Die Eibe – ein Baum voller Magie

Camino del Norte / Camino Primitivo

Beschreibung

Die Eibe gilt als die älteste Baumart Europas. Schon vor 200 Millionen Jahren war der triassische Vorläufer der Gattung Taxus weit verbreitet. Die Europäische Eibe (Taxus baccata) entstand vor etwa 15 Millionen Jahren. Die langsam wachsende Eibe wurde einst als heiliger Baum verehrt.

Biologisch ist die Eibe ein immergrünes Nadelholz. Sie altert extrem langsam, ihr Holz ist langlebig, widerstandsfähig und gleichzeitig biegsam. Der immergrüne Baum kann mehrere tausend Jahre alt werden. Samen, Rinde und Nadelwerk der Eibe sind außerordentlich giftig. Alle Teile der Eibe (ausgenommen der Samenmantel) enthalten das giftige Taxin sowie die ebenfalls giftigen Stoffe Myricylalkohol und Taxicatin. Beim Menschen führt schon eine geringe Menge zu Atemlähmung und Herzversagen. Nur das Fruchtfleisch der leuchtend roten Beeren ist genießbar. Die Eibe ist bei uns selten geworden. Vom Altertum bis ins Mittelalter hat der Mensch einerseits dem wertvollen Holz dieser Baumart nachgestellt, u.a. um aus dem biegsamen aber harten Holz Pfeilbogen und Armbrust herzustellen. Anderseits wurde diese Baumart wegen der hohen Giftigkeit für Pferde durch Pferdehalter und Fuhrleute systematisch vernichtet. Und die Langsamkeit des Wachstums tut dann zusätzlich ihre Wirkung. Das seltene Holz ist heute sehr gesucht für Drechslerarbeiten, Möbelbau und für die Herstellung von Musikinstrumenten.

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=457198

Mystische Bedeutung

Um die Eibe – den sogenannten Baum des Lebens – ranken sich jede Mende mystische Geschichten und Aberglauben. Seit dem Altertum gilt sie als Baum des Todes und der Ewigkeit und ist deshalb oft auf Friedhöfen zu finden. Andere sagen, der Teufel soll sich vor dem Gewächs fürchten, so wurde die Eibe als Schutz für die Toten angebaut. Auch Zauberkräfte sagte man ihr nach, sie wurde als Schutz vor Hexen und bösen Geistern ums Haus herum gepflanzt. Die Eibe bedeutete auch ein Symbol für ewiges Leben und sie besitzt durch ihre toxischen Säfte die Macht über Leben und Tod.

In Asturien ist die Eibe schon seit vorchristlicher Zeit einer der wichtigsten mythologischen Bäume. Als Tejo, Texu, Tixu oder Teixo ist die Eibe in Asturien bekannt (engl. Yew Tree). Die Kraft heiliger Eibenhaine und einzelner alter Eibenbäume wurde in Asturien schon von den Menschen der Bronzezeit und der Steinzeit dazu genutzt, über den Geist der Bäume Kontakt mit dem Jenseitigen aufzunehmen. Die Eiben waren Symbol der Verbindung zu den Ahnen. Unter den Eiben traf der Ältestenrat wichtige Entscheidungen. 

Für die Kelten war die Eibe ein heiliger Baum. Man sagt, sie stand für das Ende des keltischen Jahresrades, für den letzten Tag vor der Wintersonnenwende, der Neugeburt des Lichts. Aus Eibenholz wurden die Wahrsage- und Zauberstäbe der keltischen Druiden geschnitten. Man erzählt sich, dass die asturische und galicische Landschaften Landschaften der Märchen und Fabeln, Hexen und Zauberer, unerwarteter Erscheinungen und verzauberter Wälder, herumirrender Geister und keltischer Nebel sind.

Später errichteten die Christen an alten heiligen heidnischen Orten oft Kapellen, Kirchen und Klöster. Deshalb sind Eiben auch heute noch in Asturien neben vielen Kapellen, Kirchen und an alten gemeinschaftlich genutzten Plätzen zu finden. Man sagt, wer Kraftorte in Asturien entdecken möchte, der folge der Eibe. Die größten Eibenbestände der iberischen Halbinsel und einer der ältesten Eibenbestände Europas sind in der Sierra del Sueve erhalten geblieben. Der Naturraum des Sueve ist an der Küste begrenzt durch die Orte Ribadesella und Villaviciosa. Im Landesinneren markieren die Flusstäler des Río Piloña und Río Sella das Gebiet.

Von Nasenbär - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons durch Kauk0r., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8869584

Wir finden die Eibe auf unserem Weg auf dem Camino Primitivo z.B.:

  • in Oviedo an der Kathedrale leider eine tote Eibe
  • in Vega bei Oviedo an der Einsiedelei Santa Ana
  • in Salas am Friedhof San Martin
  •  

Wer den Camino Primitivo in Villaviciosa startet oder hier auf dem Camino del Norte  vorbeikommt, der findet welche bei

  • San Martin de Valleslay
  • San Martin del Mar
  • Einsiedelei Santiago de Ballera
Von 4028mdk09 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7872044
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