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Ritterorden in Spanien

Ritterorden in Spanien

Historisches auf dem Via de la Plata

Wenn man an die Ritterorden denkt, dann fällt einem wohl als erstes der Templerorden ein, den man als ältesten Ritterorden bezeichnen kann. Er und der Johanniterorden waren international agierende Orden, die vor allem bei den Kreuzzügen ins Heilige Land aktiv waren. Ihre wichtigsten Aufgabenbereiche lagen daher auch in dieser Region. Allerdings hatten sie natürlich auch einige Häuser in Spanien. Der Ritterorden vereinte die Ideale des adligen Rittertums mit denen der Mönche, bis dahin waren diese beiden Stände streng voneinander getrennt gewesen. Die Ritterorden waren durch ein ordensähnliches Gemeinschaftsleben in Armut, Gehorsam und Keuchheit gekennzeichnet, welches verknüpft war mit caritativen Aufgaben, bewaffnetem Pilgerschutz und militärischem Einsatz gegen äußere und gelegentlich auch innere Feinde der Christenheit. Sie waren streng hierarchisch organisiert. Hoch-bzw. Großmeister standen an ihrer Spitze. Aufgrund der Ordensregeln verpflichten sich die Mitglieder in allen Belangen zu absolutem Gehorsam gegenüber ihrem Großmeister. Einige geistliche Ritterorden, auch die spanischen und portugiesischen Ritterorden nach Ende der Reconquista wurden im 15./16. Jahrhundert dem jeweiligen König unterstellt, der die Großmeisterwürde erhielt und fortan vererbte.

Templer-Orden

Jahr der Gründung: 1118 Jerusalem / Sitz in Spanien: Castillo de Ponferrada (Kastilien-León) / International tätiger Ritterorden. Dem Templerorden folgte in Spanien der Montesa-Orden nach.

Orden de Hospital (Johanniterorden)

Jahr der Gründung: 1048 in Jerusalem / Sitz in Spanien: Castillo de Consuegra (Toledo, Kastilien-La Mancha) / International tätiger Ritterorden

Orden, die vor allem in Spanien agierten

Die spanischen Ritterorden, zu denen auch Ritter aus ganz Europa stießen, sahen ihre Aufgaben vor allem innerhalb Spaniens. Sie spielten gerade während der Reconquista, der Rückeroberung Spaniens durch die christlichen Königreiche, eine besondere Rolle.

Zudem brachen Menschen aus aller Herren Länder auf, um am Grab des heiligen Apostels Jakobus in Compostela zu beten. Diese Pilger, jährlich Hunderttausende und mehr, sollten und mussten geschützt werden: vor Dieben, Wegelagerern, Räubern, aber auch und gerade vor den Mauren. Die spanischen Ritterorden waren infolge ihres Auftrags weniger dem Papst denn dem jeweiligen König verpflichtet.

Der älteste Ritterorden in Spanien ist der Orden de Calatrava (Calatrava-Orden), er wurde bereits im Jahre 1158 gegründet. Danach folgten weitere Gründungen von Ritterorden wie der Orden de Santiago (1170), Orden de Alcantara (1176) und der Orden von Montesa (1317).

Calatrava-Orden

Jahr der Gründung: 1158 / Königreich von Kastilien / Sitz: Castillo de Calatrava La Nueva (Ciudad Real, Kastilien-La Mancha) Gegründet wurde der große spanische Ritterorden Calatrava-Orden von Abt Raimundo Serrat im Jahre 1158. Der Orden von Calatrava hatte ursprünglich die Aufgabe, die Burg Calatrava vor den Mauren zu schützen. Eine Aufgabe, die zunächst 1147 zunächst den Templern übertragen worden war.

Alcantara-Orden

Jahr der Gründung: 1176 / Königreich León / Sitz: Convento San Benito (Cáceres, Extremadura) Der Alcántaraorden wurde zum Schutz des Ortes Ciudad Rodrigo im Jahre 1156 als Orden de San Julián de Pereiro gegründet. Erst im 13. Jahrhundert als der Ritterorden die Festung Alcántara übernahm und eine wichtige Römerbrücke über den Rio Tajo schützen sollte, folgte die Umbenennung.

Santiago-Orden

Jahr der Gründung: 1170 / Königreich León / Sitz: Monasterio de Uclés (Cuenca, Kastilien-La Mancha) / Auch der Santiagoorden wurde im Zuge der Reconquista gegründet und betätigte sich hauptsächlich auf der iberischen Halbinsel. Zunächst sahen die Mitglieder dieses Ritterordens ihre Hauptaufgabe im Schutz der Pilger nach Santiago de Compostela.

Montesa-Orden

Jahr der Gründung: 1317 / Königreich Aragón / Sitz: Castillo de Montesa (Valencia) / Der Orden von Montesa wurde erst 1316 von König Jakob II. von Aragón gegründet also nach der Auflösung des Templerordens und so wurde der Montesa-Orden mit den Gütern des Templerordens ausgestattet. Im neu gegründeten Orden fanden auch die nun ordenslosen Tempelritter Unterschlupf. 1400 wird der Montesa-Orden mit dem Orden von San Jorge de Alfama zusammengelegt, der neue Orden heißt nun Orden von Montesa und San Jorge de Alfama. ^

Orden von San Jorge de Alfama

Jahr der Gründung: 1201 / Alfama / Der Orden von San Jorge de Alfama wurde von König Peter II. von Aragón zu Ehren des heiligen Georg (San Jorge) 1201 gegründet. Vom Papst wurde der Orden von San Jorge de Alfama allerdings erst 1363 anerkannt. 1400 wurde der Orden mit dem Orden von Montesa vereinigt, der neue Orden hieß von nun an Orden von Montesa und San Jorge de Alfama.

Alle spanischen Ritterorden fühlten sich stärker den Königen als dem Papst verpflichtet. Trotzdem kam es im Laufe der Geschichte zu Unstimmigkeiten zwischen den Orden und der Krone, was sicherlich mit der zunehmenden Macht, dem Reichtum und der Unabhängigkeit der Orden zusammenhing. Die Orden erhielten als Anerkennung für militärische Leistungen zahlreiche Schenkungen und verfügte über ausgedehnte Ländereien und Privilegien sowie über hohe Geldbeträge, obwohl die Ritter sich u.a. beim Eintritt in den Orden der Armut verschrieben hatten. Da dies der spanischen Krone langfristig nicht gefiel, gingen die Ämter des Großmeisters nicht ganz freiwillig, sondern oft mit Unterstützung des Papstes nach und nach auf die spanische Krone über, die dann nur noch vererbt wurden.

  

Übrigens bestehen noch heute Ritterorden, die zum einen der Protektion des Heiligen Stuhls unterstehen ( Souveräner Malteserorden,  Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem) oder zum anderen als Ordensinstitution bestehen ( Deutscher Orden,  Mercedarierorden,  Ritterorden der Kreuzherren mit dem Roten Stern).

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Die Zeit der Renaissance in Spanien

Die Zeit der Renaissance in Spanien

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Kurzer gesellschaftlicher und geschichtlicher Hintergrund

Die Renaissance kennzeichnet teilweise den Wandel vom Mittelalter zur Neuzeit. Dieser Prozess vollzog sich allerdings über eine lange Zeitperiode beginnend wohl mit dem Humanismus um 1300 und ausklingend mit der Aufklärung um 1700. Es sind einige neue naturwissenschaftliche bzw. technische  Erkenntnisse, die zu fundamentalen Veränderungen führten.  Zu nennen sind hier u.a.

  • Johannes Gutenberg erfand im Jahr 1440 den Buchdruck mit beweglichen Lettern.
  • Der Schlossermeister Peter Henlein baute um 1510 eine kleine Uhr aus Eisen mit Federantrieb, die Taschenuhr.
  • Das erste Mikroskop erfand das niederländische Vater-Sohn-Gespann Hans und Zacharias Janssen 1608.
  • Der Arzt und Domherr Nikolaus Kopernikus aus Thorn findet 1507 das mathematisch noch unbewiesene Heliozentrische Weltbild.
  • Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493–1541), reformiert als Arzt, Botaniker und Chemiker die Medizin.
  • Galileo Galilei 1564-1642) macht bahnbrechende, physikalische Entdeckungen. Im Jahre 1633 wird er wegen seines Eintretens für das kopernikanische Weltbild von der Inquisition zu lebenslangem Hausarrest verurteilt.
  • Johannes Kepler fand Anfang des 17. Jhs. die drei Keplerschen Gesetze, die die fundamentalen Gesetzmäßigkeiten des Umlaufs der Planeten um die Sonne erläutern. 
  • Leonardo Da Vinci (1452-1519) ist berühmt für seine vielen herausragenden Leistungen als Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler.

Ebenso wichtig wie die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind aber auch zahlreiche geschichtliche Ereignisse. Hier sind u.a. zu nennen

  • die Entdeckung der Neuen Welt,
  • die Blüte des Welthandels,
  • der Aufstieg der Städte und des Bürgertums,
  • der Beginn der uneingeschränkten Monarchie in Frankreich,
  • das sich ausdehnende Habsburgerreich unter Karl V.
  • die Reformation und Gegenreformation.

In diese Zeit fallen auch speziell für Spanien wichtige gesellschaftliche Veränderungen und Entdeckungen. Zu nennen sind hier u.a.

  • die Vereinigung der Königreiche Kastilien und Aragon,
  • das Ende der Reconquista durch die Einnahme von Granada 1492
  • die Inquisition und die Vertreibung der Araber und Juden aus Spanien
  • die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492
  • die Kolonialisierung der amerikanischen Besitzungen
  • die Beziehungen Spaniens zu Italien – der König von Aragon war auch König von Neapel
  • das Habsburgerweltreich mit seinem Mittelpunkt in Spanien unter Karl I. von Spanien ( als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches)
  • die Entwicklung einer herausragenden Stellung Spaniens in der Weltpolitik
  • Einsetzung Philipp II. als Nachfolger Karls in Spanien, den Niederlanden, in den italienischen Besitzungen und in den überseeischen Kolonien
  • intensive Beziehungen Philipps II.  zu anderen italienischen Staaten und dem Papsttum.

Das Menschenbild der Renaissance

Die Entdeckung der Welt entspricht der Entdeckung des Menschen. Der Mensch als Einzelwesen, als Individuum wird interessant. Die Renaissance ist als ein Lebensgefühl zu verstehen. Der Gott des Mittelalters soll durch den Menschen als Maß aller Dinge ersetzt werden. Das Menschenbild ist durch einen kritischen Geist, Selbstbewusstsein, Weltläufigkeit und naturwissenschaftliche Offenheit gekennzeichnet. Traditionelle Kräfte wie die Religion oder Herrschaft werden hinterfragt und nicht unkritisch übernommen. Der moderne Mensch mit seinen Gaben und gestalterischen Fähigkeiten wird hervorgehoben.

Die Humanisten trugen der Tatsache Rechnung, dass der Mensch aus eigenem Antrieb fähig ist, sich und seine Welt zu begreifen, kritisch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Der Mensch der Renaissance war selbstbewusst, er begriff sich als Künstler, als Schöpfer, als Herr der Künste. Er interessierte sich für technische Neuerungen, für die Kriegskunst, die Geschichte, Werke und Ästhetik der vielgerühmten Antike. Bilder, Statuen, Reliefs und Architektur sollten einem neuen Schönheitsideal und lebensbejahenden Menschenbild Rechnung tragen. Der Pessimismus, der in Europa nach der schrecklichen Pestepidemie des 14. Jhs., die über 25 Millionen Menschen dahinraffte, wurde überwunden. Eine gesteigerte Lebensfreude trat in den Vordergrund.

Die Künstler transportierten das neue Menschenbild der Gelehrten in ihre Werke und prägten bis ins 16. Jahrhundert hinein einen eigenen Stil und eine eigene Ästhetik der Renaissance. Sie feierten die Ideen und die Highlights der Antike und übersetzten sie in ihre Zeit, um sie für die Gegenwart, die Moderne, umsetzbar zu machen.

Berühmte Maler der Renaissance

Da die Malerei in der Renaissance eine besondere Bedeutung hat, ich im Folgenden aber vor allem auf die Architektur eingehe, sind hier einige der bedeutendsten Künstler aufgeführt. Die Berühmtheit der Maler ergibt sich auch daraus, dass im Gegensatz zum Mittelalter die Künstler nicht mehr anonym bleiben, sondern ihren wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft erhielten und von den großen Herrschern stark umworben wurden.

Leonardo da Vinci 

1452-1519

Michelangelo

1475-1564

Raffael

1483-1520

Lucas Cranach d.Ä

1472-1553

Hieronymus Bosch   

-1516

Tizian

1490-1576

Giorginoe

1478-1510

Jacopo Tintoretto

1518-1594

Sandro Botticelli

1445 –1510

Giovannni Bellini

1430-1516

Albrecht Dürer

1471-1528

Jan van Eyck

1390-1441

Albrecht Altdorfer

1480-1538

Matthias Grünewald

1470-1528

Die Bedeutung der Monarchie, der Kirche und des Adels für die Entwicklung der Renaissancearchitektur in Spanien

Die Verbreitung des Stils geschah durch das Mäzenatentum vor allem der herrschenden Klasse, die durch Diplomatie, Kriege und Heirat mit anderen Herrscherhäusern verbunden war und so in regem Kontakt zu einander standen. Was sich gegenüber dem Mittelalter änderte, war die Tatsache, dass auch die Künstler aus der Namenlosigkeit heraustraten. Wie die Namen ihrer fürstlichen Mäzene standen nun auch die Namen der Künstler im Mittelpunkt und um ihre Anwesenheit wurde zwischen den Fürstenhäusern gefeilscht.

Der politische Aufschwung in Spanien schlug sich auch in intensiver, künstlerischer Tätigkeit nieder, die von Adel, Kirche aber auch von Kaufleuten und Bankherren gefördert wurde. Zum einen gaben die Könige selbst bedeutende Bauwerke der Renaissance in Auftrag. Besonders ausgeprägt waren diese architektonischen Interessen schließlich bei Philipp II., der alle Pläne persönlich begutachtete, besonders jene des Escorial. Aber auch das Interesse des Adels war von großer Bedeutung, da er mit den Aufträgen für repräsentative Paläste die Renaissance in Spanien vorantrieb. Neben dem Adel ist es auch das Bürgertum in den prosperierenden Handelsstädten zu nennen, das inzwischen zu Wohlstand und Selbstbewusstsein gekommen ist. Es wurden aufwendige Rat-, Zunft- und Wohnhäuser in Auftrag gegeben. So gestaltete sich eine als „Palazzo“ genannte Bauform. Es entstanden geschlossene, um einen Innenhof herum gelegte Bauten, deren Räume an Flure gereiht und gern in Stockwerke gleicher Höhe geordnet wurden. Zur Straßenfront hin erhielten sie eine monumentale dekorative Fassade. Eine andere weltliche Bauaufgabe stellte die Villa dar, das vor den Stadtmauern gelegene Landhaus mit seiner Gartenarchitektur.

Mit der zunehmenden Verbreitung des Humanismus in Spanien kam auch den Universitäten und Kollegien eine wachsende Bedeutung zu und somit auch der Architektur der Universitäten. Die Kollegien bildeten den ersten speziellen Bautyp unter den Universitätsgebäuden. Sie entstanden zunächst ohne feste Gestalt als Internate für arme Studenten und folgten in ihrer Organisation dem Vorbild der Klöster. Eine beschränkte Zahl von Stipendiaten lebte in enger Gemeinschaft unter der Aufsicht von Rektor und Dekanen. Durch Repetitionen und Vorträge gewannen sie allmählich den Rang von Lehrstätten mit wachsendem Einfluss auf den gesamten Lehrbetrieb.

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurden im Gebiet der iberischen Halbinsel viele Universitätsgebäude neu errichtet oder bereits bestehende umgebaut und erweitert. Dazu zählen z. B. die Universitäten von Salamanca, Alcalá de Henares, Burgo de Osma, Osuna und Oñate, sowie die Kollegien von Valladolid, Santiago de Compostela, Tortosa und Salamanca.

Die Renaissance und ihre Architekturstilrichtungen in Spanien

Die meisten Architekturhistoriker sehen den Ursprung der Renaissance im frühen 15. Jahrhundert in Florenz als Brunelleschi, basierend auf Ideen der römischen Antike, aber auch der Romanik – seine Idee der römischen Baukunst formulierte. Ausgehend von Florenz breitete sich der Renaissance-Stil erst über Italien, dann über ganz Europa aus. Bis 1450 hatte sich der neue Stil in Ferrara, Urbino, Neapel und Rom etabliert. Kurz darauf setzte sich dieser Stil auch in den Fürstentümern Rimini, Mantua und Mailand, sowie in den Republiken Siena und Venedig durch. Anders als Florenz, Siena und Venedig wurden die übrigen Städte bzw. Stadtstaaten von signori – also Fürsten, Herzögen, Königen und Grafen –regiert.

Dies wiederum erleichterte die Verbreitung des Stils im restlichen Europa, da  die Herrscher der Königreiche, Fürstentümer miteinander verknüpft waren. Es waren vorwiegend Mitglieder der herrschenden Klasse, die als Mäzene auftraten und Paläste und Grabdenkmäler im Renaissance-Stil errichten ließen.

In Spanien herrschten im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts die „Katholischen Könige“ Isabella und Ferdinand. Sie waren bestrebt, ein vereintes christliches Spanien zu schaffen. Um dieser Idee des Christentums in der Architektur symbolisch Ausdruck zu verleihen, schien ihnen allerdings die Formensprache der Gotik geeigneter als die der Renaissance, die – zumindest in Spanien – mit dem Heidentum in Verbindung gebracht wurde. So ist es nicht verwunderlich, dass die „Katholischen Könige“, die Kirche und auch ein Großteil des spanischen Adels auf eine Erneuerung der tiefverwurzelten Tradition des gotischen Architektursystems bedacht waren. Dazu kommt, dass auf der iberischen Halbinsel sowohl die Renaissance als auch die Gotik als Ausdruck derselben Idee der Modernität galten.

So befand sich Spanien zu Beginn des 16. Jahrhunderts in einer Phase der stilistischen Unsicherheit oder Überlappung. Gotik, Mudéjar und Renaissance blieben lange Zeit gleichermaßen gültige Stile, die selbst bis in die Jahrhundertmitte in verschiedensten  Mischformen auftraten. So findet man sie häufig gemischt an Fassaden, in Innenhöfen und Kreuzgängen. Im Mudéjar-Stil vermischte sich abendländische Baukunst mit islamischen Elementen. Islamische Handwerker, die in den wiedereroberten Gebieten Spaniens zurückgeblieben waren, bauten vom 10. – Anfang des 16. Jhs. im Auftrag der Christen.

Die Geschichte der spanischen Renaissancearchitektur ist  anfangs vor allem eine Geschichte des Baudekors. Erst zur Mitte des Jahrhunderts hin begann man, weniger Schauwände und mehr Räume zu konzipieren. Die Baukunst in Spanien wurde zwar von der italienischen Renaissance beeinflusst, die spanischen Künstler hatten aber auch andere  Vorbilder, so dass nicht der italienische Stil starr kopiert wurde, sondern sich in Spanien eigene Bau- und Schmuckformen entwickelten. Regional waren die Anfänge der Renaissancebaukunst auf kleine Gebiete begrenzt, in Zentralspanien z.B. waren das Guadalajara und seine nähere Umgebung. Hier ist vor allem die Adelsfamilie der Mendozas zu nennen, die einen großen  Einfluss auf die Verbreitung des Stils hatte.

In Spanien unterscheidet man zwei Stilepochen der Renaissance:

  • den Platereske-Stil
  • den puristische oder Desornamentado-Stil

Der Platereske Stil verband die neuen italienischen Ideen der Renaissance mit der spanischen gotischen Tradition und starken maurischen Elementen. Er verband die maurische Flächenkunst mit den plastischen Vorstellungen der Italiener. Der Stil wurde Platereske genannt wegen der extrem dekorierten Fassaden, die an die überbordenden Dekorationen der damaligen Silberschmiedearbeiten, die Plateros, erinnern. Dieses starke Dekorationsbedürfnis war einerseits ein Erbe der islamischen Vergangenheit anderseits aber auch ein Ausdruck eines starken – manche sagen überbordenden –Selbstbewusstseins. Typisches Beispiel des Platereske-Stils ist u.a. die Universität von Salamanca.

Der Desornamentado-Stil dagegen ist der Ausdruck der dekorativen Nüchternheit und der architektonisch mächtigen Formen. Es ist ein Stil, der weitgehend ornament- und schmucklos und glattwandig ist. Er wird auch Herrera-Stil genannt. Denn Juan de Herrera erbaute in der asketisch-strengen Zeit  Philipps II. eine gewaltige Klosterburg, deren eine Hälfte dem königlichen Hofstaat, deren andere aber der Kirche gehörte. Die Anlage ist die Hofburg Spaniens, der Escorial.

Typische Merkmale der Architekturbauwerke der Renaissance

Die Stilepoche der Renaissance wurde ja als Wiedergeburt der Antike (ca. 800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.) bezeichnet. Die Architekten und Baumeister jener Zeit orientierten sich an der römischen Baukunst. Aufgegriffen wurden Bauelemente des alten Roms. Jedoch fanden sich in der Architektur der Renaissance auch Stilelemente der Romanik und Gotik und in Spanien des Mudéjar-Stils wieder.

Klare geometrische Strukturen, Symmetrie und harmonische Proportionen wurden im Renaissance-Baustil angestrebt, um ein vollkommenes Gleichgewicht zu erlangen. Die Schönheit dieser Gebäude beruht auf der ausgewogenen Beziehung aller Bauelemente zu einander. Als Ideal gilt der kuppelüberwölbte Zentralbau. Da diese Bauform bei den Kirchen aber den kultischen Bedürfnissen der Kirche – Isolierung des Altars vom Gemeinderaum – widersprach, findet man hier häufig auch die längsausgerichtete Form der Basilika und Hallenkirche.

Typische Bauteile und Gestaltungselemente in der Renaissance

  • Symmetrische Grundformen (polygonale, runde oder quadratische Elemente, um harmonische Proportionen zu erhalten)
  • Antike Säulenordnungen (dorische, ionische, korinthische),
    Zusammengesetzte Ordnung von ionischen Voluten (schmückende spiralförmige oder schneckenförmige Ornamente) und korinthischem Kapitell (oberer Abschluss einer Säule)
  • Kuppeln
  • Tonnen- und Kreuzgratgewölbe
  • Arkaden (Rundbögen, getragen von schlanken Säulen)
  • Rustikamauerwerk (grob behauenes Quadersteinmauerwerk mit tiefliegenden Fugen)
  • Fries und Gesims (horizontales Gestaltungselemente von Wandflächen und Fassaden)
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Zeittafel der Geschichte der Architektur in Spanien

Zeittafel der Geschichte der Architektur in Spanien vom 6. – 19. Jh.

Kulturelles auf dem Via de la Plata

Auf Grund der geschichtlichen Entwicklung und der damit verbundenen unterschiedlichen Herrschaftssysteme in Spanien kann man hier keine einfache klassische Einteilung der baugeschichtlichen Phasen vornehmen wie vielleicht in Italien, Deutschland, Frankreich oder England. Denn neben der Tatsache, dass wir in Spanien auch eine unter den Mauren entwickelte und gestaltete Architektur haben, gibt es einige regionale Differenzierungen und eine zum Teil deutliche zeitliche Überlappung und Vermischung der Stile.

So kann man mit vielen zeitlichen Überlappungen und sicher auch gewissen Ungenauigkeiten, was die zeitliche Terminierung betrifft, in etwas folgende Baustile in Spanien unterscheiden:

6. –  8. Jh.

Westgotische Architektur (präromanischer Baustil des Westgotenreiches)

8. – 10. Jh.  

Asturische Architektur (präromanischer Stil speziell in Asturien, v.a. um Oviedo (s. dazu das Kapitel „Vorromanische asturische Kultur“) Camino Primitivo

9. – 11 Jh.

Mozarabische Architektur (Mozaraber waren Christen, die von der Kultur des Islam geprägt waren)                    ( s. Kapitel “Mozarabische vorromansiche Architektur”) 

8. – 15 Jh.

Maurische Architektur (je nach den Machtverhältnissen Umayyadische Architektur, Architektur der Taifazeit, almoravidische, almohadische, nasridische Architektur) s. dazu auch das Kapitel „Die Arabisierung Spaniens“ Via Tolosana

10. – 16. Jh.

Mudéjar Architektur – Islamische Handwerker und Künstler, die in den wiedereroberten Gebieten Spaniens geblieben sind, bauen im Auftrag von Christen  (s. Kapitel  “Der Mudéjar-Stil”)

1000 – 1240

Romanik (980 -1050 Frühromanik, 1020-1180 Hochromanik, 1180-1220 Spätromanik) (s. dazu das Kapitel „Romanik in Nordwestspanien“ )

1140 – 1550

Gotik (1150 – 1250 Frühgotik, 1200-1350 Hochgotik, 1350-1550 Spätgotik u.a. der Isabellastil 1480-1510)  (s. Kapitel “Gotik in Spanien”)

1480 – 1600

Renaissance (1480 – 1550 Platero-Stil, 1550 – 1600 Desornamentado-Stil) ( s. dazu das Kapitel „Zeit der Renaissance“ ) Via de la Plata

1600 – 1800

Barock und Rokoko

1800 – 1840

Klassizismus

1840 – 1880

Historismus

1880 – 1914

Jugendstil

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Die Romanisierung Hispaniens

Die Romanisierung Hispaniens

Hintergrundwissen

Kurze Vorgeschichte

Schon vor etwa 12.000 v. Chr. war Spanien bereits besiedelt. Höhlenmalereien belegen dies eindeutig. Die ältesten Hinweise finden sich in der Höhle von Altamira (s. dazu meine Ausführungen auf dem Camino del Norte). Zu den Ureinwohnern Spaniens zählen die Völker der Iberer und der Kelten, die im 5. und 4. Jh. v. Chr. miteinander verschmolzen, sowie die Basken (s. dazu Geschichte der Basken in meinen Ausführungen auf dem Camino del Norte).

Im 11. Jh. v.Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an. Später setzen sich die Griechen an der Küste fest. Nach dem 1. Punischen Krieg (237 – 219) eroberten die Karthager den Süden und Osten der iberischen Halbinsel.

Der Prozess der Romanisierung

Die erste Phase - die Zeit des 2. punischen Krieges

Nach dem 2. Punischen Krieg wurden die Karthager von den Römern aus der iberischen Halbinsel vertrieben. So wurde für diese der Weg frei, um ab dieser Zeit Iberien Stück für Stück für das römische Reich einzunehmen. Es dauerte aber mehrere Jahre und mehrere Auseinandersetzungen mit den Karthagern bis diese erste Eroberung erfolgreich war.

Zwischen 210-209 v.Chr. eroberte Publius Cornelius Scipio Africanus zunächst das mediterrane östliche Spanien. Der Hauptgegner im südlichen Spanien war dann Karthago. Diese griff er in der Stadt Cartagena an. Die Stadt war für die Karthager von besonderer strategischer Bedeutung. Von hier aus kam der Nachschub aus Afrika, hier in der Nähe lagerten reiche Silberminen und hier gab es einen Hafen, der auch eine große Flotte aufnehmen konnte. Scipio konnte die Karthager vernichtend schlagen und die Stadt erobern.

Die zweite wichtige Schlacht fand dann im Jahr 208 v.Chr. wahrscheinlich bei der Stadt Bäcula (heute Ubeda) statt, wo die Karthager ca. 8000 Mann verloren. Scipio setzte nach den beiden Schlachten jeweils eine geschickte Taktik ein. Er entließ die mit den Karthagern verbündeten Iberer in die Freiheit und schickte nur die Afrikaner in die Sklaverei. So versuchte er unter den Iberern neue Verbündete zu gewinnen. Außerdem überließ er seinen iberischen Mitkämpfern einen Teil der Beute. So konnte er auf der iberischen Halbinsel Unterstützer finden, die die römische Herrschaft festigen sollten.

Im Jahr 206 kam es dann zu der letzten und entscheidenden Schlacht gegen die Karthager und zur endgültigen Einnahme des südlichen Spaniens. Diese entscheidende Schlacht fand bei der Stadt Ilipa (Alcala de Rio) unweit von Cadiz statt, bei der die Karthager endgültig geschlagen und aus Spanien vertrieben wurden.

Die Römer waren nun an Teilen der Küste Spaniens und im Süden präsent. Die nördliche Mittelmeerküste, also die Regionen am und nördlich des Ebro, Aragonien und Katalonien waren als erstes von den Römern erobert worden. Mit dem Sieg über die Karthager fielen ihnen nun auch die Küsten Valencias, Murcias sowie das Binnenland Andalusiens (das Guadalquivirbecken) in die Hände. Man kann hier aber nur von ersten Ansätzen einer Romanisierung sprechen, denn zunächst handelte es sich mehr um eine Ansammlung von Quartieren des römischen Heeres. Es entstanden nur erste kleine Städte. Durch die Heirat von römischen Soldaten und iberischen Frauen kam es in der Folge zu einer ersten Durchmischung der Bevölkerung.

Die zweite Phase - die Zeit des Widerstandes und der Aufstände

Nach dem Sieg gegen die Karthager versuchten die Römer Spanien endgültig unter ihre Herrschaft zu bringen. Der Unabhängigkeitswille und die Konkurrenz zwischen den einzelnen keltiberischen Stämmen führte dazu, daß sie in ständiger Furcht voreinander lebten, weil sie immer wieder übereinander herfielen. Man könnte meinen, dies ließe es den Römern leicht werden, die Stämme nacheinander zu besiegen. Doch es dauerte über 200 Jahre, bis ihnen alle Stämme der Iberischen Halbinsel zu Füßen lagen.

Auf die einzelnen Aufstände und Überfälle gehe ich im Folgenden nicht explizit ein. Zwischen 197-133 v. Chr. kam es zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen der römischen Besatzung und den einheimischen Völkern der Iberer und Lusitanier. Dabei gingen die Römer z.T. mit äußerster Brutalität vor, um die einheimischen Völker einzuschüchtern. Trotzdem konnten sie zunächst nur den Süden und Südwesten der Halbinsel besetzen. Es kam immer wieder zu Überfällen und Kämpfen mit verschiedenen Gruppen der Iberer und es dauerte bis 133 v. Chr. bis mit der Niederlage der Iberer bei Numuntia eine zeitweise Ruhe zwischen den Römern und den Völkern Hispanias herrschte. Allerdings hielt dieser Frieden nicht lang, sondern es kam immer wieder zu neuen Auseinandersetzungen mit Aufständischen, zum Teil auch bedingt durch die Schwächung der Römer auf Grund des in Italien geführten Bürgerkrieges.  Insgesamt konnten in dieser Zeit das Binnenland, das heutige Kastilien-La Mancha und Kastilien-Leon sowie einige kleine Regionen erobert werden. Die Regionen im Norden,  Asturien, Galicien und Kantabrien, konnten sich auf Grund der topografischen Lage noch dem römischen Einfluss entziehen.

Die dritte Phase - die endgültige Eroberung des gesamten Landes

Erst Julius Caesar, der 61 v. Chr. als Proprätor die Provinz Hispanien Ulterior leitete, gelang es, den Widerstand der lusitanischen Stämme zu brechen und so das heutige Nordportugal und Galicien zu erobern. Allerdings konnte auch er den Nordwesten der Halbinsel nicht beherrschen. Erst unter Augustus wurde auch diese Region befriedet. Er teilte das Land nicht wie bisher in Hispania Citerior (näherliegend) im Osten und Hispania Ulterior (weiter entfernt) im Süden und Westen, sondern er gestaltete drei Provinzen Lusitania im Westen, Baetica im Süden und Traconensis im restlichen Bereich. Die Basken im Norden behielten ihre Unabhängigkeit. Nach der endgültigen Eroberung Spaniens kam es zu keinen nennenswerten Aufständen mehr und es folgte eine Zeit des Friedens, der Pax Romana.

Bedeutung der Romanisierung

Hispanien war das erste große Territorium außerhalb Roms, das von den Römern eingenommen wurde. Hier konnten sie sozusagen ihre Kolonialisierung anderer Länder erproben. Trotz der vielen Kämpfe und Auseinandersetzungen mit den einheimischen Völkern wurde die Eroberung dadurch erleichtert, dass es in Spanien kein einheitliches Staatsgebilde gab und die einzelnen Völker Spaniens leicht gegen einander ausgespielt werden konnten. Die Eroberung des ganzen Landes war auch deshalb für die Römer von Interesse, da sie so an Produkten wie Wein und Öl vor allem aber an die reichen Eisenerz- und Goldvorkommen im Norden und an die Silberbergwerke im Süden Spaniens kamen.

Nach der Eroberung bekam das ganze Land nun zur militärischen Sicherung zahlreiche Kastelle. Ein System von neuen Handelswegen wurde aufgebaut, um den Abbau und Transport der Bodenschätze und den Export landwirtschaftlicher Produkte wie Wein, Öl und Getreide nach Rom zu erleichtern. Der Ausbau des Straßennetzes trug gleichzeitig zur schnelleren Romanisierung der Bevölkerung bei. Die modernen Verkehrswege zwischen den spanischen Großstädten folgen noch heute teilweise dem Verlauf der römischen Verbindungswege.

Durch die Verschmelzung der einheimischen Oberschicht mit den römischen Machthabern wurde die Halbinsel allmählich ein wichtiges Zentrum römischer Kultur.

Wer in die neuen spanischen Provinzen Roms versetzt wurde, suchte die kulturellen Errungenschaften und Gepflogenheiten römischen Lebens so gut wie möglich beizubehalten.  So entstanden in den Städten u.a. Theater, Amphitheater und zahlreiche Tempel.  Zudem errichteten wohlhabende Bürger repräsentative Wohnhäuser nach römischem und griechischem Vorbild.

Die römische Provinz stellte sogar römische Kaiser wie Trajan (53-117 n.Chr.) und Hadrian (76-138 n.Chr.). Auch so angesehene Schriftsteller wie Seneca, Lucan und Martial kamen von hier. Die römische Religion wurde im Land etabliert aber neben der offiziellen Religion bestanden die alten Götter – allerdings unter neuem Namen – weiter.

Der hohe kulturelle und technologische Entwicklungsstand der Römer veränderte tiefgreifend die soziokulturellen Grundlagen der angestammten Bevölkerung im Zuge einer sukzessiven Anpassung. Die Annahme römischer Lebensweisen und Wirtschaftsformen führte zu einer Zurückdrängung traditioneller iberischer und keltischer Kulturformen wie die Gütergemeinschaft, des endogamischen Heiratsverhaltens (soziale Norm  in der eigenen sozialen Gruppe oder Sippe zu heiraten) oder der starken Bindung an den eigenen Stamm oder die Sippe. Allerdings entzogen sich die in den unzugänglichen Gebirgsgegenden lebenden Stämme – so auch die Basken – weitgehend der Romanisierung. In den von den Römern eroberten Gebieten, in denen sich die römische Kultur durchsetzt, kam es zur Urbanisierung, Intensivierung des Ackerbaus und Bürokratisierung. Die nachhaltigste Hinterlassenschaft aus der Römerzeit ist jedoch zweifellos die Sprache. Die auf der Iberischen Halbinsel und im gallischen Raum angestammten Sprachen wurden sukzessive und nahezu flächendeckend durch das Lateinische verdrängt, aus dem sich wiederum in den folgenden Jahrhunderten die verschiedenen romanischen Sprachen entwickelten

Anfang des 5.Jhs. n.Chr. zerfiel das römische Reich und die Westgoten ergriffen aus Norden kommend die Herrschaft in Spanien.

Kritische Betrachtung der Geschichtsschreibung der damaligen Zeit

Kurz möchte ich noch auf die Probleme der Geschichtsschreibung eingehen. Denn da es fast keine karthagischen und iberischen Quellen gibt, stammen die meisten Informationen über die Eroberung Hispaniens aus römischen Quellen. Hierbei handelt es sich somit um eine Siegergeschichtsschreibung. Eine solche Geschichtsschreibung beinhaltet in der Regel eine Fülle subjektiver Darstellungen und Bewertungen – wir kennen dies ja bis in unsere heutigen Tage. So ist es die schwierige Aufgabe der Historiker, Belege für richtige und falsche Aussagen zu finden. Bei jeder nur einseitigen Darstellung von Geschehnissen ist die Gefahr von – wir würden heute sagen – Fake News gegeben und wohl auch sehr wahrscheinlich.

Hier noch eine aktuelle Ergänzung:

Eine interaktive Karte zeigt das römische Straßennetz so umfassend wie nie zuvor und enthüllt die wahre Länge dieser antiken Routen. Die Römerstraßen erstreckten sich demnach über mehr als 299.170 Kilometer Länge, fast doppelt so viel wie bislang angenommen.

Die Römerstraßen waren in der Antike wichtige Verkehrsadern, über die WarenMenschen und Ideen von einem Ende des riesigen Römischen Reichs zum anderen gelangten. Typisch für diese Straßen war ein Fundament aus Steinbrocken, Kies und Sand oder Lehm, auf dem das in der Mitte gewölbte Straßenpflaster gelegt wurde. Ähnlich wie heute waren die Fernstraßen breiter, von Meilensteinen gesäumt und besser ausgebaut. Regionale und lokale Straßen unterstanden den Provinzen uns waren meist einfacher konstruiert. (s. weitere Erläuterungen unter Itiner-e Altas Media/MINERVA und de Soto et al. Scientific Data CC-by4.0. Die Karte von 2025 ist im Internet frei zugänglich)

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