Hondarribia gehört zum historischen Territorium Gipuzkoas, einer der spanischen baskischen Provinzen. Die Hafenstadt liegt nordwestlich von Irun an der Mündung des Flusses Bidasoa, der hier die Grenze zu Frankreich bildet. Auf der anderen Seite der Flussmündung liegt die französische Stadt Hendaye. Vom Meeresbucht Txingudi aus hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und auf die Nachbarortschaft Hendaia im Hintergrund. Spektakulär ist auch der kleine Flughafen, dessen Start- und Landebahnen direkt am Meer liegen, so dass der Anflug/Abflug über das Meer erfolgt!
Die Burganlage, in der Altstadt mit Blick zur Mündung des Flusses Bidasoa liegend, wurde im 10. Jahrhundert von Sancho II., König von Navarra, in den frühen Tagen der christlichen Rückeroberung erbaut. Der mächtige Kalif Al-Mansur stellte damals eine ständige Bedrohung für die Gegend dar, aber König Sancho Abarca und die Burg von Hondarribia blieben verschont, weil der König dem Kalifen eine seiner Töchter zur Frau gegeben hatte – das gab es schon immer Vorteile, wenn man „alles in der Familie behält!“ Eigentlich ist ja die Heirat zwischen einem Muslim und einer Christin verboten, aber die Realität sah oft anders aus. Außerdem war es durchaus typisch für die damalige Zeit, dass es trotz der Auseinandersetzungen auch zahlreiche Kooperationen zwischen Christen und Mauren gab. (s. auch die Kapitel Islamisierung Spaniens und Reconquista)
Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert von Kaiser Karl V. umgebaut. Die fensterlose Fassade zum Platz (Plaza de Armas) vor der Burg entstand in dieser Zeit. Nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen wurde 1968 von General Franco in der Burg der Parador „El Emperador“, ein Vier-Sterne-Hotel, eingeweiht. Die Mauern der Säle und die Gänge sind mit Hellebarden, Schwertern und Wandteppichen geschmückt
Bemerkenswert ist der historische, von einer komplett erhaltenen Stadtmauer umgebene Altstadtkern mit seinen im baskischen Stil errichteten Herrenhäuser aus der Zeit der Renaissance und des Barocks, der zum historischen Ensemble erklärt wurde. Die Calle mayor mit der großen Barockfassade des Rathauses (18. Jahrhundert) und die Plaza de Guipuzcoa sind hier besonders merkenswert ebenso wie die Burganlage am Rande der zentralen Arma Plaza. In der Umgebung liegt die Pfarrkirche Santa María de la Asunción. Sie wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und hat einen barocken Turm aus dem 18. Jahrhundert.
Außerhalb der Stadtmauern liegt der vermutlich älteste Stadtteil, La Marina, ein pittoreskes Fischerviertel mit seinen alten, farbenfrohen und blumengeschmückten Fischerhäusern. Besonders beliebt ist das Sträßchen San Pedro Kalea mit zahlreichen Restaurants und Tapas-Bars.