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Kantabrien, die Picos de Europe und das Kloster San Toribio

Kantabrien, die Picos de Europe und das Kloster San Toribio

Kantabrien ist eine autonome Gemeinschaft und wird vom kantabrischen Meer am Golf von Biskaya sowie den Autonomen Gemeinschaften Asturien, Kastilien -Leon und dem Baskenland begrenzt.  Die Gesamtfläche beträgt 5250 qkm, das macht 1,3% an der Landfläche Spaniens aus. Hauptstadt ist Santander, wo auch 1/3 der 581.000 Einwohner leben.

Hohe Berge, grüne Küsten und das blaue Meer sind die charakteristischen Merkmale Kantabriens. Die Kantabrischen Kordilleren dominieren die Region. Ist der Gebirgszug im Osten noch relativ niedrig, so steigt er Richtung Westen deutlich zum Kammgebirge an. Hier befinden sich auch die Picos de Europe, die sich Kantabrien mit der Nachbarregion Asturien teilt. Hier befinden sich auch die höchsten Gipfel des Gebirges mit bis zu 2648 m Höhe und nur knapp 20 bis 50 km vom Meer entfernt. Die spektakuläre Gebirgskette ist im Paläozoikum (vor 541 – 251 Millionen Jahren) durch die Variszische Orogenese entstanden und wurde dann im Mesozoikum (vor 251 – 66 Millionen Jahren) im Rahmen der Alpidischen Orogenese in seiner jetzigen Form aufgefaltet.

Ruta_del_Cares,_Picos_de_Europa_-_WLE_Spain_2015.jpg

 

Neben den beeindruckenden Bergen gibt es an der Costa de Cantabria viele schöne Strände. Die reizvollsten liegen an dem westlichen Küstenabschnitt zwischen Comillas und San Vicente de la Barquera und in der Umgebung von Santander. Die längsten Strände der nordspanischen Küste liegen vor Laredo, an denen wir auch auf dem Jakobsweg entlang gehen.

Entlang der Küste findet man am Jakobsweges reizvolle Küsten- und Hafenstädte, wie Castro Urdalis, SantanderComillas und San Vincente de Barquera. Sie zählten zu den wichtigsten Hafenstädten des historischen Königsreichs Kastilien. Das westlich von Santander etwas im Hinterland gelegene mittelalterliche Städtchen Santillana del Mar zählt zu den schönsten Dörfern nicht nur in Kantabrien, sondern auch in ganz Spanien. Hier befindet sich auch die Höhle von Altamira (s. die Kapitel „Die Geschichte der Höhlenmalerei“ und „Die Höhle von Altamira“)

Kurz noch zum Kloster Santo-Toribio:

Die etwa 515 m hoch gelegene Klosteranlage befindet sich in den Picos de Europe, auf dem Gebiet der Gemeinde Potes etwas außerhalb des Ortes. Die Ursprünge des Klosters liegen im Dunklen. Einige sehen den im 6. Jahrhundert lebenden Turibius von Liebana, einen angeblichen Bischof von Palencia, als Gründer an; andere beziehen sich auf den hl. Turibius von Astorga, dessen Gebeine zusammen mit anderen Reliquien im 8. Jahrhundert durch den asturischen König Alfons I. (reg. 739–757), hierher verbracht wurden. Das Kloster entwickelte sich zu einem wichtigen Denkzentrum der Epoche. Beatus von Liébana (um 730-789), Benediktinermönch, wirkte im Kloster und verfasste dort 32 Kommentare zur Apokalypse des Johannes, die im gesamten christlichen Abendland diskutiert wurden. Größter Schatz des Klosters war und ist die Reliquie eines Teils des Heiligen Kreuzes, die von Turibius von Astorga im 5. Jahrhundert aus dem Heiligen Land mitgebracht worden sein soll. Auf Grund des großen Pilgerandrangs und zu Ehren der Reliquie gestattete Papst Julius II. im Jahr 1512 dem Kloster die Feier eines Heiligen Jahres und zwar dann, wenn der Feiertag des Heiligen Turibius, der 16. April, auf einen Sonntag fällt. Auf diese Weise wurde das Kloster Santo Toribio de Liebana zu einem heiligen Ort zusammen mit Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem und unlängst Caravaca de la Cruz. Wenn man dann durch das Tor der Vergebung geht, das nur im Heiligen Jahr geöffnet ist, erhält man den Ablass aller Sünden. Das letzte Heilige Jahr war 2017.

Die heutigen Bauten stammen erst aus der Zeit des 12. bis 18. Jahrhunderts. Die gotischen Gebäudeteile sind relativ schlicht gestaltet, ein Hinweis auf die Bauherren, die Zisterzienser. Im Jahr 1835 wurde das Kloster aufgelöst, bevor es dann im Jahr 1953 zum National-monument erklärt und im Jahr 1961 von Franziskaner wiederbelebt wurde. Heute leben noch vier Mönche im Kloster.

Nach Beendigung der Pilgerung zum Kloster Santo Toribio de Liébana hat man drei Möglichkeiten, wenn man in Richtung Santiago de Compostela weiterlaufen will. Man kann zum Camino del Norte zurückkehren oder Richtung Camino Frances laufen. Will man zum Camino del Norte zurück, so kann man zu Fuß oder mit dem Bus zurück nach St. Vicente de la Barquera gehen. Oder aber man entscheidet sich, durch die Picos zu wandern über Bulnes, Covadogna, Amandt nach Villaviciosa (z.T. auf dem R 203). Will man allerdings zur Camino Frances, so muss man dem Camino Vadiniense bis nach Mansilla de las Mulas folgen. Es ist ein wunderschöner einsamer aber anstrengender Weg durch die Berge, der aber wohl nur bei guter bzw. sehr guter Kondition zu bewältigen ist.

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Die herrlichen Flysch-Klippen von Zumaia

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Die Flysch-Klippen von Zumaia

Flysch

Flysch bezeichnet in der Geologie eine marine sedimentäre Gesteinsschicht, die meistens durch eine Wechselfolge von Tonerden und grobkörnigerem Gestein (typischerweise Sandstein) gekennzeichnet ist. Die Sedimente sind oftmals nachträglich gefaltet. Flyschserien entstehen während gebirgsbildender Prozesse.

Die Flysch-Klippen von Zumaia

Zumaia liegt an der Küste von Guipúzcoa in der spanischen Autonomen Region Baskenland. Berühmt ist es für die sensationelle Geologie, die am Playa de Itzurum in Zumaia am deutlichsten zu sehen ist. Es handelt sich hier um Flysch Formationen von außergewöhnlicher Schönheit und Bedeutung. Häufig vertikal geschichtet ziehen sich die Schichten ungestört dahin über 13 km zwischen Mutriku, Deba und Zumaia. Die Sedimentabfolgen von Kalken, kalkhaltigen Tonen, Mergeln und grobkörnigeren Sandsteinen entstanden von der Kreide bis ins Paläogen, eine Zeitspanne von bis zu 100 Millionen Jahren.

In den Schichten finden sich Spuren bedeutender Phänomene und großer Katastrophen. Der Kreide-Paläogen-Übergang ist der Zeitpunkt eines bedeutenden geologischen Ereignisses. Vor etwa 66 Mio. Jahren kam es zum größten Massensterben der Erdgeschichte, was unter anderem auch zum Aussterben der Dinosaurier führte, wohl auf Grund eines Meteoriteneinschlages auf der Erde.

Die geologische Geschichte der Flyschklippen begann vor etwa 110 Millionen Jahren und ist verbunden mit dem Öffnen und Schließen des Golfs von Biskaya, der Bildung der Pyrenäen und der „jüngeren“ Erosion durch Meer und Regen.

Als sich die Öffnung des Golfs von Biskaya verlangsamte (Bild 2 oben), wurde das Gebiet, das heute ein Geopark ist, zum Boden eines tiefen und ruhigen Meeres, in dem sich Schichten aus Kalkstein, Mergel und Sandstein in horizontalen Schichten ablagerten. Dieses Sediment wurde zum Flysch, der heute zwischen Deba und Zumaia zu sehen ist. Durch die enorme Materialmenge entstand ein über 3000 m dicker Meeresboden. In ihm kann man lesen wie in einem großen Buch, dessen Seiten man einzeln umblättern kann, um mehr als 15 Millionen Jahre Erdgeschichte zu enthüllen. In den Schichten finden sich Spuren bedeutender Phänomene und großer Katastrophen. Der Kreide-Paläogen-Übergang ist der Zeitpunkt eines bedeutenden geologischen Ereignisses. Vor etwa 66 Mio. Jahren kam es zum größten Massensterben der Erdgeschichte, was unter anderem auch zum Aussterben der Dinosaurier führte, wohl auf Grund eines Meteoriteneinschlages auf der Erde.

Die Iberische Halbinsel drehte sich dann weiter gegen den Uhrzeigersinn, bis sie auf Eurasien stieß, wo sie den Golf von Biskaya endgültig abschloss und die Pyrenäen-Gebirgskette bildete (Bild 3 oben). Das marine Sediment faltete sich auf und es kam zu Brüchen und Verwerfungen.

Die Landformen, die man heute sieht, sind das Ergebnis eines Erosionsprozesses durch das Meer und den Regen in den letzten 5 Millionen Jahren (Bild 4 oben). Die Intensität und Art des Prozesses wurden mit den Klimaschwankungen in jüngster Zeit und mit Schwankungen des Meeresspiegels in Verbindung gebracht. In dieser Zeit kam es Entstehung bestimmter regionaler Erscheinungen, darunter die Entwicklung des Flussnetzes und die Schaffung von Flusstälern, die Bildung von Abriebplattformen und Stränden, das Auffüllen von Flussmündungen, die Karstbildung von Höhlen, Zinnen und Hohlräumen (Poljen) und schließlich das Auftreten von Vegetation und menschliche Siedlungen.

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