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Toledo: Kurzer Überblick der kulturhistorische Entwicklung

Toledo: Kurzer Überblick der kulturhistorische Entwicklung

Camino de Levante

Toledo: Kurzer Überblick der kulturhistorische Entwicklung
Lage: auf einem Felssporn aus Granitgneis, vom Tajo umflossen

Römerzeit (bis 507)

– Gründung der Stadt 192 („Toletum“) –
– Einrichtung eines Erzbistums (4. Jh.)
– wirtschaftliche Blüte durch Eisenerzvorkommen
– Hochburg der Waffenschmiede („Toledostahl“)

Bauwerk der Römerzeit
– Alcántara Brücke (später mehrfach erneuert)

 

Westgotenreich (507-711)

– Hauptstadt des Westgotenreiches („Toledanisches Reich“) häufiger Tagungsort von Konzilien (589, 633, 636,638,646, 653, 681, 683, 688, 693, 694), dabei bedeutend: 3. Konzil 589 (Beschluss der Konversion vom Arianismus zum Katholizismus)
Ildefons Erzbischof von Toledo 557-567 wird in der orthodoxen und katholischen gleichermaßen als Heiliger verehrt

Von Dan Vaquerizo Molina - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 es, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41962765 Alcántara Brücke

Islamische Epoche, Maurenzeit (711-1085)

Emirat von Cordoba: Toledo – Hauptstadt der Mittleren Mark von Al-Andalus
als Zentrum von Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft
Taifenreich Toledo (1031-1085)
– zunehmende Arabisierung und Islamisierung
– Bevölkerung: Mozaraber (Christen unter
Muslimischer Herrschaft), Juden, Muslime

Bauwerke der Maurenzeit
– Altes Bisagra-Tor
– Santa Cristo de la Luz – Moschee, dann Kirche

Von Fernando - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=161540627 Santa Cristo de la Luz

Königreich Kastilien (1085-1469)

o – Eroberung Toledos 1085 durch
Kg. Alfons VI. im Rahmen der
Reconquista
o – Lage als kastilische Grenzstadt zum
Islamischen Süden
o – Hauptstadt bis 1561

• Kultursynthese (12./13. Jh.)
o – Arabisch als schriftliche Verkehrssprache
o – Mozaraber (arabisierte Christen)
o – Mudéjaren (Araber unter christlicher Herrschaft)
o – Juden: Vermittlung der überlegenen arabi-
schen Kultur und finanzielle Unterstützung der Könige
• sog. Übersetzerschule: wichtigstes Zentrum der
Wissensbewahrung und Wissensweitergabe
durch Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische
Französisch und Latein waren Sprachen der Herrschaft, denen das Arabische und Romanische als Alltagssprachen gegenüberstanden, die in bestimmten Bereichen lokaler Verwaltung, der Rechtsprechung und bei Immobilientransaktionen auch gewisse ‚öffentliche‘ Funktionen erfüllten.
Treffpunkt bedeutender Gelehrter der berühmten Universitäten
Paris, Bologna, Oxford

1. Phase: 12. Jahrhundert (1126-1187)
 – Übersetzung aus dem Arabischen ins Lateinische
 – Gerhard von Cremona (1114-1187): Übersetzer
     bedeutender antiker Werke (Euklid, Galen, Hippokrates,
    Aristoteles, „Almagest“ des Ptolemäus)
 – Dominicus Gundisalvus (ca. 1130-1180)
 – auch Übersetzung von Werken des Islams in
   das Lateinische

2. Phase: 13. Jahrhundert (1252-1284)
• – Alfons X., der Weise als besonderer Förderer
der Wissenschaften
• – Übersetzung ins Spanische – Entwicklung des
Spanischen zur Kultursprache
• – Dominanz astronomischer Werke

Bauwerke der Gotik
Kathedrale (1227-1493)

Bauwerke des Mudéjar-Stils
Kirche San Roman (1200)
Kirche Santiago del Arrabal (1265)
Martinsbrücke (1284)
Synagoge Santa Maria la Blanca (12./13. Jh.)
Synagoge El Transito
Puerta del Sol – Sonnentor (14. Jh.)
Minarett Santo Tomé

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=407620 Kathedrale von Toledo
By EmDee - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6746075 San Roman

Toledo im Königreich Spanien (seit 1469)


einerseits Niedergang und Intoleranz
• – Pogrome gegen Juden im 15. Jh., schließlich 1492 Vertreibung der Juden
• – Konversionszwang oder Exil der Muslime (1502)
• – Zentrum des Comunero-Aufstandes (1520-1522) gegen die Herrschaft Karls V
• – Verlegung der Hauptstadt nach Madrid (1561) unter Philipp II
• – Vertreibung der Morisken [zum Christentum zwangskonvertierte Mauren (1609)

andererseits Glanzpunkte christlicher Kultur

• Katholische Könige: Franziskanerkloster, monumentale Grabeskirche geplant (Gräber jedoch in Granada)
• Umwandlung von Palästen in Kirchen und Klöster
• letzter kultureller Höhepunkt im signo de ora
• Wirkungsstätte des Malers El Greco (1541- 1614) ab 1577

Bauwerke der Spätgotik
San Juan de los Reyes 1476-1504 isabell. Stil

Bauwerke der Renaissance
Hospitals Santa Cruz 1514
Alcazar 1537, Wiederaufbau im 18. Jh.
Hospital de Tavera 1548
Neues Bisagra Tor 1562

Von Querubin Saldaña Sanchez - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16963473 San Juan de los Reyes
Von Carlos Delgado, CC BY-SA 3.0 es, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28428753 Alcázar de Toledo

Prägende Kunstepochen in Toledo
Mudéjar-Stil (ca. 10. Jh. bis 16. Jh.): maurische Kunst unter christlicher Herrschaft, Mudéjares=Mauren, die unter den Christen arbeiten, Merkmale: Backstein, glasierte Ziegel (azulejos), Hufeisenbögen, Stern-Rippengewölbe, ornamentale Stuckdekoration, Artesonado-Decken (kunstvoll verzierte Holzdecken), minarettartige Türme. Toledo ist eine der Städte, wenn nicht die Stadt, mit der größten Vielfalt an Mudéjar-Kunst.
Gotik (ca. 12.Jh.- 16.Jh.): Bau der Kathedrale (1227-1493)
Isabellinischer Stil: (ca. 1480-1510) Sonderform der spanischen Gotik, Merkmale: blütenförmige Rippengewölbe, filigrane Ornamentik, Wappendekor
Plateresker Stil: (ca. 1510-1560), spezieller Stil der spanischen Frührenaissance , Mischung aus gotischen, maurischen und Renaissance-Elementen, eine besonders feine Ausarbeitung der Fläche

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“Animo!” — “Nur Mut!” Angst lebt im Kopf, Mut im Herzen. Es kommt nur darauf an, von einem zum anderen zu kommen!

"Animo!" -- "Nur Mut"!

Camino Aragones

Bevor wir den Camino Aragones in Angriff nahmen, hatte ich versucht meine Spanischkenntnisse ein wenig aufzufrischen. Aber ehrlich gesagt, sie blieben ziemlich rudimentär. Also nahmen wir einen kleinen Sprachführer mit, der uns die nötigen Hilfestellungen geben sollte. Als ich am ersten Abend den Führer ganz willkürlich an einer Stelle aufschlug, sprang mir ein Wort ins Auge „Animo“ übersetzt mit „Nur Mut“. Überraschend, dass ein solches Wort in einem allgemeinen Sprachführer erwähnt wird. Doch es passte so gut zu unserer Wanderung, dass „Animo“ zum Leitspruch unseres Caminos wurde.

Bedingt durch unser Alter, die doch schwierigen persönlichen Veränderungen in unserem Leben, die im Gegensatz zu den anderen Caminos geringe körperliche Vorbereitung wurde auf dem Camino Aragones manchmal einiges an Konzentration, Anstrengung und auch Mut von uns abverlangt.
In den Pyrenäen war der Weg aufgrund des vielen Starkregens in den Tagen und Wochen zuvor zum Teil recht ausgewaschen, so dass schmale Wege, viele glitschige Steine und große Tritte nach unten schon eine rechte Herausforderung waren.
Auch der Abstieg vom Kloster St Jean de la Pena war nicht ohne! Da in den Foren schon auf die Schwierigkeit hingewiesen wurde, hatten wir zunächst vor, die Straße zu benutzen. Dies wäre aber ein großer Umweg gewesen also dachten wir: „Nur Mut“. So sind wir den kleinen Fußweg abwärts gegangen, der wirklich sehr steinig, schmal und an einigen Stellen vorsorglich mit Seilen gesichert war. Dank unserer Bergerfahrung war es nicht einfach aber doch gut zu meistern.

Und manchmal ist es auch die eigene Überschätzung, die einen nötigten mit animo weiterzugehen, um die letzten Kilometer bis zur Herberge zurückzulegen. Waren wir, was die Distanzen zwischen unseren Etappen betraf, am Anfang noch recht vorsichtig, trauten wir uns von Tag zu Tage mehr zu, zumal auch der Rucksack plötzlich viel leichter wurde, obwohl sich am Inhalt nichts geändert hatte! So dehnten wir die Länge unserer Etappen zwar aus, ohne allerdings genau das Höhenprofil anzuschauen. Kilometer ist halt leider nicht im gleich Kilometer, was die Anstrengungen und Herausforderungen betrifft!
Gerade diese Herausforderungen sind es, die den Weg ausmachen und ein fröhliches „Animo“, das wir uns dann zuriefen, ließ uns jede Anstrengung gut meistern.

Hier vielleicht noch eine Anmerkung: wenn ich manchmal die Fragen in den Foren lese und die Ängste und Unsicherheiten anschaue, die Menschen bei der Planung eines Camino bewegen, dann denke ich oft, „Nur Mut!“, ihr schafft das schon, aber ihr könnt nicht alles absichern und vorausplanen. Pilgern heißt doch auch das Vertraute zu verlassen und Veränderung zuzulassen. Jeder Weg hat seine Unwägsamkeiten – und das ist gut so, denn das macht den Weg aus. Es ist einfach Hunderten von Leuten hinterherzulaufen, aber es verlangt Mut, seinen eigenen Weg zu gehen und spontan mit Schwierigkeiten klar zu kommen. Je mehr einem das gelingt, um so stärker kommt man von diesem Weg zurück, umso mehr Zutrauen hat zu sich und dem Leben!
Ich habe in einem Buch folgenden Spruch gelesen, der mir aus dem Herzen spricht:

                                                                         Angst lebt im Kopf, Mut im Herzen.
                                            Es kommt nur darauf an, von einem zum anderen zu kommen!    

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Eine kleine Geschichte des Walfangs an der Nordküste Spaniens

Eine kleine Geschichte des Walfangs an der Nordküste Spaniens

Camino del Norte, Camino Primitivo

Vielleicht ist Euch auch schon aufgefallen, dass zahlreiche Dörfer an der Nordküste in ihrem Wappen einen Wal dargestellt haben. Die Frage ist allerdings warum? Nein, sie waren nicht ein Symbol für Größe oder Stärke (wie der Löwe z.B. in Deutschland), sondern sie waren über Jahrhunderte eines der wichtigsten Alltagsgüter!

Walfang an der Nordküste Spaniens

Nur wenige Seemeilen vor der Nordküste, von den Häfen und Stränden entfernt, bewegen sich bis heute Wale, die größten Säugetiere der Welt. Allerdings direkt vor der Küste – wie bis vor 120 Jahren – sind die Wale nicht mehr zu finden.

Nordspanische Fischer hatten als erste das riesige Potential der vor den Küsten schwimmenden Fett- und Proteinquellen erkannt und schon im 11. Jahrhundert mit dem Walfang begonnen. Vor allem die langsam schwimmenden Bartenwale wie Nordkaper, Buckelwale und Grauwale des Ostatlantiks waren leicht erreichbar. Die Jagd dieser Meeresriesen war Jahrhunderte lang eine wesentliche Grundlage für die Volkswirtschaft der spanischen Regionen entlang der Biskaya und maßgebend für die Entwicklung der Fischerorte an der Nordküste. Viele der repräsentativen Häuser in den Fischer- und Touristendörfern an der Küste sind auf den Reichtum aus dem Walfang zurückzuführen.

Von Archival Photograph by Mr. Sean Linehan -

Die bloße Erscheinung der Wale ruft heute große Begeisterung und Faszination hervor. Wir bewundern diese großen Meeressäuger und versuchen, sie zu schützen und zu erhalten. Zwischen dem 11. und dem 18. Jahrhundert allerdings waren sie ein hochgeschätztes und teures Alltagsgut.

Wenn Wale von verschiedenen Wehrtürmen gleichzeitig gesichtet wurden, setzten sich aus den entsprechenden Küstenorten die Ruderer zu gleicher Zeit in Bewegung, es entstand eine heftige Konkurrenz. Dutzende von Fischern warfen sich in ihre Txalupa-Boote und ruderten gegen die Wellen und gegen die Zeit. Denn nur wer zuerst ankam, und dessen Harpune getroffen hatte, dem gehörte die wichtige Beute. Wenn sich also verschiedene Txalupa-Boote dem Wal näherten, ruderten sie so schnell es auch nur ging. Konsequenz waren häufige Streitereien zwischen den Nachbardörfern. Denn genaue Grenzen im Meer gab es nicht.

Der relativ große Gewinn, der beim Walfang zu machen war, war für die Seeleute der Ansporn, sich zur Jagd in die Boote zu werfen. Ein Teil der Gewinne mussten den Landherren entrichtet werden und auch die katholische Kirche bekam ihren Teil ab.Abgesehen vom hohen Verdienst war der Walfang alles andere als ein Zuckerschlecken. Im Gegenteil, es bedeutete akute Lebensgefahr,

Es wurden vor allem die Franca-Wale gejagt, die Eubalaena Glacialis oder Glattwale. Diese Glattwale waren vor der gesamten „kantabrischen Küste“ heimisch. Diese „Cornisa Cantabrica“ erstreckt sich von der Grenze zu Frankreich über die baskischen Provinzen Gipuzkoa und Bizkaia und die beiden Regionen Kantabrien und Asturien bis nach Galicien. Irgendwann wurden die Tiere seltener, weil zu viele erlegt wurden. Lange, wenn auch in beschränktem Umfang ging der Walfang auch an der Küste weiter, bis 1901 vor der Hafenstadt Orio in Gipuzkoa das letzte Exemplar eines heimischen Wals gefangen wurde.

Von Hines, Bob - WO-ART-81-CDHines1Derived from the following image: United States Fish & Wildlife Service, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=422334

Wale im Stadtwappen

Über die Jahrhunderte lange Tradition ist der Walfang für viele Orte der Nordküste zu einem Symbol geworden, das bis heute präsent ist. Die Bevölkerung vieler Küstenorte lebte vom Walfang und der daraus resultierenden Verarbeitung. Aus diesem Grund wurden die Walfische in einigen dieser Anliegerorte ins Stadtwappen aufgenommen, um ihre Bedeutung in den mittelalterlichen Gesellschaften zu würdigen.

In Bizkaia (mit Bilbao als Hauptstadt) haben Bermeo, Lekeitio und Ondarroa den Walfisch in ihren Wappen. In Kantabrien erscheint er im Symbol von Castro Urdiales. In Gipuzkoa (mit San Sebastian als Hauptstadt) ist der Meeressäuger in den Wappen von Hondarribia, Zarautz, Getaria und Mutriku zu finden.

Von Heralder - and [1] and Image, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32699544 Wappen von Hondarribia
Von Heralder - [1][2], CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40370168 Wappen von Zarautz

Nutzung der Tiere

 Wie kaum ein anderes Beutetier konnten Wale komplett verwertet werden, kein Teil des wertvollen Fangs blieb ohne Nutzung.

Das Walfett war eine wertvolle Beute, die in Öl umgewandelt wurde, das legendäre Saín-Fischfett. Dieses Saín war eine ideale Flüssigkeit, um Uhren zu ölen. Vor allem aber diente es dazu, die Straßenlampen in halb Europa am Leuchten zu halten. Das Besondere an jenem Öl war, dass es keinen Geruch hinterließ und keinen Rauch produzierte. „Ein Fass mit 200 Litern wurde für umgerechnet 5.000 Euro verkauft.

Das Fett wurde zudem zur Herstellung von Kosmetik und Medikamenten verwendet. Die großen Knochen kamen als Balken bei Baugerüsten zum Einsatz, außerdem wurden sie zur Herstellung von Möbeln benutzt. Die Barten aus dem Walmaul waren elastisch, deshalb wurden aus ihnen Sonnenschirme und Kämme gemacht, auch Korsette in Form von Fächerstäben. Letztere werden heute aus anderen Materialien produziert, dennoch werden sie nach wie vor „Walbein“ genannt.

Doch war aus dem Walkörper noch anderes nutzbar. Das Sperma war ein teurer Rohstoff, um Salben und Balsam herzustellen. Auch das Fleisch selbst wurde verzehrt, zwar nicht im Baskenland, hier wurde es nicht konsumiert. Zu seiner Konservierung wurde es gesalzen und exportiert, vor allem nach Frankreich. Kostbarster Teil des Walkörpers überhaupt war die Zunge. Hochgestellte Persönlichkeiten pflegten sie zu verspeisen, sie ließen sich direkt beliefern.

Von HgrobeVektorisierung: Mrmw - Eigenes Werk, basierend auf: Whale products-d hg.png:, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101193521

Ausdehnung der Fanggebiete

Nachdem die Populationen vor der eigenen Küste dezimiert war, weitete man die Jagd auf die arktische Region aus. Es kamen Nachrichten aus Kanada, aus dem Gebiet von Terranova (Neufundland). Dort sollte es Mengen von Kabeljau geben (bask: makailaoa, span: bacalao). Viele Fischer beschlossen, dorthin zu fahren, nicht zuletzt, weil sie keine andere Wahl hatten. Eher zufällig wurde entdeckt, dass es dort oben im Nordwesten auch Wale gab. Mit schnelleren Schiffen und besseren Fangmethoden wurden ab dem 19 Jh. die großen und schnellen Blau-, Finn- und Seiwale gejagt und proportional zu ihrer Größe dezimiert. In zwei Jahrhunderten wurden rund 20.000 dieser Säuger erlegt. Die Fischer zogen im Frühjahr los und kamen vor dem Winter wieder zurück. Sie fischten in Neufundland aber auch in den Meeren Richtung Island. Man muss ehrlicherweise anmerken, dass es also die Europäer waren, die zum großen Teil an der massiven Dezimierung der Wale beteiligt waren!

Heutige Situation des Walfangs und die Probleme des Klimawandels

Seit 1948 wurde der Walfang mit der Einrichtung der internationalen Walfangkommission stark eingeschränkt und 1986 auf Null gesetzt. Heute fangen drei Nationen weiter Großwale (über 10 m Länge), die sich der Kommission nicht angeschlossen haben bzw. wieder ausgetreten sind: Island und Norwegen und seit Ende 2018 auch Japan. Extra geregelt und meist gar nicht erwähnt wird dabei der Fang der kleineren Arten.

Eine Bedrohung der Walpopulation stellen heute vor allem der Klimawandel und die Meeresverschmutzung dar. Durch den Klimawandel wird es zu Veränderungen der Wassertemperatur, des Meeresspiegels, der Meereisbedeckung, des Salz- und Säuregehaltes des Meerwassers, der Niederschlagsverteilung, der Windgeschwindigkeiten und des Wellengangs kommen. Die exakten Auswirkungen dieser Veränderungen auf das Leben der Wale sind nur schwer vorauszusagen.

Auf einige Klimaveränderungen, wie zum Beispiel den Temperaturanstieg reagieren die Meeressäuger direkt mit Veränderungen in ihrem Verbreitungsgebiet. Einige Arten verlassen ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet und weichen in andere Gebiete aus. Aber nicht alle Walarten können sich so den veränderten Bedingungen in ihrem Lebensraum entziehen.

Der Klimawandel wird aber auch indirekte Auswirkungen auf die Wale haben; wie eine verstärkte Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Umweltverschmutzungen. Auch Veränderungen in der Häufigkeit und Verteilung der Nahrungsressourcen, werden vor allem Walarten beeinträchtigen, die auf bestimmte Nahrung spezialisiert sind.

Wale sind neben dem Klimawandel jetzt schon zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt durch die Verschmutzung der Meere, chemische Abfälle und Lärm, industrielle Fischerei, Zusammenstöße mit Schiffen, militärische Aktivitäten, Veränderungen ihrer Nahrungssituation durch die Einführung fremder Arten und durch die Netze der Fischereiflotten, in denen sie oft ungewollt als Beifang verenden.

Warum sind Wale wichtig für Klima und Umwelt?

Der Schutz der Wale ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, denn Wale spielen eine wichtige Rolle in den marinen Ökosystemen. Ihre Ausscheidungen an der Meeresoberfläche dienen als Nährstoffe für Phytoplankton und Fische, bei ihren Tauchgängen befördern sie weitere Nährstoffe aus der Tiefe nach oben und wenn Wale sterben, ernährt ihr Körper zahlreiche Meeresbewohner. Die Wale speichern aufgrund ihrer Größe hohe Mengen Kohlenstoff. Außerdem entzieht das durch sie produzierte Phytoplankton der Atmosphäre CO2 und bindet es ebenfalls als Kohlenstoff.

Wie eine Studie hervorhebt, verbessern die riesigen Meeressäuger aufgrund ihrer langen Lebenserwartung langfristig die Stabilität der marinen Ökosysteme. Denn einige Walarten erreichen vermutlich ein Alter von etwa 100 Jahren und mehr. Allerdings schrumpfen die Bestände der großen Walarten wie Blau-, Grau- oder Buckelwal drastisch. Dies hat wahrscheinlich schon jetzt die Struktur der Ozeane verändert. Die Hoffnung besteht darin, dass weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet die unverzichtbaren Vorteile der Wale hervorheben und so auch den Walschutz und das Ansteigen der Walpopulationen fördern.

Von Rias_bajas_ES.svg: *Hidrogalicia_ES_color.svg: *Hidrogalicia_ES.svg: *Hidrogalicia_vertente_costa_da_morte.svg: Iagocasabiellderivative work: Edoarado (talk)derivative work: Edoarado (talk)derivative work: Edoarado (talk)derivative work: Edoarado (talk) - Rias_bajas_ES.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11969891

Blauwale in Galicien heute

Wie der Guardian berichtet, werden in Galicien jedoch seit 2017 wieder jährlich einzelne Blauwale gesichtet. Wissenschaft ist sich uneinig, ob dies ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist.

Der Meeresbiologe Bruno Díaz vermutet, die Wale könnten zurückgekehrt sein, da sie sich immer noch an die Heimat ihrer Vorfahren erinnern. Neueren Erkenntnissen zufolge sind für Migrationsbewegungen von Walen offenbar weniger Umweltfaktoren als Erinnerungen ausschlaggebend. Der Meeresbiologe Alfredo López nimmt dagegen an, dass der Klimawandel die Wale nordwärts treibt. Das wäre ein schlechtes Zeichen, da es zeigen würde, dass die Erwärmung der Meere den Lebensraum der Blauwale zunehmend einschränkt.

Blauwale sind wieder in Galicien, da sie in spanischen Gewässern viel Krill finden.

Von Juli bis Ende Oktober ernähren sich die Blauwale vor der galicischen Küste von Plankton. Davon gibt es sehr viel in der Gegend der Rías Baixas. Rías Baixas (galizisch: Untere Rías, spanisch Rías Bajas) ist die Sammelbezeichnung für vier schmale, tief ins Land reichende Meeresbuchten im Südwesten von Galizien, die aus überfluteten Flusstälern hervorgegangen sind. Das Gebiet reicht vom Cap Finistere bis zur portugiesischen Grenze. Das aus den Tiefen des Atlantiks aufsteigende Wasser ist sehr kalt, was das Planktonwachstum fördert.

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Die Entstehung des Camino Primitivo und des Camino del Norte

Die Entstehung des Camino Primitivo und des Camino del Norte

Im Jahr 813 wurde im Wald von Lebredon an der Stelle des heutigen Santiago de Compostela ein Grab gefunden. Der zuständige Bischof Theodemir glaubte das Grab des Apostels Jakobus gefunden zu haben. Jakobus war einer der vertrautesten Jünger Jesu und der erste Märtyrer der Christenheit. Im Jahr 44 wurde er in Judäa auf Weisung des Königs Herodes enthauptet. Um den Umstand, wie sein Leichnam möglicherweise nach Spanien gekommen sein soll, ranken sich zahlreiche Legenden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Camino_de_la_Costa#/media/Datei:AM03-RutasJacobeasNorte.jpg

Alfons II von Asturien (791 -842), auch Alfons der Keuche genannt, war dann der erste königliche Pilger, der im Jahr 830 zum vermeintlichen Grab des Jakobus pilgerte. Die Strecke durch die Berge, die er damals zurücklegte, gilt heute als der ursprünglichste und älteste belegte Pilgerweg nach Santiago. Alfons der Keuche ging den Weg von seiner Hauptstadt Oviedo in Richtung Westen. Er führt von der alten asturischen Hauptstadt Oviedo auf 310 Kilometer in anspruchsvoller Weise durch dünn besiedeltes Bergland über das galicische Lugo nach Santiago de Compostela.

Alfons II war davon überzeugt, dass es sich um das Grab des Apostel Jakobus handelte und ordnete den Bau einer Grabeskirche an. Er gründete auch das erste Kloster, das sich um den Altar des Heiligen kümmerte: San Paio de Antealtares. Dies gab den endgültigen Anstoß für die dann einsetzende Pilgerbewegung.

Die Nachricht vom Fund des Leichnams breitete sich in für das Mittelalter rasanter Geschwindigkeit in Europa aus. Waren es zunächst die Menschen aus dem asturischen Königreich, die die Wallfahrt auf sich nahmen, folgten dann die Menschen aus dem gesamten Norden Spaniens und aus Portugal. Alfons III., der die zweite Basilika in Santiago initiierte, pilgerte selbst zweimal den Camino.

Die erste Hälfte der Strecke  des Camino Primitivo durch die Berge von Asturien ist spektakulär. Ihr überquert die Bergketten Tineo, Rañadoiro und San Isidro. Die Höhepunkte auf diesem Pilgerweg sind zahlreich, und stehen im Kontrast zu der geringen Anzahl an Dörfern und Restaurants. So geht man die meiste Zeit tatsächlich in der Natur und kann die Ruhe aber auch Einsamkeit dieser Region genießen. 

Nach dem Camino Primitivo gewann auch der Camino del Norte an Bedeutung. Relativ schnell nach der Entdeckung des Apostelgrabes im 9. Jh. begannen Pilger diesen Weg zu nutzen, da er außerhalb des von Mauren besetzten Gebietes verlief. Über ihn kamen dann auch Pilger aus Frankreich und aus anderen Ländern, die zum Teil auch den Seeweg über die Häfen Nordspaniens nutzten. Im späten Mittelalter erreichten die Pilgerfahrten zu See ihren Höhepunkt. Manche Pilger besuchten auch zuerst Oviedo als Ergänzung zu ihrer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela.

Der gesamte Camino del Norte führt von der Grenze zu Frankreich nach Santigao. Er ist mit 850 km der zweitlängste Pilgerweg (nur die Via de la Plata ist mit 1000 km länger) und läuft immer wieder direkt am Meer entlang, entweder entlang der über dem Meer verlaufenden Steilküste oder auch direkt am Strand mit atemberaubenden  Ausblicken und herrlichen Stränden. Man spürt jeden Tag den Sand unter den Füssen! Allerdings müssen auch einige Höhenmeter überwunden werden. Etwa 200 km vor Santiago nach der Stadt Ribadeo verlässt der Küstenweg das Meer und die Route führt landeinwärts durch die Täler von Vilanova de Lourenza und Mondoriedo sowie über die Ebenen von Vilalba und Guitiriz zum Zielort.

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Kurze Geschichte Asturiens

Kurze Geschichte Asturiens

Asturien ist seit 1983 eine autonome Region im Nordwesten Spaniens. Sie erstreckt sich heute zwischen dem Kantabrischen Meer im Norden und dem Kantabrischen Gebirge im Süden. Die Nord-Süd-Ausdehnung erreicht max. 70 km Tiefe, die Länge von Ost nach West beträgt ca. 200 km. Politisch grenzt sie im Westen an Galicien, im Süden an Kastilien und Leon und im Osten an Kantabrien. Die größten Städte sind die Hafenstadt Gijon, die Hauptstadt Oviedo und die Industriestadt Aviles.

Asturien ist eine der Industrieregionen Spaniens, insbesondere aufgrund des vorherrschenden Bergbaus und der Schwerindustrie. Da diese Branchen eher zu den schrumpfenden gehören, befindet sich Asturien seit den 1970er Jahren in einem Strukturwandel. In den letzten vier Jahrzehnten lag die Wirtschaftswachstumsrate Asturiens hinter der anderer spanischer Gebiete zurück.

Die Landwirtschaft spielt in Asturien eine größere Rolle, da aufgrund des feuchten Klimas und mäßiger Temperaturen Agrarprodukte produziert werden können, die in anderen Regionen Spaniens nur mit höherem Aufwand angebaut werden können. Daneben gibt es (hauptsächlich inländischen) Tourismus.

Im Gegensatz zu heute hatte Asturien im Laufe der Geschichte eine zeitweise große Bedeutung für die Struktur und Entwicklung Spaniens.

Erste Zeichen menschlichen Lebens findet man in zahlreichen Höhlen mit steinzeitlichen Malereien, vor allem Tierdarstellungen, die ca. 15.000 Jahre alt sein sollen.

Die ersten Ansiedlungen werden den Iberern zugerechnet. Im 6 Jh. v.Chr. bildete sich durch die Mischung der einheimischen Völker mit den Kelten das Volk der Asturer, das aus vielen einzelnen Stämmen bestand. Das Gebiet umfasste Asturien, Teil Galiciens und Nordostportugals. Während der Großteil der Iberischen Halbinsel bereits 140 v.Chr. zum Römischen Reich gehörte, taten sich die Römer bei der Eroberung der Nordgebiete schwer (vgl.  Kapitel Romanisierung Spaniens). Mit dem Ende des Kantabrischen Krieges wurde die Region 19 v.Chr. eingegliedert (größtenteils in die römische Provinz Gallaecia). Nun begann auch die Romanisierung der Nordvölker.

Als im 5 Jh. n.Chr. das Römische Reich unterging, fielen germanische Stämme in der Region ein. Zu diesen zählten die Vandalen und Sueben. Das Königreich der Sueben umfasste dann die heutigen Regionen Galicien, Asturien, Leon und Nordportugal. Im Jahr 585 wurde das Reich der Sueben von den Westgoten erobert. Aber es kam immer wieder zu Aufständen der Basken, Kantabrer und Asturer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Covadonga#/media/Datei:Don_Pelayo.jpg

Nachdem die Araber im 7 Jh. die Westgoten fast vollständig vertrieben bzw. unterworfen hatten, wurde das Gebiet einem muslimischen Gouverneur unterstellt. Ein privater Streit mit dem für Asturien zuständigen Gouverneur Mumuza, der in Gijon residierte, war für den westgotischen Adeligen Pelago der Anlass zu Rebellion. Er sammelte Gleichgesinnte um sich und so gelang ihm in der Schlacht von Covadonga (722 oder 718) der erste Sieg über die Mauren. Dieses Ereignis wurde dann später als Ausgangspunkt der Reconquista hochstilisiert, obwohl es wohl eher ein Gefecht als eine Schlacht war. Trotzdem gelang es Pelago ein winziges Königreich Asturien zu gründen.

Unter Alfons I. (739-757) wurden erste Anstrengungen unternommen, das Gebiet zu erweitern. Dabei half ihm der Umstand, dass Hungersnöte und Seuchen zu einer Entvölkerung vieler Gebiete geführt hatten. Diese Gebiete waren daher für die Mauren von geringerem Interesse, so dass sie sich teilweise zurückzogen.

Nach den Angaben der wichtigsten Quelle, der „Chronik Alfons’ III.“, eroberte Alfons I. im Westen (Galicien und Nordportugal) u.a. die Städte Lugo und Porto, im Süden (dem späteren Königreich Leon) u.a. Salamanca, Zamora und Leon, im späteren Kastilien u.a. Segovia und Coruna del Conde. Da er sich außerstande sah, diese riesigen Gebiete dauerhaft militärisch zu sichern, ließ er die Muslime, die er dort vorfand, teilweise töten und siedelte die christliche Bevölkerung in sein Reich um. So schuf er einen Verwüstungsgürtel zwischen seinem Reich und dem muslimischen Gebiet, der Asturien vor maurischen Angriffen schützen sollte.

Wichtig ist allerdings anzumerken, dass es sich bei der „Chronik Alfons III“ um eine von Alfons III. bestellte oder von ihm verfasste Chronik handelt, die wie alle diese Quellen sicher mit Vorsicht zu behandeln ist, da sie in der Regel eine sehr subjektive Sicht wiedergeben. Später erfolgte je nach Fortschreiten der Reconquista in den Verwüstungsgürteln eine Repoblacion, d.h. die Wiederbesiedlung dieser Gebiete durch meist christliche Siedler.

Der Nachfolger Alfons I.  Fruela I., der Grausame, (757-768), unterwarf dann ganz Galicien und verlegte den Sitz der Regierung von Cangas de Onis in die von ihm gegründete Stadt Oviedo. Unter seinen Nachfolgern herrschte Frieden mit den Mauren. Erst unter Alfons II., dem Keuchen, (792-842) wurde das Reich weiter vergrößert. Nun begann die eigentliche Blütezeit Asturiens. Die lange Regierungszeit Alfons II. war, da er anscheinend eine integre Herrscherpersönlichkeit war, der Garant für Stabilität und Wachstum im Land. Er sicherte zum einen Asturien nach außen ab, erweiterte es aber auch Richtung Süden. So erstreckte sich zu Beginn des 9. Jhs Asturien über große Teile Nordspaniens. In die Regierungszeit Alfons II. fällt auch die Auffindung des angeblichen Jakobsgrabes in Santiago de Compostela. Jakobus wurde dann auch zur Integrationsfigur des christlichen Spaniens hochstilisiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Repoblaci%C3%B3n#/media/Datei:Asturias_in_800.svg

Alfons III. (866-910) dehnte das Herrschaftsgebiet weiter aus, unterwarf Navarra, drang nach Nordkastilien vor und weiter in den Süden Portugals. Das war der Höhepunkt der Macht und Ausdehnung Asturiens. Denn nach der Entmachtung Alfons III. teilten seine drei Söhne das Land unter sich auf. Im Jahr 924 wurde das Gebiet wieder vereint, hieß ab dann Königreich Leon. Die Hauptstadt war inzwischen von Oviedo nach Leon verlegt worden. Damit endete die wechselhafte Geschichte des einst unabhängigen Reiches Asturien. Das Königreich Leon ging dann wiederum im Jahr 1230 in Kastilien auf.

Die Erinnerung daran, dass Asturien als Wiege des neuzeitlichen Spaniens gilt, wird auch dadurch hochgehalten, dass der spanische Thronfolger seit dem Mittelalter bis heute den Titel „Prinz von Asturien“ trägt, allerdings dadurch keine besondere verfassungsrechtliche Stellung einnimmt. In Asturien gibt es auch den Spruch „Asturies ye Espana, lo demas tierra conquistade“, Asturien ist Spanien, der Rest ist erobertes Land.

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Die Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos sind eine Reihe von Konglomerat-Felsformationen in der Gemeinde Las Peñas de Riglos in der Comarca Hoya de Huesca in Aragon, Spanien. Sie befinden sich in der Nähe von Las Peñas de Riglos, etwa 45 km nordwestlich der Stadt Huesca.

 

https://es.wikipedia.org/wiki/Mallos_de_Riglos

Durch die Erosion ergeben sich am Fuß der Pyrenäen interessante Formationen. Ein Beispiel sind die Mallos de Riglos. Sie entstanden als erodiertes Material von den Hängen der Pyrenäen abgewaschen und durch Kalkstein zusammengeklebt wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Mischung zu einer Masse von Konglomerationsgestein verdichtet. Schließlich verschleiste die Erosion die weicheren, poröseren Teile des Konglomerats. Das widerstandsfähigere Gestein blieb erhalten und wurde zu den als Mallos de Riglos bekannten Formationen.

Die Mallos de Riglos und die Burg Loarre liegen nicht unmittelbar am Jakobsweg, doch wenn man genug Zeit hat, sind sie auf jeden Fall einen Abstecher wert.

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Die Pyrenäen – wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

Die Pyrenäen - wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

Die Pyrenäen sind ein Faltengebirge an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, wobei die Grenze meist auf dem Gebirgskamm verläuft. Dabei liegen zwei Drittel der Fläche in Spanien, ein Drittel in Frankreich. Das Gebirge erstreckt sich über 430 km von der Atlantikküste (Golf von Biscaja) bis zum Mittelmeer (Golf de Roses).

Geographisch lassen sich die Pyrenäen in verschiedene, klimatisch und räumlich abgegrenzte Regionen einteilen. Im Westen sind die Pyrenäen relativ flach und gehen in das Kantabrische Gebirge über. So gibt es die westlichen Küstengebiete am Atlantik mit den Städten Biarritz und Bayonne auf französischer und San Sebastian auf spanischer Seite, sozusagen die baskische Küste als Gesamtgebiet, denn das Baskenland ist ja grenzübergreifend. Im Osten grenzt das Gebirge an das Mittelmeer ungefähr bei Perpignan. Im östlichen Teil an der Küste haben sie noch mittelgebirgsähnlichen Charakter, doch dann steigen sie nach knapp 50 km schon auf fast 3000 m Höhe an.

https://www.easyvoyage.de/spanien/die-tierwelt-der-pyrenaeen-4167

Im Zentrum befinden sich die Haute Pyrenees, auf französischer Seite um Tarbes, Garvanie und Lourdes und auf spanischer Seite die Pyrenäen von Aragon mit den höchsten Gipfeln des Gebirges und den beiden spanischen Nationalparks. Mittig liegt der Kleinstaat Andorra, eingebettet zwischen Frankreich und Spanien. Das zentrale Gebirge zwischen dem Col de Puymorens und dem Col du Somport ist der höchste und wildeste Abschnitt der Pyrenäen. Mit dem Pico d´Aneto auf spanischer Seite erreichen sie auf 3404 m ihre größte Höhe. Aber es gibt weitere 200 Berge, die eine Höhe über 3000 m besitzen. Einige sind noch vergletschert. Sie haben allerdings schon viel der einstigen Größe verloren.

Die von Osten nach Westen verlaufende Pyrenäen-Kette entstand aufgrund der Kontinental-kollision zwischen dem Mikrokontinent Iberia und dem südwestlichen Ausläufer der Eurasischen Platte (Südfrankreich). Die Annäherung der beiden Kontinente erfolgte während des Känozoikums im Zusammenhang mit der großen alpidischen Orogenese (Gebirgsbildung) ab dem Beginn der Oberkreide (Albium/Cenomanium) vor rund 100 Millionen Jahren und führte im Verlauf des Paläogens (Eozän/Oligozän) zwischen 55 und 25 Millionen Jahren zur Heraushebung des Gebirges. Seit diesem Zeitpunkt unterliegt es neben isostatischen Ausgleichsbewegungen hauptsächlich starker Erosion. Man kann also sagen, die Pyrenäen sind ein echter Grenzfall: Hier endet Europa – und beginnt Afrika. Zumindest für die Geologen – denn hier knallt unsere Kontinental-Platte an das afrikanische Schild. Das Urgestein wurde hochgeschoben, geknickt, gefaltet – schroff und steil zum Felsriegel der Pyrenäen.

Im Pyrenäenraum gibt es drei Nationalparks. In Frankreich ist es der “Französische Pyrenäen Nationalpark oder Parc National de Pyrenees”. Er umfasst das Gebiet zwischen dem Valle d’ Aspee und dem Valle d’ Aure. Dieser Park zieht sich über immerhin fast 100 km an der spanischen Grenze entlang. Das Highlight ist dabei der berühmte Cirque de Garvanie. einer von drei Felskesseln. Er hat einen Durchmesser von 2 km und die ihn umgebenden Berge ragen mehr als 1500 m über den Rand des Kessels auf. Von einer fast senkrechten Felswand stürzen die Gavarnie-Fälle herab, die zu den höchsten Wasserfällen Europas zählen. Sie sind als Weltkulturerbe eingestuft.

Der bekanntere der beiden spanischen Nationalparks ist der Ordesa Nationalpark, mit zahlreichen imposanten Schluchten und Wasserfällen. Man nennt ihn auch Parque National de Ordesa y Monte Perdido nach dem höchsten Berg der Region, dem Monte Perdido (verlorener Berg), der mit 3355 Metern der dritthöchste Berg der gesamten Pyrenäen ist. Weiter östlich, ebenfalls auf spanischem Boden, befindet sich der Nationalpark Aigüestortes mit seiner schier unglaublichen Vielzahl an Flüssen, Seen und Wasserfällen. 

 

Flora und Fauna

Im Pyrenäengebiet wachsen über 3300 verschiedene Pflanzenarten, 150 davon sind endemisch. Endemisch bedeutet das ausschließliche Vorkommen von Pflanzen oder Tieren in einem begrenzten Gebiet. Einige besonders schöne Blumenarten sind Pyrenäen-Hahnenfuß, Narzisse, Schwertlilie und auch Enzian. Unter den endemischen Pflanzen gibt es die Pyrenäen-Lilie und den Pyrenäen-Felsenteller sowie spezielle Arten von Astern, Glockenblumen, Ginster und Ramondia.

 

Unter den zahlreichen Tierarten besonders hervorzuheben ist der Braunbär. Das heute seltene Tier (von dem es in den Pyrenäen nur noch 20 bis 25 Exemplare gibt, weitere leben im kantabrischen Gebirge) war in den vergangenen Jahrhunderten in dieser Gegend ausgesprochen zahlreich vertreten. 2004 war die letzte Bärin Frankreichs von der angeblich verirrten Kugel eines Wildschwein-Jägers getötet worden. Der Nachschub aus Slowenien, fünf Tier und genetisch dem Pyrenäenbär sehr ähnlich, hat sich so gut eingelebt, dass heute rund 40 Bären in den Départements Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Haute-Garonne und Ariège leben.

Natürlich trifft man in den Pyrenäen auch noch andere Säugetierarten an, so zum Beispiel Gämsen, Rehe, Wildziegen, Wölfe, Füchse, Eichhörnchen, Wildschweine und etwa 40 Arten von Kleinsäugern. Es kommen unzählige Vogelfamilien vor, darunter Greifvögel (Eulen, Bussarde, Adler und Falken) sowie Aasfresser wie Aas- und Schmutzgeier. Die Könige unter den Vögeln sind hier jedoch der Königsadler und der Bartgeier. Die Kolonien, die letzterer in den Pyrenäen gebildet hat, stellen die größte und leider auch eine der wenigen verbliebenen Ansammlungen der Art in Europa dar.

 

Geschichte

Das Gebirge ist zum Teil sehr dürftig erschlossen. Im Gegensatz zu den Alpen verlaufen die meisten Täler quer zum Hauptkamm und lassen somit eine bequeme Überschreitung der Berge nur an wenigen Stellen möglich. Die Griechen und Römer hatten vorwiegend Stützpunkte an der katalonischen Küste, hatten aber kein Interesse an den Bergen. Auch die Germanenstämme der Sueben, Vandalen und Westgoten nutzten ab dem 5. Jh. die Pyrenäen als Übergang zu den fruchtbareren Ebenen. Als die Mauren dann Spanien eroberten, flohen die Bewohner der Ebene zum Teil in die Berge und machten die dortigen Täler urbar. Die dortigen Feudalherren führten immer wieder Angriffe gegen die Mauren durch, um Beute zu machen. Das gewonnen Raubgut bot einen finanziellen Rückhalt. Außerdem ermöglichte es auch den Bau zahlreicher romanischer Kirchen. Im Vall de Boi befindet sich die schönste und größte Ansammlung der fast 1000 Jahre alten Kirchen. Oft liegen sie in wenigen Kilometern Entfernung.

Heute sind die Pyrenäen eher eine Abwanderungsregion. Allein der Tourismus bringt eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung.

 

Querung der Pyrenäen auf dem Jakobsweg

Wir überqueren die Pyrenäen auf der Via Tolosana über den Somport-Pass. Der Col du Somport / Puerto de Somport (Höhe 1640 m) ist einer der ältesten Pyrenäenübergänge. Er liegt am westlichen Ende der Zentralpyrenäen. Sein Name ist die abgeschliffene Form von lateinischen summus portus = höchster (Pyrenäen-)Übergang, was er tatsächlich jahrhundertelang war. Er war schon immer für den Jakobsweg ein wichtiger Übergang. Kurz unterhalb des Passes finden sich noch die Ruinen des alten Pilgerhospitals Santa Cristina de Somport aus dem 11. Jahrhundert.

Wenn man auf den anderen Jakobswegen aus Frankreich (Via Podiensis von Le Puy en Velay, Via Turonensis von Paris, Via Lemovicensis von Vezelay) unterwegs ist, dann überquert man die Pyrenäen in der Regel über den Ibañetapass von St. Jean Pied de Port nach Roncevalles. Dort trifft man dann auf den Camino Frances nach Santiago de Compostela.

 

Wer Tucholsky mag, dem empfehle ich das Buch „Ein Pyrenäenbuch“. Die Aufzeichnungen sind lebendige und humorvolle Impressionen seiner Begegnungen und Erlebnisse und geistreiche und kritische Reflexionen über Alltagssituationen zur damaligen Zeit, die auch heute noch zum Nachdenken anregen. Interessant ist auch, dass Tucholsky damals wegen dieses Buches von völkischen Kreisen als „Franzosenliebling“ und „Undeutscher“ bezeichnet wurde!

Vielleicht gefällt Ihnen ja auch das Buch von Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym, Zürich 2001.

 

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Die Jakobswege und Regionen in Spaniens

Die Jakobswege und Regionen in Spanien

Hier sind die Jakobswege in Spanien mit ihrer Länge eingezeichnet. Man kann die langen Weg natürlich auch in Etappen gehen. Wir haben zum Beispiel die Via de la Plata aus Zeitgründen in drei Etappen eingeteilt: Sevilla bis Caceres, Caceres bis Zamora, Zamora bis Santiago de Compostela. Da das Eisenbahn- und Busnetz in Spanien sehr gut ausgebaut ist, kommt man auch  leicht wieder zum jeweiligen Ausgangspunkt

https://jakobsweg-lebensweg.de/jakobsweg-laenge/
https://jakobsweg-kuestenweg.com/laenge/spanien/

Als autonome Gemeinschaften werden 17 Gebietskörperschaften bezeichnet, die die Regionen Spaniens verkörpern

https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien#/media/Datei:Gemeinden_Spanien_2023.png
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Gold in Asturien und die spektakulären Las Médulas

Gold in Asturien und die spektakulären Las Médulas

Das Gebiet Hispania Tarraconensis wurde von Kaiser Augustus erobert. Die Römer befestigten die Region und waren vor allem an den Goldvorkommen in Asturien interessiert. So fanden sie z.B. bei Tineo im heutigen Gemeindeteil Navelgas Gold, das sie abbauten und zum Prägen von Münzen nutzten. Bis heute gilt der Ort als asturische Gold-Hauptstadt und besitzt ein Museum, das dem Gold gewidmet ist.

Der spektakulärste Ort aber, der das Erbe des römischen Goldabbaus dokumentiert, ist Las Medulas.

Die rötlichen Felsen und spitzen Gesteinsgebirge um die Las Médulas wirken wie von der Natur gebildet, sie sind aber in Wahrheit von Menschenhand geschaffen. Es bietet sich ein faszinierendes Panorama, aber eigentlich ist es ein Werk der Umweltzerstörung in römischen Zeiten. Die Mine Las Medulas zählt nämlich zu den altrömischen Minen in dieser Gegend und befindet sich im nordwestlichen Teil des Landes in Leon Kastilien in der Nähe von Ponferrada.

Schon vor der römischen Eroberung gewannen die Ureinwohner hier Gold. Die Historiker haben festgestellt, dass der Abbau der Mine noch im ersten Jahrhundert v.u.Z. begann und mehr als 300 Jahre dauerte. Die großtechnische Produktion begann aber erst in der zweiten Hälfte des 1. Jh. n.Chr.. Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia 70 n.Ch. über den Abbau und die Gefahren, die damit verbunden waren. Es handelt sich um eine hervorragende Technik und gleichzeitig um eine unmenschliche Aufgabe der Arbeiter.

Die hier verwendete Bergbautechnik hat die bezeichneten Titel „Ruina Montium“ (Zerstöre die Berge). Sie baut auf der zerstörerischen Kraft des Wassers auf. Um diese zu nutzen, wurde ein weitreichendes hydraulisches Netzwerk geschaffen. So wurde Wasser über eine Entfernung von über 100 Kilometer aus der Sierra de la Cabrera geleitet und in Staubecken gesammelt.

Gleichzeitig wurden sehr steile Tunnel und Schächte in den Fels getrieben, die auch miteinander verbunden wurden, so dass ein Netz von Kanälen den Berg durchzogen. Die Tunnel im Felsen brachten es in ihrer Gesamtheit auf etwa 100 Kilometer Länge. Dann wurden die Dämme der Stauseen geöffnet, so dass das Wasser durch die Tunnel schoss. Das Wasser hatte dann der Maßen viel Kraft, dass es den Fels regelrecht sprengte. Das Gold wurde dadurch aus dem Stein herausgelöst und mit nach draußen geschwemmt und in Sammelbecken geleitet. Über Wasserkanäle in Form von Holztreppen wurde das Gemisch aus Wasser und Gestein sortiert, bis nur noch das schwerste Element, das Gold, übrig blieb.

Knapp 100 Millionen Kubikmeter Erdreiche sollen so in knapp 2 Jh. gesprengt und weggespült worden sein. Unter Berücksichtigung der verbrauchten Wassermenge, der Länge und der Anzahl der Abzweigungen seiner Kanäle kann man das hydraulische System von Las Médulas als das spektakulärste bekannte System bezeichnen. Geblieben ist eine zerklüftete Landschaft von rund 20 Quadratkilometer Größe.

Plinus der Ältere behauptete, dass dort jedes Jahr fast 20.000 römische Pfund Gold gefördert wurden. Das bedeutet, dass ungefähr 1.635 t in der ganzen Zeit zu Tage gefördert wurden. 60.000 Arbeiter waren im Rahmen der Ausbeutung beschäftigt. Dabei handelte es sich um römische Sklaven und mehrere zehntausend Arbeiter aus Asturien. Viele sahen bei ihrer Arbeit unter Tage Monate lang kein Sonnenlicht. Viele Menschen ließen dabei ihr Leben, denn die Arbeit im Berg war auch deshalb sehr gefährlich, weil die Tunnel jederzeit einstürzen konnten. Man hat mehrere keltiberischen Fluchtsiedlungen ausgegraben, die in der Römerzeit wohl als “Werkssiedlungen” verwendet wurden. Selbst die Edelkastanien der Zone sind ein römisches Relikt, man pflanzte sie, um die Sklaven damit billig ernähren zu können.

Der massive Bergbau in Las Médulas und anderen römischen Stätten hatte erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt . Eisbohrkerndaten aus Grönland deuten darauf hin, dass die mineralische Luftverschmutzung in Spanien während der Römerzeit ihren Höhepunkt erreichte. Die atmosphärischen Bleiwerte aus dieser Zeit wurden erst wieder etwa 1.700 Jahre später mit derIndustriellen Revolution erreicht.

Die Aufnahme von Las Médulas als Weltkulturerbe 1997 war daher u.a. aus solchen Gründen umstritten. 

Las Medulas liegen nicht direkt auf dem Jakobsweg, aber wer genug Zeit, kann hier sicher etwas Einzigartiges besichtigen.

Eine der Galerien in den Las Medulas
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Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

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Hórreros sind traditionelle Speicherbauten für Feldfrüchte (z.B. Mais), wie sie vornehmlich in Nordportugal und Nordspanien zu finden sind. Die kleinen Hórreros (auf unserem Weg meist in Galicien) wurden meist nur von ein oder zwei Familien genutzt, die längeren bzw. größeren (auf unserem Weg meist in Asturien) waren in der Regel dörfliche Gemeinschaftsspeicher.

 

Konstruktion

Hórreos  sind frei stehend und aus Holz oder Stein erbaut; das Charakteristische an ihnen ist der in der Regel ca. 80 bis 120 cm hohe Unterbau: auf zumeist steinernen Pfeilern liegen große Steinscheiben, auf denen dann der eigentliche – meist in Holzbauweise errichtete – Speicher aufliegt. Dieser kann – wie in Asturien – einen quadratischen oder – wie in Galicien und Leon – einen lang gestreckten rechteckigen Grundriss haben; die Wände und Türen sind mit Luftschlitzen versehen. Die ältesten noch erhaltenen Speicher stammen aus dem 16. Jahrhundert; der größte  – mit 35 m Länge – befindet sich in der Gemeinde Carnota im Nordwesten Galiciens.

Hintergrund für diese Bauweise sind die klimatischen Bedingungen im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Regenmengen von bis zu 2000 mm/Jahr sind in Galicien nicht selten; die daraus resultierende hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Vorräte bei schlechter Durchlüftung verrotten. Gleichzeitig dürfen aber keine Schädlinge (Mäuse, Ratten, Vögel) durch die notwendigen Lüftungsöffnungen eindringen. Diese sind klein genug angelegt, um die Kleintiere vom Lagergut fernzuhalten. Die Steinplatten bilden einen Überhang, der von den am Boden lebenden Nagern kaum zu überwinden ist. Das Dach kann aus Ziegelsteinen, Schiefer oder Stroh bestehen. Um den ganzen Bau zu nivellieren, werden unter den Pfeilern Steinplatten oder pilpayos eingeschoben.

In die Getreidekammer gelangt man über eine außen befindliche Steintreppe, den patín. Die Panera ist eine asturische Erweiterung des Hórreo, hat eine große Grundfläche, und hat eine umlaufende, überdachte Veranda. Diese Bauweise kam auf, als sich in Asturien der Anbau vonMais verbreitet und es somit reichliche Ernte gab, die aufbewahrt werden mußte. Verwendet wird sowohl Eichen als auch Kastanienholz. Als Nebengebäude des Hauses kann der Hórreo auf dem freien Gelände desselben oder in kleinen Gruppen auf beiden Seiten des Weges stehen. Oder man findet sie auch im Dorfzentrum. Manchmal teilen sich mehrere Personen einen Hórreo, und er kann dann verschiedene Eingangstüren haben.
Seitdem der Hórreo in Asturien im 14. Jahrhundert aufgekommen ist, hat er eigentlich nur kleine Veränderungen erfahren. Der asturische Hórreo ist auch das beste Beispiel für die vielfachen Holzkonstruktionen der asturischen Volksarchitektur. Ihre Verzierungen – Kreuze oder auch Figuren – sind ein spannendes Zeugnis der Vergangenheit und sollten die negativen Einflüsse von den gelagerten Waren fern halten.

Übrigens -Auch in anderen Ländern gibt diese Art der Volksarchitektur, so zum Beispiel in Rumänien, Slowenien, in der Schweiz, in Schweden und sogar in Japan.

Heutige Bedeutung

Die Hórreos sind heute als Speicher kaum noch im Gebrauch, werden aber zumeist gepflegt und erhalten, da sie für die Bevölkerung der genannten Regionen wichtige Kulturgüter darstellen und auch als touristische Attraktionen dienen. Ästhetisch sind sie reizvoll, weil sie jeden Garten, jede Wiese, jedes Dorf schöner aussehen lassen, funktional sind sie heute u.a. von Bedeutung, weil sie in Laufe der Zeit Ersatzfunktionen übernehmen konnten. Allein in Asturien soll es heute noch etwa 18.000 solcher Speicher geben. Ein Teil der größeren Hórreos wurden dabei als Wohnungen oder Ferienwohnung umgebaut.

 

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