porto (1999) (Caminos P)
• Estádio Municipal de Braga, Braga (2003) (Camino Central P)

Wie bei allen Architekturepochen überlebt jede Epoche in der nächsten, so dass eine scharfe zeitliche Trennung kaum möglich ist. Die portugiesische Architektur nahm Strömungen aus Italien, Griechenland und Frankreich auf, entwickelte aber auch typische ganz eigene Gestaltungsformen wie beim Pombalinik und beim Manuelinik.

Casa da Musica Von Marinhopaiva - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8053870Porto
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Klöster auf dem Camino Portugues (Küstenweg und Zentralweg)

Klöster auf dem Camino Portugues (Küstenweg und Zentralweg)

Im Folgenden werden getrennt nach den beiden Hauptrouten Camino Costal und Camino Central einige Klöster aufgelistet und beschrieben und mögliche Unterkunftsmöglichkeiten aufgeführt.

Exkurs

In den Beschreibungen der Klöster wird immer wieder das Jahr 1834 angesprochen.

Für die Ordensgemeinschaften und deren Klöstern war dieses Jahr mit einem großen Einschnitt in ihre Existenz in Portugal verbunden. In Ausübung u.a. seines Ministeramtes für Kirchenangelegenheiten erließ Joaquim António de Aguiar das berüchtigte Gesetz vom 30. Mai 1834, mit dem er „alle Klöster, Konvente, Kollegien, Hospize und sonstige Häuser regulärer Orden “ für aufgelöst erklärte und deren Vermögen säkularisierte und in die Staatskasse eingliederte. Aufgrund seines kirchenfeindlichen Charakters brachte ihm dieses Gesetz den Beinamen „ Mönchsmörder“ (mata-frades) ein. Während die männlichen Klöster sofort stillgelegt wurden, wurde den Frauenklöster die Aufnahme von Novizinnen verboten und sie wurden erst nach dem Tod der letzten Ordensschwester des Klosters geschlossen.

 Klöster auf dem Küstenweg – Camino Portugues da Costa

Etappe

Kloster

Lage am Camino

Übernachtung

Vila do Conde

Mosteiro de Santa Clara – Vila do Conde

Sehr nahe am Camino, im historischen Zentrum/oberhalb der Stadt

Keine Übernachtung im Kloster. Das zugehörige Albergue Santa Clara lag ca. 150 m vom Camino entfernt, ist aber seit März 2026 geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist derzeit nicht zugesichert.

Neiva vor Esposende

Mosteiro de São Romão do Neiva – Neiva

Abseits der direkten Küstenroute, bei Neiva

Keine Klosterübernachtung gefunden. Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute vor allem als historisches/religiöses Ensemble interessant.

Viana do Castelo

Convento do Carmo – Viana do Castelo

In Viana, gut mit dem Camino kombinierbar

Ja – Pilgerherberge „São João da Cruz dos Caminhos“ im Umfeld des Karmelitenkonvents. Für Pilger mit Credencial

Afife vor

Caminha

Convento de São João de Cabanas – Afife

Kleiner Abstecher vom Camino

Ja, aber keine Pilgerherberge: Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute eine hochwertige Heritage-Gästeunterkunft mit 6 Suiten.

Oia

Monasterio de Santa María la Real – Oia

Direkt am Camino Português da Costa, unmittelbar am Atlantik

Keine Übernachtung im Kloster gefunden. In unmittelbarer Nähe gibt es jedoch mehrere Pilger-/Unterkunftsmöglichkeiten, u. a. das Hotel A Raiña direkt beim Kloster.

Poio

Monsterio de San Xoán de Poio – Poio

Am Camino / auf der Variante Espiritual sehr gut erreichbar

Ja –Hospedería des Klosters. Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer mit eigenem Bad; Frühstück wird angeboten.

Variante Espiritual

Armenteira

Monasterio de Santa María de Armenteira

Direkt an der Variante Espiritual

Ja – ausdrücklich Pilger-Hospedería.  Reservierung erforderlich.

Herbón/

Padrón

Convento de San Antonio de Herbón

Ca. 3 km Abstecher vom offiziellen Camino

Ja – echte Pilgerherberge im Franziskanerkonvent. 30 Plätze, ausschließlich für Pilger mit Credencial, keine Reservierung, Donativo.

 

By Joseolgon - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73383329

Vila do Conde – Mosteiro de Santa Clara

Das Kloster Santa Clara in Vila do Conde war eines der größten und reichsten Frauenklöster Portugals und wurde 1318 von Alfonso Sanches und seiner Frau Teresa Martins Telo gegründet. Bereits 1319 übergaben die Gründer das Kloster den Klarissen, also dem weiblichen Zweig des Franziskanerordens.
Es ist eine der interessanteren historischen Stationen relativ früh auf dem Coastal. Es thront über der Stadt und ist schon von weitem gut zu erkennen. Der weitläufige historische Komplex umfasst die gotische Kirche Santa Clara (1318), nahegelegene spätgotische Bauten im manuelinischen Stil sowie das heutige Kloster, das 1777 in der Frühphase des Neoklassizismus errichtet wurde. Das Kloster ist von hohen Mauern umgeben, die es im Osten schützen, sowie vom Aquädukt Santa Clara, dem zweitgrößten Aquädukt Portugals. Es gilt als ein bedeutendes Beispiel portugiesischer Gotik nördlich des Douro.
Geschichte
Es wurde 1318 auf Initiative von Afonso Sanches, dem unehelichen Sohn von König Dinis, und seiner Frau Teresa Martins gegründet. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden spirituellen und sozialen Zentrum und zog adlige Frauen an, die sich dem klösterlichen Leben widmen wollten. Das Kloster erfuhr im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Veränderungen und Anpassungen. Im 15. Jahrhundert wurde es erweitert und renoviert und gewann dadurch eine noch wichtigere Rolle im religiösen Leben von Vila do Conde und der nördlichen Region Portugals. Später allerdings stand das Klostergebäude kurz vor dem Verfall und wurde 1777 teilweise wiederaufgebaut. Finanzielle Schwierigkeiten, die französischen Invasionen und der Liberale Krieg verhinderten jedoch die vollständige Fertigstellung des Projekts. Nach dem Tod der letzten Ordensschwester im Mai 1893 wurde das Kloster stillgelegt und sein Besitz ist an den Staat übergegangen. Das Gebäude wurde einige Zeit zivil genutzt. Vor einiger Zeit wurde das Gebäude restauriert und beherbergt heute das Fünfsterne Lince Santa Clara Historic Hotel. Dadurch ist das historische Kloster ist nicht einfach ein frei zugängliches Museum.
Kirche
Die Kirche ist ein schönes Beispiel für die gotische Bettelordensarchitektur Nordportugals. Außen wirkt sie ausgesprochen schlicht und wehrhaft – mit dicken Mauern, Strebepfeilern und einer großen Rosette. Sie zählt zu den architektonischen Juwelen der Gotik. Sie wurde mehrfach umgebaut und mit Elementen des Manuelinischen, Barock- und Rokokostils versehen. In ihr befinden sich die Gräber der Stifter (D. Afonso Sanches und seiner Frau D. Teresa Martins), sowie zahlreicher Adeliger.
Zugang
Die Zugänglichkeit hat sich durch die Restaurierung und neue Nutzung des Klosterkomplexes verändert. Die offizielle Denkmalbehörde nennt derzeit für die Igreja de Santa Clara folgende Öffnungszeiten Dienstag–Samstag 10:00–12:00 und 14:30–17:00, Sonntag 10:00–12:00 und 15:30–18:30, Montag geschlossen
https://conventosemosteiros.pt/en/monastery-of-saint-clare-in-vila-do-conde/

Das Aquädukt Santa Clara
Die im frühen 14. Jahrhundert gegründete Klostergemeinschaft Santa Clara de Vila do Conde kämpfte von Beginn an mit Wasserversorgungsproblemen. Damals wurde innerhalb der Klostermauern ein Wassertank errichtet, eine Lösung, die sich in den folgenden Jahrhunderten als unzureichend erwies.
1626 begann die Äbtissin des Klosters, Maria de Meneses, mit dem Bau eines Aquädukts, der Wasser von einer Quelle in Terroso zum Kloster transportieren sollte. Das benötigte Land wurde von der Äbtissin erworben, und Steinmetzmeister wurden mit den Arbeiten beauftragt. 1636 mussten diese aufgrund von Unebenheiten im Untergrund unterbrochen werden. Mehrmals wechselte der Baumeister. Erst im Oktober 1714 erreichte erstmals Wasser den Kreuzgang des Klosters.
Das Aquädukt bestand ursprünglich aus 999 perfekten Halbkreisbögen und überspannte ein Gebiet, das über die heutigen Grenzen der Gemeinde Vila do Conde hinausging. 1794 zerstörte jedoch ein Hurrikan einen Teil des Bauwerks. Im 20. Jahrhundert, zwischen 1929 und 1932, als die Kirche Santa Clara restauriert wurde, wurden einige Bögen absichtlich abgerissen, um einen besseren Blick auf die Apsis des Gotteshauses zu ermöglichen.
Das verbliebene Bauwerk besitzt einen Arkadengang, dessen Höhe und Spannweite abnehmen und der im oberen Bereich teilweise mit Fenstern versehen ist. Die lange Reihe der Aquäduktbögen, die vom Kloster in Richtung Stadt führt, ist eines der charakteristischsten Bilder von Vila do Conde.


Esposende

Por John Hayes from San Antonio, Texas, USA - Esposende–Viana do Castelo, June 6, 2024, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151530805


Neiva – Mosteiro de São Romão do Neiva

Das Mosteiro de São Romão do Neiva ist ein historischer Klosterort auf der Etappe von Esposende nach Viana do Castelo. Die Portugiesische Jakobusweg-Föderation führt es ausdrücklich unter den historischen Camino-Zeugnissen auf. Die Kirche ist der erhaltene Teil eines wesentlich größeren ehemaligen Klosterkomplexes.
Geschichte
Das Kloster São Romão de Neiva war ein Männerkloster und gehörte dem Benediktinerorden an. Kurz vor 1087 wurde es gemäß der Benediktinerregel vom Mönch Quendano gegründet; in diesem Jahr wurde auch die Abteikirche geweiht. Vermutlich handelt es sich um die Wiedergründung eines kleinen Klosters, das bereits 1022 oder früher an diesem Ort existierte.
Mit dem Dekret von 1834 wurde auch dieses Kloster aufgelöst. Das Kloster wurde 1916 oder 1917 von Manuel Gomes da Costa Castanho erworben und von acht seiner zwölf Kinder geerbt. Castanho war aus Vila Nova de Anha ausgewandert und kehrte wohlhabend aus Brasilien zurück. Er ersteigerte das Kloster, die Kirche (heute unter der Verwaltung des Bistums Viana do Castelo) und den Friedhof für 33 Contos (etwa 165 Euro) – damals ein Vermögen. Es befindet sich derzeit im Besitz derselben Familie.
Der Komplex besteht heute nur noch aus der Kirche, dem Wegkreuz und den Überresten des Klosters São Romão do Neiva.
https://pt.wikipedia.org/wiki/Mosteiro_de_S%C3%A3o_Rom%C3%A3o_de_Neiv

https://vianatv.pt/wp-content/uploads/2025/11/Convento-do-Carmo-3.jpg


Viana do Castelo – Convento do Carmo

Das Convento do Carmo in Viana do Castelo ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern bis heute ein lebendiger Konvent der Unbeschuhten Karmeliten, Convento do Carmo / Frades Carmelitas Descalços. Es ist ein aktives Männerkloster.
Geschichte
Die Karmeliten kamen 1618 nach Viana do Castelo. Der Bau des heutigen Klosters begann 1621; 1625 zog die Gemeinschaft in den neuen Konvent ein. Die Arbeiten dauerten in den folgenden Jahren an, der Schlafsaal wurde 1628 fertiggestellt. Die Kirche entstand später, zwischen 1634 und 1647. Es ist also ein Kloster der Gegenreformation. Die Karmeliten sollten nicht nur ein geistliches Zentrum sein, sondern auch die katholische Spiritualität in einer bedeutenden Handelsstadt des Nordens stärken.
1834 mussten die Karmeliten das Kloster verlassen; der Staat übernahm das Gebäude. Danach wurde die Anlage unterschiedlich genutzt. Im 20. Jahrhundert kehrten die Unbeschuhten Karmeliten schließlich zurück. 1932 wurde die klösterliche Gemeinschaft wiederhergestellt, und ab 1951 entstand dort zusätzlich ein Karmeliten-Seminar.
Kirche
Die Kirche wirkt von außen ausgesprochen streng und zurückhaltend. Die Architektur entspricht dem reformierten Manierismus der Karmeliten – klare Linien, wenig Schmuck, starke Vertikalität. Dann kommt der Kontrast im Innern: vergoldete Holzschnitzereien (talha dourada), Azulejos und barocke Altäre. Besonders die Ausstattung des Hauptaltars entstand Ende des 17. Jahrhunderts; die Vergoldung wurde 1694 fertiggestellt.
Herberge
Das Convento do Carmo ist mit den Caminhos de Santiago verbunden und die Karmeliten führen eine eigene Pilgerunterkunft unter dem Namen Albergue São João da Cruz dos Caminhos. Die Gemeinschaft hält weiterhin regelmäßig Gottesdienste, Stundengebete und Beichten ab. Aktuell werden beispielsweise werktags Messen um 8:00 und 9:00 Uhr angeboten, sonntags um 8:00, 10:00, 11:30 und 18:00 Uhr. Auch Laudes und Vesper gehören zum Tagesablauf. ; aktuelle Aufnahmebedingungen/Preis sollten vorab direkt bestätigt werden.
Die Pforte ist derzeit Montag–Samstag 8:30–12:00 und 13:30–18:00 Uhr, sonntags 13:30–18:00 Uhr geöffnet.
https://viana.carmelitas.pt


Afife

Afife – Convento de São João de Cabanas

Das Convento de São João de Cabanas war ein Benediktinisches Männerkloster. Es besteht aus einer einschiffigen Kirche mit Glockenturm, Klostergebäuden, einem Kreuzgang und einer Sakristei, deren Architektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt.
Geschichte
Es wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und hat bis heute sein ursprüngliches architektonisches Erscheinungsbild bewahrt. Es liegt in einer sehr schönen, abgeschiedenen Lage an einem Wasserlauf umgeben von Wald.
Das Anwesen wurde 1894 von der Familie des Schriftstellers Pedro Homem de Mello erworben und war in jüngerer Vergangenheit das Zuhause des Dichters. Nun gehört es Nathalie D’Ornano, einer ursprünglich aus der Schweiz stammenden Opernsängerin.
Sie beschloss nach zweijährigem Aufenthalt die Anlage für touristische Zwecke umzubauen.
Die Sanierungsarbeiten umfassen u.a. die Instandsetzung der Fliesen und des Altars der Sakristei, der Holzschnitzereien der Kirche sowie eines Fensters und eines Grabsteins aus dem 12. Jahrhundert. Außerdem entstand ein Hotel mit 5 Suiten und zahlreiche Räume für Veranstaltungen. Die Sanierung hat eine ehrenvolle Erwähnung beim Europäischen Architekturpreis Philippe Rotthier 2024 erhalten.
Aktuell ab etwa 280 € pro Zimmer/Nacht – also eher etwas für einen besonderen Klosteraufenthalt als für eine typische Pilgernacht.
Caminho do Barroso 63, Afife, Viana do Castelo, PT 4900-012
Telefon +351 935 863 342

https://pt.wikipedia.org/wiki/Convento_de_S%C3%A3o_Jo%C3%A3o_de_Cabanas
https://www.tsf.pt/cultura/artigo/cantora-lirica-escreve-nova-pagina-na-historia-do-convento-onde-viveu-pedro-homem-de-mello/15081847


Caminha

A Guarda

Por Saruska - Trabajo propio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32032556


Oia – Monasterio de Santa María la Real

Das Kloster Santa María la Real de Oya ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert in Oya , Provinz Pontevedra in Galicien. Die Mönche lebten dort fast 700 Jahre lang, bis sie gewaltsam vertrieben wurden. Die Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche für die Einwohner von Oya.
Geschichte
Die Gründung dieser Abtei lässt sich jedoch endgültig auf das Jahr 1149 datieren, als König Alfons VII den dort lebenden Mönchen „sub regula beatiti Benedicti“ alle königlichen Besitzungen von Mougás, Villadesuso und Pedornes übertrug. Im Jahr 1185 übernahm Oya die reformierte Regel des Heiligen Bernhard, die seinen strengen und schlichten Baustil prägte, der für die Zisterzienserarchitektur charakteristisch ist. Die imposanten Zinnenmauern des Klosters erinnern an eine Küstenfestung. So machte es die strategisch günstige Lage des Klosters im 17. Jahrhundert zu einer wichtigen Verteidigungsfestung gegen die damals in den galicischen Flussmündungen so häufigen Überfälle und Seeinvasionen. Ein Paradebeispiel dafür ist das Ereignis von 1624, als die Mönche vom Plaza de las Armas (Paradeplatz) aus ihr militärisches Können unter Beweis stellten, indem sie fünf türkische Piratenschiffe, die die Küste heimsuchten, versenkten und zur Flucht zwangen – eine Tat, die ihnen den Beinamen „Artilleriemönche“ einbrachte. Aufgrund dieser Heldentat verlieh Philipp IV. der Abtei neue Privilegien und Schenkungen, darunter die Bestätigung ihres Titels als Königliches und Kaiserliches Kloster Santa María de Oya, was mit ihrer größten wirtschaftlichen Blütezeit zusammenfiel.
Es ist interessant, dass die Mönche unter anderem die Zucht freilaufender Pferde in den zum Kloster gehörenden Bergen einführten. Diese Praxis, die in den Wäldern der Region bis heute erhalten geblieben ist, hat zu einem international bekannten Spektakel geführt: der Rapa das Bestas (dem Zusammentreiben der Wildpferde). Neben der Rodung von Land und dem Bau von Straßen führten die Mönche von Oya, nach dem Vorbild der französischen Zisterzienserabteien, den Weinbau ein. Heute können wir köstliche Weine der Herkunftsbezeichnung Rías Baixas genießen.
Im 16. Jahrhundert ereignete sich ein weiteres bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Klosters: die Legende der Jungfrau vom Meer, der heutigen Schutzpatronin der Gemeinde Oya. Alles begann 1581, als einige Bauern in La Orejuda ein Marienbildnis auf einer Küstenklippe fanden. Das Bildnis war an einen Hund gekettet. Nachdem sie es gerettet hatten, trugen sie es in einer Prozession auf ihren Schultern zum Kloster. Dort angekommen, erklärten die Männer den verdutzten Mönchen voller Inbrunst, das Bildnis sei auf dem Rücken des Hundes, der ein Muschelhalsband trug, vom Meer dorthin gelangt. Die Mönche nahmen das Bildnis daraufhin selbst auf die Schultern und trugen es zur Klosterkirche. Sie betrachten es als ein Wunder, dass es nicht an den steilen Klippen der Gegend zerschellte, obwohl viele damals vielleicht nicht wussten, dass Tausende von Bildern auf dem Meer trieben, als Folge des Aufstiegs des Puritaners Cromwell in Großbritannien und seiner ikonoklastischen Wut, die die britischen Kirchen von Bildern leerte.
Die napoleonische Invasion und vor allem die Enteignungen und Plünderungen unter Mendizábal führten 1835 zur endgültigen Aufgabe des Klosters durch die Mönche, die aus ihrer seit dem 12. Jahrhundert bestehenden Heimat vertrieben wurden. Von diesem
Zeitpunkt an verliefen die Geschichte der Kirche und des Klosters sehr unterschiedlich. 1838 wurde die Kirche auf Anordnung des Bischofs von Tuy zur Pfarrkirche erhoben, während die Klostergebäude versteigert wurden und in Privatbesitz übergingen. Dies markierte den Beginn einer langen Zeit des Verfalls und der Vernachlässigung. 1910 pachteten die aus Portugal vertriebenen Jesuiten das Kloster, in dem eine Schule eingerichtet wurde. Der Orden blieb bis 1932 in Oya, als er aufgrund der Verstaatlichung des Vermögens der Gesellschaft Jesu und des Dekrets zu ihrer Ausweisung aus dem Land das Kloster verlassen musste. Dies fiel mit den Jahren des Bürgerkriegs zusammen, als das Kloster als Gefängnis für zahlreiche republikanische Gefangene, vorwiegend aus Katalonien, Valencia und Mallorca, diente. In den letzten Monaten des Jahres 1937 und von Februar bis Mai 1939 wurde es offiziell als Konzentrationslager des Franco-Regimes genutzt und beherbergte bis zu dreitausend Häftlinge. Die Inschriften an den Wänden verschiedener Räume zeugen davon. Die harten Haftbedingungen und die mangelnde Hygiene führten zu einer hohen Sterblichkeitsrate unter den Gefangenen; zudem wurden jeden Abend Gefangene abgeführt und in der Nähe des Friedhofs erschossen Während dieser Zeit schritt der Verfall des Klosters weiter voran und verschlimmerte sich sogar. Von da an wechselte das Kloster mehrmals den Besitzer, die schließlich innerhalb des Gebäudes lebten.
Architektur
Was den Klosterkomplex betrifft, so ist der unverwechselbare Charakter der im späten 12. Jahrhundert erbauten Kirche besonders hervorzuheben. Ihre robuste, kompakte und schmucklose Fassade spiegelte deutlich die von den reformorientierten Zisterziensermönchen gepredigte Strenge wider. Später wurde der Klosterkomplex mehrfach umgebaut, insbesondere im 16. Jahrhundert. Zu diesen Erweiterungen gehören der Prozessionsgang, das Zentrum des klösterlichen Lebens, das Kapitelhaus , die Sakristei und der obere Chor – allesamt wesentliche Räume für das religiöse Leben.

Bitte beachten: Das Kloster befindet sich in einem Zustand der Restaurierung und ist derzeit eine Art Ruine. Seit 2026 sind aber Besichtigungen außer montags möglich.
https://es.wikipedia.org/wiki/Real_Monasterio_de_Santa_Mar%C3%ADa_(Oya)


Baiona

Vigo

Redondela

Pontevedra ab hier Spirituelle Route

Por FreeCat / José Antonio Gil Martínez de Vigo, Galicia - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1321638


Poio – Monasterio de San Xoán de Poio

Das Kloster San Xoán de Poio in Spanien ist eine mittelalterliche Benediktinergründung, deren Gebäude überwiegend im Barockstil gehalten sind. Es spielte vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine bedeutende Rolle im regionalen religiösen Leben.
Geschichte
Der lokalen Überlieferung zufolge geht das Kloster auf Fructuoso von Braga und seine Anhänger im 7. Jahrhundert zurück, erste Aufzeichnungen sind auf das Jahr 942 datiert.
Das 16. und 17. Jahrhundert waren geprägt von institutioneller und baulicher Aktivität. Zwischen 1548 und 1556 beherbergte das Kloster eine bedeutende theologische Hochschule, und 1613 nahm eine Ausbildungsstätte für Praktikanten ihren Betrieb auf, der bis zur Säkularisierung 1834 andauerte. Bedeutende Arbeiten an der heutigen Kirche und einem Prozessionskreuzgang begannen im späten 16. Jahrhundert und setzten sich im 17. und frühen 18. Jahrhundert fort.
1834 mussten die Benediktiner den Ort im Zuge der kirchlichen Enteignung verlassen. 1890 wurde der Komplex zum Sitz des Mercedarierordens, der das Kloster bis heute nutzt. Teile des Klosters dienen heute als Museum, und der Komplex wird auch für Veranstaltungen genutzt und bietet Hoteldienstleistungen an, während das klösterliche Leben fortbesteht.
Architektur
Das Kloster präsentiert sich als kompaktes Ensemble, dessen Gestaltung von spätbarocken Formen geprägt ist, die auf einem älteren mittelalterlichen Fundament ruhen. Die Hauptfassade des Klosters ist eine zurückhaltende barocke Komposition. Die Kirchenfront liegt zwischen zwei schlanken Türmen.
Im Inneren folgt die Kirche einem breiten, einschiffigen Grundriss, der zwar klassisch angelegt war, aber im Laufe der langen Bauzeit barocke Züge annahm. Die Hauptkapelle wird vom um 1735 fertiggestellten Hauptaltar dominiert. Die Wohnräume und Wege des Klosters spiegeln die verschiedenen Bauphasen wider. Ein rechteckiger Kreuzgang am Klostereingang, bekannt als Kreuzgang der Portería oder Orangenkreuzgang, erhebt sich drei Stockwerke im toskanischen Stil und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts zusammen mit dem Haupttreppenhaus errichtet. Der Prozessionskreuzgang hat einen kompakten quadratischen Grundriss und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Klosterbibliothek ist umfangreich und beherbergt mehr als 150.000 Bände. Hinter dem Hauptkomplex befindet sich ein sehr großer galicischer Getreidespeicher, der Horreo, der für seine Dimensionen bekannt ist. Mehrere Klosterräume, darunter Kreuzgangkammern, die ehemalige Küche, der Kapitelsaal und der Speisesaal, wurden für Museumszwecke umgestaltet, während ein Großteil des Komplexes weiterhin für religiöse Zwecke genutzt wird.
Übernachtung
In der Anlage befindet sich ein Drei-Sterne-Hotel mit Cafe und Restaurant. Aktuelle Preise schwanken je nach Termin, aktuelle Buchungsangebote liegen ungefähr im Bereich 60–100 €+ pro Zimmer/Nacht.
https://www.ancient-history-sites.com/sites/san-xoan-de-poio-monastery/

Por FreeCat / José Antonio Gil Martínez de Vigo, Galicia - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1321659


Armenteira – Monasterio de Santa María

Zwischen den Flussmündungen von Pontevedra und Arousa, in der Region Salnés, liegt das alte Zisterzienserkloster Armenteira, das von einer Gemeinschaft von Nonnen desselben Ordens bewohnt wird. Die ersten Zisterziensermönche gründeten ihre Klöster häufig in Tälern; so liegt das Kloster Armenteira in einem wunderschönen, vom Wasser fruchtbaren Tal, einer Metapher für die Gnade Gottes, die in die Herzen ausgegossen wird.
Geschichte
Das Zisterzienserkloster wurde 1149 von dem Adligen Ero de Armenteira gegründet, der 1162 dem Zisterzienserorden beitrat. Es gehörte zum Verbund der ursprünglichen Abtei von Clairvaux. Um 1515 oder 1523 schloss es sich der kastilischen Zisterzienserkongregation an. Die Konfiszierung von Kirchenbesitz unter der Regierung Mendizabal führte 1837 zur Schließung des Klosters und damit zu seiner Säkularisierung. 1963 wurde ein Förderverein des Klosters gegründet. 1989 zog eine Gemeinschaft von Trappistinnen aus Alloz in Navarra in das Kloster ein; sie stellen Kosmetikprodukte her. Heute beherbergt das Kloster auch ein Gästehaus.
Architektur
Die Außenfassade der Kirche, die vom lokalen romanischen Stil beeinflusst wurde, wurde um 1167 begonnen und 1225 fertiggestellt. Der Baustil folgt den Prinzipien, die der auf formaler Strenge und funktionaler Klarheit basieren. Das Hauptschiff hat die Form eines lateinisches Kreuzes. Es besitzt drei Schiffe mit jeweils vier Bögen. Das Querschiff, das nicht breiter als das Hauptschiff ist, grenzt im Osten an eine halbrunde Seitenkapelle. Es wird von einem niedrigen Turm mit Pyramidendach und Kuppel bekrönt. Der Kreuzgang, der im 16. und 17. Jahrhundert in zwei Bauabschnitten errichtet wurde, befindet sich südlich (rechts) der Kirche. Die Kirche besitzt einen Turm im Westen, der aus dem Jahr 1778 stammt.
Übernachtung
Es gibt ein Gästehaus, das zwei Einzel- und elf Doppelzimmer bietet.
70 € Einzel / 110 € Doppel / 140 € Dreibett für eine Nacht „nur schlafen“.
Alternativ 2 Nächte mit Vollpension: 150/240/300 €
Email:info@monasteriodearmenteira.es Tel.:+34 886211700
36192 Armenteira (Santa María P.), Meis, Pontevedra
https://es.wikipedia.org/wiki/Monasterio_de_Santa_Mar%C3%ADa_de_Armenteira

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Vilanova de Arousa

Padrón – Monasterio San Antonio de Herbón
Das Franziskanerkloster San Antonio de Herbón liegt bei Padrón und ist eng mit der Pilgertradition verbunden. Es ist bekannt für seine einfache Pilgerherberge und die gemeinschaftliche Atmosphäre. Das Franziskanerkloster Herbón, auch bekannt als Kloster San Antonio de Herbón, ist dank seiner außergewöhnlichen Schönheit und reichen Geschichte zweifellos ein absolutes Muss in der Gemeinde Padrón. Es ist ein Paradebeispiel eines Franziskanerklosters und wurde Ende des 14. Jahrhunderts gegründet. Während der Sommermonate bietet das Kloster in Teilen seiner Einrichtungen Pilgern auf dem Jakobsweg Unterkunft. Es liegt ca. 3 km vom Camino entfernt.
Geschichte 
Das Franziskanerkloster Herbón wurde 1396 von Gonzalo Mariño und Pedro de Nemancos mit Hilfe von Spenden gegründet. Die Bedeutung des Gebäudes im Laufe der Zeit ermöglichte die Finanzierung verschiedener Renovierungs- und Bauphasen, sodass nur noch wenige Elemente der ursprünglichen Struktur erhalten sind. Im 17. Jahrhundert erfuhr das Kloster eine bedeutende Erweiterung und gewann dadurch an Macht und Autonomie. Das Kloster diente im Laufe der Zeit verschiedenen Zwecken. Ursprünglich der franziskanischen Observanz gewidmet, fungierte es später als Priesterseminar für Missionare (von 1701 bis 1985) und auch als Gefängnis für Liberale. Im 19. Jahrhundert war es zudem ein Knabenseminar.
Eine interessante Tatsache, die die Franziskaner zwar nicht beanspruchen, ist, dass sie laut Überlieferung die Paprikapflanze aus Amerika mitbrachten – den Ursprung eines der bekanntesten Produkte der Region, der Padrón-Paprika (auch Herbón-Paprika genannt). Diese Franziskaner verließen das Kloster 2013 nach sechs Jahrhunderten in der Gemeinde.
Architektur
Um zum Kloster zu gelangen, muss man eine lange, steile Rampe und mehrere Stufen hinabsteigen. Dort findet man die schlichte Fassade und den schönen Glockenturm. Das Gebäude stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert; nur der Kreuzgang, der Speisesaal der Mönche und die Schlafsäle sind älter. Der Komplex ist von einer fast 825 Meter langen Mauer umgeben. Auch der Kreuzgang, die Gemächer des Erzbischofs und der wunderschöne Altar von Jacinto de Barrios sind bemerkenswerte Merkmale.
Im Inneren sind die Gambino-Skulpturen besonders bemerkenswert. Jean-François Gambino ist ein französischer Bildhauer, der 1966 in Paris geboren wurde, und sich zuletzt vor allem als Tierbildhauer einen Namen machte. Zu den weiteren Höhepunkten der Kirche zählen die Empore und die Orgel von 1732. Die Orgel wurde im 20. Jahrhundert restauriert.
Geführte Touren
Geführte Touren durch die Umgebung umfassen die Kirche selbst sowie verschiedene Teile des Klosters, seine Gärten und den Weg zu den Fischwehren des Flusses Ulla. Der Garten ist bekannt für seine Kamelien und eine große Palme, die als bemerkenswerter Baum Galiciens gilt. Ebenfalls sehenswert ist der San-Bieito-Brunnen (renoviert 1786) mit einer Figur des Heiligen Franziskus, aus dessen Brust Wasser sprudelt.
Übernachtung
Die im Juni 2009 eröffnete Herberge im Kloster liegt 2,5 Kilometer vom Jakobsweg entfernt. Die Abzweigung führt an der Kirche San Xulián de Pontecesures vorbei, bevor man die Brücke über den Fluss Ulla überquert. Der Weg ist gut ausgeschildert.
Saison 2026: 1. April–31. Oktober. Gemeinsames Abendessen und Frühstück auf Spendenbasis; täglich Pilgermesse/-segen um 20 Uhr. Von April bis Oktober täglich um 18:00 Uhr Führungen
Adresse : C/ Rego da Manga, 56 – Herbón, Padrón – La Coruña.
Telefon : (+34) 679 460 942
E-Mail : hospitality@amigosdelcamino.com
https://www.paxinasgalegas.es/fiestas/monasterio-franciscano-de-herbon-padron-5538.html

Klöster am Camino Portugues Central ab Porto

Während man auf dem Camino Costal noch einige erhaltene Klöster findet, die auch teilweise Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, gibt es auf dem Camino Central deutlich weniger.

Etappe

Kloster / geistlicher Ort

Lage zum Camino

Übernachten

Vairão

Mosteiro de Vairão

direkt am Camino

Ja – Pilgerherberge im Kloster

  Rates 

Igreja/Mosteiro de São Pedro de Rates – wunderschöne romanische Kirche erhalten, erste Cluniazenserpriorat auf portugiesischem Gebiet

direkt am Weg

Nein

Ponte de Lima

Convento de Santo António

Nur noch Teile erhalten/ Ensemble mit Museu dos Terceiros, Ponte de Lima

direkt in Ponte de Lima

Nein

Ponte de Lima

Mosteiro de Refóios do Lima

ca. 5–7 km Abstecher

Nein

    

Valença

Mosteiro de Sanfins

ca. 10–15 km Abstecher

Nein

Tui

Kathedrale von Tui / ehemaliges Klosterumfeld

Romanisch/gotisches Gebäude auf einer Anhöhe über dem Rio Mino

direkt in Tui

Nein

Padrón

Convento de San Antonio de Herbón

s.o. Camino Costal

ca. 3–4 km Abstecher

Ja, Pilgerunterkunft

Vairao – Mosteiro de Vairao

Das Kloster Vairão wurde 974 gegründet und war 1021 eine gemeinsame Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen. Anders als die uns aus der Neuzeit bekannten Klöster und Konvente waren religiösen Gemeinschaften zum Teil gemischtgeschlechtlich – ein Merkmal, das mit dem Fortschreiten des Mittelalters abnahm. In Vairao erfolgte die Trennung vermutlich Mitte des 12. Jahrhunderts, woraufhin es zu einer rein weiblichen Klostergemeinschaft wurde.
Geschichte
Die Archive des Klosters Vairão, die sich heute im Torre do Tombo (Nationalarchiv Portugals) befinden, zählen zu den ältesten Dokumenten in portugiesischer Sprache. 1141 verlieh König Afonso Henriques dem Kloster eine Privilegienurkunde mit einem sehr großen Gebiet und schenkte ihm außerdem seine königlichen Güter Crasto und Azevedo. König Manuel I. leitete 1517 eine Reform ein, die mehrere Ordensgemeinschaften in einem städtischen Umfeld zusammenfassen und sie so aus ihren ursprünglichen Klöstern entfernen sollte. Entgegen den Absichten des Königs konnte die Gemeinschaft von Vairão der Zusammenlegung entgehen und das Kloster weiterführen.
Entsprechend dem Edikt von 1834 endete die Benediktinerinnengemeinschaft des Klosters Vairão offiziell am 9. Dezember 1891 mit dem Tod ihrer letzten Nonne und Äbtissin.1895 ging das Kloster in den Besitz der Schwestern vom Heiligsten Herzen Mariens über, die dort ein Kolleg gründeten. Nach der Auflösung der Ordensgemeinschaft wurde das Klostergelände bis 1986 als Hochschule und Schule genutzt.
Übernachtung
Das Pilgerherbergsgebäude des Klosters Vairão, das 2013 eröffnet wurde, ist die erste Herberge am zentralen portugiesischen Jakobsweg für Pilger, die in Porto starten.
Convent Street, 21 4485-687 Vairão
Mobiltelefon 966 431 916 mosteirodevairao@gmail.com
2015 wurde das Pilgermuseum – das Interpretationszentrum des Jakobswegs – eröffnet .
https://www.visitviladoconde.pt/pages/825/?geo_article_id=3194
https://www.visitviladoconde.pt/pages/820?geo_article_id=2669

Por PedroPVZ - Obra do próprio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19637149

Rates – Mosteiro de São Pedro de Rates

Das Kloster São Pedro de Rates liegt in der gleichnamigen Stadt in der Gemeinde Póvoa de Varzim und beherbergt eine der ausdrucksstärksten Kirchen portugiesischer romanischer Architektur. Obwohl das mittelalterliche Kloster als aktive Gemeinschaft nicht mehr besteht, bewahrt das erhaltene Gotteshaus – oft einfach als Kirche São Pedro de Rates bezeichnet – die Erinnerung an eine der Gründungsphasen der nationalen
Klosterarchitektur: die Ankunft der Cluniazenser in dem Gebiet, das später Portugal werden sollte.
Geschichte
Der Überlieferung nach ist der Ort mit dem Kult des Heiligen Petrus von Rates verbunden, der als erster Bischof von Braga und Märtyrer gilt. Seine Beisetzung und Verehrung sollen hier ein religiöses Zentrum begründet haben, das der Romanik vorausging.
Der entscheidende Moment kam Ende des 11. Jahrhunderts, als Graf Heinrich von Burgund und Teresa von León das verfallene Kloster Rates dem Priorat La Charité-sur-Loire schenkten, das der mächtigen Abtei Cluny in Frankreich unterstand. So entstand das erste Cluniazenserpriorat auf portugiesischem Gebiet , das der Benediktinerregel folgte und in das europäische Netzwerk eingebunden war, das damals das religiöse Leben des Westens neu gestaltete.
Kirche
Der Bau der romanischen Kirche begann im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts und dauerte etwa ein Jahrhundert mit Unterbrechungen. Der Granitstein, das reich verzierte Westportal und der Skulpturenschmuck – historische Kapitelle, Kragsteine sowie pflanzliche und zoomorphe Motive – sind typische Merkmale des romanischen Stils in Portugal. Die Konstruktion der Kirche weist mehrere Unregelmäßigkeiten und Unsicherheiten auf, die die typische Phase konstruktiver Schwierigkeiten in der Romanik widerspiegeln – etwa die unterschiedlichen Breiten der Schiffe, die unregelmäßige Anordnung der Pfeiler oder das Vorhandensein vorgesetzter Säulen
Das Gebäude wurde im 15., 17. und 18. Jahrhundert erneut umgebaut, behielt aber stets seine romanische Einheitlichkeit, die Rates von vielen anderen mittelalterlichen Bauten unterscheidet, die in späteren Epochen stark verändert wurden. Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Cluniazenserorden gilt Rates als Vorbild für andere bedeutende Benediktinerklöster der Region.
Der Zugang zur Kirche erfolgt durch das imposante axiale Portal mit fünf Archivoten und halbrunden Bögen, das in die leicht asymmetrische und mit Strebepfeilern versehene Fassade eingelassen ist. Besonders hervorzuheben ist der Skulpturenschmuck der Kapitelle und vor allem des Tympanons. Das Skulpturenensemble dieser Kirche zählt zu den bedeutendsten Beispielen portugiesischer romanischer Kunst.
Es gibt einen ca. 20 km langen Verbindungsweg zum Küstenweg.
https://patrimonios.pt/mosteiro-de-sao-pedro-de-rates/
https://pt.wikipedia.org/wiki/Igreja_de_S%C3%A3o_Pedro_de_Rates#

Por Vitor Oliveira from Torres Vedras, PORTUGAL - Igreja da Ordem dos Terceiros de Santo António - Ponte de Lima - Portugal, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=78441350

Ponte de Lima – Convento de Santo António

Das Ensemble aus der Kirche Santo António de Frades Capuchos und der Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus umfasst die Kirche und den Kreuzgang des Klosters des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus sowie die angrenzendeKirche Santo Antonio dos Frades Capuchos, die Teil des Convento de Santo António war, das zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert abgerissen wurde und von dem nur noch ein Flügel erhalten ist.

Geschichte
Das Kloster, von dem heute nur noch die Kirche und ein Klosterflügel erhalten sind, wurde am1481 vom Bürgermeister von Ponte de Lima, Dom Leonel de Lima, und seiner Frau, Dona Filipa da Cunha, gegründet; die Gründung wurde durch eine Bulle von Sixtus IV. bestätigt. Mitte des 18. Jahrhunderts erfuhr der Klosterkomplex eine tiefgreifende Reform. Die heutige Fassade und der obere Chor stammen aus dieser Zeit, ebenso wie der Bau des angrenzenden Klosters und der Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus. Ein Großteil des Klostergeländes wurde zwischen dem späten 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen. Es gibt nur noch einen Flügel auf der rechten Seite der Kirche.
1978 wurde das Museum des Dritten Ordens mit Werken sakraler Kunst eingerichtet. Das Gebäude grenzt an die später erbaute Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus , mit der es sich den Kirchhof teilt.
Kirche
Zwischen 1744 und 1747 wurde die Fassade der Kirche erhöht und die gesamte Kirche umgestaltet. Sie erhielt schlichte Linien, ein einziges Kirchenschiff mit einer Vorhalle Narthex) und einen hohen Chor mit Chorgestühl. Der Eingang zum Narthex, ein segmentbogiger, gepolsterter Bogen mit Metallgeländer, durchbricht die Fassade. Über der Öffnung befindet sich eine kleine Nische, über der sich das Chorfenster mit geradlinigem Profil erhebt, flankiert von zwei Nischen mit den Figuren des Heiligen Franziskus und des Heiligen Petrus von Alcántara. Über dem Fenster ist ein rundes Okulus angebracht.
Auf der rechten Seite ist leicht vorspringend ein zweistöckiger Glockenturm angebaut.
Die Kirche vereint Architekturstile des Manierismus, Barock und Rokoko.
https://pt.wikipedia.org/wiki/Igreja_de_Santo_Ant%C3%B3nio_dos_Frades_Capuchos
https://monumentosesitios.blogspot.com/2019/09/convento-de-santo-antonio-ponte-de-lima.html

visitepontedelima.pt

Ponte de Lima – Mosteiro de Refóios do Lima
Das Kloster Refóios do Lima , auch bekannt als Kloster Santa Maria de Refóios do Lima , Pfarrkirche Refóios de Lima oder Kirche Santa Maria , befindet sich in der Gemeinde Ponte de Lima. Das Kloster Refojos do Lima war das größte aller Klöster im Gebiet der heutigen Gemeinde Ponte de Lima.

Geschichte
Es wurde als Kloster gegründet, in dem Mitglieder des Augustinerordens bis 1834 wohnten als die religiösen Orden in Portugal abgeschafft wurden. Der Bau des Klosters begann im Jahr 1143 und wurde 1152 abgeschlossen. Dokumente bestätigen, dass Afonso Ansemondes und seine Frau dem Kloster im Jahr 1150 die Grafschaft Refoios mit Palast und Ländereien schenkten.
Die ersten größeren Umgestaltungen erfolgten im 14. Jahrhundert und später im 16. Jahrhundert mit dem Wiederaufbau der Kirche im Jahr 1581. Die Hauptfassade bewahrt Merkmale aus dem 16. Jahrhundert, wie beispielsweise den Portikus mit deutlichen Renaissancemotiven; der obere Teil wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet. Der Glockenturm existierte bereits 1770 und wurde 1859 wiederaufgebaut, da er durch einen Blitzschlag teilweise zerstört worden war. Der verbliebene Klosterbereich beherbergt heute eine höhere Landwirtschaftliche Hochschule, das Polytechnische Institut von Viana do Castelo.
https://www.visitepontedelima.pt/pt/turismo/mosteiro-e-igreja-paroquial-de-refoios/

https://www.siradio.gal/2026/04/17/valenca-assinala-dia-internacional-dos-monumentos-e-sitios-com-visita-guiada-ao-mosteiro-de-sanfins/

Valenca – Mosteiro de Sanfins
Es ist eines der bemerkenswertesten Beispiele romanischer Architektur in Portugal und seit 1910 ein nationales Denkmal.

Geschichte

Das Kloster Sanfins war der Hauptsitz des ehemaligen Klosterguts Sanfins, das bis 1834 bestand. Aufgrund seiner Bedeutung erhielt es mehrere königliche Privilegien. Das Kloster Sanfins war zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert aktiv. Die ersten Gebäude dieses Benediktinerklosters für Männer stammen jedoch aus dem Jahr 604 n. Chr. Es war über Jahrhunderte ein bedeutendes religiöses Zentrum. Einer seiner berühmtesten Bewohner war der heilige Franz Borgia (1510–1572) vom Jesuitenorden.
Die Klosterruine ist abgeschieden und von einem üppigen Eichenwald umgeben. Sie liegt auf einer Höhe von 200 Metern, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf den Lapela-Turm und den Fluss Minho genießt.

Kirche
Die Klosterkirche, eines der bemerkenswertesten und bedeutendsten Beispiele romanischer Architektur in Portugal, wurde restauriert. In der Umgebung der Kirche kann man zwischen den Ruinen des Klosters, dem Aquädukt, den Nebengebäuden mit ihren Granitarkaden und einem kleinen Kreuzgang spazieren gehen. Die Wege, die zu den Wasserfällen führen, sind eine wunderbare Möglichkeit, dieses zauberhaften Ortes zu entdecken.
https://visitavalenca.pt/blog/mosteiros-de-portugal-conheca-o-mosteiro-de-sanfins/

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Der einzigartige portugiesische Manuelinik -Stil

Der einzigartige portugiesische Manuelinik -Stil

Die Manuelinik (auch Emanuelstil, Manuelinischer Stil oder Emanuelismus genannt) ist ein prunkvoller Architekturstil, der nur im Königreich Portugal des frühen 16. Jahrhunderts auftrat. Er dauerte kaum länger als eine Generation. Benannt ist die Manuelinik nach König Manuel I. (reg. 1495–1521), der während der wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit Portugals an der Macht war. Die Manuelinik ist mit der damaligen wirtschaftlichen Entwicklung und dem entstandenen Reichtum untrennbar verbunden und präsentiert den imperialen Anspruch des Landes auch an Kirchen und profanen Bauten.

Von Sailko - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61523380 Südportal und Fassade der Kirche Santa Maria de Belém, Mosteiro dos Jerónimos, Belém (Lissabon)

Stilkundliche Einordnung
Manche Kunsthistoriker ordnen die Manuelinik in die Spätgotik ein; andere bezeichnen sie als ersten Kolonialstil Portugals. Die Manuelinik kann als Sonderform der Spätgotik oder Mischstil zwischen Gotik und Renaissance angesehen werden.
Strukturell ist die Manuelinik gotisch mit Spitzbögen, Rippengewölben, Strebepfeilern.
Das Neue liegt in der Ornamentik. Über den gotischen Elementen wächst ein naturalistisches und maritimes Repertoire — Taue und Seemannsknoten, Anker, Armillarsphären, Korallen, Disteln und Laubwerk —, verflochten mit der königlichen Heraldik: das Kreuz des Christusordens und die Armillarsphäre, das persönliche Emblem des Königs. Teilweise wurden auch Elemente der Mudéjar -Kunst und der italienischen Frührenaissance übernommen, wie z. B. runde Bögen statt gotischer Spitzbögen (z. B. in Santa Maria de Belém oder der Conceiçao Velha in Lissabon) oder Säulen statt Pfeilern. Zuweilen wird auch ein afrikanischer oder indischer Einfluss angenommen.

Von Alejandro from Mexico City, MEXICO - Lisbon, Portugal, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70803166 Kreuzgang des Mosteiro dos Jerónimos, Belém

Inspiriert wurde der manuelinische Stil durch die Reisen der Seefahrer, deren Entdeckungen und Eroberungen Portugal seinerzeit einen besonderen Reichtum bescherten. Neben dem typischen gedrehten Tauwerk und den Seemannsknoten gibt es eine Reihe von charakteristischen Motiven, die häufig aus der Heraldik oder aus der christlichen und alchimistischen Symbolik stammen:

• Die Armillarspäre , ein astronomisches Instrument, das einen Anspruch auf die Weltherrschaft symbolisierte, und die ein Emblem der portugiesischen Könige Johann II. und Mauel I. war;
• das Kreuz der Christusritter des bedeutendsten Ritterordens in Portugal, der auch eine enge Verbindung zum portugiesischen Königshaus hatte;
• naturalistische Motive, wie Astwerk, Blattwerk (z. B. Lorbeer oder Efeu), Blumen, Distern, Artischocken, Früchte wie Granatäpfel u. ä.;
• maritime Motive wie Korallen, Muscheln oder Algen;
• Tiere und menschliche Figuren;
• fantastische oder groteske Figuren und Mischwesen, wie Nixen oder Sirenen u. a.

In der kunsthandwerklichen Ausführung all dieser Zierformen fällt eine Tendenz zum Weichen und Runden auf (nicht zum Hohen und Spitzen wie in der Gotik). Die üppige Ornamentik ziert vor allem Portale und Fenster, aber auch Wände und Dächer, sie schmückt Klöster, Kirchen und Paläste.

Von Marcio - Castelo dos Templários - Tomar, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32871990 Seefahrerornamentik im manuelinischen Stil in Tomar

Bauten
Ein Großteil der manuelinischen Bauten wurden beim großen Erdbeben von Lissabon 1755 zerstört. Als die bedeutendsten und prächtigsten Beispiele der Manuelinik gelten der Torre de Belém und das benachbarte Hieronymitenkloster mit seinem Kreuzgang in Lissabon, sowie das Kloster Batalha und Teile des Christusklosters in Tomar – hier ist u. a. ein berühmtes Fenster des Kapitelsaals außen wie innen reich mit plastischem, verflochtenem Schiffstauwerk und Naturmotiven verziert. Als eines der frühesten Beispiele der Manuelinik gilt außerdem die berühmte Kirche des Convento de Jesus in Setúbal, mit Pfeilern in Form riesiger gedrehter Schiffstaue. In Lissabon sind noch die Fassaden der Kirche Nossa Senhora da Conceição Velha und des Convento da Madre de Deus (heute:Museu Nacional do Azulejo ) in einem rein manuelinischen Stil erhalten, in Coimbra die Fassade der Capela de São Miguel der Universität und Teile desMosteiro de Santa Cruz , insbesondere das Kirchenportal und der Kreuzgang – letzterer ist jedoch wesentlich schlichter als die Kreuzgänge von Belém und Batalha. Besonders erwähnenswert sind auch die Hauptkirchen von Golega,Vila do Conde,Viana do Alentejo , und die Kirche São Julião in Setúbal, alle mit prächtigen, typisch manuelinischen Portalen. Darüber hinaus finden sich Beispiele für den manuelinischen Stil auch an kleineren Kirchen oder Bauwerken in ganz Portugal. Der manuelinische Stil lebt in den Verzierungen der portugiesischen, spanischen, mexikanischen und kolonial indischen Kunst weiter, die er beeinflusst hat.
Bedeutende Vertreter dieses Stils waren Joao de Castilho und Diogo Boitaca, die für das Klostergeviert des Hieronymitenkloster berühmt sind, sowie Francisco und Diogo de Arruda, die den Torre de Belém am Tejoufer in Lissabon entworfen haben.

Torre de Belém, Von Bert K. - originally posted to Flickr as Lisboa / Lisbon / Lissabon, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9489857Lissabon
Von Diego Delso, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20358552 Seitenportal der Kirche São Julião, Setúbal
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Der Bahnhof Sao Bento in Porto – einer der schönsten Bahnhöfe der Welt

Der Bahnhof Sao Bento in Porto - einer der schönsten Bahnhöfe der Welt

Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Mosteiro de Sao Bento de Ave-Maria gelegen, bietet der Bahnhof von Porto nicht nur eine beeindruckende Architektur, sondern vor allem auch über 20.000 Azulejos, die berühmten portugiesischen Keramikfliesen, auf denen die Geschichte Portugals dargestellt wird. Der Bau des Bahnhofs begann im Jahr 1900 und wurde 1916 abgeschlossen. Der Architekt des Projekts, José Marques da Silva, schuf ein Gebäude, das klassische europäische Architektur mit typisch portugiesischen Elementen vereint.

Von Jose Goncalves / Joseolgon in der Wikipedia auf Portugiesisch - Übertragen aus pt.wikipedia nach Commons., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1821843 Empfangsgebäude

Die Kachelkunst von Jorge Colaço
Ein herausragendes Merkmal des Bahnhofs São Bento sind die Azulejos (Kacheln), die die Wände der Haupthalle schmücken. Diese Kacheln erzählen Geschichten aus der Geschichte Portugals und sind ein einzigartiges Beispiel für portugiesische Kunst. Sie wurden von dem renommierten Künstler Jorge Colaço entworfen und zwischen 1905 und 1916 installiert.
Über 20.000 Kacheln (551 Quadratmeter) zieren die Wände des Bahnhofs. Die Szenen auf den Azulejos stellen bedeutende historische Ereignisse dar, darunter die Schlacht von Valdevez und die Eroberung von Ceuta. Diese meisterhaft gestalteten Kunstwerke sind nicht nur von künstlerischem, sondern auch von historischem Wert und machen São Bento zu einer Sehenswürdigkeit, die weit über einen gewöhnlichen Bahnhof hinausgeht.
Die Paneele sind weit mehr als bloße Dekoration; sie sind versteinerte Erzählungen. Wer den Blick schweifen lässt, entdeckt zwei unterschiedliche Stilwelten: Ein mehrfarbiger Fries im oberen Bereich illustriert die Entwicklung des Transportwesens in Portugal bis hin zum Siegeszug der Eisenbahn. Darunter dominieren die klassischen blau-weißen Monochrom-Paneele, die entscheidende Wendepunkte der portugiesischen Geschichte verewigen. Zu den Highlights zählen die Schlacht von Valdevez (1140), die Begegnung des Ritters Egas Moniz mit König Alfons VII. von Kastilien, der festliche Einzug von Johann I. und Philippa von Lancaster anlässlich ihrer Hochzeit in Porto (1387) sowie die Eroberung von Ceuta (1415).

Von Otto Domes - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=109596844 Eingangshalle

Architektur und Design
Der Architekturstil von São Bento lässt sich als eine Mischung aus französischem Neoklassizismus und typisch portugiesischen Stilelementen beschreiben. Die Fassade des Bahnhofs ist in einem eleganten, aber funktionalen Stil gehalten, während die Kachelarbeiten im Inneren eine harmonische Verbindung zur Geschichte und Kultur Portugals schaffen.
Der Haupteingang des Bahnhofs ist besonders beeindruckend. Durch die großen, kunstvoll gestalteten Fenster fällt viel Licht in das Innere, was die Schönheit der Azulejos noch mehr zur Geltung bringt. Die Kombination von Licht, Raum und Kunst verleiht dem Bahnhof eine fast museale Atmosphäre.
Neben den historischen und künstlerischen Aspekten bietet der Bahnhof eine Vielzahl von praktischen Annehmlichkeiten, darunter Restaurants, Geschäfte und Verbindungen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der nahegelegene Praca da Liberdade und die berühmte Rua das Flores sind nur wenige Minuten zu Fuß entfernt und laden zum Entdecken ein.

https://minimalist.travel/transport/trains/porto-sao-bento-guide/
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Azulejo in Portugal – eine identitätsstiftende Kunstform

Azulejo in Portugal – eine identitätsstiftende Kunstform

By Ajay Suresh from New York, NY, USA - Sevilla-4-9, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79612918

Unter Azulejo versteht man ein Bild aus zumeist quadratischen, bunt bemalten und glasierten Keramikfliesen, das seinen europäischen Ursprung in Spanien und Portugal hat und dort hergestellt wird. Diese wetterfesten Fliesen sind in diesen Ländern fester Bestandteil des Stadtbildes und werden an öffentlichen Monumenten und Gebäuden, Hausfassaden und Kirchen, aber auch an Innenwänden zu oftmals künstlerischen Wandbildern zusammengefügt. Häufig sind alte Blumen-, Vögel- und Schiffsmotive verarbeitet. In Wandverkleidungen aus Azulejos finden sich traditionell auch Ornamente der islamischen Kunst.

Cathedral of Porto By Georges Jansoone - Self-photographed, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1263584

Geschichte

Der Name Azulejo leitet sich von arabisch الزليج, az-zulaiǧ („Fayence“, „Kachelwerk“) ab.
Die Technik der Keramikherstellung stammt ursprünglich aus Mesopotamien und Persien.
Dort wurde Keramikgeschirr bereits um 500 v. Chr. hergestellt. Über Persien gelangte das Wissen in die islamischen Regionen Nordafrikas und mit der Eroberung der iberischen Halbinsel durch die Araber um 800 n. Chr. ins heutige Spanien und Portugal.
Auf der Iberischen Halbinsel sind die Kacheln somit eine Hinterlassenschaft der Mauren. Die Technik der Herstellung wurde von einheimischen Handwerkern übernommen und weiterentwickelt. Zentrum der Herstellung war im 12./13. Jahrhundert Andalusien, dort vor allem Granada. Im 14. Jahrhundert war Valencia für seine Azulejos berühmt.

Am 2. Januar 1492 endete die sog. Reconquista, die Rückeroberung der maurisch beherrschten iberischen Halbinsel durch die katholischen Könige. Sechs Jahre danach reiste der König von Portugal,dom Manuel I. nach Spanien. Er besuchte die ehemals maurischen Paläste in Zaragoza, Toledo, Granada und Sevilla und war begeistert von den Tausenden von Kacheln und Fliesen, die die Innenräume mit ihren ornamentalen Strukturen verzierten. Dom Manuel wollte diese auch in seinen Palästen haben und so tauchte die andalusische Keramik Anfang 1500 zum ersten Mal in Portugal auf. Der Nationalpalast von Sintra, der als Residenz des Königs diente, ist eines der besten und originellsten Beispiele für diese ersten Fliesen. Die wurden noch 1503 aus Werkstätten in Sevilla importiert, erst danach begann man in Portugal, eigene Produktionsstätten hochzuziehen. Etwa ab dem 16./17. Jh. wurde Portugal Hauptproduzent für Azulejos.

CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=719687 Sevilla

Da die Herstellung und die kunstvolle Bemalung sehr aufwändig waren, konnten sich zunächst nur die Kirche, der Adel und wohlhabende Kaufleute diese teuren Kacheln leisten. So dekoriert man mit Azulejos zunächst nur die Innenräume von Palästen, Kirchen und Klöstern. Die figurativen Azulejos des 17. Jahrhunderts waren stark von Auftragsarbeiten geprägt. Kirche und Adel waren die beiden gesellschaftlichen Gruppen, die zu dieser Zeit Azulejos in Auftrag gaben und dabei die Figuration nutzten, um Botschaften zu vermitteln, ohne dabei den dekorativen Wert der Kompositionen zu vernachlässigen.
Wir sollten bedenken, dass in allen profanen Räumen, für die Azulejos in Auftrag gegeben wurden, sie den Geschmack der Eigentümer widerspiegeln und die doppelte Funktion haben, architektonische Räume zu schmücken und Botschaften sozialer und politischer Bestätigung zu verbreiten.

Erst mit der aufkommenden Industrialisierung im 19. Jh. und dem Siebdruckverfahren konnten Azulejos günstiger und teilweise in Massenproduktion hergestellt werden. So verließen die Azulejos die Innenräume und belebten als Fassaden das Bild der Städte, da dann auch ganze Häuserfassaden, städtische Bauwerke und auch Privathäuser mit Azulejos verkleidet wurden.
Die Expansion der Städte und die Entwicklung neuer Stadtgebiete führten, gepaart mit einer individualistischeren Mentalität in Bezug auf Erfolg und dem Zurschaustellen des erworbenen Status, zu einer zunehmenden Verwendung von Azulejos an Fassaden. Diese dienten dazu, ansonsten unauffällige Gebäude durch Merkmale hervorzuheben, die zum Teil direkt mit ihren Besitzern in Verbindung standen. Da es zunächst meist Neureiche waren, die sich diesen Luxus leisten konnten, war diese Modeströmung in der Bevölkerung zunächst gar nicht gut gelitten.
Die Beispiele schöner Gebäude mit Azulejos in Portugal sind zahllos und sie sind beliebter als je zuvor. Auch heute noch verschönern Architekten und Städtebauer mit Azulejos Häuser, Plätze, Brunnen oder auch moderne U-Bahn-Stationen.

By Nelson Rocha from Portugal - Igreja dos Congregados, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9781389 Porto

Techniken

Zu den frühesten Formen der Wanddekoration mit Azulejos zählen Wandmosaike. Verschiedenfarbige Fliesen werden dabei in Stücke gebrochen und zu einem Mosaik kombiniert. Noch heute wird diese Technik in Marokko und Algerien verwendet und schmückt Innenhöfe und Brunnen.
Die ersten glasierten Fliesen bestanden aus geometrischen Anordnungen zugeschnittener Fliesenstücke („Alicatado“). Die verwendeten Muster sind komplex und spiegeln die Vorliebe für Geometrie in der islamischen Welt wider. Allerdings ist das Alicatado- Verfahren nach wie vor kostspielig, da das Zuschneiden der Fliesen viel Handarbeit erfordert. Zudem entsteht dabei ein erheblicher Fliesenabfall. Um diese Nachteile zu überwinden, kamen die Handwerker schließlich auf die Idee, farbige Glasuren direkt auf die Tonfliesen aufzutragen, dabei aber verschiedene Bereiche zu trennen, um ein Vermischen der Farben zu vermeiden.
In Spanien wird dieses Verfahren „Cuerda Seca“ genannt.
Um 1500 wurde das Cuerda-Seca -Verfahren durch zwei ähnliche Techniken ersetzt. Bei Arista -Fliesen erfolgt die Unterteilung durch feine Tonrillen, bei Cuenca- Fliesen durch Rillen. In beiden Fällen wird eine mit dem Muster versehene Holzform verwendet, um die weiche Tonfliese zu prägen. Dadurch entsteht keine schwarze Linie mehr zwischen den verschiedenfarbigen Elementen. Diese beiden Techniken dienten der Herstellung preisgünstiger Alicatados .
Bereits im 14. Jahrhundert kommen bei kurvilinearen kalligraphischen Schriftbändern auch Techniken des Abritzens und Auskratzens vor – der eigentliche stets schwarze Schriftzug wurde dabei stehen gelassen, so dass der größere Teil der Kacheloberfläche abgekratzt oder mit einem feinen Metallstiche abgearbeitet wurde.
Im 16. Jahrhundert stießen die alten Handwerkskünste der Keramikbrenner auf neue europäische Majolika-Techniken vor allem aus Italien. Diese konnten den Wunsch der Auftraggeber nach bildhaften Darstellungen erfüllen. Während Alicatado- oder Cuerda-Seca-Fliesen von Handwerkern gefertigt wurden, werden Azulejo-Tafeln nun von Künstlern bemalt. Der Azulejo-Maler erlangte somit den Status eines Künstlers und signierte seine Tafeln häufig. Der Stil der Azulejos hat sich grundlegend gewandelt: Große, verzierte Tafeln zeigen figürliche und erzählerische Szenen, ganze Bildzyklen auf Kacheln gemalt und gebrannt.

By Gryffindor - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5330864 Segovia

Was ist das Besondere der portugiesischen Azulejos?

Eine der damals herausragenden Eigenschaften, obwohl sie ihre Wurzeln im vorangegangenen Jahrhunderten hatte, war die Art und Weise, wie sie als strukturierendes Element der Architektur eingesetzt wurde, und zwar in den oft monumentalen Verkleidungen, wobei die Azulejos-Muster eine Schlüsselrolle spielten.Die Kirche war die Hauptinstanz, die für die Beauftragung wiederholter Azulejos verantwortlich war, eine äußerst effektive Methode zur oft vollständigen Verkleidung der Mauern ihrer Kirchen.
Die Vielfalt der Lösungen und Vorschläge bei den portugiesischen Fliesenmustern dieser Zeit hat in anderen europäischen Produktionen kein Pendant. So kann man festhalten, dass einer der faszinierendsten Aspekte des kreativen Prozesses portugiesischer Keramikmaler über die Zeit ihre Fähigkeit ist, Themen und dekorative Motive verschiedener Herkunft zu erfinden und zu interpretieren, eine Verschmelzung von Einflüssen zu gestalten, die zur Schaffung einer einzigartigen Sprache führte und führt.

Wie schon in der Vergangenheit sucht das Azulejo unaufhörlich nach neuen Herausforderungen und ist bereits in einige der typischen Sprachen der heutigen Welt Eingang gefunden. Von den pixeligen Computerbildern (Azulejos im Ozeanarium Lissabon von Ivan Chermayeff, 1998) bis zur Subversion des Graffiti-Diskurses, über die märchenhafte Ausgelassenheit von Cartoons oder die Verfeinerung der Bilder in der Werbung oder im Design, zeigt es eine außergewöhnliche Fähigkeit zur Anpassung und Neuerfindung, die in einer anderen Form des künstlerischen Ausdrucks schwer zu erreichen wäre.

By Vysotsky - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42384696 Azulejos des 21. Jh.
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Legenden : „Der Hahn von Barcelos „– eines der bekanntesten Symbole Portugals und „Vom Ursprung der Jakobsmuschel“

Legenden : „Der Hahn von Barcelos „– eines der bekanntesten Symbole Portugals und „Vom Ursprung der Jakobsmuschel“

Der “Galo de Barcelos” ist eines der bekanntesten Symbole Portugals. Er wird normalerweise als bunter Keramikhahn dargestellt, der mit vielfältigen Mustern, darunter Herzen und Blumen, verziert ist. Die leuchtenden Farben und die detaillierte Arbeit, die in jede Figur fließen, machen jeden Hahn einzigartig.
Die Figur des Hahns symbolisiert laut der Legende Glaube, Gerechtigkeit und Optimismus. Sie ist ein Zeichen für die Hoffnung in scheinbar ausweglosen Situationen und ein Appell an das Gewissen und die Gerechtigkeit. Darüber hinaus steht der Hahn als morgenländischer Vorbote für einen neuen Anfang und Positivität. Es ist eine typisch portugiesische Tradition, einen “Galo de Barcelos” als Glücksbringer zu kaufen oder zu verschenken.

Die Legende vom Hahn von Barcelos

Es war einmal ein Mann aus Galizien, der in die Stadt Barcelos kam. Er war aber nicht irgendein Mann, sondern ein braver Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela, um dort ein Gelübde zu erfüllen. Doch die Leute in Barcelos trauten ihm nicht und hielten ihn für einen Dieb. Obwohl er immer wieder beteuerte, unschuldig und nur ein frommer Pilger zu sein, glaubten sie ihm nicht und gaben ihn zur Strafe den Behörden ab.
Der Richter, der sein Urteil fällen sollte, war ein harter Mann, der nicht leicht zu überzeugen war. Auch als der arme Pilger vor ihm stand und seine Unschuld bekräftigte, blieb der Richter unbeeindruckt. Er wollte gerade mit seinen Freunden ein Festessen beginnen und hatte keine Zeit für die Beteuerungen des Pilgers. Doch der Pilger blieb standhaft und sagte dem Richter mit fester Stimme: “So wahr wie ich unschuldig bin, so wahr wird dieser gebratene Hahn auf deinem Tisch krähen, wenn ich gehängt werde.”
Natürlich lachten alle Anwesenden über diese Behauptung. Ein gebratener Hahn, der kräht? Das schien unmöglich. Doch dann geschah das Unglaubliche: Genau in dem Moment, als der Pilger gehängt werden sollte, erhob sich der gebratene Hahn auf dem Festmahlstisch des Richters und krähte laut. Alle waren sprachlos, allen voran der Richter. Er erkannte seinen Irrtum und rannte zum Stadtplatz, um die Hinrichtung zu stoppen. Da sah er, dass ein Knoten im Strick das Zugehen desselben verhindert hat. Sofort ließ er den Pilger freilassen und entschuldigte sich bei ihm.
Einige Jahre später kehrte der Pilger nach Barcelos zurück und widmete der Stadt aus Dankbarkeit ein prächtiges Denkmal. Dieses Denkmal wurde später zu Ehren von Santiago und der Jungfrau Maria geweiht. Und so erinnert die Geschichte des Hahns von Barcelos noch heute an das Wunder, das sich einst in dieser Stadt ereignete.

https://www.portugalismo.de/barcelos/

Die Legende vom Hahn von Barcelos wird natürlich nicht wörtlich geglaubt, ist aber ein wichtiger Teil der portugiesischen Kultur aufgrund der moralischen Werte, die sie enthält. Die Legende handelt von einem immer wiederkehrenden portugiesischen Thema und berührt Aspekte des täglichen Lebens, wie Gerechtigkeit, Stolz, Schicksal und dialektischen Wunderglauben, die in Portugal hohe Wertschätzung genießen. Zugleich spiegelt die Legende den spielerischen und distanzierten Umgang der Portugiesen mit weltlichen und religiösen Hierarchien wider. So stehen hier die Menschlichkeit und der Humor der einfachen Bevölkerung gegen den ihr gegenüber distanzierten, oft willkürlich wirkenden Eliten.

https://img.ricardostatic.ch/images/1d562005-5a0e-4211-a3c5-d35c4f09a90e/t_1000x750/vintage-deco-hahn-skulptur-aus-messing

Der Hahn als Kämpfer

Man findet aber auch häufig Skulpturen von kämpfenden Hähnen. Das hat nichts mit dem Hahn von Barcelos zu tun, sondern gehört zu einer älteren und allgemeineren Symbolik des Hahns, die in Portugal auf besondere Weise mit Volkskunst und – historisch – auch mit Hahnenkämpfen als volkstümliche Unterhaltungstradition verbunden ist.
Der Hahn verkörpert traditionell Eigenschaften wie Mut, Stolz, Kampfgeist, Wachsamkeit und Revierverteidigung. Zwei aufeinander losgehende Hähne verstärken diese Bedeutung: Es geht um Konkurrenz, Ehre und die Auseinandersetzung zweier gleich starker Kräfte.

Man kann sagen:
Der bunte Hahn von Barcelos trägt eher die Botschaften:
Wahrheit – Gerechtigkeit – Glaube – Hoffnung – Rettung.
Die kämpfenden Hähne dagegen eher die Botschaften
Mut – Kraft – Stolz – Rivalität – Durchsetzungswillen.

Auf jeden Fall hat der Hahn in der portugiesischen Tradition immer eine starke Rolle gespielt.

Jakobsmuschel

Der Ursprung der Jakobsmuschel als Symbol der Pilgerschaft

Der Portugiesische Weg entlang der Küste erzählt die berühmte Legende vom Ritter der Muscheln. Die Jünger Athanasius und Theodore waren auf dem steinernen Floß mit den sterblichen Überresten des Apostels in Richtung Norden unterwegs, als sie auf der Höhe des Fischerdorfes Bouzas, heute einer der reizvollsten Stadtteile von Vigo, am Ufer auf die Feierlichkeiten einer Hochzeit stießen.
Die Teilnehmer spielten “abofardar”, ein Reiterspiel, das darin bestand, einen Speer oder “bofarda” (Lanze) in die Luft zu werfen und ihn zu Pferd im Galopp aufzufangen, bevor er auf dem Boden aufschlug. Als der Bräutigam an der Reihe war, lenkte eine Windböe den Speer ins Meer ab. Aber der junge Mann, fest entschlossen zu gewinnen, verfolgte ihn und versank dabei in den Wellen.
Die Zeit verging und weder der Bräutigam noch sein Reittier kamen aus dem Wasser, also schien alles darauf hinzudeuten, dass die Hochzeit in einer Tragödie enden würde. In diesem Moment näherte sich das Steinboot der Stelle, an der er versunken war, und das Wunder geschah: Beide tauchten mit Muschelschalen bedeckt aus dem Wasser auf.
Später erklärten die Jünger des Apostels, dass alle Menschen, die sich entschlossen, nach Santiago de Compostela zu pilgern, diese Muschel als Zeichen der Verehrung und in Erinnerung an dieses Wunder tragen sollten. So entstand eines der repräsentativsten Elemente des Jakobsweges. (s. auch Kapitel Jakobsmuschel)

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Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die atlantische Jakobsmuschel, die Große Pilgermuschel (Pecten maximus) ist das begleitende Symbol aller Jakobspilger.

 

Der Legende nach hat das Symbol folgenden Ursprung:

Ein junger Adliger ritt einst dem Schiff entgegen, mit dem der Leichnam des Apostels Jakobus nach Spanien gebracht wurde. Unglücklicherweise versank er dabei im Meer; jedoch rettete Jakobus auf wundersame Weise sein Leben und half dem Ritter, das Ufer zu erreichen. Dadurch war sein Körper über und über von Muscheln bedeckt und aus diesem Grund wird die Muschel seitdem als Schutzzeichen getragen.

 

In den Frühzeiten der Pilgerbewegung wurde die Muschel als Nachweis der Ankunft ausgegeben und war somit ein Vorläufer der heutigen Pilgerurkunde. Die Muschel wurde am Wallfahrtsort verkauft und von den Pilgern am Hut oder Umhang getragen. Im Mittelalter ging man den Jakobsweg als Hin- und Rückweg. Die Pilgermuschel trugen somit nur Personen, die den Jakobsweg bereits auf dem Rückweg gingen. Der Verkauf war eine wichtige Einnahmequelle des Wallfahrtsortes. Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Pilgerschaft nicht mehr mit der Muschel, sondern mit einer Urkunde beglaubigt.

 

Im Codex Calixtinus, einem Sammelwerk des Jakobuskult aus dem 12. Jh., wird schon die Bedeutung der Jakobsmuschel betont. Die beiden Schalen der Muschel, heißt es dort, stünden für die Gebote der christlichen Liebe, die es immer zu verteidigen gelte: Gott über allen Dingen zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Außerdem gleiche die Muschel einer Hand, die sich zur Verrichtung guter Werke öffne. Ob die Pilger heute noch der Muschel  diesen Sinngehalt zusprechen, ist sicher zu bezweifeln. Aber sie ist auf jeden Fall ein stolz getragenes Symbol zur Unterscheidung gegenüber landläufigen Wanderern. Deshalb wird sie heute auch schon zu Beginn des Jakobsweges an der Kleidung oder vor allem am Rucksack befestigt.

Stein vor der Kathedrale in Santiago de Compostela

In europäischen Gräbern vor allem aus dem 11. bis 14. Jahrhundert sind bis nach Skandinavien hinauf wiederholt Große Pilgermuscheln gefunden worden. Aus derartigen Grabfunden lassen sich alte Pilgertraditionen, ihre zeitliche Zuordnung und ihre lokale Bedeutung nachvollziehen. Man glaubt, dass die Pilger des Mittelalters mit der Muschel des Jakobswegs begraben wurden, um sich im Jenseits als Pilger zu identifizieren. So zeigten sie nach dem Leben, dass sie die in Compostela vollkommene Vergebung erhielten und glaubten daran, dass Jakobus der Ältere in der anderen Welt für sie Fürbitte hielt.

 

Die Jakobsmuschel dient auch als Wegweiser. Eine gelbe Muschel auf blauem Grund zeigt an, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Sie dient uns als Orientierung und man findet sie oft auf Straßenschildern, Randsteinen und Wegekreuzen oder anderen Gegenständen am Weg. Dabei fungiert die Muschel teilweise sogar als eine Art Pfeil: Zeigt das Muschelende, also der dünnere Teil, nach links, so setzt sich der Jakobsweg in der linken Richtung fort und umgekehrt. Allerdings gibt es auch unterschiedliche Interpretationen. In Galicien wird es z.B. anders interpretiert als in Asturien. In Asturien wird sie als Sternsymbol verstanden wird, dessen geschlossenes Ende den Weg anzeigt, weil dem Stern der Schweif folgt und für sie alle Straßen nach Santiago führen. In Galicien ist es eine Muschel, deren offenes Ende nach Santiago de Compostela zeigt. Für die Galicier symbolisiert der geschlossene Teil der Muschel Santiago de Compostela und für sie beginnen alle Jakobuswege dort. Die Unterschiede kann man auf dem Camino Primitivo in Acebo an der Grenze zwischen Asturien und Galicien beobachten.

Zudem ist die Muschel ein kunsthistorisches Zeugnis auf den Wegen. Wenn man durch die Dörfer geht, durch die der Jakobsweg führt, findet man häufig Gebäude, Brunnen oder Skulpturen mit der Pilgermuschel. Wir erkennen die Muschel als Dekoration an Kirchenfassaden und -portalen. Auch findet man in den Kirchen am Weg viele Darstellungen des hl. Jakobs als Pilger mit Brotbeutel, Wanderstab und Muschel.

älteste erhaltene Steinskulptur des Apostels aus dem 11. Jh. an der Kirche Santa Marta de Tera in Santa Croya de Tera
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Der Mudéjar-Stil- ein einzigartiger spanischer Architekturstil

Der Mudéjar-Stil - ein einzigartiger spanischer Architekturstil

Der spanische Islam zeigte häufig eine große Toleranz gegenüber anderen Religionen (vgl. die Ausführungen zur Islamisierung und zur Reconquista – Via Tolosana). Nicht selten mietete er sich in christliche Kirchen ein, so dass dasselbe Gebäude zeitweise gleichzeitig von den Christen als Kirche und von den Muslimen als Moschee genutzt wurden. Außerdem konnten die mozarabischen Christen zum Teil ungehindert auf islamischem Territorium Kirchen erbauen. Andererseits bauten islamische Bauherren auch jüdische Synagogen. Nach der Reconquista entwickelte sich dann bei Neubauten von Kirchen und Profanbauten ein neuer Baustil, der Mudéjar-Stil .

 

Der Mudéjar-Stil entstand dadurch, dass islamische Handwerker in den wiedereroberten Gebieten zurückgeblieben sind. Sie durften zwar ihre Religion frei ausüben, mussten sich aber ihrer christlichen Umgebung anpassen und besaßen auch nicht die gleichen Rechte wie jedermann. Unter ihnen befanden sich viele Handwerker, Tischler, Maurer, Töpfer und Gärtner, deutlich mehr als in den unteren christlichen Schichten. Aus dem Zusammentreffen von christlichem und islamischem Kunsthandwerk und der Architektur entwickelte sich der neue Stil. Er wurde Mudéjar genannt und bedeutet so viel wie »die, die bleiben durften«.

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Mudejaren#/media/Datei:Cimborrio_Mud%C3%A9jar_Catedral_de_Teruel.png

Der Mudéjarstil begann im ausgehenden 12. Jahrhundert und erreichte vom 14. bis 16. Jahrhundert seine Blüte. Wie die Karte zeigt, verbreitete sich der Madejarstil in fast ganz Spanien. Viele der bemerkenswerten weltlichen und religiösen Bauten stehen auf der Weltkulturliste der Unesco. Die Madéjaren erstellten im Auftrag christlicher Bauherren zahlreiche Bauten und übten so als Baumeister einen erheblichen Einfluss auf die Baukunst in Spanien aus.

Der Mudéjarstil bildete keine neuen Strukturen oder Formen heraus (wie etwa Gotik oder Romanik). Vielmehr handelte es sich um eine Neuauslegung der westlichen Baustile unter dem Einfluss moslemischer Architektur. Das Nebeneinander und die Symbiose von Techniken eines unterschiedlichen Architekturverständnisses, die ihren Ursprung im Zusammenleben der jüdischen, moslemischen und christlichen Kultur hatten, brachten diesen Mudéjar-Stil hervor.

Toledo gilt als Geburtsstätte des Mudéjarstils mit seiner spezifischen Bau- und Zierweise (vor allem Zierrat aus Gips und Ziegelstein). Von Toledo aus gelangt der Stil Richtung Norden (León, Ávila, Segovia,…), und wird bald ‘Románico de Ladrillo’ (Backstein-Romanik) genannt. 

Da die maurische Kunst in Spanien allgegenwärtig war, griffen natürlich auch christliche Künstler auf diese Anregungen zurück. Der Mudéjar-Stil ist quasi eine kulturelle Verschmelzung von Ost und West, eine über Jahrhunderte entwickelte Kunst. Auf Grund seiner “Universalität, Einzigartigkeit und Authentizität” wurde er  2001 zum UNESCO Weltkulturerbe. Er kommt nur in Spanien vor.

Mudéjar_architecture_in_Spain_&_Portugal.png

Was macht den Mudéjar-Stil so besonders?

Der Mudéjar-Stil verwendet viele „»weiche« Materialien wie Ziegel, Gips, Keramik und Holz. Mit ihnen lassen sich besonders gut dekorative Elemente gestalten. Bestimmte architektonische Elemente und dekorative Themen tauchen im Mudéjar-Stil immer wieder auf. Die verwendeten Materialien sind zwar bescheiden, doch durch ihre kunstvolle Verwendung und Zusammenstellung zu schachbrettartigen und Fischgrät-Mustern, Rundbögen, Friesen, Rauten und christlichen Kreuzen entfalten sie eine besondere Wirkung. Bemalte Holzdecken sind repräsentativ für den Mudéjar-Stil.

Es wurden somit Materialien, Bauformen sowie Dekor aus der islamischen Architektur mit den Stilelementen der Romanik, Gotik und Renaissance verbunden.

Typische islamische Stilelemente, die integriert wurden, sind:

  • Backstein, glasierte Ziegeln
  • Hufeisenbögen
  • Rippengewölbe
  • Artesonado-Decken, d.h. kunstvoll verzierte Holzdecken
  • Stuck, Fayencen, emaillierte stilisierte Pflanzen
  • Arabische Schriftzeichen zum Lob Allahs in christlichen Kirchen

Die eigentliche Epoche der Mudejarstils endete im 16. Jahrhunderts. Allerdings erlebt der Stil im 19. Jh. eine Renaissance. Der sogenannte Neo-Mudéjar wird geboren. Vor allem öffentliche Bauten wie Bahnhöfe, Verwaltungsgebäude und Stierkampfarenen erhalten Holzelemente, arabeske Strukturen und bunte Keramikfliesen. Heute findet man den Stil noch in Hotelbauten im typisch »spanischen Stil

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