Nachdem die Herberge in Uzan geschlossen hatte, schafften wir es nach 28 km und bei großer Hitze (Marielouise hatte sich sogar ein Ohr leicht verbrannt)endlich Pomps zu erreichen. Der Schlafsaal der Herberge war in einem niedrigen Gebäude untergebracht – klein, eng, heiß und stickig, aber Weitergehen war keine Alternative.
Also akzeptierten wir zunächst die beiden Betten in der „Hundehütte“, wir hatten ja keine andere Wahl! Aber die Hitze staute sich in der niedrigen Baracke und ich konnte mir nicht vorstellen, dort die Nacht zu verbringen. Aber draußen war auch nur asphaltierter Boden – also auch keine Schafoption. Also bin ich losgezogen und habe das größere Gebäude, in dem die Küche und die Duschen untergebracht waren, inspiziert. Da war zum einen eine große Turnhalle, aber die war auch schrecklich aufgeheizt und später stellte sich heraus, dass abends eine Mannschaft dort Basketballtraining hatte. Dann entdeckte ich gegenüber der Halle ein Zimmer mit drei Betten, das überraschend kühl war. Also schnell zur Wirtin, bevor jemand anderes das Zimmer bekommt. Auf meine Frage, ob wir das Zimmer haben könnten, sagte sie erst nein, es würden ja alle Pilger in der Baracke schlafen. Außerdem kämen nachher noch die Basketballer in die Halle. Als ich dann einen Erstickungsanfall simulierte und ich ihr erklärte, dass ich die Nacht in der Baracke nicht durchhalten würde, ließ sie sich doch erweichen. Marielouise, der ich nichts von dem Zimmer gesagt hatte, um keine falschen Hoffnungen zu wecken, stand bei dem Gespräch mit der Wirtin nur ganz still und mit großen Augen neben mir und dachte, was ist denn jetzt mit ihr los! Hitzeschlag?! Anschließend meinte sie nur, dass sie gar nicht gewusst habe, wie gut ich schauspielern könnte. Aber wir hatten unser Zimmer!! Auch die Tatsache, dass halb im Zimmer nur durch einen Vorhang getrennt noch Duschen waren und wir uns nicht sicher waren, ob die Basketballer später dort duschen würden, tat unserer Freude über uns ruhiges, kühles Zimmer keinen Abbruch. Wir würden uns einfach schlafend stellen. Doch diese Überraschung blieb uns – Gott sein Dank – erspart!