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Die Eibe – ein Baum voller Magie

Die Eibe – ein Baum voller Magie

Camino del Norte / Camino Primitivo

Beschreibung

Die Eibe gilt als die älteste Baumart Europas. Schon vor 200 Millionen Jahren war der triassische Vorläufer der Gattung Taxus weit verbreitet. Die Europäische Eibe (Taxus baccata) entstand vor etwa 15 Millionen Jahren. Die langsam wachsende Eibe wurde einst als heiliger Baum verehrt.

Biologisch ist die Eibe ein immergrünes Nadelholz. Sie altert extrem langsam, ihr Holz ist langlebig, widerstandsfähig und gleichzeitig biegsam. Der immergrüne Baum kann mehrere tausend Jahre alt werden. Samen, Rinde und Nadelwerk der Eibe sind außerordentlich giftig. Alle Teile der Eibe (ausgenommen der Samenmantel) enthalten das giftige Taxin sowie die ebenfalls giftigen Stoffe Myricylalkohol und Taxicatin. Beim Menschen führt schon eine geringe Menge zu Atemlähmung und Herzversagen. Nur das Fruchtfleisch der leuchtend roten Beeren ist genießbar. Die Eibe ist bei uns selten geworden. Vom Altertum bis ins Mittelalter hat der Mensch einerseits dem wertvollen Holz dieser Baumart nachgestellt, u.a. um aus dem biegsamen aber harten Holz Pfeilbogen und Armbrust herzustellen. Anderseits wurde diese Baumart wegen der hohen Giftigkeit für Pferde durch Pferdehalter und Fuhrleute systematisch vernichtet. Und die Langsamkeit des Wachstums tut dann zusätzlich ihre Wirkung. Das seltene Holz ist heute sehr gesucht für Drechslerarbeiten, Möbelbau und für die Herstellung von Musikinstrumenten.

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=457198

Mystische Bedeutung

Um die Eibe – den sogenannten Baum des Lebens – ranken sich jede Mende mystische Geschichten und Aberglauben. Seit dem Altertum gilt sie als Baum des Todes und der Ewigkeit und ist deshalb oft auf Friedhöfen zu finden. Andere sagen, der Teufel soll sich vor dem Gewächs fürchten, so wurde die Eibe als Schutz für die Toten angebaut. Auch Zauberkräfte sagte man ihr nach, sie wurde als Schutz vor Hexen und bösen Geistern ums Haus herum gepflanzt. Die Eibe bedeutete auch ein Symbol für ewiges Leben und sie besitzt durch ihre toxischen Säfte die Macht über Leben und Tod.

In Asturien ist die Eibe schon seit vorchristlicher Zeit einer der wichtigsten mythologischen Bäume. Als Tejo, Texu, Tixu oder Teixo ist die Eibe in Asturien bekannt (engl. Yew Tree). Die Kraft heiliger Eibenhaine und einzelner alter Eibenbäume wurde in Asturien schon von den Menschen der Bronzezeit und der Steinzeit dazu genutzt, über den Geist der Bäume Kontakt mit dem Jenseitigen aufzunehmen. Die Eiben waren Symbol der Verbindung zu den Ahnen. Unter den Eiben traf der Ältestenrat wichtige Entscheidungen. 

Für die Kelten war die Eibe ein heiliger Baum. Man sagt, sie stand für das Ende des keltischen Jahresrades, für den letzten Tag vor der Wintersonnenwende, der Neugeburt des Lichts. Aus Eibenholz wurden die Wahrsage- und Zauberstäbe der keltischen Druiden geschnitten. Man erzählt sich, dass die asturische und galicische Landschaften Landschaften der Märchen und Fabeln, Hexen und Zauberer, unerwarteter Erscheinungen und verzauberter Wälder, herumirrender Geister und keltischer Nebel sind.

Später errichteten die Christen an alten heiligen heidnischen Orten oft Kapellen, Kirchen und Klöster. Deshalb sind Eiben auch heute noch in Asturien neben vielen Kapellen, Kirchen und an alten gemeinschaftlich genutzten Plätzen zu finden. Man sagt, wer Kraftorte in Asturien entdecken möchte, der folge der Eibe. Die größten Eibenbestände der iberischen Halbinsel und einer der ältesten Eibenbestände Europas sind in der Sierra del Sueve erhalten geblieben. Der Naturraum des Sueve ist an der Küste begrenzt durch die Orte Ribadesella und Villaviciosa. Im Landesinneren markieren die Flusstäler des Río Piloña und Río Sella das Gebiet.

Von Nasenbär - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons durch Kauk0r., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8869584

Wir finden die Eibe auf unserem Weg auf dem Camino Primitivo z.B.:

  • in Oviedo an der Kathedrale leider eine tote Eibe
  • in Vega bei Oviedo an der Einsiedelei Santa Ana
  • in Salas am Friedhof San Martin
  •  

Wer den Camino Primitivo in Villaviciosa startet oder hier auf dem Camino del Norte  vorbeikommt, der findet welche bei

  • San Martin de Valleslay
  • San Martin del Mar
  • Einsiedelei Santiago de Ballera
Von 4028mdk09 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7872044
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Historisches Historisches Via Podiensis

Die Pons Valentré in Cahors – eine der schönsten befestigten Brücken des Mittelalters

Die Pons Valentré in Cahors – eine der schönsten befestigten Brücken des Mittelalters

Via Podiensis

Der Pont Valentré (okzitanisch Pont de Balandras) ist eine Brücke, die den Fluss Lot im Westen von Cahors überquert. Mit ihren drei befestigten Türmen, den sechs Bögen und den mit spitzen Bastionen bewehrten Pfeilern bildet sie ein außergewöhnliches Beispiel eines mittelalterlichen Verteidigungsbauwerkes.

 

Cahors liegt auf einer Halbinsel in einer engen Flussschleife des Lot, der die Stadt im Westen, Süden und Osten umgibt. Von den drei Brücken, die den Zugang zur Stadt im Mittelalter schützten, steht heute nur noch der Pont Valentré. Die Brücke wurde in der Zeit der englisch-französischen Kriege erbaut und ist eines der wenigen Beispiele von Militärarchitektur aus dieser Epoche, die heute noch existieren. Sie wird als eine der schönsten befestigten Brücken des Mittelalters angesehen. (s. auch Artikel „Der Hundertjährige Krieg“)

https://de.wikipedia.org/wiki/Pont_Valentr%C3%A9#/media/Datei:Pont_Valentr%C3%A9_23078.jpg

Beschreibung

Die geschwungene Brücke erreicht mit ihren sechs gotischen Spitzbögen von durchschnittlich je 16,50 Metern Breite eine Länge von 138 Metern. Zusammen mit zwei weiteren schmalen Bögen, die sich über den Ufern erheben, ist sie 172 Meter lang. Die fünf im Wasser stehenden, 6 Meter breiten Pfeiler besitzen mit Zinnen bewehrte dreieckige Vorsprünge. Die Fahrbahn hat eine Breite von 6 Metern. Drei quadratische Türme versperren den Weg und erheben sich 40 Meter über dem Wasser, die Straße führt durch spitzbogige Durchfahrten in ihren Füßen. Diese konnten mit Fallgattern und Toren versperrt werden, so dass keine Schiffe hindurchfahren konnten. Die Türme sind ebenfalls mit Zinnen sowie Reihen von Wurf- und Gussöffnungen versehen. Schießscharten in Form eines Doppelkreuzes dienten der Aufstellung von Bogenschützen. Der Zugang zum ersten Obergeschoss der Brückentürme erfolgt über zinnenbewehrte Steintreppen, die übrigen sind innen über hölzerne Treppen erreichbar.

Zwei Barbarkane (bei mittelalterlichen Befestigungswerken ein dem Festungstor vorgelagertes Außenwerk) schützten den Zugang, jedoch ist nur die auf der östlichen Seite erhalten. Die äußere westliche Torburg wurde im 18. Jahrhundert abgerissen. Sie reichte bis an die Felsabhänge der anschließenden Hügel, der Zugang erfolgte durch ein Tor auf der Südseite. In ihr war eine der Jungfrau Maria geweihte Kapelle untergebracht.

Von Peter Gugerell - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3171706

Geschichte

Möglich wurde die Brücke durch das starke Selbstbewusstsein seiner aufstrebenden Bürgerschaft. Im Spätmittelalter wählten die sogenannten „Caorsins”,

lombardische Bankiers,reiche Kaufleute  und Händler die Stadt Cahors als ihren Stützpunkt in Südfrankreich. Indem sie sich über kirchliche Verbote hinwegsetzten, bescherten sie der Stadt unermesslichen Reichtum. Ihre Macht im 13. und 14. Jh. ist auch heute noch an den reichen Hausfassaden der Hauptachsen der Altstadt erkennbar. Die zuvor tonangebenden Bischöfe wurden von den Konsuln als neue Stadtherren abgelöst.

Die Stadtväter wollten ihre Reichtümer besser absichern. Jacques Arnaud Duèze, Sohn eines einheimischen Bankiers und Bischof von Fréjus (der spätere Papst Johannes XXII.)  überredete am 17. Juni 1308 die Stadtväter, eine wehrhafte Brücke über den Fluss zu schlagen. Ihre Aufgabe sollte die einer Festung sein und Cahors gegen Angriffe aus südlicher Richtung absichern. 1308 begann man mit dem Bau. Erst 1355 konnten Pilger und Kaufleute die Brücke über den an dieser Stelle 138 Meter breiten Lot erstmals passieren. Der Bau wurde frühestens 1378 vollendet. Zwischen 1867 – 1879 wurde die Brücke saniert und renoviert.

Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=905852

Mit der Festung wollte man sich auch gegen Angriff der beiden Kriegsparteien des Hundertjährigen Krieges, den Engländern und Franzosen, zur Wehr setzen. Allerdings hat keine Partei die Stadt je angegriffen. Und doch wurde sie zum Spielball der Mächte. Denn im Friedenvertrag von Brétigny 1360 überließen die Franzosen den Engländern die Gascogne, das Limousine und Calais und verzichteten auf die Souveränität über die Gebiete. Als Gegenleistung verzichtete der englische König Eduard III. auf den französischen Thron. Da aber beide Seiten den Vertrag nicht bestätigten, setzte sich der Krieg 1369 wieder fort. Cahors kam erst 1428 wieder an Frankreich. Sein Reichtum war dann allerdings dahin.

 

Von © MathieuMD / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23539634

Legende

Entnervt von dem langsamen Fortgang der Arbeiten schloss der Baumeister einen Pakt mit dem Teufel. Dieser sollte seine gesamten Fähigkeiten in den Dienst des Baus stellen. Befolgte er alle ihm gegebenen Befehle, würde der Baumeister ihm seine Seele verschreiben. Die Brücke wuchs schnell empor, und mit dem Ende der Arbeiten nahte die Zeit für die Bezahlung. Um seine Seele zu retten und nicht die Ewigkeit in den Feuern der Hölle verbringen zu müssen, forderte der Meister den Teufel auf, für den letzten Mörtel mit einem Sieb Wasser für die Arbeiter zu holen.

Natürlich war der Teufel dazu nicht in der Lage und konnte so seinen Vertrag nicht erfüllen. Er beschloss, sich zu rächen und erschien nun jede Nacht, um den Schlussstein aus dem mittleren Turm, der auch Teufelsturm genannt wird, herauszubrechen, sodass die Maurer ihn am nächsten Tag immer wieder ersetzen mussten.Im Zuge von Restaurierungsarbeiten an der Brücke fügte der Architekt Paul Gout 1879 in dieser Lücke einen behauenen Stein ein., um an die alte Legende zu erinnern. Dieser Stein zeigt den Dämon, wie er vergeblich versucht, den Stein herauszureißen – seine Klauen bleiben im Zement stecken.

 

Auf dem Jakobsweg führt unser Weg über die Brücke und hinauf auf die Kalkhochfläche der Quercy Blanc. Es ist ein steiler Aufstieg über viele Stufen und steile Wege. Von oben hat man allerdings noch einmal einen grandiosen Blick auf die Altstadt von Cahors und die Brücke von Valentré.

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Geographisches Geographisches Via Podiensis

Jakobswege in Frankreich – Pèlerinages de Saint-Jaques de Compostelle

Jakobswege in Frankreich – Pèlerinages de Saint-Jaques de Compostelle

Als Wege der Jakobspilger gelten in Frankreich lediglich die vier Hauptwege,

  • Via Turonensis
  • Via Lemovicensis
  • Via Podiensis
  • Via Tolosana

die bereits im 12. Jh. im Pilgerführer Erwähnung gefunden haben.

 

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ways_of_St._James_in_Europe.png

Die Via Turonensis, benannt nach der Stadt Tours, ist der nördlichste und längste der vier historischen Jakobswege in Frankreich. Ursprünglich begann der Weg in Orléans, heute gilt Paris als Startpunkt. Der Verlauf entspricht weitgehend dem Fernwanderweg GR 655. Zwischen Paris und Tours gibt es zwei Varianten. Die östliche Route führt über Orléans, die westliche über Chartres.

Die Via Turonensis führt von Paris durch Orléans, Tours, Poitiers und Bordeaux nach Ostabat in der Nähe der spanischen Grenze. Hier vereingt sich die Via Turonensis mit den nördlicher verlaufenden Pilgerwegen Via Podiensis und Via Lemovicensis vereinigt.

 

Von GIRAUD Patrick - Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=949405 Orleans

Die Via Lemovicensis verläuft über Limoges, daher der Name, der Versammlungs- und Startort ist jedoch Vézelay mit seiner Abtei de la Madeleine.

Auf seinem ersten Stück hat dieser Jakobsweg zwei Varianten: die eine nördlich über La Charité-sur-Loire mit der Kirche Notre-DameBourges und Châteauroux, südlich die, die über NeversChâteaumeillant und die Stiftskirche von Neuvy-Saint-Sépulchre führt. Beide vereinigen sich in Gargilesse-Dampierre an der Creuse.

Von dort führt die Via Lemovicensis südwestlich über Saint-Léonard-de-Noblat, Limoges und Périgueux. Bei Sainte-Foy-la-Grande überquert sie die Dordogne, in La Réole die Gironde, und an der Abtei Saint-Sever die Adour. Im baskischen Ostabat trifft sie auf die Via Turonensis (von Paris kommend) und die Via Podiensis (von Le Puy-en-Velay kommend).

Vezelay Von Nikater - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8543134

Die Via Podiensis ( via = Weg, podium = Le Puy (dt. ‚Bergkuppe‘))deckt sich heute im Wesentlichen mit dem Fernwanderweg GR65.

Ausgangspunkt der Via Podiensis ist die Kathedrale Notre-Dame von Le Puy-en-Velay in der Auvergne. Sie führt zunächst über das Zentralmassiv zur Abtei von Aubrac, im Gemeindegebiet von Saint-Chély-d’Aubrac, und erreicht dann die Klosterkirche Sainte-Foy in Conques. Nächstes wichtiges Ziel ist die Benediktiner-Abtei von Figeac. Mit einem Abstecher kann man von dort aus das etwas nördlich liegende Rocamadour mit den Überresten des heiligen Amadour besuchen.

Der Weg folgt dem Lot bis nach Cahors, wo er sich nach Süden wendet. Weitere Klöster am Weg waren in Moissac und La Romieu. In der Gascogne werden Condom und Aire-sur-l’Adour durchquert. Südlich der Gave de Pau geht es in die Pyrenäen nach Ostabat, wo sich die Via Podiensis mit den nördlicher verlaufenden Pilgerwegen Via Turonensis und Via Lemovicensis vereinigt. Hinter Saint-Jean-Pied-de-Port überquert sie die Grenze nach Spanien am Col de Roncevaux.  

Le Puy en Velay Von PMRMaeyaert - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16758296

Via Tolosana (frz. voie toulousaine) ist der lateinische Name des südlichsten der vier Jakobswege in Frankreich.

Er berührt Toulouse, hat aber seinen Sammelpunkt und Beginn in Arles, und überquert die Pyrenäen am Col du Somport. Auf spanischer Seite heißt er Camino Aragonés bis nach Puente la Reina, wo er auf den Camino Navarro trifft, der nichts anderes ist als die Fortsetzung der drei übrigen französischen Jakobswege. Ab hier heißt der Weg dann Camino francés.

Der auch als Voie d’Arles bekannte Jakobsweg beginnt in Arles in der Provence, führt über Montpellier zu den Ausläufern der Cevennen und längs des Canal du Midi nach Toulouse.

Dann verläuft die Route durch die sanfte Hügellandschaft der Gascogne und das grüne Pyrenäenvorland im Département Béarn zum Pyrenäenübergang auf dem Somport Pass auf 1632 m Höhe. Hier findet der zuletzt alpine Wanderweg Anschluss an den spanischen Camino Aragones, der nahe Pamplona auf den Camino Francés mündet.

Toulouse Von Didier Descouens - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61571986
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Jean-Francois Champollion und die sensationelle Entschlüsselung der Hieroglyphen

Jean-Francois Champollion und die sensationelle Entschlüsselung der Hieroglyphen

Der berühmteste Bürger Figeacs ist sicher Jean-Francois Champollion (1790 – 1832), gelang ihm doch vor 200 Jahren die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen.

 

Champollion wurde als siebtes von achten Kindern des Buchhändlers Jacques Champollion und seiner Ehefrau Jeannne-Francoise Gualien im Jahr 1790 in Figeac geboren. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Aber er war ein Sprachgenie. So lernte er als Jugendlicher schon sechs Sprachen – Latein, Griechisch, Hebräisch, Arabisch, Syrisch und Aramäisch und mit 17 Jahren noch Koptisch und Persisch. Von 1807-09 studierte er in Paris Arabisch, Persisch und Koptisch. 1810 wurde er mit 19 Jahren Professor für Geschichte des Altertums an der Akademie in Grenobel. Nach politischen Wirren und seiner Ämter beraubt reiste er im Jahr 1821 wieder nach Paris, wo er sich vor allem auf Übersetzungen konzentrierte.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jean-Fran%C3%A7ois_Champollion,_by_L%C3%A9on_Cogniet.jpg

Fasziniert durch den Ägyptenfeldzug Napoleons und die archäologischen Funde fing Champollion schon 1808 an, sich mit einer Kopie der Schriften des Rosette-Steines zu beschäftigen. Den Stein von Rosette hat er allerdings nie in natura sehen können, da die monumentale Tafel nach dem erzwungenen Rückzug Napoleons von den Engländern beschlagnahmt wurde und im British Museum in London landete. Dort ist sie heute noch zu besichtigen.

 

Das Besondere an dem bei Napoleons Feldzug in Ägypten gefundene Stein von Rosette ist, dass er quasi eine Übersetzungsanleitung enthält. Der Stein besteht nämlich aus drei Teilen. Auf dem über eine Dreivierteltonne schweren Block aus granitähnlichem Gestein befindet sich eine fragmentarische Inschrift in drei verschiedenen Schriften – dem Altgriechischen ebenso wie zwei damals unlesbaren Schriftsystemen, dem Demotischen sowie den ägyptischen Hieroglyphen. Oben sind ägyptische Hieroglyphen – damals noch als Sakralschrift von ägyptischen Gelehrten genutzt –, in der Mitte ist die ägyptische Gebrauchsschrift Hieratisch für die altägyptische Sprache Demotisch und unten ist eine Übersetzung in das in der Verwaltung gebräuchliche Altgriechische.

In den letzten Zeilen des griechischen Textes versteckte sich die Sensation. Dort war zu lesen, dass der Beschluss in drei Schriften aufgeschrieben werden sollte. Somit war klar, dass das, was in Hieroglyphen und Demotisch zu sehen war, den gleichen Inhalt wie der griechische Text haben musste.

 

Par Awikimate — Travail personnel, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=84378499

Seine Kenntnisse vor allem der koptischen Schrift – es handelt sich dabei um die letzte Vertreterin einer sonst ausgestorbenen ägyptischen Sprachenfamilie, zu der auch die Sprache der Pharaonen zählte – halfen ihm bei der Entschlüsselung.

Nach Meinung Champollions war das bis heute existierende Koptisch die späteste Form der altägyptischen Sprache und somit wesentlicher Anhaltspunkt zur Entschlüsselung der hieroglyphischen Schrift. Sein Verständnis der koptischen Sprache ist somit ein Teil seines späteren Erfolges.

Außerdem kennt Champollion die Arbeiten der anderen Gelehrten mit all ihren richtigen Erkenntnissen und auch Fehlern. So hatte der englische Physiker Thomas Young kurz zuvor nachgewiesen, dass die oval umrundeten Hieroglyphen (“Kartuschen”) Königsnamen enthalten. Young gelang bereits die Entzifferung des griechischen Herrschernamens Ptolemäus. Doch er ging wie viele andere Gelehrte davon aus, dass die Hieroglyphen eine symbolische Bilderschrift sein müssten und scheiterte daher an der vollkommenen Entzifferung.

 

Erst Champollion bricht mit der allgemeinen Annahme, Hieroglyphen seien eine rein symbolische Bilderschrift. Eine recht einfache Überlegung bringt ihn in eine andere Richtung.

Der hieroglyphische Teil auf dem Stein von Rosette enthält mehr hieroglyphische Zeichen, als Worte im griechischen Teil zu finden sind. Wie soll da jedes Zeichen einer ganzen Idee, einem ganzen Wort entsprechen? Außerdem werden innerhalb des hieroglyphischen Textes auf dem Stein von Rosette die hieroglyphischen Zeichen mehrmals wiederholt.

Auch Champollion untersucht, wie andere Gelehrte vor ihm, zunächst die Königsnamen in den ovalen Kartuschen. Im griechischen Text des Steins von Rosette wird der Name Ptolemäus erwähnt. Ein fremder griechischer Name könne nicht einfach in das hieroglyphische Schriftsystem übertragen worden sein. Dieser griechische Personenname müsse, das hatte bereits Thomas Young herausgefunden, auch in der hieroglyphischen Schrift lautschriftlich verfasst worden sein. So ergeben sich die Hieroglyphen der Buchstaben p, t, o, l, m, ai und s.

Tatsächlich gelingt es Champollion, über die vielen Herrschernamen nach und nach immer mehr Lautzeichen zu entziffern. Champollion ist der erste Gelehrte, der versteht, dass die Hieroglyphen eine Mischung aus Laut- und Bilderschrift sind. Im September 1822 gelang es ihm, ein vollständiges System zur Entzifferung der Hieroglyphen aufzustellen Sein neu entdecktes System lässt sich fortan auf alle altägyptischen Inschriften anwenden und bedarf nur weniger Nachbesserungen.

 

Am 27. September 1822 präsentierte François Champollion seine Entzifferung der Hieroglyphen, erlebte allerdings zunächst eine große Enttäuschung. Vor der berühmten “Académie des In­s­crip­ti­ons et Bel­les-​Lett­res” in Paris stellte er seine Forschungen zur Entschlüsselung der ägyptischen Hieroglyphen vor. Doch kaum hatte er geendet, fielen die Gelehrten über ihn her, nannten ihn einen Scharlatan und Plagiator und fanden überhaupt, dass sich der gerade einmal 31-jährige Philologe zu viel herausnehme. Aber Champollion gab nicht auf. Er veröffentlichte Teile der Arbeit im Oktober 1822 in einem Brief an M. Dacier, den Ständigen Sekretär des ehrwürdigen Instituts und veröffentlichte eine ausführliche Erläuterung im April 1824. Das war dann der Durchbruch. 1830 wurde Champollion selbst zum Mitglied der Académie gewählt.

 

Seinen Traum, Ägypten mit eigenen Augen zu sehen, konnte er sich wenige Jahre nach seiner Entschlüsselung erfüllen. Von August 1828 bis Dezember 1829 leitete Champollion eine französisch-toskanische Expedition den Nil entlang bis Wadi Hafla. Begeistert schrieb er: „Unser Alphabet ist richtig! Es kann mit demselben Erfolg bei den ägyp­ti­schen Denk­mä­lern der Rö­mer-​ und Pto­le­mä­er­zeit und bei sämt­li­chen In­schrif­ten von Tempeln, Palästen und Gräbern der Pha­rao­nen­zeit an­ge­wen­det werden.” Es sollte seine letzte Reise werden, danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Am 4. März 1832 starb Champollion 41-jährig an einem Schlaganfall. Er ruht auf dem Friedhof  Pere Lachaise in Paris.

 

Seine Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Er ist eine Legende im Bereich der Ägyptologie. Seine Entschlüsselung der Hieroglyphen wurde der Schlüssel zur Geschichte Altägyptens und seiner 4000 Jahre dauernden Zivilisation.

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Kloster Sobrado dos Monxes – ein spektakuläres Kloster mitten in der Natur

Kloster Sobrado dos Monxes – ein spektakuläres Koster mitten in der Natur

Das Kloster Santa Maria de Sobrado in der Gemeinde Sobrado dos Monxes ist ein ganz besonderes Etappenziel sowohl auf dem Camino Primitivo als auch auf dem Camino del Norte. Es ist wohl das spektakulärste Kloster auf den beiden Wegen.

Von P.Lameiro - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31253163

Das Kloster soll im 10. Jahrhundert von den Benediktinern gegründet worden sein. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts war es verlassen. Im Jahr 1142 erfolgte die Wiedergründung als Zisterzienserkloster von der Primarabtei Clairvaux aus. Es ist das erste Zentrum des Zisterzienserordens in Spanien. Die kolossalen Gebäude in Mitten der Natur zeugen von der Macht und Bedeutung des Klosters. Dies zeigt sich auch darin, dass es als Tochter das Kloster Valdedios in Asturien gründete und ihm das Kloster Monfero in der Provinz A Coruna unterstellt wurde.

Aus dieser Blütezeit im 12. Und 13. Jh. sind nur noch wenige Räume erhalten. Dazu gehört die kleine Magdelena-Kapelle. Außerdem ist die beeindruckende Gewölbeküche, eine der wenigen noch erhaltenen Küchen aus dem Mittelalter mit ihrem besonderen Kamin in der Mitte des Raumes aus dieser Zeit zu bewundern ebenso wie der elegante Kapitelsaal.

Nach dieser Hochphase trat eine Zeit des Niedergangs ein. Durch den Beitritt der Klosters 1498 zur Zisterzienserkongregation von Kastilien kam es zu einer neuen Blütezeit, in der die meisten Klosterräume im Stil der Renaissance und des Barocks modernisiert wurden. Allein die Sakristei ist schon auf Grund der Größe eine der beeindruckendsten in Spanien. Sie wurde von Juan de Herrara gebaut, einem der bedeutendsten Architekten der Renaissance in Spanien. Er war auch maßgeblich am Bau der Kloster- und Schlossanlage El Escorial bei Madrid beteiligt.

Die vergangene Größe des Klosters lässt sich auch an der kunstvollen Barockfassade der Kirche erkennen. Es gibt wohl keine Barockkirche in Galicien, die sich mit Sobrado vergleichen lässt, sowohl was die Größe aber auch die architektonische Reichhaltigkeit betrifft. Die mehrfach überkuppelte monumentale Kirche wurde Ende des 17. Jh. erbaut und 1708 eingeweiht. Der Meisterarchitekt ist leider nicht bekannt.

Ein Zeichen des Reichtums des Klosters ist auch, das es drei Kreuzgänge besitzt, den reichen Kreuzgang der Medaillons, den großen Kreuzgang und den Kreuzgang der Hospederia.

Durch die Säkularisierung und Klosteraufhebung durch die Regierung Mendizabal im Jahr 1834 wurde das Kloster verlassen und verkauft. So kam es zum Verfall und zur Plünderung der Kunstschätze. Erst Mitte des 20. Jh. begann der Wiederaufbau. Ab 1996 lebt wieder eine Zisterziensergemeinschaft im Kloster, die auch die Pilgerherberge betreibt. Das Kloster war ja von Anfang an eine Pilgerstation auf dem Jakobsweg.

 

Von <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Willyman" title="User:Willyman">Willyman</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 4.0, Link
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Steinkreuze/Cruceiros auf unserem Weg

Steinkreuze/Cruceiros auf unserem Weg

Wenn man auf den verschiedenen Pilgerwegen wandert, trifft man immer wieder auf eine Vielzahl von bemerkenswerten Steinkreuzen. Sie stehen an Kreuzungen, Plätzen, Straßenrändern und vor Kirchen und Kapellen. Besonders schön gestaltet und auffallend sind die Steinkreuze in Galicien, wo es zwischen 10.000 und 15.000 sogenannte Cruceiros geben soll.

Sie sind im Gegensatz zu den einfacheren Steinkreuzen größer und künstlerisch geformt.

Wie sieht so ein typisches Steinkreuz/Cruceiro aus?

Häufig steht der Sockel auf einer Plattform mit Stufen. Oft findet man hier auch eine Inschrift, die Auskunft gibt über den Auftragsteller oder den Zeitpunkt. So wollten die Spender für sich und ihre Angehörigen göttlichen Ablass erbitten. Auf dem Sockel steht die Säule, die teilweise verziert ist und darauf befindet sich das Kreuz. Dieses Kreuz ist – im Gegensatz zu vielen einfachen Kreuzen – beidseitig gestaltet. Auf der zum Hauptweg weisenden Seite befindet sich das Bild des gekreuzigten Christus und auf der gegenüberliegenden Seite eines der Jungfrau Maria oder eines Heiligen. Neben einzelnen Säulen gibt es auch Kompositionen von mehreren Säulen mit Figuren oder komplexen Szenen.

Die Funktionen der Steinkreuze sind vielfältig. Viele Steinkreuze wurden zur Heiligsprechung heidnischer Kultstätten verwendet. So wurden sie z.T. auf Menhiren oder römischen Meilensteinen aufgestellt. Außerdem markierten sie territoriale Grenzen und sollten Feldfrüchte und Vieh schützen. Den Pilgern dienen die am Rand der Wege stehenden Steinkreuze als Orientierung und als Platz, an dem man einmal innehalten kann.

Die ältesten Cruceiros stammen aus dem 14. Jh., es sind also gotische Kreuze. Sie breiten sich dann ab dem 16. Jh. weiter stark aus.

Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga Commons)(Lmbuga Galipedia) - self made
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Die Entstehung des Camino Primitivo und des Camino del Norte

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Im Jahr 813 wurde im Wald von Lebredon an der Stelle des heutigen Santiago de Compostela ein Grab gefunden. Der zuständige Bischof Theodemir glaubte das Grab des Apostels Jakobus gefunden zu haben. Jakobus war einer der vertrautesten Jünger Jesu und der erste Märtyrer der Christenheit. Im Jahr 44 wurde er in Judäa auf Weisung des Königs Herodes enthauptet. Um den Umstand, wie sein Leichnam möglicherweise nach Spanien gekommen sein soll, ranken sich zahlreiche Legenden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Camino_de_la_Costa#/media/Datei:AM03-RutasJacobeasNorte.jpg

Alfons II von Asturien (791 -842), auch Alfons der Keuche genannt, war dann der erste königliche Pilger, der im Jahr 830 zum vermeintlichen Grab des Jakobus pilgerte. Die Strecke durch die Berge, die er damals zurücklegte, gilt heute als der ursprünglichste und älteste belegte Pilgerweg nach Santiago. Alfons der Keuche ging den Weg von seiner Hauptstadt Oviedo in Richtung Westen. Er führt von der alten asturischen Hauptstadt Oviedo auf 310 Kilometer in anspruchsvoller Weise durch dünn besiedeltes Bergland über das galicische Lugo nach Santiago de Compostela.

Alfons II war davon überzeugt, dass es sich um das Grab des Apostel Jakobus handelte und ordnete den Bau einer Grabeskirche an. Er gründete auch das erste Kloster, das sich um den Altar des Heiligen kümmerte: San Paio de Antealtares. Dies gab den endgültigen Anstoß für die dann einsetzende Pilgerbewegung.

Die Nachricht vom Fund des Leichnams breitete sich in für das Mittelalter rasanter Geschwindigkeit in Europa aus. Waren es zunächst die Menschen aus dem asturischen Königreich, die die Wallfahrt auf sich nahmen, folgten dann die Menschen aus dem gesamten Norden Spaniens und aus Portugal. Alfons III., der die zweite Basilika in Santiago initiierte, pilgerte selbst zweimal den Camino.

Die erste Hälfte der Strecke  des Camino Primitivo durch die Berge von Asturien ist spektakulär. Ihr überquert die Bergketten Tineo, Rañadoiro und San Isidro. Die Höhepunkte auf diesem Pilgerweg sind zahlreich, und stehen im Kontrast zu der geringen Anzahl an Dörfern und Restaurants. So geht man die meiste Zeit tatsächlich in der Natur und kann die Ruhe aber auch Einsamkeit dieser Region genießen. 

Nach dem Camino Primitivo gewann auch der Camino del Norte an Bedeutung. Relativ schnell nach der Entdeckung des Apostelgrabes im 9. Jh. begannen Pilger diesen Weg zu nutzen, da er außerhalb des von Mauren besetzten Gebietes verlief. Über ihn kamen dann auch Pilger aus Frankreich und aus anderen Ländern, die zum Teil auch den Seeweg über die Häfen Nordspaniens nutzten. Im späten Mittelalter erreichten die Pilgerfahrten zu See ihren Höhepunkt. Manche Pilger besuchten auch zuerst Oviedo als Ergänzung zu ihrer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela.

Der gesamte Camino del Norte führt von der Grenze zu Frankreich nach Santigao. Er ist mit 850 km der zweitlängste Pilgerweg (nur die Via de la Plata ist mit 1000 km länger) und läuft immer wieder direkt am Meer entlang, entweder entlang der über dem Meer verlaufenden Steilküste oder auch direkt am Strand mit atemberaubenden  Ausblicken und herrlichen Stränden. Man spürt jeden Tag den Sand unter den Füssen! Allerdings müssen auch einige Höhenmeter überwunden werden. Etwa 200 km vor Santiago nach der Stadt Ribadeo verlässt der Küstenweg das Meer und die Route führt landeinwärts durch die Täler von Vilanova de Lourenza und Mondoriedo sowie über die Ebenen von Vilalba und Guitiriz zum Zielort.

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Kurze Geschichte Asturiens

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Asturien ist seit 1983 eine autonome Region im Nordwesten Spaniens. Sie erstreckt sich heute zwischen dem Kantabrischen Meer im Norden und dem Kantabrischen Gebirge im Süden. Die Nord-Süd-Ausdehnung erreicht max. 70 km Tiefe, die Länge von Ost nach West beträgt ca. 200 km. Politisch grenzt sie im Westen an Galicien, im Süden an Kastilien und Leon und im Osten an Kantabrien. Die größten Städte sind die Hafenstadt Gijon, die Hauptstadt Oviedo und die Industriestadt Aviles.

Asturien ist eine der Industrieregionen Spaniens, insbesondere aufgrund des vorherrschenden Bergbaus und der Schwerindustrie. Da diese Branchen eher zu den schrumpfenden gehören, befindet sich Asturien seit den 1970er Jahren in einem Strukturwandel. In den letzten vier Jahrzehnten lag die Wirtschaftswachstumsrate Asturiens hinter der anderer spanischer Gebiete zurück.

Die Landwirtschaft spielt in Asturien eine größere Rolle, da aufgrund des feuchten Klimas und mäßiger Temperaturen Agrarprodukte produziert werden können, die in anderen Regionen Spaniens nur mit höherem Aufwand angebaut werden können. Daneben gibt es (hauptsächlich inländischen) Tourismus.

Im Gegensatz zu heute hatte Asturien im Laufe der Geschichte eine zeitweise große Bedeutung für die Struktur und Entwicklung Spaniens.

Erste Zeichen menschlichen Lebens findet man in zahlreichen Höhlen mit steinzeitlichen Malereien, vor allem Tierdarstellungen, die ca. 15.000 Jahre alt sein sollen.

Die ersten Ansiedlungen werden den Iberern zugerechnet. Im 6 Jh. v.Chr. bildete sich durch die Mischung der einheimischen Völker mit den Kelten das Volk der Asturer, das aus vielen einzelnen Stämmen bestand. Das Gebiet umfasste Asturien, Teil Galiciens und Nordostportugals. Während der Großteil der Iberischen Halbinsel bereits 140 v.Chr. zum Römischen Reich gehörte, taten sich die Römer bei der Eroberung der Nordgebiete schwer (vgl.  Kapitel Romanisierung Spaniens). Mit dem Ende des Kantabrischen Krieges wurde die Region 19 v.Chr. eingegliedert (größtenteils in die römische Provinz Gallaecia). Nun begann auch die Romanisierung der Nordvölker.

Als im 5 Jh. n.Chr. das Römische Reich unterging, fielen germanische Stämme in der Region ein. Zu diesen zählten die Vandalen und Sueben. Das Königreich der Sueben umfasste dann die heutigen Regionen Galicien, Asturien, Leon und Nordportugal. Im Jahr 585 wurde das Reich der Sueben von den Westgoten erobert. Aber es kam immer wieder zu Aufständen der Basken, Kantabrer und Asturer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Covadonga#/media/Datei:Don_Pelayo.jpg

Nachdem die Araber im 7 Jh. die Westgoten fast vollständig vertrieben bzw. unterworfen hatten, wurde das Gebiet einem muslimischen Gouverneur unterstellt. Ein privater Streit mit dem für Asturien zuständigen Gouverneur Mumuza, der in Gijon residierte, war für den westgotischen Adeligen Pelago der Anlass zu Rebellion. Er sammelte Gleichgesinnte um sich und so gelang ihm in der Schlacht von Covadonga (722 oder 718) der erste Sieg über die Mauren. Dieses Ereignis wurde dann später als Ausgangspunkt der Reconquista hochstilisiert, obwohl es wohl eher ein Gefecht als eine Schlacht war. Trotzdem gelang es Pelago ein winziges Königreich Asturien zu gründen.

Unter Alfons I. (739-757) wurden erste Anstrengungen unternommen, das Gebiet zu erweitern. Dabei half ihm der Umstand, dass Hungersnöte und Seuchen zu einer Entvölkerung vieler Gebiete geführt hatten. Diese Gebiete waren daher für die Mauren von geringerem Interesse, so dass sie sich teilweise zurückzogen.

Nach den Angaben der wichtigsten Quelle, der „Chronik Alfons’ III.“, eroberte Alfons I. im Westen (Galicien und Nordportugal) u.a. die Städte Lugo und Porto, im Süden (dem späteren Königreich Leon) u.a. Salamanca, Zamora und Leon, im späteren Kastilien u.a. Segovia und Coruna del Conde. Da er sich außerstande sah, diese riesigen Gebiete dauerhaft militärisch zu sichern, ließ er die Muslime, die er dort vorfand, teilweise töten und siedelte die christliche Bevölkerung in sein Reich um. So schuf er einen Verwüstungsgürtel zwischen seinem Reich und dem muslimischen Gebiet, der Asturien vor maurischen Angriffen schützen sollte.

Wichtig ist allerdings anzumerken, dass es sich bei der „Chronik Alfons III“ um eine von Alfons III. bestellte oder von ihm verfasste Chronik handelt, die wie alle diese Quellen sicher mit Vorsicht zu behandeln ist, da sie in der Regel eine sehr subjektive Sicht wiedergeben. Später erfolgte je nach Fortschreiten der Reconquista in den Verwüstungsgürteln eine Repoblacion, d.h. die Wiederbesiedlung dieser Gebiete durch meist christliche Siedler.

Der Nachfolger Alfons I.  Fruela I., der Grausame, (757-768), unterwarf dann ganz Galicien und verlegte den Sitz der Regierung von Cangas de Onis in die von ihm gegründete Stadt Oviedo. Unter seinen Nachfolgern herrschte Frieden mit den Mauren. Erst unter Alfons II., dem Keuchen, (792-842) wurde das Reich weiter vergrößert. Nun begann die eigentliche Blütezeit Asturiens. Die lange Regierungszeit Alfons II. war, da er anscheinend eine integre Herrscherpersönlichkeit war, der Garant für Stabilität und Wachstum im Land. Er sicherte zum einen Asturien nach außen ab, erweiterte es aber auch Richtung Süden. So erstreckte sich zu Beginn des 9. Jhs Asturien über große Teile Nordspaniens. In die Regierungszeit Alfons II. fällt auch die Auffindung des angeblichen Jakobsgrabes in Santiago de Compostela. Jakobus wurde dann auch zur Integrationsfigur des christlichen Spaniens hochstilisiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Repoblaci%C3%B3n#/media/Datei:Asturias_in_800.svg

Alfons III. (866-910) dehnte das Herrschaftsgebiet weiter aus, unterwarf Navarra, drang nach Nordkastilien vor und weiter in den Süden Portugals. Das war der Höhepunkt der Macht und Ausdehnung Asturiens. Denn nach der Entmachtung Alfons III. teilten seine drei Söhne das Land unter sich auf. Im Jahr 924 wurde das Gebiet wieder vereint, hieß ab dann Königreich Leon. Die Hauptstadt war inzwischen von Oviedo nach Leon verlegt worden. Damit endete die wechselhafte Geschichte des einst unabhängigen Reiches Asturien. Das Königreich Leon ging dann wiederum im Jahr 1230 in Kastilien auf.

Die Erinnerung daran, dass Asturien als Wiege des neuzeitlichen Spaniens gilt, wird auch dadurch hochgehalten, dass der spanische Thronfolger seit dem Mittelalter bis heute den Titel „Prinz von Asturien“ trägt, allerdings dadurch keine besondere verfassungsrechtliche Stellung einnimmt. In Asturien gibt es auch den Spruch „Asturies ye Espana, lo demas tierra conquistade“, Asturien ist Spanien, der Rest ist erobertes Land.

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Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die atlantische Jakobsmuschel, die Große Pilgermuschel (Pecten maximus) ist das begleitende Symbol aller Jakobspilger.

 

Der Legende nach hat das Symbol folgenden Ursprung:

Ein junger Adliger ritt einst dem Schiff entgegen, mit dem der Leichnam des Apostels Jakobus nach Spanien gebracht wurde. Unglücklicherweise versank er dabei im Meer; jedoch rettete Jakobus auf wundersame Weise sein Leben und half dem Ritter, das Ufer zu erreichen. Dadurch war sein Körper über und über von Muscheln bedeckt und aus diesem Grund wird die Muschel seitdem als Schutzzeichen getragen.

 

In den Frühzeiten der Pilgerbewegung wurde die Muschel als Nachweis der Ankunft ausgegeben und war somit ein Vorläufer der heutigen Pilgerurkunde. Die Muschel wurde am Wallfahrtsort verkauft und von den Pilgern am Hut oder Umhang getragen. Im Mittelalter ging man den Jakobsweg als Hin- und Rückweg. Die Pilgermuschel trugen somit nur Personen, die den Jakobsweg bereits auf dem Rückweg gingen. Der Verkauf war eine wichtige Einnahmequelle des Wallfahrtsortes. Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Pilgerschaft nicht mehr mit der Muschel, sondern mit einer Urkunde beglaubigt.

 

Im Codex Calixtinus, einem Sammelwerk des Jakobuskult aus dem 12. Jh., wird schon die Bedeutung der Jakobsmuschel betont. Die beiden Schalen der Muschel, heißt es dort, stünden für die Gebote der christlichen Liebe, die es immer zu verteidigen gelte: Gott über allen Dingen zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Außerdem gleiche die Muschel einer Hand, die sich zur Verrichtung guter Werke öffne. Ob die Pilger heute noch der Muschel  diesen Sinngehalt zusprechen, ist sicher zu bezweifeln. Aber sie ist auf jeden Fall ein stolz getragenes Symbol zur Unterscheidung gegenüber landläufigen Wanderern. Deshalb wird sie heute auch schon zu Beginn des Jakobsweges an der Kleidung oder vor allem am Rucksack befestigt.

Stein vor der Kathedrale in Santiago de Compostela

In europäischen Gräbern vor allem aus dem 11. bis 14. Jahrhundert sind bis nach Skandinavien hinauf wiederholt Große Pilgermuscheln gefunden worden. Aus derartigen Grabfunden lassen sich alte Pilgertraditionen, ihre zeitliche Zuordnung und ihre lokale Bedeutung nachvollziehen. Man glaubt, dass die Pilger des Mittelalters mit der Muschel des Jakobswegs begraben wurden, um sich im Jenseits als Pilger zu identifizieren. So zeigten sie nach dem Leben, dass sie die in Compostela vollkommene Vergebung erhielten und glaubten daran, dass Jakobus der Ältere in der anderen Welt für sie Fürbitte hielt.

 

Die Jakobsmuschel dient auch als Wegweiser. Eine gelbe Muschel auf blauem Grund zeigt an, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Sie dient uns als Orientierung und man findet sie oft auf Straßenschildern, Randsteinen und Wegekreuzen oder anderen Gegenständen am Weg. Dabei fungiert die Muschel teilweise sogar als eine Art Pfeil: Zeigt das Muschelende, also der dünnere Teil, nach links, so setzt sich der Jakobsweg in der linken Richtung fort und umgekehrt. Allerdings gibt es auch unterschiedliche Interpretationen. In Galicien wird es z.B. anders interpretiert als in Asturien. In Asturien wird sie als Sternsymbol verstanden wird, dessen geschlossenes Ende den Weg anzeigt, weil dem Stern der Schweif folgt und für sie alle Straßen nach Santiago führen. In Galicien ist es eine Muschel, deren offenes Ende nach Santiago de Compostela zeigt. Für die Galicier symbolisiert der geschlossene Teil der Muschel Santiago de Compostela und für sie beginnen alle Jakobuswege dort. Die Unterschiede kann man auf dem Camino Primitivo in Acebo an der Grenze zwischen Asturien und Galicien beobachten.

Zudem ist die Muschel ein kunsthistorisches Zeugnis auf den Wegen. Wenn man durch die Dörfer geht, durch die der Jakobsweg führt, findet man häufig Gebäude, Brunnen oder Skulpturen mit der Pilgermuschel. Wir erkennen die Muschel als Dekoration an Kirchenfassaden und -portalen. Auch findet man in den Kirchen am Weg viele Darstellungen des hl. Jakobs als Pilger mit Brotbeutel, Wanderstab und Muschel.

älteste erhaltene Steinskulptur des Apostels aus dem 11. Jh. an der Kirche Santa Marta de Tera in Santa Croya de Tera
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Sie sind schon älter, aber noch ganz fit!

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Wir waren nach einem längeren Marsch gut in der Herberge in Ministrol d´Allier angekommen. Am Eingang der Herberge stand ein Tisch mit herrlichen selbstgemachten Kuchen, die uns natürlich verlockten. Nachdem wir geduscht und unsere Betten belegt hatten und obwohl es nicht mehr sehr lange bis zum Abendessen war, konnten wir der Versuch nicht wiederstehen. Jede bestellte sich ein Stück dieser leckeren Kuchen. Hmmm, welch ein Genuss!

Da wir feststellten, dass die Herbergen auf dem Weg immer recht belegt waren, baten wir dann einen der beiden Wirte, doch für uns in der nächsten Herberge in La Clauze zwei Betten zu reservieren. Mein Französisch ist zwar so lala, aber telefonieren ist doch noch einmal etwas anderes. Also rief unser Wirt für uns an. Dabei wurde ihm mitgeteilt, dass nur noch zwei Betten frei wären. Das seien aber die oberen Betten in zwei Stockbetten, die wir dann nehmen müssten. Wir nickten eifrig, Hauptsache wir hatten eine Übernachtung. Daraufhin musterte uns unser Wirt einen Moment, um dann zum anderen Wirt in La Clauze zu sagen: „Das geht schon. Es sind zwar zwei ältere Damen, aber sie sind noch ganz fit!“ Danke für die nette Einschätzung!

Sein Satz wurde für uns zum running Gag. Immer wenn es auf dem Weg einmal anstrengend wurde, dann lachten wir: „Wir sind zwar schon älter, aber noch ganz fit!“ und schon ging es schwungvoller weiter.

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