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Las Bardenas Reales – eine Landschaft vom anderen Stern

Las Bardenas Reales – eine Landschaft vom anderen Stern

Er ist ein fantastisches Kunstwerk der Natur: der Las Bardenas Reales Nationalpark in Navarra 100 km südlich von Pamplona. Die bizarren Formationen aus ockerfarbigem Kreide- und Tongestein, die über Millionen von Jahren durch Erosion entstanden sind, faszinieren immer wieder aufs Neue.

Wir kommen leider am Jakobsweg hier nicht direkt vorbei, aber wer vielleicht  ein wenig Zeit in Pamplona hat, der könnte sich diesen Ausflug wirklich überlegen.

Las Bardenas Reales ist eine Halbwüste, die eine Fläche von 415 qkm umfasst. Charakteristisch für die Bardenas Reales ist eine bizarre Landschaft aus großenteils ockerfarbigem Lehm. Dieser ist das Sediment eines urzeitlichen Meeres, das durch tektonische Hebung der Iberischen Platte verlandete. Neben dem Lehm finden sich auch härtere Sandstein- und Kalksteinschichten. Durch den Abfluss von Wasser aus den Pyrenäen in das Mittelmeer erodierten die Sedimentschichten in unterschiedlicher Weise. So bildeten sich die typischen Barrancos (ausgetrocknete Flussbetten) und bizarren Bergformen heraus.

Der größte Teil der Bardenas Reales ist seit 1999 als Naturpark geschützt und 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt worden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales#/media/Datei:LaPisquerra.jpg

Vielleicht wird Ihnen das alles auch irgendwie bekannt vorkommen. Das mag daran liegen, dass die Bardenas Reales schon mehrfach die Kulisse für bekannte Film- und Fernsehproduktionen gestellt haben. Serien wie „Game of Thrones“ und Filme wie „The Counselor“ oder „Die Welt ist nicht genug spielen“ teilweise in dieser Landschaft. Aber keine Angst: Drachen brauchen Sie nicht zu befürchten. Dafür kann man über 20 verschiedene Vogelartenbeobachten, die in den Lüften der Bardenas ihre Runden drehen, wie der Königsuhu, der Schmutz- oder der Gänsegeier.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales#/media/Datei:Bardeak.jpg

Wer Spaß an Legenden hat, hier eine, in der die las Bardenas Reales eine Rolle spielen:

 

Die Legende von Sanchicorrota:

Sancho de Rota oder Sanchicorrota war bekannt als der König von Bardenas, der „Robin Hood“ in dieser Gegend. Er war auf der Flucht vor der Justiz und verbarg sich in seiner Schutzhütte, mitten in den wüstenhaften Landschaften der Hochebenen und vom Wasser und Wind geformten Schluchten. Dieses Gebäude auf einem Berg in der Nähe von Piskerra trägt heute seinen Namen. Es heißt, der Bandit bestahl die Reichen und gab seine Beute den weniger Begünstigten, aber es gibt auch Geschichten, nach denen er nicht wirklich so gütig war. Darin soll er zunächst als Müller tätig gewesen sein. Dann aber nach einem Streit, in dem er seinen Nachbar tötete, hat er sich Straßenräubern anschlossen, die in diesem verlassenen Gebiet zahlreiche Verstecke fanden.

Nachdem er jahrelang die Wache von König Juan II. von Aragon überlistet hatte, wurde er der Legende nach in die Enge getrieben und beendete 1452 mit dem Dolch sein Leben, bevor sie ihn erwischten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales#/media/Datei:Bardena_Blanca.JPG
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Bilbao – von der Industrie- zur Kunststadt

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“Wir waren stolz auf unsere Industrie und unsere Fabriken. Die Umweltverschmutzung war uns egal”, sagt Asier Abaunza Robles, Stadtrat für Stadtplanung in Bilbao. Der inklusive Umland knapp eine Million Einwohner zählende Ort an der Nordküste Spaniens hatte von jeher eine privilegierte geografische Lage. In der Umgebung gibt es vortreffliche Eisenerzvorkommen. Dazu liegt Bilbao eingebettet zwischen den Pyrenäen auf der einen Seite und dem kantabrischen Gebirge auf der anderen Seite und ist der bevorzugte Hafen für alles, was aus dem Norden kommt. Dementsprechend florierten Industrie und Handel – auf Kosten der Bevölkerung. Ein Beispiel: Bis in die 80er Jahre gab es in Bilbao genau einen Park. Fluss und Erde der Stadt waren mit Schwermetallen und giftigen Chemikalien verseucht.

In den 70er Jahren begann sich die Situation zu verschlechtern. Der Druck eines zunehmend globalisierten Marktes hinterließ seine Spuren. 1975 war jeder dritte Bewohner arbeitslos. Die Eisenhütten und Schiffswerften verwaisten, die ehemaligen Fabrikhallen zerfielen, der Fluss war verseucht. Arbeitslosigkeit, Smog und Terrorismus prägten in den 1990er-Jahren das Image der Stadt.

 

Als dann noch 1983 eine Flut weite Teile der Stadt zerstörte und dutzende Menschenleben kostete, beschloss man, Bilbao radikal zu ändern. Ziel war eine Dienstleistungsgesellschaft in einer sauberen, natürlichen Umgebung. Zwei Organisationen trugen zur Umsetzung des strategischen Planes bei: die Stadtsanierungsagentur Bilbao Metrópoli 30 und die Gesellschaft für Stadtentwicklung Bilbao Ria 2000. Bilbao Metrópoli 30 wurde 1991 als öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) gegründet.

Die Agentur fungierte als Vermittler für den Regenerationsprozess, um die Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Akteuren zu unterstützen, um ein neues Stadtbild als „post-industrielle Stadt“ national und international zu fördern und um die Ziele des strategischen Plans für die Sanierung der Stadt umzusetzen.

Die Gesellschaft für Stadtentwicklung „Bilbao Ria 2000“ ist im Jahr 1992 als private Organisation in Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen entstanden. Die Gesellschaft hatte den Auftrag, großflächige verlassene Flächen zu revitalisieren sowie die veraltete Infrastruktur zu modernisieren. In Zusammenarbeit mit der regionalen und lokalen Regierung hat sie zu den wesentlichen Infrastrukturmaßnahmen der Stadt beigetragen. Dazu zählen eine ganze Reihe von Großprojekten wie zum Beispiel die Modernisierung des Eisenbahnnetzwerkes und des städtischen Verkehrs, die Sanierung des Flusses Nervion, die Vervollständigung des Abwassernetzes, der Rückbau von innerstädtischen Gleisanlagen, die Revitalisierung ehemaliger Stahlwerke und brachliegender Kohlenreviere, die Umwandlung innerstädtischer Industrieflächen zu Kultur-, Freizeit- und Wohnraum, der Neubau und die Erweiterung des Flughafens sowie der Bau einer neuen Messe auf einer Industriebrache. 

In den Sanierungsmaßnahmen wurde insgesamt ein großer Wert auf Design und emblematische Architekturprojekte gelegt. Eine Reihe von Stararchitekten hat mit spektakulären Entwürfen von Großprojekten wie U-Bahn Stationen, Brücken, Museen und dem Flughafen das Stadtbild geprägt. Darunter waren  Stararchitekten und Designer von Philippe Starck über Norman Foster bis Santiago Calatrava und Frank Gehry, die seit den 90er Jahren das Stadtbild veränderten.

So wurden beim Bau der Metro fast alle Bahnhofshallen bis 1995 von Norman Foster, der in Berlin dem Reichstag die Kuppel aufsetzte, gestaltet. Zwischen 1994-97 wurde die Zubizuri-Brücke von Santiago Calatrava konstruiert. Das Azkuna Zentroa, das moderne Zentrum für zeitgenössische Kunst und Freizeit, waren ehemalige Jugendstilhäuser, die als Weinlager dienten und bis 2010 durch den französischen Architekten Philippe Starck umgestaltet wurden. Und nicht zuletzt hat sich Bilbao als Standort für das Guggenheim-Museum durchgesetzt und dieses besondere Kunstwerk von Frank Gehry errichtet. Auf Grund der Auflagen der Guggenheim-Stiftung musste die Stadt den Bau des Museums und dessen Inhalt aus eigener Tasche bezahlen. (s. dazu eigenes Kapitel “Das Guggenheim Museum und der Bilbao -Effekt”)

Seit dem 1. Mai 2021 findet man zudem an der Uferpromenade in der Nähe des Guggenheim Museums eine Skulpturen Gruppe “Zigariac” über die Treidlerinnen von der Künstlerin Dora Salazar. Sie will damit an das Schicksal der Treidlerinnen im 19. Jh. erinnern, die die Schiffe mit dicken Tauen von der Flussmündung bis in den Hafen von Bilbao zogen und das zu einem Hungerlohn! Die Skulptur besteht aus vier Frauen von 2,5 Metern Höhe, die mit einem dicken Seil miteinander verbunden sind. Sie würdigt den schweren und zermürbenden Arbeitseinsatz dieser Frauen.

(s. Kapitel “Die Treidlerinnen von Bilbao”)

Zubizuri-Brücke
Titelbild: Makeip – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105658641

Zur Runderneuerung gehörte auch die Ökologisierung der Stadt. Lagerflächen wichen Grünflächen. Waren die Flussufer früher fast ausschließlich für Fabriken und Schiffe da, so findet man dort heute Promenaden und Parks. Bahnlinien wurden unter die Erde verlegt, Straßen ab- und umgebaut. 

Neben diesen neuen Attraktionen besitzt Bilbao aber auch viele Sehenswürdigkeiten aus vergangenen Zeiten, die einen Besuch lohnen.

An der Promenade des Nervión finden man heute noch drei Relikte aus der Zeit der Belle Époque: Das Teatro Arriaga stammt aus dem Jahre 1890 und ist dem Vorbild der Pariser Oper nachempfunden. Die Estación de la Concordia aus dem Jahre 1902 ist mit der Fassade aus bunten Keramikkacheln und den eleganten Konstruktionen aus Gusseisen möglicherweise der romantischste Bahnhof auf der ganzen Welt! Zudem lohnt sich ein Besuch des faszinierenden Mercado de la Ribera in seinem für damals modernen, zukunftsweisenden Stil aus dem Jahre 1929.

Eine weitere Attraktion ist die belebte, von engen Straßen geprägte Altstadt Bilbaos, das Casco Viejo, mit den Siete Calles (den sieben Straßen) und der mittelalterlichen gotischen Kathedrale Santiago aus dem 14. Jahrhundert.

Auch ein gemütlicher Stadtbummel durch die Einkaufsstraßen von Bilbao ist nicht zu verachten. Ein anschließender Besuch einer der vielen herrlichen Pinxtos-Bars rundet das Ganze dann ab. Bei der riesigen Auswahl an Pinxtos fällt die Wahl allerdings sehr schwer!

Jugendstilbahnhof
U-Bahn Station

Das Alles und noch mehr zeichnet Bilbao aus und macht die bekannteste Stadt des Baskenlandes so beliebt. Es ist diese Mischung aus Avantgarde im Zusammenspiel mit Jugendstilbauten und alten Häusern und Gassen aus dem Mittelalter.

Heute hat Bilbao sein Ziel aus den 80er Jahren erreicht: Es ist eine saubere Dienstleistungsstadt, die weder Schulden noch Defizit hat. Zu verdanken ist das dem konsequenten Weg in Richtung Erneuerung, den die Stadt über Jahrzehnte gegangen ist. 

Die Übertragung des sogenannten Bilbao-Effekts, durch die Errichtung eines spektakulären Gebäudes zum Besuchsmagneten zu werden, wird oft missverstanden. Man verkennt häufig die Bedeutung des gesamtstädtische Konzept, das hinter der Entwicklung Bilbaos steht.

Wenn wir Bilbao auf dem Jakobsweg verlassen, kann man erkennen, wie  langwierig so ein Veränderungsprozess ist. Wir wandern hier entlang des Flusses Nervión Richtung Atlantik und kommen an stillgelegten und noch aktiven Industrieanlagen vorbei, die einem noch eine  kleine Vorstellung von dem früheren Bilbao geben. 

Altstadtgasse

Bilbao Arena

Nicht nur Sportfans können sich für die Bilbao Arena begeistern. Nachhaltig, in Harmonie mit der Umgebung, ästhetisch und praktisch. Diese Mehrzwecksportanlage mit Basketballstadion und Kongresspalast ist ein Beispiel für nachhaltige moderne Architektur. Es besitzt ein System zur Wiederverwendung des Regenwassers und Kogenerierung von Energie und harmoniert mit der natürlichen Umgebung, da sein Design dem Felsen der ehemaligen Bergbauanlage und den hier wachsenden Bäumen gleicht.

Die Arena bietet auf den Rängen maximal 10.014 Plätze. Das Dach wird durch dünne Säulen getragen. Der obere Teil der Fassade besteht aus verschiedenfarbig lackierten Stahlblechen in Form von Rhomben, die Laub darstellen. Sie sind schuppenartig angelegt. Mit den Säulen entsteht so der Eindruck von Bäumen in einem Wald. Die Farbwahl außen setzt sich bei den Kunststoffsitzen in der Arena fort. In der Veranstaltungsarena finden neben dem Sport verschiedene Shows statt. Der Bau verfügt u. a. über ein 25-Meter-Schwimmbecken mit sechs Bahnen sowie ein Kinderbecken, ein Fitnessstudio mit 520 qm und Büroräumen ausgestattet.

Von Fred Romero from Paris, France - Bilbao - Bilbao Arena, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65735971
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Euskara – baskisch – die älteste Sprache der Welt

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Ich habe gerade im Buch von Pascal Mercier „Das Gewicht der Worte“ über einen Übersetzer gelesen habe, der seine Gefängniszeit nur überstand, weil er ein Buch aus dem Russischen ins Baskische übersetzte. Nun habe ich nachgedacht, was ich über die baskische Sprache weiß: Es ist eine sehr alte Sprache, die nicht mit anderen europäischen Sprachen verwandt ist. Vielmehr fiel mir nicht dazu ein – also ziemlich wenig. Also habe ich mich ein wenig schlau gemacht. Hier meine neuen Erkenntnisse.

Die baskische Sprache – die Eigenbezeichnung ist Euskara oder Eskuara – wird vor allem im Baskenland gesprochen. Das Baskenland (Euskal Herria oder Vasconia) befindet sich im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien. Zum Baskenland gehören sieben Provinzen, in denen Baskisch gesprochen wird. Drei von ihnen (Lapurdi, Behe Nafarroa und Zuberoa) liegen in Frankreich und werden als „Nördliches Baskenland“ bezeichnet (Iparralde). Die in Spanien liegenden Provinzen werden Hegoalde genannt. Dazu gehören die Foralgemeinschaft Nafarroa sowie die Autonome Baskische Gemeinschaft, die aus den drei Provinzen Gipuzkoa, Bizkaia und Araba besteht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Baskische_Sprache#/media/Datei:Euskalkiak_koldo_zuazo_2008.png

Man schätzt, dass ca. 1.185.500 Menschen baskisch sprechen, davon 700.300 in Spanien und 51.200 in Frankreich, die restlichen wohnen in Europa und Amerika. Das Baskische gilt neben dem Hebräischen als älteste Sprache der Welt. Es ist nach gängiger Forschungsmeinung eine isolierte Sprache, die mit keiner anderen europäischen Sprachgruppe genetisch verwandt ist. Ihr Ursprung ist trotz aller über Jahrhunderte entwickelten Theorien unbekannt, zumal auch keine Verwandtschaft mit irgendeiner anderen Sprache nachgewiesen wird. Daher waren sich die Basken schon seit Jahrhunderten ihrer Einzigkeit bewusst. Dieses Selbstwahrnehmung zieht sich dann auch durch ihre ganze Geschichte durch.

Die Sprache hat sehr komplexe Verben, zwölf Fälle, ca. 200.000 verschiedene Wörter. Das Baskische besitzt zudem keine hochsprachliche Form, sondern insgesamt 8 Dialekte. Der Wortschatz wird durch Hinzufügung immer neuen Nachsilben bedeutend erweitert. Außerdem gibt es ein reiches Vokabular an Naturphänomenen. Die Basken selber haben kein eigenes Wort für baskisch. Das einzige Wort um einen Angehörigen der Gruppe zu bezeichnen, ist „euskaldun“, das bezeichnet jemanden, der Euskara spricht. Das Land nennen die Basken „Euskal Herria“, Land der Euskara-Sprecher.

Da Euskara jahrhundertelang hauptsächlich mündlich überliefert wurde, gibt es kaum Schriftzeugnisse. Das älteste Buch stammt gerade einmal aus dem Jahr 1545. Festgelegte syntaktische und orthographische Normen gibt es erst seit 1968; doch ganz abgeschlossen ist der Prozess der Standardisierung noch immer nicht.

Insgesamt kann man wohl sagen, dass das Baskische eine schwierige Sprache ist, da sie so ganz anders ist, als die anderen uns bekannten europäischen Sprachen. Wie eine Legende erzählt, wurde  der Teufel einst von Gott dazu verdammt, Baskisch zu lernen. Er scheiterte jedoch an den Verbalformen.  Diese konnte selbst der Teufel nicht lernen!

https://de.wikipedia.org/wiki/Baskische_Sprache#/media/Datei:Irakatsia.png Baskisch in der Schulbildung: Anteile der Schüler mit baskischem Unterricht

Die Karte zeigt die unterschiedliche Verteilung der baskischen Sprache, die in den französischen Regionen nicht mehr so stark verbreitet ist. Als Ironie der Geschichte mag gelten, dass ausgerechnet die Französische Revolution, von der sich viele fortschrittliche Reformen erhofften, der baskischen Autonomie in Frankreich ein jähes Ende bereitete. Ein einheitlicher Schullehrplan für ganz Frankreich verbot das Baskische und andere Regionalsprachen, was sich erst 1981 mit der Wahl Francois Mitterands wieder änderte. Allerdings wird das Euskara von offizieller Seite nicht bewusst fördert.

Bereits Wilhelm von Humbodt, der sich intensiv mit der Erforschung der baskischen Sprache auseinandergesetzt hat, war der Überzeugung, dass das Baskische eine aussterbende Sprache sei, die allein in den abgelegenen Tälern der Pyrenäen überdauern könnte. Aber da irrte er sich. Selbst als während der Diktatur des Generals Francisco Franco, das Baskische ebenso verboten war wie alle anderen regionalen Sprachen Spaniens, schaffte ein nationalistisch geprägtes baskisches Bewusstsein die Sprache zu erhalten. Unter Franco wurden die Baskinnen und Basken sowie ihre Sprache brutal verfolgt. Selbst baskische Vornamen und Grabinschriften waren verboten. Euskara zu sprechen war Subversion und eine Möglichkeit, antifaschistische Gesinnung zu dokumentieren. Ab 1965 wurden die Restriktionen etwas gelockert. Im Jahre 1978, also 3 Jahre nach dem Tod Francos und dem Ende der Diktatur, setzte die neue spanische Verfassung dieser Unterdrückung des Baskischen ein Ende. Es war nun offiziell als Minderheitensprache anerkannt. 

Was die Verbreitung des Baskischen betrifft, so spielen die Schulen eine wichtige Rolle. Anfang der 60-er Jahre wurden die ersten ikastolas (Schulen, die ausschließlich auf baskisch unterrichten) gegründet zunächst in aller Heimlichkeit aber mit großer Unterstützung durch die baskischen Familien. Ende der 60-er Jahre wurden die ikastolas dann legalisiert und erfuhren einen hohen Zuwachs an Schülern. Seit Anfang der 1980er Jahre können Baskinnen und Basken in der CAV zwischen drei verschiedenen Schulformen wählen. An Schulen der A-Linie wird auf Spanisch unterrichtet, an Schulen der B-Linie auf Spanisch und Baskisch, in der D-Linie werden alle Fächer auf Baskisch gelehrt. 

In der Autonomen Baskischen Gemeinschaft (CAV) trägt die positive Sprachpolitik der letzten Jahre Früchte. Dort nimmt die Zahl der baskophonen Sprecherinnen und Sprecher stetig zu. Mehr und mehr Klassiker werden ins Euskara übersetzt und inspirieren Leserinnen und Leser ebenso wie Autorinnen und Autoren auf der Suche nach literarischen Ausdrucksmöglichkeiten. An den Schulen, an denen heute der Unterricht auch auf Baskisch stattfindet, wachsen neue lesende Generationen heran – ein Grund dafür, dass viele anspruchsvolle Kinder- und Jugendbücher verlegt werden. Auch der Roman und Kurzgeschichten erfreuen sich großer Beliebtheit. Die jährliche Literaturmesse in Durango ist ein Muss für lesefreudige Baskinnen und Basken und beliebtes Ziel. Zudem wird das Baskische auch über die Medien wieder stärker verbreitet u.a. auch durch mehrere Radiosender und einen Fernsehkanal.

Aufgrund der vielen und sehr unterschiedlichen Dialekte, war die Schaffung einer Einheitssprache von großer Bedeutung. Durch eine Sprachnormierung wollte man die baskische Sprache zukunftsfähig machen. Im Jahre 1968 begann man mit einer Vereinheitlichung des Baskischen, die schon lange zuvor von baskischen Schriftstellern gefordert wurde. So hat man in den letzten Jahren begonnen die Orthographie, die Deklination, das Basisvokabular und die Hilfsverben zu vereinheitlichen. Es ist interessant, dass sich das Baskische trotz seiner Eigenart und vieler Einschränkungen erhalten hat. Man kann von einer sehr robusten Sprache ausgehen und einem starken Identitätsgefühl ihrer Bewohner.

Interessant ist auch, dass sich auch die EU um die sprachliche Vielfalt kümmert. Die Europäische Union verfolgt mit ihrer Sprachenpolitik das Ziel, die Zusammenarbeit in Europa zu stärken und gleichzeitig die Vielfalt zu erhalten. Sie setzt daher Maßnahmen zur Förderung und zum Erhalt der Vielsprachigkeit und des kulturellen Reichtums sowie zur Verbesserung der Sprachkompetenz der Bevölkerung. 

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Die Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos sind eine Reihe von Konglomerat-Felsformationen in der Gemeinde Las Peñas de Riglos in der Comarca Hoya de Huesca in Aragon, Spanien. Sie befinden sich in der Nähe von Las Peñas de Riglos, etwa 45 km nordwestlich der Stadt Huesca.

 

https://es.wikipedia.org/wiki/Mallos_de_Riglos

Durch die Erosion ergeben sich am Fuß der Pyrenäen interessante Formationen. Ein Beispiel sind die Mallos de Riglos. Sie entstanden als erodiertes Material von den Hängen der Pyrenäen abgewaschen und durch Kalkstein zusammengeklebt wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Mischung zu einer Masse von Konglomerationsgestein verdichtet. Schließlich verschleiste die Erosion die weicheren, poröseren Teile des Konglomerats. Das widerstandsfähigere Gestein blieb erhalten und wurde zu den als Mallos de Riglos bekannten Formationen.

Die Mallos de Riglos und die Burg Loarre liegen nicht unmittelbar am Jakobsweg, doch wenn man genug Zeit hat, sind sie auf jeden Fall einen Abstecher wert.

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Die Pyrenäen – wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

Die Pyrenäen - wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

Die Pyrenäen sind ein Faltengebirge an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, wobei die Grenze meist auf dem Gebirgskamm verläuft. Dabei liegen zwei Drittel der Fläche in Spanien, ein Drittel in Frankreich. Das Gebirge erstreckt sich über 430 km von der Atlantikküste (Golf von Biscaja) bis zum Mittelmeer (Golf de Roses).

Geographisch lassen sich die Pyrenäen in verschiedene, klimatisch und räumlich abgegrenzte Regionen einteilen. Im Westen sind die Pyrenäen relativ flach und gehen in das Kantabrische Gebirge über. So gibt es die westlichen Küstengebiete am Atlantik mit den Städten Biarritz und Bayonne auf französischer und San Sebastian auf spanischer Seite, sozusagen die baskische Küste als Gesamtgebiet, denn das Baskenland ist ja grenzübergreifend. Im Osten grenzt das Gebirge an das Mittelmeer ungefähr bei Perpignan. Im östlichen Teil an der Küste haben sie noch mittelgebirgsähnlichen Charakter, doch dann steigen sie nach knapp 50 km schon auf fast 3000 m Höhe an.

https://www.easyvoyage.de/spanien/die-tierwelt-der-pyrenaeen-4167

Im Zentrum befinden sich die Haute Pyrenees, auf französischer Seite um Tarbes, Garvanie und Lourdes und auf spanischer Seite die Pyrenäen von Aragon mit den höchsten Gipfeln des Gebirges und den beiden spanischen Nationalparks. Mittig liegt der Kleinstaat Andorra, eingebettet zwischen Frankreich und Spanien. Das zentrale Gebirge zwischen dem Col de Puymorens und dem Col du Somport ist der höchste und wildeste Abschnitt der Pyrenäen. Mit dem Pico d´Aneto auf spanischer Seite erreichen sie auf 3404 m ihre größte Höhe. Aber es gibt weitere 200 Berge, die eine Höhe über 3000 m besitzen. Einige sind noch vergletschert. Sie haben allerdings schon viel der einstigen Größe verloren.

Die von Osten nach Westen verlaufende Pyrenäen-Kette entstand aufgrund der Kontinental-kollision zwischen dem Mikrokontinent Iberia und dem südwestlichen Ausläufer der Eurasischen Platte (Südfrankreich). Die Annäherung der beiden Kontinente erfolgte während des Känozoikums im Zusammenhang mit der großen alpidischen Orogenese (Gebirgsbildung) ab dem Beginn der Oberkreide (Albium/Cenomanium) vor rund 100 Millionen Jahren und führte im Verlauf des Paläogens (Eozän/Oligozän) zwischen 55 und 25 Millionen Jahren zur Heraushebung des Gebirges. Seit diesem Zeitpunkt unterliegt es neben isostatischen Ausgleichsbewegungen hauptsächlich starker Erosion. Man kann also sagen, die Pyrenäen sind ein echter Grenzfall: Hier endet Europa – und beginnt Afrika. Zumindest für die Geologen – denn hier knallt unsere Kontinental-Platte an das afrikanische Schild. Das Urgestein wurde hochgeschoben, geknickt, gefaltet – schroff und steil zum Felsriegel der Pyrenäen.

Im Pyrenäenraum gibt es drei Nationalparks. In Frankreich ist es der “Französische Pyrenäen Nationalpark oder Parc National de Pyrenees”. Er umfasst das Gebiet zwischen dem Valle d’ Aspee und dem Valle d’ Aure. Dieser Park zieht sich über immerhin fast 100 km an der spanischen Grenze entlang. Das Highlight ist dabei der berühmte Cirque de Garvanie. einer von drei Felskesseln. Er hat einen Durchmesser von 2 km und die ihn umgebenden Berge ragen mehr als 1500 m über den Rand des Kessels auf. Von einer fast senkrechten Felswand stürzen die Gavarnie-Fälle herab, die zu den höchsten Wasserfällen Europas zählen. Sie sind als Weltkulturerbe eingestuft.

Der bekanntere der beiden spanischen Nationalparks ist der Ordesa Nationalpark, mit zahlreichen imposanten Schluchten und Wasserfällen. Man nennt ihn auch Parque National de Ordesa y Monte Perdido nach dem höchsten Berg der Region, dem Monte Perdido (verlorener Berg), der mit 3355 Metern der dritthöchste Berg der gesamten Pyrenäen ist. Weiter östlich, ebenfalls auf spanischem Boden, befindet sich der Nationalpark Aigüestortes mit seiner schier unglaublichen Vielzahl an Flüssen, Seen und Wasserfällen. 

 

Flora und Fauna

Im Pyrenäengebiet wachsen über 3300 verschiedene Pflanzenarten, 150 davon sind endemisch. Endemisch bedeutet das ausschließliche Vorkommen von Pflanzen oder Tieren in einem begrenzten Gebiet. Einige besonders schöne Blumenarten sind Pyrenäen-Hahnenfuß, Narzisse, Schwertlilie und auch Enzian. Unter den endemischen Pflanzen gibt es die Pyrenäen-Lilie und den Pyrenäen-Felsenteller sowie spezielle Arten von Astern, Glockenblumen, Ginster und Ramondia.

 

Unter den zahlreichen Tierarten besonders hervorzuheben ist der Braunbär. Das heute seltene Tier (von dem es in den Pyrenäen nur noch 20 bis 25 Exemplare gibt, weitere leben im kantabrischen Gebirge) war in den vergangenen Jahrhunderten in dieser Gegend ausgesprochen zahlreich vertreten. 2004 war die letzte Bärin Frankreichs von der angeblich verirrten Kugel eines Wildschwein-Jägers getötet worden. Der Nachschub aus Slowenien, fünf Tier und genetisch dem Pyrenäenbär sehr ähnlich, hat sich so gut eingelebt, dass heute rund 40 Bären in den Départements Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Haute-Garonne und Ariège leben.

Natürlich trifft man in den Pyrenäen auch noch andere Säugetierarten an, so zum Beispiel Gämsen, Rehe, Wildziegen, Wölfe, Füchse, Eichhörnchen, Wildschweine und etwa 40 Arten von Kleinsäugern. Es kommen unzählige Vogelfamilien vor, darunter Greifvögel (Eulen, Bussarde, Adler und Falken) sowie Aasfresser wie Aas- und Schmutzgeier. Die Könige unter den Vögeln sind hier jedoch der Königsadler und der Bartgeier. Die Kolonien, die letzterer in den Pyrenäen gebildet hat, stellen die größte und leider auch eine der wenigen verbliebenen Ansammlungen der Art in Europa dar.

 

Geschichte

Das Gebirge ist zum Teil sehr dürftig erschlossen. Im Gegensatz zu den Alpen verlaufen die meisten Täler quer zum Hauptkamm und lassen somit eine bequeme Überschreitung der Berge nur an wenigen Stellen möglich. Die Griechen und Römer hatten vorwiegend Stützpunkte an der katalonischen Küste, hatten aber kein Interesse an den Bergen. Auch die Germanenstämme der Sueben, Vandalen und Westgoten nutzten ab dem 5. Jh. die Pyrenäen als Übergang zu den fruchtbareren Ebenen. Als die Mauren dann Spanien eroberten, flohen die Bewohner der Ebene zum Teil in die Berge und machten die dortigen Täler urbar. Die dortigen Feudalherren führten immer wieder Angriffe gegen die Mauren durch, um Beute zu machen. Das gewonnen Raubgut bot einen finanziellen Rückhalt. Außerdem ermöglichte es auch den Bau zahlreicher romanischer Kirchen. Im Vall de Boi befindet sich die schönste und größte Ansammlung der fast 1000 Jahre alten Kirchen. Oft liegen sie in wenigen Kilometern Entfernung.

Heute sind die Pyrenäen eher eine Abwanderungsregion. Allein der Tourismus bringt eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung.

 

Querung der Pyrenäen auf dem Jakobsweg

Wir überqueren die Pyrenäen auf der Via Tolosana über den Somport-Pass. Der Col du Somport / Puerto de Somport (Höhe 1640 m) ist einer der ältesten Pyrenäenübergänge. Er liegt am westlichen Ende der Zentralpyrenäen. Sein Name ist die abgeschliffene Form von lateinischen summus portus = höchster (Pyrenäen-)Übergang, was er tatsächlich jahrhundertelang war. Er war schon immer für den Jakobsweg ein wichtiger Übergang. Kurz unterhalb des Passes finden sich noch die Ruinen des alten Pilgerhospitals Santa Cristina de Somport aus dem 11. Jahrhundert.

Wenn man auf den anderen Jakobswegen aus Frankreich (Via Podiensis von Le Puy en Velay, Via Turonensis von Paris, Via Lemovicensis von Vezelay) unterwegs ist, dann überquert man die Pyrenäen in der Regel über den Ibañetapass von St. Jean Pied de Port nach Roncevalles. Dort trifft man dann auf den Camino Frances nach Santiago de Compostela.

 

Wer Tucholsky mag, dem empfehle ich das Buch „Ein Pyrenäenbuch“. Die Aufzeichnungen sind lebendige und humorvolle Impressionen seiner Begegnungen und Erlebnisse und geistreiche und kritische Reflexionen über Alltagssituationen zur damaligen Zeit, die auch heute noch zum Nachdenken anregen. Interessant ist auch, dass Tucholsky damals wegen dieses Buches von völkischen Kreisen als „Franzosenliebling“ und „Undeutscher“ bezeichnet wurde!

Vielleicht gefällt Ihnen ja auch das Buch von Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym, Zürich 2001.

 

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Die Jakobswege und Regionen in Spaniens

Die Jakobswege und Regionen in Spanien

Hier sind die Jakobswege in Spanien mit ihrer Länge eingezeichnet. Man kann die langen Weg natürlich auch in Etappen gehen. Wir haben zum Beispiel die Via de la Plata aus Zeitgründen in drei Etappen eingeteilt: Sevilla bis Caceres, Caceres bis Zamora, Zamora bis Santiago de Compostela. Da das Eisenbahn- und Busnetz in Spanien sehr gut ausgebaut ist, kommt man auch  leicht wieder zum jeweiligen Ausgangspunkt

https://jakobsweg-lebensweg.de/jakobsweg-laenge/
https://jakobsweg-kuestenweg.com/laenge/spanien/

Als autonome Gemeinschaften werden 17 Gebietskörperschaften bezeichnet, die die Regionen Spaniens verkörpern

https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien#/media/Datei:Gemeinden_Spanien_2023.png
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Die Problematik der Eukalyptusplantagen
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Der Mudéjar-Stil- ein einzigartiger spanischer Architekturstil
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Ritterorden in Spanien
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Gold in Asturien und die spektakulären Las Médulas

Gold in Asturien und die spektakulären Las Médulas

Das Gebiet Hispania Tarraconensis wurde von Kaiser Augustus erobert. Die Römer befestigten die Region und waren vor allem an den Goldvorkommen in Asturien interessiert. So fanden sie z.B. bei Tineo im heutigen Gemeindeteil Navelgas Gold, das sie abbauten und zum Prägen von Münzen nutzten. Bis heute gilt der Ort als asturische Gold-Hauptstadt und besitzt ein Museum, das dem Gold gewidmet ist.

Der spektakulärste Ort aber, der das Erbe des römischen Goldabbaus dokumentiert, ist Las Medulas.

Die rötlichen Felsen und spitzen Gesteinsgebirge um die Las Médulas wirken wie von der Natur gebildet, sie sind aber in Wahrheit von Menschenhand geschaffen. Es bietet sich ein faszinierendes Panorama, aber eigentlich ist es ein Werk der Umweltzerstörung in römischen Zeiten. Die Mine Las Medulas zählt nämlich zu den altrömischen Minen in dieser Gegend und befindet sich im nordwestlichen Teil des Landes in Leon Kastilien in der Nähe von Ponferrada.

Schon vor der römischen Eroberung gewannen die Ureinwohner hier Gold. Die Historiker haben festgestellt, dass der Abbau der Mine noch im ersten Jahrhundert v.u.Z. begann und mehr als 300 Jahre dauerte. Die großtechnische Produktion begann aber erst in der zweiten Hälfte des 1. Jh. n.Chr.. Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia 70 n.Ch. über den Abbau und die Gefahren, die damit verbunden waren. Es handelt sich um eine hervorragende Technik und gleichzeitig um eine unmenschliche Aufgabe der Arbeiter.

Die hier verwendete Bergbautechnik hat die bezeichneten Titel „Ruina Montium“ (Zerstöre die Berge). Sie baut auf der zerstörerischen Kraft des Wassers auf. Um diese zu nutzen, wurde ein weitreichendes hydraulisches Netzwerk geschaffen. So wurde Wasser über eine Entfernung von über 100 Kilometer aus der Sierra de la Cabrera geleitet und in Staubecken gesammelt.

Gleichzeitig wurden sehr steile Tunnel und Schächte in den Fels getrieben, die auch miteinander verbunden wurden, so dass ein Netz von Kanälen den Berg durchzogen. Die Tunnel im Felsen brachten es in ihrer Gesamtheit auf etwa 100 Kilometer Länge. Dann wurden die Dämme der Stauseen geöffnet, so dass das Wasser durch die Tunnel schoss. Das Wasser hatte dann der Maßen viel Kraft, dass es den Fels regelrecht sprengte. Das Gold wurde dadurch aus dem Stein herausgelöst und mit nach draußen geschwemmt und in Sammelbecken geleitet. Über Wasserkanäle in Form von Holztreppen wurde das Gemisch aus Wasser und Gestein sortiert, bis nur noch das schwerste Element, das Gold, übrig blieb.

Knapp 100 Millionen Kubikmeter Erdreiche sollen so in knapp 2 Jh. gesprengt und weggespült worden sein. Unter Berücksichtigung der verbrauchten Wassermenge, der Länge und der Anzahl der Abzweigungen seiner Kanäle kann man das hydraulische System von Las Médulas als das spektakulärste bekannte System bezeichnen. Geblieben ist eine zerklüftete Landschaft von rund 20 Quadratkilometer Größe.

Plinus der Ältere behauptete, dass dort jedes Jahr fast 20.000 römische Pfund Gold gefördert wurden. Das bedeutet, dass ungefähr 1.635 t in der ganzen Zeit zu Tage gefördert wurden. 60.000 Arbeiter waren im Rahmen der Ausbeutung beschäftigt. Dabei handelte es sich um römische Sklaven und mehrere zehntausend Arbeiter aus Asturien. Viele sahen bei ihrer Arbeit unter Tage Monate lang kein Sonnenlicht. Viele Menschen ließen dabei ihr Leben, denn die Arbeit im Berg war auch deshalb sehr gefährlich, weil die Tunnel jederzeit einstürzen konnten. Man hat mehrere keltiberischen Fluchtsiedlungen ausgegraben, die in der Römerzeit wohl als “Werkssiedlungen” verwendet wurden. Selbst die Edelkastanien der Zone sind ein römisches Relikt, man pflanzte sie, um die Sklaven damit billig ernähren zu können.

Der massive Bergbau in Las Médulas und anderen römischen Stätten hatte erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt . Eisbohrkerndaten aus Grönland deuten darauf hin, dass die mineralische Luftverschmutzung in Spanien während der Römerzeit ihren Höhepunkt erreichte. Die atmosphärischen Bleiwerte aus dieser Zeit wurden erst wieder etwa 1.700 Jahre später mit derIndustriellen Revolution erreicht.

Die Aufnahme von Las Médulas als Weltkulturerbe 1997 war daher u.a. aus solchen Gründen umstritten. 

Las Medulas liegen nicht direkt auf dem Jakobsweg, aber wer genug Zeit, kann hier sicher etwas Einzigartiges besichtigen.

Eine der Galerien in den Las Medulas
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Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

Hórreros sind traditionelle Speicherbauten für Feldfrüchte (z.B. Mais), wie sie vornehmlich in Nordportugal und Nordspanien zu finden sind. Die kleinen Hórreros (auf unserem Weg meist in Galicien) wurden meist nur von ein oder zwei Familien genutzt, die längeren bzw. größeren (auf unserem Weg meist in Asturien) waren in der Regel dörfliche Gemeinschaftsspeicher.

 

Konstruktion

Hórreos  sind frei stehend und aus Holz oder Stein erbaut; das Charakteristische an ihnen ist der in der Regel ca. 80 bis 120 cm hohe Unterbau: auf zumeist steinernen Pfeilern liegen große Steinscheiben, auf denen dann der eigentliche – meist in Holzbauweise errichtete – Speicher aufliegt. Dieser kann – wie in Asturien – einen quadratischen oder – wie in Galicien und Leon – einen lang gestreckten rechteckigen Grundriss haben; die Wände und Türen sind mit Luftschlitzen versehen. Die ältesten noch erhaltenen Speicher stammen aus dem 16. Jahrhundert; der größte  – mit 35 m Länge – befindet sich in der Gemeinde Carnota im Nordwesten Galiciens.

Hintergrund für diese Bauweise sind die klimatischen Bedingungen im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Regenmengen von bis zu 2000 mm/Jahr sind in Galicien nicht selten; die daraus resultierende hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Vorräte bei schlechter Durchlüftung verrotten. Gleichzeitig dürfen aber keine Schädlinge (Mäuse, Ratten, Vögel) durch die notwendigen Lüftungsöffnungen eindringen. Diese sind klein genug angelegt, um die Kleintiere vom Lagergut fernzuhalten. Die Steinplatten bilden einen Überhang, der von den am Boden lebenden Nagern kaum zu überwinden ist. Das Dach kann aus Ziegelsteinen, Schiefer oder Stroh bestehen. Um den ganzen Bau zu nivellieren, werden unter den Pfeilern Steinplatten oder pilpayos eingeschoben.

In die Getreidekammer gelangt man über eine außen befindliche Steintreppe, den patín. Die Panera ist eine asturische Erweiterung des Hórreo, hat eine große Grundfläche, und hat eine umlaufende, überdachte Veranda. Diese Bauweise kam auf, als sich in Asturien der Anbau vonMais verbreitet und es somit reichliche Ernte gab, die aufbewahrt werden mußte. Verwendet wird sowohl Eichen als auch Kastanienholz. Als Nebengebäude des Hauses kann der Hórreo auf dem freien Gelände desselben oder in kleinen Gruppen auf beiden Seiten des Weges stehen. Oder man findet sie auch im Dorfzentrum. Manchmal teilen sich mehrere Personen einen Hórreo, und er kann dann verschiedene Eingangstüren haben.
Seitdem der Hórreo in Asturien im 14. Jahrhundert aufgekommen ist, hat er eigentlich nur kleine Veränderungen erfahren. Der asturische Hórreo ist auch das beste Beispiel für die vielfachen Holzkonstruktionen der asturischen Volksarchitektur. Ihre Verzierungen – Kreuze oder auch Figuren – sind ein spannendes Zeugnis der Vergangenheit und sollten die negativen Einflüsse von den gelagerten Waren fern halten.

Übrigens -Auch in anderen Ländern gibt diese Art der Volksarchitektur, so zum Beispiel in Rumänien, Slowenien, in der Schweiz, in Schweden und sogar in Japan.

Heutige Bedeutung

Die Hórreos sind heute als Speicher kaum noch im Gebrauch, werden aber zumeist gepflegt und erhalten, da sie für die Bevölkerung der genannten Regionen wichtige Kulturgüter darstellen und auch als touristische Attraktionen dienen. Ästhetisch sind sie reizvoll, weil sie jeden Garten, jede Wiese, jedes Dorf schöner aussehen lassen, funktional sind sie heute u.a. von Bedeutung, weil sie in Laufe der Zeit Ersatzfunktionen übernehmen konnten. Allein in Asturien soll es heute noch etwa 18.000 solcher Speicher geben. Ein Teil der größeren Hórreos wurden dabei als Wohnungen oder Ferienwohnung umgebaut.

 

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Die Schwebefähre von Biskaya

Die Schwebefähre von Biskaya

Die älteste Schwebefähre der Welt in der Nähe von Bilbao beeindruckt als Monument der Industriellen Revolution mit spektakulärer Architektur und herrlicher Aussicht.

Die Brücke von Biskaya ist die älteste Schwebefähre der Welt, die heute noch voll in Betrieb ist und jedes Jahr an die sechs Millionen Reisende befördert.  Sie wurde vom spanischen Architekten Alberto de Palacio entworfen, der eine Präferenz für Eisen als Baumaterial hatte. Er war zudem ein enger Freund von Gustave Eiffel.

 

Das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Werk wurde 1893 eingeweiht.

Diese Flussbrücke über den Nervión ist 45 m hoch und 160 m lang und verbindet die Ortschaften Portugalete und Getxo miteinander. Sie war die erste Brücke der Welt, mit der man über ein Hängeschiff, das von einem Ufer zum anderen schwebt, über den Fluss fahren konnte. Danach wurde diese revolutionäre Technik in zahlreichen ähnlichen Brücken in Europa, Afrika und Amerika eingesetzt.

 

Man entschied sich zur damaligen Zeit für eine Schwebefähre anstatt eines normalen Viadukts, damit die größeren Schiffe weiterhin unter der Brücke durchfahren konnten. Damals konzentrierte sich die gesamte Industrie von Biskaya am Hafen von Guecho, immer mehr Fabriken wurden an den Ufern des Nervión gebaut. Es war daher unbedingt erforderlich, dass die neue Brücke die Durchfahrt der großen Frachter in Richtung der neuen Werften ermöglichte.

Die 400 Tonnen schwere Anlage besteht aus zwei 45 Meter hohen Stahlfachwerktürme an beiden Ufern mit einem 160 Meter langen horizontalen Traggerüst dazwischen. Die Türme sind, dem Konstruktionsprinzip einer Hängebrücke folgend, durch diagonal verlaufende Seile im Hinterland verankert. Am Traggerüst hängt eine 15 × 10,4 Meter große Transportbarke, mit der Personen und Autos (bis zu sechs Pkw) transportiert werden können. Die aufnehmbare Nutzlast ist allerdings auf 22 Tonnen begrenzt. Zusätzlich gibt es noch einen Fußgängerüberweg im oberen Teil der Hochbrücke, der per Aufzug zu erreichen ist. Die Schwebefähre war die erste ihrer Art und stand Modell für etwa 20 ähnliche Anlagen in EuropaAfrika und Amerika. Ab 1916 wurde wegen der relativ geringen Kapazität solcher Anlagen deren Bau aufgegeben. Heute sind weltweit noch acht Schwebefähren in Betrieb.

Die Brücke von Biskaya war das erste historische Industriedenkmal Spaniens und ist laut der UNESCO „eine außergewöhnliche Ausdrucksform technischer Kreativität, in der Funktion und ästhetische Schönheit perfekt miteinander kombiniert werden“.

 

Die horizontale Verbindung wurde 1937 während des spanischen Bürgerkrieges zerstört, um den Vormarsch von Francos Truppen aufzuhalten. Dabei wurden auch die Türme auf beiden Uferseiten in Mitleidenschaft gezogen. Alberto Palacio musste von seinem Haus in Portugalete aus mit ansehen, wie sein Meisterwerk teilweise zerstört wurde. Er starb zwei Jahre später. Nach dem Krieg wurde das Traggerüst wiederaufgebaut und die Schwebefähre 1941 wieder in Betrieb genommen. 1964 wurde die alte Gondel durch eine neuere ersetzt die sich nach den aerodynamischen Prinzipien richtete und aus seewasserbeständigem Stahl gefertigt wurde. 1991 wurde ein für Abendveranstaltungen konzipierte Lichtanlage aus über 900 Leuchten angebracht.

 

Die Fähre ist das ganze Jahr über täglich von morgens fünf bis abends zehn Uhr geöffnet. Im Abstand von acht Minuten werden während der Betriebszeiten Autos und Personen übergesetzt. Die Überfahrt dauert ca. 2 Minuten und erspart Autos einen Umweg von ca. 20 km. Im vergangenen Jahr beförderte die Puente de Vizcaya 3 176 739 Personen, 181 238 Motorräder und Fahrräder sowie 298 176 Fahrzeuge und Lieferwagen.

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Das Guggenheim-Museum und der „Bilbao-Effekt“

Das Guggenheim-Museum und der „Bilbao-Effekt“

Der Begriff Bilbao-Effekt bezeichnet die gezielte Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten von Architekten. Der Begriff geht zurück auf die Entwicklung Bilbaos  im Zusammenhang mit dem 1997 fertiggestellten Guggenheim-Museum des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry.

Auslöser war, dass die Guggenheim-Stiftung in New York 1981 entschied, die Europa-Filiale ihres Museums in der heruntergekommenen Industriestadt zu eröffnen, um Bilbao kulturell zu beleben. Die Probleme Bilbaos in den 70er und 80er Jahren führten dazu, dass sich die Stadtverwaltung neu orientierte, um aus einer schmutzigen Industriestadt eine erfolgreiche Dienstleistungsstadt zu kreieren. So holten sie viele internationale Stararchitekten in die Stadt. Das von Frank O. Gehry entworfene Guggenheim-Museum, das Kulturzentrum Azkuna Zentroa von Philipp Starck, die Metroeingänge von Sir Norman Foster oder die Brücke Zubizuri von Santiago Calatrava sind die berühmtesten Bauten. Die Initialzündung ging sicher von Guggenheim-Museum aus, aber der Bilbao-Effekt kann eigentlich nur durch das Zusammenspiel verschiedenen Faktoren der Stadtgestaltung erklärt werden. Viele Städte, die glaubten über ein einzelnes spektakuläres Bauwerk ihre Stadt aufzuwerten, scheiterten .

Für einen Einladungswettbewerb, der den Auftakt zu Bilbaos umfassender Stadtsanierung markierte, entwarf Frank O. Gehry sein avantgardistisches Meisterwerk. Nach vier Jahren Bauzeit feierte das Museum im Oktober 1997 Eröffnung. Es hat die Stadt, die damals mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent geschlagen war, zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte geführt. Statt einer halben Million Besucher, auf die man in Bilbao vor der Eröffnung gehofft hatte, kamen schon bald eine Million pro Jahr; wegen der Kunst, die im Museum gezeigt wird, aber vor allem auch wegen des Museums selbst, einer formenreichen Wahnsinnskonstruktion. Bilbao hat sich darüber ganz neu aufgestellt, eine ehemalige schmutzigen Industriestadt wurde zu einer attraktiven Kulturstadt.

 

Die Struktur des Gebäudes aus Glas, Titan und Kalkstein aus Granada ist ein Kunstwerk. Die Verkleidung aus 33 000 Titanplatten ist nicht ganz eben und schafft dadurch besondere Lichteffekte je nach Wetterlage und Tageszeit, da sie bei jedem Licht anders leuchten. Gehry gelang mit voller Absicht das Kunststück, ein Kunstmuseum selbst zum wichtigsten Exponat zu erheben: einer Megaskulptur aus kantigen und dynamisch geschwungenen Formen, Symmetrien und Asymmetrien, Verschachtelungen der Elemente Kalkstein, Glas und Titan. Das Guggenheim-Museum ist eines der berühmten Beispiele des Dekonstruktivismus, einer Richtung der modernen Architektur, die durch das unvermittelte Aufeinanderstoßen von unterschiedlichen Materialien, Räumen und Linienführungen gekennzeichnet ist. Auch das Guggenheim-Museum zeichnet sich durch einen bemerkenswert freien, spielerisch leichten Umgang mit architektonischen Elementen, Gliederungsstrukturen und Materialien aus. Bis heute darf man sich tief vor der Leistung Frank Gehrys verneigen.

Wer zum Guggenheim-Museum nach Bilbao reist, sollte sich allerdings vor falschen Vorstellungen von einem Kunstmekka hüten. Das Museum zeigt auf seinen 11 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche nur wenige ständige Exponate, darunter einen “Nelkenstrauß” von Jeff Koons auf der Terrasse neben den Wassergärten sowie Stahlkolosse des Bildhauers Richard Serra in der mit 130 Metern längsten Galerie. Parallel laufen gewöhnlich zwei bis drei Wechselausstellungen unterschiedlichster Qualität, die zuweilen enttäuschen könnten.

Rund um die eindrucksvolle Konstruktion finden sich weitere beeindruckende Kunstwerke:

  • die neun Meter hohe Spinnenskulptur „Maman“ von Louise Bourgeois
  • die zwölf Meter hohe bepflanzte Hunde-Skulptur „Puppy“ von Jeff Koons, die eigentlich nur zur Eröffnung des Museums stehen sollte, aber auf Grund des Protestes der Bevölkerung wird die Skulptur jedes Jahr neue mit ca. 17 000 Blumen bepflanzt.
  • Anish Kapoors Installation Tall tree and the eye (2009), bestehend aus 73 spiegelnden Kugeln
  • Koons‘ Tulips – farbige Tulpen aus hochpoliertem Edelstahl aus seiner Celebration-Serie. 

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag – Sonntag 10 – 19 Uhr

Noch eine kurze Bemerkung zum Bilbao-Effekt:

Es liest sich wie ein einfaches Erfolgsrezept: Man nehme einen Stararchitekten, lasse ihn in einer Standardstadt ein Gebäude bauen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat, stelle Kunst aus – und die Stadt erblüht neu. Viele Städte haben versucht, nach diesem Muster vorzugehen, aber nur wenige waren wirklich erfolgreich. Ein trauriges Beispiel ist das Kulturzentrum im Avilés. Ich glaube, dass das Gesamtkonzept der Stadterneuerung letztendlich erst zum langfristigen Erfolg Bilbaos geführt hat. Der Bau einer U-Bahn, ein neuer Flughafen, ein neues Abwassersystem, Wohn-, Freizeit- und Gewerbeanlagen in der Innenstadt, die Neugestaltung des innerstädtischen Flussufers – all das beförderte neben dem Guggenheim-Museum den Bilbao-Effekt.

(s. dazu auch die Ausführungen zur Stadt Bilbao)

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