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Salamanca – uralte, ewig junge Stadt

Salamanca

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Eine weitere Perle auf unserem Weg nach Santiago ist Salamanca mit seinen 160.000 Einwohnern. Salamanca ist eine Stadt, in der viele architektonische und künstlerische Stile vertreten sind. Die wichtigsten Beispiele des spanischen Plateresks: die Fassade der Universität (la fachada de la Universidad), das Kloster San Esteban (el Convento de San Esteban); aus der Romanik: die Alte Kathedrale (la Catedral Vieja); aus der Gotik: die Neue Kathedrale (la Catedral Nueva); aus der Renaissance: der Palast Monterrey; aus dem Barock: der Hauptplatz (la Plaza Mayor), die Kirche “la Clerecía”; vom Jugendstil: la Casa Lis. Dabei gibt es bei einzelnen Gebäuden selbst auch eine Mischung der Stile. So hat z.B. die gotische Kathedrale eine Fassade im plateresken Dekorationsstil.

Der Stein der Gebäude ist sehr charakteristisch für Salamanca. Er ist goldfarben und seine Farbe ändert sich mit dem Wetter. Der Stein stammt aus Villamayor (eine Stadt in der Nähe von Salamanca).

Nach der Krise des 14. Jh., die einen großen Teil des europäischen Kontinents erfasst hatte, und nach einem erbitterten Konflikt zwischen verschiedenen Adelsfamilien der Stadt im 15. Jh. erlebte Salamanca im 16. Jh. einen Aufschwung, der sie zur bedeutendsten Renaissance-Stadt der gesamten iberischen Halbinsel machen sollte. Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Wohlstand, der auf dem Handel, den Erträgen der Latifundien und der Wollverarbeitung beruhte, ließ die Einwohnerzahl auf bis zu 25.000 anwachsen. Salamanca erlebte einen regelrechten Bauboom – einschließlich des Baus der Neuen Kathedrale – der das Stadtbild vollkommen veränderte. Errichtet wurde eine große Anzahl von Palästen, Herrenhäusern, Klöstern, Kollegien und universitären Schulen, bei denen häufig ein Architekturstil vorherrschte: der platereske Stil.

In diese Zeit fiel dann auch die Glanzzeit der Universität, deren Keimzelle 1218  die Gründung des Studium generale war. Die Universität wurde zu einem wichtigen Zentrum mit großer Ausstrahlung. So kamen Tausende von Studenten aus aller Herren Länder sowie zahlreiche religiöse Orden, die von den intellektuellen und humanistischen Ideen angezogen wurden. Die Universität zählte zu den führenden Universitäten in Europa. Es handelt sich um die älteste Universität Spaniens. Auch heute ist sie mit 30.000 Studenten eine bedeutende Lehrstätte. Diese große Zahl von Studenten wirkt sich auch auf die Atmosphäre in der Stadt aus, die neben ihrem historischen Erbe sehr jung und lebendig erscheint.

Eine kleine Auswahl bedeutende Gebäude und Plätze:

  • Plaza Mayor, einer der schönsten Plätze Spaniens, im Barockstil aber auch in der Tradition des Herrera-Stils. Die dreistöckigen Häuser mit Arkaden bilden eine einheitliche Front rund um den Platz, aus der sich nur das Rathausgebäude an der Stirnseite abhebt. Unter den Arkaden rund um die Plaza gibt es zahlreiche Cafés, Bars und Läden. Bis ins 19. Jh. wurden hier Stierkämpfe ausgetragen.
  • Mercado Central unter einer gründerzeitlichen Stahlbedachung liegender Markt
  • Universität – an der Stirnseite das herrliche Plateresk-Portal der Universität mit reichem Ornament- und Wappenschmuck. Aus einem Totenkopf ist ein Frosch platziert als Allegorie auf die Ausschweifungen der Studenten. Bei diesen gilt er allerdings als Glücksbringer – vorausgesetzt, man findet ihn. Rechts neben dem Hauptportal die Fassade des Rektorats, in der der Übergang von der Gotik zur Renaissance zum Ausdruck kommt
  • Escuelas Menores – sind im Plateresk Stil errichtet. Hinter dem Portal eine schöne Vorhalle mit gotischer Kuppel und Plateresk-Balustrade
  • Museo de la Universidad – im Klosterhof mit dem berühmten „Ciela de Salamanca“ ein Fresko, das die Kuppel der alten Universitätsbibliothek bedeckte (1485-1490)
  • Die alte Kathedrale – Zutritt über die neue Kathedrale – im romanischen Stil als Wehrkirche in der Zeit der Neubesiedlung ab 1150 errichtet, überraschender und erfreulicher Weise wurde sie nicht abgerissen, um der neuen gotischen Kirche Platz zu machen – wie sonst meist üblich – sondern der neue Bau wurde einfach drangebaut.
  • Die neue Kathedrale – gotische Kirche aber auch mit Elementen der Renaissance und des Barocks Baubeginn 1513, Fertigstellung 1733, mit einer imposanten Größe – kein Gebäude ist annähernd so groß und hoch, Fassade im gotischen und plateresken Stil.
  • Convento de San Esteban de Dominicos – die große religiöse Lehranstalt hat viele bedeutende Gelehrte hervorgebracht
  • Los Claras und las Duenas – bedeutende Nonnenklöster mit schönem Kreuzgang
  • Casa de las Conchias – Muschelhaus, ein im Plateresk-Stil erbauter Stadtpalast, dessen Fassade mit mehr als 300 Jakobsmuscheln aus goldgelbem Sandstein geschmückt ist, Innenhof mit Mudéjarbögen,  Renaissance-Säulen aus Carrara-Marmor und zahlreiche muslimisch beeinflusste Ornamente
  • Puerto Romano eine durch die Römer erbaute Brücke über den Fluss, über die man noch heute gehen kann. 15 der 27 Bögen stammen noch aus der Römerzeit.
  • Palacio de Monterrey wurde ab 1539 erbaut. Mit seiner plateresken Dekoration und seinen Ecktürmen ist er ein typisches Beispiel für den Reichtum und die Macht des Adels im 16. Jh. Er wurde bis ins 20. Jh. oft von anderen Architekten kopiert.
  • La Clerecia – riesige kuppelgekrönte Jesuitenkirche im Barockstil neben der Casa de las Conchas
  • Iglesia de San Marcos – aus dem 12. Jh. mit einem kreisrunden Grundriss

siehe auch unten: Das kulturell andere Salamanca

Das kulturell andere Salamanca

Das Museum für Art Noveau und Art Deco

Das herrschaftliche Jugendstilhaus – die Casa Lis – fällt in Salamanca besonders ins Auge. Erbaut wurde es 1905 von dem Architekten und Mathematiker Joaquin de Vargas. Der Bau ist ein Vertreter der rationalistischen Architektur, was sich in der Verwendung neuer Materialien wie Gusseisen, Stahl und Glas widerspiegelt.

Heute ist hier das Museum für Art Noveau und Art Deco der Stiftung Ramos Andrade untergebracht. Sowohl die Kunstwerke als auch die Gestaltung der Räume mit dem bunten Kuppeldach und den farbigen Fenstern entführen den Besucher in die Zeit zu Anfang des 19. Jhs.  aus dem 12. Jh. mit einem kreisrunden Grundriss

Street Art Kunst in der Stadt

Neben dem historischen Kulturerbe gibt es aber auch ganz moderne Kunstelemente in der Stadt. Die Bilder der Street Art Künstler in Salamanca sind wirklich beeindruckend. Als Street Art werden verschiedene, meist nichtkommerzielle Formen von Kunst im öffentlichen Raum bezeichnet, die nach der Absicht der Verursacher durchaus dauerhaft dort verbleiben sollten. Unter Street Art versteht man zum großen Teil selbstautorisiert angebrachte Zeichen aller Art im urbanen Raum, die mit einem weiteren Personenkreis kommunizieren wollen.

Da die Künstler das kulturelle Erbe der Stadt respektieren, waren Street Art Bilder in der Innenstadt tabu. Sie wählten Flächen außerhalb des Innenstadtkerns und in den Vororten. Ihre Motivation liegt u.a. in der Möglichkeit, das eigene Umfeld auf kreative Weise visuell mitzugestalten sowie einen künstlerischen Gegenpol zur omnipräsenten Werbung oder Gentrifizierung zu schaffen. Sie wollen damit aber auch weniger attraktive Stadtviertel aufwerten. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Viertel Barrio del Oeste. El Barrio del Oeste liegt im Stadtzentrum und rund um die Plaza del Oeste befinden sich viele kleine Unternehmen, karitative Einrichtungen und eine Nachbarschaft, die gegenüber der Kunst auf der Straße sehr aufgeschlossen ist. Sehr viele Leute haben ihre Garagentore und Hauswände für Street Art zur Verfügung gestellt. Es begann mit regionalen Künstler und Künstlerinnen und dann kamen nach und nach immer mehr internationale Kreative – überproportional viele Frauen – aus verschiedenen Ländern dazu, die hier die Wände gestalteten. Zahlreiche Künstler kamen auch aus Südamerika. Das erklärt sich dadurch, das in den südamerikanischen Ländern die Wandmalereien eine lange Tradition hat, so dass wir die schönen bunten Wandbilder dort sowohl in den Städten als auch auf dem Lande finden.

Beispiele der Street Art Kunst auf Garagentoren oder an Hauswänden

Eine klAuswahl an Street Art Bildern
Eine kleine Auswahl an Street Art Bildern
Eine kleine Auswahl an Street Art Bildern
Eine kleine Auswahl an Street Art Bildern
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Zafra und Caceres – Perlen an der Via de la Plata

Zafra und Caceres

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Zafra

In Zafra, der Stadt, die uns auf unserem weiteren Weg entlang der Via de la Plata als erstes begegnet, ist eine Kleinstadt und eine Gemeinde von ca. 17.000 Einwohnern. Hier

finden wir jene Mischung aus Gotik, Mudéjar-Stil und Renaissance, die ja für die Entwicklung der Baustile in Spanien so typisch ist.

  • Das alte Zentrum der Stadt ist die im 15. Jahrhundert von den Mauren oder besser Mudéjares erbaute Plaza Chica („kleiner Platz“), deren von Ziegelsteinarkaden gesäumte Häuser einen Eindruck der Ruhe vermitteln.
  • Die im 16. Jahrhundert entstandene Plaza Grande („großer Platz“) ist ebenfalls von Arkadenhäusern umrahmt, doch ist der Platz deutlich größer und belebter.
  • Der festungsähnliche Palast (palacio) der Grafen bzw. Herzöge von Feria stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im Desornamento-Stil erbaut; er wurde im 16. und 17. Jahrhundert umgebaut.
  • Unweit davon befindet sich die Kirche des Convento de Santa Clara aus der Mitte des 15. Jahrhunderts mit einem sehenswerten Barockaltar aus den 1670er Jahren.
  • Ursprünglich ein nobles Wohnhaus wurde das im Jahr 1438 erbaute Hospital de Santiago später als eine Krankenpflegeanstalt genutzt. Der in einer Sackgasse gelegene Bau besitzt ein schönes spätgotisches Portal und einen Innenhof mit Elementen des Mudéjarstils.
  • Zwei Tore (Arco de Jerez und Arco de Cubo) der mittelalterlichen Stadtmauer (muralla) haben sich erhalten.
  • Das bedeutendste Sakralbauwerk der Stadt ist die eintürmige und einschiffige Iglesia de la Candelaria aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie entstand an der Stelle einer nach der Vertreibung der Juden abgerissenen Synagoge und wurde im Jahr 1609 auf Betreiben des Herzogs von Feria in den Rang einer Kollegiatkirche erhoben. Blickfang im sterngewölbten Inneren ist das von gedrehten salomonischen Säulen gerahmte spätbarocke Altarretabel in der Hauptapsis.

Quellen

Caceres

Caceres ist nach Zafra und Merida die dritte Perle an der Via de la Plata, die einen ausführlicheren Besuch wert ist. Die 100.000 Einwohner große Universitätsstadt besitzt im Herzen eine Altstadt, die geprägt ist von einem original erhaltenen Ensemble aus Kirchen, Palästen und Herrschaftshäusern aus dem 14. – 16. Jh., umgeben von einer Ringmauer. Besonders schön ist hier ein abendlicher Spaziergang durch die nur dezent beleuchtete Altstadt. Man fühlt sich fast ins Mittelalter versetzt! Wunderschön!

Wie viele Städte wurde auch Caceres von den Römern erbaut und befestigt. Ebenso wurde sie von den Mauren erobert und im Rahmen der Reconquista von den Christen wiedererobert. Die freie Handelsstadt lockte daraufhin viele Kaufleute und später auch Adelige an. Sie versuchten sich mit ihren prächtigen Häusern, Palästen, die zum Teil fast kleinen Festungen glichen, sowie mit den Wehrtürmen gegenseitig zu übertreffen. Allerdings kam es nach der Reconquista zu Streitigkeiten.

Nachdem im 15. Jahrhundert Isabella I. von Kastilien den Streit mit Johanna von Kastilien um die Thronfolge in Kastilien gewonnen hatte, wollte sie die Macht des Adels in Caceres einschränken und ordnete an, alle Türme der Häuser, deren Besitzer sie nicht unterstützt hatten, abzureißen. Dadurch wurde Cáceres stark in Mitleidenschaft gezogen, nur zwei Paläste blieben unversehrt. Noch heute trägt Cáceres den Beinamen Enthauptete Hauptstadt.

Die Altstadt wurde zum Weltkulturerbe ernannt, da man hier auf engstem Raum die verschiedenen kulturellen Einflüsse findet – Gotik, Maurische Kultur und Renaissance. Die Einflüsse der Renaissance kamen relativ spät in die Extremadura, wo sich eine Zeit lang gotische Elemente mit Elementen der Renaissance vermischten. Im 15. Und 16. Jh. entstanden auch hier viele Paläste und Herrenhäuser dank des Goldes und Silbers aus Amerika. Auch die Kirchen gestalteten ihre Gebäude um und passten sie dem neuen Stil an.

Der Großteil der historischen Gebäude in Cáceres befindet sich innerhalb der historischen Stadtmauern. Hier eine kurze Aufzählung einiger bedeutender Bauwerke und Plätze:

  • Plaza Mayor – Marktplatz aus dem 13. Jh., das Bogenwerk mit Steinpfeilern und Rundbögen um den Platz stammt aus dem 16. Jh.. Er ist einer der größten Plätze Spaniens.
  • Torre de Bujaco – Turm aus dem 12 Jh. von den Mauren über einer römischen –Festung errichtet, später von Ritterorden von Santiago als Bastion genutzt
  • Puerta de la Estrella – Eingang zur mittelalterlichen Altstadt
  • Plaza de Santa Maria – Dom und Adelspaläste
  • Dom Santa Maria de Caceres – erbaut im 15./16. Jh. auf den Fundamenten einer älteren Kirche, das Sakristeiportal ein schönes Beispiel für den plateresken Stil, Evangelium-Portal aus der Romanik erhalten
  • Bischofspalast – aus dem 15./16. Jh. mit wunderschöner Fassade im Renaissance-Stil, älteste Teile des Palastes aus dem 13. Jh.
  • Palast von Hernando de Ovando – 1519 im Renaissance-Stil erbaut
  • Mayoralgo Palast – Fassade von 1537 enthält Elemente aus Gotik und Renaissance, im Inneren schöner Mudéjar-Hof aus dem 14. Jh.
  • Plaza de San Jorge – mit dem Palast der Adelsfamilie Los Golfines de Abajo aus dem 16. Jh. mit plateresker Fassade und gotischen Elementen
  • Iglesia de San Francisco Janvier – aus dem 18. Jh. im Barock-Stil
  • Kloster San Francisco – aus dem 15. Jh., Kreuzgang im Renaissance-Stil
  • Plaza de San Mateo
  • Gotische Kirche San Mateo aus dem 15. Jh. – Kapelle im Stil der Renaissance und platereskes Portal
  • Haus der Herren von Torreorgaz – mit herausragendem Turm aus dem 16. Jh.

Haus der Golfines de Arriba – aus dem 15. Jh. mit fünf Türmen

Quellen

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Die Zeit der Renaissance in Spanien

Die Zeit der Renaissance in Spanien

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Kurzer gesellschaftlicher und geschichtlicher Hintergrund

Die Renaissance kennzeichnet teilweise den Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit. Dieser Prozess vollzog sich allerdings über eine lange Zeitperiode beginnend wohl mit dem Humanismus um 1300 und ausklingend mit der Aufklärung um 1700. Es sind einige neue naturwissenschaftliche bzw. technische  Erkenntnisse, die zu fundamentalen Veränderungen führten.  Zu nennen sind hier u.a.

  • Johannes Gutenberg erfand im Jahr 1440 den Buchdruck mit beweglichen Lettern.
  • Der Schlossermeister Peter Henlein baute um 1510 eine kleine Uhr aus Eisen mit Federantrieb, die Taschenuhr.
  • Das erste Mikroskop erfand das niederländische Vater-Sohn-Gespann Hans und Zacharias Janssen 1608.
  • Der Arzt und Domherr Nikolaus Kopernikus aus Thorn findet 1507 das mathematisch noch unbewiesene Heliozentrische Weltbild.
  • Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493–1541), reformiert als Arzt, Botaniker und Chemiker die Medizin.
  • Galileo Galilei 1564-1642) macht bahnbrechende, physikalische Entdeckungen. Im Jahre 1633 wird er wegen seines Eintretens für das kopernikanische Weltbild von der Inquisition zu lebenslangem Hausarrest verurteilt.
  • Johannes Kepler fand Anfang des 17. Jhs. die drei Keplerschen Gesetze, die die fundamentalen Gesetzmäßigkeiten des Umlaufs der Planeten um die Sonne erläutern. 
  • Leonardo Da Vinci (1452-1519) ist berühmt für seine vielen herausragenden Leistungen als Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler.

Ebenso wichtig wie die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind aber auch zahlreiche geschichtliche Ereignisse. Hier sind u.a. zu nennen

  • die Entdeckung der Neuen Welt,
  • die Blüte des Welthandels,
  • der Aufstieg der Städte und des Bürgertums,
  • der Beginn der uneingeschränkten Monarchie in Frankreich,
  • das sich ausdehnende Habsburgerreich unter Karl V.
  • die Reformation und Gegenreformation.

In diese Zeit fallen auch speziell für Spanien wichtige gesellschaftliche Veränderungen und Entdeckungen. Zu nennen sind hier u.a.

  • die Vereinigung der Königreiche Kastilien und Aragon,
  • das Ende der Reconquista durch die Einnahme von Granada 1492
  • die Inquisition und die Vertreibung der Araber und Juden aus Spanien
  • die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492
  • die Kolonialisierung der amerikanischen Besitzungen
  • die Beziehungen Spaniens zu Italien – der König von Aragon war auch König von Neapel
  • das Habsburgerweltreich mit seinem Mittelpunkt in Spanien unter Karl I. von Spanien ( als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
  • die Entwicklung einer herausragenden Stellung Spaniens in der Weltpolitik
  • Einsetzung Philipp II. als Nachfolger Karls in Spanien, den Niederlanden, in den italienischen Besitzungen und in den überseeischen Kolonien
  • intensive Beziehungen Philipps II.  zu anderen italienischen Staaten und dem Papsttum.

Das Menschenbild der Renaissance

Die Entdeckung der Welt entspricht der Entdeckung des Menschen. Der Mensch als Einzelwesen, als Individuum wird interessant. Die Renaissance ist als ein Lebensgefühl zu verstehen. Der Gott des Mittelalters soll durch den Menschen als Maß aller Dinge ersetzt werden. Das Menschenbild ist durch einen kritischen Geist, Selbstbewusstsein, Weltläufigkeit und naturwissenschaftliche Offenheit gekennzeichnet. Traditionelle Kräfte wie die Religion oder Herrschaft werden hinterfragt und nicht unkritisch übernommen. Der moderne Mensch mit seinen Gaben und gestalterischen Fähigkeiten wird hervorgehoben.

Die Humanisten trugen der Tatsache Rechnung, dass der Mensch aus eigenem Antrieb fähig ist, sich und seine Welt zu begreifen, kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Der Mensch der Renaissance war selbstbewusst, er begriff sich als Künstler, als Schöpfer, als Herr der Künste. Er interessierte sich für technische Neuerungen, für die Kriegskunst, die Geschichte, Werke und Ästhetik der vielgerühmten Antike. Bilder, Statuen, Reliefs und Architektur sollten einem neuen Schönheitsideal und lebensbejahenden Menschenbild Rechnung tragen. Der Pessimismus, der in Europa nach der schrecklichen Pestepidemie des 14. Jhs., die über 25 Millionen Menschen dahinraffte, wurde überwunden. Eine gesteigerte Lebensfreude trat in den Vordergrund.

Die Künstler transportierten das neue Menschenbild der Gelehrten in ihre Werke und prägten bis ins 16. Jahrhundert hinein einen eigenen Stil und eine eigene Ästhetik der Renaissance. Sie feierten die Ideen und die Highlights der Antike und übersetzten sie in ihre Zeit, um sie für die Gegenwart, die Moderne, umsetzbar zu machen.

Berühmte Maler der Renaissance

Da die Malerei in der Renaissance eine besondere Bedeutung hat, ich im Folgenden aber vor allem auf die Architektur eingehe, sind hier einige der bedeutendsten Künstler aufgeführt. Die Berühmtheit der Maler ergibt sich auch daraus, dass im Gegensatz zum Mittelalter die Künstler nicht mehr anonym bleiben, sondern ihren wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft erhielten und von den großen Herrschern stark umworben wurden.

Leonardo da Vinci 

1452-1519

Michelangelo

1475-1564

Raffael

1483-1520

Lucas Cranach d.Ä

1472-1553

Hieronymus Bosch   

-1516

Tizian

1490-1576

Giorginoe

1478-1510

Jacopo Tintoretto

1518-1594

Sandro Botticelli

1445 –1510

Giovannni Bellini

1430-1516

Albrecht Dürer

1471-1528

Jan van Eyck

1390-1441

Albrecht Altdorfer

1480-1538

Matthias Grünewald

1470-1528

Die Bedeutung der Monarchie, der Kirche und des Adels für die Entwicklung der Renaissancearchitektur in Spanien

Die Verbreitung des Stils geschah durch das Mäzenatentum vor allem der herrschenden Klasse, die durch Diplomatie, Kriege und Heirat mit anderen Herrscherhäusern verbunden war und so in regem Kontakt zu einander standen. Was sich gegenüber dem Mittelalter änderte, war die Tatsache, dass auch die Künstler aus der Namenlosigkeit heraustraten. Wie die Namen ihrer fürstlichen Mäzene standen nun auch die Namen der Künstler im Mittelpunkt und um ihre Anwesenheit wurde zwischen den Fürstenhäusern gefeilscht.

Der politische Aufschwung in Spanien schlug sich auch in intensiver, künstlerischer Tätigkeit nieder, die von Adel, Kirche aber auch von Kaufleuten und Bankherren gefördert wurde. Zum einen gaben die Könige selbst bedeutende Bauwerke der Renaissance in Auftrag. Besonders ausgeprägt waren diese architektonischen Interessen schließlich bei Philipp II., der alle Pläne persönlich begutachtete, besonders jene des Escorial. Aber auch das Interesse des Adels war von großer Bedeutung, da er mit den Aufträgen für repräsentative Paläste die Renaissance in Spanien vorantrieb. Neben dem Adel ist es auch das Bürgertum in den prosperierenden Handelsstädten zu nennen, das inzwischen zu Wohlstand und Selbstbewusstsein gekommen ist. Es wurden aufwendige Rat-, Zunft- und Wohnhäuser in Auftrag gegeben. So gestaltete sich eine als „Palazzo“ genannte Bauform. Es entstanden geschlossene, um einen Innenhof herum gelegte Bauten, deren Räume an Flure gereiht und gern in Stockwerke gleicher Höhe geordnet wurden. Zur Straßenfront hin erhielten sie eine monumentale dekorative Fassade. Eine andere weltliche Bauaufgabe stellte die Villa dar, das vor den Stadtmauern gelegene Landhaus mit seiner Gartenarchitektur.

Mit der zunehmenden Verbreitung des Humanismus in Spanien kam auch den Universitäten und Kollegien eine wachsende Bedeutung zu und somit auch der Architektur der Universitäten. Die Kollegien bildeten den ersten speziellen Bautyp unter den Universitätsgebäuden. Sie entstanden zunächst ohne feste Gestalt als Internate für arme Studenten und folgten in ihrer Organisation dem Vorbild der Klöster. Eine beschränkte Zahl von Stipendiaten lebte in enger Gemeinschaft unter der Aufsicht von Rektor und Dekanen. Durch Repetitionen und Vorträge gewannen sie allmählich den Rang von Lehrstätten mit wachsendem Einfluss auf den gesamten Lehrbetrieb.

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurden im Gebiet der iberischen Halbinsel viele Universitätsgebäude neu errichtet oder bereits bestehende umgebaut und erweitert. Dazu zählen z. B. die Universitäten von Salamanca, Alcalá de Henares, Burgo de Osma, Osuna und Oñate, sowie die Kollegien von Valladolid, Santiago de Compostela, Tortosa und Salamanca.

Die Renaissance und ihre Architekturstilrichtungen in Spanien

Die meisten Architekturhistoriker sehen den Ursprung der Renaissance im frühen 15. Jahrhundert in Florenz als Brunelleschi, basierend auf Ideen der römischen Antike, aber auch der Romanik – seine Idee der römischen Baukunst formulierte. Ausgehend von Florenz breitete sich der Renaissance-Stil erst über Italien, dann über ganz Europa aus. Bis 1450 hatte sich der neue Stil in Ferrara, Urbino, Neapel und Rom etabliert. Kurz darauf setzte sich dieser Stil auch in den Fürstentümern Rimini, Mantua und Mailand, sowie in den Republiken Siena und Venedig durch. Anders als Florenz, Siena und Venedig wurden die übrigen Städte bzw. Stadtstaaten von signori – also Fürsten, Herzögen, Königen und Grafen –regiert.

Dies wiederum erleichterte die Verbreitung des Stils im restlichen Europa, da  die Herrscher der Königreiche, Fürstentümer miteinander verknüpft waren. Es waren vorwiegend Mitglieder der herrschenden Klasse, die als Mäzene auftraten und Paläste und Grabdenkmäler im Renaissance-Stil errichten ließen.

In Spanien herrschten im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts die „Katholischen Könige“ Isabella und Ferdinand. Sie waren bestrebt, ein vereintes christliches Spanien zu schaffen. Um dieser Idee des Christentums in der Architektur symbolisch Ausdruck zu verleihen, schien ihnen allerdings die Formensprache der Gotik geeigneter als die der Renaissance, die – zumindest in Spanien – mit dem Heidentum in Verbindung gebracht wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass die „Katholischen Könige“, die Kirche und auch ein Großteil des spanischen Adels auf eine Erneuerung der tiefverwurzelten Tradition des gotischen Architektursystems bedacht waren. Dazu kommt, dass auf der iberischen Halbinsel sowohl die Renaissance als auch die Gotik als Ausdruck derselben Idee der Modernität galten.

So befand sich Spanien zu Beginn des 16. Jahrhunderts in einer Phase der stilistischen Unsicherheit oder Überlappung. Gotik, Mudéjar und Renaissance blieben lange Zeit gleichermaßen gültige Stile, die selbst bis in die Jahrhundertmitte in verschiedensten  Mischformen auftraten. So findet man sie häufig gemischt an Fassaden, in Innenhöfen und Kreuzgängen. Im Mudéjar-Stil vermischte sich abendländische Baukunst mit islamischen Elementen. Islamische Handwerker, die in den wiedereroberten Gebieten Spaniens zurückgeblieben waren, bauten vom 10. – Anfang des 16. Jhs. im Auftrag der Christen.

Die Geschichte der spanischen Renaissancearchitektur ist  anfangs vor allem eine Geschichte des Baudekors. Erst zur Mitte des Jahrhunderts hin begann man, weniger Schauwände und mehr Räume zu konzipieren. Die Baukunst in Spanien wurde zwar von der italienischen Renaissance beeinflusst, die spanischen Künstler hatten aber auch andere  Vorbilder, so dass nicht der italienische Stil starr kopiert wurde, sondern sich in Spanien eigene Bau- und Schmuckformen entwickelten. Regional waren die Anfänge der Renaissancebaukunst auf kleine Gebiete begrenzt, in Zentralspanien z.B. waren das Guadalajara und seine nähere Umgebung. Hier ist vor allem die Adelsfamilie der Mendozas zu nennen, die einen großen  Einfluss auf die Verbreitung des Stils hatte.

In Spanien unterscheidet man zwei Stilepochen der Renaissance:

  • den Platereske-Stil
  • den puristische oder Desornamentado-Stil

Der Platereske Stil verband die neuen italienischen Ideen der Renaissance mit der spanischen gotischen Tradition und starken maurischen Elementen. Er verband die maurische Flächenkunst mit den plastischen Vorstellungen der Italiener. Der Stil wurde Platereske genannt wegen der extrem dekorierten Fassaden, die an die überbordenden Dekorationen der damaligen Silberschmiedearbeiten, die Plateros, erinnern. Dieses starke Dekorationsbedürfnis war einerseits ein Erbe der islamischen Vergangenheit anderseits aber auch ein Ausdruck eines starken – manche sagen überbordenden –Selbstbewusstseins. Typisches Beispiel des Platereske-Stils ist u.a. die Universität von Salamanca.

Der Desornamentado-Stil dagegen ist der Ausdruck der dekorativen Nüchternheit und der architektonisch mächtigen Formen. Es ist ein Stil, der weitgehend ornament- und schmucklos und glattwandig ist. Er wird auch Herrera-Stil genannt. Denn Juan de Herrera erbaute in der asketisch-strengen Zeit  Philipps II. eine gewaltige Klosterburg, deren eine Hälfte dem königlichen Hofstaat, deren andere aber der Kirche gehörte. Die Anlage ist die Hofburg Spaniens, der Escorial.

Typische Merkmale der Architekturbauwerke der Renaissance

Die Stilepoche der Renaissance wurde ja als Wiedergeburt der Antike (ca. 800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.) bezeichnet. Die Architekten und Baumeister jener Zeit orientierten sich an der römischen Baukunst. Aufgegriffen wurden Bauelemente des alten Roms. Jedoch fanden sich in der Architektur der Renaissance auch Stilelemente der Romanik und Gotik und in Spanien des Mudéjar-Stils wieder.

Klare geometrische Strukturen, Symmetrie und harmonische Proportionen wurden im Renaissance-Baustil angestrebt, um ein vollkommenes Gleichgewicht zu erlangen. Die Schönheit dieser Gebäude beruht auf der ausgewogenen Beziehung aller Bauelemente zu einander. Als Ideal gilt der kuppelüberwölbte Zentralbau. Da diese Bauform bei den Kirchen aber den kultischen Bedürfnissen der Kirche – Isolierung des Altars vom Gemeinderaum – widersprach, findet man hier häufig auch die längsausgerichtete Form der Basilika und Hallenkirche.

Typische Bauteile und Gestaltungselemente in der Renaissance

  • Symmetrische Grundformen (polygonale, runde oder quadratische Elemente, um harmonische Proportionen zu erhalten)
  • Antike Säulenordnungen (dorische, ionische, korinthische),
    Zusammengesetzte Ordnung von ionischen Voluten (schmückende spiralförmige oder schneckenförmige Ornamente) und korinthischem Kapitell (oberer Abschluss einer Säule)
  • Kuppeln
  • Tonnen- und Kreuzgratgewölbe
  • Arkaden (Rundbögen, getragen von schlanken Säulen)
  • Rustikamauerwerk (grob behauenes Quadersteinmauerwerk mit tiefliegenden Fugen)
  • Fries und Gesims (horizontales Gestaltungselemente von Wandflächen und Fassaden)
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Zeittafel der Geschichte der Architektur in Spanien

Zeittafel der Geschichte der Architektur in Spanien vom 6. – 19. Jh.

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Auf Grund der geschichtlichen Entwicklung und der damit verbundenen unterschiedlichen Herrschaftssysteme in Spanien kann man hier keine einfache klassische Einteilung der baugeschichtlichen Phasen vornehmen wie vielleicht in Italien, Deutschland, Frankreich oder England. Denn neben der Tatsache, dass wir in Spanien auch eine unter den Mauren entwickelte und gestaltete Architektur haben, gibt es einige regionale Differenzierungen und eine zum Teil deutliche zeitliche Überlappung und Vermischung der Stile.

So kann man mit vielen zeitlichen Überlappungen und sicher auch gewissen Ungenauigkeiten, was die zeitliche Terminierung betrifft, in etwas folgende Baustile in Spanien unterscheiden:

6. –  8. Jh.

Westgotische Architektur (präromanischer Baustil des Westgotenreiches)

8. – 10. Jh.  

Asturische Architektur (präromanischer Stil speziell in Asturien, v.a. um Oviedo (s. dazu das Kapitel „Vorromanische asturische Kultur“) Camino Primitivo

9. – 11 Jh.

Mozarabische Architektur (Mozaraber waren Christen, die von der Kultur des Islam geprägt waren)                    ( s. Kapitel “Mozarabische vorromansiche Architektur”) 

8. – 15 Jh.

Maurische Architektur (je nach den Machtverhältnissen Umayyadische Architektur, Architektur der Taifazeit, almoravidische, almohadische, nasridische Architektur) s. dazu auch das Kapitel „Die Arabisierung Spaniens“ Via Tolosana

10. – 16. Jh.

Mudéjar Architektur – Islamische Handwerker und Künstler, die in den wiedereroberten Gebieten Spaniens geblieben sind, bauen im Auftrag von Christen  (s. Kapitel  “Der Mudéjar-Stil”)

1000 – 1240

Romanik (980 -1050 Frühromanik, 1020-1180 Hochromanik, 1180-1220 Spätromanik) (s. dazu das Kapitel „Romanik in Nordwestspanien“ )

1140 – 1550

Gotik (1150 – 1250 Frühgotik, 1200-1350 Hochgotik, 1350-1550 Spätgotik u.a. der Isabellastil 1480-1510)  (s. Kapitel “Gotik in Spanien”)

1480 – 1600

Renaissance (1480 – 1550 Platero-Stil, 1550 – 1600 Desornamentado-Stil) ( s. dazu das Kapitel „Zeit der Renaissance“ ) Via de la Plata

1600 – 1800

Barock und Rokoko

1800 – 1840

Klassizismus

1840 – 1880

Historismus

1880 – 1914

Jugendstil

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Kulinarisches Baskenland

Kulinarisches Baskenland

Sterneköche, Pintxos und Txokos

Sterneköche

Im Baskenland gibt es nach Kyoto die meisten Michelin Sterne-Köche pro Einwohner weltweit gibt. Schon allein in und um die kulinarische Hochburg San Sebastian glänzen stolze 16 Sterne. Kultstatus haben vor allem die altbewährten Dreisternerestaurants Arzak, Akelarre und Martin Berasategui.

Den ersten Meilenstein für eine neue „cocina vasca“ legten bereits die Pioniere Juan Mari Arzak und Pedro Subijana, als sie in den 70er Jahren aus Frankreich zurückkehrten. Sie hatten mit dem renommierten Chef Paul Bocuse gekocht und brachten eine radikal neue Vision der „nouvelle cuisine“ mit, die revolutionär war. Der „Patriarch“ unter den baskischen Chefs war jedoch Luis Irizar mit seiner neuartigen Schule für Hotel- und Gaststättengewerbe Euromar. Die jungen ambitionierten Köche konnten sich dort kreativ entwickeln und mit dem Einfluss des katalanischen Kollegen Ferrán Adrià hat sich nach und nach eine neue Philosophie der modernen Küche etabliert.

In Bilbao sind die berühmtesten Sterneköche sind neben Azurmendi etwa Mina, Etxanobe, Nerua, Aizian, Andre Mari, Zarate und Etxabarri.

In San Sebastian sind die Sternerestaurants Arzak, Akelarre, Martin Bersategen, Muraritz, Kokotxa, Mirador de Ulia, Basque Culinary Center.

Pintxos

Neben diesen Spitzenrestaurants, die nicht unbedingt für jeden Geldbeutel geeignet sind, gibt es für jedermann jene Kunstwerke in Miniaturform.

Ein wahrer Augenschmaus sind die „Pintxos“, die baskischen Tapas. Sie zeigen fantasievolle Kunstwerke in Miniaturform, die an unzähligen Tabernentheken angepriesen werden. Für die Einheimischen sind das allerdings Appetithäppchen vor der eigentlichen Mahlzeit. Das Sozialleben findet auf der Straße und in den Bars statt, man zieht um die Häuser, von Kneipe zu Kneipe. „Poteo“ nennen es die Basken.

Die Pintxos sind in sämtlichen kleinen Kneipen, Bars und Restaurants allgegenwärtig. Pintxos sind ein wesentlicher Bestandteil der baskischen Esskultur und spiegeln die gesamte Bandbreite der baskischen Kulinarik wider. Der Name stammt vom spanischen Verb „pinchar“, was „aufspießen“ bedeutet. Dieser Vorgang beschreibt das Pintxo schon recht gut: Kleine kulinarische Köstlichkeiten werden mit einem Zahnstocher auf einem Stück gerösteten Brot aufgespießt. Aber auch andere leckere Kleinigkeiten ohne Brot fallen unter den Sammelbegriff.

Generell ist bei der Zubereitung Fantasie gefragt, denn Pintxos leben von der kreativen und teilweise extravaganten Kunst der Kombination verschiedener Zutaten. So verwundert es nicht, dass das Angebot in baskischen Bars riesig ist – auf dem Tresen findet man oft eine große Auswahl traditioneller Pintxos z.B. Sardellen auf Serrano-Schinken und Ziegenkäse, Glasaal auf mit gekochtem Ei, gefüllter Zucchini, Fisch wie Seehecht, Thunfisch, Kabeljau, oder auch Kartoffelomelett, gefüllte Paprika, Kroketten aber es gibt auch außergewöhn-lichere Zubereitungen. Üblicherweise isst man ein oder zwei Pintxos und zieht dann in die nächste Bar weiter. 

Wie bestellt man Pintxos? Üblicherweise gehen Sie in der Bar an die Theke und bitten den Kellner oder Barmann um einen Teller. Darauf stapeln Sie sich eine Auswahl der Pintxos. Je nach Bar zeigen Sie entweder dem Kellner anschließend Ihre Auswahl, der diese dann abrechnet oder es werden Ihnen zum Schluss die Anzahl der übriggebliebenen Zahnstocher berechnet. 

Pintxos Baskische Küche

Txokos

Doch nicht nur die Gastronomie floriert im Baskenland, auch private Kochvereine sind hier seit jeher weit verbreitet und zeugen davon, wie tief die Kulinarik in der Region verwurzelt ist: Viele Basken treffen sich in sogenannten “Txokos”, eigenständigen Gesellschaften zum gemeinsamen Kochen und Genießen. 1870 begann diese Tradition, die lange Zeit ausschließlich baskischen Männern vorbehalten war und deren Mitgliedschaft von Vater zum Sohn weitervererbt wurde. Die Txokos, übersetzt in etwa Winkel oder Refugium, sind traditionelle Männerclubs aus der Nachbarschaft eines Viertels, die sich zum Kochen, Fluchen, natürlich Trinken und Albern sein treffen. Frauen hatten und haben hier i.d.R. keinen Zutritt. Soziologen erklären das Phänomen als einen Ausgleich zum traditionellen baskischen Matriarchat. Denn in den Fischerhütten und den Arbeitersiedlungen hatte die Frau die Schürze und darunter die Hose an.

Baskisches Cafe
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Romanische Kirchen – Juwelen auf der Via Podiensis

Romanische Kirchen auf der Via Podiensis

Ein Teil der Kirchen wurde natürlich im Laufe der Jahrhunderte durch andere Stilrichtungen ergänzt oder auch teilweise überformt. Ihre große Zahl allein auf unserem Weg zeugt aber für die Bedeutung, die die Romanik in diesen Regionen hatte. Sicher sind nicht alle diese Kirchen rein kunsthistorisch betrachtet von besonderer Bedeutung. Aber wer den Weg auf sich nimmt, findet hier immer wieder Orte der Ruhe und Entspannung, der Geborgenheit und Reflexion, des Mystischen und des Realen. 

s. auch die Bilder von Klaus Schäfer zu Bilder auf den jakobswegen

https://4sdc.de/twg24/index.php?twg_album=free+Pictures

Auswahl

Le Puy-en-Velay
St. Christophe sur Dolaison
Montbonnet
Rochegude
Monistrol d`Allier
SaugueS
St. Alban-SUR-limaGNOLE
Aumont Aubrac
La Chaze-de-peyre
nasbinals
AUBRAC
Espalion
BEssueJouls
Golinhac
ST Marcel
CONQUES
FIGEAC
cahors
MONTCUQ
MOISSAC
NOGARO
Miramont-Sensacq
PIMBO
CASTILLON
SAUVELADE
OLORON STE MARIE
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Französische Romanik

Französische Romanik

auf der Via Podiensis

Wenn wir auf der Via Podiensis gehen, begegnet uns kunstgeschichtlich gesehen auf Schritt und Tritt die französische Romanik. Viele Kirchen auf unserem Weg, die wir vor allem auch wegen ihrer schlichten Schönheit bewundern, stammen aus der Zeit der Romanik. Trotz zahlreicher Kriege auch in diesem Landstrich aber auch auf Grund der sicher teilweisen prekäreren wirtschaftlichen Situation in dieser Region sind noch viele Kirchen in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten. In anderen Gebieten wurden häufig die alten romanischen Kirchen abgerissen bzw. manchmal sind sie auch abgebrannt. An ihrer Stelle wurden dann prachtvollere gotische Kirchen errichtet. Die alten romanischen Krypten legen häufig noch Zeugnis ab von der früheren Geschichte der Kirche.

1. Geschichtliche und soziale Rahmenbedingungen

Bei der Betrachtung der Romanik soll nicht nur der kunstgeschichtliche Aspekt zum Tragen kommen, sondern ich will auch zum besseren Verständnis der Romanik einige geschichtliche und soziologische Hintergründe kurz erläutern. Denn sie vermitteln wertvolle Erkenntnisse über die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge, in denen vermeintliche Einzelerscheinungen erst ein nachvollziehbares Gesamtbild ergeben.

1.1. Bevölkerungspolitische Situation

Nach dem Zerfall des Fränkischen Reiches in ein östliches und westliches Gebiet  (843 , Vertrag von Verdun) und dem Ende der Karolinger Königslinie um 980 kam es zu einer Stabilisierung der politischen Lage in Europa. Zusätzlich fand eine Klimaerwärmung statt. In dem Zeitraum, in dem man diese mittelalterliche Warmperiode verortet (900 – ca. 1400), kam es in Europa zu einer regelrechten Bevölkerungsexplosion, man geht von einer Verdreifachung der Bevölkerung zwischen 1100 und 1400 aus. In Folge der günstigen Klimabedingungen kam es zu einer Expansion der Agrarwirtschaft, vor allem des Getreideanbaus. Die Klimabedingungen gelten aber nicht als die alleinige Ursache für den rasanten Anstieg der Bevölkerung – sondern es gab gleichzeitig agrarkulturelle Fortschritte bei der Nutzung technischer Geräte, bei der Bodennutzung und bei der Diversifizierung von Getreidearten.
In diesem Gesamtkontext entwickelte sich dann auch das gesellschaftliche und religiöse Leben weiter. Der Feudalismus prägte die damalige politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung. Der König, der Adel und die Kirche waren die Grundbesitzer und bildeten die führende Schicht. Ihnen gehörten die Ländereien und sie gaben bestimmte Rechte und Ländereien (Lehen) an ausgewählte Untertanen für treue Dienste weiter. Neben der Schicht der „Herrschenden“ gab es den Stand der „Diener“, der sich aus wenigen freien Bauern und dem überwiegenden Teil der Unfreien zusammensetzte. Sie waren von ihren Herren  fast vollständig abhängig.
In der zweiten Hälfte des 12. Jhs. bildete dann sich aus den Unfreien eine neue Bevölkerungsschicht heraus, die Bürger. Diese lebten in den von Königen und Fürsten angelegten Städten und waren zu keinen Diensten und Abgaben verpflichtet. „Stadtluft macht frei!“ Allerdings kann man keineswegs von einer politischen oder kulturellen Einheit sprechen. Das Land war zersplittert in zahlreiche Fürstentümer. Zwar  konnten die Karpetinger  ab Beginn des 11. Jh. ihren Anspruch auf die Krone behaupten, aber ihre wirkliche Macht konnten sie nur auf der Ile de France  durchsetzen, während ihre Vasallen – die Herzöge von Burgund, Aquitanien, Normandie oder Bretagne – viele Hoheitsrechte in ihren Gebieten wahrnahmen. Erst ab dem frühen 12. Jh. konnte die Krone ihre Position gegenüber den Herzögen stärker ausbauen. Am Ende des 100- jährigen Krieg gelang es dem französischen König dann nach vielen sehr wechselhaften Auseinandersetzungen mit der englische Krone, die zeitweise fast die Hälfte des französischen Kronlandes als Lehen besaß, seine Zentralmacht durchzusetzen.
Dies hatte auch entscheidende Bedeutung für die kulturelle Entwicklung. War in Zeiten der Romanik das Land noch zersplittert, so spiegelte sich dies auch in den unterschiedlichen Kulturlandschaften wieder. So weist die französische Romanik trotz vieler Gemeinsamkeiten auch sehr unterschiedliche regionale Konturen auf. Mit der Zentralisierung gaben auch die Kunstlandschaften Frankreichs ihre Eigenständigkeit auf und so konnte sich kunsthistorisch die Gotik landesweit mit sehr einheitlichen Strukturen durchsetzen.

1.2. Religiöse Bewegungen

Was nun das religiöse Leben betrifft, so wurde im 4. Jh. das Christentum zur Staatskirche erhoben. Damit einher ging eine zunehmende Verweltlichung des Christentums, so dass es als Gegenbewegung zu dieser Entwicklung zu einem Aufschwung des Mönchtums kam. Das Mönchtum – also die Gemeinschaft von Mönchen-  entwickelte sich aus dem Einsiedlertum, d.h. dem Rückzug Einzelner in ein in Einsamkeit und Askese geführtes Leben, das zunächst im 4. Jh. und 5. Jh. verbreitet war. Daraus entstand erst langsam auch ein organisiertes klösterliches Mönchtum.  Die Gestalt und Organisation dieser Bewegungen fanden ihre Basis und Vereinheitlichung in den Klosterregeln des Benedikts von Nursia um 540. Seit ihrer Verfassung ist sie die Grundlage des Ordens der Benediktiner. Da diese Regeln nicht alles, was das Leben im Kloster betraf,  festhielten, wurden sie durch Consuetudines – Ausführungsbestimmungen – ergänzt, die allerdings von Kloster zu Kloster variierten. Die Verbindung zwischen Kloster und Kirche wurde im Konzil von Chalcedon 451 in der Form geregelt, dass die Klöster den bischöflichen Diözesen, in denen sie sich befanden, unterstellt wurden. Den Bischöfen wurde zudem das Recht zugestanden, in ihren Amtsbereichen (Diözesen) Klöster zu gründen und Aufsicht über sie zu führen.

1.3. Bedeutung der Klöster für die Baukunst und die Gemeinschaft

Mit den oben beschriebenen Entwicklungen ging eine intensive Entwicklung der romanischen Baukunst einher. Zwischen 1050 und 1350 (Romanik und Gotik) wurden in Frankreich mehr Steine gebrochen als in der ganzen Zeitperiode des alten Ägyptens – genug um 80 Kathedralen, 500 große Kirchen und Zehntausende von Gemeindekirchen zu errichten. Die Romanische Kunst ist eng mit dem Mönchtum verbunden, so dass ihre Sakralbauten die wichtigsten Zeugnisse dieser Epoche sind. Zunächst waren es vor allem die Benediktiner und später die Zisterzienser, die viele dieser Sakralbauten in Frankreich errichteten. Dabei waren die Kirchen und Klöster nicht nur Ausdruck der sakralen und politischen Macht, sondern sie waren auch Lehrstätten und wichtige Verbreiter des christlichen Glaubens. Die Klöster waren Förderer der Architektur und Kunst und trugen durch Schulgründungen zur Ausbildung der Bevölkerung bei. Sie errichteten große Bibliotheken, in denen alte Bücher archiviert und neue Bücher geschrieben wurden. Neben der Schriftkunst und der Kunst gab es weitere Aspekte von besonders wichtiger Bedeutung für die säkulare Welt u.a. die Weiterentwicklung der Landwirtschaft, der Weinbau, die Medizin und Kräuterkunde sowie die Optik. Auch die Armen- und Krankenfürsorge muss besonders erwähnt werden. Zudem trugen die Mönche durch ihre zahlreichen Reisen durch Europa zur Verbreitung von  Nachrichten und Wissen von Kloster zu Kloster bei. Des Weiteren bildeten die Klöster für die steigende Zahl der Pilger  wichtige Anlaufpunkte. Sie dienten vorwiegend der Unterkunft, wurden aber auch als Hospitäler genutzt, da die Mönche wie oben erwähnt nicht nur Lehrer und Seelsorger waren, sondern auch Ärzte.

1.4. Pilgerreisen

Die Pilgerreisen waren für viele Menschen im Mittelalter ein fester Bestandteil des religiösen Lebens, obwohl das Reisen damals  beschwerlich und gefährlich war. Da die Pilger keine Waffen tragen durften, wurden sie durch Raub, Betrug, Mord oder Versklavung bedroht. Der Wunsch, eine Pilgerreise zu unternehmen, war gleichermaßen in allen gesellschaftlichen Schichten sowie bei Männern und Frauen vorhanden. Man kann sicher von einem Massenphänomen sprechen, in dessen Folge es zur Ausbildung bedeutender Pilgerwege kam,  vor allem zu den großen Zielorten Jerusalem, Rom oder eben Santiago de Compostela.
Die Entdeckung des Jakobusgrabes in Santiago de Compostela im Jahr 818 war ein Ereignis von besonderer Bedeutung . Anfangs besuchten nicht so viele Pilger das Grab, aber als die Cluniazenser 100 Jahre später begannen, die Pilgerfahrt systematisch zu organisieren, erlebte die Wallfahrt nach Santiago de Compostela einen raschen Aufschwung, der im 12. Jh. seinen Höhepunkt erreichte.
In Frankreich bildeten sich damals vier große Pilgerrouten heraus. Die eine führte über St. Gilles (in der Nähe von Arles), Montpellier, Toulouse und den Somport-Pass. Sie wird als Via Tolosana bezeichnet und wurde vor allem von Pilgern aus Italien genutzt. Die zweite ging von Le Puy über Conques, Cahors, Moissac zu den Pyrenäen. Vor allem Pilger aus Osteuropa und Süddeutschland nutzten diese Via Podiensis. Die dritte lief von Vezelay aus und führte über Charite-sur Loire, Limoges zu den Pyrenäen, die sogenannte Via  Lemovicensis. Die vierte Route ging von St. Denis in Paris  (bzw. Paris) über Tours, Poitiers,  Saintes und Bordeaux zu den Pyrenäen. Auf der Via Touronensis zogen vor allem Pilger aus den heutigen Benelux-Staaten in den Süden. Die letzten drei Wege nahmen den Weg über den Cisa-Pass durch die Pyrenäen nach Roncesvalles.  Ab Roncesvalles oder ab dem Somport-Pass führte dann der Weg, der sogenannte Camino frances, durch Nordspanien nach Santiago de Compostela.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ways_of_St._James_in_Europe.png

1.5. Reliquienkult

Die Anziehungskraft von Santiago de Compostela  aber auch vieler anderer Zwischenstationen auf den Wegen ist nur mit der Bedeutung der Reliquien im Mittelalter zu erklären. Die Berührung der Reliquien ermöglichte in der Wahrnehmung der Pilger die Chance, für einen Augenblick der unsichtbaren Jenseitswelt teilhaftig zu werden. Es besteht zwar nach heutigem Wissensstand kein Anhaltspunkt für die Vermutung, dass Jakobus sich tatsächlich auf der iberischen Halbinsel aufgehalten hat noch dass seine Gebeine nach Spanien gebracht wurden, aber die Behauptung dieser Tatsache in Urkunden gekoppelt mit einer gezielten Propaganda taten bald ihre Wirkung. Außerdem unterstrich der vermeintliche Fund des Grabes des Apostels den Machtanspruch der katholischen Kirche und stärkte das im Norden Spaniens entstandene Königreich Asturien,  das sich langsam in das von Mauren besetzte Spanien ausdehnte.
Mit der steigenden Zahl der Pilger nahm auch der Reliquienkult immer größere Ausmaße an. Eine Stätte mit einem Heiligengrab zog mehr Pilger an als eine ohne Reliquien. Sie erlangte dadurch größere Bedeutung, was in der Regel einen finanziellen Aufschwung zur Folge hatte. Dadurch konnten wiederum prächtigere Bauten errichtet werden, die dann wiederum mehr Wallfahrer anzogen.  So sind  z.T. auch die vielen kunsthistorisch wertvollen Bauten und Steinmetzarbeiten aus jener Zeit zu erklären. Die Summen,  die der Reliquienkult z.B. dem Kloster in Conques einbrachte, machten einen guten Teil der Einkünfte der Abtei aus.  Das imposante Jakobinerconvent mit der großen Basilika in Conques legt Zeugnis ab über den Reichtum der Abtei. Die Klöster gewannen auch dadurch an Reichtum, dass ihnen viele Menschen ihren Besitz übertrugen in der Hoffnung, dass die Mönche durch Gebete ihren Übergang vom Fegefeuer in die ewige Glückseligkeit beschleunigten.
Da die Organisation dieser Massenbewegung in den Händen der Klöster lag, wurde die Breitenwirkung der Ordensgemeinschaften weiter gestärkt. Die Pilger führten ein Itinerar mit sich, das ihnen den Weg zu den Stationen auf ihrer Route wies. Darin enthalten waren auch Hinweise auf Umwege zu Gotteshäusern sowie Hinweise auf Hospitäler und andere karitative Einrichtungen, die wiederum ausnahmslos von  Klöstern betrieben wurden. So findet man auch heute noch entlang der oben beschriebenen Pilgerwege trotz zahlreicher Zerstörungen ein dichtes Netz an romanischen Kirchen. Viele dieser romanischen Kirchen vermitteln einen Eindruck von Frieden und Geborgenheit, deren Wirkung der damalige aber auch der heutige Pilger – gerade nach manchen Mühsalen des Weges  – verinnerlichen kann. Aus dem Beschriebenen erkennt man die Kraft der Pilgerschaft. Religiosität, wirtschaftliche Aspekte und Baukunst beeinflussen sich gegenseitig erfolgreich und gleichzeitig wird in einem von Unruhen gezeichneten Europa eine Brücke über alle sprachlichen und politischen Grenzen geschlagen.

1.6. Entwicklung der Bauschulen

Aber nicht jede Gemeinde, jeder Orden, jeder Stifter, die eine neue Kirche, ein Kloster oder gar eine Kathedrale errichten wollten, konnten sich eigene Bauschulen mit angegliederten Werkstätten und fähigen Baumeistern leisten. Da man erst gegen Ende der romanischen Epoche dazu überging, maßstäblich verkleinerte Baupläne zu erstellen, gab es vorher wenige schriftlich fixierte Quellen, aus denen man sein Wissen über solch große Bauwerke hätte holen können. Lediglich einige der Maurer und Steinmetze, von denen viele im Laufe der Zeit durch ihre Erfahrung zu angesehenen Baumeistern wurden, hielten ihre Ideen und Bilder in Musterbüchern fest, um sie den Auftraggebern als Anregung wie auch als eine Art Vertragsgrundlage zu präsentieren. Viele der qualifizierten Baumeister reisten von Baustelle zu Baustelle und nicht selten betreuten sie mehrere Großbaustellen gleichzeitig. So entwickelten sich entlang der großen Pilger- und Handelsstraßen Bauschulen mit stilistischen Eigenarten heraus, deren Handwerker und Baumeister aber immer in regem Austausch mit anderen Baukünstlern standen und so letztendlich die typisch romanischen Baumerkmale verbreiteten.

2. Baukunst

2.1. Typische Elemente der sakralen romanischen Baukunst

Der Begriff der „Romanik“ leitet sich von dem Wort „romanesque“ ab, das der Franzosen Charles Gerville (1769–1853) im Jahr 1818 wählte, um auf die Verwandtschaft der Romanik zur römischen Architektur hinzuweisen. Man unterteilt die Romanik in Frankreich dabei in die Frühromanik (1000-1080) und die Hochromanik (1080-1150).
Die Urform des romanischen Kirchenbaus orientiert sich an einem typisch römischen Profanbau: der Basilika. Die Kirche hat somit als Vorbild einen antiken Herrscherbau und sollte so zeigen, dass nun Christus der Herrscher ist. Die Form besteht meist aus einem mittleren Hauptschiff und zwei z.T. niedrigeren Seitengängen (Seitenschiffen). Hinzugefügt wurde mit der Romanik das Querschiff, das dem Grundriss die Form eines lateinischen Kreuzes verleiht. Das Kreuz galt als Hauptzeichen des Christentums. Zudem ist die Kirche in W-O-Richtung ausgerichtet. Zum einen war ja das Grab Christi vom Abendland aus gesehen im Osten. Zum anderen spielt das Licht eine besondere Rolle. Da im Osten die Sonne aufgeht und somit „Licht in die Dunkelheit“ bringt, liegt der wichtigste Teil der Kirche, der Chor, im Osten. Im Westen befindet sich die häufig prunkvolle Fassade mit meist drei Portalen und mit einem oder zwei Türmen.
Die Mauern tragen die ganze Last der Gewölbes und des Daches. Deshalb sind diese auch  so dickwandig angelegt. Sie sollten auch möglichst wenig durch Öffnungen wie Fenster und Portale geschwächt werden. Die gewölbten Tür und Fensteröffnungen wurden also nicht nur aus ästhetischen Gründen gewählt. Die Rundungen haben vor allem eine große Bedeutung für die Statik. Durch die Aneinanderreihung der Bögen wird eine Wölbung gestaltet, die den Druck des darauf lastenden Daches abfängt und eine Einsturzgefahr verhindert oder zumindest stark minimiert. Je grösser die Bögen, umso massiver müssen die Stützen und Wände sein. Dadurch entsteht bei diesen Sakralbauten ein massiges, blockartiges, schweres und wuchtiges Erscheinungsbild.
In der Frühromanik findet man meist noch flache Kassettenholzdecken.  Die Einwölbung der Kirchenräume war aber das Ziel der romanischen Baukunst. Dieses Ringen um die Techniken bei der Wölbetechnik hat zum einen formale und ästethische Gründe zum anderen den Wunsch nach größerer Stabilität der Bauwerke, vor allem ein besserer Schutz vor Feuer, das häufig die hölzernen Konstruktionen aus vorromanischer Zeit zerstört hatte. So bildeten sich  bald zwei Gewölbeformtypen aus: das Tonnengewölbe und das Kreuzgratgewölbe. Die Konstruktion eines Tonnengewölbes war die einfachste Art eine Längswölbung und wurde deshalb zuerst angewandt. Zunächst wölbte man nur den Chor, später wie in Conques z.B. die ganze Kirche. Zeitlich parallel entwickelte sich das so genannte Kreuzgratgewölbe, das aus zwei sich einander rechtwinklig überschneidenden Tonnen besteht. Die Schnittstellen der beiden werden als Grate bezeichnet. Fast von Anfang an bemühte man sich um Hilfskonstruktionen in Gestalt von Bogen, die die Kreuzgrate unterstützten. Der nächste Schritt war dann, diese Bogen sichtbar zu machen und so entstand letztendlich das Kreuzrippengewölbe, welches zum wesentlichen Merkmal der gotischen Baukunst wurde.
Mittelschiff Klosterkirche Ste-Foy Conques
Mittelschiff der Klosterkirche Ste-Foy in Conques // Quelle: Wikipedia
Die Ausbildung dieser Gewölbeform war eine enorme Leistung mittelalterlichen Bauhandwerks. Zunächst zumindest arbeitete man ohne Baupläne und verlies sich auf die Erfahrung der Baumeister. Beim Errichten der Gewölbe wurden als Gerüst hölzerne Lehrbögen verwendet, die nach dem Setzen des Abschlusssteins wieder entfernt wurden. Dies war der entscheidende Moment, denn entweder hielten  Gewölbe und  Mauern den Seitenschüben und die Lasten stand oder alles fiel, einem Kartenhaus gleich, in sich zusammen. Monate-, oft jahrelange harte Arbeit wäre dann zunichte gemacht.
Die durch die Rundbögen erzielte Wölbung musste im Innenraum zusätzlich stabilisiert werden. Aus dieser Notwendigkeit entwickelte sich ein weiteres ästhetisches Merkmal der romanischen Architektur, der Stützwechsel. Die sich abwechselnden Säulen und Pfeiler, die als Stützen dienten, ließen zudem viel Freiraum für die Versammlung der Gläubigen, u.a. der großen Zahl an Pilgern innerhalb der Kirche. Während die Säulen die Gewölbelast abfingen, dienten die Pfeiler zur statischen Absicherung der Räume.
Zusätzlich zu den statischen Elementen müssen als sehr wichtige Elemente der Romanik die zahlreichen Verzierungen der Portale und Außenwände genannt werden. Man geht davon aus, dass die Arbeit der Steinmetze von  handwerklichem Können aber auch von spirituellen Empfindungen getragen wurde.  Viele dieser Künstler waren Mönche, die in den Werkstäten der Klöster ausgebildet wurden. So erklären sich  die kunstvollen, eindringlichen und berührenden  Ausschmückungen  in den verschiedenen Kirchen innen und außen sowie in den Kreuzgängen.

2.2. Entwicklung der regionalen Unterschiede

Trotz der typischen baulichen Elemente der Romanik lassen sich auch zahlreiche bauliche Unterschiede herausarbeiten.

Unten Karte der wichtigsten romanischen Kirchen in Frankreich aus; Raymond Oursel, Romanisches Frankreich, Zodiaque 1993

Diese lassen sich u.a. anhand der politischen Situation in Frankreich erklären. Zwar gab es den französischen König, der in Paris residierte und regierte, allerdings hatte er  nur wenig Einfluss auf seine adligen Vasallen. Diese verwalteten, fernab ihres Königs, recht eigenmächtig die ihnen unterstellten Gebiete und versuchten beständig, ihre Macht zu mehren. So wurde der Süden des Landes beispielsweise von den Grafen von Toulouse und den Herzögen Aquitaniens kontrolliert. Im Norden hingegen entstand unter dem Herzog der Normandie und Grafen von Anjou ein weiterer mächtiger Vasall des französischen Königs. Die Versuche, sich politisch von der Ile-de-France abzugrenzen, führten zu einer bewussten gesellschaftlichen Eigenständigkeit einzelner Gebiete, was sich auf die Kultur und damit auch auf die Baukunst der Regionen übertrug.
Die Romanik in Frankreich ist also weniger eine national homogene Epoche, sondern vielmehr ein Konglomerat verschiedener regionaler Stile, die sich im Laufe der Zeit gegenseitig beeinflusst und dadurch auch einander angeglichen haben. Da die Steinmetze aber – wie oben beschrieben – ihre Arbeiten in einem doch relativ begrenzten Raum verrichteten, zeigten einzelne Regionen jeweils ein etwas anderes Gesicht. So unterscheidet man in der Kunstgeschichte – was unseren Pilgerweg betrifft – eigene romanische Baustilrichtungen der Auvergne und Aquitaniens.
In der Auvergne finden sich zahlreiche Emporenhallen-Kirchen. Im strengen Sinne handelt es sich um Staffelhallen, weil ihre Mittelschiffe höher sind als die Emporengewölbe der Seitenschiffe. Diese Bauten sind oft im Mittelschiff tonnen- und in den Seitenschiffen Kreuzgrat gewölbt. Sie besitzen ein recht ausladendes Querhaus zwischen Langhaus und Chor, dessen Seitenschiffe mit unterschiedlichen Tonnenwölbungen ausgestattet sind. In der Literatur spricht man auch von einem “auvergnatischen Querriegel“.
In Aquitanien handelt es sich häufig um Kuppelkirchen ohne Seitenschiffe, deren Mittelschiff dafür aber umso breiter ist und der Länge nach von zwei bis vier Kuppeln ohne hölzernen Dachstuhl gedeckt wird.
In Südwestfrankreich mischen sich die Bauformen der angrenzenden Landschaften. Aber meist herrschen hier noch die Emporenhallen vor. Die Empore mit Vierteltonne als Gewölbeversteifung findet sich zuerst in Conques und in Toulouse in der größten noch erhaltenen romanischen Kirche der Welt, St.-Sernin.
Erst in der Gotik  (bereits ab Mitte des 12. Jh. in Frankreich, in Deutschland erst später) entwickelte sich ein eher einheitlicher Stil ausgehend von Paris, bedingt auch durch die größere Bedeutung des französischen Königs (vgl. auch die Geschichte des 100jährigen Krieges) und die damit verbundene Zentralisierung der Landes.
Neben den regionalen Unterschieden ist zusätzlich jede romanische Kirche in ihrer Gestaltung einzigartig. Das ist zum einen bedingt durch kirchliche Strömungen. So sind die Kirchen der Zisterzienser auf Grund ihrer religiösen Einstellung in der Regel schlichter gehalten als die der Benediktiner. Zum anderen wirkten sich die künstlerischen Einflüsse in den verschiedenen Bauschulen, die unterschiedlichen geologischen Gegebenheiten des Baugrundes (Flachland oder Felsenklippe) und das unterschiedliche Baumaterial, das zur Verfügung stand (z.B. harter Granit, weicher Kalk – und Sandstein oder Pyrenäenmarmor)  auf die Gestaltung der Sakralbauten aus. Im Mittelalter galt ja das Regionalprinzip, das heißt, man baute mit den Materialien, die einen in der näheren Umgebung zur Verfügung standen und vermied so i.d.R. lange Transportwege.

2.3. Die Skulptur der Romanik - Bildhauerkunst der Steinmetze

Viele der Steinmetze, die ja wahre Kunstwerke errichteten, haben sicher nicht daran gedacht, dass ihre Werke „für die Ewigkeit“ gebaut sind und auch heute noch – ca. 1000 Jahre später – mit ihrer Schönheit begeistern.  Viele Elemente erscheinen uns geradezu modern, vor allem die klare Gliederung, die graden schlichten Linien und die einfachen figürlichen Darstellungen. So faszinieren uns nicht nur die großen Kathedralen sondern gerade auch die kleinen romanischen Dorfkirchen und es lohnt sich auf unserem Weg, auch diesen einen Besuch abzustatten.
Es ging den Steinmetzen und Baumeistern weniger um den eigenen Ruhm – sondern um die Ehre Gottes. Die Namen der Stifter, Domherren oder Bischöfe kennt man durch zahlreiche schriftliche Quellen, während über Steinmetze und Baumeister der Romanik heute fast nichts bekannt ist, da sie ihre Werke in der Regel nicht signierten. Dabei waren sie – auch die Steinmetze auf dem Lande – wahre Meister ihrer Kunst. Im Mittelalter hatte der Künstler als Einzelpersönlichkeit keine Bedeutung. Es waren ohne Zweifel hervorragende Handwerker und gesuchte Leute bei den Auftraggebern aber in gewisser Weise zumindest für uns heute  gesichtslos.
Neben der baulichen Gestaltung hatten sie mit ihrer Arbeit den Auftrag, den Menschen das Evangelium näher zu bringen. Denn die Menschen vor allem auf dem Lande hatten meist keine Schulbildung und konnten weder schreiben noch lesen. So erzählen die verschiedenen Darstellungen – seien es die herrlichen Steinmetzarbeiten an den Portalen oder die Bilder an den Wänden der Kirche – Geschichten aus dem alten und neuen Testament. Dadurch wurde von den Mönchen und Künstlern eine neue bildhafte Erzählweise geschaffen. Während allerdings die Malerei der Romanik von geringerer künstlerischer Bedeutung war –  körperlose Darstellungen  und fehlende räumliche Perspektive dominierten – , entwickelte sich die Skulpturendarstellung  zu  einem  beeindruckenden Bauelemente der Romanik. Die romanische Plastik bot den Künstlern durch die dritte Dimension  die Chance, einen lebendigen und starken Ausdruck zu kreieren. Die außergewöhnliche Leistung beruht  auf der Fähigkeit, die Figuren immer mehr als Körper zu begreifen. Waren die ersten Arbeiten noch eher flache Reliefs, so scheinen die Figuren der späteren Werke aus der Wand herauszuwachsen und die ganze Architektur zum Leben zu erwecken. Ihre Schöpfer hatten sich im Laufe der Zeit aus Steinmetzen zu beeindruckenden Bildhauerpersönlichkeiten entwickelt.
Die Plastiken strebten nicht nach realistischen Darstellungen und Proportion, sondern hatten einen meist christlichen Symbolgehalt zu erfüllen. Dramatische Szenen, dämonische Gesichter und Fratzen, eine starke Faltenausprägung der Gewandfigur sollten das Auge fesseln. Der ausgeprägte Kontrast zwischen Symbolen für Gutes und Böses war durchaus gewollt und berechnet. Das Ziel der Bauplastiken – zunächst vor allem an Fassaden und Portalen, später auch im Innenraum –  war es einerseits die Geschichten des alten und neuen Testaments wiedergeben und andererseits den bösen Mächten den Zugang zur Kirche verwehren. Denn in der damaligen Vorstellung befand sich der Mensch permanent im Kampf zwischen heiligen und dämonischen Kräften. Betrachtet man die Gestaltung der Plastik im Zeitablauf der Romanik,  so kann man feststellen, dass sich im Rahmen dieses Prozesses  die Steinmetze zu Bildhauern entwickelten. Es existiert eine romanische Bildsprache, die in Europa beinahe einzigartig ist und deren Phantasievorstellungen fast grenzenlos zu sein scheinen. Das Spektrum reicht von der Darstellung des Gottes als Richter in der Darstellung des Jüngsten Gerichts bis hin zu den dämonischen Wesen und Fratzen in den Figurenkapitellen z.B. in den Kreuzgängen. Ergänzt wird dies durch die Funktion des Ornaments. So werden in zahlreichen Beispielen die Grenzen zwischen konkreten Darstellungen und abstrakten Schmuckformen aufgehoben. Oft liegt den ornamentalen Motiven ein tieferer Sinne in, der sich dem modernen Betrachter nur zum Teil erschließt. So werden z.B. die Rosetten auf den Säulen in Moissac als Feuerräder der Hölle interpretiert. Dass diese faszinierende Bilderwelt sowohl die mittelalterlichen Gläubigen als auch die modernen Betrachter in ihren Bann zieht, ist nur all zugut nachvollziehbar.
Kreuzgang von Moissac Abtei Saint-Pierre
Kreuzgang der Abtei Saint-Pierre (Moissac) // Quelle: Wikipedia
Bemerkenswert ist auch, dass die romanische Skulptur an Portalen und Kapitellen befestigt war und somit Jahrhunderte überdauerte. Es handelt sich um eine Kunstform, die, da sie unverrückbar war, so jedermann zugänglich und somit nicht elitär einigen wenigen vorbehalten war.
Stellvertretend für die romanische Plastik auf unserem Weg ist das südliche Portal mit dem Tympanon in Moissac benennen, das zu einem der Höhepunkte der romanischen Bildhauerei zählt. Es veranschaulicht das vierte Kapitel aus der Offenbarung des Johannes mit dem Hauptthema des Jüngsten Gerichts. Ebenso zu erwähnen ist der dortige Kreuzgang, der auf Grund seiner Vollständigkeit und seiner zahlreichen Skulpturen ein einmaliges Zeugnis romanischer Baukunst ist. Besonders zu erwähnen  sind hier die vielen Figurenkapitelle, die etwa fünfzig Bibelstellen veranschaulichen.
Tympanon Moissac am südlichen Portal der Abtei Saint-Pierre
Tympanon am südlichen Portal der Abtei Saint-Pierre in Moissac // Quelle: Wikipedia
Ein weiteres wunderschönes erhaltenes Tympanon der Romanik findet sich in Conques. Das Tympanon des jüngsten Gerichts erhebt sich über dem Westportal und zählt auf Grund seiner Größe und Originalität ebenfalls zu den Meisterwerken der romanischen Bildhauerkunst.
Tympanon des Eingangsportals der Klosterkirche Ste-Foy in Conques // Quelle: Wikipedia
Neben den großen Meistern der Bildhauerkunst gab es auch eine große Schar an zweitklassigen Künstlern, deren Arbeiten aber für die Klöster aus wirtschaftlicher Sicht von großer Bedeutung waren. Jedes Kloster, das an einer der Pilgerrouten lag, besaß eigene Werkstätten. In diesen wurden Devotionalien und alle möglichen Arten von Souvenirs – Kruzifixe, Heiligenbilder, Heiligenfiguren etc. – hergestellt und dann an die Pilger verkauft – ein Phänomen, das wir ja auch heute (leider) noch in den bekannten Wallfahrtsorten zu Genüge wiederfinden.
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