Las Bardenas Reales – eine Landschaft vom anderen Stern
Er ist ein fantastisches Kunstwerk der Natur: der Las Bardenas Reales Nationalpark in Navarra 100 km südlich von Pamplona. Die bizarren Formationen aus ockerfarbigem Kreide- und Tongestein, die über Millionen von Jahren durch Erosion entstanden sind, faszinieren immer wieder aufs Neue.
Wir kommen leider am Jakobsweg hier nicht direkt vorbei, aber wer vielleicht ein wenig Zeit in Pamplona hat, der könnte sich diesen Ausflug wirklich überlegen.
Las Bardenas Reales ist eine Halbwüste, die eine Fläche von 415 qkm umfasst. Charakteristisch für die Bardenas Reales ist eine bizarre Landschaft aus großenteils ockerfarbigem Lehm. Dieser ist das Sediment eines urzeitlichen Meeres, das durch tektonische Hebung der Iberischen Platte verlandete. Neben dem Lehm finden sich auch härtere Sandstein- und Kalksteinschichten. Durch den Abfluss von Wasser aus den Pyrenäen in das Mittelmeer erodierten die Sedimentschichten in unterschiedlicher Weise. So bildeten sich die typischen Barrancos (ausgetrocknete Flussbetten) und bizarren Bergformen heraus.
Der größte Teil der Bardenas Reales ist seit 1999 als Naturpark geschützt und 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt worden.
Vielleicht wird Ihnen das alles auch irgendwie bekannt vorkommen. Das mag daran liegen, dass die Bardenas Reales schon mehrfach die Kulisse für bekannte Film- und Fernsehproduktionen gestellt haben. Serien wie „Game of Thrones“ und Filme wie „The Counselor“ oder „Die Welt ist nicht genug spielen“ teilweise in dieser Landschaft. Aber keine Angst: Drachen brauchen Sie nicht zu befürchten. Dafür kann man über 20 verschiedene Vogelartenbeobachten, die in den Lüften der Bardenas ihre Runden drehen, wie der Königsuhu, der Schmutz- oder der Gänsegeier.
Wer Spaß an Legenden hat, hier eine, in der die las Bardenas Reales eine Rolle spielen:
Die Legende von Sanchicorrota:
Sancho de Rota oder Sanchicorrota war bekannt als der König von Bardenas, der „Robin Hood“ in dieser Gegend. Er war auf der Flucht vor der Justiz und verbarg sich in seiner Schutzhütte, mitten in den wüstenhaften Landschaften der Hochebenen und vom Wasser und Wind geformten Schluchten. Dieses Gebäude auf einem Berg in der Nähe von Piskerra trägt heute seinen Namen. Es heißt, der Bandit bestahl die Reichen und gab seine Beute den weniger Begünstigten, aber es gibt auch Geschichten, nach denen er nicht wirklich so gütig war. Darin soll er zunächst als Müller tätig gewesen sein. Dann aber nach einem Streit, in dem er seinen Nachbar tötete, hat er sich Straßenräubern anschlossen, die in diesem verlassenen Gebiet zahlreiche Verstecke fanden.
Nachdem er jahrelang die Wache von König Juan II. von Aragon überlistet hatte, wurde er der Legende nach in die Enge getrieben und beendete 1452 mit dem Dolch sein Leben, bevor sie ihn erwischten.