Causses

Geographisches auf dem Via Podiensis

Der Jakobsweg führt hinter Figeac über 130 km durch die Causses. Wir wandern auf unserem Weg von Figeac nach Cahors über die Causse de Quercy, die Causse de Gramat und Causse de Limogne. Hier befindet sich auch der regionale Naturpark Causse du Quercy.

Die Causses zählen wegen ihrer herben Schönheit und der äußerst geringen Besiedlungsdichte zu den beeindruckendsten Landschaften Frankreichs. Causse ist die französische Bezeichnung für die großflächigen Kalkhochebenen im französischen Zentralmassiv. Die Bezeichnung Hochebene ist allerdings trügerisch, denn das Relief ist fast immer hügelig. Die einzelnen Causses sind durch tiefe Schluchten und Flusstäler der Dordogne, der Celée und der Lot voneinander getrennt.

Die Causses sind sehr arm an Wasser – das liegt aber nicht daran, dass es wenig Niederschläge gäbe, sondern daran, dass der Regen – wie in den meisten Karstgebieten – von der hier vorherrschenden dicken Jurakalksteinschicht nicht festgehalten werden kann, sondern fast direkt im Boden versickert. Dementsprechend wirken weite Gebiete steppen-   sogar fast wüstenartig. 

Man findet die typischen Karsterscheinungen wie bizarre Felsformationen, Höhlen und Naturschächte. Manchmal findet man auch sogenannte Dolinen, das sind Einsenkungen im Boden, die sich mit fruchtbarem Boden gefüllt haben. Dort wird dann auch intensiv Ackerbau betrieben. Ansonsten sind die Causses eine typische Trockengraslandschaft, auf der überwiegend Schafe weiden. Hier gedeihen sehr widerstandfähige Pflanzenarten wie Flechten und Fetthennen oder Pflanzen mit kurzer Lebensdauer wie das Sandkraut. Auf tieferen Böden findet man auch Orchideen und im Frühjahr und Sommer Narzissen. Außerdem gibt es  Eichen, Johannisbrotbaum, Ginster und Kreuzdorn.

Die Besiedlung ist sehr spärlich. So findet man wenige kleine Dörfer aus typischen Steinhäusern. Häufig sind die Gehöfte einzeln und verstreut auf der Hochebene. Viele sind auch aufgegeben. Nur der Tourismus und die Zweitwohnsitze bringen eine gewisse Belebung des Gebietes.

Die in den Tälern fließenden Gewässer sorgen dort für ein fruchtbares Land, das agrarisch genutzt wird. Sie beeindrucken mit ihrer grünen Vegetation und ihren leuchtenden Felswänden.

Die großen Täler haben eine strenge Abstufung nach dem Höhenschichtung. Jedem Niveau entspricht ein eigener Lebensbereich:

  • der Fluss selbst und seine Ufervegetation bilden ein spezielles Biotop, das aber auch von Mühlen und der Binnenschifffahrt genutzt wird
  • der Talboden, wo Überflutungen auftreten können, ist weitgehend unbesiedelt und meist nur für  Scheunen und  Tabaktrockenschuppen genutzt
  • die Terrassen dienen heute dem Verlauf von Verkehrswegen. Dieser bewohnte Sektor ist weitgehend gegen Hochwasser geschützt und dort wird  auch Landwirtschaft – vorwiegend Wein- und Obstbau –  betrieben
  • an den Talflanken – abwechselnd Felswände und bewaldete Abhänge – liegen die ursprünglichen Dörfer, die oft von Burgen flankiert oder überragt werden.

Wer sich ein wenig über das Leben auf den Causses in den letzten hundert Jahren erfahren will, dem empfehle ich das Buch von Christian Signol „Marie des Berbis“. In diesem Buch hat die Schäferin Marie des Berbis dem Autor Signol die Geschichte ihres langen Lebens diktiert. Es ist ein berührendes Buch, das auch vom Zauber der kleinen Dinge erzählt.

Quellen

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