Das kühle Bad im Fluss
Geschichten auf dem Via de la Plata
Es war wieder einer dieser heißen Tage im Oktober auf dem Weg zwischen Ourense und Cena. Wir kamen durch das kleine Dorf Bouzas, kein Mensch auf der Straße, nur eine ältere Frau saß auf ihrem Balkon. Wir grüßten freundlich und wollten schon weiter gehen, da sprach sie uns an. Obwohl es mit unserem Spanisch nicht sehr weit her ist, verstanden wir doch so ungefähr, dass es ein heißer Tag sei und doch sehr anstrengend zu laufen. Wir nickten. Dann gab sie uns einen Tipp, wir würden bald an eine Brücke kommen, unter der befinde sich ein kleiner Fluss und dort könnten wir ohne Bedenken baden. Der Fluss sei ganz sauber. Im Stillen hoffend dass uns unsere „Spanischkenntnisse“ nicht täuschten, marschierten wir weiter. Und wirklich nach kurzer Zeit errichten wir die kleine Brücke. Am Ufer standen hohe Erlen und unten schlängelte sich der kleine Fluss im Schatten der Bäume entlang. Nach rechts und links schauend überstiegen wir einen kleinen Zaun und eilten zum Fluss. Wir suchten eine etwas versteckte Stelle. Schnell waren die Kleider ausgezogen und wir genossen – wie Gott uns schuf – das kühle Nass. Welch ein Vergnügen!!! Wie wenig man manchmal braucht, um glücklich zu sein. Gestärkt gingen wir den letzten Teil der Wanderung an und dachten dabei mit Dankbarkeit an die Dame, die uns den Tag gerettet hat.