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Geographisches Geographisches Via Podiensis

Armagnac – der ältere Bruder des Cognac

Armagnac – der ältere Bruder des Cognac

Via Podiensis

Geschichte und Herkunft

Auf der Via Podiensis kommen wir auch durch das Baise-Armagnac zur Stadt Condom, die auch häufig Condom-en-Armagnac genannt wird, und in der Region liegt, in der der berühmte Armagnac hergestellt wird.

Armagnac wird oft als kleiner Bruder der berühmteren Cognac bezeichnet. Allerdings reicht die Cognac-Herstellung nur in das 17. Jahrhundert zurück. Das Brennen von Armagnac hingegen wurde bereits 1461 urkundlich erwähnt, als im Gebiet des heutigen Département Landes eine Brennerei seine Erzeugung genehmigt wurde. Ab 1909 ist der Armagnac als geschützte Herkunftsbezeichnung mit AOC (Appellation d´origine controlée) eingetragen.

Für diese frühe Kultur der Branntweinherstellung waren drei Kulturkreise verantwortlich: die Römer mit ihren Weinbaukenntnissen, die Gallier mit ihrer Handwerkskunst der Fassherstellung und die Mauren mit der Destillationstechnik. Zu dieser Zeit wurde Armagnac noch als Medizin verwendet und hauptsächlich schmerzlindernd und desinfizierend eingesetzt. Der Name des Weinbrands leitet sich von seiner Ursprungsregion ab, der alten Grafschaft Armagnac.

Das Anbaugebiet für Weintrauben, die zur Armagnac-Produktion genutzt werden, ist auf rund 15.000 Hektar begrenzt. Es umfasst Teile der Departements Gers, Landes und Lot-et-Garonne. Das Gebiet wird dabei in drei weitere Bereiche unterteilt, anhand derer die Lage der Weinberge bezeichnet wird:

  • Bas-Armagnac (niedriges Armagnac)
  • Haut-Armagnac (hohes Armagnac)
  • Armagnac-Ténarèze
https://gentlemans-attitude.de/genuss/armagnac/

Herstellung und Kategorien

Der Wein wird in kupfernen, geschlossenen Brennblasen durch einen einzigen Brennvorgang destilliert. Hierin besteht der Unterschied zum Cognac, der nach der Methode der Destillation Charentaise zweimal in aufeinanderfolgenden Durchgängen gebrannt wird.

Bei der Méthode Armagnac werden dagegen Rohbrand und Feinbrand in einem einzigen Brennprozess kombiniert. 

Die Lagerung erfolgt in Fässern mit 225 bis 420 Liter Inhalt, die aus der typischen Gascogner Schwarzen Eiche hergestellt werden. Für die Fertigung der Holzfässer aus der Steineiche der Gascogne wird das Holz sechs Jahre lang gelagert, bevor es verarbeitet wird. Im Gegensatz zu den oft uralten Cognac-Fässern, die immer wieder neu eingesetzt werden, benutzt man für den Armagnac für jede Ernte neue Fässer. Dieses Holz verleiht dem Branntwein sein unverwechselbares Bukett und seine typische Bernsteinfarbe.

Sobald der Armagnac das richtige Alter – mindestens ein Jahr, in der Regel sechs bis acht Jahre – erreicht hat, wird er in die traditionelle bauchige Flasche mit dem langen Hals – ähnlich einem fränkischen Bocksbeutel – abgefüllt.

Beim Armagnac ist seit 2010 die Einteilung in vier Kategorien gebräuchlich:

(1) V.S./*** (Very Special/trois étoiles, drei Sterne),

(2) V.S.O.P (Very superior old pale),

(3) X.O./Hors d’Âge (Extra Old/extra alt) sowie

(4) Millésime.

Armagnacs der Kategorie (1) sind am jüngsten und mindestens ein Jahr lang im Eichenfass gereift, die Klasse (2) verspricht mindestens vier Jahre, die Klasse (3) mindestens 10 Jahre Reifung. Bei Blends (Verschnitten) wird die Kategorie anhand des jüngsten enthaltenen Bestandteils des fertigen Armagnacs bestimmt. Die Bezeichnung Millésine kennzeichnet hingegen, dass der Armagnac aus Weinen eines einzigen Jahrgangs gebrannt wurde, was aber relativ selten vorkommt.

Von <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Jibi44" title="User:Jibi44">Jibi44</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

Prestigeproblem

Die hohe Qualität, die handwerklich einwandfreie Herstellung, die strenge Reglementierung, der Export in immerhin 132 Länder und die im Gegensatz zu Cognac deutlich geringere Produktionsmenge würden den Armagnac eigentlich zu einem begehrten Luxusprodukt prädestinieren, tatsächlich aber leidet er seit den Nachkriegsjahren unter deutlichen Prestigeproblemen. Damals war er besonders begehrt und verzeichnete eine extrem hohe Nachfrage, was schließlich zu einem Verfall der Qualität, zu einem Ruin des Images und im Bewusstsein der Verbraucher dazu führte, Armagnac als kleinen oder schlechteren Cognac anzusehen – eine Ansicht, die teilweise noch heute vorherrscht.

 

Wie trinkt man ihn am besten?

  1. Als Digestif am Ende einer Mahlzeit

Die alten Armagnacs werden meistens als Verdauungsschnaps nach einer Mahlzeit pur getrunken.
Es wird empfohlen, ihn bei Raumtemperatur zu trinken, vorzugsweise aus einem kleinen Glas (6 bis 9 cl), das nach oben hin leicht geschlossen ist, damit sich die Aromen unten im Glas konzentrieren. Sie können das Glas auch in der Hand wärmen, damit sich die Aromen voll entfalten.

  1. Frappé

Die weißen Armagnacs oder Hauts-Armagnacs können wie alle weißen Schnäpse pur getrunken werden: Stellen Sie die Flasche vor dem Servieren kurz in den Kühlschrank oder servieren Sie ihn im Glas „on the rocks‟ (mit Eiswürfeln).

  1. Als Longdrink

Man kann die Armagnacs auch als Longdring trinken. Dazu werden sie mit stillem oder kohlensäurehaltigem Wasser, einem Softdrink oder Fruchtsaft zum Cocktail verlängert.

 

  1. Was ich schon von meinen Eltern kannte und auch selber liebe ist „Pflaumen in Armagnac“. Hmm welch ein Genuss! Man kann ihn auch selber machen:

2 Kilo Pflaumen waschen, entsteinen und vierteln, mit 400 Gramm Kandis in einem Glas schichten und mit einer Flasche Armagnac übergießen und verschließen. Mindestens 8 Wochen durchziehen lassen, als Likör anbieten—-aber viel besser: nach einem deftigen Essen über Walnußeis servieren.

 

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Aufstieg und Fall der Templer: ein Mythos, der nicht sterben will

Aufstieg und Fall der Templer: ein Mythos, der nicht sterben will

Die meisten von uns kennen die Templer u.a. durch den Bestseller „Sakrileg“ von Dan Brown. Das Buch hat aber ehrlicherweise fast nichts mit der realen Geschichte der Templer zu tun. Außerdem spinnen sich auch einige Legenden und Verschwörungstheorien ohne stichhaltige Beweise um die Templer. Hier werden der Symbolismus, die Regeln und die Überzeugungen der Templer zweckentfremdet, um eigene moderne Ziele zu verfolgen.

Sie symbolisieren wohl etwas Exotisches, Sonderbares und Mysteriöses, das uns heute sowohl fremd als auch verlockend erscheint.

Daher ist es sinnvoll, hier eine kurze Geschichte der Templer zusammenzustellen.

Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon

Wer waren die Templer oder genauer die „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“?

 Nach dem Ersten Kreuzzug, als die muslimische Besatzung Jerusalems von der christlichen abgelöst wurde, gab es viele Pilger und Siedler, die in die Stadt zogen. Aber viele wurden auf dem Weg von Banditen überfallen und getötet. In Tagebüchern finden sich Beschreibungen von Leichen, die sich entlang der Straßen türmten, wo sie von Räubern überfallen und ermordet wurden. Um 1119 beschloss deshalb eine Gruppe von Rittern aus der Champagne eine Schutztruppe für Pilger zu gründen. Im Jahre 1125 erlebte der Orden den ersten Aufschwung durch den Beitritt des Grafen Hugo I. von Champagne, der ein Freund des Abtes Bernhard von Clairvaux gewesen war. Bernhard war Abt war ein bekannter Kreuzzugprediger und Kirchenlehrer. Er gilt als einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens, für dessen Ausbreitung über ganz Europa er verantwortlich war. Nach anfänglicher Skepsis setzte er sich ab 1129 wortgewaltig für die Unterstützung des Templerordens ein, was für die Akzeptanz des Templerordens von großer Wichtigkeit war.

Die militärische Ausrichtung, die den Orden von Beginn an bestimmte, unterschied ihn von den beiden anderen religiösen Rittergemeinschaften des 12. Jahrhunderts, dem Johanniterorden und dem Deutschen Orden. Der Templerorden entwickelte sich zu einer elitären, paramilitärischen Einheit in den Armeen der Kreuzzüge. Wichtig war, dass er vom Papst bestätigt wurde.  Auf dem Konzil in Troyes wurden ihnen aber 1128 strenge Regeln auferlegt, die Bernhard von Clairvaux entworfen hatte und die den Klosterregeln der Zisterzienser nachgebildet waren.

Die Tempelritter wurden von einem Großmeister angeführt, unter diesem bestanden drei Rangfolgen: Ritter, Kapläne und dienende Brüder. Nur die Ritter durften die Ordenstracht, einen weißen Mantel mit achtspitzigem rotem Kreuz auf der linken Brustseite, tragen.

Die Ritter unterwarfen sich den drei großen Prinzipien des Mönchtums: Keuschheit, Armut und Gehorsam. Doch ihren Weg zu Gott wollten sie nicht in der friedlichen Abgeschiedenheit eines Klosters suchen, sondern auf dem Schlachtfeld.

Am 29. März 1139 wurde die Organisation der Templer von Papst Innozenz II. durch die Bulle „Omne datum optimum“ erneut bestätigt und der Orden wurde direkt dem Papst unterstellt. Dadurch bildete er faktisch einen Staat im Staat und war für weltliche Herrscher nahezu unantastbar. Die Templer waren der erste Orden dieser Art, der dann zum Vorbild für weitere Ordensgründungen wurde.

Auch wenn man bei den Templern von Mönchrittern sprach, waren die Mitglieder wie bereits gesagt weniger Mönche, obwohl sie ein mönchähnliches Leben führten, sondern mehr Ritter und Kämpfer. Zunächst waren sie besonders für die Sicherheit der Pilger zuständig, entwickelten sich aber dann zu einer wichtigen militärischen Macht während der Kreuzzüge.

 

Die Templer als wirtschaftliche Macht 

Schon in frühen Jahren erhielten sie zahlreiche materielle und finanzielle Spenden von Christen, die sich so Pluspunkte für ihr Seelenheil erhofften. Teilweise wurden den Templern ganze Güter vermacht. So bauten sie mit der Zeit ein Netzwerk aus Land- und Grundbesitz in Irland, England und Frankreich und in den Königreichen Spanien, Portugal, Italien, Ungarn, Deutschland und Zypern auf. Etwa 15.000 Ordensmitglieder verwalteten um die 9000 über ganz Europa verstreute Besitzungen (von denen nur ein geringer Teil eigenständige Komtureien/Niederlassungen waren). Die Besitzungen wurden streng ökonomisch verwaltet und sollten einen möglich hohen Gewinn erbringen. Außerdem waren die Templer nicht nur von der Steuer befreit, sondern durften selbst Steuern erheben. Der Orden häufte so mit der Zeit einen immensen Reichtum an Geld und Besitz an.

Zudem funktionierte der Orden auch als eine Art Kreditinstitut, indem er u.a. dem englischen und französischen König Geld verlieh – gegen Zinsen, was zwar verboten war, aber stillschweigend hingenommen wurde. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts machten die Templer Geldanleihen dann zu einer regulären geschäftlichen Betätigung und wurden zu einer europaweiten Finanzmacht. Sie unterstützten z.B. finanziell die Könige bei den Kreuzzügen, wenn diesen das Geld ausging.

Sie erfanden auch eine eigene Art der Kreditbriefe (Vorläufer der heutigen Reiseschecks). Wer einen Betrag in einer ihrer vielen Komtureien in Europa einzahlte, konnte man z.B. die gefährliche Reise ins Heilige Land bargeldlos antreten. Der Reisende konnte mit der entsprechenden Quittung unterwegs in den Besitzungen der Templer jederzeit Geld abheben. So war er davor geschützt, bei einem Überfall sein ganzes Geld zu verlieren.

Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon

Untergang der Templer

1291 gingen die Gebiete der Kreuzfahrer im Heiligen Land verloren und die Templer wurden aus dem Land geworfen. Sie mussten sich umorientieren, aber der französische König wollte die Templer aufgrund ihrer großen finanziellen Macht ganz vernichten. So wurden die Templer 1305 schwerer Vergehen bezichtigt – von Ketzerei, Götzenanbetung und sogar Sodomie war die Rede. Am 14. Oktober 1307 wurden sämtliche Templer verhaftet auch mit Unterstützung des Papstes. Sie wurden gefoltert und ihnen wurde z.T. über Jahre der Prozess gemacht.

Allerdings war lange Zeit nicht bekannt, dass Papst Clemens V. den Templern im Jahr 1308 die Absolution erteilt hatte, nachdem sich diese für allerlei Missstände in ihrem Orden entschuldigt hatten. Zugleich nahm er sie wieder in die Kirchengemeinschaft auf. Damit stand fest, dass die Templer keine Ketzer waren und der Pontifex den Orden, der ihm allein unterstellt war, reformieren und erhalten wollte. Der gesundheitlich angeschlagene Clemens V. residierte seinerzeit in Avignon. So war er aber dem Druck des mächtigen französischen Königs Philipp des Schönen ausgesetzt, der die Templer vernichten wollte und eine Verleumdungskampagne gegen den Ritterorden entfesselt hatte. Daher wagte es der Papst nicht, sein Urteil zu veröffentlichen.

So wurden die Templer auf Betreiben Philipp des Schönen weiterverfolgt, eingekerkert und gefoltert. Philipp dem Schönen ging es darum, das Vermögen der Templer an sich zu reißen und die Kirche durch die Zerschlagung des Ordens zu schwächen. Auch konnte er sich so einer drückenden Geldschuld entledigen, die er bei den Templern hatte. Über 1000 Ordensniederlassungen fielen an die Krone. 1312 wurde der Orden endgültig aufgelöst und der Großmeister Jacques de Molay auf der Île de la Cité in Paris lebendig verbrannt. Nachdem es keinen Orden mehr gab, war kein Prozess mehr möglich; es blieb bei Ermittlungsverfahren. Die verbleibenden Templer kamen bei anderen Orden unter.

Die Besitzungen der Templer gingen aber nur teilweise an die Krone. Denn der Papst machte einen Strich durch die Rechnung Philipps des Schönen. Clemens übertrug Güter der Ordensgemeinschaft offiziell an die Johanniter/Hospitaliter, die als Brüder der Templer im Geiste ihre Arbeit bis 1789 fortführten. In Spanien knüpfte der spanische Ritterorden von Montesa unmittelbar nach der Auflösung des Templerordens an dessen Geschichte an. Der Orden von Montesa wurde 1316 von Jakob II. von Aragón gegründet und mit den Gütern des Templerordens ausgestattet. Dieser Orden wurde zunächst hauptsächlich zu dem Zweck gegründet, den Templern Unterschlupf zu bieten.

Es gibt noch eine vollständige Burg des alten Templerordens in Europa – die Burg von Ponferrada in Spanien-, alle anderen wurden zwischenzeitlich zerstört. Allerdings finden sich sowohl in Frankreich als auch in Spanien noch zahlreiche Türme und Burgruinen.

 

Von de:Benutzer:Dietmar_Gikjohann at http://de.wikipedia.org/ - photo by de:Benutzer:Dietmar_Gikjohann, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1694223 Templerburg Ponferrada am Jakobsweg in Spanien
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Historisches Historisches Via Podiensis

Die Pons Valentré in Cahors – eine der schönsten befestigten Brücken des Mittelalters

Die Pons Valentré in Cahors – eine der schönsten befestigten Brücken des Mittelalters

Via Podiensis

Der Pont Valentré (okzitanisch Pont de Balandras) ist eine Brücke, die den Fluss Lot im Westen von Cahors überquert. Mit ihren drei befestigten Türmen, den sechs Bögen und den mit spitzen Bastionen bewehrten Pfeilern bildet sie ein außergewöhnliches Beispiel eines mittelalterlichen Verteidigungsbauwerkes.

 

Cahors liegt auf einer Halbinsel in einer engen Flussschleife des Lot, der die Stadt im Westen, Süden und Osten umgibt. Von den drei Brücken, die den Zugang zur Stadt im Mittelalter schützten, steht heute nur noch der Pont Valentré. Die Brücke wurde in der Zeit der englisch-französischen Kriege erbaut und ist eines der wenigen Beispiele von Militärarchitektur aus dieser Epoche, die heute noch existieren. Sie wird als eine der schönsten befestigten Brücken des Mittelalters angesehen. (s. auch Artikel „Der Hundertjährige Krieg“)

https://de.wikipedia.org/wiki/Pont_Valentr%C3%A9#/media/Datei:Pont_Valentr%C3%A9_23078.jpg

Beschreibung

Die geschwungene Brücke erreicht mit ihren sechs gotischen Spitzbögen von durchschnittlich je 16,50 Metern Breite eine Länge von 138 Metern. Zusammen mit zwei weiteren schmalen Bögen, die sich über den Ufern erheben, ist sie 172 Meter lang. Die fünf im Wasser stehenden, 6 Meter breiten Pfeiler besitzen mit Zinnen bewehrte dreieckige Vorsprünge. Die Fahrbahn hat eine Breite von 6 Metern. Drei quadratische Türme versperren den Weg und erheben sich 40 Meter über dem Wasser, die Straße führt durch spitzbogige Durchfahrten in ihren Füßen. Diese konnten mit Fallgattern und Toren versperrt werden, so dass keine Schiffe hindurchfahren konnten. Die Türme sind ebenfalls mit Zinnen sowie Reihen von Wurf- und Gussöffnungen versehen. Schießscharten in Form eines Doppelkreuzes dienten der Aufstellung von Bogenschützen. Der Zugang zum ersten Obergeschoss der Brückentürme erfolgt über zinnenbewehrte Steintreppen, die übrigen sind innen über hölzerne Treppen erreichbar.

Zwei Barbarkane (bei mittelalterlichen Befestigungswerken ein dem Festungstor vorgelagertes Außenwerk) schützten den Zugang, jedoch ist nur die auf der östlichen Seite erhalten. Die äußere westliche Torburg wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Sie reichte bis an die Felsabhänge der anschließenden Hügel, der Zugang erfolgte durch ein Tor auf der Südseite. In ihr war eine der Jungfrau Maria geweihte Kapelle untergebracht.

Von Peter Gugerell - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3171706

Geschichte

Möglich wurde die Brücke durch das starke Selbstbewusstsein seiner aufstrebenden Bürgerschaft. Im Spätmittelalter wählten die sogenannten „Caorsins”,

lombardische Bankiers,reiche Kaufleute  und Händler die Stadt Cahors als ihren Stützpunkt in Südfrankreich. Indem sie sich über kirchliche Verbote hinwegsetzten, bescherten sie der Stadt unermesslichen Reichtum. Ihre Macht im 13. und 14. Jh. ist auch heute noch an den reichen Hausfassaden der Hauptachsen der Altstadt erkennbar. Die zuvor tonangebenden Bischöfe wurden von den Konsuln als neue Stadtherren abgelöst.

Die Stadtväter wollten ihre Reichtümer besser absichern. Jacques Arnaud Duèze, Sohn eines einheimischen Bankiers und Bischof von Fréjus (der spätere Papst Johannes XXII.)  überredete am 17. Juni 1308 die Stadtväter, eine wehrhafte Brücke über den Fluss zu schlagen. Ihre Aufgabe sollte die einer Festung sein und Cahors gegen Angriffe aus südlicher Richtung absichern. 1308 begann man mit dem Bau. Erst 1355 konnten Pilger und Kaufleute die Brücke über den an dieser Stelle 138 Meter breiten Lot erstmals passieren. Der Bau wurde frühestens 1378 vollendet. Zwischen 1867 – 1879 wurde die Brücke saniert und renoviert.

Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=905852

Mit der Festung wollte man sich auch gegen Angriff der beiden Kriegsparteien des Hundertjährigen Krieges, den Engländern und Franzosen, zur Wehr setzen. Allerdings hat keine Partei die Stadt je angegriffen. Und doch wurde sie zum Spielball der Mächte. Denn im Friedenvertrag von Brétigny 1360 überließen die Franzosen den Engländern die Gascogne, das Limousine und Calais und verzichteten auf die Souveränität über die Gebiete. Als Gegenleistung verzichtete der englische König Eduard III. auf den französischen Thron. Da aber beide Seiten den Vertrag nicht bestätigten, setzte sich der Krieg 1369 wieder fort. Cahors kam erst 1428 wieder an Frankreich. Sein Reichtum war dann allerdings dahin.

 

Von © MathieuMD / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23539634

Legende

Entnervt von dem langsamen Fortgang der Arbeiten schloss der Baumeister einen Pakt mit dem Teufel. Dieser sollte seine gesamten Fähigkeiten in den Dienst des Baus stellen. Befolgte er alle ihm gegebenen Befehle, würde der Baumeister ihm seine Seele verschreiben. Die Brücke wuchs schnell empor, und mit dem Ende der Arbeiten nahte die Zeit für die Bezahlung. Um seine Seele zu retten und nicht die Ewigkeit in den Feuern der Hölle verbringen zu müssen, forderte der Meister den Teufel auf, für den letzten Mörtel mit einem Sieb Wasser für die Arbeiter zu holen.

Natürlich war der Teufel dazu nicht in der Lage und konnte so seinen Vertrag nicht erfüllen. Er beschloss, sich zu rächen und erschien nun jede Nacht, um den Schlussstein aus dem mittleren Turm, der auch Teufelsturm genannt wird, herauszubrechen, sodass die Maurer ihn am nächsten Tag immer wieder ersetzen mussten.Im Zuge von Restaurierungsarbeiten an der Brücke fügte der Architekt Paul Gout 1879 in dieser Lücke einen behauenen Stein ein., um an die alte Legende zu erinnern. Dieser Stein zeigt den Dämon, wie er vergeblich versucht, den Stein herauszureißen – seine Klauen bleiben im Zement stecken.

 

Auf dem Jakobsweg führt unser Weg über die Brücke und hinauf auf die Kalkhochfläche der Quercy Blanc. Es ist ein steiler Aufstieg über viele Stufen und steile Wege. Von oben hat man allerdings noch einmal einen grandiosen Blick auf die Altstadt von Cahors und die Brücke von Valentré.

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Geographisches Geographisches Via Podiensis

Jakobswege in Frankreich – Pèlerinages de Saint-Jaques de Compostelle

Jakobswege in Frankreich – Pèlerinages de Saint-Jaques de Compostelle

Als Wege der Jakobspilger gelten in Frankreich lediglich die vier Hauptwege,

  • Via Turonensis
  • Via Lemovicensis
  • Via Podiensis
  • Via Tolosana

die bereits im 12. Jh. im Pilgerführer Erwähnung gefunden haben.

 

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ways_of_St._James_in_Europe.png

Die Via Turonensis, benannt nach der Stadt Tours, ist der nördlichste und längste der vier historischen Jakobswege in Frankreich. Ursprünglich begann der Weg in Orléans, heute gilt Paris als Startpunkt. Der Verlauf entspricht weitgehend dem Fernwanderweg GR 655. Zwischen Paris und Tours gibt es zwei Varianten. Die östliche Route führt über Orléans, die westliche über Chartres.

Die Via Turonensis führt von Paris durch Orléans, Tours, Poitiers und Bordeaux nach Ostabat in der Nähe der spanischen Grenze. Hier vereingt sich die Via Turonensis mit den nördlicher verlaufenden Pilgerwegen Via Podiensis und Via Lemovicensis vereinigt.

 

Von GIRAUD Patrick - Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=949405 Orleans

Die Via Lemovicensis verläuft über Limoges, daher der Name, der Versammlungs- und Startort ist jedoch Vézelay mit seiner Abtei de la Madeleine.

Auf seinem ersten Stück hat dieser Jakobsweg zwei Varianten: die eine nördlich über La Charité-sur-Loire mit der Kirche Notre-DameBourges und Châteauroux, südlich die, die über NeversChâteaumeillant und die Stiftskirche von Neuvy-Saint-Sépulchre führt. Beide vereinigen sich in Gargilesse-Dampierre an der Creuse.

Von dort führt die Via Lemovicensis südwestlich über Saint-Léonard-de-Noblat, Limoges und Périgueux. Bei Sainte-Foy-la-Grande überquert sie die Dordogne, in La Réole die Gironde, und an der Abtei Saint-Sever die Adour. Im baskischen Ostabat trifft sie auf die Via Turonensis (von Paris kommend) und die Via Podiensis (von Le Puy-en-Velay kommend).

Vezelay Von Nikater - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8543134

Die Via Podiensis ( via = Weg, podium = Le Puy (dt. ‚Bergkuppe‘))deckt sich heute im Wesentlichen mit dem Fernwanderweg GR65.

Ausgangspunkt der Via Podiensis ist die Kathedrale Notre-Dame von Le Puy-en-Velay in der Auvergne. Sie führt zunächst über das Zentralmassiv zur Abtei von Aubrac, im Gemeindegebiet von Saint-Chély-d’Aubrac, und erreicht dann die Klosterkirche Sainte-Foy in Conques. Nächstes wichtiges Ziel ist die Benediktiner-Abtei von Figeac. Mit einem Abstecher kann man von dort aus das etwas nördlich liegende Rocamadour mit den Überresten des heiligen Amadour besuchen.

Der Weg folgt dem Lot bis nach Cahors, wo er sich nach Süden wendet. Weitere Klöster am Weg waren in Moissac und La Romieu. In der Gascogne werden Condom und Aire-sur-l’Adour durchquert. Südlich der Gave de Pau geht es in die Pyrenäen nach Ostabat, wo sich die Via Podiensis mit den nördlicher verlaufenden Pilgerwegen Via Turonensis und Via Lemovicensis vereinigt. Hinter Saint-Jean-Pied-de-Port überquert sie die Grenze nach Spanien am Col de Roncevaux.  

Le Puy en Velay Von PMRMaeyaert - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16758296

Via Tolosana (frz. voie toulousaine) ist der lateinische Name des südlichsten der vier Jakobswege in Frankreich.

Er berührt Toulouse, hat aber seinen Sammelpunkt und Beginn in Arles, und überquert die Pyrenäen am Col du Somport. Auf spanischer Seite heißt er Camino Aragonés bis nach Puente la Reina, wo er auf den Camino Navarro trifft, der nichts anderes ist als die Fortsetzung der drei übrigen französischen Jakobswege. Ab hier heißt der Weg dann Camino francés.

Der auch als Voie d’Arles bekannte Jakobsweg beginnt in Arles in der Provence, führt über Montpellier zu den Ausläufern der Cevennen und längs des Canal du Midi nach Toulouse.

Dann verläuft die Route durch die sanfte Hügellandschaft der Gascogne und das grüne Pyrenäenvorland im Département Béarn zum Pyrenäenübergang auf dem Somport Pass auf 1632 m Höhe. Hier findet der zuletzt alpine Wanderweg Anschluss an den spanischen Camino Aragones, der nahe Pamplona auf den Camino Francés mündet.

Toulouse Von Didier Descouens - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61571986
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Historisches Historisches Via Podiensis

Jean-Francois Champollion und die sensationelle Entschlüsselung der Hieroglyphen

Jean-Francois Champollion und die sensationelle Entschlüsselung der Hieroglyphen

Der berühmteste Bürger Figeacs ist sicher Jean-Francois Champollion (1790 – 1832), gelang ihm doch vor 200 Jahren die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen.

 

Champollion wurde als siebtes von achten Kindern des Buchhändlers Jacques Champollion und seiner Ehefrau Jeannne-Francoise Gualien im Jahr 1790 in Figeac geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Aber er war ein Sprachgenie. So lernte er als Jugendlicher schon sechs Sprachen – Latein, Griechisch, Hebräisch, Arabisch, Syrisch und Aramäisch und mit 17 Jahren noch Koptisch und Persisch. Von 1807-09 studierte er in Paris Arabisch, Persisch und Koptisch. 1810 wurde er mit 19 Jahren Professor für Geschichte des Altertums an der Akademie in Grenobel. Nach politischen Wirren und seiner Ämter beraubt reiste er im Jahr 1821 wieder nach Paris, wo er sich vor allem auf Übersetzungen konzentrierte.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jean-Fran%C3%A7ois_Champollion,_by_L%C3%A9on_Cogniet.jpg

Fasziniert durch den Ägyptenfeldzug Napoleons und die archäologischen Funde fing Champollion schon 1808 an, sich mit einer Kopie der Schriften des Rosette-Steines zu beschäftigen. Den Stein von Rosette hat er allerdings nie in natura sehen können, da die monumentale Tafel nach dem erzwungenen Rückzug Napoleons von den Engländern beschlagnahmt wurde und im British Museum in London landete. Dort ist sie heute noch zu besichtigen.

 

Das Besondere an dem bei Napoleons Feldzug in Ägypten gefundene Stein von Rosette ist, dass er quasi eine Übersetzungsanleitung enthält. Der Stein besteht nämlich aus drei Teilen. Auf dem über eine Dreivierteltonne schweren Block aus granitähnlichem Gestein befindet sich eine fragmentarische Inschrift in drei verschiedenen Schriften – dem Altgriechischen ebenso wie zwei damals unlesbaren Schriftsystemen, dem Demotischen sowie den ägyptischen Hieroglyphen. Oben sind ägyptische Hieroglyphen – damals noch als Sakralschrift von ägyptischen Gelehrten genutzt –, in der Mitte ist die ägyptische Gebrauchsschrift Hieratisch für die altägyptische Sprache Demotisch und unten ist eine Übersetzung in das in der Verwaltung gebräuchliche Altgriechische.

In den letzten Zeilen des griechischen Textes versteckte sich die Sensation. Dort war zu lesen, dass der Beschluss in drei Schriften aufgeschrieben werden sollte. Somit war klar, dass das, was in Hieroglyphen und Demotisch zu sehen war, den gleichen Inhalt wie der griechische Text haben musste.

 

Par Awikimate — Travail personnel, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=84378499

Seine Kenntnisse vor allem der koptischen Schrift – es handelt sich dabei um die letzte Vertreterin einer sonst ausgestorbenen ägyptischen Sprachenfamilie, zu der auch die Sprache der Pharaonen zählte – halfen ihm bei der Entschlüsselung.

Nach Meinung Champollions war das bis heute existierende Koptisch die späteste Form der altägyptischen Sprache und somit wesentlicher Anhaltspunkt zur Entschlüsselung der hieroglyphischen Schrift. Sein Verständnis der koptischen Sprache ist somit ein Teil seines späteren Erfolges.

Außerdem kennt Champollion die Arbeiten der anderen Gelehrten mit all ihren richtigen Erkenntnissen und auch Fehlern. So hatte der englische Physiker Thomas Young kurz zuvor nachgewiesen, dass die oval umrundeten Hieroglyphen (“Kartuschen”) Königsnamen enthalten. Young gelang bereits die Entzifferung des griechischen Herrschernamens Ptolemäus. Doch er ging wie viele andere Gelehrte davon aus, dass die Hieroglyphen eine symbolische Bilderschrift sein müssten und scheiterte daher an der vollkommenen Entzifferung.

 

Erst Champollion bricht mit der allgemeinen Annahme, Hieroglyphen seien eine rein symbolische Bilderschrift. Eine recht einfache Überlegung bringt ihn in eine andere Richtung.

Der hieroglyphische Teil auf dem Stein von Rosette enthält mehr hieroglyphische Zeichen, als Worte im griechischen Teil zu finden sind. Wie soll da jedes Zeichen einer ganzen Idee, einem ganzen Wort entsprechen? Außerdem werden innerhalb des hieroglyphischen Textes auf dem Stein von Rosette die hieroglyphischen Zeichen mehrmals wiederholt.

Auch Champollion untersucht, wie andere Gelehrte vor ihm, zunächst die Königsnamen in den ovalen Kartuschen. Im griechischen Text des Steins von Rosette wird der Name Ptolemäus erwähnt. Ein fremder griechischer Name könne nicht einfach in das hieroglyphische Schriftsystem übertragen worden sein. Dieser griechische Personenname müsse, das hatte bereits Thomas Young herausgefunden, auch in der hieroglyphischen Schrift lautschriftlich verfasst worden sein. So ergeben sich die Hieroglyphen der Buchstaben p, t, o, l, m, ai und s.

Tatsächlich gelingt es Champollion, über die vielen Herrschernamen nach und nach immer mehr Lautzeichen zu entziffern. Champollion ist der erste Gelehrte, der versteht, dass die Hieroglyphen eine Mischung aus Laut- und Bilderschrift sind. Im September 1822 gelang es ihm, ein vollständiges System zur Entzifferung der Hieroglyphen aufzustellen Sein neu entdecktes System lässt sich fortan auf alle altägyptischen Inschriften anwenden und bedarf nur weniger Nachbesserungen.

 

Am 27. September 1822 präsentierte François Champollion seine Entzifferung der Hieroglyphen, erlebte allerdings zunächst eine große Enttäuschung. Vor der berühmten “Académie des In­s­crip­ti­ons et Bel­les-​Lett­res” in Paris stellte er seine Forschungen zur Entschlüsselung der ägyptischen Hieroglyphen vor. Doch kaum hatte er geendet, fielen die Gelehrten über ihn her, nannten ihn einen Scharlatan und Plagiator und fanden überhaupt, dass sich der gerade einmal 31-jährige Philologe zu viel herausnehme. Aber Champollion gab nicht auf. Er veröffentlichte Teile der Arbeit im Oktober 1822 in einem Brief an M. Dacier, den Ständigen Sekretär des ehrwürdigen Instituts und veröffentlichte eine ausführliche Erläuterung im April 1824. Das war dann der Durchbruch. 1830 wurde Champollion selbst zum Mitglied der Académie gewählt.

 

Seinen Traum, Ägypten mit eigenen Augen zu sehen, konnte er sich wenige Jahre nach seiner Entschlüsselung erfüllen. Von August 1828 bis Dezember 1829 leitete Champollion eine französisch-toskanische Expedition den Nil entlang bis Wadi Hafla. Begeistert schrieb er: „Unser Alphabet ist richtig! Es kann mit demselben Erfolg bei den ägyp­ti­schen Denk­mä­lern der Rö­mer-​ und Pto­le­mä­er­zeit und bei sämt­li­chen In­schrif­ten von Tempeln, Palästen und Gräbern der Pha­rao­nen­zeit an­ge­wen­det werden.” Es sollte seine letzte Reise werden, danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 4. März 1832 starb Champollion 41-jährig an einem Schlaganfall. Er ruht auf dem Friedhof  Pere Lachaise in Paris.

 

Seine Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist eine Legende im Bereich der Ägyptologie. Seine Entschlüsselung der Hieroglyphen wurde der Schlüssel zur Geschichte Altägyptens und seiner 4000 Jahre dauernden Zivilisation.

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Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die atlantische Jakobsmuschel, die Große Pilgermuschel (Pecten maximus) ist das begleitende Symbol aller Jakobspilger.

 

Der Legende nach hat das Symbol folgenden Ursprung:

Ein junger Adliger ritt einst dem Schiff entgegen, mit dem der Leichnam des Apostels Jakobus nach Spanien gebracht wurde. Unglücklicherweise versank er dabei im Meer; jedoch rettete Jakobus auf wundersame Weise sein Leben und half dem Ritter, das Ufer zu erreichen. Dadurch war sein Körper über und über von Muscheln bedeckt und aus diesem Grund wird die Muschel seitdem als Schutzzeichen getragen.

 

In den Frühzeiten der Pilgerbewegung wurde die Muschel als Nachweis der Ankunft ausgegeben und war somit ein Vorläufer der heutigen Pilgerurkunde. Die Muschel wurde am Wallfahrtsort verkauft und von den Pilgern am Hut oder Umhang getragen. Im Mittelalter ging man den Jakobsweg als Hin- und Rückweg. Die Pilgermuschel trugen somit nur Personen, die den Jakobsweg bereits auf dem Rückweg gingen. Der Verkauf war eine wichtige Einnahmequelle des Wallfahrtsortes. Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Pilgerschaft nicht mehr mit der Muschel, sondern mit einer Urkunde beglaubigt.

 

Im Codex Calixtinus, einem Sammelwerk des Jakobuskult aus dem 12. Jh., wird schon die Bedeutung der Jakobsmuschel betont. Die beiden Schalen der Muschel, heißt es dort, stünden für die Gebote der christlichen Liebe, die es immer zu verteidigen gelte: Gott über allen Dingen zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Außerdem gleiche die Muschel einer Hand, die sich zur Verrichtung guter Werke öffne. Ob die Pilger heute noch der Muschel  diesen Sinngehalt zusprechen, ist sicher zu bezweifeln. Aber sie ist auf jeden Fall ein stolz getragenes Symbol zur Unterscheidung gegenüber landläufigen Wanderern. Deshalb wird sie heute auch schon zu Beginn des Jakobsweges an der Kleidung oder vor allem am Rucksack befestigt.

Stein vor der Kathedrale in Santiago de Compostela

In europäischen Gräbern vor allem aus dem 11. bis 14. Jahrhundert sind bis nach Skandinavien hinauf wiederholt Große Pilgermuscheln gefunden worden. Aus derartigen Grabfunden lassen sich alte Pilgertraditionen, ihre zeitliche Zuordnung und ihre lokale Bedeutung nachvollziehen. Man glaubt, dass die Pilger des Mittelalters mit der Muschel des Jakobswegs begraben wurden, um sich im Jenseits als Pilger zu identifizieren. So zeigten sie nach dem Leben, dass sie die in Compostela vollkommene Vergebung erhielten und glaubten daran, dass Jakobus der Ältere in der anderen Welt für sie Fürbitte hielt.

 

Die Jakobsmuschel dient auch als Wegweiser. Eine gelbe Muschel auf blauem Grund zeigt an, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Sie dient uns als Orientierung und man findet sie oft auf Straßenschildern, Randsteinen und Wegekreuzen oder anderen Gegenständen am Weg. Dabei fungiert die Muschel teilweise sogar als eine Art Pfeil: Zeigt das Muschelende, also der dünnere Teil, nach links, so setzt sich der Jakobsweg in der linken Richtung fort und umgekehrt. Allerdings gibt es auch unterschiedliche Interpretationen. In Galicien wird es z.B. anders interpretiert als in Asturien. In Asturien wird sie als Sternsymbol verstanden wird, dessen geschlossenes Ende den Weg anzeigt, weil dem Stern der Schweif folgt und für sie alle Straßen nach Santiago führen. In Galicien ist es eine Muschel, deren offenes Ende nach Santiago de Compostela zeigt. Für die Galicier symbolisiert der geschlossene Teil der Muschel Santiago de Compostela und für sie beginnen alle Jakobuswege dort. Die Unterschiede kann man auf dem Camino Primitivo in Acebo an der Grenze zwischen Asturien und Galicien beobachten.

Zudem ist die Muschel ein kunsthistorisches Zeugnis auf den Wegen. Wenn man durch die Dörfer geht, durch die der Jakobsweg führt, findet man häufig Gebäude, Brunnen oder Skulpturen mit der Pilgermuschel. Wir erkennen die Muschel als Dekoration an Kirchenfassaden und -portalen. Auch findet man in den Kirchen am Weg viele Darstellungen des hl. Jakobs als Pilger mit Brotbeutel, Wanderstab und Muschel.

älteste erhaltene Steinskulptur des Apostels aus dem 11. Jh. an der Kirche Santa Marta de Tera in Santa Croya de Tera
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Sie sind schon älter, aber noch ganz fit!

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Wir waren nach einem längeren Marsch gut in der Herberge in Ministrol d´Allier angekommen. Am Eingang der Herberge stand ein Tisch mit herrlichen selbstgemachten Kuchen, die uns natürlich verlockten. Nachdem wir geduscht und unsere Betten belegt hatten und obwohl es nicht mehr sehr lange bis zum Abendessen war, konnten wir der Versuch nicht wiederstehen. Jede bestellte sich ein Stück dieser leckeren Kuchen. Hmmm, welch ein Genuss!

Da wir feststellten, dass die Herbergen auf dem Weg immer recht belegt waren, baten wir dann einen der beiden Wirte, doch für uns in der nächsten Herberge in La Clauze zwei Betten zu reservieren. Mein Französisch ist zwar so lala, aber telefonieren ist doch noch einmal etwas anderes. Also rief unser Wirt für uns an. Dabei wurde ihm mitgeteilt, dass nur noch zwei Betten frei wären. Das seien aber die oberen Betten in zwei Stockbetten, die wir dann nehmen müssten. Wir nickten eifrig, Hauptsache wir hatten eine Übernachtung. Daraufhin musterte uns unser Wirt einen Moment, um dann zum anderen Wirt in La Clauze zu sagen: „Das geht schon. Es sind zwar zwei ältere Damen, aber sie sind noch ganz fit!“ Danke für die nette Einschätzung!

Sein Satz wurde für uns zum running Gag. Immer wenn es auf dem Weg einmal anstrengend wurde, dann lachten wir: „Wir sind zwar schon älter, aber noch ganz fit!“ und schon ging es schwungvoller weiter.

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Euskara – baskisch – die älteste Sprache der Welt

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Ich habe gerade im Buch von Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“ über einen Übersetzer gelesen habe, der seine Gefängniszeit nur überstand, weil er ein Buch aus dem Russischen ins Baskische übersetzte. Nun habe ich nachgedacht, was ich über die baskische Sprache weiß: Es ist eine sehr alte Sprache, die nicht mit anderen europäischen Sprachen verwandt ist. Vielmehr fiel mir nicht dazu ein – also ziemlich wenig. Also habe ich mich ein wenig schlau gemacht. Hier meine neuen Erkenntnisse.

Die baskische Sprache – die Eigenbezeichnung ist Euskara oder Eskuara – wird vor allem im Baskenland gesprochen. Das Baskenland (Euskal Herria oder Vasconia) befindet sich im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien. Zum Baskenland gehören sieben Provinzen, in denen Baskisch gesprochen wird. Drei von ihnen (Lapurdi, Behe Nafarroa und Zuberoa) liegen in Frankreich und werden als „Nördliches Baskenland“ bezeichnet (Iparralde). Die in Spanien liegenden Provinzen werden Hegoalde genannt. Dazu gehören die Foralgemeinschaft Nafarroa sowie die Autonome Baskische Gemeinschaft, die aus den drei Provinzen Gipuzkoa, Bizkaia und Araba besteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Baskische_Sprache#/media/Datei:Euskalkiak_koldo_zuazo_2008.png

Man schätzt, dass ca. 1.185.500 Menschen baskisch sprechen, davon 700.300 in Spanien und 51.200 in Frankreich, die restlichen wohnen in Europa und Amerika. Das Baskische gilt neben dem Hebräischen als älteste Sprache der Welt. Es ist nach gängiger Forschungsmeinung eine isolierte Sprache, die mit keiner anderen europäischen Sprachgruppe genetisch verwandt ist. Ihr Ursprung ist trotz aller über Jahrhunderte entwickelten Theorien unbekannt, zumal auch keine Verwandtschaft mit irgendeiner anderen Sprache nachgewiesen wird. Daher waren sich die Basken schon seit Jahrhunderten ihrer Einzigkeit bewusst. Dieses Selbstwahrnehmung zieht sich dann auch durch ihre ganze Geschichte durch.

Die Sprache hat sehr komplexe Verben, zwölf Fälle, ca. 200.000 verschiedene Wörter. Das Baskische besitzt zudem keine hochsprachliche Form, sondern insgesamt 8 Dialekte. Der Wortschatz wird durch Hinzufügung immer neuen Nachsilben bedeutend erweitert. Außerdem gibt es ein reiches Vokabular an Naturphänomenen. Die Basken selber haben kein eigenes Wort für baskisch. Das einzige Wort um einen Angehörigen der Gruppe zu bezeichnen, ist „euskaldun“, das bezeichnet jemanden, der Euskara spricht. Das Land nennen die Basken „Euskal Herria“, Land der Euskara-Sprecher.

Da Euskara jahrhundertelang hauptsächlich mündlich überliefert wurde, gibt es kaum Schriftzeugnisse. Das älteste Buch stammt gerade einmal aus dem Jahr 1545. Festgelegte syntaktische und orthographische Normen gibt es erst seit 1968; doch ganz abgeschlossen ist der Prozess der Standardisierung noch immer nicht.

Insgesamt kann man wohl sagen, dass das Baskische eine schwierige Sprache ist, da sie so ganz anders ist, als die anderen uns bekannten europäischen Sprachen. Wie eine Legende erzählt, wurde  der Teufel einst von Gott dazu verdammt, Baskisch zu lernen. Er scheiterte jedoch an den Verbalformen.  Diese konnte selbst der Teufel nicht lernen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Baskische_Sprache#/media/Datei:Irakatsia.png Baskisch in der Schulbildung: Anteile der Schüler mit baskischem Unterricht

Die Karte zeigt die unterschiedliche Verteilung der baskischen Sprache, die in den französischen Regionen nicht mehr so stark verbreitet ist. Als Ironie der Geschichte mag gelten, dass ausgerechnet die Französische Revolution, von der sich viele fortschrittliche Reformen erhofften, der baskischen Autonomie in Frankreich ein jähes Ende bereitete. Ein einheitlicher Schullehrplan für ganz Frankreich verbot das Baskische und andere Regionalsprachen, was sich erst 1981 mit der Wahl Francois Mitterands wieder änderte. Allerdings wird das Euskara von offizieller Seite nicht bewusst fördert.

Bereits Wilhelm von Humbodt, der sich intensiv mit der Erforschung der baskischen Sprache auseinandergesetzt hat, war der Überzeugung, dass das Baskische eine aussterbende Sprache sei, die allein in den abgelegenen Tälern der Pyrenäen überdauern könnte. Aber da irrte er sich. Selbst als während der Diktatur des Generals Francisco Franco, das Baskische ebenso verboten war wie alle anderen regionalen Sprachen Spaniens, schaffte ein nationalistisch geprägtes baskisches Bewusstsein die Sprache zu erhalten. Unter Franco wurden die Baskinnen und Basken sowie ihre Sprache brutal verfolgt. Selbst baskische Vornamen und Grabinschriften waren verboten. Euskara zu sprechen war Subversion und eine Möglichkeit, antifaschistische Gesinnung zu dokumentieren. Ab 1965 wurden die Restriktionen etwas gelockert. Im Jahre 1978, also 3 Jahre nach dem Tod Francos und dem Ende der Diktatur, setzte die neue spanische Verfassung dieser Unterdrückung des Baskischen ein Ende. Es war nun offiziell als Minderheitensprache anerkannt. 

Was die Verbreitung des Baskischen betrifft, so spielen die Schulen eine wichtige Rolle. Anfang der 60-er Jahre wurden die ersten ikastolas (Schulen, die ausschließlich auf baskisch unterrichten) gegründet zunächst in aller Heimlichkeit aber mit großer Unterstützung durch die baskischen Familien. Ende der 60-er Jahre wurden die ikastolas dann legalisiert und erfuhren einen hohen Zuwachs an Schülern. Seit Anfang der 1980er Jahre können Baskinnen und Basken in der CAV zwischen drei verschiedenen Schulformen wählen. An Schulen der A-Linie wird auf Spanisch unterrichtet, an Schulen der B-Linie auf Spanisch und Baskisch, in der D-Linie werden alle Fächer auf Baskisch gelehrt. 

In der Autonomen Baskischen Gemeinschaft (CAV) trägt die positive Sprachpolitik der letzten Jahre Früchte. Dort nimmt die Zahl der baskophonen Sprecherinnen und Sprecher stetig zu. Mehr und mehr Klassiker werden ins Euskara übersetzt und inspirieren Leserinnen und Leser ebenso wie Autorinnen und Autoren auf der Suche nach literarischen Ausdrucksmöglichkeiten. An den Schulen, an denen heute der Unterricht auch auf Baskisch stattfindet, wachsen neue lesende Generationen heran – ein Grund dafür, dass viele anspruchsvolle Kinder- und Jugendbücher verlegt werden. Auch der Roman und Kurzgeschichten erfreuen sich großer Beliebtheit. Die jährliche Literaturmesse in Durango ist ein Muss für lesefreudige Baskinnen und Basken und beliebtes Ziel. Zudem wird das Baskische auch über die Medien wieder stärker verbreitet u.a. auch durch mehrere Radiosender und einen Fernsehkanal.

Aufgrund der vielen und sehr unterschiedlichen Dialekte, war die Schaffung einer Einheitssprache von großer Bedeutung. Durch eine Sprachnormierung wollte man die baskische Sprache zukunftsfähig machen. Im Jahre 1968 begann man mit einer Vereinheitlichung des Baskischen, die schon lange zuvor von baskischen Schriftstellern gefordert wurde. So hat man in den letzten Jahren begonnen die Orthographie, die Deklination, das Basisvokabular und die Hilfsverben zu vereinheitlichen. Es ist interessant, dass sich das Baskische trotz seiner Eigenart und vieler Einschränkungen erhalten hat. Man kann von einer sehr robusten Sprache ausgehen und einem starken Identitätsgefühl ihrer Bewohner.

Interessant ist auch, dass sich auch die EU um die sprachliche Vielfalt kümmert. Die Europäische Union verfolgt mit ihrer Sprachenpolitik das Ziel, die Zusammenarbeit in Europa zu stärken und gleichzeitig die Vielfalt zu erhalten. Sie setzt daher Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Vielsprachigkeit und des kulturellen Reichtums sowie zur Verbesserung der Sprachkompetenz der Bevölkerung. 

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Die Pyrenäen – wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

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Die Pyrenäen sind ein Faltengebirge an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, wobei die Grenze meist auf dem Gebirgskamm verläuft. Dabei liegen zwei Drittel der Fläche in Spanien, ein Drittel in Frankreich. Das Gebirge erstreckt sich über 430 km von der Atlantikküste (Golf von Biscaja) bis zum Mittelmeer (Golf de Roses).

Geographisch lassen sich die Pyrenäen in verschiedene, klimatisch und räumlich abgegrenzte Regionen einteilen. Im Westen sind die Pyrenäen relativ flach und gehen in das Kantabrische Gebirge über. So gibt es die westlichen Küstengebiete am Atlantik mit den Städten Biarritz und Bayonne auf französischer und San Sebastian auf spanischer Seite, sozusagen die baskische Küste als Gesamtgebiet, denn das Baskenland ist ja grenzübergreifend. Im Osten grenzt das Gebirge an das Mittelmeer ungefähr bei Perpignan. Im östlichen Teil an der Küste haben sie noch mittelgebirgsähnlichen Charakter, doch dann steigen sie nach knapp 50 km schon auf fast 3000 m Höhe an.

https://www.easyvoyage.de/spanien/die-tierwelt-der-pyrenaeen-4167

Im Zentrum befinden sich die Haute Pyrenees, auf französischer Seite um Tarbes, Garvanie und Lourdes und auf spanischer Seite die Pyrenäen von Aragon mit den höchsten Gipfeln des Gebirges und den beiden spanischen Nationalparks. Mittig liegt der Kleinstaat Andorra, eingebettet zwischen Frankreich und Spanien. Das zentrale Gebirge zwischen dem Col de Puymorens und dem Col du Somport ist der höchste und wildeste Abschnitt der Pyrenäen. Mit dem Pico d´Aneto auf spanischer Seite erreichen sie auf 3404 m ihre größte Höhe. Aber es gibt weitere 200 Berge, die eine Höhe über 3000 m besitzen. Einige sind noch vergletschert. Sie haben allerdings schon viel der einstigen Größe verloren.

Die von Osten nach Westen verlaufende Pyrenäen-Kette entstand aufgrund der Kontinental-kollision zwischen dem Mikrokontinent Iberia und dem südwestlichen Ausläufer der Eurasischen Platte (Südfrankreich). Die Annäherung der beiden Kontinente erfolgte während des Känozoikums im Zusammenhang mit der großen alpidischen Orogenese (Gebirgsbildung) ab dem Beginn der Oberkreide (Albium/Cenomanium) vor rund 100 Millionen Jahren und führte im Verlauf des Paläogens (Eozän/Oligozän) zwischen 55 und 25 Millionen Jahren zur Heraushebung des Gebirges. Seit diesem Zeitpunkt unterliegt es neben isostatischen Ausgleichsbewegungen hauptsächlich starker Erosion. Man kann also sagen, die Pyrenäen sind ein echter Grenzfall: Hier endet Europa – und beginnt Afrika. Zumindest für die Geologen – denn hier knallt unsere Kontinental-Platte an das afrikanische Schild. Das Urgestein wurde hochgeschoben, geknickt, gefaltet – schroff und steil zum Felsriegel der Pyrenäen.

Im Pyrenäenraum gibt es drei Nationalparks. In Frankreich ist es der “Französische Pyrenäen Nationalpark oder Parc National de Pyrenees”. Er umfasst das Gebiet zwischen dem Valle d’ Aspee und dem Valle d’ Aure. Dieser Park zieht sich über immerhin fast 100 km an der spanischen Grenze entlang. Das Highlight ist dabei der berühmte Cirque de Garvanie. einer von drei Felskesseln. Er hat einen Durchmesser von 2 km und die ihn umgebenden Berge ragen mehr als 1500 m über den Rand des Kessels auf. Von einer fast senkrechten Felswand stürzen die Gavarnie-Fälle herab, die zu den höchsten Wasserfällen Europas zählen. Sie sind als Weltkulturerbe eingestuft.

Der bekanntere der beiden spanischen Nationalparks ist der Ordesa Nationalpark, mit zahlreichen imposanten Schluchten und Wasserfällen. Man nennt ihn auch Parque National de Ordesa y Monte Perdido nach dem höchsten Berg der Region, dem Monte Perdido (verlorener Berg), der mit 3355 Metern der dritthöchste Berg der gesamten Pyrenäen ist. Weiter östlich, ebenfalls auf spanischem Boden, befindet sich der Nationalpark Aigüestortes mit seiner schier unglaublichen Vielzahl an Flüssen, Seen und Wasserfällen. 

 

Flora und Fauna

Im Pyrenäengebiet wachsen über 3300 verschiedene Pflanzenarten, 150 davon sind endemisch. Endemisch bedeutet das ausschließliche Vorkommen von Pflanzen oder Tieren in einem begrenzten Gebiet. Einige besonders schöne Blumenarten sind Pyrenäen-Hahnenfuß, Narzisse, Schwertlilie und auch Enzian. Unter den endemischen Pflanzen gibt es die Pyrenäen-Lilie und den Pyrenäen-Felsenteller sowie spezielle Arten von Astern, Glockenblumen, Ginster und Ramondia.

 

Unter den zahlreichen Tierarten besonders hervorzuheben ist der Braunbär. Das heute seltene Tier (von dem es in den Pyrenäen nur noch 20 bis 25 Exemplare gibt, weitere leben im kantabrischen Gebirge) war in den vergangenen Jahrhunderten in dieser Gegend ausgesprochen zahlreich vertreten. 2004 war die letzte Bärin Frankreichs von der angeblich verirrten Kugel eines Wildschwein-Jägers getötet worden. Der Nachschub aus Slowenien, fünf Tier und genetisch dem Pyrenäenbär sehr ähnlich, hat sich so gut eingelebt, dass heute rund 40 Bären in den Départements Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Haute-Garonne und Ariège leben.

Natürlich trifft man in den Pyrenäen auch noch andere Säugetierarten an, so zum Beispiel Gämsen, Rehe, Wildziegen, Wölfe, Füchse, Eichhörnchen, Wildschweine und etwa 40 Arten von Kleinsäugern. Es kommen unzählige Vogelfamilien vor, darunter Greifvögel (Eulen, Bussarde, Adler und Falken) sowie Aasfresser wie Aas- und Schmutzgeier. Die Könige unter den Vögeln sind hier jedoch der Königsadler und der Bartgeier. Die Kolonien, die letzterer in den Pyrenäen gebildet hat, stellen die größte und leider auch eine der wenigen verbliebenen Ansammlungen der Art in Europa dar.

 

Geschichte

Das Gebirge ist zum Teil sehr dürftig erschlossen. Im Gegensatz zu den Alpen verlaufen die meisten Täler quer zum Hauptkamm und lassen somit eine bequeme Überschreitung der Berge nur an wenigen Stellen möglich. Die Griechen und Römer hatten vorwiegend Stützpunkte an der katalonischen Küste, hatten aber kein Interesse an den Bergen. Auch die Germanenstämme der Sueben, Vandalen und Westgoten nutzten ab dem 5. Jh. die Pyrenäen als Übergang zu den fruchtbareren Ebenen. Als die Mauren dann Spanien eroberten, flohen die Bewohner der Ebene zum Teil in die Berge und machten die dortigen Täler urbar. Die dortigen Feudalherren führten immer wieder Angriffe gegen die Mauren durch, um Beute zu machen. Das gewonnen Raubgut bot einen finanziellen Rückhalt. Außerdem ermöglichte es auch den Bau zahlreicher romanischer Kirchen. Im Vall de Boi befindet sich die schönste und größte Ansammlung der fast 1000 Jahre alten Kirchen. Oft liegen sie in wenigen Kilometern Entfernung.

Heute sind die Pyrenäen eher eine Abwanderungsregion. Allein der Tourismus bringt eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung.

 

Querung der Pyrenäen auf dem Jakobsweg

Wir überqueren die Pyrenäen auf der Via Tolosana über den Somport-Pass. Der Col du Somport / Puerto de Somport (Höhe 1640 m) ist einer der ältesten Pyrenäenübergänge. Er liegt am westlichen Ende der Zentralpyrenäen. Sein Name ist die abgeschliffene Form von lateinischen summus portus = höchster (Pyrenäen-)Übergang, was er tatsächlich jahrhundertelang war. Er war schon immer für den Jakobsweg ein wichtiger Übergang. Kurz unterhalb des Passes finden sich noch die Ruinen des alten Pilgerhospitals Santa Cristina de Somport aus dem 11. Jahrhundert.

Wenn man auf den anderen Jakobswegen aus Frankreich (Via Podiensis von Le Puy en Velay, Via Turonensis von Paris, Via Lemovicensis von Vezelay) unterwegs ist, dann überquert man die Pyrenäen in der Regel über den Ibañetapass von St. Jean Pied de Port nach Roncevalles. Dort trifft man dann auf den Camino Frances nach Santiago de Compostela.

 

Wer Tucholsky mag, dem empfehle ich das Buch „Ein Pyrenäenbuch“. Die Aufzeichnungen sind lebendige und humorvolle Impressionen seiner Begegnungen und Erlebnisse und geistreiche und kritische Reflexionen über Alltagssituationen zur damaligen Zeit, die auch heute noch zum Nachdenken anregen. Interessant ist auch, dass Tucholsky damals wegen dieses Buches von völkischen Kreisen als „Franzosenliebling“ und „Undeutscher“ bezeichnet wurde!

Vielleicht gefällt Ihnen ja auch das Buch von Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym, Zürich 2001.

 

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Es kann auch mal ein Campingwagen sein!

Es kann auch mal ein Campingwagen sein!

Als wir in Air sur l´Adour ankamen, war die Herberge bereits belegt. Da wir – wie meist – nicht vorgebucht hatten, musste eine andere Lösung her. Die Dame im Tourismusbüro bot uns mehrere Unterkünfte an u.a. eine auf dem Campingplatz. Marielouise war sofort begeistert. Sie wollte schon immer einmal auf einem Campingplatz übernachten. Ich war eher skeptisch. Was für eine verrückte Idee! Aber ich ließ mich überreden.

 

 

Also ging es ab zum Campingplatz Les Ombrages de l´Adour, der wunderschön direkt am Ufer des Flusses l´Adour gelegen war. Das war doch schon immerhin etwas! Dann inspizierten wir den Campingwagen, der uns angeboten wurde. Als der Campingplatzbesitzer unsere skeptischen Blicke auf das schmale Bett sah, bot er uns an, noch einen weiteren Campingwagen dazu zu nehmen. Das lehnten wir aber dankend ab.

Nach einem leckeren Abendessen im Ort und einem Glas Wein vor unserem Campingwagen starteten wir unser Abenteuer Schlafen im Wohnwagenbett.

 

 

Noch lachend und bester Laune legten wir uns in das schmale Bett. Allerdings zweifelten wir daran, dass wir gut schlafen würden. Aber oh Wunder, wir schliefen wie die Murmeltiere, besser als in den Herbergen zuvor! Als der Wecker klingelte, wollten wir erst gar nicht aufstehen. Aber es lag eine lange Strecke bei sehr warmem Wetter vor uns. Aber wir können sagen, eine Übernachtung im Campingwagen ist durchaus empfehlenswert.

Ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück im Freien ging unsere Wanderung weiter nach Arzacq-Arraziguet.

 

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