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Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

Hórreros – die herrlichen Getreidespeicher in Asturien und Galicien

Hórreros sind traditionelle Speicherbauten für Feldfrüchte (z.B. Mais), wie sie vornehmlich in Nordportugal und Nordspanien zu finden sind. Die kleinen Hórreros (auf unserem Weg meist in Galicien) wurden meist nur von ein oder zwei Familien genutzt, die längeren bzw. größeren (auf unserem Weg meist in Asturien) waren in der Regel dörfliche Gemeinschaftsspeicher.

 

Konstruktion

Hórreos  sind frei stehend und aus Holz oder Stein erbaut; das Charakteristische an ihnen ist der in der Regel ca. 80 bis 120 cm hohe Unterbau: auf zumeist steinernen Pfeilern liegen große Steinscheiben, auf denen dann der eigentliche – meist in Holzbauweise errichtete – Speicher aufliegt. Dieser kann – wie in Asturien – einen quadratischen oder – wie in Galicien und Leon – einen lang gestreckten rechteckigen Grundriss haben; die Wände und Türen sind mit Luftschlitzen versehen. Die ältesten noch erhaltenen Speicher stammen aus dem 16. Jahrhundert; der größte  – mit 35 m Länge – befindet sich in der Gemeinde Carnota im Nordwesten Galiciens.

Hintergrund für diese Bauweise sind die klimatischen Bedingungen im Nordwesten der iberischen Halbinsel. Regenmengen von bis zu 2000 mm/Jahr sind in Galicien nicht selten; die daraus resultierende hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Vorräte bei schlechter Durchlüftung verrotten. Gleichzeitig dürfen aber keine Schädlinge (Mäuse, Ratten, Vögel) durch die notwendigen Lüftungsöffnungen eindringen. Diese sind klein genug angelegt, um die Kleintiere vom Lagergut fernzuhalten. Die Steinplatten bilden einen Überhang, der von den am Boden lebenden Nagern kaum zu überwinden ist. Das Dach kann aus Ziegelsteinen, Schiefer oder Stroh bestehen. Um den ganzen Bau zu nivellieren, werden unter den Pfeilern Steinplatten oder pilpayos eingeschoben.

In die Getreidekammer gelangt man über eine außen befindliche Steintreppe, den patín. Die Panera ist eine asturische Erweiterung des Hórreo, hat eine große Grundfläche, und hat eine umlaufende, überdachte Veranda. Diese Bauweise kam auf, als sich in Asturien der Anbau vonMais verbreitet und es somit reichliche Ernte gab, die aufbewahrt werden mußte. Verwendet wird sowohl Eichen als auch Kastanienholz. Als Nebengebäude des Hauses kann der Hórreo auf dem freien Gelände desselben oder in kleinen Gruppen auf beiden Seiten des Weges stehen. Oder man findet sie auch im Dorfzentrum. Manchmal teilen sich mehrere Personen einen Hórreo, und er kann dann verschiedene Eingangstüren haben.
Seitdem der Hórreo in Asturien im 14. Jahrhundert aufgekommen ist, hat er eigentlich nur kleine Veränderungen erfahren. Der asturische Hórreo ist auch das beste Beispiel für die vielfachen Holzkonstruktionen der asturischen Volksarchitektur. Ihre Verzierungen – Kreuze oder auch Figuren – sind ein spannendes Zeugnis der Vergangenheit und sollten die negativen Einflüsse von den gelagerten Waren fern halten.

Übrigens -Auch in anderen Ländern gibt diese Art der Volksarchitektur, so zum Beispiel in Rumänien, Slowenien, in der Schweiz, in Schweden und sogar in Japan.

Heutige Bedeutung

Die Hórreos sind heute als Speicher kaum noch im Gebrauch, werden aber zumeist gepflegt und erhalten, da sie für die Bevölkerung der genannten Regionen wichtige Kulturgüter darstellen und auch als touristische Attraktionen dienen. Ästhetisch sind sie reizvoll, weil sie jeden Garten, jede Wiese, jedes Dorf schöner aussehen lassen, funktional sind sie heute u.a. von Bedeutung, weil sie in Laufe der Zeit Ersatzfunktionen übernehmen konnten. Allein in Asturien soll es heute noch etwa 18.000 solcher Speicher geben. Ein Teil der größeren Hórreos wurden dabei als Wohnungen oder Ferienwohnung umgebaut.

 

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Das Guggenheim-Museum und der „Bilbao-Effekt“

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Der Begriff Bilbao-Effekt bezeichnet die gezielte Aufwertung von Orten durch spektakuläre Bauten von Architekten. Der Begriff geht zurück auf die Entwicklung Bilbaos  im Zusammenhang mit dem 1997 fertiggestellten Guggenheim-Museum des US-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry.

Auslöser war, dass die Guggenheim-Stiftung in New York 1981 entschied, die Europa-Filiale ihres Museums in der heruntergekommenen Industriestadt zu eröffnen, um Bilbao kulturell zu beleben. Die Probleme Bilbaos in den 70er und 80er Jahren führten dazu, dass sich die Stadtverwaltung neu orientierte, um aus einer schmutzigen Industriestadt eine erfolgreiche Dienstleistungsstadt zu kreieren. So holten sie viele internationale Stararchitekten in die Stadt. Das von Frank O. Gehry entworfene Guggenheim-Museum, das Kulturzentrum Azkuna Zentroa von Philipp Starck, die Metroeingänge von Sir Norman Foster oder die Brücke Zubizuri von Santiago Calatrava sind die berühmtesten Bauten. Die Initialzündung ging sicher von Guggenheim-Museum aus, aber der Bilbao-Effekt kann eigentlich nur durch das Zusammenspiel verschiedenen Faktoren der Stadtgestaltung erklärt werden. Viele Städte, die glaubten über ein einzelnes spektakuläres Bauwerk ihre Stadt aufzuwerten, scheiterten .

Für einen Einladungswettbewerb, der den Auftakt zu Bilbaos umfassender Stadtsanierung markierte, entwarf Frank O. Gehry sein avantgardistisches Meisterwerk. Nach vier Jahren Bauzeit feierte das Museum im Oktober 1997 Eröffnung. Es hat die Stadt, die damals mit einer Arbeitslosigkeit von mehr als 20 Prozent geschlagen war, zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte geführt. Statt einer halben Million Besucher, auf die man in Bilbao vor der Eröffnung gehofft hatte, kamen schon bald eine Million pro Jahr; wegen der Kunst, die im Museum gezeigt wird, aber vor allem auch wegen des Museums selbst, einer formenreichen Wahnsinnskonstruktion. Bilbao hat sich darüber ganz neu aufgestellt, eine ehemalige schmutzigen Industriestadt wurde zu einer attraktiven Kulturstadt.

 

Die Struktur des Gebäudes aus Glas, Titan und Kalkstein aus Granada ist ein Kunstwerk. Die Verkleidung aus 33 000 Titanplatten ist nicht ganz eben und schafft dadurch besondere Lichteffekte je nach Wetterlage und Tageszeit, da sie bei jedem Licht anders leuchten. Gehry gelang mit voller Absicht das Kunststück, ein Kunstmuseum selbst zum wichtigsten Exponat zu erheben: einer Megaskulptur aus kantigen und dynamisch geschwungenen Formen, Symmetrien und Asymmetrien, Verschachtelungen der Elemente Kalkstein, Glas und Titan. Das Guggenheim-Museum ist eines der berühmten Beispiele des Dekonstruktivismus, einer Richtung der modernen Architektur, die durch das unvermittelte Aufeinanderstoßen von unterschiedlichen Materialien, Räumen und Linienführungen gekennzeichnet ist. Auch das Guggenheim-Museum zeichnet sich durch einen bemerkenswert freien, spielerisch leichten Umgang mit architektonischen Elementen, Gliederungsstrukturen und Materialien aus. Bis heute darf man sich tief vor der Leistung Frank Gehrys verneigen.

Wer zum Guggenheim-Museum nach Bilbao reist, sollte sich allerdings vor falschen Vorstellungen von einem Kunstmekka hüten. Das Museum zeigt auf seinen 11 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche nur wenige ständige Exponate, darunter einen “Nelkenstrauß” von Jeff Koons auf der Terrasse neben den Wassergärten sowie Stahlkolosse des Bildhauers Richard Serra in der mit 130 Metern längsten Galerie. Parallel laufen gewöhnlich zwei bis drei Wechselausstellungen unterschiedlichster Qualität, die zuweilen enttäuschen könnten.

Rund um die eindrucksvolle Konstruktion finden sich weitere beeindruckende Kunstwerke:

  • die neun Meter hohe Spinnenskulptur „Maman“ von Louise Bourgeois
  • die zwölf Meter hohe bepflanzte Hunde-Skulptur „Puppy“ von Jeff Koons, die eigentlich nur zur Eröffnung des Museums stehen sollte, aber auf Grund des Protestes der Bevölkerung wird die Skulptur jedes Jahr neue mit ca. 17 000 Blumen bepflanzt.
  • Anish Kapoors Installation Tall tree and the eye (2009), bestehend aus 73 spiegelnden Kugeln
  • Koons‘ Tulips – farbige Tulpen aus hochpoliertem Edelstahl aus seiner Celebration-Serie. 

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag – Sonntag 10 – 19 Uhr

Noch eine kurze Bemerkung zum Bilbao-Effekt:

Es liest sich wie ein einfaches Erfolgsrezept: Man nehme einen Stararchitekten, lasse ihn in einer Standardstadt ein Gebäude bauen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat, stelle Kunst aus – und die Stadt erblüht neu. Viele Städte haben versucht, nach diesem Muster vorzugehen, aber nur wenige waren wirklich erfolgreich. Ein trauriges Beispiel ist das Kulturzentrum im Avilés. Ich glaube, dass das Gesamtkonzept der Stadterneuerung letztendlich erst zum langfristigen Erfolg Bilbaos geführt hat. Der Bau einer U-Bahn, ein neuer Flughafen, ein neues Abwassersystem, Wohn-, Freizeit- und Gewerbeanlagen in der Innenstadt, die Neugestaltung des innerstädtischen Flussufers – all das beförderte neben dem Guggenheim-Museum den Bilbao-Effekt.

(s. dazu auch die Ausführungen zur Stadt Bilbao)

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Römische Stadt Lugo

Römische Stadt Lugo

Wir betreten durch das Tor San Pedro Lugo, die älteste Stadt Galiciens mit ca. 100.000 Einwohner. Hier beginnt dann auch schon unsere Zeitreise in die römische Vergangenheit der Stadt. Denn das Tor, wie einige andere, liegt in der alten römischen Stadtmauer, die die gesamte Altstadt umschließt. Sie ist die am vollständigsten erhaltene Mauer im gesamten Weströmischen Reich.

Paullus Fabius Maximus ließ im Jahr 13 v. Chr. im Namen des Kaisers Augustus die römische Stadt Lucus Augusti gründen, die aus einem römischen Lager hervorging, das immer stärker wuchs.  Damit sollte der Nordwesten der iberische Halbinsel endgültig ins Römische Reich eingegliedert werden. Im 3. Jh. nach chr. wurde sie zur Hauptstadt der römischen Provinz Hispania Superior. Eine früher errichtete erste Mauer wurde Ende des 3. Jahrhunderts durch die heute noch bestehende ersetzt. Der Neu- und Ausbau der Stadtmauer war notwendig, da das Imperium im Norden durch zahlreiche Überfälle von außen bedroht wurde. Die Mauer hat sich trotz der wechselhaften Geschichte Lugos u.a. unter der Herrschaft der Sueben und der Mauren und trotz der erforderlichen Ausbesserungs- und Ergänzungsarbeiten ihren ursprünglichen Charakter bewahrt und ist seit dem Jahr 2000 UNESCO Weltkulturerbe.

Von Malopez 21 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73731317
Von Cecilio Pizarro - (1850-10-06). "Muralla romana de Lugo". Semanario Pintoresco Español (40): 313. ISSN 2171-0538., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67290999

Die Mauer hat eine Länge von etwa 2100 m und umfasst eine Fläche von 34,4 ha. Diese Fläche umfasste damals neben den Wohngebäuden auch große Acker- und Brachflächen. Die Breite der Mauer beträgt 4,20 m und erreicht in einigen Abschnitten auch 7 m. Die Mauerhöhe variiert – geländebedingt – zwischen acht und zwölf Metern. Der Verlauf der Mauer bildet grob ein unregelmäßiges Viereck, wobei die Ecken abgerundet sind. In relativ kurzen Abständen – sie betragen zwischen 6,30 m und 13,50 m – sind nach außen meist halbkreisförmig Türme vorgebaut. Die Mauer hatte ursprünglich 85 Türme. Davon sind 46 noch erhalten, 39 wurden im Laufe der Zeit abgerissen oder zurückgebaut. Der Durchmesser der Türme variiert zwischen 9,80 m und 16,40 m.  Auf dem vorhandenen Steg waren mindestens zwei weitere Stockwerke aufgebaut, die heute nicht mehr erhalten sind. Ein einziger Rest  findet sich heute am Torre da Mosqueira mit seinen großen Fenstern mit Rundbögen. Als Fußgänger kann man auf der gesamten Mauer, wo einst die Wächter patrouillierten, entlang spazieren und so das alte Zentrum der Stadt umrunden, die Geschichte spüren und gleichzeitig das tägliche Treiben der Stadt beobachten.

Der Mauer vorgelagert war ein Graben. Er lag etwa 5 m vor den Türmen, war 20 m breit und 4 m tief. Davon sind heute nur wenige Spuren sichtbar. 1987 wurde der Graben durch archäologische Untersuchungen dokumentiert. Es wurde nachgewiesen, dass es sich nicht um einen durchgehenden Graben handelt, sondern dass er aus verschiedenen, voneinander unabhängigen Abschnitten bestand.

In römischer Zeit gab es fünf Tore, durch die man aus dem Umland die Stadt betreten konnte. Zwischen 1853 und 1921 wurden fünf weitere Tore durch die Mauer gebrochen, um den Anforderungen des wachsenden Verkehrs gerecht zu werden. Von den nun zehn bestehenden Toren dienen heute sechs ausschließlich dem Fußgängerverkehr. Nur vier Tore dürfen von Kraftfahrzeugen durchfahren.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Lugo sind:

  • die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria. Sie wurde im 12. Jh. erbaut, erhielt aber später gotische, barocke und neoklassische Bauteile dazu. Die Bauarbeiten dauerten über hundert Jahre an, wobei später wunderschöne Elemente, wie die neoklassische Fassade, welche unter dem Namen Santiago-Tor bekannt ist, hinzugefügt wurden. Die ursprünglichen romanischen Züge dieses Baus sind noch am Hauptandachtskreuz, dem größten Teil des Hauptschiffs sowie an den Seitenflügeln zu erkennen. Der gotischen Stilrichtung entstammen Elemente, wie das Deambulatorium, die Hauptkapelle oder der nördliche Säulengang, wohingegen die Sakristei, der Kreuzgang oder die Kapelle der Jungfrau Virgen de los Ojos Grandes im Barockstil gehalten sind. Im Innenbereich sind der prachtvolle in Nussholz geschnitzte Chor aus dem 17. Jahrhundert sowie das Retabel, welches der Schutzpatronin der Stadt gewidmet ist und als eines der Meisterwerke des galicischen Barocks angesehen wird, hervorzuheben. Die Kathedrale erhielt vom Papst das besondere Privileg, das Heilige Sakrament dauerhaft zu zeigen.
  • Der Barockbau des bischöflichen Palastes. Dieser Barockbau aus dem 18. Jahrhundert erhebt sich auf dem ehemaligen Standort des Turms der Grafen von Lemos.
  • Rund um die mit Säulengängen versehene Praza do Campo, welche in früheren Zeiten ein Forum Romanum und ein mittelalterlicher Markt war, erstreckt sich eine Vielzahl an belebten Einkaufsstraßen. Ganz in der Nähe erhebt sich die San Pedro-Kirche, ein wunderschönes Exemplar mittelalterlicher Architektur, welche Teil des ehemaligen San Francisco-Klosters war und heute Sitz des Provinzialmuseums, eines der bedeutendsten Museen der Provinz Lugo, ist.
  • Park Rosalia de Castro Will man sich nach der Wanderung ein wenig ausruhen, so bietet sich ein Besuch im Park Rosalia de Castro an.  Er wurde zu Beginn des 20. Jhs. angelegt und hat seinen Namen von der großen galicischen Schriftstellerin, die mit einer Skulptur geehrt wird. Mehrere Teiche sind von schönen Rosensträuchern umgeben. Von einem Aussichtspunkt an der Westseite kann man den vorbeifließenden Mino Fluss beobachten. In diesem Park befinden sich mehr als hundert unterschiedliche Arten von riseigen Bäumen: Riesenmammutbäume,  Ahorne, Spanische Tannen, Blaufichten, Atlaszedern etc.
  • Die römische Brücke von Lugo stammt aus dem 1. Jh. und verband Lucus Augusti mit Braga (Portugal) über die römische Straße. Die Brücke ist über einhundert Meter lang und vier Meter breit. Trotz zahlreicher Renovierungen blieb die ursprüngliche Gestalt erhalten. Heute ist sie nur für Fußgänger zugänglich und bietet einen herrlichen Spaziergang über den Fluss Mino.

Römische Thermen

Etwa einen Kilometer vor Lugo sind die Überreste römischer Thermen zu besichtigen. Sie entstanden im 1. und 2. Jh. und befinden sich heute unter dem Hotel Balneario de Lugo am Ufer des Flusses Mino. Die Ausgrabungen im Untergeschoss des Hotels sind für Besucher offen.

Quellen

Stefanie Bisping, Gint Schwarzenburg, 100 Highlights Jakobswege in Spanien und Portugal,  München 2021

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Zamora – Perle der Romanik

Zamora und seine romanischen Kirchen

Die Gegend von Zamora wurde schon in der Bronzezeit besiedelt. In der Römerzeit gehörte die Stadt zur römischen Provinz Lusitania und war eine Station auf der sogenannten Silberstraße, die unter Kaiser Augustus von Merida nach Astorga gebaut wurde. In der Maurenzeit verzeichnete Zamora eine wechselhafte Geschichte. Sie wurde von den Mauren erobert, dann zunächst wieder dem christlichen Herrschaftsbereich eingegliedert, später 960 von den Mauren zerstört und im 11. Jh. unter Ferdinand I. wieder aufgebaut. Denn damals wurde eine Wiederbesiedlung (repoblacion) dieses ehemaligen „Niemandslands“in den Angriff genommen. Das „Niemandsland“ war jenes zwischen den Mauren und Christen umkämpftes Grenzgebiet, das lange Zeit stark entvölkert war.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Zamora_(Spanien)#/media/Datei:Catedral_de_Zamora_Es_retouched.jpg

Im 12. Und 13. Jh. erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Hier entwickelte sich die Stadtstruktur und viele der repräsentativen Gebäude wurden im romanischen Stil errichtet. Zamora beherbergt allein im historischen Zentrum 14 Kirchen. 

Dies brachte der Stadt auch den Namen „Stadt der Romanik“ oder „Perle der Romanik“ ein. Nachdem die Reconquista Mitte des 13. Jh. aber Richtung Süden und Andalusien vorrückte, verlor Zamora seine strategische Bedeutung. Die Verlagerung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen gegen Süden hatte zur Folge, dass Zamora auf den Rang einer Provinzstadt zurücksank. Dieser Tatsache verdanken wir es wohl, dass uns heute neben schönen Gebäuden noch viele romanische Kirchen erhalten geblieben sind und diese nicht überbaut oder umgestaltet wurden, allen voran die romanische Kathedrale.

Interessant ist auch das alte Kastell.

Von PMRMaeyaert - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.w Kathedrale von Zamora

Einige der ca. 16 romanischen Kirchen in Zamora

  • Die romanische Kathedrale (Catedral de San Salvador) stammt aus dem 12. Jh. und ist die Bischofskirche des Bistums Zamora.
  • San Cipriano gehört zu den frühen romanischen Kirchen von Zamora. Die Kirche wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts errichtet, eine weitere Bauphase folgte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
  • San Claudio de Olivares wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
  • Die spätromanische Kirche Espíritu Santo wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. 
  • San Isidoro wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Die romanische Kirche befindet sich in der Nähe der Kathedrale und der Burg.
  • Santiago de los Caballeros wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
  • Santa María Magdalena  wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begonnen. Die Bauarbeiten zogen sich bis ins frühe 13. Jahrhundert hin. Die Maria Magdalena geweihte Kirche war ursprünglich im Besitz des Johanniterordens. Sie hat ein einziges rechteckiges Schiff, das durch einen geraden Abschnitt mit dem Halbkreis der Apsis verbunden ist.
Von GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25411646
Von GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25372083
Von Tamorlan - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15547740
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Steinmetzzeichen – persönliche Signatur des Handwerkers

Steinmetzzeichen und ihre Bedeutung

Ein Steinmetzzeichen ist eine von der Antike bis in die frühe Neuzeit mit zeitlichem Schwerpunkt im Mittelalter übliche Markierung, die Steinmetze auf ihre Arbeit anbrachten. Damit kennzeichneten sie ebenso wie bei der Meisterpunze Objekte als ihr Werk. Wir finden sie heute noch an vielen Kirchenbauten.

 

Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass durch die Zeichen die Objekte eines bestimmten Handwerkers identifiziert werden konnten und somit die Abrechnung der gelieferten Waren erleichtert wurde. Bis heute ist in der Forschung die Annahme gültig, dass die gefertigten Quader gestapelt wurden und die oberste Schicht der Steine dann ein Zeichen bekam (sogenannte Stapel-Theorie). Die Steinmetz- und Meisterpunzen können als Gütezeichen zu Abrechnungszwecken verstanden werden. Ab Mitte des 12. Jh. wurden sie aber auch als „Künstlersignatur“ angesehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steinmetzzeichen#/media/Datei:Iglesia_de_Somaconcha_(Cantabria)_2.jpg

Nicht immer einfach ist heute die Unterscheidung zwischen Steinmetzzeichen und Versetzzeichen. Die letzteren wurden durch die Steinmetze in die Quader eingeschlagen, um deren Lage und Ausrichtung im Baukörper festzulegen. Denn es besteht einen Unterschied zwischen Steinmetz und Versetzer, der den Baukörper zusammensetzt. Es gibt also eine Arbeitsteilung der Bauleistung zwischen Anfertigung und Versetzen/Einsetzen eines Werkstückes. Deshalb ist die Lage der Steinmetzzeichen manchmal scheinbar „willkürlich“, denn das Maß der Stücke und deren Verwendung im Hinblick auf den Baukörper war ausschlaggebend für die Lage der Steine und nicht unbedingt die Angaben der Steinmetze. Das erkennt man auch an der teilweise unsystematischen Verteilung der Steinmetzzeichen auf den Bauten.

Bei der Gestaltung der Steinmetzzeichen war der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Zeichen reichen von einfachen graphischen oder geometrischen Zeichen bis zu bildlichen Darstellungen. Auf manchen Gebäuden findet man viele unterschiedliche Steinmetzzeichen, auf anderen viele eines Steinmetzes und nur einzelne anderer Kollegen. Das deutet daraufhin, dass die Steinmetze auf Wanderschaft waren und z.T. nach Bedarf entweder länger oder aber nur kurz an einem Ort weilten, bevor sie weiterzogen.

Die ersten Steinmetzzeichen in Spanien findet man in der Romanik an den Kathedralen von Salamanca (um 1178 vollendet) und Lugo (1129-1177). In der Gotik findet man ein steigendes Ansehen der Werkmeister. Im 14. und 15. Jahrhundert änderte sich die Bedeutung der Zeichen durch die Erstarkung des Selbstwertes der Meister und Aufwertung der Bauhütten. Ab nun erhielt das Steinmetzzeichen amtlichen Charakter und wurde dem Steinmetzgesellen nach beendeter Lehrzeit von der Bauhütte als Ehrenzeichen ausgestellt.

So stieg die soziale Stellung in der Gesellschaft. Damit verbunden wurden im gotischen Zeitalter Meisterbildnisse oft an statisch wichtigen und symbolträchtigen Positionen der Bauwerke angebracht. Im Gegensatz zu der gut erforschten Zeit der Romanik und Gotik sind die Forschungen über Steinmetzzeichen in den folgenden Bauepochen sehr mäßig. Heute ist der baugeschichtliche Wert der Steinmetzzeichen unumstritten, denn deren Verwendung und Verteilung sind für die Datierung und Baugeschichte eines Bauwerkes von großer Bedeutung.

Viele Steinmetz- und Meisterzeichen wurden inzwischen zusammengestellt und soweit möglich zugeordnet. So dient u.a. die online zugängliche Datenbank „Stonemark Database“ als vergleichende Erfassung dieser Zeichen.

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Der Mudéjar-Stil- ein einzigartiger spanischer Architekturstil

Der Mudéjar-Stil - ein einzigartiger spanischer Architekturstil

Der spanische Islam zeigte häufig eine große Toleranz gegenüber anderen Religionen (vgl. die Ausführungen zur Islamisierung und zur Reconquista – Via Tolosana). Nicht selten mietete er sich in christliche Kirchen ein, so dass dasselbe Gebäude zeitweise gleichzeitig von den Christen als Kirche und von den Muslimen als Moschee genutzt wurden. Außerdem konnten die mozarabischen Christen zum Teil ungehindert auf islamischem Territorium Kirchen erbauen. Andererseits bauten islamische Bauherren auch jüdische Synagogen. Nach der Reconquista entwickelte sich dann bei Neubauten von Kirchen und Profanbauten ein neuer Baustil, der Mudéjar-Stil .

 

Der Mudéjar-Stil entstand dadurch, dass islamische Handwerker in den wiedereroberten Gebieten zurückgeblieben sind. Sie durften zwar ihre Religion frei ausüben, mussten sich aber ihrer christlichen Umgebung anpassen und besaßen auch nicht die gleichen Rechte wie jedermann. Unter ihnen befanden sich viele Handwerker, Tischler, Maurer, Töpfer und Gärtner, deutlich mehr als in den unteren christlichen Schichten. Aus dem Zusammentreffen von christlichem und islamischem Kunsthandwerk und der Architektur entwickelte sich der neue Stil. Er wurde Mudéjar genannt und bedeutet so viel wie »die, die bleiben durften«.

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Mudejaren#/media/Datei:Cimborrio_Mud%C3%A9jar_Catedral_de_Teruel.png

Der Mudéjarstil begann im ausgehenden 12. Jahrhundert und erreichte vom 14. bis 16. Jahrhundert seine Blüte. Wie die Karte zeigt, verbreitete sich der Madejarstil in fast ganz Spanien. Viele der bemerkenswerten weltlichen und religiösen Bauten stehen auf der Weltkulturliste der Unesco. Die Madéjaren erstellten im Auftrag christlicher Bauherren zahlreiche Bauten und übten so als Baumeister einen erheblichen Einfluss auf die Baukunst in Spanien aus.

Der Mudéjarstil bildete keine neuen Strukturen oder Formen heraus (wie etwa Gotik oder Romanik). Vielmehr handelte es sich um eine Neuauslegung der westlichen Baustile unter dem Einfluss moslemischer Architektur. Das Nebeneinander und die Symbiose von Techniken eines unterschiedlichen Architekturverständnisses, die ihren Ursprung im Zusammenleben der jüdischen, moslemischen und christlichen Kultur hatten, brachten diesen Mudéjar-Stil hervor.

Toledo gilt als Geburtsstätte des Mudéjarstils mit seiner spezifischen Bau- und Zierweise (vor allem Zierrat aus Gips und Ziegelstein). Von Toledo aus gelangt der Stil Richtung Norden (León, Ávila, Segovia,…), und wird bald ‘Románico de Ladrillo’ (Backstein-Romanik) genannt. 

Da die maurische Kunst in Spanien allgegenwärtig war, griffen natürlich auch christliche Künstler auf diese Anregungen zurück. Der Mudéjar-Stil ist quasi eine kulturelle Verschmelzung von Ost und West, eine über Jahrhunderte entwickelte Kunst. Auf Grund seiner “Universalität, Einzigartigkeit und Authentizität” wurde er  2001 zum UNESCO Weltkulturerbe. Er kommt nur in Spanien vor.

Mudéjar_architecture_in_Spain_&_Portugal.png

Was macht den Mudéjar-Stil so besonders?

Der Mudéjar-Stil verwendet viele „»weiche« Materialien wie Ziegel, Gips, Keramik und Holz. Mit ihnen lassen sich besonders gut dekorative Elemente gestalten. Bestimmte architektonische Elemente und dekorative Themen tauchen im Mudéjar-Stil immer wieder auf. Die verwendeten Materialien sind zwar bescheiden, doch durch ihre kunstvolle Verwendung und Zusammenstellung zu schachbrettartigen und Fischgrät-Mustern, Rundbögen, Friesen, Rauten und christlichen Kreuzen entfalten sie eine besondere Wirkung. Bemalte Holzdecken sind repräsentativ für den Mudéjar-Stil.

Es wurden somit Materialien, Bauformen sowie Dekor aus der islamischen Architektur mit den Stilelementen der Romanik, Gotik und Renaissance verbunden.

Typische islamische Stilelemente, die integriert wurden, sind:

  • Backstein, glasierte Ziegeln
  • Hufeisenbögen
  • Rippengewölbe
  • Artesonado-Decken, d.h. kunstvoll verzierte Holzdecken
  • Stuck, Fayencen, emaillierte stilisierte Pflanzen
  • Arabische Schriftzeichen zum Lob Allahs in christlichen Kirchen

Die eigentliche Epoche der Mudejarstils endete im 16. Jahrhunderts. Allerdings erlebt der Stil im 19. Jh. eine Renaissance. Der sogenannte Neo-Mudéjar wird geboren. Vor allem öffentliche Bauten wie Bahnhöfe, Verwaltungsgebäude und Stierkampfarenen erhalten Holzelemente, arabeske Strukturen und bunte Keramikfliesen. Heute findet man den Stil noch in Hotelbauten im typisch »spanischen Stil

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Das Zisterzienserkloster bei Granja de Moreruela

Das Zisterzienserkloster bei Granja de Moreruela

Das Dorf Granja de Moreruela liegt – geht man auf dem Jakobsweg –  ca. 40 nördlich von Zamora. Es befindet sich in der iberischen Meseta, dem kastilischen Hochland. An diesem Ort trennen sich der Camino Sanabrés und der Zubringer zum Camino Francés. Der einsamere Camino Sanabrés biegt hier schon in westliche Richtung ab und verläuft südlicher als der Camino Francés nach Santiago de Compostela.

Das alte verlassene Zisterzienserkloster Santa Maria de Moreruela befindet sich ca. 2 km außerhalb von Granja de Moreruela, allerdings nicht direkt am Jakobsweg. Auch wenn man vielleicht von der Wanderung müde ist, lohnt sich der Besuch dieser irgendwie verträumten Anlage unbedingt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Granja_de_Moreruela#/media/Datei:Exterior_de_Santa_Mar%C3%ADa_de_Moreruela.JPG

 

Wahrscheinlich wurde das Kloster von französischen Zisterziensermönchen gegründet. Allerdings hatte es hier schon vorher ein Kloster gegeben, vermutlich der Benediktiner. Ob das Monesterio de Santa Maria de Moreruela das erste Zisterzienserkloster in Spanien war, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Die Klostergründung war auf jeden Fall Teil der christlichen Siedlungspolitik von König Alfonso VII, der den Zisterziensern gezielt Land übertragen hat, um Klostergründungen zu ermöglichen. Denn in der Regel bildeten sich um die Klöster weitere Höfe und Siedlungen und führten so zur Besiedlung der lange Zeit aufgegebenen Landesteile nach der Besetzung Spaniens durch die Mauren.

Das Kloster ist eine Ruine, teilweise dem Verfall preisgegeben, obwohl das Kloster seit 1931 als Kulturdenkmal gilt. Trotzdem handelt es sich auch heute noch um eine imposante Anlage. Vor allem die romanisch-frühgotische Kirche und der Kreuzgang (12./13. Jh.) sind sehenswert. Die Kirche hatte eine Länge von 63 Metern und einer Breite von 23 Metern beim Querhaus. Die Kirche war in Form eines Kreuzes gebaut. Man kann noch heute, wenn man in der Kirche steht, dessen Dach allerdings nicht mehr existiert, die imposante Größe ermessen.

Die Apsis bestand aus sieben im Halbkreis angeordneten Radialkapellen. Nordportal, Chorgewölbe und Wände eines Seitenschiffes sind erhalten, der Westgiebel und die Nordfassade nur bis zur halben Höhe. Von außen kann man den Chor mit seinen drei Ebenen besonders gut erkennen. Das Kloster eingebettet in ein Waldgebiet übt auf den Besucher eine ganze eigene Faszination aus.

Die Überreste der Klosterkirche aber auch der gesamten Anlage geben immer noch einen Eindruck von der Pracht und Größe des Klosters wieder, das im Mittelalter als Tochterkloster der Abtei von Clervaux in Frankreich Bedeutung besaß und selbst zwei weitere Abteien in der Umgebung übernahm. Man vermutet, dass das Kloster geschlossen wurde, als 1835 das Gesetz zur Schließung aller bisher geöffneter Klöster auf spanischem Boden erlassen wurde. Trotz des Widerstandes des Abts wurde das Kloster und der angrenzende Berg verkauft und so langsam dem Verfall und der Plünderung ausgesetzt.

 

Was uns bei der Besichtigung auch auffiel, waren die vielen unterschiedlichen Steinmetzzeichen auf den Steinen. Es ist sicher interessant, sich über deren Sinn und Zweck zu informieren (s. Abschnitt Steinmetzzeichen).

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Die Silberdistel – Wetterbarometer und Schutzsymbol gegen Hexen

Die Silberdistel - Wetterbarometer und Schutzsymbol gegen Hexen

Auf unserm Weg durch das Baskenland finden wir sowohl auf der französischen wie auf der spanischen Seite immer wieder Bauernhöfe oder Häuser, deren Haustüren eine Silberdistel ziert. Dabei hatte die Silberdistel ursprünglich mehrere Funktionen.

Die Silberdistel als Wetterbarometer

 

Silberdisteln sind Barometerpflanzen. Sie spüren Veränderungen im Druck und im Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Die silbrig-weißen Hüllblätter der Silberdistel sind hygroskopisch, d.h. sie schließen sich bei feuchter Luft, bei Nässe und kalter Witterung, um die das Körbchen füllenden Blüten vor dem Regen, die Früchtchen vor dem Verkleben ihrer Flugschirmchen zu schützen – daher auch der bei uns bezeichnende Pflanzenname “Wetterdistel”. Das Schließen der Hüllblätter wird dadurch bewirkt, dass ein Streifen dickwandiger, auf der Rückseite der Hüllblätter verlaufender Zellen mehr Feuchtigkeit aufnimmt und sich dadurch stärker streckt als die nach innen gewanden Teile des Zellgewebes. Dadurch erfolgt ein Zusammenbiegen nach innen. Demzufolge misst die Barometerpflanze den Luftdruck und den Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre und übertrifft in ihrer “Vegetabilischen Barometrik” kurzfristig sogar an Genauigkeit die der modernen technischen Hilfsmittel unserer Zeit.

Die Silberdistel als Schutzsymbol gegen Hexen

 

Das Weltbild der baskischen Mythologie weist Bezüge zum Sonnenkult auf. Die Mythologie ist schwer zugänglich, da die Mythen durch die Inquisition im späten Mittelalter aus der Religion in den Bereich der Volksmärchen verdrängt wurden. Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Götter nur in sehr verschwommener Form in Erinnerung geblieben sind. Man kann aber sagen, dass die meisten Götter der baskischen Mythologie weiblich waren. Die Silberdistel ist ein bis heute im Baskenland bekanntes Symbol für die weibliche Sonne. Sonnendistel, baskisch Eguzkilore, bedeutet „Blume der Sonne“.

 

Diese „Blume der Sonne“ war in der baskischen Mythologie zudem ein bedeutsames Schutzsymbol gegen Dämonen und Hexen. Die Silberdistel an der Türe erzwingt nämlich ein Ritual, bei dem die Hexen erst alle Stacheln der Silberdistel zählen müssen, bevor sie ins Haus dürfen. Da dieses Auszählen aber „ewig“ dauert, dämmert es bereits, bis sie fertig sind, so dass sie sich dringend ein Versteck suchen müssen und somit das Haus vor ihrem Eindringen geschützt ist.

 

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Asturische vorromanische Architektur

Asturische (vorromanische) Architektur

Von Ángel M. Felicísimo from Mérida, España - Santa Cristina de Lena, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56670939

Die Vorromanik umfasst im europäischen Raum die Epoche des Frühmittelalters vom 5. – 11. Jh.. Es bezeichnet den Übergang von der Spätantike zur Romanik und wird vor allem in der Baukunst verwendet. Auch für die Kirchen des asturischen Stils wird oft der Begriff Vorromanik oder Präromanik verwendet. Allerdings wird dadurch ein Bezug zur Romanik suggieriert, der so nicht existiert.

Asturiens frühe Kirchen in und um Oviedo und in den Bergen bis an die heutige Grenze von León stellen einen besonderen Typus frühmittelalterlicher Architektur dar. Unter der Bedingung eines auf sich gestellten Kulturraumes und in ständiger Konfrontation mit der ganz anders gearteten maurischen Zivilisation entstand hier seit Mitte des 8. Jh ein eigenes eigenwilliges Kirchenbauprogramm, das sich bis heute erhalten hat. Die asturischen Kirchen stehen in ihrer Strenge und dekorativen Kraft für sich allein.

Wenn wir auf dem Camino Primitivo wandern, können wir die Wegalternative über Santa Maria del Naranco und San Miguel de Lillo wählen und so zwei der wichtigsten vorromanischen Bauwerke bewundern. Startet man am Zubringer zum Camino Primitivo, so kann man auch die Kirche San Salvador de Valdediós in Villaviciosa besichtigen. Sie liegt zudem nicht weit vom Camino del Norte entfernt. Auf dem Camino del Norte kommen wir auf jeden Fall an der Kirche San Salvador de Priesca vorbei.

https://temasycomentariosartepaeg.blogspot.com/2016/04/arte-prerromanico.html planta de Iglesia de San Julián de Prados

Asturische Präromanik – Stilelemente

Für die asturischen präromanischen Kirchen übernahm man die Bauweise der römischen Basiliken mit rechteckig-dreischiffigem Grundriss und Vorhalle. Rundbogenarkaden trennen Haupt- und Seitenschiffe, ein weiteres Querhaus ist dem dreigeteilten Chorhaupt vorgelagert.

Im Osten der Kirchen gaben die Asturier die bei den Westgoten nicht seltenen halbrunden Apsiden auf und wählten einen geraden Abschluß für den Chor, wie wir ihn auch bei den angelsächsischen und normannischen Kirchen Englands finden. Hervorstechend ist die häufige Verwendung von Backsteinen. In Verbindung mit den Natursteinen wirken sie als dekorative Elemente.

Fresken schmücken die Innenwände. In den Kapitellmotiven und den Durchbruchmustern der steinernen Fensterfüllungen wird häufig der Einfluss des Orients deutlich. Vor der Einführung von Glasfenstern wurden Transennen zum Verschluss von Fensteröffnungen verwendet. Sie finden sich häufig in den vorromanischen Kirchen Asturiens.  Korinthisierende Kapitelle, die schon westgotische Kirchen schmückten, sind in fast allen asturischen Bauten anzutreffen, mehr oder weniger stilisiert.

Maurischer Bauschmuck wird zunächst von der asturischen Dynastie in Oviedo weitgehend vermieden, verständlich bei der politischen und religiösen Gegnerschaft. Aber später wurden Elemente der mozarabischen Kunst eingefügt. Voraussetzung war, dass die christliche, »mozarabische« Bevölkerung im arabischen Teil Spaniens zunehmend bedrängt wurde und nach Norden auswich. Unter ihrem Einfluss entstand dort ein neuer Baustil, bei dem sich ältere lokale Elemente mit arabischen vermischten, die ihrerseits noch Römisches und Byzantinisches enthielten. Der Reichtum der Bauornamentik nahm  deutlich zu. Auf die so genannte “mozarabische Architektur” wird in einem Extrakapitel eingegangen (s. Mozarabische Architektur in Kastilien und Leon und im Serrablo de Huesca).

Kurzer Exkurs:
Vorromanische Bauten greifen, wie oben erläutert, antike Vorbilder auf, transformieren sie und bereiten die Formen der Romanik vor. Die Kirchenbauten folgten beispielsweise öfter dem römischen Bautyp der dreischiffigen Basilika (deutsch ‚Königshalle‘), die in der Antike zum einen als Audienzhalle eines Herrschers, andererseits aber auch als Gerichts- oder Markthalle Verwendung fand. Der Grund, warum keine Tempel zum Vorbild für die Kirchen genommen wurden, sondern Versammlungshäuser, ist in der christlichen Liturgie zu suchen, denn die Gottesdienste fanden unter Einbezug der Gemeinde statt, während in der antiken römischen Religion die Opferzeremonie vor dem Tempel stattfand, während nur die Priester den Innenraum des Tempels betreten durften.

Von Zarateman - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 es, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16775828

Präromanik als künstlerischer Ausdruck der asturischen Monarchie

Die asturische Architektur ist einzigartig in Spanien, die durch die Kombination von Elementen anderer Stilrichtungen ( westgotische, lokale und mozarabische Traditionen) ihre eigene Persönlichkeit und Charakteristika schuf und sie entwickelte dabei nicht nur baulich ein beträchtliches Maß an Verfeinerung erreichte, sondern auch in Bezug auf Dekoration und Goldverzierung . Dieser letzte Aspekt ist in so wichtigen Werken wie dem Engelskreuz, dem Siegeskreuz, der Achatkiste (in der Heiligen Kammer der Kathedrale von Oviedo untergebracht), dem Reliquienschrein in der Kathedrale von Astorga und dem Kreuz von Santiago zu sehen.
Als Hofarchitektur folgten die vorromanischen Baudenkmäler teilweise den verschiedenen Standorten der jeweiligen Reichshauptstadt; von ihrem ursprünglichen Standort in Cangas de Onis (Ost-Asturien) über Pravia (westlich der zentralen Küste) bis zu ihrem endgültigen Standort in Oviedo , dem geografischen Zentrum der Region. Die Entwicklung der asturische Vorromanik war eng mit der politischen Entwicklung des Königreichs verbunden. So kann man fünf Perioden unterschieden, auf die im Folgenden kurz eingegangen werden soll. 

Dabei werden die Kirchen genauer dargestellt, die nicht direkt am Jakobsweg liegen. Die Gebäude, die wir auf unserer Wanderung besuchen können, werden ausführlicher in eigenen Kapiteln behandelt.
Dies sind:
– Die heilige Kammer in Oviedo
– Santa Maria del Naranco am Camino del Norte bei Oviedo (s. Kapitel Kleinode der asturischen Präromanik)
– San Miguel de Lillo am Camino del Norte bei Oviedo ( s. Kapitel Kleinode der asturischen Präromanik)
– San Salvador de Valdediós in Villaviciosa am Camino Primitivo (nah bei Camino del Norte) vor Gijón (s. Kapitel Juwele der präromanischen Architektur)
– San Salvador de Priesca am Camino del Norte vor Gijón (s. Kapitel (Juwele der präromanischen Architektur)

Copyright 2004 von Mikel González . Aufgenommen mit Yashica FX-3. | Mikel GonzálezCredit: Santianes de Pavia

Die politische Entwicklung in Asturien und ihre wichtigsten Bauwerke

Erste Periode (737 bis 791)

Eine erste Periode (737 – 791) gehörte zur Regierungszeit der Könige Fáfila, Alfionso I.,Fruela I., Aurelio, Silo, Mauregato und Vermundo I.
Aus der Zeit des Aufstiegs und der Konsolidierung des jungen Königreichs sind zwei Kirchen zu nennen. Die Kirche Santa Cruz (737) lag am ursprünglichen Standort des Hofes, Cangas de Onís, von der wir nur schriftliche Erwähnungen haben, da sie 1936 zerstört wurde.
Das zweite Bauwerke ist die Kirche San Juan Apóstol y Evangelista Santianes de Pravia (zwischen 774 und 783) in Santianes. Sein Bau ist auf den Umzug des königlichen Hofes von Cangas de Onis nach Pravia zurückzuführen, einer alten römischen Siedlung (Flavium Navia), die an einer wichtigen Straßenkreuzung lag. Die zwischen 774 und 783 erbaute Kirche weist bereits einige Elemente auf, die auf die asturische Vorromanik schließen ließen; nach Osten ausgerichtet, Grundriss einer Basilika (Mittelschiff und zwei Seitenschiffe ) , getrennt durch drei Halbkreisbögen, Querschiff zum Mittelschiff hin mit der gleichen Länge wie die Breite der drei Schiffe. Es verfügt außerdem über eine einzige halbkreisförmige Apsis und eine äußere Eingangshalle mit einer Holzdecke über dem Kirchenschiff.
In der Sakristei, wo sich ein Museum befindet, sind mehrere skulpturale Dekorationselemente mit floralen und geometrischen Mustern (etwas, das in der späteren Vorromanik üblich war) ausgestellt. Erhalten ist ein Kalksteinfragment mit Stifterinschrift, die als Kreuzwortlabyrinth gestaltet ist und die aus den Worten besteht: „Silo Princeps Fecit“ (König Silo hat es gemacht).

Von Ángel M. Felicísimo from Mérida, España - San Julián de los Prados, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17018399
Von Ángel M. Felicísimo from Mérida, España - San Pedro de Nora, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17015433 San Pedro de Nora
Von Ángel M. Felicísimo from Mérida, España - Santa María de Bendones, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17018361

Zweite Periode  (791 bis 842)

Eine zweite Phase umfasst die Regierungszeit von Alfons II. (791–842), die eine Phase der stilistischen Definition war.
Alfons II., bekannt als „der Keusche“ (vielleicht hatte er deshalb keine Nachkommen), war ein entscheidender König in der asturischen Monarchie. Aus militärischer Sicht etablierte er das Königreich endgültig gegen die Muslime (in der berühmten Schlacht von Lutos errang er einen bedeutenden Sieg), in der Verwaltung verlegte er den Hof an seinen endgültigen Standort nach Oviedo und in der Politik richtete er stabile Beziehungen zu Kaiser Karl dem Großen ein.
Was das Mäzenatentum anbelangte, so förderte Alfons II. die meisten vorromanischen Bauwerke, die die Merkmale dieses Stils prägten. Mit dem königlichen Architekten Tioda baute er die Kirchen San Tirso, San Julián de los Prados, Santa Maria de Bendones und San Pedro de Nora sowie den heute verschwundenen Palastkomplex in Oviedo, bestehend aus Kirchen von San Salvador, Santa María und dem angrenzenden Palast und der Kapelle (heute die Heilige Kammer der Kathedrale von Oviedo, das einzige, was noch übrig ist), die Reliquien wie die Heilige Bundeslade und Juwelen wie das Engelskreuz enthält. Außerhalb Asturiens, mit der Legende von der Entdeckung des Grabes des Apostels Jakobus in Galizien, an einem Ort, der als Campus Stellae ( Compostela ) bekannt wurde, ließ Alfons II. die erste Kirche zu Ehren des Heiligen errichten (Jahr 892).

Als die Kirche San Julian de los Prados oder Santullano erbaut wurde (ca. zwischen 812 und 842), war sie Teil einer Reihe königlicher Gebäude. Die Kirche hatte einen Basilika-Grundriss (Mittelschiff und zwei Seitenschiffe). Die beiden Seitenschiffe sind durch drei Rundbögen auf Säulenkapitellen und quadratischen Säulen getrennt. Bemerkenswert ist die Existenz eines Querschiffs zwischen den Seitenschiffen und der Apsis, das in der Höhe das Mittelschiff übersteigt.
Schließlich gibt es eine gerade Apsis, die in drei Kapellen unterteilt ist, und über der Hauptkapelle, die nur von außen zugänglich ist, befindet sich ein Raum, über dessen Funktion noch immer Vermutungen angestellt werden. Vielleicht war er als Schutzraum gedacht. Was das Dach betrifft, so verfügt die Kirche über eine interessante Eichendecke mit geschnitzten Schnitzereien in verschiedenen geometrischen Mustern.
Aus ornamentaler Sicht sind die Wand- und Deckengemälde dieser Kirche die am besten erhaltenen Gemälde des Mittelalters in Spanien. Die verwendete Technik ist die Freskenmalerei, bei der die zuvor in Wasser eingesumpften Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen werden. Bei der Carbonatisierung des Kalks werden die Pigmente stabil in den Putz eingebunden. Die dekorativen Gestaltungen zeigen einen deutlichen Einfluss der Wandmalerei aus der Römerzeit. Es gibt zahlreiche dekorative Elemente: Marmorimitationen, Rechtecke, Bänder, Webereien, Quadrate, imitierte Säulen, mit Pflanzenmotiven verzierte Medaillons, architektonische Muster, Vorhänge. Interessant ist, dass jegliche Darstellung biblischer oder religiöser Szenen fehlt, mit Ausnahme des Anastasis-Kreuzes (Alpha und Omega) als Symbol königlicher Macht. Der Mangel an figurativen Darstellungen wird als Anikonismus bezeichnet und wurde in späteren vorromanischen Kirchen nicht beibehalten.

In der Kirche San Tirso, die sich neben der Kathedrale von Oviedo befindet, ist von ihrem ursprünglichen Bau nur noch die Stirnwand der Apsis erhalten, da sie im 16. Jahrhundert durch einen Brand zerstört wurde.

In der Entwicklung der vorromanischen Kunst in der zweiten Periode sind die letzten beiden die Kirchen Santa Maria de Bendones und San Pedro de Nora zu nennen. Die erste befindet sich nur fünf Kilometer von der Hauptstadt entfernt in südöstlicher Richtung in Richtung des Narón- Tals und war eine Schenkung von König Alfons III. und seiner Frau Jimena an die Kathedrale San Salvador am 20. Januar 905. Sie ist Santullano sehr ähnlich, obwohl der Grundriss nicht der typische Basilika der vorromanischen Kirchen ist, sondern drei Einfriedungen am westlichen Ende aufweist, die mittlere als Eingangshalle und zwei Seitenbereiche, möglicherweise zur Unterbringung von Gemeindemitgliedern oder Geistlichen. Dieser Eingang führt in ein einziges Kirchenschiff mit einer Holzdecke und einem interessanten Dach, das genauso lang ist wie die Eingangsbereiche. An das Kirchenschiff schließen sich zwei rechteckige Seitenbereiche an, ebenfalls mit einer Holzdecke, deren Nutzung mit den liturgischen Riten dieser Zeit in Zusammenhang zu stehen scheint. Dieses Kirchenschiff ist mit dem Altarraum durch drei halbkreisförmige Ziegelbögen verbunden, von denen jeder in die entsprechende Kapelle führt, von der nur der Haupt- oder Mittelbogen mit einem Tonnengewölbe aus Ziegeln und die anderen beiden mit Holzdecken bedeckt ist.
Oberhalb der Hauptkapelle befindet sich die „typische“ Kammer, die nur von außen durch ein Kleeblattfenster mit den typischen vorromanischen Elementen zugänglich ist. Der Mittelbogen ist größer als die Seitenbögen und ruht auf zwei freistehenden Kapitellen mit Seilzierleisten. Das obere Rechteck ist von einfachen Zierleisten eingerahmt.

Die Kirche San Pedro de Nora liegt am Fluss Nora, etwa zwölf Kilometer von Oviedo entfernt. Diese Kirche weist den in Santullano etablierten Baustil auf: nach Osten ausgerichtet, vom Hauptgebäude getrenntes Vestibül, Grundriss im Stil einer Basilika, Mittelschiff höher als die Seitenschiffe, mit sich kreuzendem Holzdach und durch Fenster mit Steingitter beleuchtet. Der gerade Altarraum ist in drei Apsiden mit Tonnengewölben unterteilt. Als differenzierendes Element waren die Apsiden durch die Trennwände durch halbkreisförmige Türen miteinander verbunden. Wie alle Kirchen dieser Zeit befand sich über der Apsis ein Raum, der nur von außen durch ein Kleeblattfenster zugänglich war. Der Glockenturm, der wie in Santa Maria de Bendones von der Kirche getrennt ist, gehört nicht zum ursprünglichen Bau und geht auf eine Initiative des Architekten und großen Restaurators der asturischen Vorromanik, Luis Menéndez Pidal y Alvarez , in den siebziger Jahren zurück .

Die Heilige Kammer wurde als Palastkapelle für Alfons II. und die Kirche San Salvador erbaut (der Palastkomplex und die Kirche wurden im 14. Jahrhundert abgerissen, um die heutige gotische Kathedrale zu errichten). Die Kammer neben dem vorromanischen Turm von San Miguel diente auch dazu, Reliquien aufzubewahren, die nach dem Fall des Westgotenreiches aus Toledo mitgebracht wurden . Es besteht aus zwei überlappenden Gängen mit Tonnengewölbe; Die Krypta oder das Untergeschoss hat eine Höhe von 2,30 Metern und ist der heiligen Leocadia gewidmet. Sie enthält mehrere Gräber anderer Märtyrer.

Von Willyman - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39385146 Santa Maria del Navanco

Dritte Periode (842 bis 866)

Diese Periode fällt mit der Regierungszeit von Ramiro I. und Ordoño I. zusammen. Der erste, Ramiro I Sohn von Vermudo I., trat die Nachfolge von Alfons II. an, als dieser ohne Nachkommen starb, und übernahm die Leitung eines schnell wachsenden Königreichs. Er wurde von Chronisten als Virga justitiae (Stab der Gerechtigkeit) beschrieben, weil er sich zwei internen Aufständen der Adligen stellen musste und weil er sich für die Jagd auf Magie und die schwarzen Künste begeisterte, die zu dieser Zeit in Asturien weit verbreitet waren. Er kämpfte auch erfolgreich gegen die Normannen und besiegte sie in Gijón und A Coruna. Auf der anderen Seite erlebte er eine Zeit des Friedens mit seinen traditionellen Feinden, den Muslimen, was ihm aus künstlerischer Sicht erlaubte, die Architektur und den dekorativen Stil der Vorromanik grundlegend zu erneuern.

Tatsächlich wurde während der kurzen Regierungszeit von Ramiro II. (842-850) eine Reihe von Gebäuden errichtet (mindestens drei sind erhalten geblieben), deren Qualität die davor und danach errichteten Gebäude deutlich übertraf. Diese Gebäude sind:

Santa María del Naranco.
San Miguel de Lillo.
Heilige Christina von Lena.
Die Bedeutung dieser drei Denkmäler ist so groß, dass dieser Gruppe ein spezifischer Name gegeben wurde: „Ramirense-Architektur“.

Nachfolger von Ramiro I. wurde sein Sohn Ordoño I., der ein militärisch sehr solides Königreich erbte, eine Bedingung, die es ihm ermöglichte, verlassene Städte auf der anderen Seite des Gebirges wie Tui , Astorga und León wieder zu besiedeln. Er kämpft auch gegen die Araber mit unterschiedlichem Erfolg; In der Schlacht von Clavijo (Jahr 859) besiegte er sie mit Leichtigkeit, doch sechs Jahre später, bei Hoz de la Morcuera, erlitt seine Armee eine Niederlage, wodurch die intensive Wiederbesiedlungsarbeit gestoppt wurde.

Das erste Bauwerk aus dieser Zeit, der Palast Santa Maria de Naranco (848), beinhaltete eine bedeutende stilistische, morphologische, konstruktive und dekorative Weiterentwicklung der Vorromanik. Der als Erholungspalast erbaute Palast befindet sich auf der der Stadt zugewandten Südseite des Monte Naranco und war ursprünglich Teil einer Reihe königlicher Gebäude am Stadtrand. Sein Charakter als ziviles Gebäude änderte sich im 12. Jahrhundert, als er in eine Marienkirche umgewandelt wurde.
Was die Chronisten viele Jahrhunderte lang bewunderten, waren seine Proportionen und schlanken Formen, seine reiche und vielfältige Verzierung und die Einführung von länglichen Tonnengewölben dank der Querbögen, die eine Stützung ermöglichten und Holzdecken überflüssig machten.

Die Kirche San Miguel de Lillo wurde im Jahr 848 von Ramiro I. und seiner Frau Paterna geweiht. Sie war ursprünglich der Heiligen Maria geweiht, später dann dem hl Michael.
Ursprünglich hatte es den Grundriss einer Basilika, drei Gänge mit Tonnengewölbe, obwohl ein Teil der ursprünglichen Struktur verschwunden ist, als das Gebäude im 12. oder 13. Jahrhundert verfiel. Heutzutage ist die westliche Hälfte aus dieser Zeit erhalten, zusammen mit mehreren Elementen im Rest der Kirche, wie den fantastischen Pfosten im Vestibül oder dem außergewöhnlichen Gitter am Fenster der Südwand, das aus einem einzigen Stück Stein gemeißelt ist.

Ausführliche Beschreibung der beiden Gebäude s. Kapitel “Zwei Kleinode der präromanischen asturischen Architektur –  Santa María de Naranco und San Miguel de Lillo”

Die letzte Kirche aus dieser Zeit ist Santa Cristina de Lena (um 850) liegt im Bezirk Lena , etwa 25 km südlich von Oviedo, an einer alten Römerstraße. Die Kirche hat einen anderen Grundriss als die traditionelle Basilika der Vorromanik. Es handelt sich um einen einzelnen rechteckigen Raum mit Tonnengewölbe und vier angrenzenden Baukörpern in der Mitte jeder Fassade. Der erste dieser Anbauten ist das typisch asturische präromanische Vestibül mit einer königlichen Tribüne im oberen Teil, zu der man über eine Treppe gelangt. Im Osten befindet sich die Einfriedung mit dem Altar, mit einer einzigen Apsis, die auf die traditionelle asturische vorromanische Dreiapsis verzichtet und auf westgotische Einflüsse zurückgeht. Im Norden bzw. im Süden befinden sich zwei weitere Einfassungen mit Rundbögen und Tonnengewölben, deren Nutzung mit der bis zum 11. Jahrhundert in Spanien praktizierten hispano-westgotischen Liturgie in Verbindung gebracht wurde.
Eines der charakteristischsten Elemente von Santa Cristina de Lena ist das über dem Boden liegende Presbyterium im letzten Abschnitt des Mittelschiffs, das durch drei Bögen auf Marmorsäulen vom für die Gemeinde bestimmten Bereich getrennt ist. Diese Trennung, die auch in anderen asturischen Kirchen auftritt, wird in keiner anderen mit einer ähnlichen Struktur wiederholt. Sowohl die Gitter über den Bögen als auch die Mauer, die den Mittelbogen umschließt, wurden im 7. Jahrhundert aus westgotischen Ursprüngen wiederverwendet. (848

Von Ángel M. Felicísimo from Mérida, España - Santa Cristina de Lena, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51254184 Santa Cristina de Lenae

Vierte Periode (866 bis 910)

Dies umfasst die Regierungszeit von Alfons III., der im Alter von 18 Jahren nach dem Tod seines Vaters Ordoño I. den Thron bestieg, und markierte damit den Höhepunkt des Königreichs Asturien. Die Expansion gegen die muslimischen Gebiete gipfelte darin, dass er Porto und Coimbra im heutigen Portugal eroberte. Er erweiterte die Grenzen des Königreichs bis zum Fluss Mondego in Portugal und ließ Zamora, Simancas, Toro und das gesamte als Campos Góticos bekannte Gebiet neu besiedeln. Die Idee des asturischen Königreichs als Fortsetzung des Westgotenreichs in Toledo wurde bewusst übernommen, was die Verpflichtung zur Rückeroberung aller von Muslimen besetzten Gebiete beinhaltete. 

Die fortschreitende Expansion und wachsende Macht des Königreichs entfachte auch den Ehrgeiz der drei Söhne Alfons III. ( García I., Ordono II. und Fruela II.), die, ermutigt von einer Reihe von Adligen, den König absetzten und ihn in der Stadt Boiges (Boides-Tal) einsperrten (heutiges Valdediós). Dennoch erlaubten sie ihm, einen letzten Feldzug gegen die Muslime in Zamora zu führen, wo er erneut siegreich war. Er starb bei seiner Rückkehr im Dezember des Jahres 910. Dem König gelang es somit nicht, das asturische Königreich, das unter ihm die größte Expansion erreicht hatte, zu konsolidieren. Es wurde unter seinen Söhnen in drei Teile geteilt. Asturien, Galizien und Kastilien-León, was letztendlich das Ende des asturischen Königreiches bedeutete.

San Salvador de Valdediós und Santo Adriano de Tuñón sind die beiden unter diesem Monarchen erbauten Kirchen, zusätzlich zum Foncalada-Brunnen ( fonte incalata ) im Zentrum von Oviedo und den bereits erwähnten Goldartefakten des Siegeskreuz und der Achatdose .

Die Kirche San Salvador de Valdediós steht im Boides-Tal ( Villaviciosa ), dem Ort, an dem Alfonso III. festgehalten wurde, als er von seinen Söhnen entmachtet wurde, und wo sich einst ein altes Kloster befand. Dies war vom Benediktinerorden gegründet worden und dann im 13. Jahrhundert von den Zisterziensern übernommen. Die als „Bischofskapelle“ bekannte Kirche wurde am 16. September 893 im Beisein von sieben Bischöfen geweiht und steht auf einem klassischen Basilika-Grundriss mit einem dreifachen Altarraum, der das Mittelschiff durch vier Halbkreisbögen von den Seitenschiffen trennt.

s. Kapitel “Zwei Juwele der präromanischen asturischen Architektur – San Salvador de Valdediós und San Salvador de Priesca”

Die Kirche San Adriano de Tunon liegt am Ufer des Flusses Trubia, neben einer alten Römerstraße. Die am 24. Januar 891 gegründete Kirche hat den Grundriss einer klassischen Basilika, wurde jedoch im 17. und 18. Jahrhundert um ein Kirchenschiff am westlichen Ende und einen Glockengiebel erweitert. Die Außengemälde dieser Kirche sind die einzigen Überreste der Arbeit mozarabischer Maler in einer asturischen Kunstwerkstatt.

Schließlich wurde der Foncalada-Brunnen, das einzige erhaltene zivile Bauwerk des oberen Mittelalters in Spanien, außerhalb der Stadtmauern von Oviedo errichtet, mit Steinblöcken und einem sich kreuzenden Dach, Tonnengewölbe und rechteckigem Grundriss. Der Schnittpunkt des Daches ist mit einem dreieckigen Giebel gekrönt, auf dem das für Alfons III. charakteristische Siegeskreuz abgebildet ist und unter dem die typische Inschrift des Königreichs Asturien steht:

HOC SIGNO TVETVR PIVS, HOC SIGNO VINCITVR INIMICVS

„Durch dieses Zeichen wird der Fromme beschützt, durch dieses Zeichen wird der Feind besiegt.“

De Nachosan - Trabajo propio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23240930 San Salvador de Valdedios

Fünfte Periode (910 bis 925)

Die fünfte und letzte Periode fällt mit der Verlegung des Hofes nach Leon, dem Verschwinden des Königreichs Asturien und der asturischen Vorromanik zusammen.
Mit dem Tod Alfons III. und der Aufteilung des Königreichs Asturien unter seinen Söhnen erreichte die asturische Architektur mit zwei Bauten ihre letzte Phase. Die erste davon ist die Kirche San Salvador de Priesca (wenige Kilometer von Valdediós entfernt), die am 24. September 921 geweiht wurde und architektonisch und dekorativ auf das von Santullano festgelegte Modell und nicht auf spätere Werke zurückgreift.

s. Kapitel “Zwei Juwele der präromanischen asturischen Architektur – San Salvador de Valdediós und San Salvador de Priesca”

Die Kirche Santiago de Gobiendes , in der Nähe von Colunga , am Meer und am Sueve-Gebirge gelegen , ist die letzte der vorromanischen Kirchen und folgt wie die vorherige dem Baumodell von Santullano. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden bedeutende Reformen durchgeführt, bei denen der Eingang, die Fassade sowie die Haupt- und Seitenkapellen verändert wurden.

Von Ángel M. Felicísimo from Mérida, España - San Salvador de Priesca, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17018315
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Francisco de Goya, der berühmte Maler aus Aragon

Francisco de Goya, der berühmte Maler aus Aragon

Neben Dali, Picasso, Miro und Velasques gehört Francisco de Goya y Lucientes zu den besten und berühmtesten Malern Spaniens. Er wurde am 30.08.1746 in Fuendetodos in Aragon geboren. Der Ort, der heute 154 Einwohner hat, liegt etwa 44 Kilometer von Saragossa entfernt. Das Geburtshaus des spanischen Malers aus dem 18. Jahrhundert kann immer noch besichtigt werden. Er starb am 16.04.1828 in Bordeaux. Seine Schaffenszeit fällt somit in die Zeit der französischen Revolution und in die Zeit Napoleons, die sein Schaffen stark beeinflusste.

Kunsthistoriker nennen seine Arbeiten „einen universellen Wert spanischer Kunst“. Er schuf Vorlagen für Wandteppiche, malte Königsporträts und Kriegsbilder, fliegende Hexen, nackte Frauen und den Klerus als Esel. Goya arbeitete u.a. mit neuen Techniken, vor allem der Aquatinta Drucktechnik. Er war zeitlebens so stur wie ein Aragonese nur sein kann. Und seine Kunst wirkt bis heute erstaunlich zeitlos aber auch zum Teil sehr drastisch.

 

Sein Werdegang ist zumindest zu Anfang von einigen Aufs und Abs gekennzeichnet. Er konnte nicht in der Werkstatt seines Vaters, der ein angesehener Vergolder war, arbeiten, da sein älterer Bruder später die Werkstatt übernehmen sollte. Mit 14 Jahren begann Goya daher eine Lehre bei dem Barockmaler José Luzán (1710 bis 1785) in Saragossa. Hier blieb Goya vier Jahre. Über die Zeit bei José Luzan hieß es später, dass dieser ihm die Grundlagen des Zeichnens lehrte und wie man feinste Gavierungen kopierte. Mit 16 Jahren malte er zum Ende seiner Ausbildung einige Heilige in der Kuppel der einstigen Pfarrkirche von Fundetodos, die allerdings im spanischen Bürgerkrieg zerstört wurde.

Anschließend ging er nach Madrid – angeblich nicht ganz freiwillig nach einer Schlägerei.

In Madrid bewarb er sich bei der angesehenen Real Academie de Belles Artes de San Fernando. Allerdings fiel er zweimal durch Aufnahmeprüfung. Paradoxer Weise wurde er später sogar selbst Leiter dieser Akademie. Nach dem Misserfolg 1766 reiste er nach Rom. Italien galt damals als das Zentrum der Kunst, viele Künstler aus allen Herren Ländern zog es dementsprechend auch dorthin. In Italien gewann er 1771 den zweiten Preis bei einem Gemäldewettbewerb, den die Stadt von Parma organisiert hatte.

Ab 1771 ist er wieder in Spanien, zunächst in Saragossa. Hier bekam er als selbständig arbeitender Künstler den Auftrag für Gemälde in der Catedral-Basilica de Nuestra Senora de Pilar, der größten Barockkirche Spaniens. Und hiermit begann dann auch sein künstlerischer Aufstieg. So malte er in der Folge viele Bilder in Kapellen und Klöstern. Bevor er dann Hofmaler in Madrid wurde, arbeitete er zunächst für die königliche Teppichmanifaktur mit Entwürfen über volkstümliche spanische Szenen, die in der damaligen Zeit sehr beliebt waren. 1780 verliert Goya die Arbeit in der Tapetenmanufaktur, da der Krieg zwischen Spanien und England die finanziellen Mittel des spanischen Königshauses an anderen Stellen banden. Es folgt eine Zeit als Porträtmaler, in der er sehr erfolgreich war und viele Kunden hatte. 1785 erfolgt die Beförderung zum Stellvertretenden Direktor für Gemälde der Königlichen Akademie. Das war eine lukrative Position, die Goya finanzielle Sicherheit bot. 1786 erfolgte dann die Ernennung zum Hofmaler des Königs durch Carlos III. Er behielt diese Position auch ab 1788 unter dessen Nachfolger Carlos IV. Die Position war nicht nur mit Prestige verbunden, sondern sicherte Goya finanziell weiter ab.

1792 erkrankte Goya schwer und als Folge seiner Krankheit litt er an Gehörlosigkeit. Wie stark diese Krankheit war, ist nicht genau bekannt. Aber er konnte sich mit dem König gut in Zeichensprache verständigen. 1800 begann Goya eines seiner berühmtesten Gemälde, das ein Porträt der Familie Karls IV. darstellte. Es hängt heute im Prado. Auf dem Gemälde selbst hat sich Goya im Hintergrund im Schatten selbst verewigt. Das Gemälde ist u.a. deshalb so berühmt, weil eine so realistische Darstellung der spanischen Königsfamilie dazu führte, dass ein zeitgenössischer Kritiker äußerste, das Königspaar sähe aus, wie ein Bäcker und seine Gemahlin nach einem Lotteriegewinn. Goya malte das Bild als subjektiver Beobachter der Familie des Königs am Hof. Darin ließ er sich von seinem Vorgänger Diego Velázquez beeinflussen, der als Hofmaler ähnlich vorging. Diese doch sehr realistische Darstellung, die die Königsfamilie nicht unbedingt im besten Licht darstellte – reich aber nicht sehr attraktiv, war schon auch eine mutige Arbeit, die aber ohne Folgen blieb. Es gibt Hinweise, dass die Dargestellten mit ihren Porträts sehr zufrieden waren. Dennoch lässt der Realismus im Blick des Hofmalers Goya vermuten, dass die Direktheit und ungeschönte Nüchternheit – man kann es teilweise Hässlichkeit nennen –, wie das Personal des Hofes dargestellt ist, nicht versehentlich geschah und eine gewisse Distanz Goyas zum Königshaus ausdrückte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_de_Goya#/media/Datei:La_familia_de_Carlos_IV,_por_Francisco_de_Goya.jpg

Wie vielfältig seine Kunst danach noch wurde, liegt nicht nur am Genie Goya, sondern auch an der turbulenten Zeit, in der er lebte: Mitten in die Idylle am Hof platzte die Besatzung durch französische Truppen. Joseph Bonaparte, der Bruder Napoleons Bonaparte wird, gestützt von französischen Militärkräften, zum spanischen König ernannt. In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1808 erschossen französische Soldaten mehrere spanische Rebellen. Goya erstellte daraufhin sein Gemälde „Die Erschießung der Aufständischen“, das eine schreiende Anklage an den Krieg ist.

1814 kehrt dann König Ferdinand VII. auf den spanischen Thron zurück und Goya wurde wieder Hofmaler. Ein Bild von Francisco Goya sorgte dann 1815 für einen Skandal, für den er sich vor der Inquisition verantworten musste. Goya schuf zwischen 1801 und 1802 die bekleidete und nackte Maja, wobei „Die nackte Maya“ das erste Aktbild der spanischen Kunst ist, auf dem weibliche Schamhaare zu sehen waren. Ursprünglich waren die nackte und die bekleidete Maya mit Scharnieren verbunden, so dass die nackte Version mit der bekleideten Darstellung verdeckt werden konnte. Bei der „Maya“ handelt es sich um die Herzogin von Alba, die er mehrfach porträtierte.

https://www.wikiart.org/de/francisco-de-goya/die-nackte-maja-1800

Aber nicht nur das freizügige Werk erregte das Missfallen, auch die Bilderreihen „Caprichos“,und „Desastres“. Zwischen 1810 und 1820 entstanden die “Desastres de la Guerra”, die “Schrecken des Krieges”. Schonungslos zeigen die Bilder, mit welchen Gräueltaten Napoleon in Spanien vorging und welche Folgen die französische Fremdherrschaft hatte. “Los Caprichos” (“die Launen”) entstanden zwischen 1793 und 1799. Ganz aktuelle Probleme der Gesellschaft wurden auf rund 80 Blättern gezeigt: Armut, Aberglaube oder wie Adel und Klerus ihre Macht auch mit brutalen Mitteln zu erhalten versuchten. Es ist ein Horrorkabinett der Dummheit, der Willkür und des religiösen Wahnsinns. Goya hat die Welt nicht einfach dargestellt, er hat sie seziert und die Spannungen zwischen Vernunft und Wahnsinn, Gerechtigkeit und Grausamkeit, Hoffnung und Verzweiflung offengelegt. Und leider ist Goya hochgradig aktuell und hält uns einen Spiegel vor, von dem wir uns gewünscht hätten, dass wir ihn nie wieder aus der Schublade ziehen müssten.

Die Bilder erregten großen Anstoß, insbesondere bei Vertretern der Kirche. Nur das Eingreifen des spanischen Königs verhinderte eine Verurteilung Goyas durch die Inquisition.

Für die Bilderreihen verwendete er eine neue Technik, die erst in den 1760er Jahren erfunden worden war: Aquatinta. Dabei wird von einer Druckplatte mehrfach eine Schicht weggeätzt (mit einer scharfen Flüssigkeit abgetragen), sodass nachher beim Drucken verschiedene Grautöne entstehen. Mit dieser Technik konnte er dann auch die sehr düstere Stimmung der Bilder erzeugen.

Im Jahre 1819 zog sich der doch liberale Goya aufgrund der politischen Unruhen zwischen Monarchisten und Liberalen in sein Landhaus Quinta del Sordo, das Haus des tauben Mannes, zurück. Er widmete sich vier Jahren der Bemalung der Wände seines Landhauses. Diese Bemalungen gingen als „Pinturas Negras“ (schwarze Bilder) in die Werkgeschichte Goyas ein. In ihnen scheinen sich düstere Phantasien des Malers mit den bedrückenden Zeitumständen vermischt zu haben. Sie wurden inzwischen abgenommen, auf Leinwand übertragen und dem Prado übergeben.

Die Situation in Spanien wurde für Goya aber immer prekärer. Er war liberal eingestellt, bezog Positionen gegen die Folter, Inquisition aber auch gegen den Absolutismus. Um politischen Verfolgungen zu entgehen, reiste er nach Frankreich, wo er ab 1824 in Bordeaux lebte. Dort arbeitete er an seinen letzten Radierungen, die verschiedene Stierkampfszenen zeigen. Sein letztes Bild ist “La Lechera de Burdeos“ (Das Milchmädchen von Bordeaux), das Ölgemälde einer schönen, entspannten jungen Französin, das im Gegensatz zu vielen seiner anderen Bilder eine ruhigen freundlichen Eindruck hinterlässt. Es gilt als ein Vorläufer des Impressionismus. 

Goya starb schließlich, nachdem sich sein Gesundheitszustand verschlechtert hat, am 16. April 1828 in Bordeaux, wo er auch begraben wurde. Es dauerte bis 1901 bis sein Leichnam nach Spanien zurückkehrte. 1919 wird er in der Ermita de San Antonio de la Florida in Madrid beigesetzt.

Francisco Goya wird einerseits zu den letzten der alten Meister aber auch als erster der modernen betrachte. Francisco Goya beeinflusste mit seinen Werken spätere Generationen von Künstlern, darunter Delacroix, Edouard Manet und auch Pablo Picasso. Vieles, was Goya malte, ist auf den ersten Blick schwer erträglich und noch schwerer interpretierbar, aber leider auch heute noch sehr real.

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