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Römische Stadt Lugo

Römische Stadt Lugo

Wir betreten durch das Tor San Pedro Lugo, die älteste Stadt Galiciens mit ca. 100.000 Einwohner. Hier beginnt dann auch schon unsere Zeitreise in die römische Vergangenheit der Stadt. Denn das Tor, wie einige andere, liegt in der alten römischen Stadtmauer, die die gesamte Altstadt umschließt. Sie ist die am vollständigsten erhaltene Mauer im gesamten Weströmischen Reich.

Paullus Fabius Maximus ließ im Jahr 13 v. Chr. im Namen des Kaisers Augustus die römische Stadt Lucus Augusti gründen, die aus einem römischen Lager hervorging, das immer stärker wuchs.  Damit sollte der Nordwesten der iberische Halbinsel endgültig ins Römische Reich eingegliedert werden. Im 3. Jh. nach chr. wurde sie zur Hauptstadt der römischen Provinz Hispania Superior. Eine früher errichtete erste Mauer wurde Ende des 3. Jahrhunderts durch die heute noch bestehende ersetzt. Der Neu- und Ausbau der Stadtmauer war notwendig, da das Imperium im Norden durch zahlreiche Überfälle von außen bedroht wurde. Die Mauer hat sich trotz der wechselhaften Geschichte Lugos u.a. unter der Herrschaft der Sueben und der Mauren und trotz der erforderlichen Ausbesserungs- und Ergänzungsarbeiten ihren ursprünglichen Charakter bewahrt und ist seit dem Jahr 2000 UNESCO Weltkulturerbe.

Von Malopez 21 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73731317
Von Cecilio Pizarro - (1850-10-06). "Muralla romana de Lugo". Semanario Pintoresco Español (40): 313. ISSN 2171-0538., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67290999

Die Mauer hat eine Länge von etwa 2100 m und umfasst eine Fläche von 34,4 ha. Diese Fläche umfasste damals neben den Wohngebäuden auch große Acker- und Brachflächen. Die Breite der Mauer beträgt 4,20 m und erreicht in einigen Abschnitten auch 7 m. Die Mauerhöhe variiert – geländebedingt – zwischen acht und zwölf Metern. Der Verlauf der Mauer bildet grob ein unregelmäßiges Viereck, wobei die Ecken abgerundet sind. In relativ kurzen Abständen – sie betragen zwischen 6,30 m und 13,50 m – sind nach außen meist halbkreisförmig Türme vorgebaut. Die Mauer hatte ursprünglich 85 Türme. Davon sind 46 noch erhalten, 39 wurden im Laufe der Zeit abgerissen oder zurückgebaut. Der Durchmesser der Türme variiert zwischen 9,80 m und 16,40 m.  Auf dem vorhandenen Steg waren mindestens zwei weitere Stockwerke aufgebaut, die heute nicht mehr erhalten sind. Ein einziger Rest  findet sich heute am Torre da Mosqueira mit seinen großen Fenstern mit Rundbögen. Als Fußgänger kann man auf der gesamten Mauer, wo einst die Wächter patrouillierten, entlang spazieren und so das alte Zentrum der Stadt umrunden, die Geschichte spüren und gleichzeitig das tägliche Treiben der Stadt beobachten.

Der Mauer vorgelagert war ein Graben. Er lag etwa 5 m vor den Türmen, war 20 m breit und 4 m tief. Davon sind heute nur wenige Spuren sichtbar. 1987 wurde der Graben durch archäologische Untersuchungen dokumentiert. Es wurde nachgewiesen, dass es sich nicht um einen durchgehenden Graben handelt, sondern dass er aus verschiedenen, voneinander unabhängigen Abschnitten bestand.

In römischer Zeit gab es fünf Tore, durch die man aus dem Umland die Stadt betreten konnte. Zwischen 1853 und 1921 wurden fünf weitere Tore durch die Mauer gebrochen, um den Anforderungen des wachsenden Verkehrs gerecht zu werden. Von den nun zehn bestehenden Toren dienen heute sechs ausschließlich dem Fußgängerverkehr. Nur vier Tore dürfen von Kraftfahrzeugen durchfahren.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Lugo sind:

  • die romanisch-gotische Kathedrale Santa Maria. Sie wurde im 12. Jh. erbaut, erhielt aber später gotische, barocke und neoklassische Bauteile dazu. Die Bauarbeiten dauerten über hundert Jahre an, wobei später wunderschöne Elemente, wie die neoklassische Fassade, welche unter dem Namen Santiago-Tor bekannt ist, hinzugefügt wurden. Die ursprünglichen romanischen Züge dieses Baus sind noch am Hauptandachtskreuz, dem größten Teil des Hauptschiffs sowie an den Seitenflügeln zu erkennen. Der gotischen Stilrichtung entstammen Elemente, wie das Deambulatorium, die Hauptkapelle oder der nördliche Säulengang, wohingegen die Sakristei, der Kreuzgang oder die Kapelle der Jungfrau Virgen de los Ojos Grandes im Barockstil gehalten sind. Im Innenbereich sind der prachtvolle in Nussholz geschnitzte Chor aus dem 17. Jahrhundert sowie das Retabel, welches der Schutzpatronin der Stadt gewidmet ist und als eines der Meisterwerke des galicischen Barocks angesehen wird, hervorzuheben. Die Kathedrale erhielt vom Papst das besondere Privileg, das Heilige Sakrament dauerhaft zu zeigen.
  • Der Barockbau des bischöflichen Palastes. Dieser Barockbau aus dem 18. Jahrhundert erhebt sich auf dem ehemaligen Standort des Turms der Grafen von Lemos.
  • Rund um die mit Säulengängen versehene Praza do Campo, welche in früheren Zeiten ein Forum Romanum und ein mittelalterlicher Markt war, erstreckt sich eine Vielzahl an belebten Einkaufsstraßen. Ganz in der Nähe erhebt sich die San Pedro-Kirche, ein wunderschönes Exemplar mittelalterlicher Architektur, welche Teil des ehemaligen San Francisco-Klosters war und heute Sitz des Provinzialmuseums, eines der bedeutendsten Museen der Provinz Lugo, ist.
  • Park Rosalia de Castro Will man sich nach der Wanderung ein wenig ausruhen, so bietet sich ein Besuch im Park Rosalia de Castro an.  Er wurde zu Beginn des 20. Jhs. angelegt und hat seinen Namen von der großen galicischen Schriftstellerin, die mit einer Skulptur geehrt wird. Mehrere Teiche sind von schönen Rosensträuchern umgeben. Von einem Aussichtspunkt an der Westseite kann man den vorbeifließenden Mino Fluss beobachten. In diesem Park befinden sich mehr als hundert unterschiedliche Arten von riseigen Bäumen: Riesenmammutbäume,  Ahorne, Spanische Tannen, Blaufichten, Atlaszedern etc.
  • Die römische Brücke von Lugo stammt aus dem 1. Jh. und verband Lucus Augusti mit Braga (Portugal) über die römische Straße. Die Brücke ist über einhundert Meter lang und vier Meter breit. Trotz zahlreicher Renovierungen blieb die ursprüngliche Gestalt erhalten. Heute ist sie nur für Fußgänger zugänglich und bietet einen herrlichen Spaziergang über den Fluss Mino.

Römische Thermen

Etwa einen Kilometer vor Lugo sind die Überreste römischer Thermen zu besichtigen. Sie entstanden im 1. und 2. Jh. und befinden sich heute unter dem Hotel Balneario de Lugo am Ufer des Flusses Mino. Die Ausgrabungen im Untergeschoss des Hotels sind für Besucher offen.

Quellen

Stefanie Bisping, Gint Schwarzenburg, 100 Highlights Jakobswege in Spanien und Portugal,  München 2021

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Es kann auch mal ein Campingwagen sein!

Es kann auch mal ein Campingwagen sein!

Als wir in Air sur l´Adour ankamen, war die Herberge bereits belegt. Da wir – wie meist – nicht vorgebucht hatten, musste eine andere Lösung her. Die Dame im Tourismusbüro bot uns mehrere Unterkünfte an u.a. eine auf dem Campingplatz. Marielouise war sofort begeistert. Sie wollte schon immer einmal auf einem Campingplatz übernachten. Ich war eher skeptisch. Was für eine verrückte Idee! Aber ich ließ mich überreden.

 

 

Also ging es ab zum Campingplatz Les Ombrages de l´Adour, der wunderschön direkt am Ufer des Flusses l´Adour gelegen war. Das war doch schon immerhin etwas! Dann inspizierten wir den Campingwagen, der uns angeboten wurde. Als der Campingplatzbesitzer unsere skeptischen Blicke auf das schmale Bett sah, bot er uns an, noch einen weiteren Campingwagen dazu zu nehmen. Das lehnten wir aber dankend ab.

Nach einem leckeren Abendessen im Ort und einem Glas Wein vor unserem Campingwagen starteten wir unser Abenteuer Schlafen im Wohnwagenbett.

 

 

Noch lachend und bester Laune legten wir uns in das schmale Bett. Allerdings zweifelten wir daran, dass wir gut schlafen würden. Aber oh Wunder, wir schliefen wie die Murmeltiere, besser als in den Herbergen zuvor! Als der Wecker klingelte, wollten wir erst gar nicht aufstehen. Aber es lag eine lange Strecke bei sehr warmem Wetter vor uns. Aber wir können sagen, eine Übernachtung im Campingwagen ist durchaus empfehlenswert.

Ausgeschlafen und nach einem guten Frühstück im Freien ging unsere Wanderung weiter nach Arzacq-Arraziguet.

 

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Heiß, heißer, es geht nicht mehr!

Heiß, heißer, es geht nicht mehr!

Es war einer jener heißen Tage auf unserer Wanderung. Wir waren auf dem Weg von Lauzerte nach Moissac. 25 km bei mindestens 35° Grad lagen vor uns und das meist auf kleinen Straßen, die auch noch die Hitze abstrahlten. Im Buch stand außerdem: keine Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Auch ausreichend Wasser muss mitgeführt werden.

Obwohl wir vorgewarnt waren, hatten wir doch unsere Probleme mit dem Wasservorrat. Kurz vor Espis war unser Vorrat zu Ende, die Sonne brannte nur so vom Himmel und es waren noch über 5 km auf einer kleinen Straße bis Moissac. Wir waren schon recht verzweifelt, da erinnerte ich mich, dass im Buch unter Espis ein Trinkbrunnenzeichen dargestellt war. Und als wir am Friedhof des Ortes vorbeikamen, wurde uns klar, hier musste es Wasser geben. Also bogen wir auf den Friedhof ab.

Oh wie erfrischend war das Wasser! Erst löschten wir unseren Durst und dann hielt uns nichts mehr und wir steckten unsere Köpfe unter die Wasserleitung.  Auch wenn wir wie zwei begossene Pudel aussahen, kümmerte uns das nicht und wir genossen einfach die Abkühlung!

Als wir allerdings weitere zwei Kilometer gegangen waren, war von der Erfrischung leider nichts mehr zu spüren. Erschöpft und müde setzten wir uns auf die Balustrade an einem Haus. Mairelouise meinte, wie sähen aus wie zwei gerupfte Hühner auf der Stange. Als ein Auto kam, hielten wir den Daumen raus. Und wirklich ein junger Mann hielt an und nahm uns mit ins Zentrum von Moissac. Wie dankbar waren wir, denn der Rest des Weges wäre ohne Schatten durch ein Industriegebiet gegangen.  Nach einer Dusche in der Herberge konnten wir dann gegen Abend diesen herrlichen Ort mit seiner wunderschönen Kathedrale genießen.

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Stop Casa Boto – die Bar von José Manuel Boto, Barbesitzer, Englischlehrer, Schauspieler

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In Mortera hat José Manuel Boto eine kleine Bar, in der man „alles“ bekommen kann – Getränke, Essen, Souveniers, Haushaltsgeräte und vieles mehr. Man muss diese Bar gesehen haben – bunt, vollgestellt, bizarr und gleichzeitig liebenswert.

 

José Manuel Boto leitet seit 37 Jahren die Bar Stop Casa Boto, die seine Großeltern1929 eröffneten und die dann von seinen Eltern weitergeführt wurde. José Manuel Boto ist hier geboren und aufgewachsen. Er hat mehrere Jahre im Ausland studiert und gearbeitet. In Großbritannien schloss er sein Studium der Philologie ab. Nach dem frühen Tod seiner Mutter kehrte er zurück, um dem Vater zu helfen. Er gab zusätzlich Englischunterricht in der ganzen Region. Außerdem ist er Mitglied einer Theatergruppe und er hat auch in TV-Serien und in mehreren Kurzfilmen mitgewirkt.

Wie lange die Bar noch existieren wird, ist unklar. José Manuel Boto denkt an Ruhestand, möchte aber die Bar und ihren Stil erhalten sehen.

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Eine Blume zum Abschied

Eine Blume zum Abschied

Wir gingen in Villaluc am Gemüsegarten eines Bauernhofes vorbei und betrachteten die verschiedenen Gemüsesorten, die dort angepflanzt waren. Da sprach uns der Bauer, der im Garten arbeitete, an. Er fragte, ob wir einen Stempel in unser Credential haben wollten. Wir schauten uns an, warum nicht.

Also winkte er uns auf seinen Bauernhof. In der Nähe seines Kuhstalls hatte er einen kleinen Tisch stehen, auf dem der Stempel lag. Nachdem wir dann seinen Stall mit ca. 40 Kühen besucht hatten, bot er uns noch ein Glas frische Milch an , dass wir dann auch mutig tranken.

Wir bedankten uns für die Gastfreundschaft und holten unsere Rucksäcke, die wir am Tisch abgestellt hatten. Galant half er Marielouise in den Rucksack. Und zum Abschied verehrte er dann jeder von uns noch eine kleine Blume aus seinem Garten.

Welch eine schöne Pause auf dem Weg!

Schade, dass unser Spanisch zu schlecht war, um sich länger zu unterhalten. Aber Gesten sagen ja auch manchmal mehr als viele Worte!

 

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Treppensturz in Padrón

Treppensturz in Padrón

Marielouise wollte unbedingt um 6 Uhr am nächsten Morgen von Padrón losgehen – ich nicht!!! Aber nach einer Diskussion am Abend gab ich nach. Also standen wir gegen 5.30 Uhr vorsichtig auf, um die anderen Pilger in der Herberge nicht zu wecken. Denn außer uns war noch niemand auf den Beinen. Draußen war es auch noch stockdunkel. Leise schlichen wir aus dem Zimmer und auf Socken die dunkle Treppe hinunter. Leider verpasste ich dabei eine Stufe, rutschte aus und stürzte mit lautem Krach die Treppe hinunter. Da ich den Rucksack Gott sei Dank vor mich hertrug, fiel ich erst auf ihn und dann über ihn hinweg mehrere Stufen hinunter bis zum Treppenende. So wurde der Sturz Kopf über abgedämpft und ich hatte mir nicht weh getan. Aber Marielouise, die vor mir ging, habe ich am Knie getroffen, das ihr einen Tag lang noch weh tat. Der Sturz löste natürlich einen riesigen Krach aus, aber keiner der anderen Pilger ließ sich sehen. Also rappelten wir uns auf, gingen in die Küche und frühstückten.

Dann ging es los, obwohl es draußen noch relativ dunkel und vor allem nebelig war. So tasteten wir uns ausgerüstet mit unseren Stirnlampen schweigend den Pfad entlang. Jede schimpfte im Stillen wohl noch ein bisschen auf die andere. Nach etwa einer halben Stunde ging es auf einer Straße bergab, doch nach einiger Zeit fiel uns auf, dass wir schon länger keine Pilgerpfeile mehr gesehen hatten. Das musste ja passieren, wir hatten uns verlaufen! Was tun?

Wir waren wohl bei dem Nebel vom Weg abgekommen und hier war nur Straße und Wald, kein Dorf, kein Mensch, nur eine kleine Bar auf der anderen Seite der Straße, die aber dunkel war. Das bedeutete: umkehren bis wir wieder einen Pfeil fänden. Da kam ein Auto angefahren und hielt an der Bar O`Atallo auf der anderen Seite. Als der Mann merkte, dass wir uns verunsichert umschauten und schon umkehren wollten, winkte er uns zu und rief, dass wir ruhig auf der Straße weitergehen könnten, dann träfen wir wieder auf den Pfad. Welch gute Nachricht! Vor Freude beschlossen wir, der Bar und unserem Informanten einen Besuch abzustatten und uns mit einer Tasse Kaffee zu stärken.

Als wir an der Bar saßen, stellte uns der Barmann zwei Tassen Kaffee auf die Theke, zwinkerte uns zu und goss in jede Tasse einen ordentlichen Schluck Cognac. Auch die beiden kleinen Kuchen, die er dazustellte, gingen auf Kosten des Hauses. Wir genossen alles in Ruhe – wir hatten ja Zeit, waren wir doch früh aufgestanden. Außerdem hatten wir das nach den Aufregungen des Morgens verdient! Nach einem herzlichen Dankeschön verließen wir die Bar, gingen beschwingt (!) die Straße hinunter und trafen auch bald wieder auf den richtigen Pfad. Wir waren uns sicher, dass ist und wird wieder ein guter Tag!

Aber es war auch das letzte Mal, dass wir soooo früh aufgestanden sind!

 

 

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Dann ging es los, obwohl es draußen noch relativ dunkel und vor allem nebelig war. So tasteten wir uns ausgerüstet mit unseren Stirnlampen schweigend den Pfad entlang. Jede schimpfte im Stillen wohl noch ein bisschen auf die andere. Nach etwa einer halben Stunde ging es auf einer Straße bergab, doch nach einiger Zeit fiel uns auf, dass wir schon länger keine Pilgerpfeile mehr gesehen hatten. Das musste ja passieren, wir hatten uns verlaufen! Was tun?

Wir waren wohl bei dem Nebel vom Weg abgekommen und hier war nur Straße und Wald, kein Dorf, kein Mensch, nur eine kleine Bar auf der anderen Seite der Straße, die aber dunkel war. Das bedeutete: umkehren bis wir wieder einen Pfeil fänden. Da kam ein Auto angefahren und hielt an der Bar O`Atallo auf der anderen Seite. Als der Mann merkte, dass wir uns verunsichert umschauten und schon umkehren wollten, winkte er uns zu und rief, dass wir ruhig auf der Straße weitergehen könnten, dann träfen wir wieder auf den Pfad. Welch gute Nachricht! Vor Freude beschlossen wir, der Bar und unserem Informanten einen Besuch abzustatten und uns mit einer Tasse Kaffee zu stärken.

Als wir an der Bar saßen, stellte uns der Barmann zwei Tassen Kaffee auf die Theke, zwinkerte uns zu und goss in jede Tasse einen ordentlichen Schluck Cognac. Auch die beiden kleinen Kuchen, die er dazustellte, gingen auf Kosten des Hauses. Wir genossen alles in Ruhe – wir hatten ja Zeit, waren wir doch früh aufgestanden  . Außerdem hatten wir das nach den Aufregungen des Morgens verdient! Nach einem herzlichen Dankeschön verließen wir die Bar, gingen beschwingt (!) die Straße hinunter und trafen auch bald wieder auf den richtigen Pfad. Wir waren uns sicher, dass ist und wird wieder ein guter Tag!

Aber es war auch das letzte Mal, dass wir soooo früh aufgestanden sind!

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Die Glocke der Kirche von Alta

Die Glocke der Kirche von Alta

Es war Sonntag und wir waren schon ca. 3 Stunden unterwegs und noch knapp 1 km von Alta entfernt. Da hörten wir deutlich eine Glocke läuten. Erst gingen wir eine Zeit lang weiter, ohne etwas zu sagen. Aber die Glocke läutete weiter. Dann sahen wir uns an und hatten beide den gleichen Gedanken, diese Glocke ruft uns. Da wir aber aus Erfahrung wussten, dass in Spanien die Kirchen in der Regel untertags geschlossen sind, haben wir dem Ganzen zunächst keine Bedeutung beigemessen. Aber die Glocke des Kirchturms läutete weiter. Rief sie uns doch?

Zügig gingen wir durch den kleinen Ort und bald standen wir vor der Dorfkirche. Und zu unserer großen Überraschung stand die Kirchentür auf, wie um uns einzuladen einzutreten. Zögernd betaten wir die Kirche. Im Innern trafen wir eine Dame, die gerade aufräumte, und uns zuwinkte, dass wir ruhig reinkommen könnten. Zunächst zündeten wir – wie gewöhnlich – zwei Kerzen an, mit Wünschen für unsere Lieben und für einen guten Weg. Dann setzten wir uns leise in eine Kirchenbank und ließen uns von der Atmosphäre dieser kleinen einfachen romanischen Kirche einfangen. Wir schwiegen und jede von uns hing eine Zeitlang ihren Gedanken nach. Wir waren berührt und gerührt. Es war einer dieser stillen, vielleicht auch mystischen Momente, die man auch auf dem Jakobsweg erlebt. Glücklich und entspannt setzten wir unseren Weg fort. Aber wir waren schweigsam und ließen den Moment noch lange nachwirken!

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Zamora – Perle der Romanik

Zamora und seine romanischen Kirchen

Die Gegend von Zamora wurde schon in der Bronzezeit besiedelt. In der Römerzeit gehörte die Stadt zur römischen Provinz Lusitania und war eine Station auf der sogenannten Silberstraße, die unter Kaiser Augustus von Merida nach Astorga gebaut wurde. In der Maurenzeit verzeichnete Zamora eine wechselhafte Geschichte. Sie wurde von den Mauren erobert, dann zunächst wieder dem christlichen Herrschaftsbereich eingegliedert, später 960 von den Mauren zerstört und im 11. Jh. unter Ferdinand I. wieder aufgebaut. Denn damals wurde eine Wiederbesiedlung (repoblacion) dieses ehemaligen „Niemandslands“in den Angriff genommen. Das „Niemandsland“ war jenes zwischen den Mauren und Christen umkämpftes Grenzgebiet, das lange Zeit stark entvölkert war.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Zamora_(Spanien)#/media/Datei:Catedral_de_Zamora_Es_retouched.jpg

Im 12. Und 13. Jh. erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Hier entwickelte sich die Stadtstruktur und viele der repräsentativen Gebäude wurden im romanischen Stil errichtet. Zamora beherbergt allein im historischen Zentrum 14 Kirchen. 

Dies brachte der Stadt auch den Namen „Stadt der Romanik“ oder „Perle der Romanik“ ein. Nachdem die Reconquista Mitte des 13. Jh. aber Richtung Süden und Andalusien vorrückte, verlor Zamora seine strategische Bedeutung. Die Verlagerung der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen gegen Süden hatte zur Folge, dass Zamora auf den Rang einer Provinzstadt zurücksank. Dieser Tatsache verdanken wir es wohl, dass uns heute neben schönen Gebäuden noch viele romanische Kirchen erhalten geblieben sind und diese nicht überbaut oder umgestaltet wurden, allen voran die romanische Kathedrale.

Interessant ist auch das alte Kastell.

Von PMRMaeyaert - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.w Kathedrale von Zamora

Einige der ca. 16 romanischen Kirchen in Zamora

  • Die romanische Kathedrale (Catedral de San Salvador) stammt aus dem 12. Jh. und ist die Bischofskirche des Bistums Zamora.
  • San Cipriano gehört zu den frühen romanischen Kirchen von Zamora. Die Kirche wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts errichtet, eine weitere Bauphase folgte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
  • San Claudio de Olivares wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
  • Die spätromanische Kirche Espíritu Santo wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. 
  • San Isidoro wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Die romanische Kirche befindet sich in der Nähe der Kathedrale und der Burg.
  • Santiago de los Caballeros wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet.
  • Santa María Magdalena  wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begonnen. Die Bauarbeiten zogen sich bis ins frühe 13. Jahrhundert hin. Die Maria Magdalena geweihte Kirche war ursprünglich im Besitz des Johanniterordens. Sie hat ein einziges rechteckiges Schiff, das durch einen geraden Abschnitt mit dem Halbkreis der Apsis verbunden ist.
Von GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25411646
Von GFreihalter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25372083
Von Tamorlan - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15547740
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Steinmetzzeichen – persönliche Signatur des Handwerkers

Steinmetzzeichen und ihre Bedeutung

Ein Steinmetzzeichen ist eine von der Antike bis in die frühe Neuzeit mit zeitlichem Schwerpunkt im Mittelalter übliche Markierung, die Steinmetze auf ihre Arbeit anbrachten. Damit kennzeichneten sie ebenso wie bei der Meisterpunze Objekte als ihr Werk. Wir finden sie heute noch an vielen Kirchenbauten.

 

Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass durch die Zeichen die Objekte eines bestimmten Handwerkers identifiziert werden konnten und somit die Abrechnung der gelieferten Waren erleichtert wurde. Bis heute ist in der Forschung die Annahme gültig, dass die gefertigten Quader gestapelt wurden und die oberste Schicht der Steine dann ein Zeichen bekam (sogenannte Stapel-Theorie). Die Steinmetz- und Meisterpunzen können als Gütezeichen zu Abrechnungszwecken verstanden werden. Ab Mitte des 12. Jh. wurden sie aber auch als „Künstlersignatur“ angesehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Steinmetzzeichen#/media/Datei:Iglesia_de_Somaconcha_(Cantabria)_2.jpg

Nicht immer einfach ist heute die Unterscheidung zwischen Steinmetzzeichen und Versetzzeichen. Die letzteren wurden durch die Steinmetze in die Quader eingeschlagen, um deren Lage und Ausrichtung im Baukörper festzulegen. Denn es besteht einen Unterschied zwischen Steinmetz und Versetzer, der den Baukörper zusammensetzt. Es gibt also eine Arbeitsteilung der Bauleistung zwischen Anfertigung und Versetzen/Einsetzen eines Werkstückes. Deshalb ist die Lage der Steinmetzzeichen manchmal scheinbar „willkürlich“, denn das Maß der Stücke und deren Verwendung im Hinblick auf den Baukörper war ausschlaggebend für die Lage der Steine und nicht unbedingt die Angaben der Steinmetze. Das erkennt man auch an der teilweise unsystematischen Verteilung der Steinmetzzeichen auf den Bauten.

Bei der Gestaltung der Steinmetzzeichen war der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Zeichen reichen von einfachen graphischen oder geometrischen Zeichen bis zu bildlichen Darstellungen. Auf manchen Gebäuden findet man viele unterschiedliche Steinmetzzeichen, auf anderen viele eines Steinmetzes und nur einzelne anderer Kollegen. Das deutet daraufhin, dass die Steinmetze auf Wanderschaft waren und z.T. nach Bedarf entweder länger oder aber nur kurz an einem Ort weilten, bevor sie weiterzogen.

Die ersten Steinmetzzeichen in Spanien findet man in der Romanik an den Kathedralen von Salamanca (um 1178 vollendet) und Lugo (1129-1177). In der Gotik findet man ein steigendes Ansehen der Werkmeister. Im 14. und 15. Jahrhundert änderte sich die Bedeutung der Zeichen durch die Erstarkung des Selbstwertes der Meister und Aufwertung der Bauhütten. Ab nun erhielt das Steinmetzzeichen amtlichen Charakter und wurde dem Steinmetzgesellen nach beendeter Lehrzeit von der Bauhütte als Ehrenzeichen ausgestellt.

So stieg die soziale Stellung in der Gesellschaft. Damit verbunden wurden im gotischen Zeitalter Meisterbildnisse oft an statisch wichtigen und symbolträchtigen Positionen der Bauwerke angebracht. Im Gegensatz zu der gut erforschten Zeit der Romanik und Gotik sind die Forschungen über Steinmetzzeichen in den folgenden Bauepochen sehr mäßig. Heute ist der baugeschichtliche Wert der Steinmetzzeichen unumstritten, denn deren Verwendung und Verteilung sind für die Datierung und Baugeschichte eines Bauwerkes von großer Bedeutung.

Viele Steinmetz- und Meisterzeichen wurden inzwischen zusammengestellt und soweit möglich zugeordnet. So dient u.a. die online zugängliche Datenbank „Stonemark Database“ als vergleichende Erfassung dieser Zeichen.

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Der Mudéjar-Stil- ein einzigartiger spanischer Architekturstil

Der Mudéjar-Stil - ein einzigartiger spanischer Architekturstil

Der spanische Islam zeigte häufig eine große Toleranz gegenüber anderen Religionen (vgl. die Ausführungen zur Islamisierung und zur Reconquista – Via Tolosana). Nicht selten mietete er sich in christliche Kirchen ein, so dass dasselbe Gebäude zeitweise gleichzeitig von den Christen als Kirche und von den Muslimen als Moschee genutzt wurden. Außerdem konnten die mozarabischen Christen zum Teil ungehindert auf islamischem Territorium Kirchen erbauen. Andererseits bauten islamische Bauherren auch jüdische Synagogen. Nach der Reconquista entwickelte sich dann bei Neubauten von Kirchen und Profanbauten ein neuer Baustil, der Mudéjar-Stil .

 

Der Mudéjar-Stil entstand dadurch, dass islamische Handwerker in den wiedereroberten Gebieten zurückgeblieben sind. Sie durften zwar ihre Religion frei ausüben, mussten sich aber ihrer christlichen Umgebung anpassen und besaßen auch nicht die gleichen Rechte wie jedermann. Unter ihnen befanden sich viele Handwerker, Tischler, Maurer, Töpfer und Gärtner, deutlich mehr als in den unteren christlichen Schichten. Aus dem Zusammentreffen von christlichem und islamischem Kunsthandwerk und der Architektur entwickelte sich der neue Stil. Er wurde Mudéjar genannt und bedeutet so viel wie »die, die bleiben durften«.

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Mudejaren#/media/Datei:Cimborrio_Mud%C3%A9jar_Catedral_de_Teruel.png

Der Mudéjarstil begann im ausgehenden 12. Jahrhundert und erreichte vom 14. bis 16. Jahrhundert seine Blüte. Wie die Karte zeigt, verbreitete sich der Madejarstil in fast ganz Spanien. Viele der bemerkenswerten weltlichen und religiösen Bauten stehen auf der Weltkulturliste der Unesco. Die Madéjaren erstellten im Auftrag christlicher Bauherren zahlreiche Bauten und übten so als Baumeister einen erheblichen Einfluss auf die Baukunst in Spanien aus.

Der Mudéjarstil bildete keine neuen Strukturen oder Formen heraus (wie etwa Gotik oder Romanik). Vielmehr handelte es sich um eine Neuauslegung der westlichen Baustile unter dem Einfluss moslemischer Architektur. Das Nebeneinander und die Symbiose von Techniken eines unterschiedlichen Architekturverständnisses, die ihren Ursprung im Zusammenleben der jüdischen, moslemischen und christlichen Kultur hatten, brachten diesen Mudéjar-Stil hervor.

Toledo gilt als Geburtsstätte des Mudéjarstils mit seiner spezifischen Bau- und Zierweise (vor allem Zierrat aus Gips und Ziegelstein). Von Toledo aus gelangt der Stil Richtung Norden (León, Ávila, Segovia,…), und wird bald ‘Románico de Ladrillo’ (Backstein-Romanik) genannt. 

Da die maurische Kunst in Spanien allgegenwärtig war, griffen natürlich auch christliche Künstler auf diese Anregungen zurück. Der Mudéjar-Stil ist quasi eine kulturelle Verschmelzung von Ost und West, eine über Jahrhunderte entwickelte Kunst. Auf Grund seiner “Universalität, Einzigartigkeit und Authentizität” wurde er  2001 zum UNESCO Weltkulturerbe. Er kommt nur in Spanien vor.

Mudéjar_architecture_in_Spain_&_Portugal.png

Was macht den Mudéjar-Stil so besonders?

Der Mudéjar-Stil verwendet viele „»weiche« Materialien wie Ziegel, Gips, Keramik und Holz. Mit ihnen lassen sich besonders gut dekorative Elemente gestalten. Bestimmte architektonische Elemente und dekorative Themen tauchen im Mudéjar-Stil immer wieder auf. Die verwendeten Materialien sind zwar bescheiden, doch durch ihre kunstvolle Verwendung und Zusammenstellung zu schachbrettartigen und Fischgrät-Mustern, Rundbögen, Friesen, Rauten und christlichen Kreuzen entfalten sie eine besondere Wirkung. Bemalte Holzdecken sind repräsentativ für den Mudéjar-Stil.

Es wurden somit Materialien, Bauformen sowie Dekor aus der islamischen Architektur mit den Stilelementen der Romanik, Gotik und Renaissance verbunden.

Typische islamische Stilelemente, die integriert wurden, sind:

  • Backstein, glasierte Ziegeln
  • Hufeisenbögen
  • Rippengewölbe
  • Artesonado-Decken, d.h. kunstvoll verzierte Holzdecken
  • Stuck, Fayencen, emaillierte stilisierte Pflanzen
  • Arabische Schriftzeichen zum Lob Allahs in christlichen Kirchen

Die eigentliche Epoche der Mudejarstils endete im 16. Jahrhunderts. Allerdings erlebt der Stil im 19. Jh. eine Renaissance. Der sogenannte Neo-Mudéjar wird geboren. Vor allem öffentliche Bauten wie Bahnhöfe, Verwaltungsgebäude und Stierkampfarenen erhalten Holzelemente, arabeske Strukturen und bunte Keramikfliesen. Heute findet man den Stil noch in Hotelbauten im typisch »spanischen Stil

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