Zafra und Caceres

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Zafra

In Zafra, der Stadt, die uns auf unserem weiteren Weg entlang der Via de la Plata als erstes begegnet, ist eine Kleinstadt und eine Gemeinde von ca. 17.000 Einwohnern. Hier

finden wir jene Mischung aus Gotik, Mudéjar-Stil und Renaissance, die ja für die Entwicklung der Baustile in Spanien so typisch ist.

  • Das alte Zentrum der Stadt ist die im 15. Jahrhundert von den Mauren oder besser Mudéjares erbaute Plaza Chica („kleiner Platz“), deren von Ziegelsteinarkaden gesäumte Häuser einen Eindruck der Ruhe vermitteln.
  • Die im 16. Jahrhundert entstandene Plaza Grande („großer Platz“) ist ebenfalls von Arkadenhäusern umrahmt, doch ist der Platz deutlich größer und belebter.
  • Der festungsähnliche Palast (palacio) der Grafen bzw. Herzöge von Feria stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im Desornamento-Stil erbaut; er wurde im 16. und 17. Jahrhundert umgebaut.
  • Unweit davon befindet sich die Kirche des Convento de Santa Clara aus der Mitte des 15. Jahrhunderts mit einem sehenswerten Barockaltar aus den 1670er Jahren.
  • Ursprünglich ein nobles Wohnhaus wurde das im Jahr 1438 erbaute Hospital de Santiago später als eine Krankenpflegeanstalt genutzt. Der in einer Sackgasse gelegene Bau besitzt ein schönes spätgotisches Portal und einen Innenhof mit Elementen des Mudéjarstils.
  • Zwei Tore (Arco de Jerez und Arco de Cubo) der mittelalterlichen Stadtmauer (muralla) haben sich erhalten.
  • Das bedeutendste Sakralbauwerk der Stadt ist die eintürmige und einschiffige Iglesia de la Candelaria aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie entstand an der Stelle einer nach der Vertreibung der Juden abgerissenen Synagoge und wurde im Jahr 1609 auf Betreiben des Herzogs von Feria in den Rang einer Kollegiatkirche erhoben. Blickfang im sterngewölbten Inneren ist das von gedrehten salomonischen Säulen gerahmte spätbarocke Altarretabel in der Hauptapsis.

Quellen

Caceres

Caceres ist nach Zafra und Merida die dritte Perle an der Via de la Plata, die einen ausführlicheren Besuch wert ist. Die 100.000 Einwohner große Universitätsstadt besitzt im Herzen eine Altstadt, die geprägt ist von einem original erhaltenen Ensemble aus Kirchen, Palästen und Herrschaftshäusern aus dem 14. – 16. Jh., umgeben von einer Ringmauer. Besonders schön ist hier ein abendlicher Spaziergang durch die nur dezent beleuchtete Altstadt. Man fühlt sich fast ins Mittelalter versetzt! Wunderschön!

Wie viele Städte wurde auch Caceres von den Römern erbaut und befestigt. Ebenso wurde sie von den Mauren erobert und im Rahmen der Reconquista von den Christen wiedererobert. Die freie Handelsstadt lockte daraufhin viele Kaufleute und später auch Adelige an. Sie versuchten sich mit ihren prächtigen Häusern, Palästen, die zum Teil fast kleinen Festungen glichen, sowie mit den Wehrtürmen gegenseitig zu übertreffen. Allerdings kam es nach der Reconquista zu Streitigkeiten.

Nachdem im 15. Jahrhundert Isabella I. von Kastilien den Streit mit Johanna von Kastilien um die Thronfolge in Kastilien gewonnen hatte, wollte sie die Macht des Adels in Caceres einschränken und ordnete an, alle Türme der Häuser, deren Besitzer sie nicht unterstützt hatten, abzureißen. Dadurch wurde Cáceres stark in Mitleidenschaft gezogen, nur zwei Paläste blieben unversehrt. Noch heute trägt Cáceres den Beinamen Enthauptete Hauptstadt.

Die Altstadt wurde zum Weltkulturerbe ernannt, da man hier auf engstem Raum die verschiedenen kulturellen Einflüsse findet – Gotik, Maurische Kultur und Renaissance. Die Einflüsse der Renaissance kamen relativ spät in die Extremadura, wo sich eine Zeit lang gotische Elemente mit Elementen der Renaissance vermischten. Im 15. Und 16. Jh. entstanden auch hier viele Paläste und Herrenhäuser dank des Goldes und Silbers aus Amerika. Auch die Kirchen gestalteten ihre Gebäude um und passten sie dem neuen Stil an.

Der Großteil der historischen Gebäude in Cáceres befindet sich innerhalb der historischen Stadtmauern. Hier eine kurze Aufzählung einiger bedeutender Bauwerke und Plätze:

  • Plaza Mayor – Marktplatz aus dem 13. Jh., das Bogenwerk mit Steinpfeilern und Rundbögen um den Platz stammt aus dem 16. Jh.. Er ist einer der größten Plätze Spaniens.
  • Torre de Bujaco – Turm aus dem 12 Jh. von den Mauren über einer römischen –Festung errichtet, später von Ritterorden von Santiago als Bastion genutzt
  • Puerta de la Estrella – Eingang zur mittelalterlichen Altstadt
  • Plaza de Santa Maria – Dom und Adelspaläste
  • Dom Santa Maria de Caceres – erbaut im 15./16. Jh. auf den Fundamenten einer älteren Kirche, das Sakristeiportal ein schönes Beispiel für den plateresken Stil, Evangelium-Portal aus der Romanik erhalten
  • Bischofspalast – aus dem 15./16. Jh. mit wunderschöner Fassade im Renaissance-Stil, älteste Teile des Palastes aus dem 13. Jh.
  • Palast von Hernando de Ovando – 1519 im Renaissance-Stil erbaut
  • Mayoralgo Palast – Fassade von 1537 enthält Elemente aus Gotik und Renaissance, im Inneren schöner Mudéjar-Hof aus dem 14. Jh.
  • Plaza de San Jorge – mit dem Palast der Adelsfamilie Los Golfines de Abajo aus dem 16. Jh. mit plateresker Fassade und gotischen Elementen
  • Iglesia de San Francisco Janvier – aus dem 18. Jh. im Barock-Stil
  • Kloster San Francisco – aus dem 15. Jh., Kreuzgang im Renaissance-Stil
  • Plaza de San Mateo
  • Gotische Kirche San Mateo aus dem 15. Jh. – Kapelle im Stil der Renaissance und platereskes Portal
  • Haus der Herren von Torreorgaz – mit herausragendem Turm aus dem 16. Jh.

Haus der Golfines de Arriba – aus dem 15. Jh. mit fünf Türmen

Quellen

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