Wenn man auf den verschiedenen Pilgerwegen wandert, trifft man immer wieder auf eine Vielzahl von bemerkenswerten Steinkreuzen. Sie stehen an Kreuzungen, Plätzen, Straßenrändern und vor Kirchen und Kapellen. Besonders schön gestaltet und auffallend sind die Steinkreuze in Galicien, wo es zwischen 10.000 und 15.000 sogenannte Cruceiros geben soll.
Sie sind im Gegensatz zu den einfacheren Steinkreuzen größer und künstlerisch geformt.
Wie sieht so ein typisches Steinkreuz/Cruceiro aus?
Häufig steht der Sockel auf einer Plattform mit Stufen. Oft findet man hier auch eine Inschrift, die Auskunft gibt über den Auftragsteller oder den Zeitpunkt. So wollten die Spender für sich und ihre Angehörigen göttlichen Ablass erbitten. Auf dem Sockel steht die Säule, die teilweise verziert ist und darauf befindet sich das Kreuz. Dieses Kreuz ist – im Gegensatz zu vielen einfachen Kreuzen – beidseitig gestaltet. Auf der zum Hauptweg weisenden Seite befindet sich das Bild des gekreuzigten Christus und auf der gegenüberliegenden Seite eines der Jungfrau Maria oder eines Heiligen. Neben einzelnen Säulen gibt es auch Kompositionen von mehreren Säulen mit Figuren oder komplexen Szenen.
Die Funktionen der Steinkreuze sind vielfältig. Viele Steinkreuze wurden zur Heiligsprechung heidnischer Kultstätten verwendet. So wurden sie z.T. auf Menhiren oder römischen Meilensteinen aufgestellt. Außerdem markierten sie territoriale Grenzen und sollten Feldfrüchte und Vieh schützen. Den Pilgern dienen die am Rand der Wege stehenden Steinkreuze als Orientierung und als Platz, an dem man einmal innehalten kann.
Die ältesten Cruceiros stammen aus dem 14. Jh., es sind also gotische Kreuze. Sie breiten sich dann ab dem 16. Jh. weiter stark aus.