Picasso Jahr 2023

Camino del Norte

2023 ist der 50. Todestag eines der bedeutendsten spanischen und internationalen Künstler aller Zeiten, Pablo Ruiz Picasso. Ausstellungen in Museen weltweit erinnern an den großen Künstler.

Kurze Biografie Picassos

1881                am 25. Oktober als Sohn des Malers und Zeichenlehrers José Ruiz Blasco und dessen Ehefrau Maria Picasso y Lopez in Malaga, Spanien geboren

1891               Umzug der Familie nach A Coruna ins spanische Galicien, am Instituto da Guarda bereits als Zehnjähriger an der Schule für bildende Künste aufgenommen

1895               nach dem Tod der Schwester Umzug der Familie nach Barcelona in Katalonien. Mit vierzehn Jahren schaffte Picasso die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie La Lonja, Einstieg sofort ins 3. Studienjahr

1896               sein erstes großes Bild im akademischen Stil „Die Erstkommunion“

1897               begann er ein Malereistudium an der Akademie San Fernando in Madrid, Ausbildung nach wenigen Monaten abgebrochen

1901               Rückkehr nach Barcelona. Er wurde Mitglied der Malergruppe „El Quatre Gats“ („Die vier Katzen“)

1901 – 1904   entwickelte Picasso seine „blaue Periode“. In dieser Phase wählte er hauptsächlich Bettler und Mütter mit Kindern als Motive seiner Bilder. Er entwickelte seinen ersten eigenen Stil mit schwermütigen Figurenbildern, die in verschiedenen Blautönen gehalten wurden. Ein Jahr später erfolgte die erste Ausstellung seiner blauen Periode. Abwechselnde Aufenthalte in Barcelona, Madrid und Paris       

Von Argentina. Revista Vea y Lea - http://www.magicasruinas.com.ar/revistero/internacional/pintura-pablo-picasso.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3257370

1904 – 1907 verändert Picasso seinen Stil und erarbeitete mithilfe von Mutterschaftsbildern, Gauklern und Harlekinen seine „rosa Periode“. Ein Jahr später stellte er in einer Pariser Galerie erste Bilder seiner neuen Phase aus.

1904                 nach einer späteren Paris-Reise zog Picasso endgültig in die Französische Hauptstadt. Er lernte Fernande Olivier kennen, die seine Geliebte und sein Modell wurde.

1905            Picasso lernt Matisse im Haus der Schriftstellerin Getrude Stein kennen. Matisse war der einzige zeitgenössische Künstler, den Picasso als ebenbürtig ansah

1908                änderte Picasso erneut seinen Stil. Ausschlaggebend für den erneuten Stilwechsel waren vor allem afrikanische Masken wegen ihrer außergewöhnlichen Gestaltung. Zusammen mit Geogres Braque wurde Pablo Picasso damit zum Begründer des Kubismus. Er zeichnete Figuren aus verschiedenen Perspektiven gleichzeitig. In dieser Phase des analytischen Kubismus zeichnen sie eckige Flächen und quaderförmige Strukturen.

1912                folgte dann die Phase des synthetischen Kubismus. Sie beziehen sich auf die Methode des Collagierens, indem sie verschiedene Materialien zusammenfügen. So verwendeten sie Sand, Holz und Blech in ihren Arbeiten.

Ab 1915          zeichnete er neben kubistischen Bildern auch wieder realistische Porträts

1917                18.Mai: Uraufführung des Balletts „Parade“ in Paris. Picasso fertigte für die Inszenierung das Bühnenbild und die Kostüme. Anlässlich der Aufführung lernte er die Tänzerin Olga Chochlowa kennen.

1918                Heirat mit Olga Chochlowa

Ab 1919          wurde Picassos Malerei zunehmend „klassizistische“. Er greift auf antike mythologische Vorbilder zurück.

1921                Geburt des Sohnes Paulo Picasso mit Olga

1924 – 1926    arbeitete er bevorzugt an einem großen abstrahierenden Stillleben.

1925                beteiligt sich Picasso mit dem Werk „Drei Tänzer“ an der ersten Ausstellung der Surrealisten in Paris. Der Surrealismus bot ihm die Möglichkeit zur Verschlüsselung und zur mythologischen Überhöhung psychischer Erfahrungen.

1927               Bekanntschaft mit Marie-Térése Walter, die seine Geliebte und sein Modell wurde. Sein Werk ist nun von vorwiegend frei figuralen Kompositionen geprägt.

1928/29          entstehen Drahtplastiken und die erste Eisenskulptur

1934                angeregt durch eine Reise nach Spanien nimmt er die Thematik des Stierkampfes in seinem Werk auf

1935                Die Geburt seiner Tochter Maya Widmaier Picasso aus der Beziehung zu Maie-Thérèse Widmaier führt zur Trennung von seiner Ehefrau

1936                Picasso nahm den Direktorenposten des Prado-Museums in Madrid an

1937                Für den spanischen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung schuf Picasso das großformatige Anti-Kriegs-Bild „Guernika“, auf dem er die Zerstörung der Stadt durch deutsche Flugzeuge im Spanischen Bürgerkrieg anprangert

Nach dem Sieg Francos betrat Picasso Spanien nicht mehr.

Freundschaft mit Dora Maar, die neben Marie-Thérèse seine Geliebte und sein Modell wurde

1939 – 1945    Auffallend an seinen Gemälden und Plastiken dieser Zeit ist, dass sie keine Opfer, Waffen oder Kämpfe zeigen. Stattdessen beschäftigte sich Picasso tagtäglich mit Stillleben, Porträts, Landschaftsbildern und Akten. Aber seine dunklen Motiven der Stillleben erzählen auf ihre eigene Weise von Tod und Tragödien.

1940                wurden Piocassos Werke unter der Besetzung durch die Nazis als „entartet“ abgewertet. Sie durften nicht mehr ausgestellt werden. Trotzdem arbeitete der Maler weiter wie besessen an Ölgemälden und Plastiken

Ab 1943          Freundschaft mit der Malerin Francoise Gilot. Aus dieser Beziehung gehen zwei Kinder hervor. Gilot gilt als die einzige Frau, die Picasso verlassen hat und nicht von ihm verlassen wurde. Sie starb am 6. Juni 2023 im Alter von 102 Jahren.

1945                Picasso wurde Vorsitzender des französisch-spanischen Hilfskomitees für republikanische Spanier

1945 – 1949    Neben der Malerei wurde die Lithographie zu einem weiteren Ausdrucksmittel, das seiner spontanen Zeichenweise entgegenkam

1947                Geburt seines Sohnes Claude Picasso mit Francoise Gilot

Ab 1947          Anfertigungen von Keramiken

1948                 Verleihung der „Médaille de Reconnaissance Francaise“ durch die französische Regierung

1949                Geburt seiner Tochter Paloma Picasso mit Francoise Gilot

1955                kauft Picasso die Villa „La Calfornie“ in Cannes, wird aber von Touristen überlaufen

1958                er erwarb das Schloss Vauvernargues in der Nähe von Aix-en-Provence

Picassos Stil reduzierte sich zunehmende auf das linienbetonte Skizzenhafte. Mit hoher Produktivität setzte er sich nicht nur mit der malerei und Grafik wie Lithografie und Linolschnitt auseinander, sondern ab 1947 auch mit Bildhauerei und Keramik. Er variierte und zitierte seine Themen wiederholt.

1961                Heirat mit Jaqueline Roque

1962                Betonskulpturen

1963                Eröffnung des Museo Picasso in Barcelona, das später einen Großteil seines Nachlasses erhält

1973                8. April Pablo Picasso stirbt in Mougins (bei Cannes) im Alter von 92 Jahren. Er wird im Garten seines Schlosses beigesetzt.

Picasso hinterließ neben Immobilien ca. 1900 Gemälde, 12 000 Zeichnungen, 1300 Skulpturen, 3000 Keramiken und acht Teppiche

1985                Einweihung des Musée Picasso in Paris

By Pablo Picasso - wikipaintings, PD-US, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=40528028

Zum Gedenken an sein Leben und Werk wird weltweit ein umfangreiches Programm aus Ausstellungen, Feierlichkeiten und Veranstaltungen organisiert. Das gilt insbesondere für die Länder, in denen er gelebt hat: Spanien und Frankreich. In Spanien stehen die Städte im Mittelpunkt, zu denen er die stärksten Beziehungen pflegte, die ihn inspirierten und seine Persönlichkeit und Kunst prägten. So finden zu seinen Ehren in Malaga (3), in Madrid (7), in Bilbao (1), in Barcelona (3) und in A Coruna (1)  Ausstellungen statt.

 

Guggenheim Museum in Bilbao    PICASSO SCULPTOR. MATTER AND BODY

29.09.2023 – 14.01.2024

 

Der Körper, sowohl Instrument des Künstlers als auch ultimatives Ziel der Darstellung, ist die tragende Säule dieser Ausstellung. Die Auswahl der Skulpturen deckt die schier unendliche Stilvielfalt ab, mit der Picasso die Formen des menschlichen Körpers vergrößerte und ihn in alle Formate und Genres sowie in alle möglichen Materialien zerlegte: Holz, Bronze, Eisen, Zement, Stahl, Gips, alles fließt in sein bildhauerisches Werk ein. Für Picasso war diese Disziplin in seinem Schaffen keineswegs zweitrangig; Stattdessen betrachtete er es als eine Ausdrucksform, die mit Malerei, Zeichnung, Druckgrafik oder Keramik vergleichbar ist, da, wie er sagte, keine Kunst größer oder weniger wichtig ist als andere, aber diese Sprachen und Materialien ermöglichten es ihm, verschiedene Aspekte seiner Schöpfung auszudrücken.

Auch wenn dieser Bereich seines Schaffens während seiner kubistischen Periode deutlicher hervortrat und sich vertiefte, schuf Pablo Picasso fast von Beginn seiner umfangreichen künstlerischen Laufbahn an Skulpturen und arbeitete sein Leben lang weiter an ihnen.

Kuratorin: Carmen Giménez

 

 

 

Museo de Belas Artes da Coruna      PICASSO WHITE IN THE BLUE MEMORY

23.03.2023- 23.06.2023

 

Picasso begann seine akademische Ausbildung in A Coruña (Galizien), wo er zwischen 1891 und 1895 lebte. Dies war ein grundlegender Schritt auf seinem künstlerischen Weg als spanischer Maler. Dieser Zeitraum wurde in der Ausstellung El Primer Picasso eingehend untersucht. A Coruña 2015 (Der erste Picasso. Coruña 2015), organisiert im Museo de Belas Artes da Coruña. Diese neue Ausstellung, die von der Xunta de Galicia gefördert wird, ist in elf Perioden unterteilt, die alle Phasen von Picassos Schaffen betrachten. Für jedes von ihnen wird mindestens ein Werk ausgewählt und im narrativen Diskurs der Ausstellung mit der Ausbildungszeit des Künstlers während seiner in A Coruña lebenden Jahre in Beziehung gesetzt.

Kuratoren: Antón Castro, Malén Gual und Rubén Ventureira. Generalkoordinator: Mª Ángeles Penas Truque (Direktorin des Museo de Belas Artes de Coruña)

 

By Pablo Picasso - http://artinvestment.ru/en/news/auctnews/20080930_rare_work_of_pablo_picasso.html, PD-US, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=40528110
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