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Der Zauber alter Brücken (römische und mittelalterliche Bauwerke)

Der Zauber alter Brücken (römische und mittelalterliche Bauwerke

Camino del Norte, Camino Primitivo, Camino Aragonés, Via de la Plata, Via Podiensis, Camino Francés

Immer wieder erliegen wir dem Zauber, der die alten Brücken umgibt, die wir auf unserem Weg queren und bewundern können. Es sind wunderschöne Bauwerke und gleichzeitig Meisterwerke der Baukunst. Ohne Zweifel haben sie einen großen architektonischen Wert (sie sind wahre Wunder der Ingenieurskunst), einen künstlerischen Wert (ihre anmutige Gestalt ist am schönsten, wenn wir sie in einer wunderschönen Landschaft finden) und einen historischen Wert (die Brücken waren für die kommerzielle und kulturelle Kommunikation von wesentlicher Bedeutung). Hier soll eine kleine Auswahl dargestellt werden, die wir z.T. auf unseren Wegen antreffen können. Man sollte an diesen Brücken ruhig kurz innehalten und ihre Schönheit und Einfachheit bewundern und genießen.

Brücken waren für Pilger schon immer von besonderer Bedeutung, da sie eine physische Verbindung des Jakobswegs zu anderen Orten darstellen. Dabei handelt es sich um Konstruktionen aus Stein, Ziegel, Holz, Eisen, Beton oder anderem Material, die über Flüsse, Wassergräben und andere Stellen gelegt werden, um eine problemlose Überquerung zu ermöglichen.

Im Folgenden möchte ich sowohl auf einige berühmte Brücken genauer eingehen als auch den Charme kleiner alter Brücken mit Fotos dokumentieren.

Von Piutus - panorámica puente romano de Alcántara, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6216065 Die römische Brücke von Alcántara über den Tajo in der Provinz Cáceres, Extremadura (Spanien)

Geschichte

Römische Bogenbrücken aus Stein

Die ersten Steinbrücken wurden von den Etruskern und Griechen gebaut, doch erst die Römer brachten die Technik des Steinbrückenbaus zu einer ungekannten Blüte und Perfektion.

Die römischen Brücken gehören zu den beeindruckendsten Zeugnissen der antiken Zivilisation; sie üben gerade durch die bestechende Verbindung von Funktionalität, Stabilität und Schönheit eine faszinierende Wirkung auf den Betrachter aus. Dabei muss der Bau der römischen Brücken natürlich immer im Zusammenhang mit der gesamten Verkehrsinfrastruktur und Raumplanung der Römer gerade in den eroberten Gebieten gesehen werden.

Durch eine bahnbrechende neue technische Entdeckung entwickelten die Römer den Brückenbau weiter. Mit wasserfestem Mörtel konnten sie einen unter Wasser abbindenden Beton herstellen. Mit diesem „opus caementitium“ waren sie in der Lage, Widerlager oder Pfeiler im offenen Wasser zu gründen. In diesem Zusammenhang ist auch der römische Kastendamm zu nennen. Diese runden oder eckigen Kästen wurden wasserdicht gemacht und dort platziert, wo Pfeiler für den Brückenbau notwendig waren. Nach dem Abschöpfen des Wassers hatten sie eine trockene Baugrube.

Auf den Pfeilern errichteten die Römer häufig Steinbogenbrücken, darin waren sie echte Meister. Sie haben uns nicht nur 300 bis heute genutzten Straßenbrücken, sondern auch gewaltige Aquädukte hinterlassen. Die statische Besonderheit einer echten Bogenbrücke ist es, dass alle Kräfte, die über das Bauwerk abgetragen werden, als Druckkräfte auftreten. Um solch einen Bogen oder Gewölbe zu mauern, braucht es ein Lehrgerüst. Die Tragwirkung eines Steinbogens kann sich nämlich erst entfalten, wenn der letzte Stein gesetzt wurde. Die einzelnen Keilsteine halten sich dann untereinander und es braucht keinen Mörtel, damit der Bogen stehenbleibt. Sehr gut erhaltene römische Steinbogenbrücken finden wir heute z.B. noch in Alcantara, Salamanca, Cordoba und natürlich auch in Rom. 

Von Ardo Beltz - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=749476 Puente romano Merida

Römische Brücken an unserem Weg

Puente Romano, Merida / Spanien

Im Jahre 25 v.Chr. ließ Kaiser Augustus in der heutigen Region Extremadura die Stadt Emerita Augusta gründen. Die zunächst als Alterssitz für verdiente Legionäre gedachte Siedlung entwickelte sich schon bald zu einer der wichtigsten Römerstädte auf der iberischen Halbinsel. Heute hat Merida ca. 55.000 Einwohner und kann mit einer Reihe von gut erhaltenen römischen Bauwerken aufwarten.

Eines davon ist der Puente Romano, die “römische Brücke” über den Rio Guadiana. Dieses Bauwerk aus dem 1. Jahrhundert gilt heute als die längste erhaltene Brücke der Antike.Ihr Bau wurde durch eine Insel in der Strommitte erleichtert. Die Brücke ist heute 792 m lang und besteht aus insgesamt 60 Rundbögen, von denen noch 56 existieren. Sie haben eine Spannweite von 6,60 bis 10 m. Ihre Breite beträgt 8 m. Die Brücke hat einen Kern aus opus caementitium und ist mit Granit aus der Umgebung umkleidet. Die Brücke ist erst seit wenigen Jahren für den Straßenverkehr gesperrt und darf heute nur noch von Radfahrern und Fußgängern benutzt werden.

Brücke von Salamanca By Daniel Villafruela - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17725290

Die Brücke von Salamanca

Wandert man auf der Via de la Plata, so überquert man diese Brücke nach Salamanca.

Einige Historiker datieren den Bau der Brücke auf das 1. Jahrhundert n. Chr., zur Zeit des Kaisers Trajan. Die Brücke von Salimantica (heutiges Salamanca) führt über den Tormes und besitzt ebenfalls eine beachtliche Länge; sie hat 15 Bögen mit einer Spannweite von 9,5 – 9,7 m und ist insgesamt 178 m lang. Die Brücke gehörte zu der wichtigsten Straße zwischen der Augusta Emerita (Merida) und Asturica Augusta (Astorga), dem Zentrum des Bergbaugebietes in Nordwestspanien.

Ponte de Lima Von Mário José Martins - Flickr: Ponte de Lima 47, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18807951

Ponte de Lima

 Die Ponte Medieval ist eine alte Steinbrücke über den Lima und liegt am Camino Portugues.

In Wirklichkeit handelt es sich um eine Gruppe, die aus zwei Brücken besteht: einem größeren mittelalterlichen Abschnitt mit 15 Bögen, der am linken Ufer beginnt und sich bis zur Kirche Santo António da Torre Velha erstreckt und diese ebenfalls in zwei Bögen durchquert und einem römischen Abschnitt mit fünf Bögen. Die Brücke ist 280 m lang und gilt als eine der schönsten mittelalterlichen Brücken Portugals.

Die römische Brücke stammt wahrscheinlich aus dem 1. Jahrhundert, da zu dieser Zeit die Trasse einer der Militärstraßen des ehemaligen „Conventus Bracaraugustanus“, die Braga mit Astorga verband, in diesem Fall der Via XIX, von Kaiser Augustus eröffnet wurde.

Der Bau des mittelalterliche Brückenteil mit gotischen Merkmalen wurde notwendig, da die Brücke aufgrund einer Änderung des Flusslaufs vergrößert werden musst. Der Brücke wurde ein integrierter Bestandteil der im Mittelalter errichteten Befestigungsanlage und 1370 fertiggestellt.

Im Mittelalter war die Brücke die einzige Möglichkeit, um den Lima auf der Pilgerroute von Braga nach Santiago de Compostela zu überqueren.

Zu den Römern gibt es eine nette Legende. Als die Römer im 2. Jh. v. Chr. bei ihren Vorstoß weiter in den Norden an den Rio Lima kamen, weigerten sich die Soldaten kategorisch, den Fluss zu überqueren. Sie hielten ihn für den Lethe, den Strom des Vergessens in der Unterwelt und sie waren überzeugt, wer ihn überquere, verliere jede Erinnerung. Die Legende erzählt, dass ihr Anführer Konsul Decimus, Junius Brutus, alleine vorangegangen sei und dass er dann vom anderen Ufer aus jeden seiner Soldaten beim Namen gerufen habe. Auf diese Weise von seinem tadellosen Gedächtnis überzeugt, folgen ihn seine Männer. Die lebensgroßen Römerfiguren beidseits der Lima erinnern an diese Begebenheit.

Einige Bilder, die die vielen  römischen Brücken mit ihrem eigenen Charme repräsentieren!

www-puentemania-com Bei Caparra Fotografie von Pedro Plasencia.
bei Moreruela
bei Jaca
Von Antramir - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14410128 Zamora

Geschichte

Mittelalterliche Brücken

Mit dem Zerfall des römischen Reiches entfiel zunächst der Bedarf an Verkehrswegen. Zahlreiche antike Brücken, die durch Hochwasser, Eis und laufende Belastung beschädigt wurden, verfielen, mit wenigen Ausnahmen in den maurischen Gebieten wie der Römerbrücke in Córdoba, die mit 16 Bögen den Gualdaquivir überspannt, und die Puente Romano über den Guadiana in Mérida. Man begnügte sich im frühen Mittelalter in der Regel mit Holzbrücken, die aber häufig durch Hochwasser zerstört wurden. Zu den wenigen neu gebauten Steinbrücken im frühen Mittelalter zählt die im 11. Jahrhundert über den Arga am Jakobsweg gebaute Puenta la Reina.

Nach dem Zerfall des weströmischen Reiches endete somit zunächst eine jahrhundertealte Tradition der Ingenieurskunst im Brückenbau

 Steinbogenbrücken wurden im größeren Maße erst wieder ab dem 12. Jh. errichtet. Große Pilgerströme, deren Menschenmassen den Brückenbau erforderlich machten, zogen durch Europa, teils auf dem Weg ins Heilige Land, teils auf dem Weg nach Santiago de Compostela und zu anderen Orten, an denen Reliquien aus dem Heiligen Land verehrt wurden.

Es gibt einige Gemeinsamkeiten der mittelalterlichen Brücken. Die meisten haben eine ungerade Anzahl von Bögen, sodass die seitlichen Bögen am kleinsten sind und im Durchmesser wachsen, bis der mittlere der größte ist und mit dem Punkt der größten Strömung des Flusses, den sie überqueren, zusammenfällt. Durch diese zur Mitte hin wachsende Bogenanordnung entsteht teilweise ein zweiseitiges Profil mit dem charakteristischen „Eselsrücken“. Häufig waren die Brücken mit einer Kapelle und mit einem oder zwei Brückentürmen zur Kontrolle der Passanten und zur Verteidigung versehen.

Ein wichtiger Aspekt in Betrachtung der großen Konstruktionen ist die Finanzierung dieser Projekte. Typisch für das Mittelalter war der Brückenbau einerseits weltlich-kommerziell und andererseits kirchlich geprägt. Durch sogenannte „Brückengelder“ oder auch Brückenzölle, die durch verschiedene Sammlungen, Spenden reicher Bürger und kirchlichen Ablässen erwirtschaftet wurden, konnten die Brücken realisiert werden.

Puente Orbigo Von Jule_Berlin from Berlin, Germany - Hospital de Orbigo, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4748757

Puente Orbigo, Hospital de Orbigo / Spanien

Diese mittelalterliche Steinbogenbrücke über den Rio Orbigo im Ort Hospital de Orbigo auf dem Camino Frances stammt bereits aus dem 13. Jhd. Sie spielt seit vielen Jahrhunderten eine zentrale Rolle für die Jakobspilger aus Frankreich und Nordeuropa auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Den Ort Hospital de Orbigo hatten einst die Ritter vom Malteserorden gegründet, um die Pilger zu unterstützen.

Der Orbigo hat hier eine beachtliche Breite, sodass 19 Bögen und eine Gesamtlänge von 204 m erforderlich waren, um das Flussbett zu überwinden. Im Frühjahr kann der Orbigo ein reisender Fluss werden, über den im Mittelalter weit und breit nur diese eine Brücke führte. Alle Pilger auf dem Camino frances waren gezwungen, diesen Weg zu nehmen. Für viele war sie auch eine Art Etappenziel, sodass sich rund um die Brücke viele Herbergen und Schenken ansiedelten.

Die meisten Bögen haben eine spitze Form aber es sind auch halbkreisförmige Rundbögen vorhanden. Die einzelnen Spannweiten sind sehr unterschiedlich und variieren zwischen 3,60 bis 15 m. Die Brücke ist in einem sehr guten, restaurierten Zustand und wird auch heute noch täglich von Pilgern benutzt.

Von aherrero - originally posted to Flickr as Puente la Reina, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10372650

Die Puenta la Reina

 Die Puente la Reina (Brücke der Königin) ist eine heute als Fußgängerbrücke dienende Bogenbrücke über den Fluss Arga in dem Ort Puenta la Reina in der autonomen Gemeinschaft Navarra. Hier treffen der Camino Frances und der Camino Aragonese zusammen. Im Ort wird die Brücke Puente Románico (romanische Brücke) genannt.

Sie wurde in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts von einer Königin gestiftet, um den Pilgern auf dem Jakobsweg eine sichere Überquerung des Flusses zu ermöglichen. Es ist nicht sicher, welche Königin gemeint ist, möglicherweise Muniadona, die Frau des Königs von Navarra, Sancho III., oder ihre Schwiegertochter Estefanía, die Frau von Garcia III.

Die Puenta la Reina ist eine der ersten romanischen Brücken Spaniens. Die 110 m lange und 4 m breite Bodenbrücke besteht aus grob rechtwinklig behauenem Naturstein und beginnt in einem großen Torbauwerk am Ende der Calle Mayor (Hauptstraße). Wie die meisten mittelalterlichen Brücken steigt sie zur Flussmitte hin an. Ihre sechs Rundbögen stützen sich auf rund 5 m starke Pfeiler mit keilförmigen Wellenbrechern an beiden Seiten. Über den Pfeilern befinden sich hohe Durchlässe mit kleinen Rundbögen, um den Wasserdruck bei einem Hochwasser zu verringern. Der mittlere, größte Bogen hat eine Stützweite von etwa 22 m. Ein früherer siebter Bogen ist unter der Straße am westlichen Ufer verschwunden.

Das Zusammentreffen des Gewölbes mit der größten Spannweite mit der Mitte des Flussbetts, die geringe Breite seiner Pfeiler im Verhältnis zur Spannweite seiner Bögen und die Blitzbögen verleihen der Brücke ein Erscheinungsbild von Ausgewogenheit, Symmetrie und Leichtigkeit.

 

Pont Valentré

Pont Valentré, Cahors / Frankreich

Im Mittelalter waren mächtige Steinbogenbrücken auch häufig Teile der städtischen Befestigungsanlagen. Ein besonders schönes und gut erhaltenes Beispiel dafür ist der Pont Valentré im südfranzösischen Cahors. Die Stadt am Fluss Lot war im Mittelalter Sitz der Bischöfe und eine wichtige Station auf dem südfranzösischen Jakobsweg.

Mit den Bauarbeiten an der Brücke wurde 1308 begonnen. Etwa 1350 war sie so weit fertig gestellt, dass sie für die Benutzung freigegeben werden konnte. Es dauerte aber noch bis ca. 1380, bis die drei 40 m hohen Wehrtürme fertig gestellt waren.

Die Brücke besteht aus 6 Spitzbögen mit Spannweiten von knapp 17 m. Die Gesamtlänge der Brücke beträgt 138 m und ihre Breite ca. 5 m. Im 19. Jhd. wurde sie von Grund auf saniert und wieder Instand gesetzt. Seit 1998 ist sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes “Jakobsweg in Frankreich”. (s. Kapitel „Ponte Valentré, eine der schönsten mittelalterlichen Brücken“ Via Podiensis)

Einige Bilder von typischen mittelalterlichen Brücken

San Vicente de la Barquera
Estaing
Besalú-Brücke Fotografie von Jose Carlos Gómez. www-puentemania-com
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Avilés – ein Stadt auf der Suche nach einem neuen Image

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Camino del Norte

Avilés ist nach Gijon und Oviedo mit knapp 76.000 Einwohner die drittgrößte Stadt Asturiens. Die Stadt, bis heute ein wichtiger Fischereihafen, verfügt zwar über eine beschauliche Altstadt, aber sie verlor infolge des Booms der Metallindustrie in den 50er Jahren viel von ihren Reizen. Stahlfabriken, Aluminium- und Zinkwerke brachten Avilés zeitweise den Ruf ein, eine der am stärksten verschmutzten Städte in Spanien zu sein.

https://pensionlospinos.wordpress.com/tag/aviles/

Geschichte

Das älteste bekannteste Schriftstück ist eine Urkunde aus dem Jahre 905, in der der asturische König Alfons III. bestätigt, dass er die Stadt Abilies (= Avilés) samt zweier Kirchen dem Dom zu Oviedo schenkt. Oviedo war im 9. Und 10. Jh. die Residenz der asturischen Könige.

Im Mittelalter befand sich in Avilés einer der wichtigsten Häfen im Golf von Biscaya, der hauptsächlich dem Handel mit Frankreich diente. Während dieser Zeit gab es hier zwei Stadtteile: Ein Fischerviertel mit dem Namen Sabugo sowie ein aristokratisches Zentrum mit dem Namen La Villa. Die Stadtteile waren durch den Fluss  Alvares voneinander getrennt.

Ein Teil der Flussmündung wurde im 19. Jahrhundert begradigt, um die Verbindung beider Stadtteile zu ermöglichen. Danach expandierte die Stadt auch außerhalb der Stadtmauer, die mittlerweile abgerissen worden war. Ende des 19. Jahrhunderts änderte sich in Avilés alles, denn hier begann ebenso wie im Baskenland und in Katalonien die Industrialisierung Spaniens. Im Laufe des 20. Jahrhunderts gewann die Stadt immer mehr an Bedeutung, was auch an der Förderung der autarken industriellen Produktion des faschistischen Franco-Regimes lag, welches die große Stahlfabrik aufbaute und so für eine Verdopplung der Bevölkerungszahl im Zeitraum von 1950 bis 1970 auf 80.000 Einwohner sorgte.

(In der ersten Phase nach dem Bürgerkrieg strebte das Franco-Regime einerseits die Industrialisierung Spaniens an und versuchte andererseits, eine möglichst weitgehende Autarkie herbeizuführen. Neben der ideologischen Ansicht, dass die Wirtschaft sich in den Dienst am Vaterland zu stellen habe, war die Autarkiepolitik angesichts der politischen und wirtschaftlichen Isolation des Landes (Spanien wurde vom Marshall-Plan ausgeschlossen) in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg auch aus der Not geboren.)

Das rasche Bevölkerungswachstum lässt sich auch am Stadtbild erkennen, denn das Franco-Regime ließ die Immobilien nach Ranghöhe der Fabrikarbeiter errichten; so waren für einfache Arbeiter Wohnungen, für Ingenieure oder höhere Mitarbeiter große Appartements oder kleine Einfamilienhäuser und für die Firmenbosse Villen errichtet worden. Doch verbrachten die Fabrikarbeiter angeblich kaum Zeit zuhause, da die Fabrik von Schulungs- bis hin zu Sportangeboten alles bereitstellte.

Diese Idylle währte jedoch nicht lange, denn die 70er-Jahre brachten zwei große Schocks mit sich: zum einen zog die Industriekrise in Spanien ein und sorgte für einen Einbruch der Stahlproduktion, zum anderen starb auch der Avilés-Förderer Francisco Franco im Jahre 1975. Die neue demokratische Regierung Spaniens war aufgrund der Krise dazu gezwungen, die Stahlfabrik an den indischen Konzern Tata Steel zu verkaufen. Wenige Jahre später war die Industrieperle Avilés Geschichte und man begann sich Gedanken zu machen, wie man dieser Stadt aus der Krise helfen und ein neues Gesicht verleihen könnte.

Der erste Schritt lag darin, neue Industrie anzusiedeln. Hierfür wurde durch Bundes-, Landes- und Stadtmittel (ab 1986 auch EU-Mittel) der neue P.E.P.A.-Industriepark auf den Ruinen der ehemaligen glorreichen Stahlfabrik gebaut. Hier sollten sich auch kleine Industriebetriebe ansiedeln. Doch bis heute sind die meisten Flächen des riesigen Areals allerdings ungenutzt und P.E.P.A erweist sich mehr und mehr als Millionengrab und Schaden für das Stadtbild.

Durch den geringen Erfolg dieser ersten Maßnahme entschied man sich in einem zweiten Schritt auf Service- Dienstleistungen zu setzen. Hohe Investitionen flossen ab den 1980ern in das Stadtzentrum, dessen Fassaden aufwändig restauriert wurden. Neue kleinen Parkanlagen entstanden.

Von Xareu bs - foto tomada por Jose Luis Blanco, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3423181

Sehenwürdigkeiten in der Altstadt

Neben dem schönen Hauptplatz Plaza de España gibt es gleich mehrere echte Hingucker in Avilés: Die Franziskanerkirche Iglesia de los Padres Franciscanos (13. Jh.) mit der Kapelle der los Alas genauso wie die Grünanlage Parque del Muelle mit einer Statue von Pedro Menéndez de Avilés (1519-1575), dem ersten Gouverneur von Florida in den USA.

Neben der Kirche San Nicolás de Bari aus dem 14. Jahrhundert, eine der ältesten Kirchen der Stadt mit einem schönen Kreuzgang, kann man schöne Brunnen, eine Keramikschule erster Güte, das angesehene Theater Palacio Valdés im neobaroocken Stil, alte Herrenhäuser zurückgekommener Cuba-Emigranten sowie ein schönes Beispiel für die alten Stadtpaläste in Avilés, der Palacio de Camposagrado (17. Jh.) im Stil der Renaissance besichtigen. Zudem gibt es zahlreiche schöne kleine Altstadtgassen. Hier ist u.a. die Calle Galiana zu nennen, in der sich unter den vor Sonne und Regen Schutz bietenden Arkaden Bars und Restaurants aneinanderreihen. Hier liegt eines der beliebtesten Ausgehviertel der Altstadt, dekoriert mit einigen schönen Jugendstilhäusern.

Nach dem Vorbild des rund 300 km östlich gelegenen Bilbaos bekam Avilés auch ein neues, spektakuläres Wahrzeichen: für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag wurde 2011 an der Ría de Avilés ein vom brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer entworfenes Kunstzentrum eingeweiht. Auf die Ambitionen und Hoffnungen, die mit dem Projekt verbunden waren, gehe ich unten genauer ein.

Von HombreDHojalata - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20481361 Palacio de Camposagra
Galiana Straße

Niemeyer Zentrum

Eine monumentale Vision für die Zukunft und ein beschwingtes Signal zum Aufbruch hat ein lateinamerikanischer Baukünstler in der erschöpften Industriestadt Avilés hinterlassen. Abgewrackte Lagerhallen und ärmliche Wohnblocks bilden die Kulisse, Hafenkräne stehen arbeitslos herum, am Kai machen rostige Frachter fest – und ausgerechnet in einem solchen Milieu hat Oscar Niemeyer seinen avantgardistischen Entwurf für ein Kulturzentrum verwirklicht. Es war eines der letzten Werke des greisen Architekten und sein größtes Projekt in Europa überhaupt. So genial und mutig wie der brasilianische Altmeister der modernen Baukunst muss man schon sein, um einem derart abweisenden Umfeld Paroli zu bieten. Auf einer Art Insel im Fluss gegenüber der Altstadt hat er seine Gebäude errichtet.

Dabei ist seine Handschrift unverkennbar: Bögen und Kurven, Spiralen, Wellen und kühne Schwünge bestimmen das Ensemble, das vier Gebäude umfasst: eine kuppelförmige Ausstellungshalle, einen gläsernen Turm mit Restaurant, eine langgestreckte Mehrzweckhalle und als Krönung ein Auditorium mit schwungvoll skizzierten Konturen. Fast alle Fassaden hat der Architekt in Weiß gehalten, nur das Auditorium hebt sich mit optimistischen gelben und roten Tupfern ab. (bei so viel Weiß bei Sonnenschein eine Sonnenbrille anziehen!) Zum Glück hat Oscar Niemeyer sein Projekt nicht als isolierte kulturelle Insel installiert, sondern zugleich eine Brücke geschlagen ins Zentrum der Stadt auf der anderen Seite des Flusses – mit einer Fußgängerbrücke, die sein Bauwerk mit der historischen Altstadt von Avilés verbindet.

Mit dem Niemeyers Projekt sollte nach dem erfolgreichen Modell des Guggenheim Museums in Bilbao auch in der sterbenden Industriestadt Avilés ein architektonischer Blickfang und kultureller Magnet geschaffen werden, mit dem man Hunderttausende von Besuchern anlocken wollte. Bei seiner Eröffnung im Frühjahr 2011 erhielt das Centro Niemeyer dann auch überschwängliches Lob von allen Seiten. König Juan Carlos wohnte der Zeremonie bei, Woody Allen spielte mit seiner New Orleans Jazz Band und versprach, sich in Zukunft um das Filmzentrum zu kümmern. Brad Pitt und Kevin Spacey sagten ihre Zusammenarbeit zu, Paulo Coelho und Mario Vargas Llosa kündigten Lesungen an, Kooperationen mit dem Pariser Centre Pompidou, der New Yorker Carnegie Hall und der Oper von Sydney waren im Gespräch.

Doch dann kam alles ganz anders: Streitereien zwischen den Betreibern des Zentrums, der Stadtverwaltung und der Regionalregierung von Asturien führten schon ein halbes Jahr nach der Eröffnung zum Chaos: Die Aktivitäten wurden zunächst teilweise eingestellt, der Komplex dann ganz geschlossen, anschließend vorübergehend unter anderem Namen neu eröffnet. Inzwischen funktioniert er wieder als Centro Niemeyer, allerdings auf Sparflamme. Die Ausstellungen haben kein internationales Niveau, Konzerte und Filme stehen nur unregelmäßig auf dem Programm, die Besichtigung der Innenräume ist beschränkt. Niemand wundert sich deswegen, dass die erwarteten Besuchermassen ausbleiben; vom „Guggenheim-Effekt“ jedenfalls ist nicht viel zu erkennen. Wenn nicht schnell gehandelt wird, könnte Oscar Niemeyers Bauwerk zu einem traurigen Monument kommunalen Größenwahns werden. Und das hat Asturien nun wirklich nicht verdient. (s. das Kapitel „Jakobsweg meets avantgardistische Architektur“)

Von SurfAst - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14935056

Resumee

Alles in allem aber muss man in Avilés im Gegensatz zu den hohen Erwartungen leider von einem Negativ- statt einem Positivbeispiel sprechen. Man hat versucht, einige sicher gute Ideen umzusetzen, diese hatten oder haben aber in der Praxis offensichtlich keine Chance, die gewünschten oder beabsichtigten Wirkungen zu erzielen. Avilés hat, trotz seiner angedeuteten Potenziale, die Industriekrise somit nie richtig verkraftet und muss sich noch immer mühen einen angestrebten Strukturwandel erfolgreich umzusetzen.

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Spanisches Olivenöl – das flüssige Gold Spaniens

Spanisches Olivenöl – das flüssige Gold Spaniens

Camino del Norte, Camino Primitivo, Via de la Plata, Camino Aragonés

Der Olivenbaum (Olea europaea), von lateinisch oliva, auch Echter Ölbaum genannt, ist ein mittelgroßer, im Alter oft knorriger Baum aus der Gattung der Ölbäume (Olea), die zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehört. Er wird seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als Nutzpflanze kultiviert. An ihm wächst als Frucht die einsamige Steinfrucht, die Olive. Olivenbäume wachsen sehr schnell und tragen nach 5 -10 Jahren die ersten Früchte. Bei sorgfältiger Pflege werden Olivenbäume einige hundert Jahre alt und in Einzelfällen bis zu 20 Meter hoch. Im Schnitt bringt ein Olivenbaum pro Jahr etwa 20 Kilogramm Oliven ein. Das entspricht ungefähr drei bis vier Litern Olivenöl.

Die Olive ist somit eine mediterrane Steinfrucht, die allerdings wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar ist, aber nach mehrmaligem Einlegen in Wasser, bei dem die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, essbar. Allerdings werden 90 % der Oliven zu Olivenöl gepresst. Obwohl schon mehrmals versucht wurde, mechanisierte Erntemethoden zu entwickeln, werden die Oliven für die besten Öle immer noch von Hand gepflückt. Meistens werden sie mit einem Stock vom Baum abgeschlagen und fallen auf ein Netz, das auf dem Boden liegt

Derzeit ist die Olive die am häufigsten angebaute Obstsorte der Welt. Mit einem Anteil von 60 % an der Produktion in der Europäischen Union und 45 % weltweit ist Spanien unangefochtener Spitzenreiter und übertrifft die Zahlen seiner engsten Konkurrenten Italien um das Doppelte. Spanien ist derzeit der weltweit größte Tafelolivenproduzent und produziert jährlich über 5 Mio. Tonnen Tafeloliven. 

Das Olivenöl wird im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Ölen also nicht aus Samen sondern aus der Frucht, der Olive, gewonnen. Das deutsche Wort Öl stammt von dem Lateinischen Oleus. Olivenöl ist auch als „flüssiges Gold» bekannt, seit Homer es vor Tausenden von Jahren zum ersten Mal so nannte.

Das Öl verändert sich je nach Reifegrad der Oliven. Zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember geerntete Oliven ergeben ein kräftigeres, fruchtigeres, leicht grünliches Öl. Später geerntete Oliven ergeben mildere Öle. Im Allgemeinen werden die besten Öle aus Oliven hergestellt, die zwischen ein und zwei Dritteln schwarz sind, also früh geerntet wurden, zwischen Mitte November und Anfang Dezember.

Auch bei der Olivenöl-Produktion steht Spanien an der Spitze und ist mit etwa 1,36 Mio. Tonnen (2020) jährlich der größte Olivenöl-Produzent weltweit. Es gibt in Spanien mehr als 300 Millionen Olivenbäume und ca. 100 Olivenbaumsorten. Die Regionen mit der höchsten Produktion sind Andalusien, Kastilien-La Mancha, Extremadura, Valencia und Katalonien.

Von Giovanni Caudullo - Caudullo, G., Welk, E., San-Miguel-Ayanz, J., 2017. Chorological maps for the main European woody species. Data in Brief 12, 662-666. DOI: 10.1016/j.di

Geschichte des Olivenöls

Man geht auf Grund von Funden davon aus, das Olivenöl seit mindestens 8000 Jahren, ausgehend vom östlichen Mittelmeerraum, hergestellt wird. Im Alten Griechenland erlangten dann die Olive und das Olivenöl die Bedeutung, die sie heute haben. 

Seine damalige Bedeutung zeigt sich schon darin, dass bei den Olympischen Spielen den Athleten Kronen aus Olivenzweigen überreicht wurden. Auch auf religiöser Ebene sind der Olivenbaum und das Öl in die Volkskultur integriert worden. Nach der griechischen Mythologie ist Aristaios, der Sohn des Gottes Apoll und der Nymphe Kyrene, ein ländlicher Gott der Imkerei, des Olivenanbaus, der Schafzucht und der Jagd. Angeblich wurde er damit beauftragt, die Olive auf dem Balkan, in der Ägäis und anschließend auf Sardinien und Sizilien zu verbreiten.

 Es waren wohl die Phönizier und die Griechen, die den Olivenbaum auf die Iberische Halbinsel brachten. Die Römer spielten dann eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von dem, was wir heute als Olivenöl verstehen, denn sie verbesserten sowohl die Anbautechniken als auch die Lagerung des Olivenöls. Die Römer gehörten zu den größten Konsumenten von Oliven und Olivenölen aus Hispania, insbesondere aus Baetica (dem heutigen Andalusien). Das Öl aus Hispania war aufgrund seiner hervorragenden Qualität das am höchsten geschätzte Öl im gesamten Römischen Reich. Schätzungen zufolge exportierte Hispania während dieser Epoche über 30 Millionen Amphoren mit Olivenöl, und in regelmäßigen Abständen wurden Tausende von ihnen in die Hauptstadt des Römischen Reichs transportiert.

Nachdem das Römische Reich seinen Fußabdruck in der spanischen Olivenöl- Produktion hinterlassen hatte und für einen hervorragenden Ruf des grünen Goldes gesorgt hatte, wurde der Anbau und die Produktion durch die Araber noch einmal verfeinert. Der arabische Einfluss in der spanischen Olivenöl-Welt kann man auch aus dem Namen ablesen. Nicht der lateinische Name wurde übernommen, sondern das spanische Wort „aceite“ (Öl) wurde aus dem arabischen „az-zait“ abgeleitet und das Wort „aceituna“ (Olive) kommt vom arabischen „zei´tuna“.

Wir wissen, dass das Olivenöl schon im Mittelalter nicht nur als Nahrungsmittel genutzt wurde, sondern für verschiedene andere Zwecke, so zum Beispiel für die Herstellung von Seifen, für bestimmte Schönheitsbehandlungen oder auch für die Beleuchtung von Häusern. Aber immer stand seine Nutzung als Nahrungsmittel im Vordergrund. 

Später, im 19. Jahrhundert erlebte der Anbau von Oliven in Spanien, dank des Baus des Schienennetzes, einen großen Aufschwung. So wurde Spanien zum weltweit größten Olivenanbaugebiet. Im 20. Jahrhundert kam es in Spanien zu einer technologischen Revolution, die es ermöglichte, exzellente Öle herzustellen, die jedes Jahr mit den weltweit bedeutendsten Preisen ausgezeichnet werden. Spanien steht heutzutage an der internationalen Spitze der größten Produktion und besten Qualität von Olivenölen.

Ökonomische Bedeutung und Probleme

 Größte Olivenölproduzenten (2020)

Rang     Land                         Menge (in t)

  1. Spanien                       1.356.411
  2. Tunesien                        373.100
  3. Italien                             330.879
  4. Griechenland               308.000 
  5. Türkei                             240.100 
  6. Marokko                        164.600 
  7. Syrien                             138.217 
  8. Algerien                         113.600 
  9. Portugal                         107.000 
  10. Ägypten                          36.000

Summe Top Ten                    3.167.907

 Zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. September 2020 führte Spanien innerhalb der EU über 640.000 t aus, davon ging mehr als die Hälfte nach Italien, 21,3 % nach Portugal, 14,7 % nach Frankreich und 3,7 % nach Deutschland. Italien führte hingegen 124.500 t aus, davon aber 35,4 % nach Deutschland (!), 27,5 % nach Frankreich, 8,9 % nach Spanien. 

Allerdings ist zu beachten, italienische Firmen kaufen nach Pressemitteilungen in der Mittelmeerregion Olivenöl auf, füllen es ab, und vertreiben es weltweit. So wird griechisches Olivenöl aufgekauft, um es in Deutschland als „italienisches“ zu verkaufen, da die Konsumenten bereit sind, dafür mehr zu zahlen. Bei der Abfüllung in Italien wird häufig griechisches Olivenöl guter Qualität nicht mit weniger gutem Olivenöl gemischt und in Deutschland verkauft.

Leider gehört der Lebensmittelbetrug bei Olivenöl in der EU zur gängigen Praxis, dem man versucht mit Stichprobenkontrollen zu begegnen. Der Betrug besteht in der Regel darin, dass minderwertiges Olivenöl als hochwertiges verkauft wird. Wichtig ist zu kontrollieren, ob eine Regionsbezeichnung angeben ist. Die genaue Ursprungsbezeichnung ist oft nur im Kleingedruckten des Etiketts zu lesen. Es sollte die geschützte geografische Angabe darauf stehen. Das heißt, eine der drei Produktionsstufen – Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – muss in dem bezeichneten Gebiet erfolgen und im Ruf besonderer Qualität stehen. Die geschützte Ursprungsbezeichnung bedeutet: Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung müssen in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgt sein.

Und natürlich spielt der Preis eine Rolle. Gutes Olivenöl und preiswert das geht nicht zusammen!

Sorten und Qualität von Olivenöl

 Die heute angebauten Sorten gehen noch immer auf den Beginn der Kultivierung zurück. Das spanische Sortenspektrum entspricht dem im 15. Jahrhundert. In Spanien werden etwa 200 Olivensorten kultiviert; nachfolgend eine Auswahl:

Sorten für die Ölproduktion:

  • Picual (auch MarteñaLopereña oder Nevadillo Blanco genannt): Bedeutendste Sorte, macht etwa 50 % der spanischen und 20 % der Weltproduktion aus.    Das Heimat- und Hauptanbaugebiet ist die Provinz Jaén in Andalusien (dort 91 % des Anbaus), außerdem die Provinzen Badajoz, Granada und Córdoba. Sie liefert ein hochqualitatives Öl von sehr großer Stabilität und hohem Säuregehalt. Picual besitzt einen kräftigen, fruchtigen Geschmack nach Oliven und enthält besonders viel Vitamin E. Der kräftige Geschmack unterscheidet sie von anderen Sorten.
  • Picudo: Stammt aus der Provinz Córdoba, im Besonderen aus Priego de Córdoba und wird außerdem auch in Granada und Málaga angebaut.
  • Hojiblanca: Ursprungsgebiet ist Lucena (Provinz Córdoba). Hauptanbaugebiet sind die Provinzen Córdoba, Málaga und Sevilla. Sie wird sowohl für die Ölproduktion als auch als Tischolive verwendet. Das Öl zeichnet sich durch einen vollen, aber milden Geschmack ohne Schärfe aus.
  • Verdial: Heimatregion ist Vélez-Malaga, die Sorte wird aber auch im übrigen Andalusien und in der Extrematura angebaut.
  • Arbequina: Wird in Lleida, Tarragona und Córdoba angebaut. Die Oliven sind klein und fallen nicht leicht vom Baum ab, so dass sie meist in Handarbeit abgeerntet werden.
  • Empeltre: Stammt aus der Provinz Saragossa und wird im gesamten Ebrotal angebaut. Sie gibt ein mildes Öl von klarer, gelber Farbe mit süßlicher, aromatischer Geschmacksrichtung.
  • Cornicabra: Stammt aus Mora in der Provinz Toledo und macht ca. 12 % der spanischen Produktion aus.
  • Lechín: Wird in den Provinzen Córdoba, Cádiz, Sevilla und Granada kultiviert.
  • Royal de Cazorla: autochthone Sorte der Region Sierra de Cazorla.

Qualität

 Qualitätsbeeinflussende Faktoren:

 Die geschmackliche Qualität ergibt sich aus

  • der Olivensorte
  • dem Zustand der Oliven wie Reife oder Wasserversorgung beim Wuchs
  • dem Anteil von angefaulten und von Schädlingen befallenen Früchten
  • der Reinheit von Fremdkörpern wie Laub, Aststückchen und Sägespänen
  • der Art und Dauer der Lagerung nach der Ernte bis zur Verarbeitung
  • der Reinheit der Anlagen bei der Verarbeitung, insbesondere bei Rückständen von älteren Chargen
  • der Sauerstoff-Exposition während der Verarbeitung
  • der Weiterbehandlung nach der Pressung
Von Klejdi Shtrepi - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73107730

Folgende Güteklassen für Olivenöl gibt es:

 Auf den Tisch kommen normalerweise nur Öle der Kategorien (s. unten) eins, zwei und fünf (dieses in Deutschland nicht erhältlich). Dieses Öl wird entweder durch mechanisches Pressen oder nach dem Zentrifugier-Verfahren gewonnen. Diese drei Öltypen sind immer kaltgepresst und ohne übermäßige Temperatureinwirkung hergestellt.

Kategorie

Produktbezeichnungen

Herstellungsverfahren

Eigenschaften, Qualität und Verwendung

1

natives Olivenöl Extra

direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren und ohne andere Behandlung

Säuregehalt ≤ 0,8 %, ohne sensorische Fehler, für den Verzehr geeignet.

2

natives Olivenöl

direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren und ohne andere Behandlung

Säuregehalt ≤ 2 %, leichte Fehler, für den Verzehr geeignet

3

Lampantöl

direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren und ohne andere Behandlung

Säuregehalt > 2 %, deutlich fehlerhaft
darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss raffiniert werden

4

raffiniertes Olivenöl

 

Säuregehalt ≤ 0,3 %, typische Geschmacks- und Geruchsanteile des Olivenöls fehlen; darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Olivenöl“ (Kategorie 5) verarbeitet werden.

5

Olivenöl

Mischungen aus raffiniertem Olivenöl (Kategorie 4) mit nativem Olivenöl der Kategorien 1 oder 2

Säuregehalt ≤ 1 %, Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativem Olivenöl 1–99 % betragen kann. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack.

6

rohes Oliventresteröl

Aus dem Trester (fester Rückstand aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten), der nach der Pressung/Extraktion der Oliven übrig bleibt, wird mit Hilfe von Lösungsmitteln (Hexan) das nach der ersten Pressung noch verbleibende Öl extrahiert.

Das Öl ist zum Verzehr nicht geeignet und darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Raffiniertem Oliventresteröl“ (Kategorie 7) verarbeitet werden.

7

raffiniertes Oliventresteröl

aus rohem Oliventresteröl durch Raffination hergestellt

Säuregehalt ≤ 0,3 %, das Öl ist ohne Geschmack und darf nicht an Verbraucher abgegeben, sondern muss zu „Oliventresteröl “ (Kategorie 8) verarbeitet werden.

8

Oliventresteröl

raffiniertes Oliventresteröl (Kategorie 7), das mit nativem Öl (Kategorie 1 oder 2) gemischt wird

Säuregehalt ≤ 1 %, zum Verzehr geeignet. Das Mischungsverhältnis ist nicht vorgeschrieben, so dass der Anteil an nativem Olivenöl 1–99 % betragen kann. Je höher der Anteil an nativem Olivenöl, desto intensiver ist der Geschmack.

Ökologische Bedeutung der Olivenproduktion

Die Art der Olivenölproduktion wirkt sich auf den ökologischen Wert und den Landschaftsschutz in einer so hoch entwickelten Kulturlandschaft, wie sie der Mittelmeerraum darstellt, überaus stark aus. Die Bäume wachsen oftmals auf steinigen, steilen und im Sommer heißen und trockenen Hängen bis ca. 500 m über dem Meeresspiegel. Sie benötigen wenig Wasser und Düngung und ertragen die harten Bedingungen wie kaum eine andere Kulturpflanze. Gerade in steilen Lagen hat der Erosionsschutz und die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch Baumbewuchs hohe Priorität, Leistungen, die in diesem Raum sonst nur Kiefern erbringen. Diese sind allerdings viel stärker brandgefährdet.

Allerdings hat die ökologische Bedeutung bei der Produktion der Oliven in Spanien keinen so großen Stellenwert, da sie meist in großen Plantagen angebaut werden. Das liegt leider auch an einer falschen EU Politik. Die EU-Subventionen erfolgen kontraproduktiv nur durch Zahlungen pro Hektar Land oder pro Liter produzierten Öls statt pro Olivenbaum. Damit werden große Produktionsmengen und hohe Gewinne auf Großplantagen und intensive Monokulturen gefördert und zahlreiche kleinbäuerliche und umweltgerechte Produktionsstätten ruiniert. Darüber hinaus werden dadurch großflächige Bewässerungsprojekte notwendig, was in Gebieten mit geringen Wasserreservoirs Engpässe auslöst und den Grundwasserspiegel absenkt. Auch droht die Ausrichtung auf Mengenproduktion weniger ergiebige Sorten zu verdrängen, was sich wiederum zu Lasten der Vielfalt, aber auch der Resistenz gegen Krankheiten und klimatische Veränderungen auswirkt.

So gab es in Spanien 2023 wegen der großen Dürre auch bei den Olivenproduktion Probleme. Die anhaltende Trockenheit ist das Hauptproblem. Nur etwa ein Viertel der spanischen Olivenhaine werden bewässert. Der Rest ist auf Regen angewiesen. Wenn es nicht regnet, sterben die Bäume nicht ab, aber sie passen sich an und tragen weniger Früchte. Eine einfache stärkere Bewässerung ist aber aus ökologischen aber auch aus Kostengründen nicht sinnvoll. Aber es gibt erste Alternativen.

So versuchen es einige Bauern über die Tröpfchenbewässerung. Es entsteht dabei ein runder, feuchter Fleck um den Baum herum. Aber durch Hitze und Wind verdunstet davon auch wieder ein Teil. Der neue Weg besteht darin, die Tröpfchenbewässerung unter die Erde zu legen, um so noch sparsamer mit dem Wasser umzugehen. Diese Form der Bewässerung ist aber nur bei Olivenplantagen sinnvoll. Die Bauern aber, die noch alte Olivenhaine besitzen, sind dann wieder wie oben gesehen benachteiligt.  Vielleicht ändert sich dies noch, denn Trockenheit und Dürre sind ein Problem, das nach Aussagen der Wissenschaften im Rahmen der Klimakrise in den nächsten Jahren noch zunimmt.

Momentan ist es aber auf jeden Fall so, dass auf Grund der oben genannten Problematik, wie bereits auch für Italien angekündigt, der Preis für hochwertiges Olivenöl 2024 stark steigen wird. In den spanischen Supermärkten ist 2023 ein Liter gutes Olivenöl kaumunter 10 Euro zu bekommen. So hat sich das Öl seit März 2012 um 136,6% verteuert! Zwei schlechte Ernten hintereinander haben das bewirkt. Aber seien wir ehrlich, ein Hauptgrund für die Preissteigerung ist sicher die Problematik von Wassermangel, Dürre und Hitze, aber Spekulation und Profitdenken spielen bestimmt auch eine Rolle. In der Produktions- und Vertriebskette versuchen offenbar viele Beteiligte, Profit aus der Situation zu schlagen

Von G.steph.rocket - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46572374

Die mediterrane Küche und der Gesundheitsaspekt

Die Beobachtungsstudie SUN ‘Seguimiento Universidad de Navarra’, die die mediterrane Ernährung analysiert, bestätigt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen der mediterranen Küche und einer guten mentalen und emotionalen Gesundheit gibt. Die Mittelmeer-Diät, die auf der traditionellen Küche der Mittelmeerländeer wie Spanien basiert, ist reich an Gemüse, Wein, Früchten, Fisch. Pflanzliche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze bilden zusätzlich die Grundlage der Ernährung. Olivenöl spielt in der Ernährung eine ganz besondere Rolle. Denn es ist die Hauptfettquelle, im Gegensatz zu anderen Ernährungsformen, bei denen gesättigte Fettsäuren tierischen Ursprungs überwiegen.

Warum ist Olivenöl so wichtig für die mediterrane Ernährung?

Olivenöl hat zahlreiche gesundheitliche Eigenschaften. Dank seiner Lipidzusammensetzung und seines Gehalts an Antioxidantien wirkt es sich unter anderem positiv auf die Vorbeugung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen aus und ist dank seiner entzündungshemmenden Eigenschaften hilfreich für die Gesundheit des Darms und des Immunsystems. 

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Eine kleine Geschichte des Walfangs an der Nordküste Spaniens

Eine kleine Geschichte des Walfangs an der Nordküste Spaniens

Camino del Norte, Camino Primitivo

Vielleicht ist Euch auch schon aufgefallen, dass zahlreiche Dörfer an der Nordküste in ihrem Wappen einen Wal dargestellt haben. Die Frage ist allerdings warum? Nein, sie waren nicht ein Symbol für Größe oder Stärke (wie der Löwe z.B. in Deutschland), sondern sie waren über Jahrhunderte eines der wichtigsten Alltagsgüter!

Walfang an der Nordküste Spaniens

Nur wenige Seemeilen vor der Nordküste, von den Häfen und Stränden entfernt, bewegen sich bis heute Wale, die größten Säugetiere der Welt. Allerdings direkt vor der Küste – wie bis vor 120 Jahren – sind die Wale nicht mehr zu finden.

Nordspanische Fischer hatten als erste das riesige Potential der vor den Küsten schwimmenden Fett- und Proteinquellen erkannt und schon im 11. Jahrhundert mit dem Walfang begonnen. Vor allem die langsam schwimmenden Bartenwale wie Nordkaper, Buckelwale und Grauwale des Ostatlantiks waren leicht erreichbar. Die Jagd dieser Meeresriesen war Jahrhunderte lang eine wesentliche Grundlage für die Volkswirtschaft der spanischen Regionen entlang der Biskaya und maßgebend für die Entwicklung der Fischerorte an der Nordküste. Viele der repräsentativen Häuser in den Fischer- und Touristendörfern an der Küste sind auf den Reichtum aus dem Walfang zurückzuführen.

Von Archival Photograph by Mr. Sean Linehan -

Die bloße Erscheinung der Wale ruft heute große Begeisterung und Faszination hervor. Wir bewundern diese großen Meeressäuger und versuchen, sie zu schützen und zu erhalten. Zwischen dem 11. und dem 18. Jahrhundert allerdings waren sie ein hochgeschätztes und teures Alltagsgut.

Wenn Wale von verschiedenen Wehrtürmen gleichzeitig gesichtet wurden, setzten sich aus den entsprechenden Küstenorten die Ruderer zu gleicher Zeit in Bewegung, es entstand eine heftige Konkurrenz. Dutzende von Fischern warfen sich in ihre Txalupa-Boote und ruderten gegen die Wellen und gegen die Zeit. Denn nur wer zuerst ankam, und dessen Harpune getroffen hatte, dem gehörte die wichtige Beute. Wenn sich also verschiedene Txalupa-Boote dem Wal näherten, ruderten sie so schnell es auch nur ging. Konsequenz waren häufige Streitereien zwischen den Nachbardörfern. Denn genaue Grenzen im Meer gab es nicht.

Der relativ große Gewinn, der beim Walfang zu machen war, war für die Seeleute der Ansporn, sich zur Jagd in die Boote zu werfen. Ein Teil der Gewinne mussten den Landherren entrichtet werden und auch die katholische Kirche bekam ihren Teil ab.Abgesehen vom hohen Verdienst war der Walfang alles andere als ein Zuckerschlecken. Im Gegenteil, es bedeutete akute Lebensgefahr,

Es wurden vor allem die Franca-Wale gejagt, die Eubalaena Glacialis oder Glattwale. Diese Glattwale waren vor der gesamten „kantabrischen Küste“ heimisch. Diese „Cornisa Cantabrica“ erstreckt sich von der Grenze zu Frankreich über die baskischen Provinzen Gipuzkoa und Bizkaia und die beiden Regionen Kantabrien und Asturien bis nach Galicien. Irgendwann wurden die Tiere seltener, weil zu viele erlegt wurden. Lange, wenn auch in beschränktem Umfang ging der Walfang auch an der Küste weiter, bis 1901 vor der Hafenstadt Orio in Gipuzkoa das letzte Exemplar eines heimischen Wals gefangen wurde.

Von Hines, Bob - WO-ART-81-CDHines1Derived from the following image: United States Fish & Wildlife Service, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=422334

Wale im Stadtwappen

Über die Jahrhunderte lange Tradition ist der Walfang für viele Orte der Nordküste zu einem Symbol geworden, das bis heute präsent ist. Die Bevölkerung vieler Küstenorte lebte vom Walfang und der daraus resultierenden Verarbeitung. Aus diesem Grund wurden die Walfische in einigen dieser Anliegerorte ins Stadtwappen aufgenommen, um ihre Bedeutung in den mittelalterlichen Gesellschaften zu würdigen.

In Bizkaia (mit Bilbao als Hauptstadt) haben Bermeo, Lekeitio und Ondarroa den Walfisch in ihren Wappen. In Kantabrien erscheint er im Symbol von Castro Urdiales. In Gipuzkoa (mit San Sebastian als Hauptstadt) ist der Meeressäuger in den Wappen von Hondarribia, Zarautz, Getaria und Mutriku zu finden.

Von Heralder - and [1] and Image, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32699544 Wappen von Hondarribia
Von Heralder - [1][2], CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40370168 Wappen von Zarautz

Nutzung der Tiere

 Wie kaum ein anderes Beutetier konnten Wale komplett verwertet werden, kein Teil des wertvollen Fangs blieb ohne Nutzung.

Das Walfett war eine wertvolle Beute, die in Öl umgewandelt wurde, das legendäre Saín-Fischfett. Dieses Saín war eine ideale Flüssigkeit, um Uhren zu ölen. Vor allem aber diente es dazu, die Straßenlampen in halb Europa am Leuchten zu halten. Das Besondere an jenem Öl war, dass es keinen Geruch hinterließ und keinen Rauch produzierte. „Ein Fass mit 200 Litern wurde für umgerechnet 5.000 Euro verkauft.

Das Fett wurde zudem zur Herstellung von Kosmetik und Medikamenten verwendet. Die großen Knochen kamen als Balken bei Baugerüsten zum Einsatz, außerdem wurden sie zur Herstellung von Möbeln benutzt. Die Barten aus dem Walmaul waren elastisch, deshalb wurden aus ihnen Sonnenschirme und Kämme gemacht, auch Korsette in Form von Fächerstäben. Letztere werden heute aus anderen Materialien produziert, dennoch werden sie nach wie vor „Walbein“ genannt.

Doch war aus dem Walkörper noch anderes nutzbar. Das Sperma war ein teurer Rohstoff, um Salben und Balsam herzustellen. Auch das Fleisch selbst wurde verzehrt, zwar nicht im Baskenland, hier wurde es nicht konsumiert. Zu seiner Konservierung wurde es gesalzen und exportiert, vor allem nach Frankreich. Kostbarster Teil des Walkörpers überhaupt war die Zunge. Hochgestellte Persönlichkeiten pflegten sie zu verspeisen, sie ließen sich direkt beliefern.

Von HgrobeVektorisierung: Mrmw - Eigenes Werk, basierend auf: Whale products-d hg.png:, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=101193521

Ausdehnung der Fanggebiete

Nachdem die Populationen vor der eigenen Küste dezimiert war, weitete man die Jagd auf die arktische Region aus. Es kamen Nachrichten aus Kanada, aus dem Gebiet von Terranova (Neufundland). Dort sollte es Mengen von Kabeljau geben (bask: makailaoa, span: bacalao). Viele Fischer beschlossen, dorthin zu fahren, nicht zuletzt, weil sie keine andere Wahl hatten. Eher zufällig wurde entdeckt, dass es dort oben im Nordwesten auch Wale gab. Mit schnelleren Schiffen und besseren Fangmethoden wurden ab dem 19 Jh. die großen und schnellen Blau-, Finn- und Seiwale gejagt und proportional zu ihrer Größe dezimiert. In zwei Jahrhunderten wurden rund 20.000 dieser Säuger erlegt. Die Fischer zogen im Frühjahr los und kamen vor dem Winter wieder zurück. Sie fischten in Neufundland aber auch in den Meeren Richtung Island. Man muss ehrlicherweise anmerken, dass es also die Europäer waren, die zum großen Teil an der massiven Dezimierung der Wale beteiligt waren!

Heutige Situation des Walfangs und die Probleme des Klimawandels

Seit 1948 wurde der Walfang mit der Einrichtung der internationalen Walfangkommission stark eingeschränkt und 1986 auf Null gesetzt. Heute fangen drei Nationen weiter Großwale (über 10 m Länge), die sich der Kommission nicht angeschlossen haben bzw. wieder ausgetreten sind: Island und Norwegen und seit Ende 2018 auch Japan. Extra geregelt und meist gar nicht erwähnt wird dabei der Fang der kleineren Arten.

Eine Bedrohung der Walpopulation stellen heute vor allem der Klimawandel und die Meeresverschmutzung dar. Durch den Klimawandel wird es zu Veränderungen der Wassertemperatur, des Meeresspiegels, der Meereisbedeckung, des Salz- und Säuregehaltes des Meerwassers, der Niederschlagsverteilung, der Windgeschwindigkeiten und des Wellengangs kommen. Die exakten Auswirkungen dieser Veränderungen auf das Leben der Wale sind nur schwer vorauszusagen.

Auf einige Klimaveränderungen, wie zum Beispiel den Temperaturanstieg reagieren die Meeressäuger direkt mit Veränderungen in ihrem Verbreitungsgebiet. Einige Arten verlassen ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet und weichen in andere Gebiete aus. Aber nicht alle Walarten können sich so den veränderten Bedingungen in ihrem Lebensraum entziehen.

Der Klimawandel wird aber auch indirekte Auswirkungen auf die Wale haben; wie eine verstärkte Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Umweltverschmutzungen. Auch Veränderungen in der Häufigkeit und Verteilung der Nahrungsressourcen, werden vor allem Walarten beeinträchtigen, die auf bestimmte Nahrung spezialisiert sind.

Wale sind neben dem Klimawandel jetzt schon zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt durch die Verschmutzung der Meere, chemische Abfälle und Lärm, industrielle Fischerei, Zusammenstöße mit Schiffen, militärische Aktivitäten, Veränderungen ihrer Nahrungssituation durch die Einführung fremder Arten und durch die Netze der Fischereiflotten, in denen sie oft ungewollt als Beifang verenden.

Warum sind Wale wichtig für Klima und Umwelt?

Der Schutz der Wale ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, denn Wale spielen eine wichtige Rolle in den marinen Ökosystemen. Ihre Ausscheidungen an der Meeresoberfläche dienen als Nährstoffe für Phytoplankton und Fische, bei ihren Tauchgängen befördern sie weitere Nährstoffe aus der Tiefe nach oben und wenn Wale sterben, ernährt ihr Körper zahlreiche Meeresbewohner. Die Wale speichern aufgrund ihrer Größe hohe Mengen Kohlenstoff. Außerdem entzieht das durch sie produzierte Phytoplankton der Atmosphäre CO2 und bindet es ebenfalls als Kohlenstoff.

Wie eine Studie hervorhebt, verbessern die riesigen Meeressäuger aufgrund ihrer langen Lebenserwartung langfristig die Stabilität der marinen Ökosysteme. Denn einige Walarten erreichen vermutlich ein Alter von etwa 100 Jahren und mehr. Allerdings schrumpfen die Bestände der großen Walarten wie Blau-, Grau- oder Buckelwal drastisch. Dies hat wahrscheinlich schon jetzt die Struktur der Ozeane verändert. Die Hoffnung besteht darin, dass weitere Untersuchungen auf diesem Gebiet die unverzichtbaren Vorteile der Wale hervorheben und so auch den Walschutz und das Ansteigen der Walpopulationen fördern.

Von Rias_bajas_ES.svg: *Hidrogalicia_ES_color.svg: *Hidrogalicia_ES.svg: *Hidrogalicia_vertente_costa_da_morte.svg: Iagocasabiellderivative work: Edoarado (talk)derivative work: Edoarado (talk)derivative work: Edoarado (talk)derivative work: Edoarado (talk) - Rias_bajas_ES.svg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11969891

Blauwale in Galicien heute

Wie der Guardian berichtet, werden in Galicien jedoch seit 2017 wieder jährlich einzelne Blauwale gesichtet. Wissenschaft ist sich uneinig, ob dies ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist.

Der Meeresbiologe Bruno Díaz vermutet, die Wale könnten zurückgekehrt sein, da sie sich immer noch an die Heimat ihrer Vorfahren erinnern. Neueren Erkenntnissen zufolge sind für Migrationsbewegungen von Walen offenbar weniger Umweltfaktoren als Erinnerungen ausschlaggebend. Der Meeresbiologe Alfredo López nimmt dagegen an, dass der Klimawandel die Wale nordwärts treibt. Das wäre ein schlechtes Zeichen, da es zeigen würde, dass die Erwärmung der Meere den Lebensraum der Blauwale zunehmend einschränkt.

Blauwale sind wieder in Galicien, da sie in spanischen Gewässern viel Krill finden.

Von Juli bis Ende Oktober ernähren sich die Blauwale vor der galicischen Küste von Plankton. Davon gibt es sehr viel in der Gegend der Rías Baixas. Rías Baixas (galizisch: Untere Rías, spanisch Rías Bajas) ist die Sammelbezeichnung für vier schmale, tief ins Land reichende Meeresbuchten im Südwesten von Galizien, die aus überfluteten Flusstälern hervorgegangen sind. Das Gebiet reicht vom Cap Finistere bis zur portugiesischen Grenze. Das aus den Tiefen des Atlantiks aufsteigende Wasser ist sehr kalt, was das Planktonwachstum fördert.

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Llanes – ein reizvolles Fischerdorf, Colombres – Auswanderermuseum, San Antolin de Bedón

Llanes - ein reizvolles Fischerdorf

Camino del Norte

Das Küstenstädtchen liegt in einer grünen Landschaft malerisch zu Füßen des Gebirgszugs der Sierra de Cuera. Der Ort wurde gern als Kulisse für Filme und Serien genutzt. Vielleicht ist es ein Glück für den Küstenort, dass die Altstadt und die moderne Feriensiedlung jeweils einen eigenen Bereich bilden. Außerdem besitzt die Gemeinde, die sich über 30 km entlang der Küste erstreckt, über 30 kleiner und größere Strände.

Der Hafen

Seine besondere Atmosphäre hat es dem alten Hafen zu verdanken, der inmitten des Stadtkerns liegt und über einen Kanal mit dem Meer verbunden ist. Von hier aus starteten früher die Walfänger hinaus auf den Atlantik. Llanes war einer der ersten Walfanghäfen außerhalb des Baskenlandes und Skandinaviens (s. auch das Kapitel über die Walfänger). Der traditionelle Fischereihafen ist bis heute in Betrieb. Schön sind die vielen kleinen Fischerboote.

Am Hafen findet man auch das Werk des baskischen Malers Augustin Ibarolla, Los Cubos de la Memoria. Er hat die Betonquader, die den Hafen als Wellenbrecher vor der Brandung schützen, mit kräftigen Farben bemalt. Sie sollen als Gedächtniswürfel dienen und setzen sich mit der Geschichte und Kultur in der Region von prähistorischer Zeit bis ins 19. Jh. auseinander. Das Werk besteht aus Gemälden auf Würfeln, die harmonisch ineinander übergehen, Kanten auflösen und durch die Verbindung der Würfel mit Farben neue Formenspiele erzeugen. So entstehen durch eine nicht-figurative Bildsprache neue Volumen und Oberflächen.

Von Zarateman - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52146781
Von GoaSkin - eigenes Foto, Bild-frei, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=1955611

Sehenswürdigkeiten

Teile der erhaltenen Stadtmauer stammen noch aus dem Jahr 1206, dem Jahr, in dem der Ort von König Alfons IX. die Stadtprivilegien erhielt. Sehenswert sind Reste der mittelalterlichen Burg mit der Burgturm Torre del Castillo. Es handelt sich um einen Wehrturm in der mittelalterlichen Stadtmauer, dessen Fundament bis ins  13. Jahrhundert zurückreicht. Dieser Turm diente als Wehrturm und später als Gefängnis. Der Turm besteht aus Kalkstein und hat einen kreisförmigen Grundriss. 

Der Palacio de los Duques de Estrada wurde im Mittelalter erbaut und bewahrt den Aguilar de San Jorge-Turm aus dem 11. Jahrhundert. Das Gebäude wurde im 14. Jahrhundert umgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen mit der Errichtung seiner heutigen Fassade im 18. Jahrhundert. Das heutige Gebäude ist also im Barockstil gehalten, wobei die Fassade von zwei Türmen mit viereckigem Querschnitt flankiert wird. Seit dem Brand im Jahr 1809 ist es allerdings eine Ruine. 

Der Palacio de Gastañaga oder San Nicolás-Palast, das ehemalige Herrenhaus von Rivero, ist eines der wenigen Beispiele ziviler Architektur aus dem 14. und 15. Jahrhundert in Asturien. Es befindet sich in der Calle Mayor, neben dem fehlenden Tor San Nicolás, das den Durchgang von der Mauer zum Fischerviertel verschloss. Der Palast ist in zwei unabhängige Körper gegliedert, die durch zwei Luftdurchgänge verbunden sind, die die noblen Stockwerke beider Gebäude verbinden. An der Hauptfassade sind die ursprünglichen, unregelmäßig verteilten Rundbogenöffnungen, Zwillingsbögen usw. erhalten. 

De Zarateman - Trabajo propio, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52146560
De Caguat - Trabajo propio, CC BY-SA 3.0 es, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16610274

Beeindruckend sind auch weitere überraschend repräsentative Bauten, da in früheren Zeiten mit Walfang viel Geld verdient wurde. Außerdem siedelten sich auch „Indianos“ an, reichgewordene Emigraten, die aus Südamerika in ihre Heimat zurückkehrten. Zu nennen ist hier u.a. das Rathaus. Es handelt sich hierbei um ein Gebäude im neoklassizistischen Stil, das Ende des 19. Jh. errichtet wurde. Es wurde allerdings in den 2oer Jahren umgestaltet.

Auch der kleine Palast von 1910, der früher der Sitz des Kasino-Theaters war, ist bemerkenswert.

Die frühgotische Kirche Santa Maria ist eine weitere Sehenswürdigkeit des Ortes. Die Basilica minor Santa María del Conceyu ist ein gotisches Bauwerk aus dem 14. und 15. Jahrhundert, weist aber im Inneren noch spätromanische Elemente wie das Westportal und mehrere Kapitelle auf.

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130600 Casino
https://www.the-vegan-travelers.com/de/europa/spanien/llanes-paradiesbucht.html Rathaus

Die Bufones de Arenillas

In der Nähe von Llanes befinden sich die Bufones de Arenillas (Narren von Arenillas), sogenannte Meerwassergeysire. Sie erzeugen bei starkem Wellengang bis zu 40 m (Bufón de Santiuste) hohe Wasserfontänen.

Ein Narr besteht aus Bergkalkfelsen, der auf einer Klippe liegt und vom Meer unten und dem Regen- oder Flusswasser oben erodiert wird. Durch diese Erosion entstehen Karsthöhlen . Wenn die Flut steigt, füllt er die Lücke, die durch das Heraustauchen über die Klippe entsteht, wodurch ein Meerwasserspritzer entsteht, der von einem charakteristischen Geräusch begleitet wird, was ihm den Namen Narr gibt.

Ein Bufón entsteht also dadurch, dass durch den Druck der Meeresbrandung Wasser durch natürliche Röhren im porösen Kalkstein gepresst wird. Bufones können überall dort entstehen, wo Karstlandschaften ans Meer grenzen, hier die Picos de Europa.

De sitomon - Trabajo propio, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1908556
De sitomon - Trabajo propio, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1908556

Aeródromo de Llanes

Südöstlich von Llanes, am Südrand des Ortsteils Cués, befand sich während des Bürgerkrieges ein Feldflughafen. Dieser wurde zunächst durch die Luftstreitkräfte der Republik Spanien benutzt. Nach Eroberung der von Osten vorrückenden nationalistischen Truppen des Generals Franco im September 1937 lag Llanes im von Franco kontrolliertem Gebiet des Landes. Der Platz wurde umgehend durch die Truppen Francos und die deutsche Legion Condor beim weiteren Vormarsch während des Krieges im Norden benutzt. Hier lagen Jagdflieger der nationalsozialistischen Jagdflieger 88 (J/88) (s. auch das Kapitel über Guernika). Heute sieht man von dem Flughafen nichts mehr. Hier befindet sich nun ein Golfplatz.

Das Migrationsmuseum in Colombres

Auf unserer Wanderung auf dem Camino del Norte sollte man vor Llanes in Colombres anhalten, gleich hinter der kantabrisch-asturischen Grenze, um das beeindruckende Migrations-Museum zu sehen. Sowohl das Museumsgebäude selbst, als auch die historische Ausstellung sind sehenwert. Die dargestellte Geschichte schildert praktisch und einleuchtend die Realität der früheren Bewohnerinnen der Regionen an der Nordküste der Iberischen Halbinsel. Diese Geschichte gilt nicht nur für Asturien, das Museum könnte genau so gut auch im Baskenland oder in Galicien stehen, denn in den vergangenen Jahrhunderten waren Leute aus allen Regionen aufgrund ihrer Existenzbedingungen dazu gezwungen, in Übersee, vor allem in Südamerika ihr Glück zu suchen. Manchmal war es auch pure Abenteuerlust.

San Antolin de Bedón

San Antolín de Bedón war ein aufgelassenes Benediktinerkloster in der Gemeinde Llanes, am westlichen Ende der Gemeinde, in einem grünen Tal, nur wenige hundert Meter vom gleichnamigen Strand von San Antolín entfernt. Das Kloster San Antolín de Bedón wurde an der Mündung des Flusses Bedón errichtet.

Rund um die Kirche stehen noch einige zerstörte Häuser. Die Kirche selber aber wurde in den letzten Jahren renoviert. Das Baujahr ist unbekannt, aber dem Stil nach stammt sie aus der Spätromanik im Übergang zur Gotik, was man an der Verwendung der Spitzbögen erkennen kann.

Seine gesamte Architektur ist sehr ausgewogen und harmonisch. Die Dekoration außen ist  sehr schlicht und beschränkt sich auf einige wunderschöne Konsolen (einige restauriert), wo viele figurative Motive in unterschiedlichem Erhaltungszustand vorkommen.

Der Grundriss entspricht der Form einer Basilika mit drei unterschiedlich hohen Schiffen, die durch Spitzbögen getrennt sind, die von einfachen Pfeilern gestützt werden. Der Kirchenraum endet in drei halbkreisförmigen Apsiden, die an der Außenseite hervorgehoben und mit einem Viertelkugelgewölbe bedeckt sind. Das Dachsystem ist hierarchisch aufgebaut, da die Kirchenschiffe ein Holzgerüst haben, während das Querschiff mit einem Kreuzrippen- und Spitztonnengewölbe bedeckt ist.

Die Kirche hat zwei Portale; das westliche Portal hat fünf spitze Archivolten und ein Gesims, das mit schönen anthropomorphen (Jäger), tierischen (Vögel) und pflanzlichen Kragsteinen verziert ist. Das südliche Portal hat eine sehr ähnliche Struktur und Verzierung. Eines von ihnen diente dazu, die Kirche mit dem Kloster zu verbinden.

By Ramón - originally posted to Flickr as San Antolín de Bedón - 39, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4690322

Quellen

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Geographisches Geographisches Via Tolosana

Der Stausee von Yesa und das Geisterdorf Ruesta

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Via Tolosana

Die Yesa-Talsperre (Embalse de Yesa)

Die Yesa-Talsperre (spanisch: Embalse de Yesa) staut den Fluss Aragon in den spanischen Vorpyrenäen zu einem bei Vollstau 2089 Hektar großen See auf.

Der wegen seines immensen Speichervolumens von 450 Millionen Kubikmetern Wasser und einer Länge von 18 Kilometern mit dem Spitznamen „Meer der Pyrenäen“ bedachte Stausee wurde 1959 fertiggestellt. Die 74 m hohe Staumauer befindet sich zwei Kilometer östlich des Ortes Yesa an der Grenze der autonomen Gemeinschaften Navarra und Aragon.

Die Talsperre wird vom Aragón und mehreren Nebenflüssen, darunter dem aus Richtung Norden zufließenden Esca, gespeist. Aufgefüllt wird der Speicherraum hauptsächlich in den Monaten Oktober bis Mai, wobei die Talsperre dem Hochwasserschutz dient, während in den trockenen Monaten Juni bis September Wasser zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen abgegeben werden kann. 

Allerdings forderte das ambitionierte und bis heute umstrittene Bauprojekt seinen Tribut. Die Weiler Ruesta, Tiermas und Escó fielen dem Stausee zum Opfer. Alle drei Ortschaften wurden mitsamt ihren fruchtbaren Talflächen und ihrem kulturellen Erbe in den 1960 Jahren geflutet. Die insgesamt 1500 Einwohner siedelte man um.

Im August 2006 kam es zu einem Erdrutsch auf der linken Talseite. Die Erdmassen ergossen sich nicht in den See, sondern auf ein noch ungefülltes, zur Erweiterung des Sees geplantes Territorium. Dadurch blieben eine Flutwelle und eine Katastrophe für die Anwohner der Umgebung aus. Das Unglück wurde acht Monate lang geheim gehalten. Das lag vielleicht auch daran, dass es bei dem Staudamms Itoiz in der Nähe immer wieder zu Problemen und Widerständen kam. Denn erst als am benachbarten Staudamm Yesa an der linken Talseite 3,5 Millionen Kubikmetern Erde abgerutscht sind, wird die Gefahr ernster genommen, dass eine Flutwelle unterhalb des Staudamms von Itoiz vielen Menschen das Leben kosten könnte. Das Problem wird verstärkt, da der Staudamm anscheinend seit dem Beginn der Befüllung ständig Erdbeben induziert. Namhafte Gutachter haben die “nicht zu korrigierenden Mängel” schon beschrieben.

Von Jule_Berlin from Berlin, Germany - [1], CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4671098

Das Geisterdorf Ruesta

Das Dorf Ruesta, an dem der Jakobsweg vorbeiführt, ist nur noch eine Ruinendorf. Da sie ihre Existenzgrundlage verloren hatten, verließen die Einwohner den Ort. Die Häuser sind verfallen und die Natur holt sich so langsam das Terrain zurück. Allein zwei ganzjährig geöffnete Herbergen und ein Kulturzentrum mit Ausstellungsraum und Bibliothek wurden renoviert und ragen aus den Ruinen heraus.

Dabei war Ruesta einmal eine wichtige Station auf dem Jakobsweg. Ruesta war, nachdem die Mauren zu Beginn des 10. Jahrhundert aus diesem Landstrich zurückgedrängt wurden, lange Zeit eine strategisch bedeutende Grenzfestung zwischen den Königreichen Aragón und Navarra. Zunächst sorgte der König von Navarra für den Wiederaufbau der von den maurischen Eroberern zurückgelassenen Burganlage, bevor sie 1050 an den aragonischen Herrscher abgetreten wurde. In diesem Zeitraum begann die Besiedlung des Weilers um die militärische Anlage herum. Selbstverständlich durften als Station auf dem Jakobsweg auch Kloster und Kirche nicht fehlen. Ruesta war zweifellos von großer strategischer Bedeutung, denn als die Grenzstreitigkeiten um das fruchtbare Land im ausgehenden 13. Jahrhundert wieder zunahmen, ließ der König sogar die Stadt selbst befestigen. Ab dem 15. Jahrhundert verlieren sich die Aufzeichnungen über das Kastell. Heute sind noch der 25 Meter hohe, monumentale Torre del Homenaje und der Wohnturm als Ruine erhalten. Sie sind die letzten Zeugen der Festungsanlage, die sich einst über das ganze Plateau von fast eintausend Quadratmetern erstreckte.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Stausees befand sich die Ortschaft Tiermas. Hier sind noch die Überreste eines Thermalbades zu finden, das bereits bei den Römer beliebt war. Das 35° Grad warme Schwefelwasser kann bei niedrigem Wasserstand in den Tümpeln genutzt werden. Außerdem treten dann auch die Ruinen des ansonsten vom Stausee komplett überspülten Dorfes langsam ans Tageslicht. Eine kleine Geisterstadt!

https://www.inreiselaune.de/ruesta-geisterstadt/
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Ermita de San Juan de Ruesta

 Etwa einen Kilometer außerhalb von Ruesta trifft man auf die Überreste einer romanischen Einsiedelei. Ihre Entstehung fällt vermutlich in das 12. Jahrhundert, doch vielleicht ist sie auch Bestandteil der gleichnamigen Klosteranlage, welche bereits 200 Jahre zuvor in Betrieb genommen wurde.

Wie oben erwähnt: die Gegend ist reich an Geschichte. Es handelt sich um eine Grenzregion. Iberer, Westgoten und Römer besetzten schon das Gebiet. Den Grundstein für das, was heute ist, legten aber die Auseinandersetzungen zwischen den katholischen und muslimischen Königreichen in der Zeit zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert. Deren Dörfer wachten über den Flusslauf und prägten das Gebiet durch ihre Architektur. In einem Ra­dius von wenigen Kilometern finden sich so islamische Festungen und katholische Klöster und Siedlungen auf den Bergeshöhen.

Die Kapelle befand sich in einem ruinösen Zustand. Schuld daran war der Bau des Yesa-Stausees und das Versagen der verantwortlichen Stellen. Eine historische Fotodokumentation zeigt, dass sich das Gebäude bis vor zwanzig Jahren noch fast in seinem ursprünglichen Zustand befand, obwohl es wegen der Vegetation unzugänglich war. 2001 stürzte jedoch ein großer Teil der Außenmauern ein, wodurch das Dach fast vollständig einbrach. Die Kapelle war einst berühmt für die Wandmalereien in ihrer Apsis, die zu den bedeutendsten ihrer Zeit gehörten. Beim Bau des Staubeckens wurden die wertvollen Fresken, die als eine der bedeutendsten Sammlungen romanischer Malerei des 12. Jahrhunderts in Spanien gelten, zur Konservierung entfernt und befinden sich heute im Diözesanmuseum von Jaca.

Eine Kette von Begebenheiten hat der Kapelle neues Leben eingehaucht, wodurch sie auch in Zukunft erhalten bleibt. Die Revitalisierung der einst ruinösen Pilgerkapelle San Juan de Ruesta war Bestandteil einer Ausgleichsmaßnahme zur Erhaltung des Kulturerbes der Region, die von dem Archtiekten Sebastián Arquitectos aus Saragossa durchgeführt wurde.

Der Bau ruht auf sieben Metallrahmen, die dieselbe Form aufweisen wie das ursprüngliche Bauwerk. Werksteinblöcke ergänzen das Jahrhundertealte Bruchsteinmauerwerk. Rund 60% der Bruchsteinmauer musste erneuert werden. Die Anspielungen auf die landestypische Architektur, wie beispielsweise das für die Gegend typische Steindach oder die Rekonstruktion der ursprünglichen Öffnung in der Hauptfassade werden verbunden mit der Neugestaltung des Gebäudes. San Juan de Ruesta ist ein Überbleibsel der Geschichte, Teil einer Pilgerroute und für die Pilgernden immer offen. 

 

https://www.detail.de/de_de/sebastian-arquitectos-sanieren-eremitage-in-aragon
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Hondaribbia (baskisch, spanisch Fuenterrabía, französisch Fontarabie)

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Camino del Norte

Hondarribia gehört zum historischen Territorium Gipuzkoas, einer der spanischen baskischen Provinzen. Die Hafenstadt liegt nordwestlich von Irun an der Mündung des Flusses Bidasoa, der hier die Grenze zu Frankreich bildet. Auf der anderen Seite der Flussmündung liegt die französische Stadt Hendaye. Vom Meeresbucht Txingudi aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und auf die Nachbarortschaft Hendaia im Hintergrund. Spektakulär ist auch der kleine Flughafen, dessen Start- und Landebahnen direkt am Meer liegen, so dass der Anflug/Abflug über das Meer erfolgt!

Von Dr. med. Mabuse - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7876524

Die Burganlage, in der Altstadt mit Blick zur Mündung des Flusses Bidasoa liegend, wurde im 10. Jahrhundert von Sancho II., König von Navarra, in den frühen Tagen der christlichen Rückeroberung erbaut. Der mächtige Kalif Al-Mansur stellte damals eine ständige Bedrohung für die Gegend dar, aber König Sancho Abarca und die Burg von Hondarribia blieben verschont, weil der König dem Kalifen eine seiner Töchter zur Frau gegeben hatte – das gab es schon immer Vorteile, wenn man „alles in der Familie behält!“ Eigentlich ist ja die Heirat zwischen einem Muslim und einer Christin verboten, aber die Realität sah oft anders aus. Außerdem war es durchaus typisch für die damalige Zeit, dass es trotz der Auseinandersetzungen auch zahlreiche Kooperationen zwischen Christen und Mauren gab. (s. auch die Kapitel Islamisierung Spaniens und Reconquista)

Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert von Kaiser Karl V. umgebaut. Die fensterlose Fassade zum Platz (Plaza de Armas) vor der Burg entstand in dieser Zeit. Nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen wurde 1968 von General Franco in der Burg der Parador „El Emperador“, ein Vier-Sterne-Hotel, eingeweiht. Die Mauern der Säle und die Gänge sind mit Hellebarden, Schwertern und Wandteppichen geschmückt

Von Zarateman - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 es, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16779008

Bemerkenswert ist der historische, von einer komplett erhaltenen Stadtmauer umgebene Altstadtkern mit seinen im baskischen Stil errichteten Herrenhäuser aus der Zeit der Renaissance und des Barocks, der zum historischen Ensemble erklärt wurde. Die Calle mayor mit der großen Barockfassade des Rathauses (18. Jahrhundert) und die Plaza de Guipuzcoa sind hier besonders merkenswert ebenso wie die Burganlage am Rande der zentralen Arma Plaza. In der Umgebung liegt die Pfarrkirche Santa María de la Asunción. Sie wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und hat einen barocken Turm aus dem 18. Jahrhundert. 

Außerhalb der Stadtmauern liegt der vermutlich älteste Stadtteil, La Marina, ein pittoreskes Fischerviertel mit seinen alten, farbenfrohen und blumengeschmückten Fischerhäusern. Besonders beliebt ist das Sträßchen San Pedro Kalea mit zahlreichen Restaurants und Tapas-Bars. 

Von Tomada por JMSE el 6 de Julio de 2003 y cedida a Wikipedia. - From Spanish Wikipedia [1], CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=905003
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Camino del Norte Geographisches Geographisches

Genusswanderung auf alter Eisenbahntrasse bei Pobena

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Camino del Norte

Kurz hinter Bilbao verläuft der Jakobsweg von Pobena nach Castro Uriales teilweise auf einer alten Eisenbahntrasse. Pobena liegt an der Mündung des Flusses Barbadun und am westlichen Ende des berühmten Strandes La Arena. Der Strand ist besonders bei Surfern beliebt.

Vom Strand in Pobena steigt man erst einmal 120 Stufen hinauf zum Panoramaweg, der von Pobena nach Onton führt. Belohnt wird der Besucher durch eine exponierte Route direkt am Hang mit atemberaubenden Blicken auf den Strand La Arena und über den Rand der Steilküste des Atlantiks.

Früher war die Strecke eine Eisenbahntrasse. Die Schwerindustrie und der Bergbau spielten in diesem Gebiet eine wichtige Rolle und so entstanden zahlreiche kürzere und längere Bahntrassen. Auf dieser Strecke wurde Eisenerz aus den Minen der Region zu den Cargaderos, den Laderampen, an der Küste transportiert. Es wurde dort auf Schiffe Richtung Holland und England verladen. Reste einiger Rampen kann man auf der Wanderung noch sehen. Bemerkenswert sind die Überreste der Küstenverladerampe Campomar, die erste in Biskaya, an der Mineralien auf offener See verladen wurden.

Der Weg überquert übrigens am Anfang der Strecke die Grenze zwischen dem Baskenland (Viskaya) und Kantabrien.

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Die Problematik der Eukalyptusplantagen
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Camino del Norte Camino Primitivo Geographisches Geographisches Geographisches Geographisches Via de la Plata

Die Problematik der Eukalyptusplantagen

Die Problematik der Eukalyptusplantagen

Camino del Norte, Camino Primitivo, Via de la Plata, Camino Portugues, Camino Frances

Als ich über die Bäume Galicien erzählen wollte, hatte ich eigentlich nur positive Bilder und Erinnerungen im Kopf. Doch als ich tiefer in Materie eingestiegen bin, wurde mir klar, dass es auch einige zumindest problematische Entwicklungen gab und gibt. Eine davon auf die ich im Folgenden genauer eingehen möchte, ist die Problematik der Eukalyptusplantagen.

Was ist Eukalyptus?

Eukalypten gehören zu den Myrtengewächsen und zählen über 800 verschiedene Arten. Eukalyptusbäume sind schnellwüchsige immergrüne Laubbäume und können bis zu sechzig Meter hoch werden. 

Das Erscheinungsbild der Rinde von Eukalyptusbäumen ändert sich im Laufe des Alters. Wie andere Bäume auch setzen Eukalyptusarten jährlich eine neue Schicht Borke an und erweitern so ihren Stammesumfang. Bei manchen Arten stirbt die äußerste Schicht ab und löst sich darauf in langen Streifen (wie bei Eucalyptus sheathiana) oder in unterschiedlich großen „Flocken“ (Eucalyptus diversicolorEucalyptus cosmophylla oder Eucalyptus cladocalyx) vom Baum. Bei vielen Arten kann die tote Rinde jedoch einfach am Baum verbleiben. Durch die Witterungseinflüsse bekommt diese Rinde ihr typisches, alterndes Aussehen. Viele andere Arten sind auch als sogenannte half-barks und blackbutts bekannt, was darauf anspielt, dass bei diesen Arten die abgestorbene Borke nur im unteren Bereich des Stammes oder als große, schwarze Ansammlung direkt am Fuß des Baumes behalten wird. Die glatte, obere und jüngere Rinde der half-barks und die Rinde anderer glattrindiger Eukalyptusarten können bemerkenswerte und höchst interessante Farben annehmen (wie beispielsweise bei Eucalyptus deglupta).

https://vanjabudde.de/die-gruene-geissel-portugals-eukalyptus-monokulturen-befeuern-die-waldbraende/

Eukalyptus in Galicien

 Die zu Recht auf ihre grüne Vegetation stolze nordwestspanische Region Galicien verzeichnet allerdings einen hohen Zuwachs an Eukalyptusbäume. Es ist das Ergebnis einer politisch gewollten Aufforstung. Vor etwa 50 Jahren hatte Diktator Francisco und sein Regime die Idee, den Eukalyptus großflächig in Galicien und in Nordspanien anpflanzen zu lassen mit dem Ziel, weltweit die Zellulose-Industrie beliefern zu können. Ganze Gebiete wurden für die Monokultur freigegeben. Der Baumbestand des Eukalyptus in Galicien hat sich seit den 1990er Jahren fast verdoppelt. Leider habe ich keinen aktuellen Zahlen bezüglich der Größe der Anbauflächen gefunden.

Ursprünglich kommt der Eukalyptusbaum aus Australien. Der Missionar Missionar Fray Rosendo Salvado schickte Mitte des 19. Jahrhunderts einige Samen aus Australien an seine Familie. Die lebten ausgerechnet in Galicien, im charmanten Tuy. Von dort breitete sich die Pflanze über viele Regionen der Iberischen Halbinsel aus (z.B. in Asturien und in der Extremadura). 

Eukalyptusbäume auf der iberischen Halbinsel wachsen förmlich in den Himmel. Schon nach kürzester Zeit entwickeln sie mächtige Baumstämme, obwohl sie noch gar nicht so alt sind. Auf den Wanderungen sind sie für uns Pilger besonders schön, da sie nach ätherischen Ölen duften und sich ihre silbrig glänzenden, blaugrünen Blätter schön im Wind bewegen. Bei jedem Schritt knacken die Samenkapseln unter den Füßen und verströmen Eukalyptus-Aroma. Also vermeintlich ein reines Vergnügen!?

https://www.monumentaltrees.com/de/fotos-eucalyptusglobulus/esp/

Pro und Contra des Anbaus von Eukalytusbäumen

Der Nutzen des Eukalyptus ist nicht unumstritten. Wissenschaftlichen Studien zufolge hat der Eukalyptusbaum einen negativen Einfluss auf die Biodiversität der Bodenpflanzen. Außerdem entzieht er anderen Bäumen das Wasser. Bis zu 500 Liter Wasser braucht der Eukalyptus am Tag, seine Wurzeln bohren sich knapp 20 Meter tief in den Boden und graben der Pflanzenwelt in der Umgebung buchstäblich das Wasser ab. Zudem brennt er aufgrund  seiner luftig-faserigen Struktur und der ätherischen Ölen, die wie Brandbeschleuniger wirken, sehr schnell. Dabei entwickeln sich in kürzester Zeit unfassbar hohe Temperaturen. Und das ist ja gerade nicht angebracht ist, da Galicien eine der am meisten von Waldbränden heimgesuchten Regionen Spaniens ist. Und nicht immer scheinen die Brände reine Naturereignisse zu sein!  Das Problem mit den Eukalyptus ist, dass erstens die brennenden Blätter hunderte Meter weit fliegen und immer neue Brände entfachen. Zweitens „explodiert“ ein brennender Eukalyptus-Baum quasi und schleudere seine Samen weithin in Umkreis von sich. Zu dem Überleben das Temperaturinferno nur wenige Samen, vor allem die Eukalyptussamen als wahre Überlebenskünstler, aber leider kaum die Samen der ursprünglichen Vegetation.

Außerdem gibt es noch ein Phänomen, das man zunächst gar nicht negativ bemerkt. Die Eukalyptuswälder sind still. Falls jemand darin tatsächlich einen einzelnen Vogel sieht oder hört, hat der sich verirrt und noch nicht bemerkt, dass es für ihn darin nichts zu futtern gibt, weder Sämereien noch Insekten, die auch für Kleintiere zur Nahrung taugen würden. Das einzige Tier, das sich von Eukalyptus ernährt, ist der Koala! Für andere Tiere ist er z.T. sogar giftig.

Es gab zahlreiche Proteste von Bauern, da zum einen der Grundwasserspiegel im Umfeld der Eukalyptuswälder deutlich sinkt. Ihr Hauptargument aber sind die schweren Bodenerosionen als Folge des Anbaus. Nicht zu Unrecht: Bevor die Setzlinge gepflanzt werden, muss der Boden samt Gräsern und Büschen tief umgepflügt, dann jahrelang der Witterung ausgesetzt werden, bis die Jungpflanzen endlich treiben. Regenfälle schwemmen in dieser Zeit bis zu 25 Tonnen Humus pro Hektar weg – ein kaum zu ersetzender Verlust bei nur 20 Zentimeter Boden. Nach zehn Jahren werden die Bäume mit Traktoren aus dem Boden gerissen – ein beispielloser Kahlschlag. Oft werden Laub und Äste in die Flüsse gespült, so die Gegner, und das Wasser wird durch das Eukalyptusöl verschmutzt.

Auf der anderen Seite bietet der Eukalyptus durch sein schnelles Wachstum und seine Widerstandsfähigkeit gegen Kornkäfer in kürzester Zeit viel Rohstoff für die unzähligen Papier- und vor allem Zellulosefabriken. Denn trotz seines schnellen Wachstums verfügt der Eukalyptus über eine hervorragende Holzqualität. Nach 7 bis 8 Jahren kann der Baum geschlagen werden und wächst dann genauso schnell wieder nach. Und die Nachfrage ist groß, auch wenn durch die Digitalisierung und Recycling an manchen Stellen schon am Naturprodukt gespart wurde. Aber wenn wir jetzt vom Plastik wegwollen und mehr auf Papier und Pappe setzen, dann wird vermutlich der Hunger danach doch steigen! Die Eukalyptusplantagen weiten sich weiter aus. Es ist eine wichtige Industrie geworden. Denn sie bietet den Menschen in der landschaftlich schönen, aber wirtschaftlich schwachen Berg-Region abseits der von Touristen massenhaft bevölkerten Küste ein Einkommen. Außerdem wird argumentiert, dass durch den hohen Wasserbedarf der Bäume die Gefahr von Überschwemmungen in den Bergregionen gebannt wird, was ja in Galicien eine gewisse Bedeutung hat.

Leider ist das ökologische System sehr komplex und einfache Maßnahmen (z.B. mehr Eukalyptusplantagen = Aufforstung brachliegender Flächen = mehr Rohstoff für Zellulose = hoher ökonomischer Ertrag) führen nicht automatisch zu mehr Nachhaltigkeit!  Ökonomie vor Ökologie wie so oft?

Insgesamt ist der Anbau von Eukalyptusbäumen in Spanien ein kontrovers diskutiertes Thema. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Diskussion und die Maßnahmen in Zukunft entwickeln werden.

https://vanjabudde.de/die-gruene-geissel-portugals-eukalyptus-monokulturen-befeuern-die-waldbraende/

Und was hat das mit Deutschland zu tun?

Ich würde das gerne an einem Beispiel aufzeigen. Ich habe einen interessanten Artikel des Umweltbundesamtes gefunden, auf den ich mich im Folgenden beziehe. Es geht in dem Artikel darum, die Vorteile von Recyclingpapier darzustellen, aber er enthält aber auch wichtige Informationen über den Eukalyptusanbau. Das Thema Recyclingpapier ist nur ein Aspekt, an dem kurz dargestellt werden soll, wie auch unser Verhalten Auswirkungen auf die Entwicklung der Waldressourcen hat, aber auch was jeder Einzelne tun kann.

In dem Artikel wird dargestellt, dass Deutschland Europas größter Papierproduzent ist und bedeutendstes Papier-Exportland. Rund 75 Prozent der in Deutschland verarbeiteten Primärfasern stammen aus Importen. Damit ist der Umwelt belastendste Teil der Papierherstellung ins Ausland verlagert!

Herkunft des Holzes

„Es wird Holz aus der ganzen Welt importiert. Größte Zellstofflieferländer für die deutsche Papierindustrie sind derzeit Brasilien (1 Mio. t Eukalyptus-Kurzfaser), Finnland (0,5 Mio. t überwiegend Nadelholz Langfaser), Schweden (0,45 Mio. t überwiegend Nadelholz Langfaser), Portugal (2,5 Mio. t überwiegend Eukalyptus-Kurzfaser !!), Spanien( 0,27 Mio.t überwiegend Eukalyptus Kurzfaser) und Uruguay (80,23 Mio t. Eukalyptus Kurzfaser). Finnland, neben Schweden unser Hauptlieferant für Papier, importiert wiederum einen Teil seines Rohholzes aus Russland (4,9 Mio. t), wo für die Holzbeschaffung auch Urwälder eingeschlagen werden. Neben den nordischen, sind von der Zerstörung auch tropische Regionen betroffen.“

„Um der wachsenden Holznachfrage bei schwindenden Primärwäldern nachzukommen, werden zunehmend Plantagen angelegt. Auf diesen werden schnell wachsende Baumarten wie Eukalyptus angepflanzt, die bei kurzer Umtriebszeit hohe Erträge versprechen. Doch die Monokulturen laugen durch ihren einseitigen Nährstoffbedarf die Böden aus, sind empfindlich gegenüber Schädlingsbefall und Sturmschäden, verlangen hohe Pestizid- und Düngereinsätze und verschmutzen die Wasserressourcen und Böden. Auch die aktualisierte Ökobilanz kommt bei der Betrachtung der Holzherkünfte zu dem Schluss, dass, die Verwendung von Eukalyptusholz zu einem potenziell höheren Biodiversitätsverlust als die Verwendung von Laub- und Nadelholz aus Mittel- oder Nordeuropa führt. Insbesondere führt die Gewinnung von europäischem Eukalyptusholz zu einem höheren Biodiversitätsverlustpotential als die Verwendung von Eukalyptusholz aus Südamerika. In Südamerika besteht ein realistisches Risiko, dass der Primärwald für brasilianische Holzplantagen umgewandelt wird.“

Bedeutung des recycelten Papiers

 2020 wurden 79,3 Prozent des Papiers nach Gebrauch wieder eingesammelt und überwiegend stofflich verwertet. An der Papier- und Pappe-Produktion machte Altpapier laut Aussage der Papierindustrie einen Anteil von 79 Prozent aus. Wie sieht nun die Bewertung zwischen Recycling und Frischfaserverwendung aus.

„Betrachtet wird der gesamte Produktionsprozess inklusive Vorketten: die Holzentnahme aus dem Wald, die Zellstoffproduktion und die Frischfaserpapierproduktion inklusive aller Transporte; sowie die Altpapiersammlung und -sortierung, das Altpapierrecycling und die Recyclingpapierproduktion inklusive aller Transporte.

Bei allen untersuchten Indikatoren schneidet Recyclingpapier besser ab als Frischfaserpapier. In der gesamten Produktion spart es durchschnittlich:

  • 78 % Wasser
  • 68 % Energie
  • 15 % CO2-Emissionen

Neben den quantifizierbaren Umweltwirkungen berücksichtigt die Ökobilanz erstmals auch qualitative Aspekte wie ⁠Biodiversität, ⁠Landnutzungsänderungen und Kohlenstoffspeicherung in Wäldern. Denn der Druck auf die Wälder in Europa und weltweit nimmt zu.“

„Die Praxis zeigt, dass nur selten negative Erfahrungen mit Recyclingpapier gemacht werden. Insbesondere Recyclingpapiere mit Blauem Engel stehen qualitativ auf gleicher Stufe wie hochwertige Primärfaserpapiere. Sie haben aber auf der Preisebene mit Billigangeboten ohne Herkunftsangabe bzw. Primärfaserpapier aus Eukalyptusplantagen zu kämpfen, das mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Fasern aus Regionen mit Landnutzungsänderungen und Urwaldzerstörung enthält.“ 

Und was können wir Konsumenten tun?

Der Rückgriff auf recyceltem Papier wäre hier schon ein wichtiger Schritt, den jeder von uns tun kann. Denn im Segment der in Deutschland verbrauchten Büropapiere und auch der Hygienepapiere sind noch erhebliche Steigerungspotentiale für den Altpapiereinsatz vorhanden. Der Recyclingpapieranteil der in Deutschland verbrauchten Büropapiere liegt bei gerade einmal 18 Prozent! Während in nahezu allen anderen Papierprodukten der Einsatz an Recyclingfasern steigt, sinkt er bei den Hygieneprodukten Jahr für Jahr! 2000 lag er bei ungefähr 75 %, 2022 bei ca. 43 %.Es liegt also auch an jedem einzelnen von uns, hier eine Veränderung zu bewirken. Es sind ja oft nicht die großen, sondern die vielen kleinen Schritte, die notwendig sind und da ist jeder Einzelne gefragt! Die Zertifizierung mit dem Blauen Engel gibt eine gute Hilfestellung bei der Auswahl der Produkte. Als Orientierung: das Umweltsiegel „Blauer Engel“ (100 % Altpapier bei Hygienepapier) hat bei Privathaushalten in früheren Jahren deutlich geringere Marktanteile (im Diagramm/Trend bis 2020 bei knapp über 10 % Marktanteil). Das zeigt, dass reines Recycling-Toilettenpapier (mit diesem starken Label) nur einen  sehr kleinen Teil des Marktes ausmacht.

Ein Marktcheck von Greenpeace (September 2025) hat für Östererich ergeben: etwa 40 % des Toilettenpapiers in österreichischen Supermärkten & Drogerien stammen aus Recyclingpapier. Greenpeace (Österreich+2OTS.at+2)
Allerdings geben nur rund 8 % der Produkte diese Information tatsächlich auf ihrer Verpackung an! (Greenpeace Österreich+1)
Was sagt uns das? Das bedeutet doch, dass wir Konsumenten anscheinend nicht zu recyceltem Papier greifen – was immer auch die Vorurteile sein mögen, die dahinter stehen, so dass die Firmen aus Marketingaspekten sogar darauf verzichten, ihr doch positives Handeln darzustellen. Was für eine verkehrte Welt!

Auch Holzprodukte aus Eukalyptus wie Parkett, hochwertige Möbel, Sportgeräte könnte man vermeiden, ebenso wie Gartenmöbel, die weder nachhaltig sind noch wetter- und sonnenbeständig.(

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Camino del Norte Camino Primitivo Geographisches Geographisches Geographisches Geographisches Via de la Plata

Bäume in Galicien – Espana Verde

Bäume in Galicien – Espana Verde

Camino del Norte, Camino Primitivo, Via de la Plata, Camino Portugues, Camino Frances

Auf den letzten Kilometern des Jakobsweges in Richtung Compostela dominiert in der Landschaft die Farbe Grün. Und das egal, auf welchen Weg man sich dem Wallfahrtsort nähert – Camino frances, Camino Primitivo, Camino del Norte, Via de la Plata, Camino Portugues.

Galicien ist bekannt für die grünen Farbnuancen seiner Landschaften, die insbesondere auf die herrlichen dichten Wälder zurückzuführen sind. Galiciens Waldfläche umfasst ca. 2 Mio Hektar und beherbergt mehr als 1.620 Milliarden Bäume. Nicht umsonst wird es auch „Espana Verde“ genannt. In der Vegetation Galiciens finden sich typische Arten der gemäßigten Regionen und des Mittelmeerraumes, aber als Wald schlechthin gilt der atlantische Wald, der aus Laubbäumen besteht, wobei Eichen überwiegen. An den Flussufern gibt es reichlich Eschen, Erlen und Weidenbäume. An bestimmten Stellen finden wir Unmengen an Eiben, Birken, Lorbeer, Buchen, Stechpalmen, Korkeichen…

Obwohl Wälder immer noch eine wichtige Rolle spielen, nehmen Kiefern- und Eukalyptusplantagen heute einen großen Teil des Territoriums ein. Die Verbindung zwischen natürlichen Wäldern und menschlichen Pflanzungen war schon immer eng, und es gibt viele Arten, die historisch mit der traditionellen Lebensweise der Dörfer verbunden sind, um ihr Holz zu nutzen, ihre Früchte zu essen (Menschen und Vieh) und ihren Schatten zu genießen. Allerdings weisen die Eukalyptusplantagen einige gravierende Probleme auf, auf die unten noch genauer eingegangen wird.

Eiche und Kastanie sind die beiden Baumarten, die am besten die zentrale Rolle der Bäume in der galicischen Gesellschaft repräsentieren. Außerdem haben sie eine starke symbolische Bedeutung, die auch bei Zypressen, Eiben und anderen zu finden ist.

Von Tschubby - Eigenes Werk, Topographischer Hintergrund: NASA Shuttle Radar Topography Mission (public domain). SRTM3 v.2., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116745684

Eiche (carballo)

Auf Galicisch als carballo bekannt, hat die Stieleiche das Leben der Bewohner Galiciens über Jahrhunderte begleitet. Sie kann mehrere hundert Jahre alt werden und eine Höhe von bis zu 40 Metern erreichen. Sie ist fast im ganzen Gebiet verbreitet, obwohl sie im Südosten durch die Eiche (Quercus pyrenaica, auf Galizisch cerquiño oder rebolo) und im Hochland durch die Traubeneiche (Quercus petraea, auf Galizisch carballo albar) ersetzt wird.

Hunderte von Dörfern in Galicien beziehen sich in ihrem Namen auf den carballo. Als Metapher für Stärke besitzt sie eine wichtige Symbolkraft. Vor allem aber war sie in der ländlichen Wirtschaft von großer Bedeutung. Der Baum lieferte nicht nur Holz, seine Frucht (die Eichel) diente auch als Schweinefutter und unter seinen Ästen fanden Vieh und Bauern einen guten Platz im Schatten.

Die carballeiras standen ursprünglich im Zentrum des dörflichen Lebens und waren Schauplatz von Wallfahrten und Viehmärkten. In Santiago de Compostela gibt es zwei bemerkenswerte Exemplare: Santa Susana und San Lourenzo de Trasouto.

Entlang der Straßen können wir viele andere finden: die Carballeiras von Francos und Caldas de Reis auf dem Portugiesischen Weg, die von Santa Irene auf dem Französischen Weg, die von A Barcia und Trasfontao auf der Via de la Plata oder die von A Casa do Gado auf dem Camino del Norte.

 

Kastanie  (Castiñeiro)

Castiñeiro ist der galicische Name für den Kastanienbaum. Man ging davon aus, dass sie von den Römern in diese Gebiete gebracht wurde, aber die neuesten Forschungen legen nahe, dass sie sich schon vor mehr als 20.000 Jahren im Nordwesten der Iberischen Halbinsel ausbreitete. Auf jeden Fall förderten die Römer den Anbau und sorgten für die Verbreitung im gesamten Gebiet. Es ist bekannt, dass die römischen Legionäre den Befehl hatten, Baumfrüchte wie Kastanien und Eicheln auf den Bergen der eroberten Länder zu verteilen, falls in zukünftigen Feldzügen zusätzliche Nahrung für ihre Armeen benötigt wurden.

Es gibt wilde Exemplare in den Wäldern, aber die großflächigen Kastanienbaumgruppen sind Plantagen, die sich meist am Rande der Dörfer befinden, um die Vorteile ihrer Frucht, der Kastanie, zu nutzen. Seit Jahrhunderten spielt sie eine wichtige Rolle in der Ernährung. Die Kastanie wird deshalb oft auch als „Brotbaum“ bezeichnet. Es überrascht nicht, dass die Kartoffel, als sie aus Amerika nach Europa kam, in Galicien castaña da terra genannt wurde.

Die Kastanie ist immer noch von wirtschaftlicher Bedeutung und wird naturbelassen, getrocknet, als Mehl, Sahne oder kandiert (bekannt als “marron glacé”) vermarktet. Baum und Frucht spielen die Hauptrolle in Sprichwörtern, Legenden und Festen, wie dem magosto, bei dem sich im Herbst die Nachbarn aller Dörfer und Ortsteile versammeln, um geröstete Kastanien zu essen.

Auch für die Qualität seines Holzes, das traditionell im Bauwesen verwendet wird, wird dieser Baum sehr geschätzt. Die Kastanie ist einer der am längsten lebenden Bäume Europas. In Galicien gibt es Exemplare, die über 500 Jahre alt sein können. Der größte ist der Pumbariños, in der Gemeinde Manzaneda, mit über 12 Metern Stammumfang. Ganz in der Nähe der Vía de la Plata finden wir in Baños de Molgas den außergewöhnlichen Kastanienbaum von Santa Eufemia mit einem Stammumfang von 10 Metern.

Die Pilger können mit ihren Händen die raue Haut der prächtigen Exemplare berühren, die auf dem Camino wachsen und denen der Lauf der Zeit das Aussehen ehrwürdiger Ältester verliehen hat. Dies ist der Fall bei den Kastanienbäumen von Soutomerille auf dem Camino Primitivo oder dem Kastanienbaum von Ramil (Triacastela) auf dem Französischen Weg, voller Hohlräume und dicker Äste, die den Baum zu umarmen scheinen. Wenn man an diesen mächtigen Bäumen vorbei wandert, wünscht man sich, er könnte einem etwas aus seinem langen Leben erzählen.

In Baamonde (Gemeinde Begonte) steht ein Kastanienbaum mit einer einzigartigen Geschichte: Vor 50 Jahren schloss sich der örtliche Bildhauer Víctor Corral in seinem Stamm ein, um die Fällung des Baumes zur Verbreiterung einer Straße zu verhindern. Er schuf einen kleinen Schrein für die Virgen del Rosario, woraus er den Namen “Castiñeiro da Capela” ableitete. Der Künstler hat weitere Schnitzereien hinzugefügt, wodurch dieser Baum zu einer Referenz auf dem Camino del Norte wurde.

Von tree-species - Flickr [1], CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6502036

Korkeiche (Sobreira)

Die Korkeiche, auf Galizisch sobreira, ist ebenfalls ein Baum, der aufgrund seines Nutzens in der Gesellschaft verwurzelt ist. Aus seiner Rinde wird der Kork gewonnen, der heutzutage zur Herstellung von Weinflaschenverschlüssen und als Isoliermaterial verwendet wird, und früher auch zum Bau von Bienenstöcken, den sogenannten cortizos. (s. Kapitel Korkeiche)

Obwohl sie in anderen Regionen der Iberischen Halbinsel häufiger vorkommt, kann man in der südlichen Hälfte Galiciens kleine Wälder finden, wie z.B. in O Faro (Oia), in der Nähe des Portugiesischen Weges  entlang der Küste, und solche, die an den Ufern der Flüsse Ulla und Arnego stehen.
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Interessant ist, dass es in Galicien große vereinzelte Exemplare gibt. Mehrere von ihnen befinden sich in der Nähe der Vía de la Plata, in einem Gebiet, in dem es Ende des 19. Jahrhunderts eine Weinkorkenfabrik gab. Möglicherweise haben monumentale Exemplare wie die Korkeiche von Siador jahrelang ihre Rinde zu dieser Industrie beigetragen. Mit einem Baumwipfel von mehr als 23 m Durchmesser wurde der Baum schätzungsweise mehr als 100 Mal entkorkt.

 

 

Buche  (faia)

Dank ihrer robusten Größe, ihrer vertikalen Ausrichtung auf bis zu 40 Meter Höhe und der Schönheit der wechselnden Farben ihrer Blätter im Laufe der Jahreszeiten, ist es leicht, sich in die Buche zu verlieben. Auf Galicisch heißt sie faia, und ist ein seltener Baum, der sich auf die Berge von Os Ancares und O Courel beschränkt.

Auf dem Französischen Weg, zwischen O Cebreiro und Alto do Poio, liegt der Faial de Liñares. Es handelt sich um einen der wenigen galicischen Buchenwälder und den einzigen, der von einem Pilgerweg durchquert wird.

Von Alpsdake - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11832595

Esche  (freixo)

Im Galicischen ist dieser Baum als freixo bekannt, der an den Ufern von Flüssen vorkommt, wo er zusammen mit Weiden (salgueiros), Erlen (amieiros) und anderen Bäumen und Sträuchern einen wesentlichen Bestandteil des Auwaldes ausmacht. Im Norden Galiciens gibt es den gewöhnlichen (Fraxinus excelsior) und im Süden den schmalblättrigen Baum (Fraxinus angustifolia).

In den ländlichen Gegenden Galiciens wurde sein hartes Holz zur Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten sowie von Musikinstrumenten verwendet. In Porta, in Sobrado (Camino del Norte) gibt es vier außergewöhnliche Eschen. Die größte von ihnen ist 31 Meter hoch.

 

https://www.monumentaltrees.com/de/esp-fraxinusexcelsior/

Eibe (teixo))

Der typische Wald Galiciens besteht hauptsächlich aus Laubbäumen, aber es gibt auch einige einheimische immergrüne Arten. Keine ist so legendär wie die Eibe (auf Galicisch teixo). Sie wurde an der Tür von Häusern als Symbol des Lebens und in Kirchen und auf Friedhöfen als Symbol des Todes gepflanzt. (s. Kapitel über Eiben)

Alle Teile der Eibe sind giftig, außer der Samenhülle. Römische Historiker weisen darauf hin, dass im Jahr 22 v. Chr. eine Schlacht zwischen den Bewohnern des Nordwestens der Iberischen Halbinsel und den römischen Legionen auf dem Berg Medulio stattfand, wobei der Ort unpräzise ist. Die letzten galicischen Krieger sollen mit einem aus der Eibe gewonnenen Gift Selbstmord begangen haben.

In den Ausläufern der Pena Trevinca, dem höchsten Punkt Galiciens, versteckt sich das Teixedal de Casaio, einer der herausragendsten Eibenwälder Europas. Und in der Nähe der Jakobswege gibt es hundertjährige Exemplare, wie zum Beispiel das in A Fontaneira (in Baleira, am Camino Primitivo), mit einem geschätzten Alter von 500 Jahren oder die beiden Eiben an der Kirche „Iglesia de San Martin“ in Salas  (camino primitivo) mit einem geschätzten Alter von 300 bzw. 500 Jahren (s. Kapitel Das Kloster San Salvador in Canellana und das hübsche Städtchen Salas).

Von Elfo del bosque - Foto propia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2570165

Stechpalme  (Ilex aquifolium)

Dieser immergrüne Strauch, flach, starr und glänzend, ist im Galicischen als acivro bekannt. In vielen europäischen Kulturen wird er mit verschiedenen Winterriten in Verbindung gebracht, was zu seiner Assoziation mit Weihnachten geführt hat. Sie wachsen inmitten von Wäldern und carballeiras überall in Galicien und sind in den östlichen Bergen häufiger anzutreffen, wo sie kleine Wälder wie Cabana Vella, in Os Ancares, bilden können.

Ihre Blätter haben an den Rändern Dornen, diese verschwinden aber meist an den höheren Stellen, die von den pflanzenfressenden Tieren nicht erreicht werden. Normalerweise erreicht sie eine Höhe von 2 bis 5 Metern, obwohl wir im Pazo von Casanova, in O Pino, in der Nähe des Französischen Weges, auf ein 16 Meter hohes Exemplar treffen.

 

Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9360

Der Eukalyptusbaum

Eigentlich wollte ich hier nur kurz auf den Eukalyptusbaum und seine wachsende Bedeutung  in Galicien eingehen, obwohl der Eukalyptus nicht zu den einheimischen Bäumen zählt. Aber bei meinen Recherchen kamen so viele Informationen und Probleme zusammen, so dass ich entschloss, die Problematik der Eukalyptusplantagen in einem eigenen Kapitel darzustellen

Das Image vom „immergrünen Paradies“

Wenn man sich an den herrlichen Wäldern Galiciens erfreut, denkt man vielleicht, Nordspanien war und ist ein immergrünes Paradies. Aber die Vergangenheit erzählt uns eine andere Geschichte. Man vergisst manchmal, dass seit dem Mittelalter der größte Teil der Bergflächen und Küstenregionen baumlos war. Schon die iberischen Könige des Mittelalters nutzten die Wälder rücksichtslos für die Erbauung ihrer Armada, mit der sie die Welt zu erobern gedachten. Für den Schiffsbau wurde aus dem ganzen Land das beste Holz an die Küste transportiert. Die Küstengebirge sind damals schon bald fast alle kahl. Zwar versuchte man zwischenzeitlich den Raubbau am Wald einzudämmen, aber im 18. Jahrhundert wurde zur Staatsfinanzierung fast der gesamte verbliebene staatliche Waldbesitz an Privatbesitzer verkauft. Das erwies sich als großer Fehler. Denn die Privatbesitzer konnten nun ungehindert abholzen, um am Verkauf des Holzes zu verdienen.

So kam es bis ins 20. Jh. zu massiven Eingriffen in die Natur, den man auch jetzt noch erkennen kann. Heute sind in Galicien viele Berggegenden immer noch nur von einer dürren Macchia aus Erika, Ginster und anderen Heidesträuchern begrünt trotz zahlreicher Maßnahmen zur Wiederanpflanzung von vielen Nadel- und Laubbäumen. Denn im 20. Jahrhundert werden in Spanien Forstämter eingerichtet und Gesetze zum Schutz des Waldes erlassen. Denn man hatte festgestellt, dass etwa die Hälfte der Fläche Spaniens stark von Erosion betroffen ist. Ist der Boden abgespült, sind Erdrutsche, Gerölllawinen und Überschwemmungen die Folge. Einen wirksamen Schutz gegen die Erosionsgefahr kann nur eine dichte Pflanzendecke bieten, am besten durch Wälder. Die teilweise Aufforstung mit schnellwachsenden Bäumen ua. Pappeln, Kiefern und Eukalyptus, die auch ökonomisch besser verwertbar sind, stößt dabei auf ein sehr geteiltes Echo. Die Befürworter argumentieren, dass, hätte man an vielen dieser brachliegenden Landschaften nicht Eukalyptus oder Kiefern angebaut, würden sie noch immer brachliegen mit der Gefahr von Bodenerosion. Einige der Gegenargumente findet ihr im Kapitel „Die Problematik der Eukalyptusplangen“.

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