Im Folgenden werden getrennt nach den beiden Hauptrouten Camino Costal und Camino Central einige Klöster aufgelistet und beschrieben und mögliche Unterkunftsmöglichkeiten aufgeführt.
Exkurs
In den Beschreibungen der Klöster wird immer wieder das Jahr 1834 angesprochen.
Für die Ordensgemeinschaften und deren Klöstern war dieses Jahr mit einem großen Einschnitt in ihre Existenz in Portugal verbunden. In Ausübung u.a. seines Ministeramtes für Kirchenangelegenheiten erließ Joaquim António de Aguiar das berüchtigte Gesetz vom 30. Mai 1834, mit dem er „alle Klöster, Konvente, Kollegien, Hospize und sonstige Häuser regulärer Orden “ für aufgelöst erklärte und deren Vermögen säkularisierte und in die Staatskasse eingliederte. Aufgrund seines kirchenfeindlichen Charakters brachte ihm dieses Gesetz den Beinamen „ Mönchsmörder“ (mata-frades) ein. Während die männlichen Klöster sofort stillgelegt wurden, wurde den Frauenklöster die Aufnahme von Novizinnen verboten und sie wurden erst nach dem Tod der letzten Ordensschwester des Klosters geschlossen.
Klöster auf dem Küstenweg – Camino Portugues da Costa
Etappe | Kloster | Lage am Camino | Übernachtung |
Vila do Conde | Mosteiro de Santa Clara – Vila do Conde | Sehr nahe am Camino, im historischen Zentrum/oberhalb der Stadt | Keine Übernachtung im Kloster. Das zugehörige Albergue Santa Clara lag ca. 150 m vom Camino entfernt, ist aber seit März 2026 geschlossen. Eine Wiedereröffnung ist derzeit nicht zugesichert. |
Neiva vor Esposende | Mosteiro de São Romão do Neiva – Neiva | Abseits der direkten Küstenroute, bei Neiva | Keine Klosterübernachtung gefunden. Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute vor allem als historisches/religiöses Ensemble interessant. |
Viana do Castelo | Convento do Carmo – Viana do Castelo | In Viana, gut mit dem Camino kombinierbar | Ja – Pilgerherberge „São João da Cruz dos Caminhos“ im Umfeld des Karmelitenkonvents. Für Pilger mit Credencial |
Afife vor Caminha | Convento de São João de Cabanas – Afife | Kleiner Abstecher vom Camino | Ja, aber keine Pilgerherberge: Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute eine hochwertige Heritage-Gästeunterkunft mit 6 Suiten. |
Oia | Monasterio de Santa María la Real – Oia | Direkt am Camino Português da Costa, unmittelbar am Atlantik | Keine Übernachtung im Kloster gefunden. In unmittelbarer Nähe gibt es jedoch mehrere Pilger-/Unterkunftsmöglichkeiten, u. a. das Hotel A Raiña direkt beim Kloster. |
Poio | Monsterio de San Xoán de Poio – Poio | Am Camino / auf der Variante Espiritual sehr gut erreichbar | Ja –Hospedería des Klosters. Einzel-, Doppel- und Dreibettzimmer mit eigenem Bad; Frühstück wird angeboten. |
Variante Espiritual Armenteira | Monasterio de Santa María de Armenteira | Direkt an der Variante Espiritual | Ja – ausdrücklich Pilger-Hospedería. Reservierung erforderlich. |
Herbón/ Padrón | Convento de San Antonio de Herbón | Ca. 3 km Abstecher vom offiziellen Camino | Ja – echte Pilgerherberge im Franziskanerkonvent. 30 Plätze, ausschließlich für Pilger mit Credencial, keine Reservierung, Donativo. |
Vila do Conde – Mosteiro de Santa Clara
Das Kloster Santa Clara in Vila do Conde war eines der größten und reichsten Frauenklöster Portugals und wurde 1318 von Alfonso Sanches und seiner Frau Teresa Martins Telo gegründet. Bereits 1319 übergaben die Gründer das Kloster den Klarissen, also dem weiblichen Zweig des Franziskanerordens.
Es ist eine der interessanteren historischen Stationen relativ früh auf dem Coastal. Es thront über der Stadt und ist schon von weitem gut zu erkennen. Der weitläufige historische Komplex umfasst die gotische Kirche Santa Clara (1318), nahegelegene spätgotische Bauten im manuelinischen Stil sowie das heutige Kloster, das 1777 in der Frühphase des Neoklassizismus errichtet wurde. Das Kloster ist von hohen Mauern umgeben, die es im Osten schützen, sowie vom Aquädukt Santa Clara, dem zweitgrößten Aquädukt Portugals. Es gilt als ein bedeutendes Beispiel portugiesischer Gotik nördlich des Douro.
Geschichte
Es wurde 1318 auf Initiative von Afonso Sanches, dem unehelichen Sohn von König Dinis, und seiner Frau Teresa Martins gegründet. Es entwickelte sich zu einem bedeutenden spirituellen und sozialen Zentrum und zog adlige Frauen an, die sich dem klösterlichen Leben widmen wollten. Das Kloster erfuhr im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Veränderungen und Anpassungen. Im 15. Jahrhundert wurde es erweitert und renoviert und gewann dadurch eine noch wichtigere Rolle im religiösen Leben von Vila do Conde und der nördlichen Region Portugals. Später allerdings stand das Klostergebäude kurz vor dem Verfall und wurde 1777 teilweise wiederaufgebaut. Finanzielle Schwierigkeiten, die französischen Invasionen und der Liberale Krieg verhinderten jedoch die vollständige Fertigstellung des Projekts. Nach dem Tod der letzten Ordensschwester im Mai 1893 wurde das Kloster stillgelegt und sein Besitz ist an den Staat übergegangen. Das Gebäude wurde einige Zeit zivil genutzt. Vor einiger Zeit wurde das Gebäude restauriert und beherbergt heute das Fünfsterne Lince Santa Clara Historic Hotel. Dadurch ist das historische Kloster ist nicht einfach ein frei zugängliches Museum.
Kirche
Die Kirche ist ein schönes Beispiel für die gotische Bettelordensarchitektur Nordportugals. Außen wirkt sie ausgesprochen schlicht und wehrhaft – mit dicken Mauern, Strebepfeilern und einer großen Rosette. Sie zählt zu den architektonischen Juwelen der Gotik. Sie wurde mehrfach umgebaut und mit Elementen des Manuelinischen, Barock- und Rokokostils versehen. In ihr befinden sich die Gräber der Stifter (D. Afonso Sanches und seiner Frau D. Teresa Martins), sowie zahlreicher Adeliger.
Zugang
Die Zugänglichkeit hat sich durch die Restaurierung und neue Nutzung des Klosterkomplexes verändert. Die offizielle Denkmalbehörde nennt derzeit für die Igreja de Santa Clara folgende Öffnungszeiten Dienstag–Samstag 10:00–12:00 und 14:30–17:00, Sonntag 10:00–12:00 und 15:30–18:30, Montag geschlossen
https://conventosemosteiros.pt/en/monastery-of-saint-clare-in-vila-do-conde/
Das Aquädukt Santa Clara
Die im frühen 14. Jahrhundert gegründete Klostergemeinschaft Santa Clara de Vila do Conde kämpfte von Beginn an mit Wasserversorgungsproblemen. Damals wurde innerhalb der Klostermauern ein Wassertank errichtet, eine Lösung, die sich in den folgenden Jahrhunderten als unzureichend erwies.
1626 begann die Äbtissin des Klosters, Maria de Meneses, mit dem Bau eines Aquädukts, der Wasser von einer Quelle in Terroso zum Kloster transportieren sollte. Das benötigte Land wurde von der Äbtissin erworben, und Steinmetzmeister wurden mit den Arbeiten beauftragt. 1636 mussten diese aufgrund von Unebenheiten im Untergrund unterbrochen werden. Mehrmals wechselte der Baumeister. Erst im Oktober 1714 erreichte erstmals Wasser den Kreuzgang des Klosters.
Das Aquädukt bestand ursprünglich aus 999 perfekten Halbkreisbögen und überspannte ein Gebiet, das über die heutigen Grenzen der Gemeinde Vila do Conde hinausging. 1794 zerstörte jedoch ein Hurrikan einen Teil des Bauwerks. Im 20. Jahrhundert, zwischen 1929 und 1932, als die Kirche Santa Clara restauriert wurde, wurden einige Bögen absichtlich abgerissen, um einen besseren Blick auf die Apsis des Gotteshauses zu ermöglichen.
Das verbliebene Bauwerk besitzt einen Arkadengang, dessen Höhe und Spannweite abnehmen und der im oberen Bereich teilweise mit Fenstern versehen ist. Die lange Reihe der Aquäduktbögen, die vom Kloster in Richtung Stadt führt, ist eines der charakteristischsten Bilder von Vila do Conde.
Esposende
Neiva – Mosteiro de São Romão do Neiva
Das Mosteiro de São Romão do Neiva ist ein historischer Klosterort auf der Etappe von Esposende nach Viana do Castelo. Die Portugiesische Jakobusweg-Föderation führt es ausdrücklich unter den historischen Camino-Zeugnissen auf. Die Kirche ist der erhaltene Teil eines wesentlich größeren ehemaligen Klosterkomplexes.
Geschichte
Das Kloster São Romão de Neiva war ein Männerkloster und gehörte dem
Benediktinerorden an. Kurz vor 1087 wurde es gemäß der Benediktinerregel vom Mönch Quendano gegründet; in diesem Jahr wurde auch die Abteikirche geweiht. Vermutlich handelt es sich um die Wiedergründung eines kleinen Klosters, das bereits 1022 oder früher an diesem Ort existierte.
Mit dem Dekret von 1834 wurde auch dieses Kloster aufgelöst. Das Kloster wurde 1916 oder 1917 von Manuel Gomes da Costa Castanho erworben und von acht seiner zwölf Kinder geerbt. Castanho war aus Vila Nova de Anha ausgewandert und kehrte wohlhabend aus Brasilien zurück. Er ersteigerte das Kloster, die Kirche (heute unter der Verwaltung des Bistums Viana do Castelo) und den Friedhof für 33 Contos (etwa 165 Euro) – damals ein Vermögen. Es befindet sich derzeit im Besitz derselben Familie.
Der Komplex besteht heute nur noch aus der Kirche, dem Wegkreuz und den Überresten des Klosters São Romão do Neiva.
https://pt.wikipedia.org/wiki/Mosteiro_de_S%C3%A3o_Rom%C3%A3o_de_Neiva
Viana do Castelo – Convento do Carmo
Das Convento do Carmo in Viana do Castelo ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern bis heute ein lebendiger Konvent der Unbeschuhten Karmeliten, Convento do Carmo / Frades Carmelitas Descalços. Es ist ein aktives Männerkloster.
Geschichte
Die Karmeliten kamen 1618 nach Viana do Castelo. Der Bau des heutigen Klosters begann 1621; 1625 zog die Gemeinschaft in den neuen Konvent ein. Die Arbeiten dauerten in den folgenden Jahren an, der Schlafsaal wurde 1628 fertiggestellt. Die Kirche entstand später, zwischen 1634 und 1647. Es ist also ein Kloster der Gegenreformation. Die Karmeliten sollten nicht nur ein geistliches Zentrum sein, sondern auch die katholische Spiritualität in einer bedeutenden Handelsstadt des Nordens stärken.
1834 mussten die Karmeliten das Kloster verlassen; der Staat übernahm das Gebäude. Danach wurde die Anlage unterschiedlich genutzt. Im 20. Jahrhundert kehrten die Unbeschuhten Karmeliten schließlich zurück. 1932 wurde die klösterliche Gemeinschaft wiederhergestellt, und ab 1951 entstand dort zusätzlich ein Karmeliten-Seminar.
Kirche
Die Kirche wirkt von außen ausgesprochen streng und zurückhaltend. Die Architektur entspricht dem reformierten Manierismus der Karmeliten – klare Linien, wenig Schmuck, starke Vertikalität. Dann kommt der Kontrast im Innern: vergoldete Holzschnitzereien (talha dourada), Azulejos und barocke Altäre. Besonders die Ausstattung des Hauptaltars entstand Ende des 17. Jahrhunderts; die Vergoldung wurde 1694 fertiggestellt.
Herberge
Das Convento do Carmo ist mit den Caminhos de Santiago verbunden und die Karmeliten führen eine eigene Pilgerunterkunft unter dem Namen Albergue São João da Cruz dos Caminhos. Die Gemeinschaft hält weiterhin regelmäßig Gottesdienste, Stundengebete und Beichten ab. Aktuell werden beispielsweise werktags Messen um 8:00 und 9:00 Uhr angeboten, sonntags um 8:00, 10:00, 11:30 und 18:00 Uhr. Auch Laudes und Vesper gehören zum Tagesablauf. ; aktuelle Aufnahmebedingungen/Preis sollten vorab direkt bestätigt werden.
Die Pforte ist derzeit Montag–Samstag 8:30–12:00 und 13:30–18:00 Uhr, sonntags 13:30–18:00 Uhr geöffnet.
https://viana.carmelitas.pt
Afife
Afife – Convento de São João de Cabanas
Das Convento de São João de Cabanas war ein Benediktinisches Männerkloster. Es besteht aus einer einschiffigen Kirche mit Glockenturm, Klostergebäuden, einem Kreuzgang und einer Sakristei, deren Architektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt.
Geschichte
Es wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und hat bis heute sein ursprüngliches architektonisches Erscheinungsbild bewahrt. Es liegt in einer sehr schönen, abgeschiedenen Lage an einem Wasserlauf umgeben von Wald.
Das Anwesen wurde 1894 von der Familie des Schriftstellers Pedro Homem de Mello erworben und war in jüngerer Vergangenheit das Zuhause des Dichters. Nun gehört es Nathalie D’Ornano, einer ursprünglich aus der Schweiz stammenden Opernsängerin.
Sie beschloss nach zweijährigem Aufenthalt die Anlage für touristische Zwecke umzubauen.
Die Sanierungsarbeiten umfassen u.a. die Instandsetzung der Fliesen und des Altars der Sakristei, der Holzschnitzereien der Kirche sowie eines Fensters und eines Grabsteins aus dem 12. Jahrhundert. Außerdem entstand ein Hotel mit 5 Suiten und zahlreiche Räume für Veranstaltungen. Die Sanierung hat eine ehrenvolle Erwähnung beim Europäischen Architekturpreis Philippe Rotthier 2024 erhalten.
Aktuell ab etwa 280 € pro Zimmer/Nacht – also eher etwas für einen besonderen Klosteraufenthalt als für eine typische Pilgernacht.
Caminho do Barroso 63, Afife, Viana do Castelo, PT 4900-012
Telefon +351 935 863 342
https://pt.wikipedia.org/wiki/Convento_de_S%C3%A3o_Jo%C3%A3o_de_Cabanas
https://www.tsf.pt/cultura/artigo/cantora-lirica-escreve-nova-pagina-na-historia-do-convento-onde-viveu-pedro-homem-de-mello/15081847
Caminha
A Guarda
Oia – Monasterio de Santa María la Real
Das Kloster Santa María la Real de Oya ist ein ehemaliges Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert in Oya , Provinz Pontevedra in Galicien. Die Mönche lebten dort fast 700 Jahre lang, bis sie gewaltsam vertrieben wurden. Die Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche für die Einwohner von Oya.
Geschichte
Die Gründung dieser Abtei lässt sich jedoch endgültig auf das Jahr 1149 datieren, als König Alfons VII den dort lebenden Mönchen „sub regula beatiti Benedicti“ alle königlichen Besitzungen von Mougás, Villadesuso und Pedornes übertrug. Im Jahr 1185 übernahm Oya die reformierte Regel des Heiligen Bernhard, die seinen strengen und schlichten Baustil prägte, der für die Zisterzienserarchitektur charakteristisch ist. Die imposanten Zinnenmauern des Klosters erinnern an eine Küstenfestung. So machte es die strategisch günstige Lage des Klosters im 17. Jahrhundert zu einer wichtigen Verteidigungsfestung gegen die damals in den galicischen Flussmündungen so häufigen Überfälle und Seeinvasionen. Ein Paradebeispiel dafür ist das Ereignis von 1624, als die Mönche vom Plaza de las Armas (Paradeplatz) aus ihr militärisches Können unter Beweis stellten, indem sie fünf türkische Piratenschiffe, die die Küste heimsuchten, versenkten und zur Flucht zwangen – eine Tat, die ihnen den Beinamen „Artilleriemönche“ einbrachte. Aufgrund dieser Heldentat verlieh Philipp IV. der Abtei neue Privilegien und Schenkungen, darunter die Bestätigung ihres Titels als Königliches und Kaiserliches Kloster Santa María de Oya, was mit ihrer größten wirtschaftlichen Blütezeit zusammenfiel.
Es ist interessant, dass die Mönche unter anderem die Zucht freilaufender Pferde in den zum Kloster gehörenden Bergen einführten. Diese Praxis, die in den Wäldern der Region bis heute erhalten geblieben ist, hat zu einem international bekannten Spektakel geführt: der Rapa das Bestas (dem Zusammentreiben der Wildpferde). Neben der Rodung von Land und dem Bau von Straßen führten die Mönche von Oya, nach dem Vorbild der französischen Zisterzienserabteien, den Weinbau ein. Heute können wir köstliche Weine der Herkunftsbezeichnung Rías Baixas genießen.
Im 16. Jahrhundert ereignete sich ein weiteres bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Klosters: die Legende der Jungfrau vom Meer, der heutigen Schutzpatronin der Gemeinde Oya. Alles begann 1581, als einige Bauern in La Orejuda ein Marienbildnis auf einer Küstenklippe fanden. Das Bildnis war an einen Hund gekettet. Nachdem sie es gerettet hatten, trugen sie es in einer Prozession auf ihren Schultern zum Kloster. Dort angekommen, erklärten die Männer den verdutzten Mönchen voller Inbrunst, das Bildnis sei auf dem Rücken des Hundes, der ein Muschelhalsband trug, vom Meer dorthin gelangt. Die Mönche nahmen das Bildnis daraufhin selbst auf die Schultern und trugen es zur Klosterkirche. Sie betrachten es als ein Wunder, dass es nicht an den steilen Klippen der Gegend zerschellte, obwohl viele damals vielleicht nicht wussten, dass Tausende von Bildern auf dem Meer trieben, als Folge des Aufstiegs des Puritaners Cromwell in Großbritannien und seiner ikonoklastischen Wut, die die britischen Kirchen von Bildern leerte.
Die napoleonische Invasion und vor allem die Enteignungen und Plünderungen unter Mendizábal führten 1835 zur endgültigen Aufgabe des Klosters durch die Mönche, die aus ihrer seit dem 12. Jahrhundert bestehenden Heimat vertrieben wurden. Von diesem
Zeitpunkt an verliefen die Geschichte der Kirche und des Klosters sehr unterschiedlich. 1838 wurde die Kirche auf Anordnung des Bischofs von Tuy zur Pfarrkirche erhoben, während die Klostergebäude versteigert wurden und in Privatbesitz übergingen. Dies markierte den Beginn einer langen Zeit des Verfalls und der Vernachlässigung. 1910 pachteten die aus Portugal vertriebenen Jesuiten das Kloster, in dem eine Schule eingerichtet wurde. Der Orden blieb bis 1932 in Oya, als er aufgrund der Verstaatlichung des Vermögens der Gesellschaft Jesu und des Dekrets zu ihrer Ausweisung aus dem Land das Kloster verlassen musste. Dies fiel mit den Jahren des Bürgerkriegs zusammen, als das Kloster als Gefängnis für zahlreiche republikanische Gefangene, vorwiegend aus Katalonien, Valencia und Mallorca, diente. In den letzten Monaten des Jahres 1937 und von Februar bis Mai 1939 wurde es offiziell als Konzentrationslager des Franco-Regimes genutzt und beherbergte bis zu dreitausend Häftlinge. Die Inschriften an den Wänden verschiedener Räume zeugen davon. Die harten Haftbedingungen und die mangelnde Hygiene führten zu einer hohen Sterblichkeitsrate unter den Gefangenen; zudem wurden jeden Abend Gefangene abgeführt und in der Nähe des Friedhofs erschossen Während dieser Zeit schritt der Verfall des Klosters weiter voran und verschlimmerte sich sogar. Von da an wechselte das Kloster mehrmals den Besitzer, die schließlich innerhalb des Gebäudes lebten.
Architektur
Was den Klosterkomplex betrifft, so ist der unverwechselbare Charakter der im späten 12. Jahrhundert erbauten Kirche besonders hervorzuheben. Ihre robuste, kompakte und schmucklose Fassade spiegelte deutlich die von den reformorientierten Zisterziensermönchen gepredigte Strenge wider. Später wurde der Klosterkomplex mehrfach umgebaut, insbesondere im 16. Jahrhundert. Zu diesen Erweiterungen gehören der Prozessionsgang, das Zentrum des klösterlichen Lebens, das Kapitelhaus , die Sakristei und der obere Chor – allesamt wesentliche Räume für das religiöse Leben.
Bitte beachten: Das Kloster befindet sich in einem Zustand der Restaurierung und ist derzeit eine Art Ruine. Seit 2026 sind aber Besichtigungen außer montags möglich.
https://es.wikipedia.org/wiki/Real_Monasterio_de_Santa_Mar%C3%ADa_(Oya)
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Poio – Monasterio de San Xoán de Poio
Das Kloster San Xoán de Poio in Spanien ist eine mittelalterliche Benediktinergründung, deren Gebäude überwiegend im Barockstil gehalten sind. Es spielte vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine bedeutende Rolle im regionalen religiösen Leben.
Geschichte
Der lokalen Überlieferung zufolge geht das Kloster auf Fructuoso von Braga und seine Anhänger im 7. Jahrhundert zurück, erste Aufzeichnungen sind auf das Jahr 942 datiert.
Das 16. und 17. Jahrhundert waren geprägt von institutioneller und baulicher Aktivität. Zwischen 1548 und 1556 beherbergte das Kloster eine bedeutende theologische Hochschule, und 1613 nahm eine Ausbildungsstätte für Praktikanten ihren Betrieb auf, der bis zur Säkularisierung 1834 andauerte. Bedeutende Arbeiten an der heutigen Kirche und einem Prozessionskreuzgang begannen im späten 16. Jahrhundert und setzten sich im 17. und frühen 18. Jahrhundert fort.
1834 mussten die Benediktiner den Ort im Zuge der kirchlichen Enteignung verlassen. 1890 wurde der Komplex zum Sitz des Mercedarierordens, der das Kloster bis heute nutzt. Teile des Klosters dienen heute als Museum, und der Komplex wird auch für Veranstaltungen genutzt und bietet Hoteldienstleistungen an, während das klösterliche Leben fortbesteht.
Architektur
Das Kloster präsentiert sich als kompaktes Ensemble, dessen Gestaltung von spätbarocken Formen geprägt ist, die auf einem älteren mittelalterlichen Fundament ruhen. Die Hauptfassade des Klosters ist eine zurückhaltende barocke Komposition. Die Kirchenfront liegt zwischen zwei schlanken Türmen.
Im Inneren folgt die Kirche einem breiten, einschiffigen Grundriss, der zwar klassisch angelegt war, aber im Laufe der langen Bauzeit barocke Züge annahm. Die Hauptkapelle wird vom um 1735 fertiggestellten Hauptaltar dominiert. Die Wohnräume und Wege des Klosters spiegeln die verschiedenen Bauphasen wider. Ein rechteckiger Kreuzgang am Klostereingang, bekannt als Kreuzgang der Portería oder Orangenkreuzgang, erhebt sich drei Stockwerke im toskanischen Stil und wurde Mitte des 18. Jahrhunderts zusammen mit dem Haupttreppenhaus errichtet. Der Prozessionskreuzgang hat einen kompakten quadratischen Grundriss und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Klosterbibliothek ist umfangreich und beherbergt mehr als 150.000 Bände. Hinter dem Hauptkomplex befindet sich ein sehr großer galicischer Getreidespeicher, der Horreo, der für seine Dimensionen bekannt ist. Mehrere Klosterräume, darunter Kreuzgangkammern, die ehemalige Küche, der Kapitelsaal und der Speisesaal, wurden für Museumszwecke umgestaltet, während ein Großteil des Komplexes weiterhin für religiöse Zwecke genutzt wird.
Übernachtung
In der Anlage befindet sich ein Drei-Sterne-Hotel mit Cafe und Restaurant. Aktuelle Preise schwanken je nach Termin, aktuelle Buchungsangebote liegen ungefähr im Bereich 60–100 €+ pro Zimmer/Nacht.
https://www.ancient-history-sites.com/sites/san-xoan-de-poio-monastery/
Armenteira – Monasterio de Santa María
Zwischen den Flussmündungen von Pontevedra und Arousa, in der Region Salnés, liegt das alte Zisterzienserkloster Armenteira, das von einer Gemeinschaft von Nonnen desselben Ordens bewohnt wird. Die ersten Zisterziensermönche gründeten ihre Klöster häufig in Tälern; so liegt das Kloster Armenteira in einem wunderschönen, vom Wasser fruchtbaren Tal, einer Metapher für die Gnade Gottes, die in die Herzen ausgegossen wird.
Geschichte
Das Zisterzienserkloster wurde 1149 von dem Adligen Ero de Armenteira gegründet, der 1162 dem Zisterzienserorden beitrat. Es gehörte zum Verbund der ursprünglichen Abtei von Clairvaux. Um 1515 oder 1523 schloss es sich der kastilischen Zisterzienserkongregation an. Die Konfiszierung von Kirchenbesitz unter der Regierung Mendizabal führte 1837 zur Schließung des Klosters und damit zu seiner Säkularisierung. 1963 wurde ein Förderverein des Klosters gegründet. 1989 zog eine Gemeinschaft von Trappistinnen aus Alloz in Navarra in das Kloster ein; sie stellen Kosmetikprodukte her. Heute beherbergt das Kloster auch ein Gästehaus.
Architektur
Die Außenfassade der Kirche, die vom lokalen romanischen Stil beeinflusst wurde, wurde um 1167 begonnen und 1225 fertiggestellt. Der Baustil folgt den Prinzipien, die der auf formaler Strenge und funktionaler Klarheit basieren. Das Hauptschiff hat die Form eines lateinisches Kreuzes. Es besitzt drei Schiffe mit jeweils vier Bögen. Das Querschiff, das nicht breiter als das Hauptschiff ist, grenzt im Osten an eine halbrunde Seitenkapelle. Es wird von einem niedrigen Turm mit Pyramidendach und Kuppel bekrönt. Der Kreuzgang, der im 16. und 17. Jahrhundert in zwei Bauabschnitten errichtet wurde, befindet sich südlich (rechts) der Kirche. Die Kirche besitzt einen Turm im Westen, der aus dem Jahr 1778 stammt.
Übernachtung
Es gibt ein Gästehaus, das zwei Einzel- und elf Doppelzimmer bietet.
70 € Einzel / 110 € Doppel / 140 € Dreibett für eine Nacht „nur schlafen“.
Alternativ 2 Nächte mit Vollpension: 150/240/300 €
Email:info@monasteriodearmenteira.es Tel.:+34 886211700
36192 Armenteira (Santa María P.), Meis, Pontevedra
https://es.wikipedia.org/wiki/Monasterio_de_Santa_Mar%C3%ADa_de_Armenteira
Vilanova de Arousa
Padrón – Monasterio San Antonio de Herbón
Das Franziskanerkloster San Antonio de Herbón liegt bei Padrón und ist eng mit der Pilgertradition verbunden. Es ist bekannt für seine einfache Pilgerherberge und die gemeinschaftliche Atmosphäre. Das Franziskanerkloster Herbón, auch bekannt als Kloster San Antonio de Herbón, ist dank seiner außergewöhnlichen Schönheit und reichen Geschichte zweifellos ein absolutes Muss in der Gemeinde Padrón. Es ist ein Paradebeispiel eines Franziskanerklosters und wurde Ende des 14. Jahrhunderts gegründet. Während der Sommermonate bietet das Kloster in Teilen seiner Einrichtungen Pilgern auf dem Jakobsweg Unterkunft. Es liegt ca. 3 km vom Camino entfernt.
Geschichte des Klosters
Das Franziskanerkloster Herbón wurde 1396 von Gonzalo Mariño und Pedro de Nemancos mit Hilfe von Spenden gegründet. Die Bedeutung des Gebäudes im Laufe der Zeit ermöglichte die Finanzierung verschiedener Renovierungs- und Bauphasen, sodass nur noch wenige Elemente der ursprünglichen Struktur erhalten sind. Im 17. Jahrhundert erfuhr das Kloster eine bedeutende Erweiterung und gewann dadurch an Macht und Autonomie. Das Kloster diente im Laufe der Zeit verschiedenen Zwecken. Ursprünglich der franziskanischen Observanz gewidmet, fungierte es später als Priesterseminar für Missionare (von 1701 bis 1985) und auch als Gefängnis für Liberale. Im 19. Jahrhundert war es zudem ein Knabenseminar.
Eine interessante Tatsache, die die Franziskaner zwar nicht beanspruchen, ist, dass sie laut Überlieferung die Paprikapflanze aus Amerika mitbrachten – den Ursprung eines der bekanntesten Produkte der Region, der Padrón-Paprika (auch Herbón-Paprika genannt). Diese Franziskaner verließen das Kloster 2013 nach sechs Jahrhunderten in der Gemeinde.
Architektur
Um zum Kloster zu gelangen, muss man eine lange, steile Rampe und mehrere Stufen hinabsteigen. Dort findet man die schlichte Fassade und den schönen Glockenturm. Das Gebäude stammt größtenteils aus dem 18. Jahrhundert; nur der Kreuzgang, der Speisesaal der Mönche und die Schlafsäle sind älter. Der Komplex ist von einer fast 825 Meter langen Mauer umgeben. Auch der Kreuzgang, die Gemächer des Erzbischofs und der wunderschöne Altar von Jacinto de Barrios sind bemerkenswerte Merkmale.
Im Inneren sind die Gambino-Skulpturen besonders bemerkenswert. Jean-François Gambino ist ein französischer Bildhauer, der 1966 in Paris geboren wurde, und sich zuletzt vor allem als Tierbildhauer einen Namen machte. Zu den weiteren Höhepunkten der Kirche zählen die Empore und die Orgel von 1732. Die Orgel wurde im 20. Jahrhundert restauriert.
Geführte Touren
Geführte Touren durch die Umgebung umfassen die Kirche selbst sowie verschiedene Teile des Klosters, seine Gärten und den Weg zu den Fischwehren des Flusses Ulla. Der Garten ist bekannt für seine Kamelien und eine große Palme, die als bemerkenswerter Baum Galiciens gilt. Ebenfalls sehenswert ist der San-Bieito-Brunnen (renoviert 1786) mit einer Figur des Heiligen Franziskus, aus dessen Brust Wasser sprudelt.
Übernachtung
Die im Juni 2009 eröffnete Herberge im Kloster liegt 2,5 Kilometer vom Jakobsweg entfernt. Die Abzweigung führt an der Kirche San Xulián de Pontecesures vorbei, bevor man die Brücke über den Fluss Ulla überquert. Der Weg ist gut ausgeschildert.
Saison 2026: 1. April–31. Oktober. Gemeinsames Abendessen und Frühstück auf Spendenbasis; täglich Pilgermesse/-segen um 20 Uhr. Von April bis Oktober täglich um 18:00 Uhr Führungen
Adresse : C/ Rego da Manga, 56 – Herbón, Padrón – La Coruña.
Telefon : (+34) 679 460 942
E-Mail : hospitality@amigosdelcamino.com
https://www.paxinasgalegas.es/fiestas/monasterio-franciscano-de-herbon-padron-5538.html
Klöster am Camino Portugues Central ab Porto
Während man auf dem Camino Costal noch einige erhaltene Klöster findet, die auch teilweise Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, gibt es auf dem Camino Central deutlich weniger.
Etappe | Kloster / geistlicher Ort | Lage zum Camino | Übernachten |
Vairão | Mosteiro de Vairão | direkt am Camino | Ja – Pilgerherberge im Kloster |
Igreja/Mosteiro de São Pedro de Rates – | Igreja/Mosteiro de São Pedro de Rates – wunderschöne romanische Kirche erhalten, erste Cluniazenserpriorat auf portugiesischem Gebiet | direkt am Weg | Nein |
Ponte de Lima | Convento de Santo António Nur noch Teile erhalten/ Ensemble mit Museu dos Terceiros, Ponte de Lima | direkt in Ponte de Lima | Nein |
Ponte de Lima | Mosteiro de Refóios do Lima | ca. 5–7 km Abstecher | Nein |
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Valença | Mosteiro de Sanfins | ca. 10–15 km Abstecher | Nein |
Tui | Kathedrale von Tui / ehemaliges Klosterumfeld Romanisch/gotisches Gebäude auf einer Anhöhe über dem Rio Mino | direkt in Tui | Nein |
Padrón | Convento de San Antonio de Herbón s.o. Camino Costal | ca. 3–4 km Abstecher | Ja, Pilgerunterkunft |
Vairao – Mosteiro de Vairao
Das Kloster Vairão wurde 974 gegründet und war 1021 eine gemeinsame Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen. Anders als die uns aus der Neuzeit bekannten Klöster und Konvente waren religiösen Gemeinschaften zum Teil gemischtgeschlechtlich – ein Merkmal, das mit dem Fortschreiten des Mittelalters abnahm. In Vairao erfolgte die Trennung vermutlich Mitte des 12. Jahrhunderts, woraufhin es zu einer rein weiblichen Klostergemeinschaft wurde.
Geschichte
Die Archive des Klosters Vairão, die sich heute im Torre do Tombo (Nationalarchiv Portugals) befinden, zählen zu den ältesten Dokumenten in portugiesischer Sprache. 1141 verlieh König Afonso Henriques dem Kloster eine Privilegienurkunde mit einem sehr großen Gebiet und schenkte ihm außerdem seine königlichen Güter Crasto und Azevedo. König Manuel I. leitete 1517 eine Reform ein, die mehrere Ordensgemeinschaften in einem städtischen Umfeld zusammenfassen und sie so aus ihren ursprünglichen Klöstern entfernen sollte. Entgegen den Absichten des Königs konnte die Gemeinschaft von Vairão der Zusammenlegung entgehen und das Kloster weiterführen.
Entsprechend dem Edikt von 1834 endete die Benediktinerinnengemeinschaft des Klosters Vairão offiziell am 9. Dezember 1891 mit dem Tod ihrer letzten Nonne und Äbtissin.1895 ging das Kloster in den Besitz der Schwestern vom Heiligsten Herzen Mariens über, die dort ein Kolleg gründeten. Nach der Auflösung der Ordensgemeinschaft wurde das Klostergelände bis 1986 als Hochschule und Schule genutzt.
Übernachtung
Das Pilgerherbergsgebäude des Klosters Vairão, das 2013 eröffnet wurde, ist die erste Herberge am zentralen portugiesischen Jakobsweg für Pilger, die in Porto starten.
Convent Street, 21 4485-687 Vairão
Mobiltelefon 966 431 916 mosteirodevairao@gmail.com
2015 wurde das Pilgermuseum – das Interpretationszentrum des Jakobswegs – eröffnet .
https://www.visitviladoconde.pt/pages/825/?geo_article_id=3194
https://www.visitviladoconde.pt/pages/820?geo_article_id=2669
Rates – Mosteiro de São Pedro de Rates
Das Kloster São Pedro de Rates liegt in der gleichnamigen Stadt in der Gemeinde Póvoa de Varzim und beherbergt eine der ausdrucksstärksten Kirchen portugiesischer romanischer Architektur. Obwohl das mittelalterliche Kloster als aktive Gemeinschaft nicht mehr besteht, bewahrt das erhaltene Gotteshaus – oft einfach als Kirche São Pedro de Rates bezeichnet – die Erinnerung an eine der Gründungsphasen der nationalen
Klosterarchitektur: die Ankunft der Cluniazenser in dem Gebiet, das später Portugal werden sollte.
Geschichte
Der Überlieferung nach ist der Ort mit dem Kult des Heiligen Petrus von Rates verbunden, der als erster Bischof von Braga und Märtyrer gilt. Seine Beisetzung und Verehrung sollen hier ein religiöses Zentrum begründet haben, das der Romanik vorausging.
Der entscheidende Moment kam Ende des 11. Jahrhunderts, als Graf Heinrich von Burgund und Teresa von León das verfallene Kloster Rates dem Priorat La Charité-sur-Loire schenkten, das der mächtigen Abtei Cluny in Frankreich unterstand. So entstand das erste Cluniazenserpriorat auf portugiesischem Gebiet , das der Benediktinerregel folgte und in das europäische Netzwerk eingebunden war, das damals das religiöse Leben des Westens neu gestaltete.
Kirche
Der Bau der romanischen Kirche begann im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts und dauerte etwa ein Jahrhundert mit Unterbrechungen. Der Granitstein, das reich verzierte Westportal und der Skulpturenschmuck – historische Kapitelle, Kragsteine sowie pflanzliche und zoomorphe Motive – sind typische Merkmale des romanischen Stils in Portugal. Die Konstruktion der Kirche weist mehrere Unregelmäßigkeiten und Unsicherheiten auf, die die typische Phase konstruktiver Schwierigkeiten in der Romanik widerspiegeln – etwa die unterschiedlichen Breiten der Schiffe, die unregelmäßige Anordnung der Pfeiler oder das Vorhandensein vorgesetzter Säulen
Das Gebäude wurde im 15., 17. und 18. Jahrhundert erneut umgebaut, behielt aber stets seine romanische Einheitlichkeit, die Rates von vielen anderen mittelalterlichen Bauten unterscheidet, die in späteren Epochen stark verändert wurden. Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Cluniazenserorden gilt Rates als Vorbild für andere bedeutende Benediktinerklöster der Region.
Der Zugang zur Kirche erfolgt durch das imposante axiale Portal mit fünf Archivoten und halbrunden Bögen, das in die leicht asymmetrische und mit Strebepfeilern versehene Fassade eingelassen ist. Besonders hervorzuheben ist der Skulpturenschmuck der Kapitelle und vor allem des Tympanons. Das Skulpturenensemble dieser Kirche zählt zu den bedeutendsten Beispielen portugiesischer romanischer Kunst.
Es gibt einen ca. 20 km langen Verbindungsweg zum Küstenweg.
https://patrimonios.pt/mosteiro-de-sao-pedro-de-rates/
https://pt.wikipedia.org/wiki/Igreja_de_S%C3%A3o_Pedro_de_Rates#
Ponte de Lima – Convento de Santo António
Das Ensemble aus der Kirche Santo António de Frades Capuchos und der Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus umfasst die Kirche und den Kreuzgang des Klosters des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus sowie die angrenzendeKirche Santo Antonio dos Frades Capuchos, die Teil des Convento de Santo António war, das zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert abgerissen wurde und von dem nur noch ein Flügel erhalten ist.
Das Kloster, von dem heute nur noch die Kirche und ein Klosterflügel erhalten sind, wurde am1481 vom Bürgermeister von Ponte de Lima, Dom Leonel de Lima, und seiner Frau, Dona Filipa da Cunha, gegründet; die Gründung wurde durch eine Bulle von Sixtus IV. bestätigt. Mitte des 18. Jahrhunderts erfuhr der Klosterkomplex eine tiefgreifende Reform. Die heutige Fassade und der obere Chor stammen aus dieser Zeit, ebenso wie der Bau des angrenzenden Klosters und der Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus. Ein Großteil des Klostergeländes wurde zwischen dem späten 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen. Es gibt nur noch einen Flügel auf der rechten Seite der Kirche.
1978 wurde das Museum des Dritten Ordens mit Werken sakraler Kunst eingerichtet. Das Gebäude grenzt an die später erbaute Kirche des Dritten Ordens des Heiligen Franziskus , mit der es sich den Kirchhof teilt.
Kirche
Zwischen 1744 und 1747 wurde die Fassade der Kirche erhöht und die gesamte Kirche umgestaltet. Sie erhielt schlichte Linien, ein einziges Kirchenschiff mit einer Vorhalle Narthex) und einen hohen Chor mit Chorgestühl. Der Eingang zum Narthex, ein segmentbogiger, gepolsterter Bogen mit Metallgeländer, durchbricht die Fassade. Über der Öffnung befindet sich eine kleine Nische, über der sich das Chorfenster mit geradlinigem Profil erhebt, flankiert von zwei Nischen mit den Figuren des Heiligen Franziskus und des Heiligen Petrus von Alcántara. Über dem Fenster ist ein rundes Okulus angebracht.
Auf der rechten Seite ist leicht vorspringend ein zweistöckiger Glockenturm angebaut.
Die Kirche vereint Architekturstile des Manierismus, Barock und Rokoko.
https://pt.wikipedia.org/wiki/Igreja_de_Santo_Ant%C3%B3nio_dos_Frades_Capuchos
https://monumentosesitios.blogspot.com/2019/09/convento-de-santo-antonio-ponte-de-lima.html
Ponte de Lima – Mosteiro de Refóios do Lima
Das Kloster Refóios do Lima , auch bekannt als Kloster Santa Maria de Refóios do Lima , Pfarrkirche Refóios de Lima oder Kirche Santa Maria , befindet sich in der Gemeinde Ponte de Lima. Das Kloster Refojos do Lima war das größte aller Klöster im Gebiet der heutigen Gemeinde Ponte de Lima.
Es wurde als Kloster gegründet, in dem Mitglieder des Augustinerordens bis 1834 wohnten als die religiösen Orden in Portugal abgeschafft wurden. Der Bau des Klosters begann im Jahr 1143 und wurde 1152 abgeschlossen. Dokumente bestätigen, dass Afonso Ansemondes und seine Frau dem Kloster im Jahr 1150 die Grafschaft Refoios mit Palast und Ländereien schenkten.
Die ersten größeren Umgestaltungen erfolgten im 14. Jahrhundert und später im 16. Jahrhundert mit dem Wiederaufbau der Kirche im Jahr 1581. Die Hauptfassade bewahrt Merkmale aus dem 16. Jahrhundert, wie beispielsweise den Portikus mit deutlichen Renaissancemotiven; der obere Teil wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet. Der Glockenturm existierte bereits 1770 und wurde 1859 wiederaufgebaut, da er durch einen Blitzschlag teilweise zerstört worden war. Der verbliebene Klosterbereich beherbergt heute eine höhere Landwirtschaftliche Hochschule, das Polytechnische Institut von Viana do Castelo.
https://www.visitepontedelima.pt/pt/turismo/mosteiro-e-igreja-paroquial-de-refoios/
Valenca – Mosteiro de Sanfins
Es ist eines der bemerkenswertesten Beispiele romanischer Architektur in Portugal und seit 1910 ein nationales Denkmal. Das Kloster Sanfins war der Hauptsitz des ehemaligen Klosterguts Sanfins, das bis 1834 bestand. Aufgrund seiner Bedeutung erhielt es mehrere königliche Privilegien. Das Kloster Sanfins war zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert aktiv. Die ersten Gebäude dieses Benediktinerklosters für Männer stammen jedoch aus dem Jahr 604 n. Chr. Es war über Jahrhunderte ein bedeutendes religiöses Zentrum. Einer seiner berühmtesten Bewohner war der heilige Franz Borgia (1510–1572) vom Jesuitenorden.
Die Klosterruine ist abgeschieden und von einem üppigen Eichenwald umgeben. Sie liegt auf einer Höhe von 200 Metern, von wo aus man einen atemberaubenden Blick auf den Lapela-Turm und den Fluss Minho genießt.
Die Klosterkirche, eines der bemerkenswertesten und bedeutendsten Beispiele romanischer Architektur in Portugal, wurde restauriert. In der Umgebung der Kirche kann man zwischen den Ruinen des Klosters, dem Aquädukt, den Nebengebäuden mit ihren Granitarkaden und einem kleinen Kreuzgang spazieren gehen. Die Wege, die zu den Wasserfällen führen, sind eine wunderbare Möglichkeit, dieses zauberhaften Ortes zu entdecken.
https://visitavalenca.pt/blog/mosteiros-de-portugal-conheca-o-mosteiro-de-sanfins/