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Dürre in der Extremadura – ein ernstes Problem

Dürre in der Extremadura – ein ernstes Problem

Via de la Plata

Die andauernde Trockenheit in Spanien macht sich besonders in der Region Extremadura bemerkbar. 

So sind zum einen die Ibérico-Schweine – und damit die Produktion des beliebten Iberischen Schinkens – in Gefahr. Durch die hohen Temperaturen und die Wasserknappheit tragen die Steineichen bis zu 25 Prozent weniger Früchte – allerdings sind die Eicheln zur Mast der Schweine für den sogenannten “Bellota-Schinken” ein Muss (s. auch den Artikel Das berühmte Ibero-Schein).

Eine Prognose des “Verbands der iberischen Schweine” geht davon aus, dass im Vergleich zum Vorjahr 20 Prozent weniger von den mit Eicheln gemästeten Schweinen geschlachtet werden können. Anders ausgedrückt: es wird rund 150.000 Tiere weniger geben, die die Qualitätsanforderungen für den beliebten Schinken erfüllen. In vier Jahren wird der Schinken wohl teurer und seltener werden.

 

Außerdem drohen bei der Getreideernte massive Ausfälle auf Grund der Dürre.

„Den Leuten ist nicht wirklich klar, wie schlimm die Lage ist. Alte Bauern erzählen mir von üblen Dürreperioden, in den 1930er Jahren zum Beispiel. Aber sie sagen, selbst damals gab es noch irgendetwas zu ernten. Dieses Jahr könnte das erste sein, in dem sie absolut gar nichts vom Feld holen“. Daniel Trenado ist Jungbauer und Biologe unweit von Badajoz in der Extremadura im Südwesten Spaniens. „Ich baue Gerste, Roggen, Erbsen an, das meiste ist als Viehfutter gedacht. Doch die Triebe sind fast alle vertrocknet, ich brauche die Erntemaschine nicht mal aus der Garage zu holen“. Die Getreideernte in Spanien scheint 2023 großenteils verloren, in der Extremadura, in Andalusien und in Castilla-La Mancha, in drei weiteren Regionen wird sie stark beeinträchtigt sein. Und das just in einem Jahr, da viele Landwirte wegen der Ukraine-Krise wieder auf Getreide und Sonnenblumen umstellten, weil sich da ein Markt auftat.

Eine weitere Gefahr, die momentan intensiv im Süden Andalusiens auftritt, aber wohl auch bald die Extremadura erreichen könnte, ist eine Raupe. Die chronische Dürre macht die Korkeichen anfälliger für Plagen und in Andalusien werden die Korkeichen gerade von einem Schmetterling – heimgesucht, dessen Raupen die Bäume zerfressen und absterben lassen. Der Übeltäter heißt lymantria dispar auf Latein, auf Spanisch lagarta peluda (behaarte Eidechse), auf Deutsch Schwammspinner. Er hat sich über Asien und Nordafrika schon vor Jahrzehnten auch in Südeuropa ausgebreitet, Trockenheit und höhere Temperaturen halfen ihm dabei. Die Raupen des Schwammspinners stürzen sich auf jeden Trieb und jedes Blatt, dadurch stellen die Korkeichen aus Notwehr das Wachstum der Rinde ein, es gibt dann auch keine Eicheln mehr. Der Baum stirbt. Momentan ist vor allem der Naturpark Los Alcornocales 40 km in der Region Cadiz betroffen rund 40 km in westlicher Richtung von der Casta del Sol entfernt. Man befürchtet, dass nur mit einer chemischen Keule die Ausbreitung der Raupe verhindert werden kann, was weitere Auswirkungen auf andere Insekten, sprich ihre Vernichtung, zur Folge haben könnte.

 

Foto: Entomologie (WSL)
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Dürre in Spanien – ein großes Problem heute und in Zukunft!

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Jakobswege in Spanien

Die Situation 2023

Der staatliche meteorologische Dienst hat gerade die Daten für Spanien für den vergangenen Monat veröffentlicht: Der April 2023 war der heißeste April, seitdem seit 1961 in Spanien darüber Buch geführt wird. Der Spitzenwert wurde am 27. April in Córdoba gemessen: 38,8 Grad. Das sind August-Temperaturen. Und die Niederschlagsmenge lag bei weniger als einem Viertel eines gewöhnlichen Aprils. Seit Februar regnete es in ganz Spanien kaum noch, mit einigen wenigen Ausnahmen wie Galicien und den östlichen Kanarischen Inseln. Die Klimakrise ist ganz akut zu spüren.

Akkumulierte Niederschläge in Spanien vom 1. Januar bis 8. Mai 2023 in Prozent zum Mittel der vergangenen 20 Jahre. © Aemethttps://www.costanachrichten.com/spanien/politik-wirtschaft/duerre-spanien-wassermangel-investitionen-hilfen-landwirtschaft-bauern-hitze-sommer-2023-92270351.html

Wenn es nur ein trockenes Frühjahr gewesen wäre! Das Problem ist, dass die Trockenheit schon auf ein Jahr mit sehr wenig Regen und hohen Temperaturen folgt.

Andalusien ist nicht die einzige von der Dürre geplagte Region in Spanien: Katalonien, Teile Aragóns, Murcia, die Extremadura, fast die gesamte Mancha sowie Teile beider Kastiliens, ländliche Bereiche der Hauptstadtregion Madrid, sogar der Süden von Asturien und Kantabrien sowie der Süden und das Hinterland der Region Valencia gehören auch dazu, über die Hälfte des Territorium des Landes. Das gleiche gilt übrigens auch für den Nachbarn Portugal, wo gerade für 40 Prozent des Landes der Dürre-Notstand ausgerufen wurde.

Die Wasserspeicher in Spanien, Stauseen und für Trinkwasser geeignete Flüsse sind nur zu 48 Prozent gefüllt, nochmals mehrere Punkte unter dem Stand des Vorjahres und der nasse Norden dabei bereits eingeschlossen. Der größte Stausee Spaniens, La Serena im Süden der westspanischen Extremadura, ist zu 17 Prozent gefüllt, der zweitgrößte, Alcántara im Norden derselben Region, noch zu 77 Prozent.

Die Abwärtstendenz bei den Regenmengen, zunehmende Verdunstung durch erhöhte Temperaturen, gleichbleibende Verschwendung und mehr Bedarf für Landwirtschaft und Tourismus – die zusammen rund 80 Prozent des Wassers verbrauchen – bringen Spaniens Trinkwasser-Kreislauf an den Rand eines Infarkts. Kompetenzwirrwarr und Investitionsstau verschlimmern die Lage. Das ist u.a. dem Umstand geschuldet, dass z.B. die Andalusier über die Jahre hunderte Millionen Euro Investitionsabgaben über ihre Wasserrechnungen angespart haben, die aber nicht zweckbestimmt eingesetzt wurden. Den Problemen der Klimakrise muss schnellst möglich entgegengetreten werden.

 

Durchschnittliche Sonnenstunden in Spanien, April der letzten 40 Jahre. © Aemet/Eumetsathttps://www.costanachrichten.com/spanien/politik-wirtschaft/duerre-spanien-wassermangel-investitionen-hilfen-landwirtschaft-bauern-hitze-sommer-2023-92270351.html
Situation im Jahr 2023 An vielen Orten in Spanien sind Stauseen fast oder ganz ausgetrocknet, in manchen Regionen müssen Dörfer aus Tanklastern mit Trinkwasser versorgt werden. © JORGE GUERRERO / AFP

Die Situation im Sommer 2025

Spanien stöhnt nach der Hitzewelle im Juni unter der zweiten Hitzewelle des Sommers. Die Temperaturen klettern zum Teil deutlich über 40 Grad.

Die neue Hitzewelle trifft Spanien mit voller Wucht: Bereits am Montag wurden in vielen Teilen des Zentrums, Südens und Westens des Landes Temperaturen über 40 Grad erreicht. In 12 der insgesamt 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften rief AEMET Warnstufen aus. In Andalusien, Madrid, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Galicien galt die zweithöchste Alarmstufe Orange.

Eine offizielle Hitzewelle des staatlichen, spanischen Wetterdienstes wird dann verhängt, wenn die Temperaturen mehr als drei Tage deutlich über dem langjährigen Mittel liegen, gesundheitsgefährdende Spitzenwerte erreicht werden und mehr als nur eine Region betroffen ist. Gewarnt wird nicht, um „Panik zu verbreiten“ oder einer „Klimaagenda“ zu folgen, sondern um Kinder, ältere und kranke Menschen vor Hitzeschlägen und anderen Gesundheitsrisiken zu schützen, aber auch, um Veranstaltungen, Exkursionen etc. sicher planen zu können. Nicht zuletzt werden bei Hitzewellen auch gewisse Protokolle in Gang gesetzt, wie „Kühlinseln“ in Städten eröffnet oder die Waldbrandwarnstufe erhöht.

August 2025 Situation noch nicht ganz unter Kontrolle

Der Einfluss des Klimawandels auf die Dürrevorhersage
Der Klimawandel dominiert weiterhin die Agenda bei Dürreprognosen.Der globale Trend deutet auf eine Zunahme extremer Ereignisse hin, darunter intensivere und länger anhaltende Dürren sowie Hitzewellen, die jedes Jahr neue Temperaturrekorde brechen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich die Häufigkeit sogenannter „planetarer Wellen“ – atmosphärischer Muster, die Regenfälle wochenlang blockieren können – seit den 50er Jahren verdreifacht hat. Dies trägt dazu bei, dass in manchen Regionen Sommer mit anhaltend geringen Niederschlägen auftreten, während andere in kurzen Zeiträumen intensive Niederschläge verzeichnen, was das Überschwemmungsrisiko erhöht. Die Flutkatastrophe in Valencia, Andalusien und Murcia im Oktober 2024 sind uns noch gut in Erinnerung!

Die Schwierigkeit, diese Phänomene vorherzusagen, bleibt eine Herausforderung für Meteorologen, da Faktoren wie atmosphärische Instabilität oder der Einfluss globaler Phänomene wie El Niño können die erwarteten Muster völlig verändern.Eine kontinuierliche Überwachung und laufende Modellaktualisierungen sind unerlässlich, um unerwünschte Ereignisse vorherzusehen und sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Lösungsansätze

Weitere 1,6 Milliarden Euro will Sánchez bis 2026 an die Autonomen Gemeinschaften (Länder) überweisen, für den Ausbau und die Verfeinerung der Aufbereitung von Trinkwasser, das Auffangen von Regenwasser, Projekte der Effizienz, Digitalisierung, Reparatur von Leitungsnetzen sowie den Bau sogenannter „Wasserautobahnen“ von einem Stausee zum anderen, um Defizite untereinander ausgleichen zu können. Außerdem sind Maßnahmen wie die Meerwasserentsalzung und die vermehrte Nutzung von geklärtem Brauchwasser geplant. Zusätzliche 2,15 Milliarden Euro verspricht Sánchez für die Modernisierung der Bewässerungssysteme und Bewässerungsmethoden in der Landwirtschaft, wobei hier auch Know How aus Kalifornien, Israel und von der Arabischen Halbinsel eingesetzt werden soll, die schon lange gute Anbauergebnisse unter widrigen klimatischen Bedingungen erzielen, – allerdings auch mit den richtigen Pflanzen.

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Geographisches Geographisches Via Podiensis

Armagnac – der ältere Bruder des Cognac

Armagnac – der ältere Bruder des Cognac

Via Podiensis

Geschichte und Herkunft

Auf der Via Podiensis kommen wir auch durch das Baise-Armagnac zur Stadt Condom, die auch häufig Condom-en-Armagnac genannt wird, und in der Region liegt, in der der berühmte Armagnac hergestellt wird.

Armagnac wird oft als kleiner Bruder der berühmteren Cognac bezeichnet. Allerdings reicht die Cognac-Herstellung nur in das 17. Jahrhundert zurück. Das Brennen von Armagnac hingegen wurde bereits 1461 urkundlich erwähnt, als im Gebiet des heutigen Département Landes eine Brennerei seine Erzeugung genehmigt wurde. Ab 1909 ist der Armagnac als geschützte Herkunftsbezeichnung mit AOC (Appellation d´origine controlée) eingetragen.

Für diese frühe Kultur der Branntweinherstellung waren drei Kulturkreise verantwortlich: die Römer mit ihren Weinbaukenntnissen, die Gallier mit ihrer Handwerkskunst der Fassherstellung und die Mauren mit der Destillationstechnik. Zu dieser Zeit wurde Armagnac noch als Medizin verwendet und hauptsächlich schmerzlindernd und desinfizierend eingesetzt. Der Name des Weinbrands leitet sich von seiner Ursprungsregion ab, der alten Grafschaft Armagnac.

Das Anbaugebiet für Weintrauben, die zur Armagnac-Produktion genutzt werden, ist auf rund 15.000 Hektar begrenzt. Es umfasst Teile der Departements Gers, Landes und Lot-et-Garonne. Das Gebiet wird dabei in drei weitere Bereiche unterteilt, anhand derer die Lage der Weinberge bezeichnet wird:

  • Bas-Armagnac (niedriges Armagnac)
  • Haut-Armagnac (hohes Armagnac)
  • Armagnac-Ténarèze
https://gentlemans-attitude.de/genuss/armagnac/

Herstellung und Kategorien

Der Wein wird in kupfernen, geschlossenen Brennblasen durch einen einzigen Brennvorgang destilliert. Hierin besteht der Unterschied zum Cognac, der nach der Methode der Destillation Charentaise zweimal in aufeinanderfolgenden Durchgängen gebrannt wird.

Bei der Méthode Armagnac werden dagegen Rohbrand und Feinbrand in einem einzigen Brennprozess kombiniert. 

Die Lagerung erfolgt in Fässern mit 225 bis 420 Liter Inhalt, die aus der typischen Gascogner Schwarzen Eiche hergestellt werden. Für die Fertigung der Holzfässer aus der Steineiche der Gascogne wird das Holz sechs Jahre lang gelagert, bevor es verarbeitet wird. Im Gegensatz zu den oft uralten Cognac-Fässern, die immer wieder neu eingesetzt werden, benutzt man für den Armagnac für jede Ernte neue Fässer. Dieses Holz verleiht dem Branntwein sein unverwechselbares Bukett und seine typische Bernsteinfarbe.

Sobald der Armagnac das richtige Alter – mindestens ein Jahr, in der Regel sechs bis acht Jahre – erreicht hat, wird er in die traditionelle bauchige Flasche mit dem langen Hals – ähnlich einem fränkischen Bocksbeutel – abgefüllt.

Beim Armagnac ist seit 2010 die Einteilung in vier Kategorien gebräuchlich:

(1) V.S./*** (Very Special/trois étoiles, drei Sterne),

(2) V.S.O.P (Very superior old pale),

(3) X.O./Hors d’Âge (Extra Old/extra alt) sowie

(4) Millésime.

Armagnacs der Kategorie (1) sind am jüngsten und mindestens ein Jahr lang im Eichenfass gereift, die Klasse (2) verspricht mindestens vier Jahre, die Klasse (3) mindestens 10 Jahre Reifung. Bei Blends (Verschnitten) wird die Kategorie anhand des jüngsten enthaltenen Bestandteils des fertigen Armagnacs bestimmt. Die Bezeichnung Millésine kennzeichnet hingegen, dass der Armagnac aus Weinen eines einzigen Jahrgangs gebrannt wurde, was aber relativ selten vorkommt.

Von <a href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Jibi44" title="User:Jibi44">Jibi44</a> - <span class="int-own-work" lang="de">Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

Prestigeproblem

Die hohe Qualität, die handwerklich einwandfreie Herstellung, die strenge Reglementierung, der Export in immerhin 132 Länder und die im Gegensatz zu Cognac deutlich geringere Produktionsmenge würden den Armagnac eigentlich zu einem begehrten Luxusprodukt prädestinieren, tatsächlich aber leidet er seit den Nachkriegsjahren unter deutlichen Prestigeproblemen. Damals war er besonders begehrt und verzeichnete eine extrem hohe Nachfrage, was schließlich zu einem Verfall der Qualität, zu einem Ruin des Images und im Bewusstsein der Verbraucher dazu führte, Armagnac als kleinen oder schlechteren Cognac anzusehen – eine Ansicht, die teilweise noch heute vorherrscht.

 

Wie trinkt man ihn am besten?

  1. Als Digestif am Ende einer Mahlzeit

Die alten Armagnacs werden meistens als Verdauungsschnaps nach einer Mahlzeit pur getrunken.
Es wird empfohlen, ihn bei Raumtemperatur zu trinken, vorzugsweise aus einem kleinen Glas (6 bis 9 cl), das nach oben hin leicht geschlossen ist, damit sich die Aromen unten im Glas konzentrieren. Sie können das Glas auch in der Hand wärmen, damit sich die Aromen voll entfalten.

  1. Frappé

Die weißen Armagnacs oder Hauts-Armagnacs können wie alle weißen Schnäpse pur getrunken werden: Stellen Sie die Flasche vor dem Servieren kurz in den Kühlschrank oder servieren Sie ihn im Glas „on the rocks‟ (mit Eiswürfeln).

  1. Als Longdrink

Man kann die Armagnacs auch als Longdring trinken. Dazu werden sie mit stillem oder kohlensäurehaltigem Wasser, einem Softdrink oder Fruchtsaft zum Cocktail verlängert.

 

  1. Was ich schon von meinen Eltern kannte und auch selber liebe ist „Pflaumen in Armagnac“. Hmm welch ein Genuss! Man kann ihn auch selber machen:

2 Kilo Pflaumen waschen, entsteinen und vierteln, mit 400 Gramm Kandis in einem Glas schichten und mit einer Flasche Armagnac übergießen und verschließen. Mindestens 8 Wochen durchziehen lassen, als Likör anbieten—-aber viel besser: nach einem deftigen Essen über Walnußeis servieren.

 

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Geographisches Geographisches Via Podiensis

Jakobswege in Frankreich – Pèlerinages de Saint-Jaques de Compostelle

Jakobswege in Frankreich – Pèlerinages de Saint-Jaques de Compostelle

Als Wege der Jakobspilger gelten in Frankreich lediglich die vier Hauptwege,

  • Via Turonensis
  • Via Lemovicensis
  • Via Podiensis
  • Via Tolosana

die bereits im 12. Jh. im Pilgerführer Erwähnung gefunden haben.

 

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ways_of_St._James_in_Europe.png

Die Via Turonensis, benannt nach der Stadt Tours, ist der nördlichste und längste der vier historischen Jakobswege in Frankreich. Ursprünglich begann der Weg in Orléans, heute gilt Paris als Startpunkt. Der Verlauf entspricht weitgehend dem Fernwanderweg GR 655. Zwischen Paris und Tours gibt es zwei Varianten. Die östliche Route führt über Orléans, die westliche über Chartres.

Die Via Turonensis führt von Paris durch Orléans, Tours, Poitiers und Bordeaux nach Ostabat in der Nähe der spanischen Grenze. Hier vereingt sich die Via Turonensis mit den nördlicher verlaufenden Pilgerwegen Via Podiensis und Via Lemovicensis vereinigt.

 

Von GIRAUD Patrick - Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=949405 Orleans

Die Via Lemovicensis verläuft über Limoges, daher der Name, der Versammlungs- und Startort ist jedoch Vézelay mit seiner Abtei de la Madeleine.

Auf seinem ersten Stück hat dieser Jakobsweg zwei Varianten: die eine nördlich über La Charité-sur-Loire mit der Kirche Notre-DameBourges und Châteauroux, südlich die, die über NeversChâteaumeillant und die Stiftskirche von Neuvy-Saint-Sépulchre führt. Beide vereinigen sich in Gargilesse-Dampierre an der Creuse.

Von dort führt die Via Lemovicensis südwestlich über Saint-Léonard-de-Noblat, Limoges und Périgueux. Bei Sainte-Foy-la-Grande überquert sie die Dordogne, in La Réole die Gironde, und an der Abtei Saint-Sever die Adour. Im baskischen Ostabat trifft sie auf die Via Turonensis (von Paris kommend) und die Via Podiensis (von Le Puy-en-Velay kommend).

Vezelay Von Nikater - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8543134

Die Via Podiensis ( via = Weg, podium = Le Puy (dt. ‚Bergkuppe‘))deckt sich heute im Wesentlichen mit dem Fernwanderweg GR65.

Ausgangspunkt der Via Podiensis ist die Kathedrale Notre-Dame von Le Puy-en-Velay in der Auvergne. Sie führt zunächst über das Zentralmassiv zur Abtei von Aubrac, im Gemeindegebiet von Saint-Chély-d’Aubrac, und erreicht dann die Klosterkirche Sainte-Foy in Conques. Nächstes wichtiges Ziel ist die Benediktiner-Abtei von Figeac. Mit einem Abstecher kann man von dort aus das etwas nördlich liegende Rocamadour mit den Überresten des heiligen Amadour besuchen.

Der Weg folgt dem Lot bis nach Cahors, wo er sich nach Süden wendet. Weitere Klöster am Weg waren in Moissac und La Romieu. In der Gascogne werden Condom und Aire-sur-l’Adour durchquert. Südlich der Gave de Pau geht es in die Pyrenäen nach Ostabat, wo sich die Via Podiensis mit den nördlicher verlaufenden Pilgerwegen Via Turonensis und Via Lemovicensis vereinigt. Hinter Saint-Jean-Pied-de-Port überquert sie die Grenze nach Spanien am Col de Roncevaux.  

Le Puy en Velay Von PMRMaeyaert - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16758296

Via Tolosana (frz. voie toulousaine) ist der lateinische Name des südlichsten der vier Jakobswege in Frankreich.

Er berührt Toulouse, hat aber seinen Sammelpunkt und Beginn in Arles, und überquert die Pyrenäen am Col du Somport. Auf spanischer Seite heißt er Camino Aragonés bis nach Puente la Reina, wo er auf den Camino Navarro trifft, der nichts anderes ist als die Fortsetzung der drei übrigen französischen Jakobswege. Ab hier heißt der Weg dann Camino francés.

Der auch als Voie d’Arles bekannte Jakobsweg beginnt in Arles in der Provence, führt über Montpellier zu den Ausläufern der Cevennen und längs des Canal du Midi nach Toulouse.

Dann verläuft die Route durch die sanfte Hügellandschaft der Gascogne und das grüne Pyrenäenvorland im Département Béarn zum Pyrenäenübergang auf dem Somport Pass auf 1632 m Höhe. Hier findet der zuletzt alpine Wanderweg Anschluss an den spanischen Camino Aragones, der nahe Pamplona auf den Camino Francés mündet.

Toulouse Von Didier Descouens - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61571986
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Las Bardenas Reales – eine Landschaft vom anderen Stern

Las Bardenas Reales – eine Landschaft vom anderen Stern

Er ist ein fantastisches Kunstwerk der Natur: der Las Bardenas Reales Nationalpark in Navarra 100 km südlich von Pamplona. Die bizarren Formationen aus ockerfarbigem Kreide- und Tongestein, die über Millionen von Jahren durch Erosion entstanden sind, faszinieren immer wieder aufs Neue.

Wir kommen leider am Jakobsweg hier nicht direkt vorbei, aber wer vielleicht  ein wenig Zeit in Pamplona hat, der könnte sich diesen Ausflug wirklich überlegen.

Las Bardenas Reales ist eine Halbwüste, die eine Fläche von 415 qkm umfasst. Charakteristisch für die Bardenas Reales ist eine bizarre Landschaft aus großenteils ockerfarbigem Lehm. Dieser ist das Sediment eines urzeitlichen Meeres, das durch tektonische Hebung der Iberischen Platte verlandete. Neben dem Lehm finden sich auch härtere Sandstein- und Kalksteinschichten. Durch den Abfluss von Wasser aus den Pyrenäen in das Mittelmeer erodierten die Sedimentschichten in unterschiedlicher Weise. So bildeten sich die typischen Barrancos (ausgetrocknete Flussbetten) und bizarren Bergformen heraus.

Der größte Teil der Bardenas Reales ist seit 1999 als Naturpark geschützt und 2000 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt worden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales#/media/Datei:LaPisquerra.jpg

Vielleicht wird Ihnen das alles auch irgendwie bekannt vorkommen. Das mag daran liegen, dass die Bardenas Reales schon mehrfach die Kulisse für bekannte Film- und Fernsehproduktionen gestellt haben. Serien wie „Game of Thrones“ und Filme wie „The Counselor“ oder „Die Welt ist nicht genug spielen“ teilweise in dieser Landschaft. Aber keine Angst: Drachen brauchen Sie nicht zu befürchten. Dafür kann man über 20 verschiedene Vogelartenbeobachten, die in den Lüften der Bardenas ihre Runden drehen, wie der Königsuhu, der Schmutz- oder der Gänsegeier.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales#/media/Datei:Bardeak.jpg

Wer Spaß an Legenden hat, hier eine, in der die las Bardenas Reales eine Rolle spielen:

 

Die Legende von Sanchicorrota:

Sancho de Rota oder Sanchicorrota war bekannt als der König von Bardenas, der „Robin Hood“ in dieser Gegend. Er war auf der Flucht vor der Justiz und verbarg sich in seiner Schutzhütte, mitten in den wüstenhaften Landschaften der Hochebenen und vom Wasser und Wind geformten Schluchten. Dieses Gebäude auf einem Berg in der Nähe von Piskerra trägt heute seinen Namen. Es heißt, der Bandit bestahl die Reichen und gab seine Beute den weniger Begünstigten, aber es gibt auch Geschichten, nach denen er nicht wirklich so gütig war. Darin soll er zunächst als Müller tätig gewesen sein. Dann aber nach einem Streit, in dem er seinen Nachbar tötete, hat er sich Straßenräubern anschlossen, die in diesem verlassenen Gebiet zahlreiche Verstecke fanden.

Nachdem er jahrelang die Wache von König Juan II. von Aragon überlistet hatte, wurde er der Legende nach in die Enge getrieben und beendete 1452 mit dem Dolch sein Leben, bevor sie ihn erwischten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bardenas_Reales#/media/Datei:Bardena_Blanca.JPG
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Die Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos sind eine Reihe von Konglomerat-Felsformationen in der Gemeinde Las Peñas de Riglos in der Comarca Hoya de Huesca in Aragon, Spanien. Sie befinden sich in der Nähe von Las Peñas de Riglos, etwa 45 km nordwestlich der Stadt Huesca.

 

https://es.wikipedia.org/wiki/Mallos_de_Riglos

Durch die Erosion ergeben sich am Fuß der Pyrenäen interessante Formationen. Ein Beispiel sind die Mallos de Riglos. Sie entstanden als erodiertes Material von den Hängen der Pyrenäen abgewaschen und durch Kalkstein zusammengeklebt wurde. Im Laufe der Zeit wurde diese Mischung zu einer Masse von Konglomerationsgestein verdichtet. Schließlich verschleiste die Erosion die weicheren, poröseren Teile des Konglomerats. Das widerstandsfähigere Gestein blieb erhalten und wurde zu den als Mallos de Riglos bekannten Formationen.

Die Mallos de Riglos und die Burg Loarre liegen nicht unmittelbar am Jakobsweg, doch wenn man genug Zeit hat, sind sie auf jeden Fall einen Abstecher wert.

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Die Pyrenäen – wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

Die Pyrenäen - wilde Berge zwischen Frankreich und Spanien

Die Pyrenäen sind ein Faltengebirge an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, wobei die Grenze meist auf dem Gebirgskamm verläuft. Dabei liegen zwei Drittel der Fläche in Spanien, ein Drittel in Frankreich. Das Gebirge erstreckt sich über 430 km von der Atlantikküste (Golf von Biscaja) bis zum Mittelmeer (Golf de Roses).

Geographisch lassen sich die Pyrenäen in verschiedene, klimatisch und räumlich abgegrenzte Regionen einteilen. Im Westen sind die Pyrenäen relativ flach und gehen in das Kantabrische Gebirge über. So gibt es die westlichen Küstengebiete am Atlantik mit den Städten Biarritz und Bayonne auf französischer und San Sebastian auf spanischer Seite, sozusagen die baskische Küste als Gesamtgebiet, denn das Baskenland ist ja grenzübergreifend. Im Osten grenzt das Gebirge an das Mittelmeer ungefähr bei Perpignan. Im östlichen Teil an der Küste haben sie noch mittelgebirgsähnlichen Charakter, doch dann steigen sie nach knapp 50 km schon auf fast 3000 m Höhe an.

https://www.easyvoyage.de/spanien/die-tierwelt-der-pyrenaeen-4167

Im Zentrum befinden sich die Haute Pyrenees, auf französischer Seite um Tarbes, Garvanie und Lourdes und auf spanischer Seite die Pyrenäen von Aragon mit den höchsten Gipfeln des Gebirges und den beiden spanischen Nationalparks. Mittig liegt der Kleinstaat Andorra, eingebettet zwischen Frankreich und Spanien. Das zentrale Gebirge zwischen dem Col de Puymorens und dem Col du Somport ist der höchste und wildeste Abschnitt der Pyrenäen. Mit dem Pico d´Aneto auf spanischer Seite erreichen sie auf 3404 m ihre größte Höhe. Aber es gibt weitere 200 Berge, die eine Höhe über 3000 m besitzen. Einige sind noch vergletschert. Sie haben allerdings schon viel der einstigen Größe verloren.

Die von Osten nach Westen verlaufende Pyrenäen-Kette entstand aufgrund der Kontinental-kollision zwischen dem Mikrokontinent Iberia und dem südwestlichen Ausläufer der Eurasischen Platte (Südfrankreich). Die Annäherung der beiden Kontinente erfolgte während des Känozoikums im Zusammenhang mit der großen alpidischen Orogenese (Gebirgsbildung) ab dem Beginn der Oberkreide (Albium/Cenomanium) vor rund 100 Millionen Jahren und führte im Verlauf des Paläogens (Eozän/Oligozän) zwischen 55 und 25 Millionen Jahren zur Heraushebung des Gebirges. Seit diesem Zeitpunkt unterliegt es neben isostatischen Ausgleichsbewegungen hauptsächlich starker Erosion. Man kann also sagen, die Pyrenäen sind ein echter Grenzfall: Hier endet Europa – und beginnt Afrika. Zumindest für die Geologen – denn hier knallt unsere Kontinental-Platte an das afrikanische Schild. Das Urgestein wurde hochgeschoben, geknickt, gefaltet – schroff und steil zum Felsriegel der Pyrenäen.

Im Pyrenäenraum gibt es drei Nationalparks. In Frankreich ist es der “Französische Pyrenäen Nationalpark oder Parc National de Pyrenees”. Er umfasst das Gebiet zwischen dem Valle d’ Aspee und dem Valle d’ Aure. Dieser Park zieht sich über immerhin fast 100 km an der spanischen Grenze entlang. Das Highlight ist dabei der berühmte Cirque de Garvanie. einer von drei Felskesseln. Er hat einen Durchmesser von 2 km und die ihn umgebenden Berge ragen mehr als 1500 m über den Rand des Kessels auf. Von einer fast senkrechten Felswand stürzen die Gavarnie-Fälle herab, die zu den höchsten Wasserfällen Europas zählen. Sie sind als Weltkulturerbe eingestuft.

Der bekanntere der beiden spanischen Nationalparks ist der Ordesa Nationalpark, mit zahlreichen imposanten Schluchten und Wasserfällen. Man nennt ihn auch Parque National de Ordesa y Monte Perdido nach dem höchsten Berg der Region, dem Monte Perdido (verlorener Berg), der mit 3355 Metern der dritthöchste Berg der gesamten Pyrenäen ist. Weiter östlich, ebenfalls auf spanischem Boden, befindet sich der Nationalpark Aigüestortes mit seiner schier unglaublichen Vielzahl an Flüssen, Seen und Wasserfällen. 

 

Flora und Fauna

Im Pyrenäengebiet wachsen über 3300 verschiedene Pflanzenarten, 150 davon sind endemisch. Endemisch bedeutet das ausschließliche Vorkommen von Pflanzen oder Tieren in einem begrenzten Gebiet. Einige besonders schöne Blumenarten sind Pyrenäen-Hahnenfuß, Narzisse, Schwertlilie und auch Enzian. Unter den endemischen Pflanzen gibt es die Pyrenäen-Lilie und den Pyrenäen-Felsenteller sowie spezielle Arten von Astern, Glockenblumen, Ginster und Ramondia.

 

Unter den zahlreichen Tierarten besonders hervorzuheben ist der Braunbär. Das heute seltene Tier (von dem es in den Pyrenäen nur noch 20 bis 25 Exemplare gibt, weitere leben im kantabrischen Gebirge) war in den vergangenen Jahrhunderten in dieser Gegend ausgesprochen zahlreich vertreten. 2004 war die letzte Bärin Frankreichs von der angeblich verirrten Kugel eines Wildschwein-Jägers getötet worden. Der Nachschub aus Slowenien, fünf Tier und genetisch dem Pyrenäenbär sehr ähnlich, hat sich so gut eingelebt, dass heute rund 40 Bären in den Départements Pyrénées-Atlantiques, Hautes-Pyrénées, Haute-Garonne und Ariège leben.

Natürlich trifft man in den Pyrenäen auch noch andere Säugetierarten an, so zum Beispiel Gämsen, Rehe, Wildziegen, Wölfe, Füchse, Eichhörnchen, Wildschweine und etwa 40 Arten von Kleinsäugern. Es kommen unzählige Vogelfamilien vor, darunter Greifvögel (Eulen, Bussarde, Adler und Falken) sowie Aasfresser wie Aas- und Schmutzgeier. Die Könige unter den Vögeln sind hier jedoch der Königsadler und der Bartgeier. Die Kolonien, die letzterer in den Pyrenäen gebildet hat, stellen die größte und leider auch eine der wenigen verbliebenen Ansammlungen der Art in Europa dar.

 

Geschichte

Das Gebirge ist zum Teil sehr dürftig erschlossen. Im Gegensatz zu den Alpen verlaufen die meisten Täler quer zum Hauptkamm und lassen somit eine bequeme Überschreitung der Berge nur an wenigen Stellen möglich. Die Griechen und Römer hatten vorwiegend Stützpunkte an der katalonischen Küste, hatten aber kein Interesse an den Bergen. Auch die Germanenstämme der Sueben, Vandalen und Westgoten nutzten ab dem 5. Jh. die Pyrenäen als Übergang zu den fruchtbareren Ebenen. Als die Mauren dann Spanien eroberten, flohen die Bewohner der Ebene zum Teil in die Berge und machten die dortigen Täler urbar. Die dortigen Feudalherren führten immer wieder Angriffe gegen die Mauren durch, um Beute zu machen. Das gewonnen Raubgut bot einen finanziellen Rückhalt. Außerdem ermöglichte es auch den Bau zahlreicher romanischer Kirchen. Im Vall de Boi befindet sich die schönste und größte Ansammlung der fast 1000 Jahre alten Kirchen. Oft liegen sie in wenigen Kilometern Entfernung.

Heute sind die Pyrenäen eher eine Abwanderungsregion. Allein der Tourismus bringt eine gewisse wirtschaftliche Entwicklung.

 

Querung der Pyrenäen auf dem Jakobsweg

Wir überqueren die Pyrenäen auf der Via Tolosana über den Somport-Pass. Der Col du Somport / Puerto de Somport (Höhe 1640 m) ist einer der ältesten Pyrenäenübergänge. Er liegt am westlichen Ende der Zentralpyrenäen. Sein Name ist die abgeschliffene Form von lateinischen summus portus = höchster (Pyrenäen-)Übergang, was er tatsächlich jahrhundertelang war. Er war schon immer für den Jakobsweg ein wichtiger Übergang. Kurz unterhalb des Passes finden sich noch die Ruinen des alten Pilgerhospitals Santa Cristina de Somport aus dem 11. Jahrhundert.

Wenn man auf den anderen Jakobswegen aus Frankreich (Via Podiensis von Le Puy en Velay, Via Turonensis von Paris, Via Lemovicensis von Vezelay) unterwegs ist, dann überquert man die Pyrenäen in der Regel über den Ibañetapass von St. Jean Pied de Port nach Roncevalles. Dort trifft man dann auf den Camino Frances nach Santiago de Compostela.

 

Wer Tucholsky mag, dem empfehle ich das Buch „Ein Pyrenäenbuch“. Die Aufzeichnungen sind lebendige und humorvolle Impressionen seiner Begegnungen und Erlebnisse und geistreiche und kritische Reflexionen über Alltagssituationen zur damaligen Zeit, die auch heute noch zum Nachdenken anregen. Interessant ist auch, dass Tucholsky damals wegen dieses Buches von völkischen Kreisen als „Franzosenliebling“ und „Undeutscher“ bezeichnet wurde!

Vielleicht gefällt Ihnen ja auch das Buch von Paulo Coelho, Der Dämon und Fräulein Prym, Zürich 2001.

 

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Die Jakobswege und Regionen in Spaniens

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Hier sind die Jakobswege in Spanien mit ihrer Länge eingezeichnet. Man kann die langen Weg natürlich auch in Etappen gehen. Wir haben zum Beispiel die Via de la Plata aus Zeitgründen in drei Etappen eingeteilt: Sevilla bis Caceres, Caceres bis Zamora, Zamora bis Santiago de Compostela. Da das Eisenbahn- und Busnetz in Spanien sehr gut ausgebaut ist, kommt man auch  leicht wieder zum jeweiligen Ausgangspunkt

https://jakobsweg-lebensweg.de/jakobsweg-laenge/
https://jakobsweg-kuestenweg.com/laenge/spanien/

Als autonome Gemeinschaften werden 17 Gebietskörperschaften bezeichnet, die die Regionen Spaniens verkörpern

https://de.wikipedia.org/wiki/Spanien#/media/Datei:Gemeinden_Spanien_2023.png
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Gold in Asturien und die spektakulären Las Médulas

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Das Gebiet Hispania Tarraconensis wurde von Kaiser Augustus erobert. Die Römer befestigten die Region und waren vor allem an den Goldvorkommen in Asturien interessiert. So fanden sie z.B. bei Tineo im heutigen Gemeindeteil Navelgas Gold, das sie abbauten und zum Prägen von Münzen nutzten. Bis heute gilt der Ort als asturische Gold-Hauptstadt und besitzt ein Museum, das dem Gold gewidmet ist.

Der spektakulärste Ort aber, der das Erbe des römischen Goldabbaus dokumentiert, ist Las Medulas.

Die rötlichen Felsen und spitzen Gesteinsgebirge um die Las Médulas wirken wie von der Natur gebildet, sie sind aber in Wahrheit von Menschenhand geschaffen. Es bietet sich ein faszinierendes Panorama, aber eigentlich ist es ein Werk der Umweltzerstörung in römischen Zeiten. Die Mine Las Medulas zählt nämlich zu den altrömischen Minen in dieser Gegend und befindet sich im nordwestlichen Teil des Landes in Leon Kastilien in der Nähe von Ponferrada.

Schon vor der römischen Eroberung gewannen die Ureinwohner hier Gold. Die Historiker haben festgestellt, dass der Abbau der Mine noch im ersten Jahrhundert v.u.Z. begann und mehr als 300 Jahre dauerte. Die großtechnische Produktion begann aber erst in der zweiten Hälfte des 1. Jh. n.Chr.. Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia 70 n.Ch. über den Abbau und die Gefahren, die damit verbunden waren. Es handelt sich um eine hervorragende Technik und gleichzeitig um eine unmenschliche Aufgabe der Arbeiter.

Die hier verwendete Bergbautechnik hat die bezeichneten Titel „Ruina Montium“ (Zerstöre die Berge). Sie baut auf der zerstörerischen Kraft des Wassers auf. Um diese zu nutzen, wurde ein weitreichendes hydraulisches Netzwerk geschaffen. So wurde Wasser über eine Entfernung von über 100 Kilometer aus der Sierra de la Cabrera geleitet und in Staubecken gesammelt.

Gleichzeitig wurden sehr steile Tunnel und Schächte in den Fels getrieben, die auch miteinander verbunden wurden, so dass ein Netz von Kanälen den Berg durchzogen. Die Tunnel im Felsen brachten es in ihrer Gesamtheit auf etwa 100 Kilometer Länge. Dann wurden die Dämme der Stauseen geöffnet, so dass das Wasser durch die Tunnel schoss. Das Wasser hatte dann der Maßen viel Kraft, dass es den Fels regelrecht sprengte. Das Gold wurde dadurch aus dem Stein herausgelöst und mit nach draußen geschwemmt und in Sammelbecken geleitet. Über Wasserkanäle in Form von Holztreppen wurde das Gemisch aus Wasser und Gestein sortiert, bis nur noch das schwerste Element, das Gold, übrig blieb.

Knapp 100 Millionen Kubikmeter Erdreiche sollen so in knapp 2 Jh. gesprengt und weggespült worden sein. Unter Berücksichtigung der verbrauchten Wassermenge, der Länge und der Anzahl der Abzweigungen seiner Kanäle kann man das hydraulische System von Las Médulas als das spektakulärste bekannte System bezeichnen. Geblieben ist eine zerklüftete Landschaft von rund 20 Quadratkilometer Größe.

Plinus der Ältere behauptete, dass dort jedes Jahr fast 20.000 römische Pfund Gold gefördert wurden. Das bedeutet, dass ungefähr 1.635 t in der ganzen Zeit zu Tage gefördert wurden. 60.000 Arbeiter waren im Rahmen der Ausbeutung beschäftigt. Dabei handelte es sich um römische Sklaven und mehrere zehntausend Arbeiter aus Asturien. Viele sahen bei ihrer Arbeit unter Tage Monate lang kein Sonnenlicht. Viele Menschen ließen dabei ihr Leben, denn die Arbeit im Berg war auch deshalb sehr gefährlich, weil die Tunnel jederzeit einstürzen konnten. Man hat mehrere keltiberischen Fluchtsiedlungen ausgegraben, die in der Römerzeit wohl als “Werkssiedlungen” verwendet wurden. Selbst die Edelkastanien der Zone sind ein römisches Relikt, man pflanzte sie, um die Sklaven damit billig ernähren zu können.

Der massive Bergbau in Las Médulas und anderen römischen Stätten hatte erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt . Eisbohrkerndaten aus Grönland deuten darauf hin, dass die mineralische Luftverschmutzung in Spanien während der Römerzeit ihren Höhepunkt erreichte. Die atmosphärischen Bleiwerte aus dieser Zeit wurden erst wieder etwa 1.700 Jahre später mit derIndustriellen Revolution erreicht.

Die Aufnahme von Las Médulas als Weltkulturerbe 1997 war daher u.a. aus solchen Gründen umstritten. 

Las Medulas liegen nicht direkt auf dem Jakobsweg, aber wer genug Zeit, kann hier sicher etwas Einzigartiges besichtigen.

Eine der Galerien in den Las Medulas
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Kantabrien, die Picos de Europe und das Kloster San Toribio

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Kantabrien ist eine autonome Gemeinschaft und wird vom kantabrischen Meer am Golf von Biskaya sowie den Autonomen Gemeinschaften Asturien, Kastilien -Leon und dem Baskenland begrenzt.  Die Gesamtfläche beträgt 5250 qkm, das macht 1,3% an der Landfläche Spaniens aus. Hauptstadt ist Santander, wo auch 1/3 der 581.000 Einwohner leben.

Hohe Berge, grüne Küsten und das blaue Meer sind die charakteristischen Merkmale Kantabriens. Die Kantabrischen Kordilleren dominieren die Region. Ist der Gebirgszug im Osten noch relativ niedrig, so steigt er Richtung Westen deutlich zum Kammgebirge an. Hier befinden sich auch die Picos de Europe, die sich Kantabrien mit der Nachbarregion Asturien teilt. Hier befinden sich auch die höchsten Gipfel des Gebirges mit bis zu 2648 m Höhe und nur knapp 20 bis 50 km vom Meer entfernt. Die spektakuläre Gebirgskette ist im Paläozoikum (vor 541 – 251 Millionen Jahren) durch die Variszische Orogenese entstanden und wurde dann im Mesozoikum (vor 251 – 66 Millionen Jahren) im Rahmen der Alpidischen Orogenese in seiner jetzigen Form aufgefaltet.

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Neben den beeindruckenden Bergen gibt es an der Costa de Cantabria viele schöne Strände. Die reizvollsten liegen an dem westlichen Küstenabschnitt zwischen Comillas und San Vicente de la Barquera und in der Umgebung von Santander. Die längsten Strände der nordspanischen Küste liegen vor Laredo, an denen wir auch auf dem Jakobsweg entlang gehen.

Entlang der Küste findet man am Jakobsweges reizvolle Küsten- und Hafenstädte, wie Castro Urdalis, SantanderComillas und San Vincente de Barquera. Sie zählten zu den wichtigsten Hafenstädten des historischen Königsreichs Kastilien. Das westlich von Santander etwas im Hinterland gelegene mittelalterliche Städtchen Santillana del Mar zählt zu den schönsten Dörfern nicht nur in Kantabrien, sondern auch in ganz Spanien. Hier befindet sich auch die Höhle von Altamira (s. die Kapitel „Die Geschichte der Höhlenmalerei“ und „Die Höhle von Altamira“)

Kurz noch zum Kloster Santo-Toribio:

Die etwa 515 m hoch gelegene Klosteranlage befindet sich in den Picos de Europe, auf dem Gebiet der Gemeinde Potes etwas außerhalb des Ortes. Die Ursprünge des Klosters liegen im Dunklen. Einige sehen den im 6. Jahrhundert lebenden Turibius von Liebana, einen angeblichen Bischof von Palencia, als Gründer an; andere beziehen sich auf den hl. Turibius von Astorga, dessen Gebeine zusammen mit anderen Reliquien im 8. Jahrhundert durch den asturischen König Alfons I. (reg. 739–757), hierher verbracht wurden. Das Kloster entwickelte sich zu einem wichtigen Denkzentrum der Epoche. Beatus von Liébana (um 730-789), Benediktinermönch, wirkte im Kloster und verfasste dort 32 Kommentare zur Apokalypse des Johannes, die im gesamten christlichen Abendland diskutiert wurden. Größter Schatz des Klosters war und ist die Reliquie eines Teils des Heiligen Kreuzes, die von Turibius von Astorga im 5. Jahrhundert aus dem Heiligen Land mitgebracht worden sein soll. Auf Grund des großen Pilgerandrangs und zu Ehren der Reliquie gestattete Papst Julius II. im Jahr 1512 dem Kloster die Feier eines Heiligen Jahres und zwar dann, wenn der Feiertag des Heiligen Turibius, der 16. April, auf einen Sonntag fällt. Auf diese Weise wurde das Kloster Santo Toribio de Liebana zu einem heiligen Ort zusammen mit Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem und unlängst Caravaca de la Cruz. Wenn man dann durch das Tor der Vergebung geht, das nur im Heiligen Jahr geöffnet ist, erhält man den Ablass aller Sünden. Das letzte Heilige Jahr war 2017.

Die heutigen Bauten stammen erst aus der Zeit des 12. bis 18. Jahrhunderts. Die gotischen Gebäudeteile sind relativ schlicht gestaltet, ein Hinweis auf die Bauherren, die Zisterzienser. Im Jahr 1835 wurde das Kloster aufgelöst, bevor es dann im Jahr 1953 zum National-monument erklärt und im Jahr 1961 von Franziskaner wiederbelebt wurde. Heute leben noch vier Mönche im Kloster.

Nach Beendigung der Pilgerung zum Kloster Santo Toribio de Liébana hat man drei Möglichkeiten, wenn man in Richtung Santiago de Compostela weiterlaufen will. Man kann zum Camino del Norte zurückkehren oder Richtung Camino Frances laufen. Will man zum Camino del Norte zurück, so kann man zu Fuß oder mit dem Bus zurück nach St. Vicente de la Barquera gehen. Oder aber man entscheidet sich, durch die Picos zu wandern über Bulnes, Covadogna, Amandt nach Villaviciosa (z.T. auf dem R 203). Will man allerdings zur Camino Frances, so muss man dem Camino Vadiniense bis nach Mansilla de las Mulas folgen. Es ist ein wunderschöner einsamer aber anstrengender Weg durch die Berge, der aber wohl nur bei guter bzw. sehr guter Kondition zu bewältigen ist.

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