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Die Eibe – ein Baum voller Magie

Die Eibe – ein Baum voller Magie

Camino del Norte / Camino Primitivo

Beschreibung

Die Eibe gilt als die älteste Baumart Europas. Schon vor 200 Millionen Jahren war der triassische Vorläufer der Gattung Taxus weit verbreitet. Die Europäische Eibe (Taxus baccata) entstand vor etwa 15 Millionen Jahren. Die langsam wachsende Eibe wurde einst als heiliger Baum verehrt.

Biologisch ist die Eibe ein immergrünes Nadelholz. Sie altert extrem langsam, ihr Holz ist langlebig, widerstandsfähig und gleichzeitig biegsam. Der immergrüne Baum kann mehrere tausend Jahre alt werden. Samen, Rinde und Nadelwerk der Eibe sind außerordentlich giftig. Alle Teile der Eibe (ausgenommen der Samenmantel) enthalten das giftige Taxin sowie die ebenfalls giftigen Stoffe Myricylalkohol und Taxicatin. Beim Menschen führt schon eine geringe Menge zu Atemlähmung und Herzversagen. Nur das Fruchtfleisch der leuchtend roten Beeren ist genießbar. Die Eibe ist bei uns selten geworden. Vom Altertum bis ins Mittelalter hat der Mensch einerseits dem wertvollen Holz dieser Baumart nachgestellt, u.a. um aus dem biegsamen aber harten Holz Pfeilbogen und Armbrust herzustellen. Anderseits wurde diese Baumart wegen der hohen Giftigkeit für Pferde durch Pferdehalter und Fuhrleute systematisch vernichtet. Und die Langsamkeit des Wachstums tut dann zusätzlich ihre Wirkung. Das seltene Holz ist heute sehr gesucht für Drechslerarbeiten, Möbelbau und für die Herstellung von Musikinstrumenten.

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=457198

Mystische Bedeutung

Um die Eibe – den sogenannten Baum des Lebens – ranken sich jede Mende mystische Geschichten und Aberglauben. Seit dem Altertum gilt sie als Baum des Todes und der Ewigkeit und ist deshalb oft auf Friedhöfen zu finden. Andere sagen, der Teufel soll sich vor dem Gewächs fürchten, so wurde die Eibe als Schutz für die Toten angebaut. Auch Zauberkräfte sagte man ihr nach, sie wurde als Schutz vor Hexen und bösen Geistern ums Haus herum gepflanzt. Die Eibe bedeutete auch ein Symbol für ewiges Leben und sie besitzt durch ihre toxischen Säfte die Macht über Leben und Tod.

In Asturien ist die Eibe schon seit vorchristlicher Zeit einer der wichtigsten mythologischen Bäume. Als Tejo, Texu, Tixu oder Teixo ist die Eibe in Asturien bekannt (engl. Yew Tree). Die Kraft heiliger Eibenhaine und einzelner alter Eibenbäume wurde in Asturien schon von den Menschen der Bronzezeit und der Steinzeit dazu genutzt, über den Geist der Bäume Kontakt mit dem Jenseitigen aufzunehmen. Die Eiben waren Symbol der Verbindung zu den Ahnen. Unter den Eiben traf der Ältestenrat wichtige Entscheidungen. 

Für die Kelten war die Eibe ein heiliger Baum. Man sagt, sie stand für das Ende des keltischen Jahresrades, für den letzten Tag vor der Wintersonnenwende, der Neugeburt des Lichts. Aus Eibenholz wurden die Wahrsage- und Zauberstäbe der keltischen Druiden geschnitten. Man erzählt sich, dass die asturische und galicische Landschaften Landschaften der Märchen und Fabeln, Hexen und Zauberer, unerwarteter Erscheinungen und verzauberter Wälder, herumirrender Geister und keltischer Nebel sind.

Später errichteten die Christen an alten heiligen heidnischen Orten oft Kapellen, Kirchen und Klöster. Deshalb sind Eiben auch heute noch in Asturien neben vielen Kapellen, Kirchen und an alten gemeinschaftlich genutzten Plätzen zu finden. Man sagt, wer Kraftorte in Asturien entdecken möchte, der folge der Eibe. Die größten Eibenbestände der iberischen Halbinsel und einer der ältesten Eibenbestände Europas sind in der Sierra del Sueve erhalten geblieben. Der Naturraum des Sueve ist an der Küste begrenzt durch die Orte Ribadesella und Villaviciosa. Im Landesinneren markieren die Flusstäler des Río Piloña und Río Sella das Gebiet.

Von Nasenbär - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons durch Kauk0r., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8869584

Wir finden die Eibe auf unserem Weg auf dem Camino Primitivo z.B.:

  • in Oviedo an der Kathedrale leider eine tote Eibe
  • in Vega bei Oviedo an der Einsiedelei Santa Ana
  • in Salas am Friedhof San Martin
  •  

Wer den Camino Primitivo in Villaviciosa startet oder hier auf dem Camino del Norte  vorbeikommt, der findet welche bei

  • San Martin de Valleslay
  • San Martin del Mar
  • Einsiedelei Santiago de Ballera
Von 4028mdk09 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7872044
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Kloster Sobrado dos Monxes – ein spektakuläres Kloster mitten in der Natur

Kloster Sobrado dos Monxes – ein spektakuläres Koster mitten in der Natur

Das Kloster Santa Maria de Sobrado in der Gemeinde Sobrado dos Monxes ist ein ganz besonderes Etappenziel sowohl auf dem Camino Primitivo als auch auf dem Camino del Norte. Es ist wohl das spektakulärste Kloster auf den beiden Wegen.

Von P.Lameiro - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31253163

Das Kloster soll im 10. Jahrhundert von den Benediktinern gegründet worden sein. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts war es verlassen. Im Jahr 1142 erfolgte die Wiedergründung als Zisterzienserkloster von der Primarabtei Clairvaux aus. Es ist das erste Zentrum des Zisterzienserordens in Spanien. Die kolossalen Gebäude in Mitten der Natur zeugen von der Macht und Bedeutung des Klosters. Dies zeigt sich auch darin, dass es als Tochter das Kloster Valdedios in Asturien gründete und ihm das Kloster Monfero in der Provinz A Coruna unterstellt wurde.

Aus dieser Blütezeit im 12. Und 13. Jh. sind nur noch wenige Räume erhalten. Dazu gehört die kleine Magdelena-Kapelle. Außerdem ist die beeindruckende Gewölbeküche, eine der wenigen noch erhaltenen Küchen aus dem Mittelalter mit ihrem besonderen Kamin in der Mitte des Raumes aus dieser Zeit zu bewundern ebenso wie der elegante Kapitelsaal.

Nach dieser Hochphase trat eine Zeit des Niedergangs ein. Durch den Beitritt der Klosters 1498 zur Zisterzienserkongregation von Kastilien kam es zu einer neuen Blütezeit, in der die meisten Klosterräume im Stil der Renaissance und des Barocks modernisiert wurden. Allein die Sakristei ist schon auf Grund der Größe eine der beeindruckendsten in Spanien. Sie wurde von Juan de Herrara gebaut, einem der bedeutendsten Architekten der Renaissance in Spanien. Er war auch maßgeblich am Bau der Kloster- und Schlossanlage El Escorial bei Madrid beteiligt.

Die vergangene Größe des Klosters lässt sich auch an der kunstvollen Barockfassade der Kirche erkennen. Es gibt wohl keine Barockkirche in Galicien, die sich mit Sobrado vergleichen lässt, sowohl was die Größe aber auch die architektonische Reichhaltigkeit betrifft. Die mehrfach überkuppelte monumentale Kirche wurde Ende des 17. Jh. erbaut und 1708 eingeweiht. Der Meisterarchitekt ist leider nicht bekannt.

Ein Zeichen des Reichtums des Klosters ist auch, das es drei Kreuzgänge besitzt, den reichen Kreuzgang der Medaillons, den großen Kreuzgang und den Kreuzgang der Hospederia.

Durch die Säkularisierung und Klosteraufhebung durch die Regierung Mendizabal im Jahr 1834 wurde das Kloster verlassen und verkauft. So kam es zum Verfall und zur Plünderung der Kunstschätze. Erst Mitte des 20. Jh. begann der Wiederaufbau. Ab 1996 lebt wieder eine Zisterziensergemeinschaft im Kloster, die auch die Pilgerherberge betreibt. Das Kloster war ja von Anfang an eine Pilgerstation auf dem Jakobsweg.

 

Von <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Willyman" title="User:Willyman">Willyman</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 4.0, Link
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Steinkreuze/Cruceiros auf unserem Weg

Steinkreuze/Cruceiros auf unserem Weg

Wenn man auf den verschiedenen Pilgerwegen wandert, trifft man immer wieder auf eine Vielzahl von bemerkenswerten Steinkreuzen. Sie stehen an Kreuzungen, Plätzen, Straßenrändern und vor Kirchen und Kapellen. Besonders schön gestaltet und auffallend sind die Steinkreuze in Galicien, wo es zwischen 10.000 und 15.000 sogenannte Cruceiros geben soll.

Sie sind im Gegensatz zu den einfacheren Steinkreuzen größer und künstlerisch geformt.

Wie sieht so ein typisches Steinkreuz/Cruceiro aus?

Häufig steht der Sockel auf einer Plattform mit Stufen. Oft findet man hier auch eine Inschrift, die Auskunft gibt über den Auftragsteller oder den Zeitpunkt. So wollten die Spender für sich und ihre Angehörigen göttlichen Ablass erbitten. Auf dem Sockel steht die Säule, die teilweise verziert ist und darauf befindet sich das Kreuz. Dieses Kreuz ist – im Gegensatz zu vielen einfachen Kreuzen – beidseitig gestaltet. Auf der zum Hauptweg weisenden Seite befindet sich das Bild des gekreuzigten Christus und auf der gegenüberliegenden Seite eines der Jungfrau Maria oder eines Heiligen. Neben einzelnen Säulen gibt es auch Kompositionen von mehreren Säulen mit Figuren oder komplexen Szenen.

Die Funktionen der Steinkreuze sind vielfältig. Viele Steinkreuze wurden zur Heiligsprechung heidnischer Kultstätten verwendet. So wurden sie z.T. auf Menhiren oder römischen Meilensteinen aufgestellt. Außerdem markierten sie territoriale Grenzen und sollten Feldfrüchte und Vieh schützen. Den Pilgern dienen die am Rand der Wege stehenden Steinkreuze als Orientierung und als Platz, an dem man einmal innehalten kann.

Die ältesten Cruceiros stammen aus dem 14. Jh., es sind also gotische Kreuze. Sie breiten sich dann ab dem 16. Jh. weiter stark aus.

Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga Commons)(Lmbuga Galipedia) - self made
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Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die Jakobsmuschel – Symbol des Jakobsweges

Die atlantische Jakobsmuschel, die Große Pilgermuschel (Pecten maximus) ist das begleitende Symbol aller Jakobspilger.

 

Der Legende nach hat das Symbol folgenden Ursprung:

Ein junger Adliger ritt einst dem Schiff entgegen, mit dem der Leichnam des Apostels Jakobus nach Spanien gebracht wurde. Unglücklicherweise versank er dabei im Meer; jedoch rettete Jakobus auf wundersame Weise sein Leben und half dem Ritter, das Ufer zu erreichen. Dadurch war sein Körper über und über von Muscheln bedeckt und aus diesem Grund wird die Muschel seitdem als Schutzzeichen getragen.

 

In den Frühzeiten der Pilgerbewegung wurde die Muschel als Nachweis der Ankunft ausgegeben und war somit ein Vorläufer der heutigen Pilgerurkunde. Die Muschel wurde am Wallfahrtsort verkauft und von den Pilgern am Hut oder Umhang getragen. Im Mittelalter ging man den Jakobsweg als Hin- und Rückweg. Die Pilgermuschel trugen somit nur Personen, die den Jakobsweg bereits auf dem Rückweg gingen. Der Verkauf war eine wichtige Einnahmequelle des Wallfahrtsortes. Seit dem 13. Jahrhundert wurde die Pilgerschaft nicht mehr mit der Muschel, sondern mit einer Urkunde beglaubigt.

 

Im Codex Calixtinus, einem Sammelwerk des Jakobuskult aus dem 12. Jh., wird schon die Bedeutung der Jakobsmuschel betont. Die beiden Schalen der Muschel, heißt es dort, stünden für die Gebote der christlichen Liebe, die es immer zu verteidigen gelte: Gott über allen Dingen zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Außerdem gleiche die Muschel einer Hand, die sich zur Verrichtung guter Werke öffne. Ob die Pilger heute noch der Muschel  diesen Sinngehalt zusprechen, ist sicher zu bezweifeln. Aber sie ist auf jeden Fall ein stolz getragenes Symbol zur Unterscheidung gegenüber landläufigen Wanderern. Deshalb wird sie heute auch schon zu Beginn des Jakobsweges an der Kleidung oder vor allem am Rucksack befestigt.

Stein vor der Kathedrale in Santiago de Compostela

In europäischen Gräbern vor allem aus dem 11. bis 14. Jahrhundert sind bis nach Skandinavien hinauf wiederholt Große Pilgermuscheln gefunden worden. Aus derartigen Grabfunden lassen sich alte Pilgertraditionen, ihre zeitliche Zuordnung und ihre lokale Bedeutung nachvollziehen. Man glaubt, dass die Pilger des Mittelalters mit der Muschel des Jakobswegs begraben wurden, um sich im Jenseits als Pilger zu identifizieren. So zeigten sie nach dem Leben, dass sie die in Compostela vollkommene Vergebung erhielten und glaubten daran, dass Jakobus der Ältere in der anderen Welt für sie Fürbitte hielt.

 

Die Jakobsmuschel dient auch als Wegweiser. Eine gelbe Muschel auf blauem Grund zeigt an, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Sie dient uns als Orientierung und man findet sie oft auf Straßenschildern, Randsteinen und Wegekreuzen oder anderen Gegenständen am Weg. Dabei fungiert die Muschel teilweise sogar als eine Art Pfeil: Zeigt das Muschelende, also der dünnere Teil, nach links, so setzt sich der Jakobsweg in der linken Richtung fort und umgekehrt. Allerdings gibt es auch unterschiedliche Interpretationen. In Galicien wird es z.B. anders interpretiert als in Asturien. In Asturien wird sie als Sternsymbol verstanden wird, dessen geschlossenes Ende den Weg anzeigt, weil dem Stern der Schweif folgt und für sie alle Straßen nach Santiago führen. In Galicien ist es eine Muschel, deren offenes Ende nach Santiago de Compostela zeigt. Für die Galicier symbolisiert der geschlossene Teil der Muschel Santiago de Compostela und für sie beginnen alle Jakobuswege dort. Die Unterschiede kann man auf dem Camino Primitivo in Acebo an der Grenze zwischen Asturien und Galicien beobachten.

Zudem ist die Muschel ein kunsthistorisches Zeugnis auf den Wegen. Wenn man durch die Dörfer geht, durch die der Jakobsweg führt, findet man häufig Gebäude, Brunnen oder Skulpturen mit der Pilgermuschel. Wir erkennen die Muschel als Dekoration an Kirchenfassaden und -portalen. Auch findet man in den Kirchen am Weg viele Darstellungen des hl. Jakobs als Pilger mit Brotbeutel, Wanderstab und Muschel.

älteste erhaltene Steinskulptur des Apostels aus dem 11. Jh. an der Kirche Santa Marta de Tera in Santa Croya de Tera
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Bilbao – von der Industrie- zur Kunststadt

Bilbao – von der Industrie- zur Kunststadt

“Wir waren stolz auf unsere Industrie und unsere Fabriken. Die Umweltverschmutzung war uns egal”, sagt Asier Abaunza Robles, Stadtrat für Stadtplanung in Bilbao. Der inklusive Umland knapp eine Million Einwohner zählende Ort an der Nordküste Spaniens hatte von jeher eine privilegierte geografische Lage. In der Umgebung gibt es vortreffliche Eisenerzvorkommen. Dazu liegt Bilbao eingebettet zwischen den Pyrenäen auf der einen Seite und dem kantabrischen Gebirge auf der anderen Seite und ist der bevorzugte Hafen für alles, was aus dem Norden kommt. Dementsprechend florierten Industrie und Handel – auf Kosten der Bevölkerung. Ein Beispiel: Bis in die 80er Jahre gab es in Bilbao genau einen Park. Fluss und Erde der Stadt waren mit Schwermetallen und giftigen Chemikalien verseucht.

In den 70er Jahren begann sich die Situation zu verschlechtern. Der Druck eines zunehmend globalisierten Marktes hinterließ seine Spuren. 1975 war jeder dritte Bewohner arbeitslos. Die Eisenhütten und Schiffswerften verwaisten, die ehemaligen Fabrikhallen zerfielen, der Fluss war verseucht. Arbeitslosigkeit, Smog und Terrorismus prägten in den 1990er-Jahren das Image der Stadt.

 

Als dann noch 1983 eine Flut weite Teile der Stadt zerstörte und dutzende Menschenleben kostete, beschloss man, Bilbao radikal zu ändern. Ziel war eine Dienstleistungsgesellschaft in einer sauberen, natürlichen Umgebung. Zwei Organisationen trugen zur Umsetzung des strategischen Planes bei: die Stadtsanierungsagentur Bilbao Metrópoli 30 und die Gesellschaft für Stadtentwicklung Bilbao Ria 2000. Bilbao Metrópoli 30 wurde 1991 als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) gegründet.

Die Agentur fungierte als Vermittler für den Regenerationsprozess, um die Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Akteuren zu unterstützen, um ein neues Stadtbild als „post-industrielle Stadt“ national und international zu fördern und um die Ziele des strategischen Plans für die Sanierung der Stadt umzusetzen.

Die Gesellschaft für Stadtentwicklung „Bilbao Ria 2000“ ist im Jahr 1992 als private Organisation in Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen entstanden. Die Gesellschaft hatte den Auftrag, großflächige verlassene Flächen zu revitalisieren sowie die veraltete Infrastruktur zu modernisieren. In Zusammenarbeit mit der regionalen und lokalen Regierung hat sie zu den wesentlichen Infrastrukturmaßnahmen der Stadt beigetragen. Dazu zählen eine ganze Reihe von Großprojekten wie zum Beispiel die Modernisierung des Eisenbahnnetzwerkes und des städtischen Verkehrs, die Sanierung des Flusses Nervion, die Vervollständigung des Abwassernetzes, der Rückbau von innerstädtischen Gleisanlagen, die Revitalisierung ehemaliger Stahlwerke und brachliegender Kohlenreviere, die Umwandlung innerstädtischer Industrieflächen zu Kultur-, Freizeit- und Wohnraum, der Neubau und die Erweiterung des Flughafens sowie der Bau einer neuen Messe auf einer Industriebrache. 

In den Sanierungsmaßnahmen wurde insgesamt ein großer Wert auf Design und emblematische Architekturprojekte gelegt. Eine Reihe von Stararchitekten hat mit spektakulären Entwürfen von Großprojekten wie U-Bahn Stationen, Brücken, Museen und dem Flughafen das Stadtbild geprägt. Darunter waren  Stararchitekten und Designer von Philippe Starck über Norman Foster bis Santiago Calatrava und Frank Gehry, die seit den 90er Jahren das Stadtbild veränderten.

So wurden beim Bau der Metro fast alle Bahnhofshallen bis 1995 von Norman Foster, der in Berlin dem Reichstag die Kuppel aufsetzte, gestaltet. Zwischen 1994-97 wurde die Zubizuri-Brücke von Santiago Calatrava konstruiert. Das Azkuna Zentroa, das moderne Zentrum für zeitgenössische Kunst und Freizeit, waren ehemalige Jugendstilhäuser, die als Weinlager dienten und bis 2010 durch den französischen Architekten Philippe Starck umgestaltet wurden. Und nicht zuletzt hat sich Bilbao als Standort für das Guggenheim-Museum durchgesetzt und dieses besondere Kunstwerk von Frank Gehry errichtet. Auf Grund der Auflagen der Guggenheim-Stiftung musste die Stadt den Bau des Museums und dessen Inhalt aus eigener Tasche bezahlen. (s. dazu eigenes Kapitel “Das Guggenheim Museum und der Bilbao -Effekt”)

Seit dem 1. Mai 2021 findet man zudem an der Uferpromenade in der Nähe des Guggenheim Museums eine Skulpturen Gruppe “Zigariac” über die Treidlerinnen von der Künstlerin Dora Salazar. Sie will damit an das Schicksal der Treidlerinnen im 19. Jh. erinnern, die die Schiffe mit dicken Tauen von der Flussmündung bis in den Hafen von Bilbao zogen und das zu einem Hungerlohn! Die Skulptur besteht aus vier Frauen von 2,5 Metern Höhe, die mit einem dicken Seil miteinander verbunden sind. Sie würdigt den schweren und zermürbenden Arbeitseinsatz dieser Frauen.

(s. Kapitel “Die Treidlerinnen von Bilbao”)

Zubizuri-Brücke
Titelbild: Makeip – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105658641

Zur Runderneuerung gehörte auch die Ökologisierung der Stadt. Lagerflächen wichen Grünflächen. Waren die Flussufer früher fast ausschließlich für Fabriken und Schiffe da, so findet man dort heute Promenaden und Parks. Bahnlinien wurden unter die Erde verlegt, Straßen ab- und umgebaut. 

Neben diesen neuen Attraktionen besitzt Bilbao aber auch viele Sehenswürdigkeiten aus vergangenen Zeiten, die einen Besuch lohnen.

An der Promenade des Nervión finden man heute noch drei Relikte aus der Zeit der Belle Époque: Das Teatro Arriaga stammt aus dem Jahre 1890 und ist dem Vorbild der Pariser Oper nachempfunden. Die Estación de la Concordia aus dem Jahre 1902 ist mit der Fassade aus bunten Keramikkacheln und den eleganten Konstruktionen aus Gusseisen möglicherweise der romantischste Bahnhof auf der ganzen Welt! Zudem lohnt sich ein Besuch des faszinierenden Mercado de la Ribera in seinem für damals modernen, zukunftsweisenden Stil aus dem Jahre 1929.

Eine weitere Attraktion ist die belebte, von engen Straßen geprägte Altstadt Bilbaos, das Casco Viejo, mit den Siete Calles (den sieben Straßen) und der mittelalterlichen gotischen Kathedrale Santiago aus dem 14. Jahrhundert.

Auch ein gemütlicher Stadtbummel durch die Einkaufsstraßen von Bilbao ist nicht zu verachten. Ein anschließender Besuch einer der vielen herrlichen Pinxtos-Bars rundet das Ganze dann ab. Bei der riesigen Auswahl an Pinxtos fällt die Wahl allerdings sehr schwer!

Jugendstilbahnhof
U-Bahn Station

Das Alles und noch mehr zeichnet Bilbao aus und macht die bekannteste Stadt des Baskenlandes so beliebt. Es ist diese Mischung aus Avantgarde im Zusammenspiel mit Jugendstilbauten und alten Häusern und Gassen aus dem Mittelalter.

Heute hat Bilbao sein Ziel aus den 80er Jahren erreicht: Es ist eine saubere Dienstleistungsstadt, die weder Schulden noch Defizit hat. Zu verdanken ist das dem konsequenten Weg in Richtung Erneuerung, den die Stadt über Jahrzehnte gegangen ist. 

Die Übertragung des sogenannten Bilbao-Effekts, durch die Errichtung eines spektakulären Gebäudes zum Besuchsmagneten zu werden, wird oft missverstanden. Man verkennt häufig die Bedeutung des gesamtstädtische Konzept, das hinter der Entwicklung Bilbaos steht.

Wenn wir Bilbao auf dem Jakobsweg verlassen, kann man erkennen, wie  langwierig so ein Veränderungsprozess ist. Wir wandern hier entlang des Flusses Nervión Richtung Atlantik und kommen an stillgelegten und noch aktiven Industrieanlagen vorbei, die einem noch eine  kleine Vorstellung von dem früheren Bilbao geben. 

Altstadtgasse

Bilbao Arena

Nicht nur Sportfans können sich für die Bilbao Arena begeistern. Nachhaltig, in Harmonie mit der Umgebung, ästhetisch und praktisch. Diese Mehrzwecksportanlage mit Basketballstadion und Kongresspalast ist ein Beispiel für nachhaltige moderne Architektur. Es besitzt ein System zur Wiederverwendung des Regenwassers und Kogenerierung von Energie und harmoniert mit der natürlichen Umgebung, da sein Design dem Felsen der ehemaligen Bergbauanlage und den hier wachsenden Bäumen gleicht.

Die Arena bietet auf den Rängen maximal 10.014 Plätze. Das Dach wird durch dünne Säulen getragen. Der obere Teil der Fassade besteht aus verschiedenfarbig lackierten Stahlblechen in Form von Rhomben, die Laub darstellen. Sie sind schuppenartig angelegt. Mit den Säulen entsteht so der Eindruck von Bäumen in einem Wald. Die Farbwahl außen setzt sich bei den Kunststoffsitzen in der Arena fort. In der Veranstaltungsarena finden neben dem Sport verschiedene Shows statt. Der Bau verfügt u. a. über ein 25-Meter-Schwimmbecken mit sechs Bahnen sowie ein Kinderbecken, ein Fitnessstudio mit 520 qm und Büroräumen ausgestattet.

Von Fred Romero from Paris, France - Bilbao - Bilbao Arena, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65735971
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Euskara – baskisch – die älteste Sprache der Welt

Euskara - baskisch - die älteste Sprache der Welt

Ich habe gerade im Buch von Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“ über einen Übersetzer gelesen habe, der seine Gefängniszeit nur überstand, weil er ein Buch aus dem Russischen ins Baskische übersetzte. Nun habe ich nachgedacht, was ich über die baskische Sprache weiß: Es ist eine sehr alte Sprache, die nicht mit anderen europäischen Sprachen verwandt ist. Vielmehr fiel mir nicht dazu ein – also ziemlich wenig. Also habe ich mich ein wenig schlau gemacht. Hier meine neuen Erkenntnisse.

Die baskische Sprache – die Eigenbezeichnung ist Euskara oder Eskuara – wird vor allem im Baskenland gesprochen. Das Baskenland (Euskal Herria oder Vasconia) befindet sich im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien. Zum Baskenland gehören sieben Provinzen, in denen Baskisch gesprochen wird. Drei von ihnen (Lapurdi, Behe Nafarroa und Zuberoa) liegen in Frankreich und werden als „Nördliches Baskenland“ bezeichnet (Iparralde). Die in Spanien liegenden Provinzen werden Hegoalde genannt. Dazu gehören die Foralgemeinschaft Nafarroa sowie die Autonome Baskische Gemeinschaft, die aus den drei Provinzen Gipuzkoa, Bizkaia und Araba besteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Baskische_Sprache#/media/Datei:Euskalkiak_koldo_zuazo_2008.png

Man schätzt, dass ca. 1.185.500 Menschen baskisch sprechen, davon 700.300 in Spanien und 51.200 in Frankreich, die restlichen wohnen in Europa und Amerika. Das Baskische gilt neben dem Hebräischen als älteste Sprache der Welt. Es ist nach gängiger Forschungsmeinung eine isolierte Sprache, die mit keiner anderen europäischen Sprachgruppe genetisch verwandt ist. Ihr Ursprung ist trotz aller über Jahrhunderte entwickelten Theorien unbekannt, zumal auch keine Verwandtschaft mit irgendeiner anderen Sprache nachgewiesen wird. Daher waren sich die Basken schon seit Jahrhunderten ihrer Einzigkeit bewusst. Dieses Selbstwahrnehmung zieht sich dann auch durch ihre ganze Geschichte durch.

Die Sprache hat sehr komplexe Verben, zwölf Fälle, ca. 200.000 verschiedene Wörter. Das Baskische besitzt zudem keine hochsprachliche Form, sondern insgesamt 8 Dialekte. Der Wortschatz wird durch Hinzufügung immer neuen Nachsilben bedeutend erweitert. Außerdem gibt es ein reiches Vokabular an Naturphänomenen. Die Basken selber haben kein eigenes Wort für baskisch. Das einzige Wort um einen Angehörigen der Gruppe zu bezeichnen, ist „euskaldun“, das bezeichnet jemanden, der Euskara spricht. Das Land nennen die Basken „Euskal Herria“, Land der Euskara-Sprecher.

Da Euskara jahrhundertelang hauptsächlich mündlich überliefert wurde, gibt es kaum Schriftzeugnisse. Das älteste Buch stammt gerade einmal aus dem Jahr 1545. Festgelegte syntaktische und orthographische Normen gibt es erst seit 1968; doch ganz abgeschlossen ist der Prozess der Standardisierung noch immer nicht.

Insgesamt kann man wohl sagen, dass das Baskische eine schwierige Sprache ist, da sie so ganz anders ist, als die anderen uns bekannten europäischen Sprachen. Wie eine Legende erzählt, wurde  der Teufel einst von Gott dazu verdammt, Baskisch zu lernen. Er scheiterte jedoch an den Verbalformen.  Diese konnte selbst der Teufel nicht lernen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Baskische_Sprache#/media/Datei:Irakatsia.png Baskisch in der Schulbildung: Anteile der Schüler mit baskischem Unterricht

Die Karte zeigt die unterschiedliche Verteilung der baskischen Sprache, die in den französischen Regionen nicht mehr so stark verbreitet ist. Als Ironie der Geschichte mag gelten, dass ausgerechnet die Französische Revolution, von der sich viele fortschrittliche Reformen erhofften, der baskischen Autonomie in Frankreich ein jähes Ende bereitete. Ein einheitlicher Schullehrplan für ganz Frankreich verbot das Baskische und andere Regionalsprachen, was sich erst 1981 mit der Wahl Francois Mitterands wieder änderte. Allerdings wird das Euskara von offizieller Seite nicht bewusst fördert.

Bereits Wilhelm von Humbodt, der sich intensiv mit der Erforschung der baskischen Sprache auseinandergesetzt hat, war der Überzeugung, dass das Baskische eine aussterbende Sprache sei, die allein in den abgelegenen Tälern der Pyrenäen überdauern könnte. Aber da irrte er sich. Selbst als während der Diktatur des Generals Francisco Franco, das Baskische ebenso verboten war wie alle anderen regionalen Sprachen Spaniens, schaffte ein nationalistisch geprägtes baskisches Bewusstsein die Sprache zu erhalten. Unter Franco wurden die Baskinnen und Basken sowie ihre Sprache brutal verfolgt. Selbst baskische Vornamen und Grabinschriften waren verboten. Euskara zu sprechen war Subversion und eine Möglichkeit, antifaschistische Gesinnung zu dokumentieren. Ab 1965 wurden die Restriktionen etwas gelockert. Im Jahre 1978, also 3 Jahre nach dem Tod Francos und dem Ende der Diktatur, setzte die neue spanische Verfassung dieser Unterdrückung des Baskischen ein Ende. Es war nun offiziell als Minderheitensprache anerkannt. 

Was die Verbreitung des Baskischen betrifft, so spielen die Schulen eine wichtige Rolle. Anfang der 60-er Jahre wurden die ersten ikastolas (Schulen, die ausschließlich auf baskisch unterrichten) gegründet zunächst in aller Heimlichkeit aber mit großer Unterstützung durch die baskischen Familien. Ende der 60-er Jahre wurden die ikastolas dann legalisiert und erfuhren einen hohen Zuwachs an Schülern. Seit Anfang der 1980er Jahre können Baskinnen und Basken in der CAV zwischen drei verschiedenen Schulformen wählen. An Schulen der A-Linie wird auf Spanisch unterrichtet, an Schulen der B-Linie auf Spanisch und Baskisch, in der D-Linie werden alle Fächer auf Baskisch gelehrt. 

In der Autonomen Baskischen Gemeinschaft (CAV) trägt die positive Sprachpolitik der letzten Jahre Früchte. Dort nimmt die Zahl der baskophonen Sprecherinnen und Sprecher stetig zu. Mehr und mehr Klassiker werden ins Euskara übersetzt und inspirieren Leserinnen und Leser ebenso wie Autorinnen und Autoren auf der Suche nach literarischen Ausdrucksmöglichkeiten. An den Schulen, an denen heute der Unterricht auch auf Baskisch stattfindet, wachsen neue lesende Generationen heran – ein Grund dafür, dass viele anspruchsvolle Kinder- und Jugendbücher verlegt werden. Auch der Roman und Kurzgeschichten erfreuen sich großer Beliebtheit. Die jährliche Literaturmesse in Durango ist ein Muss für lesefreudige Baskinnen und Basken und beliebtes Ziel. Zudem wird das Baskische auch über die Medien wieder stärker verbreitet u.a. auch durch mehrere Radiosender und einen Fernsehkanal.

Aufgrund der vielen und sehr unterschiedlichen Dialekte, war die Schaffung einer Einheitssprache von großer Bedeutung. Durch eine Sprachnormierung wollte man die baskische Sprache zukunftsfähig machen. Im Jahre 1968 begann man mit einer Vereinheitlichung des Baskischen, die schon lange zuvor von baskischen Schriftstellern gefordert wurde. So hat man in den letzten Jahren begonnen die Orthographie, die Deklination, das Basisvokabular und die Hilfsverben zu vereinheitlichen. Es ist interessant, dass sich das Baskische trotz seiner Eigenart und vieler Einschränkungen erhalten hat. Man kann von einer sehr robusten Sprache ausgehen und einem starken Identitätsgefühl ihrer Bewohner.

Interessant ist auch, dass sich auch die EU um die sprachliche Vielfalt kümmert. Die Europäische Union verfolgt mit ihrer Sprachenpolitik das Ziel, die Zusammenarbeit in Europa zu stärken und gleichzeitig die Vielfalt zu erhalten. Sie setzt daher Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Vielsprachigkeit und des kulturellen Reichtums sowie zur Verbesserung der Sprachkompetenz der Bevölkerung. 

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Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

Hórreros sind traditionelle Speicherbauten für Feldfrüchte (z.B. Mais), wie sie vornehmlich in Nordportugal und Nordspanien zu finden sind. Die kleinen Hórreros (auf unserem Weg meist in Galicien) wurden meist nur von ein oder zwei Familien genutzt, die längeren bzw. größeren (auf unserem Weg meist in Asturien) waren in der Regel dörfliche Gemeinschaftsspeicher.

 

Konstruktion

Hórreos  sind frei stehend und aus Holz oder Stein erbaut; das Charakteristische an ihnen ist der in der Regel ca. 80 bis 120 cm hohe Unterbau: auf zumeist steinernen Pfeilern liegen große Steinscheiben, auf denen dann der eigentliche – meist in Holzbauweise errichtete – Speicher aufliegt. Dieser kann – wie in Asturien – einen quadratischen oder – wie in Galicien und Leon – einen lang gestreckten rechteckigen Grundriss haben; die Wände und Türen sind mit Luftschlitzen versehen. Die ältesten noch erhaltenen Speicher stammen aus dem 16. Jahrhundert; der größte  – mit 35 m Länge – befindet sich in der Gemeinde Carnota im Nordwesten Galiciens.

Hintergrund für diese Bauweise sind die klimatischen Bedingungen im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Regenmengen von bis zu 2000 mm/Jahr sind in Galicien nicht selten; die daraus resultierende hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Vorräte bei schlechter Durchlüftung verrotten. Gleichzeitig dürfen aber keine Schädlinge (Mäuse, Ratten, Vögel) durch die notwendigen Lüftungsöffnungen eindringen. Diese sind klein genug angelegt, um die Kleintiere vom Lagergut fernzuhalten. Die Steinplatten bilden einen Überhang, der von den am Boden lebenden Nagern kaum zu überwinden ist. Das Dach kann aus Ziegelsteinen, Schiefer oder Stroh bestehen. Um den ganzen Bau zu nivellieren, werden unter den Pfeilern Steinplatten oder pilpayos eingeschoben.

In die Getreidekammer gelangt man über eine außen befindliche Steintreppe, den patín. Die Panera ist eine asturische Erweiterung des Hórreo, hat eine große Grundfläche, und hat eine umlaufende, überdachte Veranda. Diese Bauweise kam auf, als sich in Asturien der Anbau vonMais verbreitet und es somit reichliche Ernte gab, die aufbewahrt werden mußte. Verwendet wird sowohl Eichen als auch Kastanienholz. Als Nebengebäude des Hauses kann der Hórreo auf dem freien Gelände desselben oder in kleinen Gruppen auf beiden Seiten des Weges stehen. Oder man findet sie auch im Dorfzentrum. Manchmal teilen sich mehrere Personen einen Hórreo, und er kann dann verschiedene Eingangstüren haben.
Seitdem der Hórreo in Asturien im 14. Jahrhundert aufgekommen ist, hat er eigentlich nur kleine Veränderungen erfahren. Der asturische Hórreo ist auch das beste Beispiel für die vielfachen Holzkonstruktionen der asturischen Volksarchitektur. Ihre Verzierungen – Kreuze oder auch Figuren – sind ein spannendes Zeugnis der Vergangenheit und sollten die negativen Einflüsse von den gelagerten Waren fern halten.

Übrigens -Auch in anderen Ländern gibt diese Art der Volksarchitektur, so zum Beispiel in Rumänien, Slowenien, in der Schweiz, in Schweden und sogar in Japan.

Heutige Bedeutung

Die Hórreos sind heute als Speicher kaum noch im Gebrauch, werden aber zumeist gepflegt und erhalten, da sie für die Bevölkerung der genannten Regionen wichtige Kulturgüter darstellen und auch als touristische Attraktionen dienen. Ästhetisch sind sie reizvoll, weil sie jeden Garten, jede Wiese, jedes Dorf schöner aussehen lassen, funktional sind sie heute u.a. von Bedeutung, weil sie in Laufe der Zeit Ersatzfunktionen übernehmen konnten. Allein in Asturien soll es heute noch etwa 18.000 solcher Speicher geben. Ein Teil der größeren Hórreos wurden dabei als Wohnungen oder Ferienwohnung umgebaut.

 

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Das Guggenheim-Museum und der „Bilbao-Effekt“

Das Guggenheim-Museum und der „Bilbao-Effekt“

Der Begriff Bilbao-Effekt bezeichnet die gezielte Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten von Architekten. Der Begriff geht zurück auf die Entwicklung Bilbaos  im Zusammenhang mit dem 1997 fertiggestellten Guggenheim-Museum des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry.

Auslöser war, dass die Guggenheim-Stiftung in New York 1981 entschied, die Europa-Filiale ihres Museums in der heruntergekommenen Industriestadt zu eröffnen, um Bilbao kulturell zu beleben. Die Probleme Bilbaos in den 70er und 80er Jahren führten dazu, dass sich die Stadtverwaltung neu orientierte, um aus einer schmutzigen Industriestadt eine erfolgreiche Dienstleistungsstadt zu kreieren. So holten sie viele internationale Stararchitekten in die Stadt. Das von Frank O. Gehry entworfene Guggenheim-Museum, das Kulturzentrum Azkuna Zentroa von Philipp Starck, die Metroeingänge von Sir Norman Foster oder die Brücke Zubizuri von Santiago Calatrava sind die berühmtesten Bauten. Die Initialzündung ging sicher von Guggenheim-Museum aus, aber der Bilbao-Effekt kann eigentlich nur durch das Zusammenspiel verschiedenen Faktoren der Stadtgestaltung erklärt werden. Viele Städte, die glaubten über ein einzelnes spektakuläres Bauwerk ihre Stadt aufzuwerten, scheiterten .

Für einen Einladungswettbewerb, der den Auftakt zu Bilbaos umfassender Stadtsanierung markierte, entwarf Frank O. Gehry sein avantgardistisches Meisterwerk. Nach vier Jahren Bauzeit feierte das Museum im Oktober 1997 Eröffnung. Es hat die Stadt, die damals mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent geschlagen war, zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte geführt. Statt einer halben Million Besucher, auf die man in Bilbao vor der Eröffnung gehofft hatte, kamen schon bald eine Million pro Jahr; wegen der Kunst, die im Museum gezeigt wird, aber vor allem auch wegen des Museums selbst, einer formenreichen Wahnsinnskonstruktion. Bilbao hat sich darüber ganz neu aufgestellt, eine ehemalige schmutzigen Industriestadt wurde zu einer attraktiven Kulturstadt.

 

Die Struktur des Gebäudes aus Glas, Titan und Kalkstein aus Granada ist ein Kunstwerk. Die Verkleidung aus 33 000 Titanplatten ist nicht ganz eben und schafft dadurch besondere Lichteffekte je nach Wetterlage und Tageszeit, da sie bei jedem Licht anders leuchten. Gehry gelang mit voller Absicht das Kunststück, ein Kunstmuseum selbst zum wichtigsten Exponat zu erheben: einer Megaskulptur aus kantigen und dynamisch geschwungenen Formen, Symmetrien und Asymmetrien, Verschachtelungen der Elemente Kalkstein, Glas und Titan. Das Guggenheim-Museum ist eines der berühmten Beispiele des Dekonstruktivismus, einer Richtung der modernen Architektur, die durch das unvermittelte Aufeinanderstoßen von unterschiedlichen Materialien, Räumen und Linienführungen gekennzeichnet ist. Auch das Guggenheim-Museum zeichnet sich durch einen bemerkenswert freien, spielerisch leichten Umgang mit architektonischen Elementen, Gliederungsstrukturen und Materialien aus. Bis heute darf man sich tief vor der Leistung Frank Gehrys verneigen.

Wer zum Guggenheim-Museum nach Bilbao reist, sollte sich allerdings vor falschen Vorstellungen von einem Kunstmekka hüten. Das Museum zeigt auf seinen 11 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche nur wenige ständige Exponate, darunter einen “Nelkenstrauß” von Jeff Koons auf der Terrasse neben den Wassergärten sowie Stahlkolosse des Bildhauers Richard Serra in der mit 130 Metern längsten Galerie. Parallel laufen gewöhnlich zwei bis drei Wechselausstellungen unterschiedlichster Qualität, die zuweilen enttäuschen könnten.

Rund um die eindrucksvolle Konstruktion finden sich weitere beeindruckende Kunstwerke:

  • die neun Meter hohe Spinnenskulptur „Maman“ von Louise Bourgeois
  • die zwölf Meter hohe bepflanzte Hunde-Skulptur „Puppy“ von Jeff Koons, die eigentlich nur zur Eröffnung des Museums stehen sollte, aber auf Grund des Protestes der Bevölkerung wird die Skulptur jedes Jahr neue mit ca. 17 000 Blumen bepflanzt.
  • Anish Kapoors Installation Tall tree and the eye (2009), bestehend aus 73 spiegelnden Kugeln
  • Koons‘ Tulips – farbige Tulpen aus hochpoliertem Edelstahl aus seiner Celebration-Serie. 

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag – Sonntag 10 – 19 Uhr

Noch eine kurze Bemerkung zum Bilbao-Effekt:

Es liest sich wie ein einfaches Erfolgsrezept: Man nehme einen Stararchitekten, lasse ihn in einer Standardstadt ein Gebäude bauen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat, stelle Kunst aus – und die Stadt erblüht neu. Viele Städte haben versucht, nach diesem Muster vorzugehen, aber nur wenige waren wirklich erfolgreich. Ein trauriges Beispiel ist das Kulturzentrum im Avilés. Ich glaube, dass das Gesamtkonzept der Stadterneuerung letztendlich erst zum langfristigen Erfolg Bilbaos geführt hat. Der Bau einer U-Bahn, ein neuer Flughafen, ein neues Abwassersystem, Wohn-, Freizeit- und Gewerbeanlagen in der Innenstadt, die Neugestaltung des innerstädtischen Flussufers – all das beförderte neben dem Guggenheim-Museum den Bilbao-Effekt.

(s. dazu auch die Ausführungen zur Stadt Bilbao)

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Römische Stadt Lugo

Römische Stadt Lugo

Wir betreten durch das Tor San Pedro Lugo, die älteste Stadt Galiciens mit ca. 100.000 Einwohner. Hier beginnt dann auch schon unsere Zeitreise in die römische Vergangenheit der Stadt. Denn das Tor, wie einige andere, liegt in der alten römischen Stadtmauer, die die gesamte Altstadt umschließt. Sie ist die am vollständigsten erhaltene Mauer im gesamten Weströmischen Reich.

Paullus Fabius Maximus ließ im Jahr 13 v. Chr. im Namen des Kaisers Augustus die römische Stadt Lucus Augusti gründen, die aus einem römischen Lager hervorging, das immer stärker wuchs.  Damit sollte der Nordwesten der iberische Halbinsel endgültig ins Römische Reich eingegliedert werden. Im 3. Jh. nach chr. wurde sie zur Hauptstadt der römischen Provinz Hispania Superior. Eine früher errichtete erste Mauer wurde Ende des 3. Jahrhunderts durch die heute noch bestehende ersetzt. Der Neu- und Ausbau der Stadtmauer war notwendig, da das Imperium im Norden durch zahlreiche Überfälle von außen bedroht wurde. Die Mauer hat sich trotz der wechselhaften Geschichte Lugos u.a. unter der Herrschaft der Sueben und der Mauren und trotz der erforderlichen Ausbesserungs- und Ergänzungsarbeiten ihren ursprünglichen Charakter bewahrt und ist seit dem Jahr 2000 UNESCO Weltkulturerbe.

Von Malopez 21 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73731317
Von Cecilio Pizarro - (1850-10-06). "Muralla romana de Lugo". Semanario Pintoresco Español (40): 313. ISSN 2171-0538., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67290999

Die Mauer hat eine Länge von etwa 2100 m und umfasst eine Fläche von 34,4 ha. Diese Fläche umfasste damals neben den Wohngebäuden auch große Acker- und Brachflächen. Die Breite der Mauer beträgt 4,20 m und erreicht in einigen Abschnitten auch 7 m. Die Mauerhöhe variiert – geländebedingt – zwischen acht und zwölf Metern. Der Verlauf der Mauer bildet grob ein unregelmäßiges Viereck, wobei die Ecken abgerundet sind. In relativ kurzen Abständen – sie betragen zwischen 6,30 m und 13,50 m – sind nach außen meist halbkreisförmig Türme vorgebaut. Die Mauer hatte ursprünglich 85 Türme. Davon sind 46 noch erhalten, 39 wurden im Laufe der Zeit abgerissen oder zurückgebaut. Der Durchmesser der Türme variiert zwischen 9,80 m und 16,40 m.  Auf dem vorhandenen Steg waren mindestens zwei weitere Stockwerke aufgebaut, die heute nicht mehr erhalten sind. Ein einziger Rest  findet sich heute am Torre da Mosqueira mit seinen großen Fenstern mit Rundbögen. Als Fußgänger kann man auf der gesamten Mauer, wo einst die Wächter patrouillierten, entlang spazieren und so das alte Zentrum der Stadt umrunden, die Geschichte spüren und gleichzeitig das tägliche Treiben der Stadt beobachten.

Der Mauer vorgelagert war ein Graben. Er lag etwa 5 m vor den Türmen, war 20 m breit und 4 m tief. Davon sind heute nur wenige Spuren sichtbar. 1987 wurde der Graben durch archäologische Untersuchungen dokumentiert. Es wurde nachgewiesen, dass es sich nicht um einen durchgehenden Graben handelt, sondern dass er aus verschiedenen, voneinander unabhängigen Abschnitten bestand.

In römischer Zeit gab es fünf Tore, durch die man aus dem Umland die Stadt betreten konnte. Zwischen 1853 und 1921 wurden fünf weitere Tore durch die Mauer gebrochen, um den Anforderungen des wachsenden Verkehrs gerecht zu werden. Von den nun zehn bestehenden Toren dienen heute sechs ausschließlich dem Fußgängerverkehr. Nur vier Tore dürfen von Kraftfahrzeugen durchfahren.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Lugo sind:

  • die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria. Sie wurde im 12. Jh. erbaut, erhielt aber später gotische, barocke und neoklassische Bauteile dazu. Die Bauarbeiten dauerten über hundert Jahre an, wobei später wunderschöne Elemente, wie die neoklassische Fassade, welche unter dem Namen Santiago-Tor bekannt ist, hinzugefügt wurden. Die ursprünglichen romanischen Züge dieses Baus sind noch am Hauptandachtskreuz, dem größten Teil des Hauptschiffs sowie an den Seitenflügeln zu erkennen. Der gotischen Stilrichtung entstammen Elemente, wie das Deambulatorium, die Hauptkapelle oder der nördliche Säulengang, wohingegen die Sakristei, der Kreuzgang oder die Kapelle der Jungfrau Virgen de los Ojos Grandes im Barockstil gehalten sind. Im Innenbereich sind der prachtvolle in Nussholz geschnitzte Chor aus dem 17. Jahrhundert sowie das Retabel, welches der Schutzpatronin der Stadt gewidmet ist und als eines der Meisterwerke des galicischen Barocks angesehen wird, hervorzuheben. Die Kathedrale erhielt vom Papst das besondere Privileg, das Heilige Sakrament dauerhaft zu zeigen.
  • Der Barockbau des bischöflichen Palastes. Dieser Barockbau aus dem 18. Jahrhundert erhebt sich auf dem ehemaligen Standort des Turms der Grafen von Lemos.
  • Rund um die mit Säulengängen versehene Praza do Campo, welche in früheren Zeiten ein Forum Romanum und ein mittelalterlicher Markt war, erstreckt sich eine Vielzahl an belebten Einkaufsstraßen. Ganz in der Nähe erhebt sich die San Pedro-Kirche, ein wunderschönes Exemplar mittelalterlicher Architektur, welche Teil des ehemaligen San Francisco-Klosters war und heute Sitz des Provinzialmuseums, eines der bedeutendsten Museen der Provinz Lugo, ist.
  • Park Rosalia de Castro Will man sich nach der Wanderung ein wenig ausruhen, so bietet sich ein Besuch im Park Rosalia de Castro an.  Er wurde zu Beginn des 20. Jhs. angelegt und hat seinen Namen von der großen galicischen Schriftstellerin, die mit einer Skulptur geehrt wird. Mehrere Teiche sind von schönen Rosensträuchern umgeben. Von einem Aussichtspunkt an der Westseite kann man den vorbeifließenden Mino Fluss beobachten. In diesem Park befinden sich mehr als hundert unterschiedliche Arten von riseigen Bäumen: Riesenmammutbäume,  Ahorne, Spanische Tannen, Blaufichten, Atlaszedern etc.
  • Die römische Brücke von Lugo stammt aus dem 1. Jh. und verband Lucus Augusti mit Braga (Portugal) über die römische Straße. Die Brücke ist über einhundert Meter lang und vier Meter breit. Trotz zahlreicher Renovierungen blieb die ursprüngliche Gestalt erhalten. Heute ist sie nur für Fußgänger zugänglich und bietet einen herrlichen Spaziergang über den Fluss Mino.

Römische Thermen

Etwa einen Kilometer vor Lugo sind die Überreste römischer Thermen zu besichtigen. Sie entstanden im 1. und 2. Jh. und befinden sich heute unter dem Hotel Balneario de Lugo am Ufer des Flusses Mino. Die Ausgrabungen im Untergeschoss des Hotels sind für Besucher offen.

Quellen

Stefanie Bisping, Gint Schwarzenburg, 100 Highlights Jakobswege in Spanien und Portugal,  München 2021

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Zamora – Perle der Romanik

Zamora und seine romanischen Kirchen

Die Gegend von Zamora wurde schon in der Bronzezeit besiedelt. In der Römerzeit gehörte die Stadt zur römischen Provinz Lusitania und war eine Station auf der sogenannten Silberstraße, die unter Kaiser Augustus von Merida nach Astorga gebaut wurde. In der Maurenzeit verzeichnete Zamora eine wechselhafte Geschichte. Sie wurde von den Mauren erobert, dann zunächst wieder dem christlichen Herrschaftsbereich eingegliedert, später 960 von den Mauren zerstört und im 11. Jh. unter Ferdinand I. wieder aufgebaut. Denn damals wurde eine Wiederbesiedlung (repoblacion) dieses ehemaligen „Niemandslands“in den Angriff genommen. Das „Niemandsland“ war jenes zwischen den Mauren und Christen umkämpftes Grenzgebiet, das lange Zeit stark entvölkert war.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Zamora_(Spanien)#/media/Datei:Catedral_de_Zamora_Es_retouched.jpg

Im 12. Und 13. Jh. erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Hier entwickelte sich die Stadtstruktur und viele der repräsentativen Gebäude wurden im romanischen Stil errichtet. Zamora beherbergt allein im historischen Zentrum 14 Kirchen. 

Dies brachte der Stadt auch den Namen „Stadt der Romanik“ oder „Perle der Romanik“ ein. Nachdem die Reconquista Mitte des 13. Jh. aber Richtung Süden und Andalusien vorrückte, verlor Zamora seine strategische Bedeutung. Die Verlagerung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen gegen Süden hatte zur Folge, dass Zamora auf den Rang einer Provinzstadt zurücksank. Dieser Tatsache verdanken wir es wohl, dass uns heute neben schönen Gebäuden noch viele romanische Kirchen erhalten geblieben sind und diese nicht überbaut oder umgestaltet wurden, allen voran die romanische Kathedrale.

Interessant ist auch das alte Kastell.

Von PMRMaeyaert - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.w Kathedrale von Zamora

Einige der ca. 16 romanischen Kirchen in Zamora

  • Die romanische Kathedrale (Catedral de San Salvador) stammt aus dem 12. Jh. und ist die Bischofskirche des Bistums Zamora.
  • San Cipriano gehört zu den frühen romanischen Kirchen von Zamora. Die Kirche wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts errichtet, eine weitere Bauphase folgte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
  • San Claudio de Olivares wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
  • Die spätromanische Kirche Espíritu Santo wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. 
  • San Isidoro wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Die romanische Kirche befindet sich in der Nähe der Kathedrale und der Burg.
  • Santiago de los Caballeros wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
  • Santa María Magdalena  wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begonnen. Die Bauarbeiten zogen sich bis ins frühe 13. Jahrhundert hin. Die Maria Magdalena geweihte Kirche war ursprünglich im Besitz des Johanniterordens. Sie hat ein einziges rechteckiges Schiff, das durch einen geraden Abschnitt mit dem Halbkreis der Apsis verbunden ist.
Von GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25411646
Von GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25372083
Von Tamorlan - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15547740
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